str Volkstum und Heimat werden, dem die Hettnat- Vereinigung als Mitglied angehört.
**HeugrasversteigerungenderStadt Grehen werden in unserem heutigen Anzeigenteil bekanntgegeben. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen.
Bücherhalle. Im Mai wurden 1841 Bande ausgeliehen. Davon kamen auf- Literaturgeschichte 1, Zeitschriften 24, Gedichte und Dramen 11, Erzählende Literatur 1175, Iuaend- schriften 269, Länder- und Völkerkunde 102, Kultur- geschichte 3, Geschichte und Biographien 157, Kunst- geschichte 1, Naturwissenschaft und Technologie 52, Heer- und Seewesen 12, Haus- und Landckirt- Bast 8, Religion und Philosophie 7, Staatswissenast 14, Sprachwissenschaft 2, Sport 1, Frernd- .achliches 2 Bände.
Sporttqg des Obergaues 13 in Frankfurt.
Am 14. Juni werden die Mädel des BDM.-Ober- gau 13 (Hessen-Nassau) wieder, wie im vergangenen Jahr, auf einer größeren Sportveranstaltung ihre Arbeit auf sportlichem Gebiet der Oeffentlich- keit beweisen.
Wir wollen mit unserer sportlichen Arbeit an jedem Mädel — und hier liegt der Ton eben besonders auf jedem — den Grundstock und die Grundlage zum Aufbau eines gesunden, wider- standskräftigen Volkes bilden, das aus gesunder Freude an der körperlichen Betätigung und am Sport auch fähig ist, aus sich Höchstleistungen zu erzielen.
Jedes Mädel im BDM., das Mädel, das am Tag
über hinter der Maschine steht oder tm Haushalt schafft, kommt einmal in der Woche mit seinen Kameradinnen zum Sportabend, regt und bewegt die Glieder und bekommt Freude an der gesunden Bewegung. Das ist unser Ziel!
Das Wort des Führers, vom Widerstandsfähig-, Geschwind- und Geschmeidig, und auch Hart-Wer- den, das gilt auch uns; durch unsere Sportarbeit soll jedes Mädel frisch und gesund werden, um seine Aufgaben im Volk, die von Jahr zu Jahr größer und ernster werden, voll und ganz meistern zu können.
Daß ein Jahr uns weiter bringen kann in unserer Arbeit, das soll der S p o r t t a g des BDM. am 14. Juni in Frankfurt zeigen.
Schöffengericht Gießen.
Der G. H. aus Rüddingshaufen hatte sich wegen schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Rückfallbetrug zu verantworten. Der Angeklagte war bei einem Maurermeister beschäftigt. Eines Tages zeigte er der Frau seines Poliers eine mit falschem Namen unterzeichnete Quittung vor, die ihm dar- aufhin einen Betrag von 5 Mark aushändigte. Das Gericht billigte dem Angeklagten, der an sich eine Zuchthausstrafe verwirkt hatte, noch einmal mildernde Umstände zu und verurteilte ihn zu fünf Monaten Gefängnis.
Wegen Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug wurde der R. P. aus Gießen zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte, der als Vertreter eines Verlags in Essen tätig war, unterzeichnete eine Anzahl Bestellscheine mit falschem Namen und verstand es, sich auf diese Weise eine Provision von 15 Mark zu verschaffen.
Oberheffen.
Großfeuer in Vilbel.
LPD. Vilbel, 3. Juni. Dienstag abend brach auf dem Grundstück der Mayen-Quelle in der Hermann-Göring-Straße in nächster Nähe des Nordbahnhofs Feuer aus, das sich mit rasender Geschwindigkeit ausbreitete. Der Brandherd befand sich in der Scheune, in der sich auch Maschinen für die Wasserabfüllung, sowie Autos und geringe Benzinvorräte und Kohlensäureflaschen befanden. Es gelang, das Vieh, sowie die feuergefährlichen Stoffe mit Hilfe von Nachbarn noch rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Als die Feuerwehr an der Brandstätte erschien, hatte sich das Feuer, das in den Stroh- und Heuvorräten reiche Nahrung fand, bereits so weit ausgebreitet, daß sich ihre Aufgabe darauf beschränken muhte, ein Uebergreifen der Flammen auf benachbarte Grundstücke zu verhindern.
Landkreis Gießen.
* Wieseck, 4. Juni. Die Eheleute Postschaffner Heinrich Schäfer und Frau Katharine, geb. Mank, feiern am 5. Juni das Fest der Silbernen Hochzeit.
—Wieseck, 3. Juni. Der Kälterückschlag in der Nacht zum letzten Pfingsttage hat in der Gemarkung Schaden gebracht. In manchen Gärten sind Busch- und Stangenbohnen erfroren, so daß sie zum zweitenmal gelegt werden müssen. Auch den Gurken sind die Keimblätter vollständig zerstört worden, und selbst das zarte Grün der Dahlien ist geschwärzt, ein Zeichen, daß es ein Opfer der Kälte wurde. Auf den Kartoffeläckern im zugigen Wiesecktale ist auch einiger Schaden entstanden. Die nicht getroffenen Kulturen in Garten und Feld stehen gut bis sehr gut.
# Mainzlar, 3. Juni. Von der hiesigen Ortsgruppe, die sich um die Unterbringung von auswärtigen Kindern im Rahmen der Kinderlandver- s ch i ck u n g eifrig bemühte, kommen sechs Kinder zum Landaufenthalt nach der K u r m a r k. Je zwei Kinder werden aus Mainzlar, Daubringen und Staufenberg an dieser Erholungsfahrt teilnehmen.
! Lollar, 3. Juni. Der Werkmeister Adam K r e u t e r war dieser Tage vierzig Jahre auf der Main—Weser-Hütte beschäftigt. Aus diesem An- laß veranstalteten Werksleitung und Arbeitskame- raden eine Jubiläumsfeier, bei der die Beliebtheit des Meisters zum Ausdruck kam. Schon am Vormittag des Jubiläumstages waren ihm sowohl durch seine Arbeitskameraden als auch durch die Werksleitung große Ehrungen zuteil geworden. Die Halle, in der er beschäftigt ist, war festlich geschmückt, ein
Arbeitskamerad trug ein selbstverfaßtes Gedicht vor, und mehrere Geschenke, darunter auch ein solches der Werksleitung, wurden dem Jubilar überreicht.
Q] Allendorf a. d. Lda., 3. Juni. Wie bereits seit einer Reihe von Jahren, so fand auch am zweiten Pfingstfeiertag in der hiesigen Kirche wieder die goldene Konfirmation der vor 50 Jahren Konfirmierten statt. Don den 18. Teilnehmern der ersten Konfirmatton konnten an der goldenen Konfirmatton 5 Männer und 8 Frauen — worunter drei auswärts konfirmierten — teilnehmen. Um 10 Uhr fanden sich die Teilnehmer im Pfarrhof zum gemeinschaftlichen Kirchgang nut Kirchenvorstand und den beiden Pfarrern ein. Ortspfarrer Andres hatte feiner Predigt dasselbe Bibelwort, das den goldnen Konfirmanden vor 50 Jahren als Geleitwort mit auf den Lebensweg gegeben worden war, nämlich „Gehet ein durch Die enge Pforte", zugrunde gelegt. Nach Gesang der Gemeinde sowie der Konfirmanden und nachdem die Einsegnung unter Glockengeläute stattgefunden, wurde nach der Abendmahlsfeier der Vormittagsgottesdienst, der überaus stark besucht war, beendet. Der Nachmittagsgottesdienst wurde auf dem alten Friedhof an der Gruft des verstorbenen Kon- firmators Pfarrers Heberer abgehalten. Anschließend wurde auch das Andenken der bereits verstorbenen Konfirmanden durch Kranzniederlegung an deren Gräbern geehrt. Auf besondere Einladung von Frau Andres fanden sich dann die goldnen Konfirmanden mit ihren Angehörigen im Pfarrhause zu einer gemütlichen Nachfeier bei Kaffee und Kuchen ein.
CO Klein-Linden, 3. Juni. Frau Klara Honig, ged. Schüler, eine der ä l t e st en Fr a u en unserer Gemeinde, wurde am Mittwochnachmittag zu Grabe getragen. Sie war aus Beuern gebürtig und hatte das hohe Alter von 86 Jahren, 5 Monaten und 26 Tagen erreicht.
A Trais-Horloff, 3. Juni. Auf dem hiesigen Teich im Bereiche des stillgelegten Braunkohlenbergwerks hat sich am dritten Feiertage ein Schwan eingefunden. Es gelang nicht, ihn einzufangen. Jedenfalls ist er einer künstlichen Wasseranlage, wo er eingesetzt worden war, entflohen.
<£ Steinheim, 3. Juni. Da in der Nacht zum dritten Feiertage die Temperatur unter Null fiel, entstand in den Gärten Schaden an Gurken und Bohnen. In ungünstigen Lagen sind auch die Frühkartoffeln dem Froste zum Opfer gefallen, so daß die Stöcke vollständig schwarz aussehen. Vereinzelt Haden auch die späten Kartoffelsorten Schaden gelitten.
Nachdruck verboten!
31 Fortsetzung
as wollte er noch
auf der Welt? /
Wie eine gespenstische Hand reckte sich ab und zu das Licht des Leuchtturms über das Land, dann war wieder Dunkelheit. Plötzlich hörte er leichte Schritte hinter sich. Er sah Licht irt seinem Zimmer, wandte sich um, schon war Peggy b<i ihm.
„Sie erkälten sich ja auf den Tod, Hans-Her- mann! Kommen Sie doch nur herein! Was ist Ihnen denn? Wie sehen Sie denn aus?"
Sie schaute ihn wie verwundert an. Da brach er stöhnend auf einem Sessel zusammen:
„Alles ist aus, Peggy. Ich weiß selbst nicht, rote es gekommen ist. Das Spiel--- es ^t mich nicht
mehr aus den Fingern gelassen. Ich schulde Lonne eine ungeheure Summe.' ,
Peggy lachte auf. Wie kindlich und unbesorgt ihr Lachen klang!
„Was machen Sie sich um Geld Sorgen?! Mein
seines Lebens: voll verloren, die Ehre ^»erloretti
mittels dem er Lonne alles hätte wiedergeben können.
„Sie brauchen sich natürlich mit der Rückgabe nicht zu eilen, lieber Zedlitz, acht Tage gebe ich Ihnen gerne Zeit, vielleicht finden wir auch ein anderes Arrangement."
Hans-Hermann lachte bitter auf. Der Graf hatte gut reden. Der war reich, unabhängig, der konnte leicht sagen: „Machen Sie sich keine Sorgen." Er aber--wie ein Lump kam er sich vor. Da
nahm er die Gastfreundschaft Lonnes an und ließ sich noch in dieses Spiel ein. Was sollte jetzt wer- den? Was um Himmels willen sollte er tun?
„Wünschen Sie noch weiter zu spielen?" fragte Lonne. m
Hans-Hermann schüttelte den Kopf.
„Ich danke, ich möchte aufhören." Er erhob sich taumelnd und verließ den Raum.
Lonne sah ihm nach. Langsam legte er die Karten zusammen. Steffens, der anscheinend lesend im Nebenzimmer gesessen hatte, kam herein:
„Na", sagte er, „gut gegangen?
Lonne nickte: „Ich glaube, der ist reif. Peggy soll nun noch das übrige tun."
Hans-Hermann stand auf dem Balkon seines Zimmers. Er achtete es nicht, daß der Regen auf ihn herniederpeitschte, daß er bis auf die Haut durchnäßt wurde. Er stand und starrte in die Dunkelheit vor sich. Sie war ihm rote ein Abbild --m. « r . r-.5 vertan, die Liebe
16.
Regen und Wind peitschten um die „Burg". Ceffnete einmal einer der Gäste für einen Augenblick das Fenster, so spürte man erschauernd die feuchte Kälte hereindringen.
Drinnen im Rauchzimmer aber herrschte eine angenehme Wärme, die Luft war blau vom Rauch der Zigaretten. Das Licht der Stehlamve fiel auf einen grün bezogenen Tisch in der Mitte des Raumes.
Hans-Hermann saß Lonne gegenüber am Spieltisch. Seine Augen, vom Rauch gebeizt, übermüdet, starrten auf die Karten.
Wieviel hatte er schon verloren? Er wußte es nicht. Seit Stunden saß er schon hier, wie er viele Abende gesessen, dem Teufel des Spiels verfallen.
Wer hatte ihn zuerst dazu verlockt? Peggy, die plötzlich bei einem Glücksspiel mitgehalten hatte? Steffens, Lonne oder irgendeiner der Gäste, die hier ständig auftauchten? ,
Er hatte sich wild in das Spiel hinemgesturzt, damals, als ihm Steffens beiläufig zu erzählen ae* wußt hatte, daß man im Dorf jeden Tag auf Die öffentliche Verlobung zwischen Benedikte und Jens Petersen rechnete. An jenem Tage war der entscheidende Bruch mit seinem bisherigen Leben erfolgt
Seitdem kam er von diesen verfluchten Karten nicht mehr los. In ihnen steckte-alles Gluck der Welt. Wenn man gewann, dann konnte man fori, ganz weit fort, konnte alles vergessen, die Sehnsucht nach Benedikte, die Heimat, alles.
Er deckte seine Karten auf.
„Sie haben Pech, lieber Zedlitz , bedauerte Graf Lonne höflich und legte seine Karten auf den Tisch. Hans-Hermanns Gesicht wurde aschgrau.
„Sie haben nun seit vorgestern zehntausend Mark verloren, lieber Zedlitz", kam Graf Lonnes Stimme kühl zu Hans-Hermann herüber. f ,M1)r
Der junge Mann konnte kein Wort aus ferner Kehle beroorbrineen. Er hatte sich.das alles schon selbst vorgerechnet. aber er hatte immer noch ge hosst, einmal würde der große Coup gelingen,
WiöteisW
Roman von Marlise Kölling.
Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau.
Schach-Ecke.
Bearbeitet von K. Helling.
Das königliche Spiel.
Geleitet von K. Helling.
8
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1
a b
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6
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1
Sperrung der Läuferlinien.
In der abgebildeten Endspielstudie von E. Holm zieht Weiß an und soll gewinnen. Es kommt darauf an, den schwarzen Läufer so zu blockieren, daß der weiße Freibauer auf der a-Linie in die Dame marschieren kann.
Das königliche Spiel.
Geleitet von K. Helling.
8
6
5
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1
6
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2
1
a b e b
a b e b
Kampf gegen die Dame.
In dem obenstehenden Endspiel von K. A. L. Kub- bel zieht Weiß an und soll gewinnen. Es kommt darauf an, die schwarze Dame mit dem Springer zu erobern. Der Weiße muß aber eine Verführung vermeiden.
Lösung der Schachaufgabe INebvulschl — Dr. Areylag.
Weih: Kgl, Dh5, Tal, Tfl, Lei, Se4, Sg5, Ba2, b4, c3, f2, g2, h3 (13). Schwarz: Kg8, Dc7, Ta8, Te8, Lb7, Ld6, Se7, Se5, Ba7, b6, d7, e6, f7, g7 (14).
1. Se4—f64-’, g7Xf6. 2. Dh5-h7+', Kg8—18. 3. Sg5Xe64- nebst 4. Lei—h6 matt.
Lösung der Schachaufgabe Collins — Prins.
Weiß: Kf2, Ddl, Tal, Tel, Lei, Ld3, Se4, Sg3, Ba2, b2, c4, f5, f3, g2 (14). Schwarz: Kg8, Dh2, Ta8, Tf8, Lb7, Ld6, Sb8, 816, Ba7, b4, c7, d7, d4, g7, h7, (15).
1. Ld6Xg3+, Se4Xg3. 2. 816—g4+ (nimmt Weiß den Springer, so folgt DXg2 matt), K12—11. 3. Dh2Xg3, und Weiß kann den Springer g4 noch immer nicht nehmen, weil der Bauer 13 die Läuferlinie gegen g2 sperren muß.
Oie Narrenkappe.
Splitter und Sparren vom RedakttonSttsch.
kleine Geschichte von Karl Valentin.
Karl Valentin stürmte einmal mit einem großen Koffer in der Faust in Richtung Hauptbahnhof.
„Was hast denn so a Eil?" hielt ihn ein Bekannter an.
„Den Zwölfuhrzug will i noch verwischen!" antwortete Valentin.
„Ja, mei, den kriegst do nimmer!"
„Dös woaß i!" sagte der Komiker.
„Na, un -'weswegen rennst nachher so?"
Valentin zuckte die Achseln und antwortete:
„3a, t hab gemeint, 's is für alle Fäll' am End besser!" A.-H.L.
Ein hoffnungsvoller Knabe.
Der Lehrer will in der Rechenstunde dem kleinen Fred die Grundbegriffe des Subtrahierens beibringen. „Also, mein Junge," sagt er, „du hast 10 Finger. Wenn du nun drei verlierst, was hast du dann?" — Fred strahlt. „Keine Klavierstunde mehr", antwortet er prompt.
Der „Kastengeist".
Man unterhielt sich über eine Souffleuse, die die Stichworte immer sehr undeutlich brachte.
„Ja, sie ist ein sehr anständiges Mädchen", meinte der Direktor, „man kann ihr beim besten Willen nichts nachsagen."
Der INond.
Die Nacht war warm.
Der Vater öffnete das Fenster.
Der Vater rief in den Garten: „Mariann:!"
„Papa?"
„Was treibst du im Garten?"
,^Ich sehe mir den Mond an, Papa."
Der Vater nickte: „Gut, mein Kind — aber darr» sage jetzt dem Mond, er soll sein Fahrrad nehmen und heimfahren — und du geh ins Bett!"
00 Bellersheim, 3. Juni. Hier fand ein Wiefenrundgang statt. Direktor Dr. Lung von der Bäuerlichen Werkschule und Beratungsstelle Gießen besprach die im Rahmen der Erzeugungsschlacht notwendige Verbesserung des Grünlandes, um eiweißreicheres Futter zu erhalten. Er gab auch Anweisungen zur Verbesserung der Grasnarbe im allgemeinen durch Herbeiziehen von Klee und süßen Bodengräsern.
= Obbornhofen, 3. Juni. Die hiesige Dolksschuloberklasse unternahm unter Leitung von Lehrer B o p f einen Ausflug nach dem N'_____Ide. Da sich auch noch eine größere Anzahl
Eltern beteiligten, wurden zwei Autoomnibusse benötigt.
! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 2. Juni. Die warmen Tage im Mai hatten das Wachstum so gefordert, daß die Bauern nicht Herr über die Menge des Klees wurden. So schritt man denn überall zur Kleeheugewinnung. Zahlreiche Holzgestelle, auf denen der gemähte Klee zum Trocknen aufgelegt wurde, gaben den Feldern das Aussehen, als ob schon die Getreidehaufen aufgestellt worden wären. Einzelne Baumstücke und gute Wiesen wurden ebenfalls schon gemäht und das erste Heu eingefahren. Vereinzelt sieht man
auch hier und da, daß nicht nur das Kleeheu, sondern auch das Wiesenheu auf Holzgestellen getrocknet wird, wie es anschaulich auf der Reichsnährstandsschau in Frankfurt a. M. gezeigt wurde. Allgemein wird die Heuernte in diesen Tagen ein« setzen. Der Stand des Grases ist ziemlich gut, auch das gewünschte zarte Untergras ist auf gepflegten Wiesen vorhanden. Man hofft auf eine gute mittlere Heuernte. — Vielen Obstbaumbesitzern brachten die letzten Wochen eine unliebsame Ueberraschung. Sie mußten feststellen, daß an vielen Bäumen, die im Herbst keinen Kledgür- t e l bekommen hatten, der die F r o st s p a n n e r fernhalten sollte, die Blätter f a ft r e ft • l o s abgefressen sind. Auch an den Provin-
Hamstern Sie „Sonne"!
Sonne ist Kraft und Energie. Sie können gar nicht genügend davon in sich aufnehmen! Aber Vorsicht vor Sonnenbrand! Nivea erlaubt Ihnen, in Sonne zu schwelgen, wenn Sie sich vorher immer gründlich und nach Bedarf
wiederholt damit einreiben.
Vetter ist reich, der kann ein paar tausend Mark gut und gern entbehren."
Hans-Hermann schüttelte den Kopf.
„Sie verstehen das nicht, Peggy. Spielschulden sind Ehrenschulden, die müssen bezahlt werden in einer bestimmten Frist, sonst--"
„Was sonst?"
Hans-Hermann antwortete nicht.
Da fühlte er plötzlich Peggys Arme um sich, spürte ihr Gesicht sich an das seine schmiegen.
„Dummer Junge", flüsterte sie, „wie kannst du so verzweifelt sein? Du bist ja nicht allein, ich bin ja bei dir. Ich hab' dich lieb, ich werde schon einen Ausweg für dich finden!"
„Peggy!" Er riß sie in seine Arme, bedeckte ihr Gesicht mit Küssen. Er war ja so jammervoll allein. Alles war ihm unter den Händen zerronnen. Ader Peggy liebte ihn dennoch. Durfte er da verzweifeln? Wieder riß er sie an sich und küßte sie. Wieder überkam ihn der wilde Rausch. Er vergaß alles, er wollte vergessen!
Drei Tage waren seit dem letzten Spielverlust Hans-Hermanns vergangen. Er sah die Stunden emsig roeiterrinnen, und jede Stunde brachte die unausweichliche Entscheidung näher.
Graf Lonne hatte plötzlich verreisen müssen. Gräfin Lonne war schon längst fort. Sie konnte, wie Lonne gesagt hatte, die feuchte Witterung hier nicht vertragen.
Ein merkwürdiges Haus war es hier, der eine ging, der andere kam. Das Allermerkwürdigste jedoch war, die Gäste machten keine Mienen, abzureisen, obwohl die Hausfrau fehlte.
„Aber kein Gedanke, daß Sie fortfahren", hatte Gräfin Lonne zu Hans-Hermann gesagt, „meine Kusine Peggy wird mich als Hausfrau schon vertreten." Nun also war auch Lonne fort. Hans- Hermann hatte noch eine Galgenfrist. Steffens war für einen Tag nach Stralsund, um, wie er sagte, neue Farben einzukaufen.
Als Lonne sich von Hans-Hermann verabschiedet hatte, hatte er so beiläufig fallen lassen:
„UeberUgen Sie sich in Ruhe, lieber Zedlitz, wie wir unsere kleine Geldgeschichte arrangieren wollen. Selbstverständlich, die drei Tage, die der Ehrenkodex vorschreibt, rechnen für uns nicht. Es hat ruhig acht bis vierzehn Tage Zeit. Wenn Sie einen Teil abzahlen wollen, will ich auch zufrieden fein."
Hans-Hennann überlegte verzweifelt, was er tun
sollte. Selbst Peggys Zärtlichkeiten und gute Laune vermochten ihn nicht aus seiner Verzweiflung heraus- zureißen. Er faß in stummem Brüten da, raffte sich kaum zu dem Notwendigsten auf und war für Peg» ays Trostworte gänzlich unzugänglich. Schließlich schien sie die Geduld zu verlieren.
„Mit der Kopfhängerei ist es jetzt aber genug", sagte sie entschieden. „Wie kann man sich wegen so ein bißchen Geld das schöne Leben vergällen?"
„Das meinst du. Ader von dem bißchen Geld hängt alles ab. Ich weiß nicht, was ich tun soll, wenn Lonne zurückkommt und die Spielschuld fordert."
Da setzte sich Peggy auf Hans-Hermanns Knie, bog feinen Kopf herunter und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Er wurde bleich:
„Aber Peggy, um Gotteswillen, wo denkst du hin? Das ist unmöglich!"
„Wieso unmöglich? Die Hauptsache ist, du kommst aus der Geschichte heraus. Hast du vielleicht auf deine Kusine Rücksicht zu nehmen? Kümmert sie sich um dich? Hat sie mit einem Gedanken daran gedacht, wie es dir gehen mag? Es wird doch kein Mensch etwas davon erfahren. Stell' dir nur vor, wenn du mit einem Schlage deine Sorgen los wirft, ja noch mehr, wenn du plötzlich Geld hast."
„Ich kann nicht, Peggy, ich kann nicht!"
Sie umschlang ihn noch zärtlicher, sie küßte ihn, sie flüsterte ihm ins Ohr:
„Und an mich denkst du gar nicht? Wenn mein Vater erfährt, daß du eine Ehrenschuld nicht bezahlt hast, dann ist es aus mit unserer Zukunft. Mein Vater denkt in diesen Dingen furchtbar ftreng, er ist ein richtiger Engländer. Ich habe es dir nur nicht sagen wollen, aber ich selber habe mir Gedanken genug gemacht. Und hier ist die Gelegenheit, aus allem herauszukommen, so nah. Wenn du mich lieb hast, tust du es."
Hans-Hermann wollte widersprechen, aber fein Widerstand wurde schwächer und schwächer.
Es war ja so verlockend, was Peggy ihm da ausmalte: Aus allen Sorgen herauszukommen, die Schuld bei Lonne loszuwerden, Peggy zu gewinnen. Vielleicht hatte sie doch recht? Wozu plagte er sich noch mit solchen Skrupeln? Es war ja doch alles gleich.
Und schließlich, ermattet in seinem Widerstand, nur besessen von dem einen Gedanken, aus all dem herauszukommen, versprach er:
„Ich werde es tun." (Fortsetzung folgt.)


