Ausgabe 
4.5.1936
 
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Bauer, lies auch im Gommer detne Zeitung!

Ein Aufruf des Reichsbauernführers.

Berlin, 2. Mai. (DVB.) R. Walther Darre, Tteichsminister, Reichsbauernführer und Reichsleiter der NSDAP., erläßt folgenden Aufruf:

Bei der wachsenden Arbeit in den Sommer­monaten glauben manche Bauern und Land­wirte, keine Zeit für ihre ständige Unterrichtung auf politischem, kulturellem und wirtschaftlichem Gebiet mehr erübrigen zu können, so daß sie ihre Tageszeitung und ihre Fachzeitschriften abbestetten. Solche Unterbrechung des Zeitungsbe­zuges läßt sich jedoch in keiner Weise ver­antworten. Jedem Bauern und Landwirt kön­nen erhebliche Rachteile entstehen, wenn ihm die für feinen Beruf wichtigen Veröffentlichun­gen nicht bekannt sind. Die Unkenntnis gesetzlicher Bestimmungen als Entschuldigung ist von den Ge­richten mehrfach zurückgewiesen worden mit dem Hinweis, daß das sorgfältige Verfolgen der Tagespresse und der Fachblätter von jedem Volksgenossen verlangt werden müsse.

Es ist eine selbstverständliche staatsbürgerliche Pflicht eines jeden Bauern und Landwirts, auch im Sommer trotz der erhöhten Arbeitslast seine Zeitungen regelmäßig zu lesen."

Austausch eines Triebrades gegen ein Ersatzrad bei einem Personenwagen, hier ist einer mit 60 Sekun­den der beste Mann. Dann stehen die Leute am Motorrad: Zündkerzenwechsel, und schließlich Düsen­wechsel am Vergaser.

Nach 3 Stunden ist die Prüfung beendet. Ein Blick in die Listen zeigt, daß der Sturm mit seinen Leistungen zufrieden sein kann und daß sein Aus­bildungsstand auf einer beachtlichen höhe ist. Die vorhergehenden Wochen eifrigen Arbeitens waren nicht umsonst gewesen, und mit neuem Mut kann es jetzt an die Bewältigung der nächsten Aufgabe gehen.

fiine Mädchen-,,Bersteigerung".

£ Groß-Felda (Kreis Alsfeld), 2. Mai. Am Vorabend zum 1. Mai ging es hier nach alter Sitte auf den Sommerberg, wo sich die Jugend bei lodern­dem Feuer versammelte. Dort wurde mit einem alten Spruch, so daß es über das ganze Dorf hallte, ausgerufen, daß die N. N. dem N. N. seinL i e- Mensch" sei. Mit Peitschengeknall und lautem Bei­fall wurde jedes Ausrufen begleitet. Nach dieser für die Ausrufer anstrengenden Betätigung ging es in eine Wirtschaft zur M ä d ch e n -V e r st e i g e - rung". Die Mädchen werden in ihrer Abwesenheit von den Burschenversteigert", und ein Zehntel des gebotenen Preises muß in die gemeinsame Kasse be­zahlt werden. Jeder Bursche sieht natürlich darauf, daß sein Mädchen nicht von einem anderen gesteigert wird. Bekommt ein Mädchen kein Gebot, so wird es im Pferch zusammen mit dem aus der Schule ent­lassenen Jahrgang am Schluß versteigert. Aus dem Erlös der Versteigerung feiern dann die Burschen ein frohes Fest. Auch sonst wird in dieser Nacht noch allerlei Spaß getrieben. Wer seinen Garten noch nicht bestellt hat, bekommt eineDönsel", d. h. eine Strohpuppe in den Garten gestellt, was allerdings in diesem Jahre nicht geschah, da kaum ein Garten infolge der Witterung bestellt war. Auch kann der

Gartenbesitzer feststellen, daß man ihm vielleicht Kleesamen unter die Erbsen gesät, oder ihn sonstwie zum Besten gehalten hat. Manch einem wird die Haustüre zugebunden, kurzum, man muß auf aller­lei gefaßt sein. Wenngewalpert" wird, ist allerlei erlaubt.

Landkreis Gießen

T Großen-Linden, 2. Mai. In diesem Jahre werden es 3 5 I a h r e, daß der Zimmermeister und Sägewerksbesitzer Wilhelm Watz sein Zimmer­geschäft hier eröffnete. Seit dieser Zeit ist der Zim­mermann Karl Z ö r b in diesem Betrieb beschäftigt. Es ist dies ein schönes Zeichen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

A Staufenberg, 2.Mai. Die hiesige Orts­polizeibehörde hatte gemeinsam mit dem Reichs­luftschutzbund Ortsgruppe Busecker- und Lumdatal eine Versammlung der für die Wahrung der Belange des zivilen Luftschutzes in Staufenberg vorgesehenen Blockwarte, Selbstschutz­kräfte und Laienhelferinnen einberufen. Nach ein­leitenden Worten des Bürgermeisters Reuter (Staufenberg) sprach der Untergruppenführer im RLB. Dr. M i t t e r m a i e r über Wesen und Auf­gaben des zivilen Luftschutzes und machte dann die Blockwarte, Selbstschutzkräfte und Laienhelferinnen mit ihren Aufgaben bekannt. Daraufhin wurden sie durch Handschlag verpflichtet.

+ Grünberg, 2. Mai. Bei der Verteilung der Ehrenurkunden an die Sieger im Reichs­berufswettkampf des hiesigen Bezir- k e s konnte der Wettkampfleiter, Uhrmachermeister Hermann Pfeffer jun., darauf Hinweisen, daß unter den hiesigen Siegern in der Gruppe Haus­gehilfen die Siegerin Elisabeth Schlüter im Gau­ausscheidungswettkampf in Frankfurt als Gaubeste ermittelt wurde, wofür sie mit einer besonderen Ur­kunde ausgezeichnet wurde. Insgesamt konnten hier an 31 Sieger Ehrenurkunden ausgeteilt werden. Nachstehend nach Gruppen die Namen der Sieger: Gruppe Hausgehilfen: Elisabeth Schlüter (Grünberg), Emmi Seibel (Grünberg), Hedwig Schäfer (Beltershain). Gruppe Leder: Ernst Pfeiffer (Ettingshausen), Ludwig Meißner (Nord­eck). Gruppe Holz: Otto Schultheiß (Stangen­rod), Rudolf Müll (Göbelnrod), Ernst Hofmann (Atzenhain). Gruppe Friseure: Karl Sieck (Grün­berg). Gruppe Bekleidung: Elli Runzheimer (Allendorf a. d. Lda.), Otto Keil (Solms-Ilsdorf). Gruppe Bau: Alfred Funk (Weitershain), Karl Schellhaas (Nieder-Ohmen), Heinrich Dickel (Mer­lau). Gruppe Textil: Willi Junker (Queckborn), Erna Schmitt (Saasen), hrch. Melchior (Weickarts­hain). Gruppe Metall: Heinrich Meckbach (Lon­dorf), Gustav Keil (Nieder-Ohmen), Heinrich Rüp- pel (Kappel bei Marburg), Richard Klös (Weickarts­hain), Werner Wolf (Nieder-Obmen), Ernst Kratz (Merlau), Heinz Amend (Grünberg), Ernst Wilh. Kühn (Wetterfeld), Albert Mauermann (Burg- Gemünden). Gruppe handel: Helma Gäbel (Lar­denbach), Hedwig Heidt (Grünberg), Rudolf Grün (Atzenhain). Gruppe Nahrung und Genuß: Heinrich Becker (Homberg), Karl Weber (Geils­hausen.)

* Obbornhofen, 4. Mai. Der acht Jahre alte Sohn des Landwirts Keil erlitt bei einem U n - f a ll einen Bruch des rechten Oberarms und mutzte nach Gießen in die Klinik eingeliefert werden.

Preußen.

Kreis Detzlar

^Dornholzhausen, 3. Mai. Der G e - meinde-haushaltsplan für das Rech­nungsjahr 1936 ist in Einnahme und Ausgabe mit 32 062 Mark ausgeglichen. Die Steuersätze für die Gemeindesteuern sind wie folgt festgesetzt: Grund­

vermögensteuer I - 305 v. h., Grundvermögen­steuer II 305 v. h., Gewerbeertragsteuer 350 o. h., Gewerbekapitalsteuer 350 o. h., Bürgersteuer 100 o. h. Die Fürsorgekosten sind von 4000 Mark auf 2000 Mark zurückgegangen. Für Unterhaltung der öffentlichen Wege und Straßen sind im Haushalts­plan 2000 Mark vorgesehen. Die von der Gemeinde zu zahlende Kreisumlage ist mit 4500 Mark, der Anteil an den Kosten der Zweckoerbandskasse mit 1200 Mark in den Haushaltsplan eingestellt. Das Aufkommen an Grundvermögensteuer, Gewerbe­steuer und Bürgersteuer beträgt 8500 Mark. Die Gemeinde besitzt bebaute Grundstücke im Werte von 8000 Mark, Kulturland im Werte von 52 000 Mark und Wald im Werte von 48 000 Mark, ferner Wertpapiere in höhe von rund 1546 Mk. und Betriebsvermögen, das einen Wert von rund 12 000 Mark darstellt. Die Schulden der Gemeinde be­laufen sich- zur Zeit auf 4300 Mark und werden sich durch im Laufe des neuen Rechnungsjahres vorgesehene Tilgungen auf 2500 Mark verringern, so daß von einer nennenswerten Verschuldung un­serer Gemeinde nicht die Rede sein kann. Die Ein­wohnerzahl betrug nach der letzten Personenstands­aufnahme 503.

Eine dreiköpfige Einbrecherbande festgenommen.

Zahlreiche Wohnungs- und Geschäflsembrüche aufgeklärt.

LPD. Frankfurt a. M., 4. April. Der Frank­furter Kriminalpolizei ist es gelungen, eine drei­köpfige Einbrecherbande festzuneh- m e n, der große Einbrüche nachgewiesen werden konnten, die bis in die Jahre 1932/1933 zurück­reichen. Bei zwei Tätern handelt es sich um poli­zeibekannte Personen, die im August 1935 bzw. im Januar 1936 nach Verbüßung einer längeren Frei­heitsstrafe entlassen worden waren. Einem von ihnen konnten insgesamt 20 Wohnungseinbrüche und zwei große Geschäftseinbrüche, den beiden Komplicen die Teilnahme an vier weiteren Lager­hauseinbrüchen in der Nähe des Hauptbahnhofs nachgewiesen werden. In einem Falle hatten sie bei einem Einbruch in eine Schuhgroßhandlung 100 Paar Schuhe erbeutet, die sie auf der Straße und in der Herberge zu Schleuderpreisen verkauf­ten. In einem anderen Falle hatten sie zwei be­kannten Frankfurter Kleiderfabriken Besuche abge­stattet und auch hier reiche Beute gemacht.

Gemeingefährlicher Geisteskranker aufgegriffen

LPD. Bad Homburg, 1. Mai. Ein Kraft­fahrer griff auf der Landstraße zwischen Usingen und Laubach einen dort umherirrenden Geisteskran- ken aus und lieferte ihn auf der Homburger Poli­zeiwache ab. Nach den Ermittlungen handelte es sich um einen gemeingefährlichen Geisteskranken aus Eschborn, der in der Anstalt zu Herborn unter­gebracht und von dort entwichen war. Die sofort benachrichtigte Anstalt ließ den Kranken durch Wärter wieder zurückholen.

Aehbock überrennt einen Radfahrer.

LPD. Neu-Isenburg, 30. April. Ein mit seinem Kind auf dem Rad auf der Straße nach Mitteldick unterwegs befindlicher Radfahrer wurde von einem Rehbock umgerannt, so daß Vater und Kind in den Straßengraben flogen, zum Glück ohne schwere Verletzungen davon- zutragen. Der Rehbock dagegen, der von einem stärkeren Rehbock getrieben wurde, hatte sich bei dem Angriff das Rückgrat verletzt und mußte von

und Schotten.

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Versteigerung bestimmt.

CMIfhnff gerichtl. beeidigter Tarator f. d.Land- . HUyull gerichtsbezirk der Provinz Oberhessen und Versteigerer f. d. Kreise Gießen, Lauterbach

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Ein stenographischer Poststempel.

Vom 2. bis 4. Mai fand in Plauen der Säch­sische Stenographentag statt. Dafür wurde ein besonderer stenographischer Poststempel geschaffen. Zum zweitenmal in der Welt wurde damit ein der­artiger stenographischer Poststempel verwandt. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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