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seiner Kräfte in Afrika nicht gewillt ist, seine selbständige Politik in Europa aufzu­geben. Zum beweise der Notwendigkeit der italie­nischen Mitwirkung im Donauraum spielte Musso­lini auf den Hodza-Plan an, der nur deshalb gescheitert sei, weil die sogenannte Donaufrage ohne und daher gegen Italien nicht gelöst wer­den könne. Ueberraschend muß die Mitteilung des Duce wirken, daß der letzte Donau-Dersuch zwar in Paris, aber nicht von der französischen Regierung und auch nicht von ihr gebilligt, entstanden ist. Wenn dies zutrifft, dann läßt sich daraus eine weitgehende Verstimmung zwischen Paris und Prag

schließen. Den Pariser Gesprächen eine solche Deu­tung zu geben, hat allerdings der italienische Re­gierungschef das allergrößte Interesse. Denn die Vor­aussetzung für die Aufrechterhaltung des italieni­schen Einflusses im Donauraum ist und bleibt die möglichst weitgehende Schwächung der Kleinen Entente. So machen sich die an das Genfer Statut gebundenen Mächte noch einmal möglichst stark, um für kommende Verwicklungen gerüstet zu sein. Der palmenschwingende Engel aber, das heimliche Symbol der Völkerbundsstaot, hält sich die Ohren zu, um nicht die grausame Dissonanz der Friedens­schalmeien und Kriegstrompeten hören zu müssen.

Adua-FeierandemMardesVaterlandes"inRom

Zum 40. Jahrestag der Schlacht von Adua wurde in Rom amAltar des Vaterlandes" in Gegenwart des Königs und des Duce eine Erinnerungsfeier abgehalten und eine Messe gelesen. (Scherl-M.)

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Talern. Die italienischen Flieger berichten, daß von. der abessinischen Nordarmee nur noch demorali-1 fierte Trümmer übriggeblieben seien.

Der italienische Heeresbericht sagt: Zum erstenmal in der Geschichte des Kolonialkrieges wurde eine größere Aktion mit großen Truppen­massen durchgeführt unter gleichzeitiger Mitwirkung von Artillerie kleineren und mittleren Kalibers und von Kampfwagen, während der Himmel von einer Wolke von Flugzeugen verdunkelt war. Alle diese Heeresbewegungen wurden in größter Ordnung durchgeführt. Sie überstiegen an Schwierigkeit das Vorstellbare. Das 3. Armeekorps erreichte auf dem Vormarsch Gaela, während gleichzeitig die Auto­straße durch ein schwieriges und rauhes Gelände vorwärts getrieben wurde. Täglich werden Tausende von Tonnen an Material jeder Art befördert. In zwei Fällen wurde ein ganzes Armeekorps einzig und allein mit Hilfe von Flugzeugen verproviantiert. Mehrere Batterien leichter Gebirgsartillerie wurden mit Hilfe von schweren Treckern 510 Kilometer bei einer Tagesleistung von 150 Kilometer bis in die vordersten Stellungen gebracht. Von Massaua wur­den binnen zwei Tagen auf den Autostraßen allem 1500 Maultiere auf Kraftwagen bis in das Kampf­gebiet befördert. Während der Schlacht waren achtzig Feldtelegraphen in Tätigkeit. Die Tapferkeit unserer Truppen, die hervorragende Organisation des Nach­schubs und die enge Zusammenarbeit aller Truppen­teile bestätigen die hohe Schlagkraft, zu der die Streitkräfte des faschistischen Italiens erwachsen sind."

Sie Regierungskrise in Athen.

A t h e n, 3. März. (DNB.) Die Armee hat sich der Bildung einer v e n i s e l i st i s ch e n R e - g i e r u n g unter Mitarbeit kleiner Parteien w je­de r s e tz t. Die Bemühungen des Königs um eine Zusammenarbeit zwischen den Deniselisten und der Volkspartei scheinen keinen Erfolg gehabt zu haben. Der Führer der Veniselisten, Sophoulis, hat beim König Einspruch gegen das Ein­greifen der Militärs erhoben. Man glaubt, daß der König für den Fall, daß bis Freitag keine Einigung zwischen den beiden großen Parteien er­zielt ist, ein neutrales Kabinett bilden wird, das die Unterstützung der Kammer finden dürfte. Dieses Kabinett würde dann, mit weit­gehenden Vollmachten ausgestattet.

König und Duce bei der Feldmesse. (Scherl-M.)

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Donaukonferenz in Rom.

DerneueFriedensappeNdesVölkerbundes

In der Zwischenzeit soll über die Oelsperre verbandelt werden.

Genf, 3. März. (DNB.) Der Dreizehner-Aus- schuß des Völkerbundsrates hat folgenden Appell an die Kriegführenden beschlossen:Auf Grund des Auftrages, den ihm der Völkerbundsrat in seiner Entschließung vom 19 Dezember erteilt hat, richtet der Dreizehner-Ausschuß einen dringenden Appell an die beiden Kriegführenden, sofort Ver­handlungen im Rahmen des Völker­bundes und im Geiste des Paktes zu eröffnen, mit dem Ziel der baldigen Einstellung der Feindseligkeiten und der endgültigen Wieder­herstellung des Friedens. Der Dreizehner-Ausschuß wird sich am 10. März wieder versam­meln, um von den Antworten der beiden Regierungen Kenntnis zu nehmen."

Außerdem verlautet, daß sich die Sachverstän­digen auf ausdrücklichen Wunsch des englischen Außenministers in der Zwischenzeit auch mit der Art der Durchführung der Petroleum- Sanktionen beschäftigen werden, damit diese Maßnahme gegebenenfalls sofort be­schlossen werden könne.

DasJournal" meint, der neue Versöhnungsver­such sei gen ügend elastisch gehalten und schone die Eigenliebe und die Interessen der Betei­

ligten, so daß man wünschen könne, diesmal eine schlichte Ablehnung vermieden zu sehen. Auch der Figaro" schreibt, Italien könne verhandeln, denn die Einladung habe nichts von einem Ultima­tum an sich. Aber bisher sehe man noch keinen Weg, wie man gleichzeitig den italienischen Erobe­rungswunsch, den abessinischen Widerstandswillen und die Grundsätze des Völkerbundes befriedigen könnte. Da die Engländer die Angelegenheit nicht weiter hingeschleppt sehen wollten, sei der Tag der Oelsperre vielleicht nicht fern.

DasOeuvre" glaubt zu wissen, daß die Eng­länder sich mit allen Oelerzeuaungs-, Oelhandels- und Oeltransportstaaten über Deren Zustimmung zu einem Oelausfuhrverbot verständigt hätten. Man könne bereits sagen, daß England diese Zu­stimmung schon habe.Echo de Paris" meint, die Einladung des Dreizehner-Ausschusses spreche von der Aufnahme von Verhandlungen im Geiste des V ö l k e r b u n d s p a k t e s. Das aber schließe von vornherein eine Gebietsteilung aus. Der Negus werde sich sicher der Klugheit des Dölkerbundsrates anvertrauen und nur daran erinnern, daß der Artikel 10 des Völkerbundspaktes die gebiets­mäßige Unverletzlichkeit und die poli­tische Selbständigkeit gewährleiste.

Aus dem Gipfel des eroberten Amba Aradam

Mussolini gegen die Domm-Pläne der Kleinen Entente.

Rom, 3. März. (DNB.) Mussolini hat vor dem Ministerrat erklärt, daß am 18., 19. und 20. März in Rom eine italienisch-österrei- chisch-ungarische Zusammenkunft unter Beteiligung des österreichischen Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg, des österreichischen Außenministers Berger-Waldenegg, des ungarischen Mini­sterpräsidenten G ö m b ö 5 und des ungarischen Außenministers K a n y a stattfinden wird. Musso­lini sagte: Der in letzter Zeit wiederauflebende Versuch, die sog. Donaufrage ohne und daher gegen Italien zu lösen, wie er in Paris, aber nicht von der französischen Regierung und auch nicht von ihr gebilligt, begonnen wurde, ist bereits gescheitert, wie es nicht anders sein konnte. Es ist fast überflüssig zu wiederholen, daß eine kollektive Regelung im Lonaubecken nicht die Interessen Italiens und der mit uns verbünde­ten ©taten übergehen kann. Das italienisch-öster- reichisch-ungarische Zusammentreffen findet auf der Linie der römischen Protokolle statt, die in den ersten zwei Jahren ihres Bestehens eine un­leugbare Wirksamkeit zur Stärkung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Budapest, Wien und Rom gehabt haben.

Gegen die Einschaltung Sowjetrußlands.

Rom, 3. März. (DNB.)Lavoro Fascista" schreibt: Die Sanktionspolitik habe naturgemäß den Prozeß einer europäischen Neuordnung unterbro­chen, so daß die römischen Protokolle nicht in ein

größeres System eingeschaltet werden könnten. Diese besondere europäische Lage könnte jedoch nicht den Schiffbruch der römischen Protokolle bedeuten. In Paris habe man die Donaufrageohne Italien und daher gegen Italien" lösen wollen. Sowjet- rußland hätte bei der Zusammenarbeit im Donauraum an die Stelle Italiens treten sollen. Das sei jedoch eine Beleidigung der Geschichte und der Geographie. Die Dreierzusammenkunft in Rom werde dazu dienen, die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Budapest, Wien und Rom zu festigen und zu zeigen, daß nur auf dieser Liniedie Zu­kunft der Völker und Staaten des Donaugebietes gewährleistet werden könne.

Habsburger Familienkongreß.

W i e n, 3. März. (DNB.) Erzherzog Eugen hat an alle Mitglieder des Hauses Habsburg eine Einla­dung zu einer Zusammenkunft gerichtet, die im März oder April in Raab in Ungarn statt­finden soll. Der Habsburger Familienrat soll sich mit der T h r o n f o l g e s ch a f t befassen, die be­sonders in Ungarn, wo bekanntlich auch Erz­herzog Albrecht als Bewerber für den Thron in Aussicht genommen wurde, nicht eindeutig geklärt fei. Es sollen alle Maßnahmen besprochen werden, um die Thronanwartschaft in Oesterreich und Un­garn für Otto eindeutig zu regeln. Dieser Fa­milienrat soll unter Vorsitz Erzherzog Eugens statt- finden, der auch als Vertreter des nicht teilnehmen­den Ottos von Habsburg gilt.

Italienischer Beobachtungsposten auf dem Amba Aradam, südlich von Makalle, der von den Truppen Badoglios erobert wurde. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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Der Sieg an der Aordsront vollendet.

Auch Ras Jmru über dem Takazzeflutz zurückgeschlagen.

Asmara, 8. März. (DNB.) Auch die letzte abessinische Stellung an der Nordfront ist zusam­mengebrochen. Die italienischen Truppen haben die Armee von Ras Jmru in der Stärke von rund 30 000 Mann am linken abessinischen Flügel nach dreitägigen blutigen Kämpfen im Schire-Geknet

westlich von Aksum vernichtend geschlagen. Die Abessinier gehen, von italienischen Bomben- aeschwadern verfolgt, in wilder Flucht über den Takazze-Fluß zurück. Auf der Hochebene von lern» bien haben das 3. italienische und das Eingebore- nen-Armeekorps nach dem Sieg über Ras Kala die Säuberungsaktion fortgesetzt. Der Monte An­dino und Enda Marian Quoram wurden besetzt. Von den flüchtenden abessinischen Truppen wurden zahlreiche Waffen und Munition zurückgelassen. Unter der in die Hand der Italiener gefallenen Kriegsbeute befindet sich auch die Kriegskasse des abessinischen Heerführers mit vielen tausend

Zwangsarbeit der Landbevölkerung in Sowjetrußland.

Llnentgeldliche Arbeitspflicht von Männern und Frauen für den Straßenbau unter Aufsicht der GPU.

Moskau, 4. März. (DNB. Funkspruch.) Der Rat der Volkskommissare und der Hauptvollzugs­ausschuß der Sowjetunion habenzum Zwecke einer besseren Organisierung der Arbeits­beteiligung der Landbevölkerung am Bau und an der Ausbesserung von Chausseen und Landstraßen" dem Jnnenkommissariat (GPU.) d i e Verantwortung f ü r dieDur ch f ührung dieser Arbeiten entsprechend den aufgestellten Plä­nen übertragen. Bei der Ausarbeitung der Pläne hat sich das Jnnenkommissariat nach folgenden Ge­sichtspunkten zu richten:

Die Landbevölkerung wird zweimal im Jahre, im Frühjahr und im Herbst zu den Arbeiten herangezogen. Jeder ist verpflichtet, die für ihn vorgesehene Frist auf einmal abzuarbeiten. Diese Frist der Kollektivbauern und der Einzelbauern zu Strahenarbeileu äußert sich: 1. in unmit­telbarer uunentgeltlicher und per­sönlicher Arbeit an sechs Tagen im Jahre, und 2. in unentgeltlicher Ueberlassung der ihm gehörenden Zug­tiere, Transportmittel und ande­ren Inventare für die gleiche Zeit. Soro-" jetbürger, denen persönliche Landwirtschafts­steuern sowie Einkommensteuern auferlegt wor­den sind, werden mit ihren gesamten Arbeits­tieren, Transportmitteln, Inventar und Werk­zeugen für die doppelte Arbeitszeit von 12 Tagen herangezogen. Ferner be­stimmt das Gesetz, daß die Strahenarbeiten nicht nur von Wannern, sondern auch von Frauen verrichtet werden müssen, und zwar unterliegen Wänner im Alter von 18 bis 45 und Frauen von 18 bis 40 Jahren dieser Arbeitspflicht.

Die Kollektivwirtschaften haben eben­falls für die gleiche Arbeitszeit von 6 Tagen im Jahre Den Straßenbauorganen des

Jnnenkommisfariats ihre Zugtiere, Fahrzeuge, Last­kraftwagen ufw. gleich mit den dazu gehö­renden Kollektivbauern zur Verfügung zu stellen. Diejenigen Kollektivbauern, Einzelbauern und Kollektivwirtschaften, die sich der Arbeitspflicht entziehen, werden durch die entsprechenden Organe des Jnnenkommisfariats mit Geld st rasen in doppelter Höhe des Wertes der nicht geleisteten Arbeit bestraft. Die Ver­ordnung ist am 3. März 1936 im Moskauer Kreml von Kalinin, Molotoff und Unschlicht unterzeichnet worden. Die jetzt durch eine Verordnung der höch­sten bolschewistischen Regierungsstellen verfügte un­entgeltliche Arbeitspflicht der gesamten sowjetrussl- schen Landbevölkerung, der Frauen wie der Män­ner, geht auf eine regelrechte Zwangsarbeit der Bauern hinaus, wie sie bis zur Aufhebung der Leibeigenschaft im Jahre 1861 durch den Zaren Alexander II bestanden hat.

OaS katalanische Selbstverwaltungs­recht wiederhergestellt.

Madrid, 4. März. (DNB.) Der spanische Staatsgerichtshof hat das Gesetz, das nach den Er­eignissen vom Oktober 1934 das katalanische Auto­nomiestatut außer Kraft setzte, für ver­fassungswidrig erklärt. Durch diesen Be­schluß wird mit sofortiger Wirkung das katala­nische Selbstverwaltungsrecht in vollem Umfange wiederhergestellt. Auf Grund des Amnestiegesetzes sind in Barcelona fünf Ver­brecher wieder auf freien Fuß gefetzt wor­den, von denen vier zu 25 Jahren Zuchthaus w e gen Ermordung von drei Arbeitern verurteilt worden waren. Der fünfte verbüßte eben­falls eine Zuchthausstrafe, weil er von einem fah­renden Kraftwagen aus auf einen Straßenbahnfüh­rer geschossen und dabei einen Fahrgast ge­tötet hatte.