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Nr. 128 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Donnerstag, 4. Juni 1956

Ein Blick auf die Versammlung. (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.)

Der Bauer im Dritten Reich

Gin Vortrag des Landesbauernführers in Gießen.

dentenhauses vor den Mitgliedern der Studenten­kameradschaft, Angehörigen der Universität, Vertre­tern der Partei, der Wehnmacht und der Behörden, der Bauernschaft und vieler anderer Volksgenossen über die Stellung des deutschen Bauerntums im Dritten Reich und über die Aufbauarbeit, die vom Bauerntum her zum Nutzen der Volksgesamtheit geleistet wird.

Der interessante Vortragsabend wurde mit einem Chorgesang der Studentenkameradschaft eingeleitet. Danach sprach ein Student ein eigens für diesen Abend von dem Studentenkameraden Salomon verfaßtes GedichtDeutsche Erde", in dem ein glühendes Bekenntnis zur deutschen Muttererde, 3um deutschen Blut und zur Einigkeit und Einheit des deutschen Volkes abgelegt wird. Sodann be- §rüßte der Führer der Gießener Studentenschaft krank den Landesbauernführer und alle übrigen Besucher, dem Landesbauernführer überreichte er als äußeres Zeichen der dankbaren Verbundenheit der Gießener Studentenschaft mit ihm als An­denken ein Bild der Stadt Gießen.

Landesbauernführer Or. Wagner, mit außerordentlich starkem Beifall begrüßt, sprach dann in etwa einstündigem Vortrag. Er erinnerte einleitend an das Wort des Führers von 1930: Es gibt keinen Aufstieg, der nicht beginnt bei der Wurzel des nationalen, völkischen und wirtschaft­lichen Lebens: bei dem deutschen Bauern". Dieses Wort des Führer ist die Grundlage für den Aufbau des deutschen Bauernstandes im Dritten Reich. So­dann schilderte der Vortragende die Aufgaben und Verpflichtungen, die sich aus diesem Führerwort und aus dieser Aufbaugrundlage für die praktische Arbeit ergaben und immer aufs neue ergeben wer­den, wobei er klar hervorhob, daß es sich grund­sätzlich darum handelt,

bei aller Arbeit den Bauernstand in den Rah­men der Gesamtheit des deutschen Volkes hin- einzustellen, denn ohne das deutsche Volk sei der Bauer nichts, genau so wiedasdeutscheVolkohnedenVau- ern nicht sein könne. Der deutsche Bauernstand sei eben der Blutsquell des gesam­ten deutschen Volkes, und auf diese Grund- legende Tatsache müsse alle politische Arbeit abgestellt werden.

Weiter betonte der Landesbauernführer, daß es sich vorn Anbeginn der Arbeit zum Aufbau des deutschen Bauernstandes im Dritteln Reich um zwei große Aufgaben handelte: dem Bauern zu helfen, weil von seinem Wirken und Schaffen das Leden des Volkes abhängt, von dieser Grundlage aus die Ernährung des ganzen deutschen Volkes sicherzu- ftellen, da angesichts der geopolitischen Lage Deutsch­lands die Ernährungsgrundlage unseres Volkes eben nur auf einem leistungsstarken gesunden Bauerntum als gesichert angesehen werden kann. In diesem Zusammenhänge erinnerte der Redner daran, daß es in den Jahren des Weltkrieges nicht gelungen sei, unser Volk ausreichend zu ernähren, obwohl wir damals nicht nur den ganzen Heimat- boden, sondern auch noch große Flächen eroberten Gebietes in Feindesland in Besitz gehabt hatten und landwirtschaftlich nutzten. Der Fehler lener 3eit sei darin zu erblicken gewesen, daß innerhalb der Regierung nicht erkannt worden war, wie außer­ordentlich und auch dringend erforderlich neben dem Soldaten und dem Munitionsarbeiter vor allem die vollständige Mobilisierung des gesamten Volkes war. Ferner sei an jenem Mangel in erheblichem Maße die Tatsache mit­schuldig gewesen, daß unter der Führung des Juden Rath en au mehr Gewicht gelegt wurde auf die Versorgung der diesem besonders angelegenen Volks­teile in den besetzten Gebieten, als auf die aus­reichende Sicherung der Ernährung des deutschen Volkes. Aus jenen Fehlern der Vergangenheit habe man erkannt, welche Aufgaben für die Sicherung der deutschen Volksernährung zu lösen seien.

Der Vortragende schilderte nunmehr in großen Qüaen die Leistungen des Nationalsozialismus für den Aufbau des deutschen Bauerntums, und damit für den Wiederaufbau des deutschen Volkes Über- bauvt feit der Machtübernahme durch Adolf Hitler. Er beschäftigte sich dabei in erster ßtme mit dem Reichserbhofgefetz, dessen außerordentlich seaen?reiche Wirkungen sich natürlich heute noch nicht zeigen konnten, aber für d,e künftigen Gene­rationen gewiß seien.

Das R«ichs--bk,°fg°feh fei für das d°°' ch-Volk lebensnotwendig, und es hab« bisher schon be- wiesen, dah es geeignet fei, die Verbindung des Bauern mit seiner Scholle wiederherzustellen, die Zersplitterung und Verschuldung der Erb- Höfe zu verhindern und auch d i e Triebe, die keine Erbhofgröße haben, zu einer gesunden Vodenverwaltung zu bringen.

Das Gelett habe anfangs verschiedene Lücken ge­zeigt, die aber Elerweise geschlossen wurdem Gegenwärtig werde versucht, eine J?*"1 zu schließen daß man durch eine TrgSnzungsbe° ffimmuna die Bildung neuer Ervyllse ^ei fartgeseßten heiraten Su erwog-

Die Hochschulgruppe Gie­ßen desNSDStB. hat es sich zur Aufgabe gemacht, denStudierenden undallen Angehörigen der Univer­sität, sowie Gästen aus der Gießener Bevölkerung durch eine Reihe von Vor­tragsabenden einen wert­vollen geistigen Gewinn zu oerfdyaffen. Im Rah­men dieser Arbeit sind im Verlaufe der letzten Mo­nate schon manche Vor­träge gehalten worden, von denen die Hörer viel­fältige neue Erkenntnisse und Erweiterung des gei­stigen Blickes gewannen. Ein weiterer bedeutsamer und aufschlußreicher Vor­trag wurde am gestrigen Mittwochabend in diesem Kreise geboten. Der Lan­desbauernführer Dr. Wag­ner sprach in dem voll- besetzten Saale des ©tu-

lichen suche. Diese wichtige Ergänzung sei beson­ders in unserer engeren Heimat von Hessen und Hessen-Nassau bedeutsam. Der Vortragende vermit­telte aus seiner Schilderung über die wichtigsten Einzelheiten des Erbhofgesetzes zahlreiche neue und wichtige Erkenntnisse, die für die Aufklärung im Lande wichtig sind und geeignet sein dürften, man­cherlei falsche Ansichten über dieses Gesetz richtig­zustellen.

Im Rahmen einer umfassenden Betrachtung über die Aufgabe der Sicher st ellung der Ernäh­rung des deutschen Volkes hob der Landes­bauernführer die großen Anforderungen hervor, die für unser Bauerntum aus dieser Aufgabe er­wachsen.

Das Ziel aller Arbeit bestehe darin, das deutsche Volk jo ausreichend zu ernähren, daß jeder Volksgenosse leben kann, ohne irgendwie und irgendwann von hunger bedroht zu werden.

Zur Erreichung dieses großen Zieles fei im Reichs­nährstand eine Organisation geschaffen worden, die sich mit größter Energie für das Gelingen der großen Aufgabe auf allen Gebieten der deutschen Nahrungsmittelversorgung einsetze. Nach einer Schilderung des organisatorischen Aufbaues des Reichsnährstandes, wobei der Redner besonders be­tonte, daß der Reichsnährstand keine Gliederung der Partei sei, sondern eine öffentlich-rechtliche Körperschaft darstelle, wies er auf zwei große Arbeitsabschnitte zur Sicherung der deutschen Volksernährung hin: die Marktord­nung und die Erzeugungsschlacht.

Die Marktordnung sei notwendig gewesen und stets erforderlich, um das deutsche Volk zu einem volkswirtschaftlichen gerechten Preis mit Lebensmitteln ausreichend zu versorgen und auch die Verteilung der Lebensmittel in gerech­ter Weise sicherzustellen. Aus dem Wege der Erzeugungsschlacht, die in jedem Jahre immer wiederkehren werde, gehe es darum, dah von der Seite des Bauerntums her die Lücke ge­schlossen werde, die heute noch bei der Ver­sorgung unseres Volkes mit Lebensmitteln bestehen.

Sodann schilderte der Redner mancherlei Einzel­heiten der Marktordnung, wobei er von der Rege­lung der Milchoersorgung ausging und deren bis­herige große Erfolge klarlegte. Wie wertvoll und erfolgreich diese Ordnung bisher schon geworden ist, könne man daran erkennen, daß sich in Hessen die Milchproduktion seit 1933 um 100 v. H. erhöht habe und damit auch das Fettproblem seiner Lösung wesentlich nähergebracht worden sei. Die Marktord­nung sei dann auch auf andere Erzeugungsgebiete mit gutem Erfolge übertragen worden. Ferner sei es auch erforderlich, eine gesunde Vorrats- wirtschaft zu treiben und den Weg der Lebens­mittel vom Erzeuger zum Verbraucher auf das denkbar kürzeste Ausmaß zu verringern, wobei aber der Handel nicht ausgeschaltet werden soll, weil er eine volkswirtschaftliche wichtige Mission zu erfüllen hatte. Der Vortragende wies weiter auf die Anord­nungen zur Kennzeichnung der Ware und zur Beschränkung der Sorten hm, die sich gleichfalls als vorteilhaft für die Gesamtheit er­wiesen hätten. Mit besonderem Nachdruck hob er hervor, daß es durch die Maßnahmen des Reichs­nährstandes gehmaen sei,

den für die Nahrungsmitlelversorgung befon- ders wichtigen Vrotpreis im Verlaufe der letz­ten drei Jahre stabil zu erhallen Die Brot­versorgung des deutschen Volkes fei absolut ge­sichert. ebenso auch die Fleischversorgung und die Versorgung mit Lein.

Weitere Anstrengungen seien insbesondere auf dem Gebiete der Fettversorgung erforderlich: nach dieser Richtung hin müßten alle Kräfte angespannt wer­den um noch mehr Erzeugnisse als bisher aus der eigenen deutschen Wirtschaft zur Versorgung unseres Volkes herauszuholen.

Alle Arbeit, die bisher für den deutschen Bauer geleistet wurde, gelte nicht diesem allein, son­dern werde vollbracht im Dienste und zum Vesten des gesamten deutschen Volkes, um auch von der Seile der bäuerlichen Seite her das Schicksal des deutschen Volkes immer mehr zu bessern.

Dazu sei auch in jedem Jahre eine neue Erzeu­gungsschlacht notwendig. Diesen tiefen Sinn der Arbeit des Reichsnährstandes müsse der deutsche Bauer immer wieder erkennen, und wenn er ihn erkenne und danach handle, dann werde ihm die Liebe des ganzen deutschen Volkes gehören. Der Landesbauernführer schloß mit den mitreißenden Worten:

Wir tun nichts für den Bauer allein, sondern alles für unser liebes Deutschland!

Die Versammlung dankte dem Vortragenden mit außerordentlich starkem Beifall für seine aufschluß­reichen und packenden Darlegungen. Nachdem der Kameradschaftsführer Frank dem Redner den Dank der Hörer zum Ausdruck gebracht hatte, wurde der Abend mit dem Gruß an den Führer als Dank und Treugelobms geschloffen.

GA.-E>porttag in Gießen.

Rund 1OOOO SA.-Männer werden an der großen Veranstaltung teilnebmen.

Am kommenden Samstag und Sonntag wird Gießen imZeichen derSA. derProvinz Oberhessen stehen. Ein großer Sporttag der Brigade 147/Oberheffen wird dem Leben und Treiben in unserer Stadt vom Samstag­nachmittag ab bis zum Sonntagabend sein beson­deres Gepräge geben.

Zu der Veranstaltung werden rund 10 000 SA.-Wänner sich in Gießen versammeln.

Die Einheiten der Standarte 116 werden geschlossen zugegen sein, von den übrigen SA.-Standarten der Brigade 147 werden starke Teile zu der bedeutsamen Veranstaltung erscheinen. Den Auftakt des großen SA.-Treffens wird eine

Eröffnungskundgebung des Brigade-Sporttages am Samstagabend in der Volkshalle

bilden. Hier wird Gruppenführer B e ck e r l e zu den versammelten SA.-Kameraden und zu den übrigen Volksgenossen und Volksgenossinnen sprechen. Diese Eröffnungskundgebung ist nicht nur für die SA.- Männer bestimmt, sondern auch alle deutschen Männer und Frauen aus Gießen und Um­gegend werden hier erwartet und sind herzlich will­kommen. Die Kundgebung wird mit der gewohn­ten Pünktlichkeit der SA. um 20.30 Uhr eröffnet werden. Eintrittskarten zu dieser Kundgebung sind zum Preise von 0,30 RM. bei jedem SA.-Angehöri- gen zu haben.

Die sportlichen Darbietungen am Sonntag beginnen morgens um 7 Uhr und wickeln sich im Verlaufe des Vormittags bis weit in den Nach­mittag hinein auf dem Trieb und auf dem Uni- verfitütsfport platz ab. Eine Fülle von interessanten Wettkämpfen wird die Pflege des Sports innerhalb der SA. in vielseitiger Weise zei­gen. Dabei ist zu beachten, daß es sich bei dem SA. - Sport, und mithin auch bei dieser Ver­anstaltung, nicht etwa um Einzelkönner und um Spitzenleistungen einzelner Sportler han­delt, sondern daß der Sport durchweg als Mann- s ch a f t s k a m p f durchgeführt wird. Selbstver­ständlich wird jeder einzelne Teilnehmer an diesen Manschaftskämpfen seine höchste Kraft entfalten und Geschicklichkeit einsetzen, aber nicht etwa um dadurch sich selbst herauszuheben, sondern um in kameradschaftlicher Gesinnung und Handlung das bestmöglichste Ergebnis für die Ge­samtheit sein er Mannschaft anzustreben. Unter diesem grundlegenden Gesichtspunkt ist von den Zuschauern die gesamte Abwicklung der sport­lichen Wettkämpfe anzusehen.

Von den mancherlei sportlichen Darbietungen seien heute nur einige erwähnt. Da ist als besonders bedeutsam ein 20-km-Mannschaftsgepäck- marsch hervorzuheben, der vom Trieb aus über Wieseck, Wißmar, Launsbach nach Gießen zurück führen wird. Auf diesem Marsche wird es mancher­lei interessante Geländesporteinlagen ge­ben, u. a. ein Ballonschießen in der Nähe des Schießstandes der SA.-Reserve beim Steinbruch am Unteren Hardthof. Die Marschteilnehmer werden

etwa in der Zeit von 10.30 Uhr bis 12 Uhr von der Rodheimer Straße her über den Wernerwall, den Hitlerwall, die Moltkestraße, Kaiserallee, zum Ausgangspunkt des Marsches bei der Volkshalle zurückkehren.

Ein interessanter Mannschafts-Fünfkampf, be­stehend aus 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Keulen­weitwurf, 3000 - Meter - Geländehindernislauf und Kleinkaliberschießen, wird ebenfalls die ganz be­sondere Aufmerksamkeit der Zuschauer verdienen. Daneben gibt es noch Kampfspiele, Staffelläufe und mancherlei weitere Vorführungen der verschiedenen Standarten.

Hm die Wittagszeit wird auf den Stellplätzen auf dem Trieb und bei der Volkshalle aus zahl­reichen Feldküchen die Verpflegung der SA.- Wänner vor sich gehen, vier Wusikzüge werden bei dieser Gelegenheit und auch sonst im Ver­laufe des Tages ihren Anteil beitragen zum guten Gelingen der Veranstaltung.

In den Wettkämpfen des Sporttages sollen sich die besten Sturmmannschaften der Standarten im ehrlichen Kampf messen, um den Brigadesieger zu ermitteln, der bei dem Gruppensportfest die ober- hessische SA. vertreten wird. Die nicht an den sport­lichen Wettkämpfen teilnehmenden SA.-Männer und SA.-Führer sollen aus dem Brigadesporttag die Anregung und den Ansporn gewinnen, in ihren Einheiten einen möglichst hohen Leistungsdurch­schnitt zu erreichen. Durch den Rahmenaufmarsch, verbunden mit Paradeaufstellung und Besichtigung durch den Gruppenführer, soll ein eindrucksvolles Bild der Geschlossenheit der oberhessischen SA. ge­geben werden. Durch die Kundgebung in der Volks­halle und den Marsch durch die Stadt Gießen soll die Bevölkerung einen wuchtigen Eindruck von der SA. gewinnen.

Nach dem Schluß der sportlichen Wettkämpfe und der Siegerehrung werden die SA.-Einheiten von der Volkshalle aus durch die Kaiserallee, Ludwigs- platz, Gartenstraße, Neuen Bäue, Sonnenstraße, Kreuzplatz, Seltersweg, Hindenburgwall, Bleich­straße, Ludwigstraße marschieren, wo

an der Universität der Vorbeimarsch vor dem

Gruppenführer Veckerle den Tag der SA.-

Wänner beschließen wird.

Zu den Veranstaltungen auch am Sonntag wer­den alle Volksgenossen und Volksge­nossinnen aus Gießen und Umgegend, wie auch aus ganz Oberhessen und den angrenzenden preu­ßischen Kreisen erwartet. Da der SA.-Sport als Volkssport im besten Sinne des Wortes an­gesehen wird, ist der Eintrittspreis von 20 Pfennig zum Eintritt bei allen Veranstal­tungen am Sonntag auf dem Trieb und im Uni­versitätssportplatz so niedrig bemessen worden, daß jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau diese interessanten Ereignisse besuchen können. Eintritts­ausweise sind bei allen SA.-Angehörigen zu haben.

Erziehung zu veutscher Qualitätsarbeit.

Bei der Zwischenprüfung in der Schuhmacherfachschule in Gießen.

AM

Die Bestrebungen, einen beruflich tüchtigen Nach- wuchszu erziehen, machen sich überall in letzter Zeit verstärkt bemerkbar. Nicht nur dieHeranziehung eines tüchtigen Facharbeiters ist Aufgabe der gesamten Be­rufserziehung, sondern die Erziehung eines deutschen Qu ali - tätsarbeiters im allgemeinen wird immer wieder in den Vorder­grund gestellt. In der Er­kenntnis, daß nur ein be­ruflich tüchtiger Nach­wuchs in der Lage fein wird, Aufgaben zu mei­stern, die der Gemein­schaft auch in der Zukunft gestellt werden, sind alle Stellen, die sich mit Be­rufserziehungbefassen, be­strebt, immer wieder neue, vollkommenere Formen

der beruflichen Ertüchtigung auszuprobieren und zu verwirklichen. Neben dem Reichsberufswett­kampf, der jährlich einmal die gesamte schassende Jugend erfaßt und dieser die Möglichkeit gibt, im friedlichen Wettkampf über ihre Leistungsmöglich­keit Rechenschaft abzulegen, werden für einzelne Berufsgruppen jährlich Zwischenprüfungen durch­geführt.

Wenn sich die Berufsberatung des Ar­beitsamtes bemüht, die deutsche Jugend bei der Berufswahl so zu lenken, daß jeder Beruf den notwendigen und geeigneten Nachwuchs erhält, so wird bereits bei dieser Berufslenkung eine Auslese vorgenommen. Aber nicht allein der Abschluß einer psychotechnischen Eignungsprüfung soll einem jungen Menschen schon das Bewußtsein geben, für einen be­stimmten Beruf geeignet zu sein, sondern er muß nach Eintritt in den Beruf durch immer wieder­

kehrende Beweise seiner Leistungsfähigkeit sich dis Zugehörigkeit zu dieser Berufsgemeinschaft sichern.

In letzter Zeit wurden in Gießen Zwischen­prüfungen im Bau- und Zimmerer- Handwerk durchgeführt. Am 3. und 4. d. M. sind alle Schuhmacherlehrlinge aus dem Kreis Gie­ßen zusammengekommen, um sich in der Schuh­macherfachschule, Liebigstraße, der im Aus­bildungsplan des Schuhmacherhandwerks vorgesehe­nen Zwischenprüfung, die sich über die gesamte Dauer der Lehrzeit erstreckt, zu unterziehen. Neben der Erledigung praktischer Aufgaben steht im Rah­men der zweitägigen Prüfung genügend Zeit ^ur Verfügung, um theoretische Aufgaben lösen zu lagen und gleichzeitig eine Ausrichtung des Berufsnach­wuchses durch entsprechende Fachvorträge vorzu­nehmen.

(Aufnahme: Photo-Pfaff)

Wir tragen die Fahne in das Land!"

NSG. Freude und Frohsinn der Pfingsttage gaben den festlichen Rahmen für den Einzug tausender Pimpfe in ihre Zeltlager. Freude und Frohsinn leuchteten aus ihren Augen, die nun acht Tage lang die Sonne über den Baumwipfeln am blauen Him­mel schauen dürfen, statt in den Straßen und Dör­fern, in den Werkräumen und Schulen ihr Dasein nur an ihrem Schatten zu spüren. Der gleiche Dienst, die gleiche Kost, dasselbe Zelt, das gleiche Erlebnis unter der gleichen Fahne schweißt eine Jungengemeinschaft stolzer selbstbewußter Kerls, die Zagheit und Unentschlossenheit, Eigendünkel und Selbstsucht über Bord geworfen haben. Ihre frohen Lieder füllen nun Talgrund und Bergeshang und die Lagerfahne leuchtet über der jungen Mannschaft.

An Pfingsten wurden die Zeltlager eröffnet für die Banne und Jungbanne

80 (Wiesbaden) im Rödelbachtal bei Bad Schmal­bach

88 (Wetzlar) am Altenberg bei Hohensolms, 117 (Mainz) am Rochusberg bei Bingen, 254 (Wetterau) am Gederner See, 304 (Vogelsberg) bei Ulrichstein.

Auf der Fahrt zu diesen Lagern begegnen wir auf allen Straßen marschierenden oder am Rain zu kurzer Rast verweilenden Hitlerjugend- oder Jung­volkeinheiten. Stramm grüßen sie zurück, und die Führer erzählen von ihrem Ziel und von ihrem Vorhaben. Manche sind auf der Suche nach einem schönen Lagerplatz, um die wenigen freien Tage in froher Zeltgemeinschaft zu verbringen. Andere, die viel sehen und erleben wollen, sind auf Mehrtages­fahrt begriffen, oft zu Rad, und ihr Herz strömt über vor Freude und Begeisterung. Im Taunus und im Westerwald, im Vogelsberg und im Oden­wald, überall treffen wir sie und bemerken unter ihnen auch viele Jungen aus dem benachbarten Ge­biet Kurhessen, Westfalen, Westmark oder Ruhr«