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Oie Herbstübungen am 11. und 12. September.

Sonderzüge zum Reichsparieitag.

Die Herbstubungen der 9. Division finden am 11. und 12. September als durchlaufende Hebung im Raume HombergAlsfeldNeukirchenNeu­stadt und am 14. September im Raume Neukirchen TreysaNeustadt statt.

Zuschauern wird empfohlen, sich am 11. Septem­ber, ab 7 Uhr, zunächst in Gegend Appenrod (vier Kilometer nordostwärts Homberg) und am 14. Sep­tember, ab 5 Uhr, zunächst in Gegend Zella (fünf Kilometer südostwärts Ziegenhain) am Schwalm- Abschnitt einzufinden.

Es wird darauf hingewiesen, daß die Zuschauer den Weisungen der im Uebungsgebiet eingesetzten Gendarmen Folge zu leisten haben und jede Behin­derung der Truppe, sowie Versperrung von Stra­ßen und Wegen zu vermeiden haben.

Kranzniederlegung am Grabe des Altmeisters der Physiologie.

Aus Anlaß der Tagung der Deutschen Physio­logischen Gesellschaft in Gießen wurde am vergange­nen Sonntag ein Lorbeerkranz am Grabe des Alt­meisters der Physiologie Conrad Eckhard auf dem Neuen Friedhof von Prof. B ü r k e r namens der Deutschen Physiologischen Gesellschaft nieder­gelegt.

Oie Organisation der Kriegsblinden.

In Deutschland gibt es etwa 3200 Kriegsblinde, die in ihrer Gesamtheit in der einzig in Deutschland bestehenden Schicksalsgemeinschaft der deutschen Kriegsblinden vereinigt sind, welche Rechtspersön­lichkeit besitzt und unter der genauen Bezeichnung: NS. - Kriegsopferversorgung e. V., Fachabteilung: Bund erblindeter Krieger e. 23., S i tz Berlin" unter der Num­mer 2001 in das Vereinsregister des Amtsgerichts Berlin als rechtsfähiger Verein eingetragen ist.

Durch das Reichsarbeitsministerium ist diese Schicksalsgemeinschaft, so z. B. im Erlaß vom 21. September 1934, amtlich als d i e Organi­sation der gesamten deutschen Kriegsblinden aner­kannt. Die Geschäftsstelle der NS.-Kriegsopferver- sorgung e. 23., Fachabteilung Bund erblindeter Krie­ger e. 23., Sitz Berlin befindet sich in dem vom Führer und Reichskanzler den deutschen Kriegs­blinden geschenkten und seinen Namen tragenden Adolf - Hitler - K r i e g s b l i n d e n h a u s , das in jeder Beziehung die Zentralstelle des gesam­ten deutschen Kriegsblindenwesens darstellt. Von hier aus werden jederzeit Auskünfte über Kriegs­blindenfragen erteilt. Die genaue Anschrift ist: Adolf - Hitler - Kriegsblindenhaus, Berlin SW. 61, Wilhelmshöhe 18. Von hier aus werden die Kriegs­blinden einheitlich betreut.

Neben dem Bund erblindeter Krieger besteht noch die Deutsche Krie^blinden-Stiftung für Landheer u n dH lotte , Berlin SW. 61, Wilhelmshöhe 18, Adolf - Hitler - Kriegsblindenhaus, als selbständige Einrichtung. Sie ist in der Kriegs­zeit gegründet worden und betreut seitdem die Kriegsblinden zusätzlich durch Unterstützung, bei Erholungsreisen, Geburten und Todesfällen in der Familie, oder bei wirtschaftlicher Bedrängnis, so­weit die öffentliche Fürsorge nicht eingreifen kann. Der Kriegsblinden-Stiftung fließen regelmäßig Mittel aus Werbungen zu, die vom Reichs- und Preußischen Minister des Innern genehmigt wer­den. Hsuch Vermächtnisse und sonstige Spenden aus Nachlässen kommen hier in Frage.

Polizeibericht.

Ein Sittlichkeilsverbrecher feskgenommen.

Die Kriminalpolizeistelle Gießen teilt mit: In Gelnhaar (Kreis Büdingen) wurde am 3. Septem­ber der 41jährige Karl Hünergarth wegen Sittlichkeitsverbrechens, begangen an einem schul­pflichtigen 13jährigen Kinde, festgenommen und dem Amtsgericht in Ortenberg zugeführt. Gegen Hüner­garth wurde Haftbefehl erlassen.

Gießener Dochenmarktpreife.

* Gießen, 5. Sept. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: D. f. Molkereibutter, Vt kg 1,57 Mark, f. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Kochbutter 1,43, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 13, Klasse B 12, ausländische 12, Wirsing, % kg 6 bis 10, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 5 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 10 bis 18, gelb 10 bis 18, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 10 bis 12, Zwiebeln 8 bis 10, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, 5 kg 40 bis 45 Pf., 50 kg 3,70 bis 4 Mark, Frühäpfel, XA kg 10 bis 25 Pf., Falläpfel 5 bis 6, Birnen 10 bis 25, Zwi­schen 8 bis 12, Mirabellen 20, Pfirsiche 35 bis 60, Brombeeren 30 bis 35, Preiselbeeren 30 bis 42 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 30 bis 50, Salat 8 bis 10, Salatgurken 8 bis 20, E^machgurken 1 bis 3, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 4 bis 10, Lauch 5, Rettich 5 bis 10, Sellerie 20 bis 25, Ra­dieschen, das Bündel 10 Pf.

*

** Internationaler Lichtkongreß be­sucht G Ue ß e n. Der gegenwärtig in Wiesbaden tagende Internationale Lichtkongreß wird am mor­gigen Sonntag nach Gießen kommen und dabei be­sonders der Lupus-Heilstätte und der Universitäts- Hautklinik einen Besuch abstatten. Die Besucher wer­den durch die Universität im Studentenheim empfan­gen. Geheimrat Professor Dr. Sommer wird voraussichtlick die Begrüßungsansprache halten. Die Gäste interessieren sich besonders für die Einrich­tungen und die Anwendung der Strahlen-Thera- peutik in den beiden erwähnten Instituten. Die Teil­nehmer der Exkursion stammen vorwiegend aus den nordischen Ländern Schweden, Norwegen und Finn­land. Auch einige französische Gelehrte befinden sich unter den Kongreßteilnehmern.

** D i e Bezahlung der Strom- und Gasgelder im Stadt- und Ueberlandgebiet be­trifft eine Bekanntmachung der Direktion der städti­schen Betriebe in unserem heutigen Anzeigenteil. Säumige Zahler seien auf diese Bekanntmachung besonders hin^ewiesen.

Feuer durch Blitzschlag.

(Z S t o r n f e l s (Kreis Schotten), 4. Sept. Bei dem schweren Gewitter in der vergangenen Nacht schlug der Blitz hier in die H o f r e i t e des Landwirts Heinrich Karpf ein und zündete. Die Scheuer und die Stallungen, sowie die bereits eingefahrenen Getreide - und Futter­vorräte wurden ein Raub der Flammen. Der eifrigen Arbeit der Ortsfeuerwehr, sowie der Feuerwehren von Ulfa und Einartshausen gelang es, das Wohnhaus und die übrigen Nachbargebäude zu retten.

NSG. Sämtliche Sonderzüge der Politischen Leiter, Zuschauer und Frauen kommen im Nürn­berger Hauptbahnhof an.

Sonderzug 746 für die kreise Mainz, Schotten, Büdingen, Gelnhausen.

Am 10. September ab Schotten 15.45 Uhr, ab Nidda 18.04 Uhr, ab Stockheim 18.23 Uhr, ab Büdingen 18.38 Uhr, ab Gelnhausen 19.09 Uhr, ab Aschffenburg 20.02 Uhr, am 11. September an Nürnberg Hbf. 1.14 Uhr. Zurück ab Nürnberg Hbf. am 16. September um 10.38 Uhr, an Schotten am 16. September an 19.25 Uhr.

Sonderzug 747 für die kreist Biedenkopf, von Wellerau der ehemalige kreis Gießen, Alsfeld, Lauterbach und Schlüchtern.

Am 10. September ab Marburg 15.03 Uhr, ab Niederwalgern 15.15 Uhr, ab Lollar 15.29 Uhr, ab Gießen 16.08 Uhr, ab Grünberg 16.47 Uhr, ab Mücke 16.57 Uhr, ab Nieder-Ohmen 17.03 Uhr, ab Burg- und Nieder-Gemünden 17.12 Uhr, ab Ehringshausen 17.22 Uhr, ab Zell-Romrod 17.40 Uhr, ab Alsfeld 17.58 Uhr, ab Lauterbach 18,25 Uhr, ab Salzschlirf 18.33 Uhr, ab Fulda 19.23 Uhr, ab Elm 20.03 Uhr, an Nürnberg Hbf. am 11. Sep­tember um 1.29 Uhr. Zurück ab Nürnberg Hbf. am 16. September um 14.14 Uhr, am 17. Sep­tember an Marburg 0.21 Uhr.

Sonderzug 750 für die kreise Dillenburg, Wetzlar, von Wetterau der ehemalige kreis Friedberg, Wiesbaden.

Am 10. September ab Dillenburg 19.38 Uhr, ab Herborn 19.51 Uhr, ab Sinn 19.57 Uhr, ab Ehringshausen 20.09 Uhr, ab Wetzlar 20.27 Uhr, ab Butzbach 21.06 Uhr, ab Bad-Nauheim 21.22 Uhr, ab Friedberg 21.34 Uhr, ab Hanau-Nord 22.07 Uhr, ab Aschaffenburg 22.53 Uhr, an Nürnberg Hbf. am

11. September um 4.14 Uhr. Zurück ab Nürn­berg Hbf. am 16. September ab 11.54 Uhr, an Dillenburg 19.59 Uhr.

1000 Frauen des Gaues Heffen- Aaffau beim Reichsparteitag.

NSG. Für insgesamt tausend Frauen unseres Gaues ist Gelebenheit geboten, am Reichsparteitag in Nürnberg teilzunehmen.

Die Organisation und Meldung der Teilnehme­rinnen hat die Abteilung Organisation der Gau- Frauenschaft übernommen. Dort laufen alle Wünsche der einzelnen Teilnehmer zusammen. Je nach der Größe der Kreise des Gaues find die Teil­nehmerkarten zugewiesen und werden weitergege­ben von der Kreis- und endlich der Ortsgruppen- leitung der NS-Frauenschaft.

Dor Wochen schon haben die Vorbereitungen für den Reicksparteitag begonnen. Jetzt laufen täglich viele Anfragen, Abmeldungen usw. ein. Für eine Frau und Mutter läßt sich die Teilnahme nicht immer so leicht ermöglichen, und man kann oft hören, wie eine Mutter etwas betrübt verzichtet, weil sie ihre Kinder nicht allein lassen kann, oder weil ein Krankheitsfall ihre Familie betroffen hat. Es ist selbstverständlich, daß alle Mitglieder der NS-Frauenschaft sich bemühen, den Frauen die Teilnahme am Reichsparteitag zu ermöglichen, die seit vielen Jahren all ihre Kraft in den Dienst der Bewegung stellten. Die, die das große Erlebnis selbst nicht teilen können, helfen doch gern, es an­deren zu ermöglichen.

Tausend Frauen des Gaues Hessen-Nassau sind nun schon voll freudiger Erwartung auf die gro­ßen Tage in Nürnberg, die ihnen neue Kraft und neuen Mut zur Arbeit geben sollen.

Das Spiel kann beginnen.

Aus dem Büro des Gießener Stadttheaters wird uns geschrieben:

Früher als in den Vorjahren hat diesmal die Arbeit im Theater begonnen. In allen Abteilungen wird fieberhaft gerüstet, der neuen Spielzeit einen würdigen Auftakt zu geben. Der Aufbau, der in der vorigen Spielzeit so erfolgreich einsetzte, soll auch in der kommenden Spielzeit fortgesetzt werden. Das kommt rein äußerlich schon darin zum Aus­druck, daß der Kreis der Darsteller durch weitere Kräfte von führenden Bühnen ergänzt worden ist. Dadurch wird eine weitere Stabilität des Ensembles erreicht. Chor und Tanzaruppe wurden gegründet. Dem äußeren Aufbau folgt der innere Aufbau, lieber die baulichen Veränderungen im Theater während der Sommermonate haben wir bereits berichtet.

Von besonderer Bedeutung ist in diesem Jahr der frühe Spielzeitbeginn. Diese Vorverlegung der Eröffnung der Spielzeit gegenüber den früheren Jahren hat ihren künstlerischen und wirtschaftlichen Vorteil. Unser Theaterorchester schied am 15. Mai aus seiner hiesigen künstlerischen Tätigkeit, um der ehrenvollen Wiederverpflichtung als Kurorchester in Bad Homburg Folge zu leisten. Dies bedingt nun, daß unser Orchester erst im Anschluß an die Hom­burger Konzertzeit in wohlverdienten Urlaub gehen kann. Die Intendanz hat sich daher entschlossen, die Zeit, in der das Orchester dem Theater nicht zur Verfügung steht, mit einem ausgewählten Schau­spielplan auszusüllen. Diese Zeit desNur-Schau- spiels" lag bisher vom 15. Mai bis 31 Mai, bildete also den Spielzeitschluß. Dieses Jahr wollen wir die Spielzeit mit dem Schauspiel eröffnen und im Gegensatz zu früher mit allen drei Kunst­gattungen Mitte Mai die Spielzeit beenden. Durch diese Neuerung ist die Spielzeit des Stadttheaters Gießen auch der der meisten anderen Theater an­geglichen.

Oberster Gesichtspunkt für eine gewisse Einheit­lichkeit des Ensembles und einen einheitlichen Stil in Oper und Schauspiel ist der Grundsatz: Ueb er­zeugen durch Leistung! Dem Spielplan kommt daher eine besondere Bedeutung bei; er erfordert eine Aufstellung auf weite Sicht. Auf der neuerrichteten Drehbühne probt bereits das Schauspiel-Ensemble unter der Leitung des In­tendantenDonna Diana", das bezaubernde alt- spanische Lustspiel von Moreto. Mit diesem Werk

wird am 18. September die Spielzeit eröffnet. Gleichzeitig laufen die Proben zu dem Lustspiel Der Kampf mit dem Tatzelwurm" der beiden be­kannten und beliebten Lustspielautoren Leo Lenz und Ralph Arthur Roberts, das unter Wolfgang Kühnes Spielleitung am Sonntag, 20. September, in Gießen erftaufgeführt wird und nicht durchs Abonnement geht. Fertiggestellt und aufführungs­bereit lind die beiden StückeDer Sprung aus dem Alltag , eine rheinische Komödie des Dichters Zer­kauten, und das erfolgreiche, heiter-besinnliche Spiel mit dem altmodisch klingenden TitelGustav Ki­lian, Manufakturwaren en gros & en detail, ge­gründet 1821, Obere Gasse Nr. 19" von Harald Bratt. Das froh-beschwingte rheinische Volksstück und die reizendeKattun"-Komödie rechnen zu den er­freulichsten Unterhaltungsstücken der letzten Zeit. Ebenfalls in den ersten Wochen sollen die beiden großen PublikumserfolgeTowarisch" undKrach im Hinterhaus" in neuer Besetzung außer Abonne­ment wieder auf dem Spielplan erscheinen. Die erste Inszenierung des neuverpflichteten Oberspielleiters Theodor H a e r t e n ist die bedeutende Dichtung aus dem KriegeReims" von Friedrich Bethge. Gleichzeitig mit diesen Vorbereitungen im Schau­spiel haben such die musikalischen Einzelproben der Solisten der Oper und Operette begonnen. Millöckers berühmte OperetteDer Bettelstudent", sowie ein Hauptwerk Mozarts und zugleich eine seiner beliebtesten OpernFigaros Hochzeit" wer­den in neuer Einstudierung und Bearbeitung die Opern- und Operettenspielzeit eröffnen.

Der günstigste Weg an den bedeutenden künstleri­schen Ereignissen der Spielzeit teilzunehmen, ist die Platz miete. Denn außer den bekannten Vor­teilen des regelmäßigen Theaterbesuchs erhalten die Platzmieter weitere Ermäßigungen für alle Vor­stellungen und Veranstaltungen, die außer Abonne­ment gegeben werden.

Erholung und Freude soll das Theater bringen; doch nur der kann von der Kunst und dem Thea­ter etwas fordern, der bereit ist, sich für Kunst und Theater einzusetzen! Es tyennen uns noch zwei Wochen vom Spielzeitbeginn! Wir rufen daher alle Theaterfreunde zur tätigen Mitarbeit auf! Was wäre Gießen ohne sein Theater? Was wäre Gie­ßen, wenn nicht jedem die Möglichkeit gegeben würde, durch den Theaterbesuch am deutschen Kul­turleben teilzunehmen?

Oberhessen.

Ratsherrensihung in Alsfeld.

£ Alsfeld, 4. Sept. Nach längerer Pause fand am gestrigen Donnerstag wieder eine Sitzung der Ratsherren statt.

Als erster Punkt stand auf der Tagesordnung die Regelung der für das Pachtjahr 1936 zu gewähren­den Pachtgeldermäßigungen. Gemäß den Beschlüssen in den Vorjahren soll auch für das Pachtjahr 1936 für die verpachteten Stadt- und Hospitalgrundstücke eine prozentuale Herabsetzung von 20 v. H. bis 5 v. H. der ursprünglichen Pacht­summe für die bis zum Jahr 1930 und früher ver­pachteten Grundstücke eintreten. Im Herbst dieses Jahres findet die Neuverpachtung statt.

Antrag der P r o v i n z i a l - D i r e k t i o n Oberhessen wegen Gelände st ellung zur Verbindung der Lauterbacher Straße und der Ziegenhainer Straße. Die Pro­vinz Oberhessen beabsichtigt, anläßlich der Erbau­ung der Reichsautobahn, durch die eine Verlegung der Lauterbacher Straße notwendig wird, eine direkte gradlinige Verbindung dieser Straße mit der nach Ziehenhain führenden Straße herbeizu­führen. Zu diesem Zwecke hat die Provinzialdirek­tion Oberhessen bei der Stadt den Antrag gestellt, das erforderliche Gelände, soweit es nicht von der Reichsautobahn gestellt wird, auf Grund des hessi­schen Gesetzes über das Straßenwesen kostenlos zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich um etwa 10 000 Quadratmeter. Die Ausscheidung des Gelän- des soll im Wege der gegenwärtig stattfindenden Teilfeldbereinigung anläßlich der Reichsautobahn erfolgen. Die Ratsherren lehnen dieses Ansinnen ab, weil die Stadt Alsfeld von der beabsichtigten Maß­nahme, die lediglich im Interesse des Durchgangs- Verkehrs auf den beiden Straßen, die Alsfeld über­haupt nicht berühren, geschieht, keinerlei Vorteil hat und in keiner Weise daran interessiert ist.

Für die Räume der Landwirtschafts­schule, die seither von der Stadt unentgeltlich zu stellen waren, ist nunmehr nach Errichtung eines Erweiterungsbaues der Reichsnährstand bereit, eine Miete zu zahlen. Der hierüber vorgelegte Mietver­trag, der eine jährliche Miete von 800 Mark vor- sieht, wurde genehmigt.

Heber die Räume des Wehrmeldeamts Alsfeld im Weinhaus ist ein neuer Mietver­trag erforderlich geworden. Infolge Vergrößerung des Dienstbetriebs des Amtes beansprucht dieses weitere Diensträume, wofür die Diensträume des Stadtbauamtes in Frage kommen. Der neue Miet­vertrag über die gesamten Diensträume in Höhe von 1 440 RM. jährlich, einschließlich Heizung und Reinigung, wird genehmigt. Der für die Instand- setzung der neuen Räume der Stadtbau - amts, welches die freigewordenen Räume der Arbeitsamtsnebenstelle Alsfeld bezieht, erforderliche Kredit in Höhe von 923 RM. wird zu Lasten des Reservefonds bewilligt.

Für die Herstellung des Daches der Dreifaltigkeitskirche die ehemalige Klosterkirche, deren baulicher Zustand nach Mit­teilung des Stadtbauamtes infolge ihres Alters Ansätze zum Verfall zeigt, ist ein größerer Betrag, etwa 1500 RM., erforderlich. Die gesamten notwen­digen Jnstandsetzungsarbeiten werden etwa 8000 RM. erfordern. Im Hinblick auf die Höhe der Ko­sten wird die Wiederherstellung zu Lasten der Stadt abgelehnt; die entstehenden Kosten sollen aus dem Hospitalvermögen gedeckt werden.

Gegen den vorgelegten Entwurf des Kauf­vertrages zwischen derG e w o b a g", der Trägergesellschaft der neuen Kleinsiedlung und der Stadt hinsichtlich der Uebertragung des Sied­lungsgeländes in der Rambach wird nichts zu erinnern gefunden.

Unter Mitteilungen gab Bürgermeister Dr. D ö l s i n g bekannt, daß von dem testamentarischen Vermächtnis des Prof. Dr. Georg Martin Kober an der Universität Washington, ein gebo­rener Alsfelder, seiner Vaterstadt in Höhe von 10 000 Dollar für wohltätige Zwecke zugewendet hat, bis jetzt 9000 Dollar eingegangen sind, die mit einem Betrag von 22422 RM. verzinslich be­sonders angelegt sind. In dankbarer Anerkennung des edelmütigen Vermächtnisses soll an dem Ge­burtshaus von Professor Kober am Roßmarkt in Alsfeld eine Gedenktafel für den Stif- t e r angebracht werden. Der Stadtbaumeister wurde mit der Ausarbeitung eines entsprechenden

Entwurfes beauftragt. Für zwei Opernaasti spiele der Deutschen Musikbühne Ber« l i n in der kommenden Winterspielzeit 1936/37 in Alsfeld wurde die Garantiesumme auf der seitheri­gen Dertragsgrundlage bewilligt. Die beiden Operngastspiele finden im Oktober und im Januar statt.

Landkreis Gießen.

cf Staufenberg, 4. Sept. Bei dem heftigen Gewitter in der vergangenen Nacht schlug der Blitz in die Scheune des Landwirts Ludwig Becker II., zündete aber glücklicherweise nicht. Das Dach und die zum Teil mit Schiefer bedeckte Giebel» wand wurden beschädigt. Bei der gestern hier abgehaltenen Frühovstversteigerung wur­den folgende Preise erzielt: Zwetschen 2 bis 2,50 Mk., Aepfel 2 bis 3 Mk., Birnen 1 bis 2 Mk. je 50 kg am Baum.

# Odenhausen a. d. Lumda, 4. Sept. Die Ernte ist auch in unserer Gemarkunb restlos ein- gebracht. Der Vordrusch ist beendet. Dre Landwirte mit kleinerem Besitz haben bereits alles gedroschen. Das Ergebnis ist zufriedenstellend. Das Grum­met hat mengenmäßig und nach der Qualität eine Rekordernte gebracht. Grünfutter und Stoppelklee find reichlich vorhanden. Bei den Kartoffeln tritt verschiedentlich Fäulnis auf.

Ober-Hörgern, 4. Sept. Vor einigen Tagen haben die Arbeitsdienst männer vom Lager in Wetter, die bei der Bergung der Ernte seit einigen Wochen den hiesigen Landwirten behilflich waren, unsere Gemeinde verlassen. Man sah die jungen Leute ungern scheiden. Nicht allein, daß sie in den Erntewochen vollauf ihren Mann stellten, darüber hinaus hatte sich mit ihnen, die an der Mosel beheimatet sind, ein gutes Verhältnis herausgebildet.

kreis Schotten.

cv> Oderschmitten, 4. Sept. Im Kirch­spiel Eichelsdorf-Ober-Schmitten hat der Konfirmanden-Unterricht in der ersten Septemberwoche begonnen. Es beteiligen sich daran insgesamt 35 Kinder. 10 Mädchen und 5 Jungen sind aus Ober-Schmitten, 8 Mädchen und 12 Jungen aus Eichelsdorf. Wie üblich, begehen am nächsten Sonntag Eltern und Konfirmanden den Unterrichtsbeginn in gemeinsamem Gottesdienst.

> E i ch e l s d o r f, 2. Sept. Heute kam hier der in diesem Jahre angebaute Flachs zur Verladung. Mancher ältere Volksgenosse mag voll Wehmut der Zeiten gedacht haben, da unser Dorf sehr starken Flachsbau trieb und große Mengen Flachs, Garn und Tuch absetzte. Der Rückgang dieses Neben­erwerbs war der Hauptgrund für die Auswande­rung vieler Dorfg^nosien nach Ueberfee, zunächst nach Brasilien (1823 bis 1827), später nach Nord­amerika.

* Eichelsdorf, 4. Sept. Am 1. September hat Bürgermeister Karl Knodt II., der im Jahre 1923 erstmalig gewählt wurde, sein Amt n i e b e r g e I e g t. Der reiche Ertrag, den die Zwetschen bäume wiederum in diesem Jahre bringen, muß für jeden einsichtigen Bauern An­sporn sein, diesem etwas vernachlässigten Obstbaum wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken, denn seine unbedingt erforderliche Neuanpflanzung ist eine zu erfüllende Ausgabe der Erzeugungsschlacht. Ehedem trug hier jeder Feldrain eine Reihe Zwetschen- bäume. Der kalte Winter 1928/29, die Schildlaus und Altersschwäche haben jedoch in den letzten Jahren große Lücken gerissen, die aus volkswirt­schaftlichen Gründen geschlossen werden müssen. Die Nachpflanzung wurde hier unterlassen oder falsch durchgeführt. Nicht Zwetschenbaumwildlinge aus Hecken sind nachzupflanzen, sondern schöne Stämm­chen wertvoller Sorten aus guten Baumschulen.

Kreis Alsfeld.

. Homberg, 4. Sept. An einem San­der z u g der NSG.Kraft durch Freude" art den Rhein (Oberlahnstein) nahmen etwa 500 Mann der Belegschaften aus den Basaltw er- f e n N i e d e r-O fl e i d e n und derRothen Kuh" mit ihren Angehörigen teil. Die Firma Mittel- deutsche Hartstein-Jndustrie ermöglichte finanziell diese Fahrt. Die Ausflügler wurden in Oberlayn- stein mit Musik einer Arbeitsdienstabteilung will­kommen geheißen, sie besichtigten anschließend die Burgen Lahneck, die Marksburg und Stolzenfels. Ferner wurden Dampferfahrten nach dem Deut­schen Eck, nach Ehrenbreitstein und nach der Loreley unternommen. Die Freude über die star­ken Eindrücke war groß. Der Abend vereinigte die Ausflügler bei einem Rheinischen Abend. Froh­gestimmt kehrte man nach Hause zurück.

Amtsgericht Gießen.

Der einschlägig vorbestrafte M. St. von Gießen erhielt durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen eine Haftstrase von drei Wochen wegen Unterhaltspflichtentziehung auferlegt. Gegen diesen Strafbefehl legte der Angeklagte Einspruch ein. In der gestrigen Hauptverhandlung wurde festgestellt, daß der Angeklagte in der verflossenen Zeit nickt in ausreichendem Maße für seine drei unehelichen Kinder gesorgt hat, obwohl er in Arbeit stand und zum Unterhalt derselben hätte beitragen können, so daß das Wohlfahrtsamt einspringen mußte. Da sich der Angeklagte in der gestrigen Hauptoerhandlung zur monatlichen Bezahlung von 8 Mark als Unter­halt für die Kinder bereiterklärt hat, blieb es bei der im Strafbefehl festgesetzten Strafe. Die Straf­vollstreckung hängt nun davon ab, ob der Ange­klagte fein Versprechen hält und seinen Verpflich­tungen nachkommt.

Der »Schrecken von AheinhefferS vor Gericht.

LPD Mainz, 4. Sept. Seit März 1935 ver­setzte eine dreiköpfige Diebesbande ganz Rheinhessen und die benachbarten Orte durch ihre frechen Einbruchsdieb st ähle in nicht gerin­gen Schrecken. Die Methode war immer die gleiche. Die Türen wurden angebohrt, die Türfüllungen herausgebrochen, die Ladenkassen erbrochen. Wenn es möglich war, nahmen die Diebe noch Waren an sich. Dorwieaend Lebensmittelgeschäfte wurden mit ihrem Besuch bedacht. Mit einem Auto wurde die Ware weggeschafft und später verteilt. Die Seele des ganzen Unternehmens, ein gewisser Stutz, be- findet sich augenblicklich in der Tschechoslowakei in Strafhaft. Die Zweite Große Strafkammer in Mainz verurteilte den 29jährigen Ludwig Schwindt wegen Bandendieb st ahl in vier Fällen und eines einfachen Diebstahls zu zwei Jahren Gefängnis, den 24jährigen Philipp Oswald wegen Bandendiebstahls in fünf Fäl­len und eines einfachen Diebstahls, sowie eines ver­suchten Bandendiebstahls zu einem Jahr und neun Monaten Gefängnis, den 21 jähri­gen Eduard Koch wegen Bandendiebstahls in fünf Fällen zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis. Die bürgerlichen Ehrenrechte wur­den den Dieben auf je zwei Jahre aberkannt.