Hr.208 Drittes Blaff
Samstag, 5. September M6
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Aus der Provinzialhaupistadi
Verdunkelung in Gießen
Nachdruck verboten!
33 Fortsetzung.
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Der
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schen Zeichen englische
Da derartige Vorbereitungen für den Selbstschutz eine unbedingte Notwendiakeit zur Erhaltung des deutschen Volkes und Volksvermögens im Ernst« falle sind, ist es Pflicht eines jeden Deutschen, die Anordnungen im vollen Umfange zu befolgen.
er weg.
Nerven nicht verlieren", sagte „Es kennt uns hier an Bord sehen Gespenster!"
nen Jacke?"
„Ja, jetzt schaut
„Abwarten. Die Rudolf Terbrügge. kein Mensch. Wir
Schriftzüge.
„Weiße Wolke", war aber
forschender, ganz anders entstandener Blick schreckte ihn, störte ihn zumindest."
„Mensch, Rudolf, du machst uns womöglich dächtig mit deinen Menschenstudien!"
„Unsinn. Ich zog mich sofort zurück und
n.9.=0emeinfthaft „Kraft durch freude
luftschutzbundes durchgeführt. Wir machen darauf aufmerksam, daß gegen diejenigen, die durch ihr Verhalten die Maßnahme stören oder die Anordnungen nicht befolgen, mit aller Schärfe vorgegangen wird. Damit nicht die Meinung auftaucht, ein
zelne Bewohner würden zu solchen Verdunkelungsmaßnahmen gezwungen, während andere verschont bleiben, geben wir zur Kenntnis, daß in allernächster Zeit weitere Stadtgebiete verdunkelt werden. Wir empfehlen der übrigen Bevölkerung, schon jetzt üie erforderlichen Vorbereitungen zu treffen, damit keinerlei Verzögerungen eintreten.
„Der Bursche ist aus Fleisch und Blut, Rudolf. (Fortsetzung folgt!)
heute der General Chung Tang mit demselben Boot nach Kanton. Da sind Heizer und Maschinisten besonders eifrig bei der Arbeit, und Sie werden vielleicht eine gute Stunde eher in Kanton sein. Machen Sie sich aber deswegen keine Gedanken. Es ist alles vorgesehen. Sie tun, wie ich Ihnen sagte, dann ist alles in Ordnung." Er kannte europäische Sitten gut und schüttelte ihnen die Hände. „Gute Fahrt", wünschte er. Sein Blick war offen und ehrlich; dafür, daß er bernsteingelbe Augen hatte, konnte er nicht.
Sie verließen das Hausboot und fuhren zum Anlegeplatz des Dampfers, der stromaufwärts fahren sollte. Ein Irrtum war nicht möglich, alle Schilder und Hinweise zeigten neben den chinesi-
genaue Kontrollen
Bord zu kommen.
Mit ihnen reiften zahllose Chinesen. Handwerker und kleine Kaufleute in bunten, baumwollenen Jacken und Hosen; Reichere im seidenen, weiten Dberneroanb mit Tütenärmeln, protzig mit Silber- und Goldseide bestickt. Alle längst ohne Zöpfe, höchstens baß ein paar unverheiratete Mäbchen ihn noch trugen. Auch Frauen waren an Bord. Sie liefen umher, von weitem wie die Männer anzuschauen; waren sie näher heran, sah man bie stark geschminkten Augenbrauen, Wangen unb Lippen, bas pechschwarze, hochgesteckte Haar. Keine verkrüppelten Füße mehr, sondern gefunbe Zehen, bie in Sanbalen ober europäisch gearbeiteten Leberschuhen steckten.
Die brei sahen ihre Mitreisenben an. Es gab genug zu schauen. Dann suchten sie, kurz ehe der Dampfer abging, eine ruhige Ecke am Heck auf unb schlugen ihre Klappstühle nebeneinander auf.
„Hast du den General gesehen, von dem Tsai Tan Wang uns erzählte?"
„Nenne keine Namen, John. Man kann nicht vorsichtig genug sein."
Ein Kellner, oder hieß es hier an Bord besser Steward, ging vorüber und balancierte ein Tablett. Er bot warme Hirse unb Neisbrannt- roein an.
die Kaiserallee, Ludwigsplatz, Gartenstrahe, Neuen Säue, Sonnenstraße,' Kreuzplatz, Seltersweg, Frankfurter Straße, Liebigstraße zum Bahnhof. Abmarsch ber Abteilung vom Lager unter bem Kommanbo des Unterfeldmeisters Weigel gegen 8.15 Uhr. Die Arbeitsdienstmänner werden auf dem Marsch ihre von den Volksgenossen immer wieder gern gehörten frischen Marschlieder fingen. Am Freitag, 11. September, gegen 16 Uhr, wird die Gießener Arbeitsdienstabteilung auf der Rückkehr von Nürnberg am hiesigen Bahnhof wieder eintreffen.
Amt für Volkswohlfahrt,
Ortsgruppe Gießen - Ost.
Vetr.: Lebensmittel-Opferring der Ortsgruppe Gießen-Oft.
Die Sammlung wird am Dienstag, 8., und Mittwoch, 9. September, von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben.
NSLB.
Abteilung: höhere Schule, Fachschaft „Neuere Sprachen.
Die nächste Sitzung der Arbeitsgemeinschaft findet am Montag, 7. September, um 16 Uhr, in der Oberrealschule statt.
Der Dampfer hieß grau gestrichen, recht schmutzig und hätte besser Rauchfahne geheißen. Die Besatzung, der Mann, ber bie Fahrkarten nachsah, sprach englisch. Die brei Deutschen hatten keine Schwierigheit, an
„Er hatte nicht das Gesicht eines glücklichen Menschen, ber Herr General Chung Tang", sagte Rubolf Terbrügge nachdenklich und war nicht abgelenkt worden. „Die prächtige Uniform schien ihn nicht zu befriedigen, auch nicht die Verbeugungen ber anbern. Ich sah ihn eine Weile an, unb einmal trafen sich unsere Blicke. Ich kann mich irren, aber mir schien, er zuckte zusammen. Ich glaube, der Mann fühlt sich bedroht. Mein
General wurde dann auch gleich von seinen Leuten weiterkomplimentiert. Er hat die Begegnung längst vergessen."
Das Wasser rauschte. Vorn schnatterten die Chinesenfrauen. Wenn ein Mann vorüberging, schwiegen sie. Es war sehr heiß. Hans Lorenzen wandte seine großen blauen Augen der Sonne zu, die einmal am Himmel stand unb bas anbere Mal auf bem breiten Fluß zu schwimmen schien. Der Dampfer fuhr schon geraume Zeit. Die Ufer waren zurückgetreten. Man erkannte nichts mehr, keine Einzelheiten ber Küste. Alles war in glitzerndes Licht getaucht, Himmel, Wasser und Erde. Hans Lorenzen blinzelte. Sein Tropenhelm schützte die Augen doch nicht ganz. Oder war es, weil er scharf etwas überlegte? Er sagte recht unerwartet: „Es mag ja Einbildung fein, Kameraden, aber wo Rudolf jetzt erzählt hat, daß ber General auf ihn aufmerksam geworben ist, bilde ich mir ein, man beobachtet uns. Seht euch einmal unauffällig um. Was hat der gelbe Kerl auf dem Oberdeck dauernd zu uns herzuschauen? Nicht erst jetzt und nicht mit Blicken, bie roeiterroanbern, sondern so, als beobachte er uns. Man kennt biefe Blicke."
„Der lange Mensch mit der blauen, verschösse-
Rumpelkammer oder Schatzkammer?
Von Reinhold Braun.
An einem Vormittag konnte ich in das Innere dreier grundverschiedener Besucher schauen. Es geschieht wohl zum Klarwerden über sich selbst, daß einem Menschen nicht von ungefähr Hindernisse in den Weg gestellt werden.
Der Erste war einer von denen, die man rundheraus mit dem Namen „Folterkammer-Menschen" bezeichnen kann. Gibt es nicht Menschen, die in ihrem Inwendigen mancherlei Folterdinge für ihre Mitmenschen bereit haben? Es bedeutet ihnen eine Lust, anderen wehe zu tun. Sie lieben den Hieb im Nebel. Sie kommen meist mit verstellter Gebärde. Ost mit schönen Worten. Jener Mensch suchte allerlei Geistesblitze sprühen zu lassen. Und einer unter ihnen erhellte fein Inneres bis auf den Grund, so daß ich erschrak. Er wird seine Unvorsichtigkeit später sicher bereut haben. Solchen Menschen gegenüber gilt es Selbstschutz, Zugriff, Entlarvung, nicht zuletzt zum Heile anderer.
Und die zweite Art von Menschen? Nennen wir sie die Rumpelkammer-Menschen. Sie sind im allgemeinen harmlos, ja gutmütig, können allerdings zu einer Plage werden. Das geschieht dann, wenn sie uns mit ihrem Jahrmarkt zuzudecken drohen. Sie kommen vom Hundertsten ins Tausendste, sind Fanatiker der Unwesentlichkeit. Sie lieben die Grellheit der Neuigkeiten, es liegt bei ihnen inwendig alles durcheinander. Nichts können sie wirklich in sich verarbeiten. Manchmal staunt man, wie unter dem Gewirr plötzlich eine Kostbarkeit aufleuchtet, um aber im nächsten Augenblick vorn Geröll des Unwesentlichen wieder verdeckt zu werden. Es ist zuweilen allerlei Wert vorhanden, aber er kann nicht wirken, weil das Unwertige ihn in Klammern hält. Da gilt es nun, sich nicht abzuwenden, sondern mit aller Geduld und großem Takte sie zum Wesentlichen zu führen, bei jeder Gelegenheit, sofern sie sich helfen lassen wollen!
Und die dritte Art von Menschen? Nennen wir sie die Schatzkammer-Menschen! Sie wissen am besten, daß man einen langen, dornenvollen Weg gehen muß, bis zum eigenen Klarwerden, bis zur rechten Menschlichkeit. Sie wissen, daß viel Demut gefordert wird, viel Starksein, viel Gutsein, viel Sehnsucht auf Gott und das Ewige zu. Niemals drängen sie sich auf. Aber wenn man sie ruft, sind sie da, zu helfen und zu dienen. Sie suchen nie das Ihre, sondern nur das Heil der anderen und das ihres Volkes. Wo sie erscheinen, geht ein festes, klares Licht von ihnen aus. Ihre Atmosphäre bedeutet Wohltat, Heilung für verzagte Gemüter. Sie sind sparsam mit Wort und Gebärde. Glücklich sind sie, sich zu verschwenden, wenn sie eine Idee als groß erkannten, wenn sie Menschen helfen können, die zu edlen Zielen strebten. Um die Schätze wissen sie, die nicht Motten noch Rost fressen, lieber» all sind sie zu finden; denn ihre Art ist nur gebunden an das Herz und die Klarheit des Geistes.
Kirmes im Dorf.
Unter den verschiedenen Festen nach der Ernte steht die Kirmes an erster Stelle. „Es ist nur einmal Kirmes im Jahr!" heißt es im Volksmund, und darum beginnt man frühzeitig, meist schon einige Wochen vorher, mit der Vorbereitung für das Fest. Haus und Hof werden einer Erneuerung und Säuberung unterzogen. Nebenher läuft das Sparen des Kirmesgekdes, das je nach den Bedürfnissen der einzelnen Altersklassen für verschiedene Vergnügungen bestimmt ist. So sparen die Kinder das Karussellgeld, die jungen Burschen Tanzgeld, die jungen Mädchen aber sorgen für Putz und Kleider.
-Vielleicht riecht es im Hause nach nach Farbe und Kalk, da durchzieht alle Räume schon em würziger Duft von Gebackenem. Denn drei Tage vor dem Fest beginnt in der Küche ein großes Schaffen und Wirken. Die Hausfrau steht am Backofen, bis die verschiedenen Kuchenarten gebacken sind und alle hübsch nebeneinander in Reih und Glied in der Vorratskammer liegen; Zimt-, Bunt-, Käse- und Kranzkuchen, Streusel-, Apfel- und Zwetschenkuchen werden gebacken. Die Kmder aber treiben sich in ihrer freien Zeit auf dem Festplatz
einer, den wir nicht kennen, zählen, wieviel Päckchen wir ins Wasser werfen."
„Immerhin..."
„Immerhin. Ja, da hast du recht. Der Chinese vertraut uns absolut. Das ist eine Ehre. Offenheit gegen Offenheit. Wir werden Herrn Tsai Ta Wang nicht enttäuschen."
Sie waren Deutsche; mit allen Wassern gewaschen, von allen Hunden gehetzt; weit in der Welt herumgekommen. Aber im Kern waren sie Deutsche. Nicht die leiseste Ahnung warnte sie vor Tsai Ta Wangs unfaßlicher Gemeinheit.
Gegen Abend kam der Chinese zurück. Er glänzte von einem strahlenden Lachen. „Bewilligt!" rief er, „glatt bewilligt. Drei Fahrten nach Kanton, und wir belegen für Sie drei bei der Hamburg-Amerika-Linie oder beim Norddeutschen Lloyd zur Ueberfahrt nach Europa."
„Nach Hamburg, alter Freund, sonst sitzen wir in Genua fest!"
„Nach Hamburg, wie Sie es wünschen."
Sie schliefen tief und fest in dieser Nacht, der letzten auf dem Hausboot. Am Morgen weckte sie ihr Wirt sehr zeitig. Er schien die Nacht unterwegs gewesen zu sein. Sein Gesicht war etwas eingefallen und er sah aus, als habe er sich mit Mehl- ftaub gepudert. Drei Pakete legte er auf den Tisch. Jedes war nicht viel größer als eine quadratischgeratene Zigarrenkiste; gleich hoch; gleich lang.
Rudolf Terbrügge hob eines der Pakete auf. „Metall", stellte er fest. „Gutes Gold?"
Tsai Ta Wang verzog das Gesicht. „Pstst!"
„Hier hört uns niemand", wiederholte Rudolf Terbrügge des Chinesen gestrige Beruhigung. Sie lachten. Die Pakete waren innen mit Oelpapier verpackt, es knisterte und schimmerte an manchen Stellen durch die äußere Sackleinenumhüllung. Sie begriffen. Die Pakete blieben ja ein paar Stunden im Wasser.
Jeder nahm ein Paket. Sie hatten nicht schwer zu tragen, eine gleichgroße gefüllte Konservendose wog nicht viel anders. Ihr Gastgeber händigte ihnen die Fahrkarten ein. Sie sahen sie an. „In Ordnung", bestätigte Hans Lorenzen, „Rückfahrkarten". Wir sehen uns also morgen nachmittag hier wieder, Mr. Tsai Ta Wang."
„Gewiß. Sie nehmen in Kanton das Nachtboot." Er zögerte. „Sie haben Glück. Es fährt
Unbekannte Macht
Roman von Sranf z.vrann
Der Chinese sagte: „Vielleicht werden Sie, wenn Sie gemerkt haben, wie leicht alles geht, bie Reise noch ^einige Male machen.finb oie! halb in der Lage, Passage nach Europa belegen zu fon- n%X iOgSenü8fr,turn®,a^n5 ' L°r°nz°n -achte. „Für drei solche Reisen nach KaNwn drei Wtat- ten nach Hamburg, wie wäre es, Mr. -L|ai -La ^D^r Chinese versank in SsNsien Wir mußten Golddollar schicken, damit es sich loh«,
„Was Sie uns mitgeben, soll uns Zie.cy |em. Wir handeln nach Aren Instruktwnen
„Lassen Sie mir Zeit" bat der ,,M)
muß noch eine andere Per °n D-r
weiß rusällig, daß auch nacht-- em Damp,er oen 91^^TaU&ng"I,«r.einte ;6Uumüneng morgen KmMn 'Er sah K^euwn^an. „Wegen der Boote, die m a Leute merken platz liegen und Bescheid wmo Waller fallen "
SteUe n,0 die PU- «mHBaflet faUen.^ „Verstehe. Alles gut. jüsij i morfd)laae brin-
7ar «TeUamms.il geworden.
dolf Terbrügge aus; „wäre es
beinahe unfaßlich ist!" j. . un5 wirklich gut "Der General We.schch t mid) an Tsai Ta empfohlen zu haben. Ich ^„mben so blinblings Wangs Stelle sehrhu , ein Vermögen
Zu vertrauen. Er scheint us nun bamit burd)s mitgeben zu wollen. Wenn -
brennen!" . ' r sind an Bord nicht
„Glaubst du denn wirklich' ' @be^0 mirb
überwacht? Das ist doch <3 ’
lung werden fortlaufend
durch Polizeibeamte unb Amtsträger bes Reichs-
herum und verfolgen den Aufbau der kleinen Buden- und Zeltstabt.
In manchen Gegenden wird die Kirmes durch Pflanzen eines Kirmesbaumes bereits am Samstag eröffnet; meist geschieht die Eröffnung aber erst am Sonntagnachmittag, nachdem am Vormittag feierlicher Gottesbienst war. Die jungen Burschen unb Mäbchen ziehen unter bem Geschmetter ber Musikkapelle burch bas Dorf; ber Kirmeskranz wirb vorangetragen und unter passenden Ansprachen am Hauptwirtshaus des Dorfes aufgehängt, wobei in Weingegenden vor allem ein guter Umtrunk nicht fehlt.
Die Kirmes ist auch ein Familienfest, und es gehört sich, daß man die Verwandtschaft, einschließlich der Stadtleute, einläbt. Einige von ihnen sind bereits zum Mittagessen erschienen, andere kommen erst zum Kaffee. Nack bem Kaffee geht man zum Kirmesplatz; Karussell unb Schiffsschaukel finb besetzt von großen und kleinen Kindern. Die jungen Burschen stehen an der Schießbude und zeigen ihre Kunst, unb nachher geht's mit den Mäbchen zum Tanz. Der bauert bis spät in die Nacht, ja bis zum Morgen, und wird nur durch ein gutes Abendessen und einen guten Trunk zwischendurch unterbrochen. Vielleicht graut schon der Morgen, vielleicht hängen schon die ersten herbstlichen Morgennebel über der Landschaft, wenn die letzten Paare heimwärts ziehen, nachdem die müden Musikanten ihre Instrumente eingepackt haben.
Am Montagvormittag werden in Haus und Hof nur die notwendigsten Arbeiten getan; am Nachmittag entwickelt sich auf bem Kirmesplatz fröhliches Leben unb Treiben. Aus ben Schießstänben knallt es; heiser quietschen bie halbverstimmten Orgeln bes Karussells unb der Schiffsschaukel. Der billige Jakob preist seine Sachen an unb senkt ruckweise bie Preise, baß bie Kinber Munb und Augen aufsperren, weil alles „fast verschenkt" werben soll. Von bem nahen Gasthause her bringt bas Geschmetter ber Musikkapelle, denn roieber ist Tanz unb nun gehen auch die Alten auf den Tanzboden.
Am Dienstag ist ber Betrieb schon ruhig geworben. In manchen Gegenben wird bereits an
Die Polizeidirektion Gie- ßen teilt uns folgendes mit:
Wie bereits mitgeteilt, findet am Mittwoch, 9. September, in der Zeit von 21 bis 22 Uhr eine Verdunkelung in dem auf dem nebenstehenden Plan, näher bezeichneten Stadtgebiet statt. Es werden nur diejenigen Sra - ßen verdunkelt, in denen auf dem Plan Kreise (rote Lampen darstellend) eingezeichnet sind. Wir fordern die Bevölkerung nochmals auf, bis zum Mittwoch alle
Vorbereitungsarbeiten durchzuführen, damit eine einwandfreie Verdunkelung gewährleistet mirb. Als geeignetes Verbunke- lungsmaterial hat sich bei ben früheren Versuchen bas in ben Papierhanb- lungen erhältliche Ver- bunfelungspapier sehr gut bewährt.
Währenb ber Verbunke-
Omnibusfatjrf in den Vogelsberg.
Am Sonntaa, 13. (September, finbet eine Fahrt in ben Vogelsberg von Klein-Linben über Gießen, Grünberg, Mücke, Alsfelb, Lauterbach, Hoherobs- kopf, Bab Salzhausen statt. Der Fahrpreis beträgt einschließlich Mittagessen 5,30 Mark. Die Teilnehmer können in Klein-Linben unb Gießen einsteigen. Melbeschluh 7. September.
diesem Tage, in anderen erst am Mittwoch — je nach Temperament — die Kirmes begraben. Die jungen Burschen nehmen ben Kirmeskranz ab unb ziehen mit ihm vor das Dorf, wo eine Flasche Wein in den Boden vergraben wird.
Am Sonntag darauf ist Nachkirmes. Auch die Musikanten spielen noch einmal zum Tanze auf. Wenn aber der Tag graut, ist das Fest aus, und es währt ein ganzes Jahr, bis bie Kirmes roieber „ausgegraben" unb im Triumph in bas Dorf gebracht wirb. H. V.
Dornoiizen.
Tageskalender für Samstag.
NS.-Lehrerbunb Gießen-Land: 15 Uhr Familienfeier in der Bergfchenke, Gießen. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Eskapade — Seine offizielle Frau". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Stunde der Versuchung". — Artillerieverein: 20.30 Uhr Kame- radschaftsabend im „Hessischen Hof". — Verein ehern. 116er Gießen: 20.30 Uhr Kameradschaftsabend im Gasthaus „Zum Andres".
Tageskalender für Sonntag.
NSG. „Kraft durch Freude": 20 Uhr Gastspiel von Willy Reichert in der Volkshalle. — Gloria- Palast, Seltersroeg: „Eskapade — Seine offizielle Frau". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Stunde der Versuchung".
Beltachini kommt.
Der von früheren Gastspielen in Gießen bekannte Experimentalkünstler B e 11 a ch i n i kündigt in unserem heutigen Anzeigenteil ein Gastspiel am kommenden Dienstagabend im Cafe Leib an. Auf die Anzeige sei besonders hingeroiesen.
Die Fahrt der Gietzener Arbeitsdienstmänner »ach Nürnberg.
Am kommenden Montagvormittag, 7. Sept., aegen 9 Uhr werden die Arbeitsdienftmänner des Arbeitsdienstlagers „Justus von Liebig" in Gießen vom Gießener Bahnhof aus die Fahrt zum Reichsparteitag antreten. Die Arbeitsdienstkameraben, bie unter ber Führung ihres Dberfelbmeifters Lösch fahren, marschieren in geschlossener Abteilung vom Lager am Philosophenwalb aus burch das Eich- | gärtengebiet, dann an der Persil-Uhr vorbei über
/fC 1 -'3000.


