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Als die Behörde Kunde davon erhielt und Polizeimacht nach Monsanto entsandte, war schloß bereits derartig unterwühlt, daß seine ten Mauern einzustürzen drohten. Die erregt testierenden Bauern wurden vertrieben, und der Leiter der behördlichen Aktion sich die von
das den vielversprechenden Titel „Der verliebte Selbstmörder" trug. Zur Uraufführung waren aber nur die beiden polizeilich vorgeschriebenen Feuerwehrleute erschienen, so daß die Vorstellung abgesagt werden mußte. In seiner Verzweiflung ver- übte der unglückliche Pegasusritter nun selbst einen Selbstmordversuch. Doch wurde er durch die Kunst der Aerzte dem Leben erhalten, verwand seinen Schmerz und seine Enttäuschung bald und schrieb ein neues Stück, das er „Moral und Liebe" nannte. Dieser Tage fand nun die Uraufführung dieses Erzeugnisses statt. Diesmal hatte sich ein zahlreiches Publikum eingefunden, das offenbar mehr von der tragikomischen Gestalt des Schuhmachers als von dem schauerlich-schönen Inhalt des Theater-
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jungen „Unschuldsknaben" aufgefundene Gold- münze ansah, stellte es sich heraus, daß es sich um einen fast noch neuen englischen halben Sovereign mit dem Bildnis des jüngst verstorbenen Königs Georg handelte.
Ein unachtsamer englischer Tourist muß ihn wohl bei einer Besichtigung des Schlosses verloren haben. Die durch die Wühlerei der Bauern entstandenen Schäden sind nur mit erheblichem Geldaufwand wieder gutzumachen.
Das Geheimnis der Freiheitskämpferin.
(1) Sofia.
In der bulgarischen Ortschaft Kaspitschan starb dieser Tage die bekannte Revolutionärin und Freiheitskämpferin Baba Elena im Alter von 104 Jahren. Baba Elena war die Tochter des Haiduken Strachil Atmadja, der den Türken gegen Mitte des vorigen Jahrhunderts, als erstmalig der bulgarische Freiheitswille offen durchbrach, mit seiner Freischärlertruppe schwer zu schaffen machte. Ganze Abteilungen Tscherkessen, Ianitscharen und Gendarmen waren dem gefürchteten Strachil jahrelang auf der Spur, ohne ihn jedoch auch nur ein einzigesmal erwischen zu können. Seine türkischen Verfolger hatten ihm daher auch den Beinamen „Atmadja" — der Habicht — gegeben, weil er urplötzlich immer wieder dort auftauchte, wo man ihn am wenigsten vermutet hatte. In zahlreichen Volks- und Freiheitsliedern, an denen Bulgarien überaus reich ist, werden die Heldentaten des Haiduken Strachil „Atmadja" besungen. Seine einzige Tochter Elena hatte sämtliche Helden der bulaarischen Freiheitskämpfe, wie Lewski, Ben- kowski, Karawelloff, Boteff und andere mehr persönlich gekannt, die in ständiger Verbindung mit ihrem Vater gestanden hatten, und denen Elena häufig wertvolle Dienste geleistet hat.
Baba Elena, die die Geschichte dreier Generationen miterlebt hat, war eine merkwürdige Frau. So gern sie von ihren Begegnungen mit den bulgarischen Nationalhelden und deren kühnen Taten erzählte, lehnte sie es doch stets ab, irgendwelche Mitteilungen über die Freischärlerkämpfe und das Leben ihres Vaters zu machen. Atmadja hatte seiner Tochter, wie sie selbst immer wieder erklärte, noch während der Türkenzeit das Versprechen abgenommen, niemals etwas über seine Streifzüge und Taten in der Oessentlichkeit verlauten zu lassen. Die Umwelt achtete das mit unerschütterlicher Treue bewahrte Versprechen der Alten, die ihre Geheimnisse mit ins Grab genommen hat.
Ein südslawischer „Hans Sachs".
(ep) Belgrad.
In dem südslawischen Städtchen Petrovgrad wohnt der Schuhmachermeister Radovan Marcikic, der offenbar bestrebt ist, in die Fußtapfen seines berühmten Nürnberger Berufsgenossen Hans Sachs zu treten. Er verfaßt nämlich Theaterstücke. Leider hat er aber in dieser literarischen Tätigkeit bisher keine sehr glückliche Hand gehabt. So sollte vor einiger Zeit ein Stück von ihm gegeben werden,
tagebaubetrieb des Bergwerks von einem herabstürzenden Stollenstempel, d. h. einem schweren Holzpfosten, so unglücklich getroffen, daß er tödlich verletzt zusammenbrach. Auf dem Wege nach dem Krankenhaus in Friedberg ist der bedauernswerte Mann seiner schweren Verletzung erlegen. Der Verunglückte hinterläßt seine Frau und ein Kind.
* Ober-Widdersheim (Kreis Büdingen), 3. April. Heute morgen wurde der Steinbrucharbeiter Otto Ulrich im hiesigen Gemeindesteinbruch, in dem er mit der Bedienung des Gesteinsbohrers beschäftigt war, von einem über ihn sich loslösenden großen Geste ins stück so schwer ins Genick getroffen, daß er leider auf der Stelle getötet wurde. Um den Verunglückten trauern seine Frau und drei Kinder.
Starkes Auftreten der Diphtherie.
* Ober-Widdersheim, 3. April. In unserem Orte tritt gegenwärtig die Diphtherie außerordentlich heftig auf. Ein drei Jahre altes Kind ist an der Krankheit bereits g e st o r - b e n , einige andere Kinder liegen schwer erkrankt darnieder. Im Hinblick auf diese besorgniserregenden Erkrankungen ist die kirchliche Konfirma- tionsfeier für den Palmsonntag abgesagt und auf einen späteren Termin verlegt worden. •
heute vormittag ein schwerer Unglücksfall, dem leider ein blühendes Menschenleben zum Opfer siel. Der 35 Jahre alte Grubenfteiger Karl Ludwig K o l l m a n n wurde im Unter-
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Reichsauiobahn-Vorbereitungen im Kreise Alsfeld.
öo Alsfeld, 3. April. Die V'o rar beiten für die Arbeiten an der Reichsautobahn im Raume der Gemarkung Alsfeld find nunmehr im Gange. Am Mittwoch fand auf Veranlassung der obersten Bauleitung Frankfurt der Reichsautobahnen, die für Oberhessen zuständig ist, im Kreisamt Alsfeld im Benehmen mit der Hessischen Landesregierung eine Verhandlung über die Wegeanlagen im Zuge der Reichsautobahn von Kilometer 78 bis Kilometer 111, d. h. soweit der Kreis Alsfeld in Betracht kommt, statt. Die Landesregierung war durch Landeskulturrat Reich vertreten, die in Betracht kommenden Gemeinden durch ihre Bürgermeister und Ortsbauernführer. Es waren ferner vertreten das Kreisamt Alsfeld, die Landesbauernschaft und die beteiligten Feldbereinigungsbehörden. Die gesamten Wegeanlagen im Zuge der Reichsautobahn wurden erörtert und Wünsche der beteiligten Gemeinden entgegengenommen. Demnächst wird die landespolizeiliche Prüfung des Planes stattfinden. Durch Verfügung des Herrn Reichsstatthalters in Hessen (Landesregierung) ist das Feldbereinigungsverfahren im Kreise Alsfeld für die Gemeinden Atzenhain, Nieder-Ohmen, Alsfeld, Eifa angeordnet worden. Die Feldbereinigungen werden von der Feldbereinigungsdienststelle der Reichsautobahn in Lich durchgeführt. Am 1. Mai wird in Alsfeld eine Bauabteilung der Reichsauto - bahn errichtet. Die erforderlichen Räume sind bereits gemietet. Inzwischen fand auch die e r ft e Vergebung von Erdarbeiten in zwei Losen in der Gemarkung Alsfeld und Eifa statt. Mit den Erdarbeiten wird alsbald begonnen werden. Es werden zunächst zwei Kolonnen mit je 60 Arbeitern eingesetzt. Mit dem Beginn dieser gewaltigen Arbeitsbeschaffung in unserer Gegend dürfte auch für die Stadt Alsfeld eine recht beachtliche Wirtschaftsbelebung eintreten.
Fachschaststagung
der Getreide- und Kartoffe!wirtschast.
Von der Kreisbauernschaft Oberhessen-West in Friedberg wird uns mitgeteilt: Der Getreide- und der Kartoffelwirtfchaftsverband und deren Landesfachschaften halten am 8. April, 14 Uhr, in ^riebberg im Hotel Trapp eine Fachschaftstagung ab. Die arischen Fachschafts
stückes angezogen worden war. Nachdem die Zuschauer schon den siebenten Aufzug oes gruseligen Stückes über sich hatten ergehen lassen, erschien plötzlich der Saalbesitzer auf der Bühne und erklärte, er sehe sich leider gezwungen, die Vorstellung abzubrechen, da der Schuhmachermeister die Kosten für die Saal- und Bühnenbeleuchtung noch nicht bezahlt habe. Die Zuschauer, offensichtlich von Mitleid für den unglücklichen Autor gepackt, veranstalteten flugs eine Sammlung, und als der erforderliche Betrag zusammengekommen war, konnten auch der achte und die übrigen Auszüge zu Ende ge- spielt werden. Am Schluffe der Vorstellung konnte Radovan, der Schuster, herzlichen Beifall ernten
Opfer der Arbeit.
Wölfersheim (Kreis Friedberg), 3. April, hiesigen Bergwerksbetrieb ereignete
Kranken und die Hunde blieben im Dorf zurück, — in den Ruinen jedoch begann eine fieberhafte Schatz- graberel und Wühlerei, die bei Einbruch der Nacht bei Laternenschein fortgesetzt wurde.
Mitglieder werden auf diese Tagung besonders aufmerksam gemacht. Es handelt sich um eine Pflichl- versammlung, zu der das Erscheinen der Mitglieder dringend erforderlich ist.
Aerzte-Tagung in Dad-Nauheim.
Lvd. Bad-Nauheim, 3. April. Die Gemeinschaftstagung der Deutschen Gesellschaft für Kreis- laufforfdjung und des Aerztlichen Ausschusses, die mit Rücksicht auf die stattfindende Wahl verlegt werden mußte, findet vom 16. bis 18 April in Bad-Nauheim unter dem Vorsitz des Präsidenten des Reichsgesundheitsamtes, Prof. Dr. Reiter, im Kerckhoff-Inftitut statt.
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Landkreis Gießen.
X Wies eck, 3. April. Von der Kirche aus, in der die Orgel, die er jahrelang als Organist gespielt, den Choral „Jesus meine Zuversicht" intonierte, wurde der am 1. April in Schotten verstorbene Lehrer i. R. Friedrich Müller heute zu Grabe gebracht. Dekan Sattler würdigte in feiner Grabrede über Psalm 23,6 die Persönlichkeit und das Wirken des Mannes, der von 1888 bis 1922 an unserer Schule tätig war. Nach der kirch. lichen Handlung legte er im Namen des Kirchen- Vorstandes dem langjährigen Kirchenvorsteher und Organisten einen Kranz nieder. Bürgermeister Euler tat dasselbe für die Gemeinde, Rektor Petri für die Schule und Lehrerschaft. Der Entschlafene war geboren zu Pfaffen-Beerfurt i. O. als Sohn eines Lehrers am 19. Februar 1854. Nach dem Besuch des Lehrerseminars in Friedberg wirkte er als Schulverwalter in Busenborn und erhielt seine erste Anstellung in Ober-Sorg. Zusammen mit dem späteren Rektor D ö l l wurde er am 1. Juli 1888 nach Wieseck versetzt und trat am 1. Juli 1922 in den Ruhestand. Am letzten Sonntag genügte er noch seiner Wahlpflicht. Das Andenken des tüchtigen Schulmannes und edlen Menschen wird in der Gemeinde unvergessen bleiben.
5 Staufenberg, 3. April. Bei der vom BDM. für die NSV. durchgeführten Eier- fammlung kamen hier insgesamt über 300 Stück zusammen.
cv Daubringen, 3. April. Die hier vom BDM. durchgeführte E i e r s a m m l u n g für die NSV. ergab eine Menge von über 350 Stück.
* Lollar, 3. April. Hier ereignete sich gestern ein Zusammen st oß zweier Personenkraftwagen. Beide Fahrzeuge wurden beschädigt, zum Glück blieben aber die Insassen unverletzt.
Y Watzenborn-Steinberg, 3. April. Die von der NS. - Frauenschaft durchgeführte Eiersammlung für die NSV. ergab in unserer Gemeinde 755 Stück.
Q] Hungen, 4. April Am morgigen Palmsonntag werden insgesamt 19 Konfirmanden in der hiesigen Kirche zur Konfirmatton schreiten. Es sind dies: Hermann Vogt, Ernst Lutz, Franz M. Landmann. Warner Walz. Willi Ulrich. Walter Schmalz, Ernst Velten, Hans K. A. Schäfer, Helmut Fischer, Richard Bach, Waldemar Bender, Rudolf Klotz, Willi Würtz, Liselotte D. M. Schäfer, Hildegard Schmidt, Margarethe Frutig, Elisabeth Nicklas, Charlotte Ebersohn und Erika Falk. Ein weiterer Konfirmand, Walter Pietsch, kann wegen Krankheit mit den vorgenannten Alterskameraden nicht konfirmiert werden.
# Ettingshausen, 4. April. In der hiesigen Kirche wurden die Konfirmanden vorgestellt und geprüft. Die Namen der Konfirmanden sind: W. Vogler, Ernst Reitz, Karl Mohr, Walter Schmidt, Otto Pfeiffer, Alwin Pfeiffer, Emil Römer, Erich Sommer, Otto Görnert, Walter Brasch, Lina Keil, Ottilie Stein, Else Görnert, Paula Pfeiffer, Irmgard Keil und Paula Brock.
> Bellersheim, 3. April. Die günstige Witterung hat die Sommer frucht bereits auflaufen lassen, so daß Hafer und Gerste schon reihenweise stehen. Aber auch das Unkraut ist gut gekeimt. Das Wintergetreide steht üppig. Gegenwärtig ist man dabei, Runkelsamen auszu- legen und Pferdemöhren zu säen. Vereinzelt werden auch schon Frühkartoffeln gepflanzt. In den Gärten ist die Frühjahrssaat gut aufgegangen. Schädlinge machen sich bis jetzt nicht bemerkbar.
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