Aus aller Welt.
Deutscher Dampfer in -er Nordsee gesunken.
Der deutsche D a m p f e r „E l s a" ist bei Borkum g e s u n-k e n. Der Dampfer, der sich auf der Fahrt von Danzig nach Cherbourg befand, ist 849 Vrutto- registertonnen groß und wurde 1917 erbaut. Be- siher des Schiffes ist der Kapitän Weitendorf. An Bord befanden sich 14 wann, von denen zwei wann von dem deutschen Dampfer „Levensau" gerettet werden konnten. Die Suche nach den übrigen 12 Wann der Besatzung ist bisher ergebnislos verlaufen, so daß damit gerechnet werden muß. daß sie den Tod inden Wellen gefunden haben.
Der Führer der deutschen Seeschiffahrt, Staatsrat Eßberger, hat folgenden Aufruf erlassen: Schon wieder ist die deutsche Seeschiffahrt von einem schweren Verlust betroffen worden. Der in Rostock beheimatete Dampfer „Elsa" ist im schweren Orkan in der Nähe von Norderney gesunken, nachdem durch einen schweren Brecher Kapitän und Rudermann über Bord gespült worden sind. Trotz der durch den Dampfer „Levensau" vorgenommenen Rettungsversuche konnten nur zwei Mann geborgen werden. Die deutsche Seeschiffahrt trauert um den Verlust von 12 braven deutschen Seeleuten, die in treuer Pflichterfüllung ihr Leben lassen mußten. Alle deutschen Handelsschiffe setzen die Flaggen am 3. Dezember Halbmast.
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Während des schweren Sturmes am Dienstag hat das Feuerschiff „Borkum-Riff" Ke-ttenbruch erlitten und mußte infolgedessen seine Station verlassen. An Bord des Schiffes befindet sich alles wohl. „Borkum-Riff" wird, sobald ruhiges Wetter eingetteten ist, Borkum anlaufen, eine Reservekette, Kohlen und Lebensmittel übernehmen und dann seine Station wieder beziehen. Der steife Nordwest hat auch auf der Insel Norderney schwere Schäden angerichtet. Das gestrandete holländische Fischerfahrzeug „Frueojo I. M. 201" liegt in der Höhe des Norderneyer Leuchtturmes in einem Priel und gilt als verloren. Die Besatzung, vier Mann, wurde vom Motorrettungsboot „Bremen" gerettet.
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Der Führer und Reichskanzler richtete an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, Bremen, in Würdigung der am 1. Dezember bei schwerem 'Nordweststurm durchgeführten Rettung
von vier holländischen Fischern folgendes Telegramm: „Der Rettungsmannschaft des Motorrettungsbootes .Bremen' der Statton Norderney spreche ich meinen Dank und meine Anerkennung aus. Gez. Adolf H i t l e r."
Aus demBordbuch des^GrafZeppelin"
Mit der Heimkehr des Luftschiffes „G r a f Zeppelin" von seiner letzten diesjährigen Südamerikafahrt wurde der zweite Fahrtenabschnitt dieses Luftschiffes abgeschlossen. Mit gewohnter Zuverlässigkeit und Regelmäßigkeit führte der „Graf Zeppelin" auch in seinem jetzt beendeten achten Betriebsjahr seinen Südamerikadienst durch. Auf 578 Fahrten hot der „Graf Zeppelin^ bisher insgesamt rund 1 650 000 Kilometer zurückgeleat — bei jedem Wetter über Land und Meer, in die Tropen, in die Polargebiete und rund um die Erde. Acht Jahre steht das Luftschiff in nur während der Wintermonate unterbrochenem Fahrdienst. Seit sechs Jahren führt es seinen fahrplanmäßigen Südamerikadienst durch. Nicht weniger als 139mal hat es den Atlantik überquert — ohne Vorbild und ohne Beispiel in der ganzen Welt. Ohne einen einzigen Unfall wurden annähernd 13 000 Fahrgäste und 100 000 Kilogramm Post und Fracht befördert. Auf sämtlichen Reisen war der „Graf Zeppelin" in diesem Jahre ausverkauft. Auf den meisten Fahrten mußten infolge Platzmangels Fahrgäste zurückgelassen werden. Angehörige fast aller Länder der Welt zählten zu den Zeppelin-Passagieren, unter denen Deutschland und die übrigen großen Staaten Europas und Südamerikas das Hauptkonttngent stellten.
Inh und Erich Schüller zum Tode verurteilt.
Das schlesische Sondergericht verurteilte die Angeklagten Fritz und Erich Schüller wegen Mordes, versuchten Raubes und Verbrechens gegen das Gesetz vom 13.10.1933 zur Gewährleistung des Rechtsfriedens, sowie wegen Transportgefährdung, Freiheitsberaubung und Vergehens gegen das Schußwaffengesetz zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Walter Schüller, der an dem gemeinsamen Mord und versuchten Raub in Löwen beteiligt war, 1932 jedoch noch jugendlich war, erhielt 8 Jahre Gefängnis. Wie in der Urteilsbegründung ausgeführt wurde, haben die Angeklagten bei dem Löwener Ueberfall aus nächster Nähe Schüsse ab
gegeben, so daß der Kaufmann Ludwig sofort tot zusammenbrach, obwohl er keinerlei Widerstand geleistet hat. Soweit es sich um den Eisenbahnüberfall des Fritz und Erich Schüller bei Rothwasser handelt, haben die Angeklagten es nur dem Zufall zu verdanken, daß sie keinen Menschen töteten. Aber sie haben sich gegen das Gesetz vom 13.10. 1933 vergangen, da sie bewußt auf Bahnbeamte, die gleichzeitig auch Polizeibeamte sind, geschossen haben. Die Tat war ganz genau vorbereitet. Bei der Strafzumessung ist berücksichtigt worden, daß die Angeklagten typische Verbrecher sind, die mit zähem verbrecherischen Willen ihre Taten ausführten. Das Urteil des Sondergerichts ist endgültig. Die Angeklagten nahmen das Urteil weinend entgegen.
Ehrung einer Hundertjährigen.
Der Führer und Reichskanzler hat dem Fräulein Pauline Zinke in Apolda aus Anlaß der Vollendung ihres 10 0. Lebensjahres ein persönliches Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen.
Sturm und Neuschnee im Schwarzwald.
Seit Anfang der Woche herrscht mit nur kurzen Unterbrechungen heftiger Sturm über dem Schwarzwald und seinen Tälern. Am Dienstag begann es in den höheren Lagen zu schneien. Der Feldberg meldete am Mittwochabend eine Schneehöhe von 20 Zentimeter, der Schauinsland eine solche von 10 bis 15 Zentimeter bei weiter anhaltendem Schneefall. Die Temperaturen schwanken zwischen 2 bis 3 Grad unter Null.
Rekordflug eines führerlosen Flugzeuges.
Einen eigenartigen Rekordflug stellte ein französisches Militärflugzeug auf, das sich führerlos über eine Stunde in 1500 Meter Höhe hielt und ungesteuert eine Strecke von etwa 70 Kilometer zurücklegte, ehe es abstürzte. Ein französischer Flugschüler war mit dieser Maschine aufgestiegen, als ihn in etwa 1500 Meter Höhe Zweifel über seine Flugkenntnisse befielen, und er sich kurzerhand entschloß, mit seinem Fallschirm „auszusteigen". Er kam auch glatt zu Boden und war nur höchst überrascht, als die Maschine nicht folgte und Kurs auf St. Pierre de Moutiers Moulin nahm. Der Pilot machte sofort seinem Fliegerlager in Bourgos von dem selbständigen Flug seiner Maschine Meldung. Jede Minute erwartete man die Nachricht vom Absturz. Es vergingen aber fast zwei Stunden, bis ein Ferngespräch meldete, daß das Flugzeug in der Gemarkung des Schlosses St. Augusttn bei Moulin abgestürzt sei. — Die Schloßherrschaft hatte die Maschine, die mehrmals das Gebäude umkreist hatte und auch schon einmal zur Landung herunter- gegangen war, aufmerksam verfolgt. Als'man schon
glaubte, daß sie sich zur Landung anschicken würdö stieg sie noch einmal auf und setzte zu einem aber! maligen Rundflug an. Endlich verfing sich das Fluq. zeug in einer Baumkrone und stürzte ab. Voller Sorge um das Schicksal der Besatzung eilten Hilfs, bereite herbei, konnten unter den Flugzeugtrümmern aber keine Spur des Piloten finden. — 2lls die Meldung des Absturzes in die Fliegerschule gelangte, saß der „Held" dieser Episode wohlbehalten beim Abendessen.
pariser Weltausstellung 1937 muß verschoben werden.
Der stellvertretende Vorsitzende des Pariser Stadt- rotes, Prade, erklärte in einem Vortrag, daß die Pariser Meltaus st ellung 19 3 7 infolge der Auswirkungen der Streiks und Lohnerhöhungen und der sozialen Gesetze keinesfalls pünktlich fertig sein werde, zumal die Arbeiter genau aufpaßten, daß man die bereits verlorengegangene Zeit nicht etwa durch erhöhte Anstrengungen auf- zuholen versuche. Zahlreiche Firmen hätten ihre Ausstellungsabsicht bereits aufgegeben. Es gebe zwei Möglichkeiten: entweder die Ausstellung auf 1938 zu verschieben oder, wenn man sie unter allen Umständen 1937 eröffnen wolle, einzugestehen, daß die Eröffnung vor dem Monat Juli unmöglich sei.
Wetterbericht
des Relchswetterdienskes. Ausgabeort Frankfurt.
Die vom Atlantik ausgehende Wirbeltätigkeit setzt sich fort und verfrachtet dabei Luftmassen der verschiedensten Herkünfte und Temperaturen auf das europäische Festland. Während es gestern noch feucht-milde Meeresluft war, die zu verbreiteten Niederschlägen Anlaß gab, ist es heute Morgen Kaltluft polaren Ursprungs, die in Mittel- und Osteuropa Schneeschauer bringt. Von Westen her dringt zunächst wieder milde feuchte Luft nach, so bleibt für die Folge der Witterungscharakter sehr unbeständig.
Aussichten für Freitag: Anfänglich 6e- deckt und weiterer Niederschlag, sowie mild, dann wieder mehr wechselnde Bewölkung mit Schauern, lebhafte Winde.
Aussichten für Samstag: Bei Luftzufuhr aus West Fortdauer der wechselhaften, zu Nieder- chlägen geneigten Witterung.
Lufttemperaturen am 2. Dezember: mittags 2,8 Grad Celsius, abends 3,4 Grad; am 3. Dezember: morgens 2,7 Grad. Maximum 4,4 Grad, Minimum, heute nacht, 2 Grad. Erdtemperaturen in zehn Zentimeter Tiefe am 2. Dezember: abends 2,3 Grad, am 3. Dezember: morgens 1,7 Grad. — Nieder- chläge 14,5 Millimeter. — Sonnenscheindauer 0,1 Stunden.
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