SJlXfpOTt
Ballon ^Sachsen" flog 1200 km.
Erst am Donnerstag bekam die Flugleitung in Warschau von der glücklichen Landung des deut- schen Ballons „Sachsen" mit Otto Bertram- Chemnitz und Fritz Schubert (Mittelsbach) als Führer Kenntnis. Die beiden Piloten selbst über- brachten die Meldung, aus der hervorging, daß sie am Montagabend bei dem Dorf Wolga im Kreis Rybinsk (nördlich von Moskau) den Flug beendet hatten. Das genaue Ergebnis dieser famosen flie- gerischen Leistung liegt zwar noch nicht vor, aber die Flieger dürften rund 1200 Kilometer durchflogen haben und gute Aussichten auf einen Platz in dem diesjährigen Gordon-Bennett-Wettbewerb haben.
Peter ORiebd und Kurt Schmidt bei Meiningen gelandet.
Die beiden Segelflieger Peter Riedel und Kurt Schmidt hatten bei ihrem ersten Versuch, den Fern- ^ielflug von der Wasserkuppe nach Berlin durchzuführen, insofern einen Mißerfolg, als sie am Rande des Thüringer Waldes ungünstige Wetterverhältnisse antrafen, die sie unweit Meiningen zur Landung zwangen. Die beiden Bewerber um den Preis der „B. Z. am Mittag" sind zur Wasserkuppe zurückgekehrt, um einen zweiten Versuch zu unternehmen.
Heimische Leichtathleten beim Gaulampf Nordheffen-Mitte. Kilo und Herrmann beim Gaukampf in Erfurt. Mit der Vertretung des Gaues Hessen in dem am kommenden Sonntag in Erfurt gegen ©au Mitte stattsindenden Leichtathletikkampf wurden vier
1900er beauftragt, nämlich A. Kilo im Diskuswerfen, H. Herrmann im 110-Meter-Hürden- lauf, I. Rudolph im Hochsprung und H. Jung im Stabhochsprung. Leider können die beiden Letztgenannten der Beorderung keine Folge leisten. Rudolph ist durch einen Muskelriß außer Gefecht gesetzt und Jung dienstlich nicht abkömmlich. Was Kilo und Herrmann angeht, so werden sie einen schweren Stand bekommen. Sie müßten schon über ihre Jahresbestleistungen kommen, um vorn zu sein.
Das Leichtathletik-Jugendsportfest des Gaues XII in Kassel sieht voraussichtlich von feiten der Spieloereinigung 1900 nur Hun - gerlanb im 100-Meter-Lauf und Stabhochsprung der Klasse A am Start. Die übrigen Jugendlichen, die Aussichten in Kassel gehabt hätten, sind zum Gebietssportfest der HI. in Darmstadt abgestellt.
Turnverein Heuchelheim.
Bei den 13. Rationalen Junioren- und Jugendwettkämpfen des Sportvereins 1898 Darmstadt konnten die Gebrüder Reidel zu schönen Erfolgen kommen. Beim 1500-Meter-Lauf konnte Hans Reidel den 3. Platz in persönlicher Bestzeit von 4:18,9 Min. und Franz Reidel den 4. Platz in 4:19,6 Min. hinter Held (98 Darmstadt) 4:10 Min. und Müller (Eppershausen) 4:15,2 Min. belegen. Erwin Reidel mußte infolge Muskelzerrung aufgeben. Erwin, Franz und Hans Reidel mußten sich in der 3X1000- Meter-Staffel mit dem 2. Platz in 8:32,9 Min. hinter der A-Mannschaft des SV. 98 Darmstadt begnügen.
Für den Gaukampf Nordhessen — Mitte in Erfurt sind die Gebrüder Hans und Franz Reidel für 5000 Meter aufgestellt. Sie treffen dabei auf die Wittenberger Langstreckengarde.
Fußball der heimischen Mannschaften.
Zweimal Ligakampf bei 1900.
1900 — SpB. Wetzlar.
Am Samstag empfangen die Blauweißen den SpV. Wetzlar zum Rückspiel. Das Vorspiel in Wetz- lar sah die Domstädter 3:0 erfolgreich. Ob es diesmal wieder zu einem solch glatten Sieg für die Gäste kommt, ist fraglich, denn die Platzbesitzer haben in der Aufstellung Fischer, Zeiler, Lippert, Erhard, Heilmann, Garth, Schellhaas, Ranft, Jäger, Lehrmund, Henkelmann ihre stärkste Elf zur Stelle, die gegen früher insofern eine Aenderung aufzuweisen hat, da Lehrmund im Sturm erscheint, wodurch dieser Mannschaftsteil eine Verstärkung erfahren wird. Auch die Wetzlarer kommen in anderer Aufstellung. Die Gäste haben am vergangenen Sonntag gegen Union-Niederrad ein Experiment versucht, indem sie Wohlgemuth auf den Mittelläuferposten gestellt haben. Dieser Versuch hat sich zum Besten gewandt, denn Wohlgemuth war der beste Mann auf dem Platze.
Das heutige Spiel wird also neben den beiden interessanten Versuchen ein Vorgeschmack auf die kommenden Derbandsspiele abgeben.
1900 — Germania 94 Frankfurt a. M.
Am Sonntag ist Germania 94 bei den Blauweißen zu Gast. Mit dieser Mannschaft ist ein gut Stück Frankfurter Fußballgeschichte verknüpft. Be- sonders in den Jahren 1922/25 waren es die Leute von den Sandhöfer Wiesen, die dem Frankfurter Fußballsport mit zu feinem heutigen Ruf beitrugen. Und hier war es ein Mann, der auch bei uns nicht unbekannt ist. Fritz Schnürle. Dieser war es, der die damaligen Spieler der Germanen zu formen und zu prägen mußte, die dann über sich selbst hinauswuchsen und die Hegemonie der beiden Groß- vereine Eintracht und Fußballsportverein durchbrachen. Die Mannschaft mußte aber später in die Bezirksliga absteigen. Verschiedene Versuche, wieder in die erste Klasse zu kommen, sind bis jetzt fehl- geschlagen. Im vergangenen Jahre war es nahe daran, und in diesem Jahre hofft man, daß es end- lich glückt. Man hat die letzten Mängel beseitigt und hofft mit der Mannschaft, die noch verschiedene Verstärkungen erfahren hat, sich die frühere Stel- lung wieder zurückzuerobern. Man wird also die Germanen in der Aufstellung zu sehen bekommen, wie sie die kommenden Verbandsspiele bestreitet.
Die Blauweißen treten in derselben Aufstellung vom Vortage an, so daß auch hier wieder mit einem vielversprechenden Kampf zu rechnen ist.
1900 A. H. — Collar A. H.
Vor dem Ligaspiel treffen obige A.-H.-Mannschaf- ten zusammen. Es wird wohl das letztemal fern, daß ein A.-H.-Spiel auf dem Programm steht. Die Blauweißen werden aus dem Grunde alles versuchen, die Niederlage aus dem Vorspiele wieder wettzumachen, um sich hiermit einen guten Abgang für die nächste Saison zu^ sichern.
Am Sonntag werden die ersten.Augend-Pflichtspiele ausgetragen. Die 1. Jugend ist fPie^L 2. Jugend hat gegen die 1. Jugend^von^Allendorf^
anzutreten. Das Spiel wird auf dem Platz der Spielvereinigung ausgetragen. Die Platzbesitzer sollten das Spiel gewinnen können. Die 3. Jugend spielt am Vormittag gegen die 4. von DfB.-R.
auf eigenem Platze.
Die Schülermannschaften ler des VfB.-R. an.
treten gegen die Schü-
DfB.-Reichsbahn Gießen.
Die Cigamannfchaft in Steinberg.
Die Liaamannschast trägt am Sonntag ein Rückspiel bei den Steinberger Teutonen aus. Die Steinberger Mannschaft, die aus der Bezirksklasse aus- geftiegen ist, konnte in den letzten Spielen wieder- holt zeigen, daß sie ihre vorjährige Krise über» wunden hat. Die Mannschaft hat wieder die Spielstärke erreicht, die sie zu der gefürchteten Mannschaft der Bezirksklasse machte. Weiterhin wird für die Teutonen Gelegenheit gegeben fein, zu zeigen, daß sie auch den Bezirksklassenmannschasten spielerisch die Waage hält. Es wird daher auch in diesem Spiel den Gießenern, die in Steinberg immer schwer kämpfen mußten, schwer fallen, zu einem Siege zu kommen. Die überragende Hintermannschaft der Steinberger, Happel im Tor und Fett in der Verteidigung, sollen den Gießener Sturm öfter vor unlösbaren Aufgaben stellen. Wenn Lang den Sturm führt, wird auch der Steinberger Sturm seine Gefährlichkeit zeigen. Die Aufstellung der Gießener Mannschaft wird wahrscheinlich die gleiche des Dorsonntags, abgesehen von Mund, sein. Sie wird unbedingt ein besseres Spiel als am vergangenen Sonntag liefern müssen, wenn sie nicht eine Ueberraschung erleben will.
Sportfreunde Dehlar II — DfV.-R. II.
Die zweite Mannschaft fährt zum Rückspiel nach Wetzlar. Wenn sie auch am vergangenen Sonntag ihren Geaner mit Klassenunterschied schlagen konnte, so wird sie doch dieses Mal schwerer um den Sieg kämpfen müssen.
Jugendsuhball.
Die DfB.er bringen am Sonntag sieben Jugend- und Schülermannschaften auf das Feld. Die erste Jugend spielt gegen Watzenborn-Steinberg auf eigenem Platze. Die Steinberger, die in der vergangenen Spielserie der schärfste Gegner der Gießener um die Jugend-Gruppenmeisterschaft waren und erst in einem Entscheidungsspiel ausgeschaltet wurden, werden auch dieses Mal ein beachtlicher Gegner der Gießener fein. Der Ausgang des Spieles ist offen.
DfV. R. 2. Jugend — Garbenteich 1. Jugend.
Da die 2. Jugend zur Zeit sich in einer guten Spielform befindet, so ist es nicht ausgeschlossen, daß sie die Garbenteicher schlagen.
Die 3. Jugend fährt nach Lollar und spielt gegen die dortige 2. Jugend. — Die 4. Jugend spielt gegen die 3. Jugend des Lokalgegners auf dem Trieb. . ..
Alle drei Schülermannschaften spielen gegen die gleichen des Lokalgegners auf dem Waldsportplatz. Die DfB.er haben dabei den Vorteil des eigenen
Platzes, der für den Ausgang der Spiele vielleicht ausschlaggebend ist.
Spielabteilung Tv.lSSS Klein-Linden Klein-Cinden I — Leihgestern I.
Am morgigen Sonntag kommt Leihgestern einer früheren Rückspielverpflichtung nach. Das Vorspiel konnte Klein-Linden für sich entscheiden, doch sollte dies kein Grund sein, den Gegner leicht zu nehmen, zumal die Gäste zu kämpfen verstehen. Vielleicht wissen die Gastgeber den Vorteil des eigenen Platzes auszunutzen. Vorher werden die 2. Mannschaften beider Vereine die Kräfte messen.
Oie Handballer des Turnvereins Lang-Göns in der neuen Spielzeit.
Nachdem der Tv. Lana-Göns in der Spielzeit 1935/36 zwei Jugendmannschaften in die Verbandsspiele geschickt hatte, wird in diesem Jahre die einst-
maligs 1. Jugend als erste Mannschaft spielen. Die bisherige 2. Jugend wird Lang-Göns in der Jugendklasse vertreten. Die erste Mannschaft, die in der letzten Spielzeit Kreisjugendmeister werden konnte, spielt in der 2. Kreisklasse und trifft in der Staffel 1 auf die starke Mannschaft aus Allendorf (Lahn) und die zweiten Garnituren vom To. Wetzlar und von der Spogg. 1900 Gießen. Es ist klar, daß die Lang-Gönser hier vor einer fast unlösbaren Aufgabe stehen, denn die Gegner sind sehr spielstark. Aber da sich die Mannschaft fast ganz aus Jugendlichen zusammensetzt, gehört ihr die Zukunft. Bessere Aussichten kann man der Jugend einräumen. Sie trifft in der Staffel 2 der Jugendklasse auf die Mannschaften aus Garbenteich, Lich, Holzheim und ©rüningen. Im vorigen Jahr waren dieselben fünf Mannschaften schon in einer Staffel und damals wurde Lang-Göns Staffelsieger. Vielleicht können es die Jungen in diesem Jahr wieder schaffen und sich bis in vie Endkämpfe durchsetzen,
Sie Saumeisterschasten der lugendschwimmer in Gießen.
Zum Abschluß der Freiwasserschwimmzeit 1936 hält der Gau XII (NordHessen) des Fachamtes Schwimmen im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen am morgigen Sonntag in der Müller- fchen Badeanstalt die Gaujugendmeisterschaften ab. Zu der Veranstaltung, die dem Gießener Schwimmverein zur Durchführung übertragen wurde, haben elf Vereine aus Kassel, Marburg, Fulda, Wetzlar, Hanau, Alsfeld, Groß-Auheim und Gießen (Frank- surt und Offenbach gehören nicht mehr zum Gau Nordhessen) zu den 21 ausgeschriebenen Wettkämpfen 185 Nennungen abgegeben. Ein schönes Meldeergebnis und gleichzeitig ein Beweis dafür, daß die Schwimmerjugend Nordhessens auf dem Posten ist; sie will nunmehr nach dem Sommertraining in den einzelnen Disziplinen die Besten unter sich ausmachen.
Oie Wettbewerbe des Vormittags.
Die Wettkämpfe werden am Sonntagvormittag eingeleitet mit einem Kraulschwimmen für
die männliche Jugend über 2 0 0 Meter, das in der Klasse 2 einen Teilnehmer und 7 Teilnehmer in der Klasse 3 aufweist. Wer das Rennen für sich entscheiden wird, ist im voraus nicht zu sagen. Den 2. Wettkampf, 50-Meter-Frauenjugendrücken, werden 9 Schwimmerinnen bestreiten; die besten Erfolgsaussichten haben hier Ruth Fiedler vom Marburger SV. und Elisabeth Plank vom Gießener SV.
In der 4X100-Meter-Knaben-Kraul- staffel stehen sich 3 Mannschaften gegenüber. Darauf folgt die 4X 100-Meter-Männerju- g e n d - B r u st st a f f e l, die die Mannschaften des Casseler SV. 1898 und des Gießener SD. zusammenbringen wird. Bei der Vormachtstellung, die die Gießener Brustschwimmer schon seit Jahren innehaben, dürsten sie als die Sieger aus dem Rennen hervorgehen. In der 3X100-Meter- Frau enjugend-Bruststaffel treffen sich zwei Mannschaften und im gleichen Wettkampf drei Mannschaften von Vereinen ohne Winterbad. Alsdann wird das Schwimmen durch das Kunst-
Schach-Ecke.
Gearbeitet von K. Selling.
8
5
2
Matt nach Doppelopfer.
Die abgebildete Stellung entstand beim Turnier zu Swinemünde in einer Partie Richter — W ä ch - t e r. Der Weiße konnte durch ein Figurenopfer die schwarze Dame ablenken und dann mit einem zweiten Opfer in wenigen Zügen das Matt erzwingen.
Was zieht der Weihe am stärksten?
8
2
Ä— a b
Versäumtes Matt.
In der abgebildeten Stellung einer Partie Dr. Dührssen — Tröger aus dem Turmer in Bad Elster schlug der Weiße den schwarzen Turm mit dem Springer, verlor aber später noch die Partie.
Wie hätte der Weihe in der abgebildeten Stellung rasch einen glänzenden Sieg erringen können?______
Cöfung der Schachaufgabe „Damenopfer".
S. Loyd. Matt in zwei Zügen. Weiß: Ka2, Dd4, Tb6, Sd6 (4). Schwarz: Ka5, Db5, Ta7, Lc7, Ba4 (5).
1. Dd4—e5 (droht DXD matt), Ka5Xb6. 2. De5 Xb5 matt. 1. ... Db5 beliebig; 2. Sd6—c4 matt. 1. ... Ka5—b4. 2. Tb6Xb5 matt. 1. ... LXT oder LXS; 2. De5Xb5 matt.
Cöfung der Schachaufgabe „Turm gegen Cäufer“.
Wilhelm Gudehus. Matt in drei Zügen. Weiß: Kh5, Tg2, Le2, Lei, Bb3, c5, 15, h4 (8). Schwarz: Ka5, Lh6, Bb4, e3, f7, 16 (6).
1. Tg2—g7, Lh6Xg7. 2. Lei—g3 nebst 3. Lg3—c7 matt; 1. ... Lh6—g5, 2. Tg7—g8 nebst 3. Tg8—a8 matt; 1. ... Lh6—f4. 2. Tg7—g4 nebst 3. LelXb4 matt
Oie Narrenkappe.
Splitter und Sparren vom RedaktionStisch.
Friedrich diktiert einen Brief.
König Friedrich der Zweite von Preußen fand einst auf dem Tisch feines Kammerlakaien einen angefangenen Bries, der folgenden Wortlaut hatte:
„Liebe Rieke, gestern konnte ich wieder nicht zu dir kommen, weil der Alte große Gesellschaft hatte und mir keine Stunde Urlaub gönnt."
Friedrich las und schüttelte ärgerlich den Kops. Die Geschichte von der großen Gesellschaft war völlig erlogen. Der König ließ den Lakaien rufen, führte ihn am Ohr zu dem Tisch und diktierte ihm den Brief zu Ende:
„Heute kann ich leider auch nicht kommen, weil der Alte mir böse ist, und die nächste Zeit auch nicht, weil ich wegen meiner Lügenhaftigkeit auf acht Tage nach Spandau muß."
Mildernde Umstande.
In einer uralten Nummer der „Augsburger Allgemeinen Zeitung" fand ich den Aufsatz „Curiosa der Gegenwart" und darin den folgenden Bericht:
„Der Bürgermeister des oberbayerischen Marktfleckens Obing rügte am 12. Mai 1851 in einem Erlaß die zunehmende Trunksucht der Einwohnerschaft und stellte alle jene unter Strafe, die von der Ortspolizei „in das übliche Maß übersteigender Trunkenheit" angetroffen werden.
Die Strafen betragen: an gewöhnlichen Tagen 3 Mark, an Sonn- und Feiertagen 2 Mark, an Tagen mit Maibock-Ausschank 1 Mark."
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