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Das Jahr -er Blumen.

Oie Pflanzenwelt im November.

Es ist Herbst welch große Fülle von Ge­danken und Stimmungen weckt dieser kurze Satz. Herbst im Walde... die prächtige Farbenwelt des herbstlichen Laubes, helle Sonne, blaue Fernsichten, ziehende Wolken Nooembertage, graues, trübes Wetter, Regen und Wind, feuchte Nebel, leichte Morgenfröste Novemberstürme.

Schöner als je deucht uns die Natur im bunten Herbstwald. Seit Wochen leuchtet der Wald in seinem wechselnden farbigen Schmuck. Langsam fing es an, an einzelnen höheren Lagen verfärbten sich die obersten Wipfel des Waldes zu hellem Gelb. Nach und nach weicht das Grün des Som­merlaubs, in den letzten Oktoberwochen erst ent­steht die große Pracht der Lauboerfärbung in vollem Umfang. Goldgrün, gelb und goldbraun schimmern die Knonen der großen Buchen, braun, braunrot bis zum brennenden Rot verbrämt das lockere Laubwerk der alten Eichen, das knorrige Geäst, heller, gelblichgrün stehen die jungen Eichen­bäumchen davor, blutrot sieht der junge Ahorn aus und flammend gelb der alte, dazwischen das dunkle Grün des ernsten Fichtenwaldes, dort drüben braunrote Hainbuchen, fahlgelbe Weiden. Tiefrot leuchtet der wilde Wein, und gelblichgrün glänzen die Lärchen. Wie ein flimmerndes Gespinst weht das schüttere Laub der schlanken Birken und der zierlichen Espen goldgelb oder in hellem Blaßgelb vor dem farbensatten, dunklen Hintergrund des Herbstwaldes.

So war es schon Mitte Oktober, und zu Anfang des Monats November wird es auch noch so sein. Gewiß haben viele Bäume schon viel Laub ver­loren und manche Arten stehen schon früh blattlos da, beginnt doch der Laubfall eigentlich schon am 21. Juni mit der Sommersonnenwende. Mit dem sinkenden Licht sinkt der Bedarf des Baumes an arbeitenden Blättern, und so läßt er das erste Blatt freiwillig fallen, aus dem innersten, dunkel­sten Teil der Krone. Tag für Tag rieselt dann eines herab, aber erst im Oktober setzt der Laub­fall merklich ein. Oft sieht man, wie auf einmal gleichzeitig an einem frostigen Morgen ganze Scharen von welken Blättern an Kastanien und Platanen oder die noch grünen an Eschen zu Boden regnen. Im Ablauf weniger Augenblicke wird so aus einer herrlich verfärbten Krone ein kahler, leerer Baum, plötzlich strecken ganze Alleen nur noch leere Aeste in den Wind. Aber nicht immer beendet so schlagartig ein Morgenfrost oder ein heftiger Regen den lange vorbereiteten Blattab­wurf. Lange stehen viele noch im bunten Laub, und erst die mächtigen Novemberstürme reißen das letzte Blatt vom Geäst.

Daß Erlen und Eschen ihre grünen Blätter fallen lassen, haben wir früher schon erwähnt; umgekehrt halten andere Arten wieder hartnäckig am; rot­braunen, trockenen Laub fest, so die Rotbuche und vor allem die Eichen, selbst die eisigsten Winter­stürme überdauern sie, und erst kurz vorm Auf­

brechen der jungen Knospen im Mai lassen die Eichen die alten Blätter fallen. Lange grün bleiben vor allem die Baumbüsche, besonders Linden, Eichen und Buchen und auch die Ahorne, viele Sträucher sehen ihren Ehrgeiz gleichsam darin, arün zu bleiben, bis der Frost das Blattwerk schwärzt und knickt, wie zum Beispiel der Hollunder und die Brombeere.

Mit dem Anfang des November setzt der Laub­fall heftig ein, merkwürdigerweise aber doch weit­gehend unabhängig vom zufälligen Wetter, es ist dann einfachan der Zeit", und bis Mitte No­vember stehen die Laubbäume mit kahlen Aesten und Zweigen vor dem grauen Himmel. Aber da­mit ist es noch lange nicht kahl und leer und tot draußen in der Welt.

Die stärkste Anziehung auf unser suchendes Auge übt zwar das bunte Laub aus, und im Feld ist es auf den ersten Blick wirklich leer und eintönig, über die Aecker geht der Pflug, und die Herbst­bestellung wird bald beendet, aber überall finden wir noch Blumen. So erstaunlich es wohl manchem klingen mag, man kann im November oft noch 30 und mehr blühende Pflanzenarten auf einem Spaziergang finden.

Im Oktober sagten wir schon einiges über die abgehärteten Lang- und Jmmerblüher, aber nicht nur solche harren noch aus, sondern es gibt tatsäch­lich noch neue, frisch entfaltete Blüten. Man denkt zuerst wohl an die C h r i st r o s e (Helleborus niger), die ja oft schon im Oktober in unseren Gärten ihre großen, weißen Blumenblätter entfaltet. Aber die Heimat der wilden Pflanze sind die Bergwälder Süddeutschlands, und da blüht sie regelmäßig erst im Dezember auf, deshalb wollen wir sie uns auch bis dahin aufsparen.

Inmitten der reichen Blütenfülle der frühherbst­lichen Gärten, neben den vielen Arten von Dahlien, Georginen, Astern und Herbstastern und Chrysan­themen standen bisher üppige Stauden ohne Blüten, aber mit großen, gelblich-grünen Knospen die W in­te r a st e r n (Aster laevigatus), die letzt um die Novemberwende ihre vielen, weißen Blüten entfal­ten, ungeachtet der vorgeschrittenen Jahreszeit. Auch in den Gärten und im Freien auf Wiesen und in lichten Wäldern leuchten jetzt die frischen, weißen Blüten der Winter-Chrysantheme, der großen Maßliebe (Chrysanthemum leucanthe- mum).

Aber noch überall treffen wir alte Bekannte vom Sommer und Frühherbst wieder, besonders an Wald­wegen, Buschhecken, Feld- und Wiesenwegen, aber auch auf Wiesen und in den Ackerfurchen. So, um nur einige zu nennen, die Schafgarbe, das un­verwüstliche Gänseblümchen und das schon seit Februar unermüdlich blühende Gemeine Kreuz­kraut, weiter das Stiefmütterchen mit seinen vielen Farbunterschieden, die gelbdoldige Fenchel (Foenicum vulgare) und der Knob­lauch (Allium sativum) auf Aeckern, Feldern und

Brachen. Dort und auf sandigen Waldstellen stehen noch die hellpurpurnen Blütenstände des Feld- q u e n d e l s oder Wilden Thymians (Thy­mus serpyllum) und an Wegrändern, auf Abhängen und ähnlichen Stellen der Gamanderquendel (Thymus chamaedrys). Auf bebautem Boden, an Wegen und auf Schutt blüht fast das ganze Jahr die Bogelmiere (Stellaria media). Am Wasser hält der gelbe Gifthahnenfuß (Ranunculus sceleratus) noch lange aus.

Im Walde, vor allem an seinen Rändern und im Gebüsch leuchten die violetten Blütentrauben der Z a u n w i ck e (Vicia sepium) und die auch violetten oder roten allbekannten Blüten des Stinkenden Storchschnabels, des Ruprechtskrau- t e s (Geranium robertianum) mit feinem unange­nehm riechenden roten Stengel.

Abet noch viele andere werden wir sehen, nur ist es nicht gut möglich, ein allgemein gültiges Ende der Blütezeiten zu nennen, wie es für den Beginn des Blühens ja genau festgestellt ist. Im Oktober blühten noch häufig und werden noch einige Zeit ausharren: die Veilchen, das Löwenmaul, die Habichtskräuter, der Ackersenf, der Gundermann, die Glockenblumen, die Herbstform der Ri n g e l b l u m e, die Wolfs­milch, die auch neue Knospen treibt, die rote Flockenblume und der gelbe Steinklee. Springkraut und Augentrost verlieren zwar schon ihre Blätter, halten aber die Blüten noch lange fest. Und noch mehr in bunter Fülle Kohl- und Kratzdistel, Ranunkeln, Erdbeeren, die Zieste, die Fingerkräu­ter und Kleearten, das Tausendschön­chen, das Labkraut, die Grundfeste und die verschiedenen Glockenblumen.

Manche, von denen man es kaum erwartet, über­dauern noch die ersten Fröste, wie der R o t e K l e e , die Purpurne Taubnessel, die Licht­nelke, Margueriten, Stiefmütterchen, der Wiesenbocksbart und manche andere. So­gar R o s e n in mannigfaltigen Farben erinnern an warme Sommertage, während die Da h l i e n schon lange verwelkt sind, und die Bäume kahles Astwerk tragen.

Sa reich und unerschöpflich ist die Kraft der Natur noch jetzt, in der Zeit der sinkenden Sonne. Kurze, trübe Regentage mit heftigen Stürmen und kalten Nächten stehen bevor, und noch immer blühen so viele Pflanzen, viele alte Freunde, manche, die man im Sommer ganz übersah vor der großen Fülle, viele mit durch Wind und Wetter zerzausten und verblaßten Blütenköpfen, manche immer wieder mit frischen Farben.

Es gibt viel zu sehen auch im November noch, wenn das letzte Blatt der bunten Herbstpracht vom Baume wehte. Gewiß ist der einsame Herbstwald das schönste und erhabenste, aber wir wollen nicht nur das Große schauen, sondern auch das Kleine sehen. Denn wer auch die Einzelheiten beachtet, schaut tiefer, erlebt mehr und empfindet größere Freude.

Walther Neurath.

Kreisfilmstelle.

Von der Gau-Filmstelle Hessen-Nassau wird der Groß-Tonfilm

Grüß mir die Core noch einmal

im Kreise We11erau an folgenden Terminen vorgeführt:

Dienstag, 3. November, in Allendorf a. d. Lda.

Mittwoch, 4. November, in Reiskirchen.

Donnerstag, 5. November, in Steinbach.

Freitag, 6. November, in Klein-Linden.

Samstag, 7. November, in Heuchelheim.

Sonntag, 8. November, in Großen-Bufeck.

Dienstag, 10. November, in Watzenborn-Steinberg.

Mittwoch, 11. November, in Großen-Linden.

Donnerstag, 12. November, in Lang-Göns.

Freitag, 13. November, in Gambach.

Samstag, 14. November, in Münzenberg.

Sonntag, 15. November, in Rockenberg.

Montag, 16. November, in Dorheim.

Dienstag, 17. November, in Assenheim.

Donnerstag, 19. November, in Nieder-Wöllstadt.

Freitag, 20. November, in Ober-Erlenbach.

Seit Jahren klingt das Lied aus Millionen Kehlen. Kaum ein anderes Lied hat fo schnell seinen Weg durch alle deutschen Gaue genommen. Seine Poesie zieht sich durch den ganzen Film, der mit seinem ländlichen Stoff und feiner urwüchsigen Fröhlichkeit alle Besucher in feinen Bann zieht.

Vorverkauf der Eintrittskarten findet jeweils durch die Ortsgruppen statt.

Sochschulnachrichten.

Der frühere langjährige Vertreter des römischen und deutschen bürgerlichen Rechts an der Universität Heidelberg, Geheimrat Professor Dr. jur., Dr. med. h. c. Friedrich Endemann ist, 79 Jahre alt, gestorben. In Fulda geboren, habilitierte er sich 1886 an der Universität Königsberg und kam 1904 als ordentlicher Professor von Halle nach Heidelberg, wo er bis zu seinem liebertritt in den Ruhestand im Jahre 1924 wirkte. 1917/18 bekleidete Geheim» rat Endemann das Rektorat der Universität. Der Verstorbene, der Ehrenmitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und Ehrendoktor der Heidelberger Medizinischen Fakultät war, ist beson­ders bekannt geworden durch sein fünfbändiges Lehrbuch des deutschen Bürgerlichen Rechts, das, in vielen Auflagen erschienen, zu einer grundlegenden Arbeit für das Rechtsstudium wurde.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 36: 9650. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 M mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags

15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

aus vollem, blühendem Leben, im Alter von 30 Jahren, jäh genommen.

Gießen, Dortmund, den 3. November 1936.

7009 D

Gießen (AUcenstraße 26 p), den 3. November 1936.

6999 D

Gießen, Wetzlar, den 3. November 1936,

05099

Am 1. November 1936 wurde uns durch einen Flugzeugunfall unser einziger, innigstgeliebter Sohn. Bruder, Schwager, Onkel, Neffe u Vetter

Um stilles Beileid bitten:

Franz Reinschmidt Henriette Flöring Wwe,

Für die vielen Beweise inniger Teilnahme beim Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir allen, besonders den Schwestern des Evang. Schwesternhauses für ihre liebevolle Pflege und dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte unseren herzlichsten Dank.

Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 5. Nov., nachmittags 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt

Montag mittag 1V, Uhr erlöste Gott der Herr meine innigst ge­liebte Gattin, meine liebe Tochter

Herr Dr. med. Adolph Lyncker

Assistenzarzt am städt Krankenhaus in Delitzsch

In tiefer Trauer:

Adolph Lyncker und Frau

Elisabeth Woenckhaus, geb. Lyncker

Professor Woenckhaus und 4 Kinder

Die Beisetzung findet in aller Stäle statt Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Familie Fritz Klinkei

Familie Ludwig Kronenberg.

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geb. Flöring

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