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Streik betroffen, darunter Arbeiter in den Indu­striezweigen, deren Betrieb zum großen Teil von der Schiffahrt abhängig ist. Der Streik in Neu- york wird von der internationalen Seemannsge­werkschaft nicht gebilligt. Diese versucht, den Atlantikdienst aufrechtzuerhalten, und er­klärt, sie werde ihre Leute mit allen Mitteln gegen kommunistische Gruppen schützen, die mit Zwangs­maßnahmen drohen.

Vettiebsappelleamy. November.

Das schaffende Deutschland gedenkt der Toten vom 9. November 1923.

NSG. Am 9. November jährt sich wieder der Tag, an dem die erste nationalsoziali- stische Erhebung in München das Signal gab zum Kampf in Deutschland. Am 9. November jährt sich der Tag, an dem die Bewegung ihre er st en Toten verlor. Das Opfer der Gefallenen der Feldherrnhalle ist nicht umsonst ge­wesen. Aus ihrem Sterben hat die Nation die Kraft gewonnen, die Zeit des Niederganges zu überwin­den und zu kämpfen für einen neuen Aufstieg un­seres Volkes Der deutsche Arbeiter weiß das Opfer dieser Helden der Bewegung zu würdigen. Er weiß, daß sie es waren, die durch ihr Sterben das Fundament legten zum Dritten Reich. Am 9. No­vember 1936 wird deshalb das gesamte schaf­fende Deutschland ger Toten vor der Feld­herrnhalle gedenken. In allen Betrieben werden sich Betriebsführer und Gefolgschaft zu einem Betriebsappell vereinigen. Im Mittel­punkt dieses Appells steht das Gedenken an die Toten der Bewegung und die Würdigung des Wer­kes unseres Führers. Die Schlußworte des Führers auf dem Hitler-Prozeß 1924 werden dabei verlesen; Worte, die prophetisch den Kampf um den Sieg der nationalsozialistischen Bewegung ausgezeichnet haben. So werden die Schaffenden unseres Volkes ihren Dank abstatten an die Männer, die ein neues und freies Reich schufen. Die NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude" hat zu Ehren dieses Tages ihr Monatsheft dem 9. November gewidmet. In ihm sind die Richtlinien für die Betriebsappelle ent­halten. Das Schlußwort des Führers beim Prozeß 1924 leitet das Heft ein.

Zum Tode des Treuhänders Schwarz. Ein Nachruf der Deutschen Arbeitsfront.

Frankfurt a. M., 3. Nov. (NSG.) Der Gau­obmann der Deutschen Arbeitsfront, Willi Becker, hat folgenden Nachruf erlassen:

Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschafts­gebiet Hessen, SS., - Standartenführer Schwarz, fiel tinem schweren Unglücksfall zum Opfer. Die Deutsche Arbeitsfront, Gau Hessen- Nassau, hat mit ihm ihren besten Freund verloren. Der Verlust, der uns getroffen hat, ist so schwer, daß wir ihn noch kaum ermessen können. Die Deutsche Arbeitsfront steht erschüttert an der Bahre dieses Mannes, der im Rhein-Main - Gebiet Kamerad und Führer zum Wirtschafts- frieden war. Franz Josef Schwarz, der seit dem 1. Juli 1934 Treuhänder der Arbeit in unserem Ge­biet war, war einer von denen, deren offener und grundehrlicher Charakter sich allseits größter Be­liebtheit erfreute. Dem Arbeiter war er ein wah­rer Treuhänder und uns ein ehrlicher Kamerad. Die Deutsche Arbeisfront wird dich, Franz Josef Schwarz, nie vergessen. Mit der Ge­schichte des Wirtschaftsgebietes Hessen wird dein Name immer verbunden sein.

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Im Namen der Motorgruppe Hessen des NSKK. erläßt Brigadeführer Richard Prinz von Hessen folgenden Nachruf:Die Nachricht vom Tode des SS.-Standartenführers Schwarz

Feierliche Parlamentseröffnung in England.

Oie Grundlinien der britischen Außenpolitik.

London, 3. Nov. (DNB.) König Eduard VIII. uhr am Dienstag trotz strömenden Regens ohne das feit zwei Generationen geübte Zeremoniell im Auto zum Oberhaus, um die erste Parla­mentseröffnung feiner Regierungszeit vor­zunehmen. Die Eröffnung erfolgte in dem bei dieser Gelegenheit üblichen, prunkvollen Rahmen. Außer den Lords und den weiblichen Oberhausmit­gliedern in ihren pelzverbrämten Roben und prächtigen Kleidern war das gesamte diplomatische Korps, darunter auch der deutsche Botschafter von Ri b b e n t r o p, anwesend. Der König trug un­ter seinem purpurfarbenen und goldverzierten Samtmantel die Admiralsuniform. Da der König noch ungekrönt ist, trug er während der Zeremonie nicht die Krone, sondern den Admiralshut. Als er in feierlicher Prozession das Oberhaus betrat, wur­den die Reichskrone, das Staatszepter und der Reichsapfel vor ihm hergetragen. Da König Eduard unverheiratet ist, stand zum ersten Male seit langer Zeit nur ein einziger Thronsessel auf der Empore. Nachdem derschwarze Herold" die Unter­hausmitglieder und die nicht dem Oberhaus angehörenden Minister herbeigerufen hatte, verlas der König zunächst das prote st antische Glaubensbekenntnis und verpflichtete sich, nachdem er eine purpurfarbene Bibel geküßt hatte, die Gebote einzuhalten, die die protestantische Thronfolge erfordern. Hierauf verlas der König

die Thronrede.

Sie beginnt mit der Feststellung, die Politik der britischen Regierung stütze sich auch weiterhin auf die Mitgliedschaft Englands beim Völ­kerbund. Die Regierung habe in Genf bereits Vorschläge eingereicht, die ein besseres Funk­tionieren und eine Stärkung der Autorität des Völkerbundes bezwecken. Die Regierung werde auch weiterhin alles tun, um die Befriedung Euro- pas zu fördern. Mit diesem Ziel vor Augen werde ie auf ihren Bemühungen bestehen bleiben, eine Zusammenkunft der fünf Staaten, die Unterzeich­ner des Loocarnovertrages waren, zustandezu- bringen.

Er vertraue darauf, so fuhr der König fort, daß der Vertrag zur Begrenzung der Flot­te n r ü ft u n g e n , der von Amerika, Frankreich und dem Britischen Reich unterzeichnet worden sei, die Grundlage einer internationalen Abmachung bilden werde, an der sich alle Flottenmächte be­teiligen würden. Mit Sorge habe die britische Re­gierung die politische Lage im Fernen Osten verfolgt. Er hoffe, daß die jetzt zwischen China und Japan eingeleiteten Verhandlungen zu einer friedlichen Lösung führen würden. Der König gab der Erwartung Ausdruck, daß der mit Aegypten abgeschlossene Bündnisvertrag noch vor Ende des Jahres ratifiziert werden würde. Er hoffe, daß sich dieser Vertrag als ein Mittel loyaler Zusammenarbeit zwischen den beiden Völkern er­weisen würde, deren Schicksale durch gemeinsame Ziele und Interessen untrennbar mitein­ander verbanden seien.

Im kommenden Mai werde in London eine Reichskonferenz stattfinden, die Gelegenheit zur Aussprache zwischen den Vertretern der Re­gierungen des Empire biete. Er hoffe, nach Be­endigung der Krönungsfeiern Indien zu be­suchen und dort den Fürsten und Völkern Indiens auf die gleiche Weise die Thronfolge kundzutun, wie es sein Vater getan habe. Tiefes Bedauern drückte der König über die blutigen Unruhen in Palästina aus. Er begrüßte die Wendung zum Besseren. Die königliche Untersuchungskom­

mission werde noch in dieser Woche England ver­lassen.

Die britische Aufrüstung werde mit äußerster Tatkraft vorwärtsgetrie­ben. Die Regierung sei überzeugt, daß Maßnah­men ebenso zur Verteidigung des Reiches wie um der internationalen Verpflichtungen Englands wil­len erforderlich seien. Sie werde iedoch darüber hinaus keine Gelegenheit vorübergehen lassen zur Begrenzung der Rüstungsausgaben, die einer Besse­rung der internationalen Beziehungen naturgemäß folgen würde. Der letzte Teil der Rede war aus­schließlich innerpolitischen Angelegenheiten ge­widmet. Die Regierung sei zu der Erkenntnis gekom­men, daß die bestehenden Gesetze zur Aufrecht­erhaltung von Ruhe und Ordnung ab­änderungsbedürftig seien. Dem Parlament werde daher ein Gesetz vorgelegt, das die bestehende Rechts­ordnung sichere, ohne der Rede- und Versamm­lungsfreiheit Abbruch zu tun.

DieWreßdebatte

Nach kurzer Vertagung trat das Unterhaus wieder zusammen, um die Dankadresse an den König entgegenzunehmen. Sie wurde zum ersten Male von einer Frau, nämlich der konservativen Abgeordneten Miß Horsbrugh, ein­gebracht. Die Abgeordnete gab ihrer Befriedigung darüber Ausdruck, daß die englische Regierung den Völkerbund stärken wolle. Das englische Volk danke der Regierung, daß sie es vor kriegerischen Ver­wicklungen bewahrt habe» Es wolle in Zukunft nicht mehr darunter leiden, daß feine Streitkräfte nicht genügend stark gerüstet seien. England müsse stark sein. Der nationale Labour-Abgeordnete Harold Nicholson erklärte: Das deutsche Volk habe den Engländern in den letzten Monaten ein Maß der Sympathie und Freundschaft gezeigt, das jeden ermutigen müsse, der eine Vereinbarung zwi­schen dem deutschen und dem englischen Volk zu freundschaftlichen und gleichen Bedingungen wünsche. Das englische Volk sei sich in drei Dingen einig,

nämlich, daß es keinen Krieg und keine Diktatur wünsche, und daß es das nicht verlieren wolle, was es jetzt besitze. Er begrüße die Versicherung, daß sich die englische Außenpolitik nicht auf Bündnisse stützen werde, die sich gegen einzelne Mächtegruppen richten wurden, sondern auf frei ausgehandelten regio­nalen Abmachungen.

Der Oppositionsführer Attlee erklärte, die Thronrede sei über die Arbeitslosigkeit und Unter­ernährung hinweggegangen, obwohl es in England zur Zeit 1,5 Millionen Arbeitslose und 4,5MillionenunterernährteMenschen gebe. Attlee begrüßte die angekündigte Gesetzgebung über politische Kundgebungen und meinte, die Re­gierung trage einen Teil der Verantwortung für die Verschlechterung der internationalen Lage.

Ministerpräsident Baldwin

kündigte u. a. an, daß am Donnerstag eine allge­meine außenpolitische Aussprache stattfinden werde. Baldwin wies auf den zunehmenden Ueberschuß derEinfuhrüberdieAusfuhr hin, betonte aber, daß die Erzeugung ebenso wie der Kleinhandel eine Besserung aufweise. Eine wirklich wesentliche Besserung des Überseehandels werde nur dann ein» treten, wenn die internationale Lage dies zulasse. Der Ausfuhrhandel sei ein internationaler Handel, an dem alle Länder teilhaben müßten. Die Bemühungen im Interesse des Friedens müßten fortgesetzt werden in der Hoffnung, daß die Klugheit schließlich die Oberhand behalten werde. Zur Aende- rung des Gesetzes über die öffe n t li ch e Ord« nung erklärte Baldwin, die Stabilität des Regie­rungswesens, so wie England es kenne, hänge von der Freiheit der Kritik ab, aber die Freiheit ihrer­seits sei von der Toleranz abhängig, die gegen­seitig sein müsse. Alle britischen Bürger ohne Unterschied seien berechtigt, ohne Furcht vor Ge­walttätigkeiten ober Einschränkungen ihrem Beruf nachzugehen. Die Regierung werde auch nicht einen Augenblick lang die Einschüchterung irgendwelcher Gruppen dulden.

ff

Lord Halifax im Oberhaus.

Im Oberhaus erklärte Lord S n e l l (ßabour Party), daß die Lage im Fernen Osten un­gewöhnlich unbefriedigend sei. Es gehe nicht an, daß man einfach China und Japan sich selbst überlasse. Lord Halifax, der Lordsiegel­bewahrer, betonte, daß die Regierung stärksten An­teil an den Vorgängen im Fernen Osten nehme und wandte sich dann schart gegen das Gerede von einem kommenden Kriege. Ein sol­ches Gerede sei ebenso gefährlich wie un­erwünscht. Es sei zuzugeben, daß die interna­tionale Lage schwierig sei, aber sie sei keines­wegs verzweifelt.

Tlad) englischer Ansicht habe es niemals irgend- welche englisch-italienischen Mei­nungsverschiedenheiten gegeben. Die Schwierigkeiten, die sich ergeben hätten, rühr­ten allgemein daher, daß Großbritannien ver­sucht habe, loyal seine internationalen Verpflichtungen zu erfüllen. England sei jederzeit bereit, die volle Freund-

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schäft mit Italien wieder aufzunehmen, die traditionell zwischen beiden Ländern bestehe. Er sehe keinen Grund, warum nicht eine volle Verständigung erzielt werden könne, wenn es über gewisse Gegenstände Mißverständnisse ge­geben habe. Sowohl England als auch Italien hätten Interessen im Mittelmeer. Es bringe kei­nen Ruhen, wenn darüber gestritten werde, wessen Interessen wichtiger seien, weil man darüber endlos streiten könnte. Die Geschichte beider Länder zeige, daß die Interessen nicht auseinandergingen, sondern sich ergänz­ten. Das größte gemeinsame Interesse beider Länder bestehe in der Erhaltung des Friedens.

Der Fehlschlag des Völkerbundes habe be­wiesen, daß die Methoden der Anwendung der Dölkerdundssatzung eine Revision erforderten, damit die Satzung den Tatsachen ent­spreche, Tatsachen, die außerordentlich verschie­den seien von denen, die die Schöpfer der Satzung vorausgesehen hätten. Es gebe keinen Widerspruch zwischen einer Völkerbundspolitik und einer Poli­tik der Aufrüstun g.

Eine erste Antwort an Mffolini

Oie Mittelmeerintereffen beider Länder ergänzen sich.

erfüllt die Männer des NSKK. im Gau Hessen- Nassau mit ernster Trauer. Schon im Jahre 1931 gehörte er dem damaligen NS.-Automobilkorps füh­rend an. Als mannhafter Kämpfer und echter Na­tionalsozialist galt er bei den Männern des Kraft­fahrkorps als Vorbild eines Führers. In ihren Herzen wird fein Andenken unvergessen wei­terleben."

Oie Ueberfiihrung nach Frankfurt a. M.

LPD. Frankfurt a. M., 3. Nov. Am Diens­tag fand die Ueberführung der Leiche des auf so tragische Weise verunglückten Treuhänders der Ar­beit SS.-Standartenführers Schwarz von Gotha nach Frankfurt a. M. statt. Dor den Toren der Stadt übernahmen Partei und Behörden das Ehren­geleite. In Vertretung des Gauleiters und Reichs- ftatthalters Sprenger schritt der stellvertretende Gau­leiter Staatsrat Reiner neben Kreisleiter Ober­bürgermeister Dr. Krebs und Gauamtsleiter G. W. Müller. Weiter folgten u a. Gruppenführer Beckerle, SS.-Oberführer Ludwig, Brigade­führer Prinz Richard von Hessen, Landes­obmann Becker, Landesbauernführer SS.-Stan­dartenführer Dr. Wagner, SS.-Sturmbannfüh- rer Morreth. der Führer der 2. SS.-Stan­darte. Hinter dem Sarg, der von acht SS.-Führern mit Fackeln eskortiert war, folgte ein Ehrensturm der 2. SS.-Standarte, geführt von dem früheren Adjutanten des Standartenführers Schwarz. Die HI., die Werkscharen der DAF., das NSKK., die SA. und die SS. des Standortes Frankfurt a. M. bildeten ein Fackelspalier vom Ostbahnhof bis zur SS.-Unterkunft in der Bockenheimer Landstraße, wo unter einer von vier SS.-Führern gestellten Ehrenwache bis zu seiner Beisetzung am Freitag der Sarg öffentlich aufgebahrt wird. Eine dichte Menschenmenge entbot ihrem Freund und Helfer den letzten Gruß. In der SS.-Unterkunft, wo Frau Schwarz und Frau Sprenger den Toten erwarte­ten, ließ Gauleiter Sprenger an dem mit der Hakenkreuzflagge geschmückten Sarg einen Kranz niederlegen. Staatsrat Reiner gab der tiefen Trauer und auch der menschlichen Liebe für den Entschlafenen Ausdruck:Parteigenosse Schwarz ist noch lebendig in unseren Reihen. Wir werden sein Andenken in Ehren halten".

Am Grabe der Eltern des Führers.

Wien, 4. Nov. (DNB.) An den beiden Toten­gedenktagen am Sonntag und Montag haben zahl­reiche Volksgenossen in rührender Weise auch der Eltern des Führers und Reichskanz- l ers gedacht. Ihr Grab auf dem kleinen von uralten Cyprefsen und Ulmen beschatteten Friedhoi von Leonding bei Linz, bei dem die Mit­glieder des Bundes der Reichsdeutschen drei Tage lang Totenwache hielten, war in einen wahren Blumenhügel verwandelt worden. Schon am Samstag traf ein Sonderzug mit 1000 Reichsdeutschen in Linz ein; am Sonntag

folgte ein Zug mit 800 Personen. Unter der Füh­rung des Konsuls in Linz Kastner begaben sich die Gäste aus dem Reich nach Leonding. Sie legten zahlreiche Blumengebinde nieder, deren Schleifen jeweils den Namen der Stadt trugen, aus der die Besucher stammten. Der Bürgermeister von Berch­tesgaden legte einen Kranz nieder mit der In­schrift:Den Eltern unseres Führers vom Berch­tesgadener Lande".

Prag zur Muffolini-Rede.

Die Kleine Entente und die Revision.

Prag, 3. Nov. (DNB.) Im Außenausschuß des Abgeordnetenhauses wandte sich Außenminister Dr. Krofta gegen Die von dem ungarischen Abgeord­neten Szüllö vertretene Ansicht, daß die Bündnis­verträge der Kleinen Entente ein Hindernis für die Verständigung im Donauraum öarfteüten und stellte fest, daß die Kleine Entente schon längst aus dem Raymen der mitteleuropäischen Interessen herausgewachsen sei und daß ihr Zusammenarbeit

vor allem von g esamteuropäischen Fra­ge n b e ft i m m t werde. Dr. Krofta betonte, daß tot Kleine Entente besonders ihre Beziehungen zu Oe st erreich und Ungarn regeln solle,deren Rechte, Souveränität, Selbständigkeit und volle Gleichheit mit anderen zu respektieren" sie als ihre erste Pflicht ansehe. Die Mailänder Rede Musso­linis enthalte vieles, was im Gegensatz zur tschecho­slowakischen Außenpolitik stehe.Doch kann", so sagte der Minister,keine derartige Erklärung uns dazu veranlassen, irgend etwas an unserer bisherigen Po­litik zu ändern, die den Revisionismus auf das ent­schiedenste ablehnt." Die Worte Mussolinis an Ju­goslawien dürften nicht so ausgelegt werden, als ob eine Spaltung der Kleinen En­tente im Bereich des Möglichen liege. Die rumä­nischen und jugoslawischen Verbündeten der Tschecho­slowakei wüßten sehr wohl, daß jede auf Kosten eines der drei Staaten durchgesührte Revision früher oder später auch bie übrigen Staaten in Mitleidenschaft ziehen würde. Der Besuch des rumänischen Königs in Prag habe erneut bie Ein­heit der Kleinen Entente unterstrichen.

polnischer Pressefeldzug gegen Danzig.

Ein Oorfkrach als Gegenstand der Großen Politik."

Berlin, 3. Nov. (DNB.) Unter ber lieber» schriftE i n Dorfkrach als Gegenstand der großen Politik?" läßt sich derVölk. Beobach­ter aus Danzig melden: In den letzten Tagen hat fast die gesamte polnische Presse einen regel­rechten Pressekrieg mit Danzig geführt. In Danzig mußte die Vermutung aufkommen, daß die polnische Oeffentlichkeit durch Polens Gen­fer Auftrag in Danzig tatsächlich in Ver­suchung geführt worden ist und daß die Angriffe der polnischen Presse dem Zweck der Einleitung irgendwelcher polnischen Forderungen dienen soll­ten. Nachdem nun der Polizeipräsident von Danzig sich gezwungen sah, eine Reihe polnischer Blätter zu verbieten und zu beschlagnahmen, haben die Warschauer Blätter zu einem neuen Schlage aus­geholt. In ihren Sonntagsausgaben bringen sie unter großen Schlagzeilen Meldungen über einen 2) o r f ft r e i t, der sich in Schöne­berg an ber Weichsel im Freistaat abgespielt hat. Die Tatsache, daß drei Dorfbewohner während der Nacht zum Samstag von bisher völlig unbekannten Tätern in ihren Häusern belästigt, jedoch nicht ver­letzt wurden, wird zu einemUeberfall von Na­tionalsozialisten auf Polen" umkonstruiert. Die Untersuchungen haben ergeben, daß d i e drei überfallenen Mitglieder der Danzi­ger Arbeitsfront, einer nationalsozialistischen Organisation, sind und als Polen im Dorf nicht bekannt waren. Die Ueberfallenen selbst

können über die mutmaßlichen Täter keine Aus­sagen machen. Das Vorhandensein einer polnischen Minderheit in diesem deutschen Dorf ist bisher von niemanden behauptet worden. Von 1043 Wahl­berechtigten haben bei den Dolkstagswahlen im Jahre 1935 nur 4 für die polnische Liste gestimmt. Polnischerseits konnte immerhin vermutet werden, daß der Ueberfall auf den einen Einwohner des Dorfes Schöneberg darauf zurückzuführen ist, daß er feine Wohnung für einen heimlichen, unan­gemeldeten polnischen Schulunter­richt zur Verfügung gestellt hatte, was doch nicht unbekannt geblieben zu fein scheint. Aber falls auch solche Zusammenhänge bestehen sollten, ist die scharfe Sprache der polnischen Presse zu diesem Fall vollkommen fehl am Platze.

Der Eindruck in Danzig.

Danzig, 3. Nov. (DNB.) Zu dem polnischen Pressefeldzug gegen Danzig nimmt derDanziger Pressedienst wie folgt Stellung: Die Ver­mutung, daß Polen den Völkerbundsauftrag gegen­über Danzig zur Stärkung seiner eigenen* Position ausnutzen möchte, wird leider verftärkt durch den systematischen Pressefeldzug, den Polen in diesen Tagen gegen Danzig zu unternehmen für richtig gefunden hat. Wenn es sich dabei nur um die Blätter der Opposition handeln würde, die ge­wohnheitsmäßig gegen Danzig Stimmung machen.

könnte man darüber hinweggehen. Die Tatsache aber, daß Blätter wie derK u r j e r Poranny" die Führung in diesem Pressefeldzug übernommen haben, hat in Danzig Besorgnis hervorgerufen. DerKurjer Poranny" hat eigens einen Bericht­erstatter nach Danzig entsandt mit dem bestimmten Auftrag, Danzigden Vorwurf der Illoy­alität gegenüber Polen z u machen und diesen Vorwurf durch Greuelmärchen, deren Absurdität eine sachliche Entgegnung von selbst verbietet, zustützen". Dieser Korrespondent hat seinen Auftrag dadurch zu erfüllen gesücht, daß er gegen die Danziger Regierung die ungeheuer­lich st en Angriffe erhoben hat, so daß sich der Polizeipräsident von Danzig genötigt gesehen hat, die betreffende Nummer des polnischen Blattes beschlagnahmen zu lassen. Dabei hat die polnische Presse auch wieder zu der Methode zurück­gegriffen, innere Gegensätze zwischen Partei und Staat in Danzig zu konstruieren und aus der Tatsache, daß der Präsident des Senats Greiser zu einem mehrwöchigen Kur­aufenthalt nach Bad Wildungen fahren mußte, die kühnsten Kombinattonen herzuleiten. DerDanziger Vorposten" weist alle diese Gerüchte mit der Er­klärung zurück, daß Senatspräsident Greiser das unverminderte Vertrauen der NSDAP, besitzt und daß nach der Verengung der Beziehun­gen zwischen Partei und Staat niemals ein besseres Verhältnis zwischen* dem Führer der Partei und dem Führer der Regierung hat herrschen können als gegenwärtig.

Die polnische Pressepolemik erleichtert zweifel­los nicht die Zusammenarbeit zwischen Danzig und Polen, an der beide Teile in gleicher Weise interessert sind und zu der die Danziger Regierung stets loyal die Hand gebo- t e n hat. Die polnische Regierung mühte des­halb selb st ein Interesse daran haben, derartige Ausfälle der Presse zu verhindern. Die Lage, in die Polen durch den Auftrag des Völkerbundsrates gekommen ist, ist ohnehin schwierig genug. Die polnische Regierung muß also ein Interesse daran haben, diese Lage nicht noch mehr zu komplizieren durch eine Spannung zwischen Danzig und Polen, wie sie ganz offenbar von einem Teil der polnischen Presse gewünscht oder doch ver­anlaßt wird.

Was sagt man in Warschau dazu?

Seit Tagen gibt sich die polnische Presse alle Mühe, in Polen eine böse Stimmung gegen Danzig heraufzubeschwören. Um dieses Ziel zu erreichen, bedient sie sich höchst anfechtbarer Me* thoden. Die Geschichte kennt Beispiele genug, daß derartige Pressefeldzüge durchaus nicht spurlos an