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heute für den weidgerechten Jäger leitende Beweg­gründe.

Vornotizen.

Tageskalender für Dienstag.

Stadttheater: 20 bis 23.30 UhrDon Carlos". Gloria-Palast, Seltersweg:Schabernack". Licht--, spielhaus, Bahnhofstraße:Jana". Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Oelgemälden, Aquarellen und Tem­pera.

Stadttheater Gießen:

Heute abend findet die erste Wiederholung von Don Carlos" Dramatisches Gedicht von Schiller, statt. Die Spielleitung führt Dr. Fr. H e l l m u n d a. G. Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr, Dienstag- Miete. 7. Vorstellung.

Kundgebung des Jungvolks vom Stamm derChatten".

Siegerehrung für Fähnlein 21Gorch Fock".

Am morgigen Mittwoch, 18 Uhr, findet auf dem Brandplatz eine Kundgebung des Jungbannes 116 statt, welche die schon für den vergangenen Freitaa vorgesehene Ehrung des Fähnleins 21Gorch Fock" bringen wird. Wie wir schon berichteten, konnte das Fähnlein 21 in einem Wettbewerb des Jungvolks des Gebiets 13 den dritten Preis erringen. Am morgigen Mittwoch wird nunmehr der Gebiets-Jungvolkfuhrer Paul Wagner dem Fähnlein im Rahmen einer Feier den Siegerpreis überreichen.

7ISOAV. Amt für Volkswohlfahrt.

Ortsgruppe Gießen-Ost.

Betr.: Lebensmittel-Opferring.

Die Sammlung wird Dienstag, 3., und Mittwoch, 4. November, von der NS.-Frauenschaft durchge­führt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen oereithalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sicht­bar anzugeben.

Da die Sammlung dem Winterhilfswerk zugute kommt, wird gebeten, daß sich außer den Mit­gliedern auch diejenigen Volksgenossen beteiligen, die in der Lage sind, das WHW. zu fördern.

Betr.: Kohlenversorgung.

Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine der Serie A bis zum 5. November in der Zeit von 15 bis 19 Uhr auf der Geschäftsstelle, Kaiserallee 52, gegen eine Wertquittung umzutauschen. Später einge­reichte Gutscheine können nicht mehr angenommen werden.

Der Kohlenhändler hat die Ausgabe und die Kohlensorte auf der Rückseite des Gutscheines mit eigenhändiger Unterschrift zu bestätigen.

Ortsgruppe Gießen-Nord.

Vinlerhilfwerk 1936/37.

2« Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutschein (Serie A) vis spätestens am Mittwoch, 4. Nov., abends 20 Uhr auf unserer Geschäftsstelle, Walltorstraße 38, einzureichen. Später eingehende Gutscheine können nicht mehr angenommen werden."

Ortsgruppe Gießen-Mitte.

Velr.: Pfundsammlung.

Arn Mittwoch, 4. Nov.., werden die Spenden (Pfundsammlung), durch die NS.-Frauenschaft ein­gesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarten zur Einzeichnung bereitzuhalten. Die Pfundsammlung erstreckt sich während der Dauer des WHW. wieder auf alle Volksgenossen.

Kreisfilmstelle.

Von der Gau-Filmstelle Hessen-Nassau wird der Groß-Tonfilm

Grüft mir die Lore noch einmal"

im Kreise Wetterau an folgenden Terminen vorgeführt:

Dienstag, 3. November, in Allendorf a. d. Lda.

Mittwoch, 4. November, in Reiskirchen.

Donnerstag, 5. November, in Steinbach.

Freitag, 6. November, in Klein-Linden.

Samstag, 7. November, in Heuchelheim.

Sonntag, 8. November, in Großen-Bufeck.

Dienstag, 10. November, in Watzenborn-Steinberg.

Mittwoch, 11. November, in Großen-Linden.

Donnerstag, 12. November, in Lang-Göns.

Freitag, 13. November, in Gambach.

Samstag, 14. November, in Münzenberg.

Sonntag, 15. November, in Rockenberg.

Montag, 16. November, in Dorheim.

Dienstag, 17. November, in Asfenheim.

Donnerstag, 19. November, in Nieder-Wöllstadt.

Freitag, 20. November, in Ober-Erlenbach.

Seit Jahren klingt das Lied aus Millionen Kehlen. Kaum ein anderes Lied hat so schnell seinen Weg durch alle deutschen Gaue genommen. Seine Poesie zieht sich durch den ganzen Film, der mit seinem ländlichen Stoff und seiner urwüchsigen Fröhlichkeit alle Besucher in seinen Bann zieht.

Vorverkauf der Eintrittskarten findet jeweils durch die Ortsgruppen statt.

Die öeutfdie Rrbcitsfront n.9.=GcmßinrdiaftKraft durch freute'

Amt Reisen, Mandern, Urlaub.

Sonderzug zum Fußball-Länder- kampf Deutschland Italien.

Zu dem Fußball-Länderkampf, der am 15. No­vember in Berlin im Olympia-Stadion stattfindet, wird eine Sonderfahrt durchgeführt. Der Teil­nehmerpreis beträgt für Fahrt einschließlich einer Uebernachtung mit Frühstück sowie einem guten Platz im Stadion nur 18 Mark. Für die Anschluß­strecke nach Frankfurt tritt die bekannte Verbilli­gung in Kraft. Die Abfahrt des Sonderzuges er­folgt in Frankfurt a. M. am 14. November 10.05 Uhr, Rückkunft in Frankfurt a. M. am 16. No­vember 9.39 Uhr. Anmeldungen zu dieser Fahrt können umgehend auf der Kreisdienststelle, Schon- zenstraße 18, abgegeben werden.

Abteilung Deutsches Volksbildungswerk.

Am Donnerstag, 5. November, 20 Uhr, findet in der Aula der Universität ein Lichtbildervortrag von Kapitänleutnant a. D. Freiherr von Buttlar- Brandenfels statt über

Vier Jahre im Zeppelin gegen den Feind".

Eintrittskarten für DAF.-Mitglieder sind auf der KreisdienststelleKraft durch Freude", Schanzen- stratze 18, zum Preise von 0,50 Mark erhältlich.

Verdunkeln ist Lustschuhpflicht!

Nächste Verdunkelungsubungin Gießen findet am kommenden Donnerstag statt.

Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mit­geteilt:

Am Donnerstag, 5. November, von 20 bis 21 Uhr, wird der s ü d - undsüdwest- liche Teil der Stadt, der am 9. September und 16. Oktober nicht in die Verdunklung mit ein­begriffen war, sowie der Stadtteil jenseits der Lahn verdunkelt. Das Verdunkelungsgebiet dies­seits der Lahn wird begrenzt durch die Mühl- straße, Löwengasse, Goethestraße bis Löberstraße, Bleichstraße bis Gnauthstraße und Gnauthftraße bis Bahnübergang. Von diesen Straßen werden die Strecken Löwengasse von Teufelslustgärtchen bis Seltersweg, Goethestraße von Seltersweg bis zur Wiefeck, Bleichstraße von Hindenburgwall bis zur Wieseck, sowie der Hindenburgwall von Goethestraße bis zum Hettlereck mit einbegriffen, während die restlichen Teile dieser Straßen nicht in die Ver­dunkelung fallen. Auch die Alicenstraße zwischen Frankfurter Straße und Ludwigstraße fällt nicht in die Verdunklung.

Während der Zeil der Verdunkelung ist es ver­boten, mit Fahrzeugen aller Art in dem Ver­dunklungsgebiet ohne Abdunklung zu fahren oder zu parken, in nichtverdunkelten Räumen Licht anzuzünden, sich unbefugt auf den Stra­ften und auf Valkonen aufzuhatten, oder Licht­reklamen brennen zu lassen. Fahrzeugführer, die ihr Fahrzeug nicht mit den erforderlichen

Verdunkelungsklappen abgedunkell haben, wer­den angehalten und dürfen die Fahrt erst nach Beendigung der Verdunkelung fortfetzen. Den Neugierigen und krittkern fei hier letztmalig gesagt, daft ihre Anwesenheit überflüssig ist, da die Kontrollen durch die dazu berufenen Organe ausgeführt werden.

Falsch ist es, die Fenster nicht abzudunkeln, und nur das Licht auszuschalten und als Nassauer durch die Maschen der Gardinen zu spionieren. Diese Helden werden wahrscheinlich tm Ernstfall als Erste die Schutzräume aufsuchen und evtl, noch über un­genügenden Schutz durch die Behörden klagen. Denen sei gesagt: Beweist jetzt euer Heldentum und helft am Aufbau, dann werden die verantwortlichen Stellen in der Lage sein, sich für den Ernstfall ge­nügend vorzubereiten.

Für Aerzte, Krankenpfleger, Hebammen, Feuer­wehr, Polizei und Wehrmacht ist das Befahren oder Betreten des Verdunkelungsgebietes zur Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit erlaubt. Desgleichen für die Besucher des Theaters und der Lichtfpielhäufer.

Es wird darauf hingewiesen, daß gegen alle die­jenigen, die die Luftschutzpflicht verletzen, mit aller Schärfe vorgegangen wird. Den Anordnungen der Aufsichtsorgane ist unbedingt Folge zu leisten.

künde für den Lehrschein mit goldener Nadel über­reicht.

♦♦ Opfer eines Flugun falls. Bei dem schweren Flugzeugunglück in Thüringen, über das wir gestern bereits berichteten und dem auch wie an anderer Stelle unseres heutigen Blattes gemeldet wird der Treuhänder der Arbeit für Hessen, Schwarz, zum Opfer fiel, fand auch ein Sohn des hiesigen Spediteurs Lyncker, der in Delitzsch als Assistenzarzt tätige Dr. med. Adolf Lyncker, den Tod. Der so jäh aus dem Leben abberufene Arzt hatte seine Eltern in Gießen be­sucht und wollte mit dem verunglückten Flugzeug an die Stätte seines Wirkens zurückkehren.

** Zur Richtigstellung. In der gestrigen Ausgabe des Gießener Anzeigers ist der an der Spitze der zweiten Seite des zweiten Blattes stehende Artikel infolge eines technischen Versehens

Denkst du daran, daß der 8. November der zweite Lintopfsonntag des WHW. 1936/37 ist?

unter einer falschen Überschrift erschienen. Die Ueberschrift sollte sinngemäß lauten:Häusliche Wärmewirtschaft. Erfahrungen über die beste Ausnutzung des Brennstoffes."

** Erfolgreicher Schäferhund. Herr Willy West brock jun., Gießen, erhielt wie man uns mitteilt, am 25. Oktober auf der Zucht- und Meldehundprüfung in Marburg mit feinem erst 10 Monate alten deutschen SchäferhundBarry vom Röderhof" die Gesamt-Leistungsbewertung Sehr gut". Die Leitung der Fachschaft für deutsche Schäferhunde kann stolz auf dieses Resultat sein.

Von der Universität.

Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt:

Der ordentliche Professor an der Universität Rostock Dr. Ernst Elze wurde als Nachfolger von Professor Becher auf den ordentlichen Lehr­stuhl für Anatomie an der Universität Gießen be­rufen. Professor Elze hat sein neues Amt in Gießen schon übernommen.

Oie Hausfrau am Steuer des Verbrauchs.

ZdR. Bei dem Kampfe um das große Ziel des Vierjahresplanes können wir einer Hilfe nutzt ent­behren: der der Hausfrau. Denn der Verbrauch ist in feinem Umfange und in feiner Zusammensetzung zum weitaus größten Teile Sache der Hausfrau. Das gilt für die Nahrung zuerst, das gilt auch für viele andere Verbrauchsgüter. Die Hausfrau muß für den Bedarf ihres Hauses zuerst jene Nahrungs­mittel wählen, die uns von der Natur zur Zeit gegeben sind. Sie darf sich nicht durch Spannungen auf dem Markte zum Einkauf gerade der knappen Ware verleiten lassen und so die Verknappung zu einem richtigen Mangel treiben. Etwas anderes ist eine vernünftige Vorratswirtschaft. Was in aus­reichendem Maße vorhanden ist nennen wir im Augenblick den Herbstkohl! mag sie in Vorrat kaufen für die Zeit, in der die Natur diese Ware nicht bietet, und zwar in solchen Mengen, daß nichts zu verderben braucht. Wir sind reich genug, um auskömmlich zu leben, aber zu arm, um Ver­schwendung treiben und nützliche Dinge verkommen zu lassen. Lebensrnittel, Faserstoffe, Metalle und alle übrigen für das Volksleben wichtigen Stoffe müssen zum größten Teile durch die Hand der Frau ihrer richtigen Bestimmung zugeleitet und vor dem Verderb bewahrt werden. Will die Frau ihre große Aufgabe im Versorgungskampf der Nation erfüllen und die deutsche Frau will es gewiß, so muß sie sich die Kenntnisse um die Versorgungslage aneignen und ihre Wirtschaft da­nach führen!

Wer Hilst mit bei der Bereitstellung hessischer Ahnennachweise?

LPD. Als um die Wende der Jahre 1934/35 in der hessischen Presse aufgerufen wurde, bei der Ver­zettelung der hessischen Kirchenbücher mitzuhelfen, da haben sich gegen 200 Volksgenossen gemeldet, die freiwillig und unentgeltlich ihre Zeit und Mühe der großen Aufgabe widmen wollten. Ein großer Teil von ihnen konnte sofort, andere später in Ar­beit gesetzt werden, die meisten sind auch jetzt nach in Tätigkeit. Viele von den Mitarbeitern haben so viel Geschmack an dieser Beschäftigung gefunden, daß sie sie nicht mehr missen möchten. Und das ist begreiflich, denn kein Weg führt so tief in das verflochtene Gewebe unserer alten Sippen, keine Arbeit bietet zugleich solche Einblicke in die Freu­den und Leiden der Ahnen und läßt auch vielfach die Anschauungen vergangener Zeiten aufleuchten, als diese scheinbar so trockene Uebertragung jedes einzelnen Kirchenbucheintrages auf eine vorge­druckte Karte. Und sobald die Karten geordnet sind, können wir leicht den ganzen Lebensbereich jeder Sippe aus den Zettelkästen herausareifen. Jetzt er­streckt sich die Zahl der fertigen Karteien bereits auf gegen hundert Gemeinden Hessens, und fast ebenso viele Karteien sind noch in Arbeit. Einige hunderttausend Karten stehen oereits in den Kar­teischränken des Staatsarchivs im Darmstädter Schloß, und zahllose Forscher danken ihnen schon wichtige Nachweise und Auskünfte. Neue Karteien laufen aus dem Lande ständig ein und werden gebrauchsfertig gemacht.

Dennoch ist es notwendig, daß sich auch diejeni­gen Freunde der Ahnenforschung melden, die bis­her noch abseits stehen. Denn je schneller die Ar­beit vorwärts schreitet, desto mehr Fragen können beantwortet werden, und desto mehr unersetzliche Kirchenbücher können vor der Vernichtung durch den täglichen Gebrauch geschützt werden. Wer ist gewillt und in der Lage, die Uebertragung wenig­stens eines Kirchenbuches auf Zettel durchzufüh­ren? Persönliche Anleitung und erste Beihilfe beim Lesen der alten Schrift wird erteilt, die Zettel (Karten) stehen zur Verfügung. In Anbetracht der Bedeutung der Arbeit für alle Volksgenossen darf man auch weiterhin auf unentgeltliche Mitwirkung rechnen, natürlich unter Ersatz aller Auslagen. Es sollen zunächst Bücher aus der Zeit vor 1800 in Arbeit genommen werden und vor allem solche, an denen die Mitarbeiter aus persönlichen Gründen besonderes Interesse haben. Schriftliche oder münd­liche Meldung erwartet der beauftragte Leiter der Verzettelung, Professor Dr. W. M. Becker, Darm­stadt, Staatsarchiv (Schloß).

©ieftener Dochenmarkfpreise.

* Gießen, 3. Nov. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: D. f. Molkereibutter, Y» Kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, kg 6 bis 7 Pf^ 50 kg

4,50 bis 5 Mk., Weißkraut, Yt kg 4 bis 5 Pf., 50 kg 3 bis 3,50 Mk., Rotkraut, kg 6 bis 7 Pf., 50 kg 5,50 bis 6 Mk., gelbe Rüben, % kg 8 bis 10 Pf., rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Römischkohl 6 bis 8, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosen­kohl 25 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 25 bis 45, Zwiebeln 7 bis 8, Meerrettich 30 bis 70, Schwarz- wurzeln 20 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, Y» kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,50 Mk., Aepfel, % kg 15 bis 25 Pf., 50 kg 15 bis 25 Mk., Tafel­äpfel, kg 25 bis 30 Pf., 50 kg 25 bis 30 Mk., Birnen, kg 8 bis 20 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mk., Blumenkohl, das Stück 35 bis 55 Pf., Salat 8 bis 10, Endivien 5 bis 10, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bund 10 Pf.

*

* E i n Siebenundsiebzigjähriger. Am kommenden Donnerstag kann der Haus­meister i. R. Wilhelm D e ch e r t, Lahnstraße 3 (früher Stadtknabenschule) in geistiger und körper­licher Frische seinen 77. Geburtstag feiern. Der hochbetagte Mann ist seit 50 Jahren treuer Leser des Gießener Anzeigers.

** Den Lehrschein mit goldener Nadel. Don der Hauptgeschäftsstelle der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft Berlin wurde Walter Brüning, Gießen, Röntgenstraße 6, zur Zeit Arbeitsdienstabteilung 2/222 Biedenkopf, die Ur-

Kirche und Schule.

Neuer Pfarrer in Treis a. d. Lumda.

* Treis a. d. Lda., 2. Nov. Nachdem sich Pfar­rer Büchner in der überfüllten Kirche am 25. Ok­tober von der Gemeinde verabschiedet hatte und, überschüttet von einer Menge von Beweisen der Dankbarkeit und Anhänglichkeit, in feinen Ruhe­sitz nach Gießen übergesiedelt ist, versieht jetzt Pfarrer Andres, Allendorf a. d. Lda., als Spe­zialvikar den Pfarrdienst. Das Spezialvikariat wird nur von kurzer Dauer sein, da die Ernennung des neuen Pfarrers durch den Landeskirchenausschuß bereits erfolgt ist. Die Wiederherstellungsarbeiten im Pfarrhaus werden bald vollendet fein, und man kann hoffen, daß die Einführung des neuen Geist­lichen, Pfarrer Gustav Schmidt - Beuern, durch den zuständigen Dekan des Dekanats Gießen bald stattfinden kann. Pfarrer Schmidt wurde am 29. März 1891 zu Altenschlirf geboren und erhielt seine erste Verwendung am 5. November 1916 als Verwalter in Lich (2. Pfarrstelle). Am 10. August 1917 wurde er Pfarrassistent in Bodenheim, am 16. Oktober 1917 Assistent der Pfarrei Kirchberg mit dem Sitz in Lollar. Dom 10. Dezember 1920 ab war er Pfarrer in Udenhausen; am 11. August 1929 trat er seinen Dienst in Beuern an. Damit kehrte er in sein früheres Dekanat zurück, in dem er feit 15. August 1935 auch das Amt des Dekan- stellvertreters versieht.

O-erheffen.

Kommerzienrat Vamspeck-Alsfeld f-

* Alsfeld, 2. Nov, Nach langem, schweren Leiden v e r ft a r b der weit über Alsfeld hinaus bekannte Kommerzienrat Gustav R a m s p e ck. Seine Kenntnisse und Fähigkeiten stellte er der heimischen Wirtschaft insofern ehrenamtlich zur Verfügung, als er seit 1900 der Industrie- und Handelskammer an­gehörte, der er über einen großen Zeitraum als stellvertretender Präsident diente. In zahlreichen Organisationen seiner Fachschaft tat er sich hervor, aber auch seiner Heimatstadt Alsfeld diente er in vielfältiger Weise. Sv stand er über drei Jahr­zehnte im Aufsichtsrat der Alsfelder DvlkSbank in gemeinnützigen Diensten; er war vor dem Kriege zehn Jahre lang im Gemeinderat tätig, förderte das Alsfelder Museum und den Geschichts- und Altertumsverein nach besten Kräften. Dem viel­seitig verdienten Manne wird in weiten Kreisen ein ehrendes Andenken bewahrt bleiben.

Canbfreiß Gießen

Z Alten-Buseck, 2. Nov. Im zweiten Schu­lungsabend der Luftschutz-Grundschulung, den Ortsgruppenführer Dr. Haas (Alten-Buseck) am vorigen Dienstag eröffnet hatte, hielt Studien­assessor M e u b (Gießen) einen Vortrag über die chemischen Kampfstoffe und ihre Wirkung auf den menschlichen Organismus, über Entgiftung mit be­helfsmäßigen Mitteln, über Gasschutzgeräte und über die Handhabung der Gasmaske. Seine Ausfüh­rungen veranschaulichte Herr M e u b durch einfache und für jeden leicht verständliche Versuche. Der lehrreiche Vortrag wurde mit größtem Interesse aus­genommen. In fünf weiteren Schulungsabenden werden die Teilnehmer, vierzig Hauswarte, über die wichtigsten Fragen des Luftschutzes aufgeklärt wer­den.

wg. Großen-Bufeck. 2. Nov. Im Saale der GastwirtschaftZur Germania" fand eine von allen Gliederungen der Partei und von vielen Volksge­nossen gut besuchte Versammlung statt. Ortsgrup­penleiter, Bürgermeister R e b h o l z, hielt, nach­dem die Fahnen der Gliederungen eingebracht wor­den waren, eine längere ziel- und richtunggebende Ansprache. Er ging aus vom Versailler Derttag und seinen Lasten für das deutsche Volk, schilderte die Schreckensherrschaft des Kommunismus in Ruß­land und in Spanien und stellte dem das vielseitige Aufbauwerk des Nationalsozialismus in unserem Daterlande gegenüber. Der Redner beschäftigte sich ferner mit dem neuen Vierjahres plan und forderte auf, Volksgemeinschaft zu pflegen und bei der Spende für das Winterhilfswerk nicht abseits zu stehen. In weiteren Ausführungen sprach der Red­ner von örtlichen Angelegenheiten. Er gab einen Einblick in die wirtschaftlichen Verhältnisse der Ge­meinde und betonte, daß die übernommenen Ge­meindeschulden bis auf einen kleinen Teil abgetra­gen seien und daß außerdem zusätzliche Arbeiten im Werte von 54 000 Mark geleistet werden konn­ten. Da für das kommende Frühjahr der Bau eines Kinderheimes mit einem anschließen­den Kindergarten vorgesehen ist, richtete er an die Bevölkerung die Aufforderung, das Werk nach besten Kräften durch Fuhrleistungen, Mithllfe am Dau, Zeichnung von Geldbeträgen usw. tatkräftig zu unterstützen.

ch Beuern, 3. Nov. Dieser Tage ereignete sich hier ein Unfall, der für die beiden Beteiligten zum Glück noch glimpflich ablief. Ein Lastkraft­wagen, schwer mit Bruchsteinen beladen, fuhr bei

der Abfahrt vom Steinbruch Damm eine etwa acht Meter hohe Böschung hinunter. Glücklicher­weise kam der Wagen, von Gestrüpp und Gebüschen gehalten, bald zum Stehen. Lastkraftwagenführer und Beifahrer erlitten glücklicherweise keinerlei Ver­letzungen.

* Beuern, 2. Nov. Dieser Tage feierte der weit über unser Dorf hinaus bekannte Landwirt Philipp Sommerlad VII. in geistiger und kör­perlicher Frische, im Kreise seiner Kinder und Enkel seinen 7 8. Geburtstag. Der betagte Mann hilft noch jetzt bei jedem Wetter bei schwerer Feld­arbeit mit. Auch an seinem Geburtstag ließ er sich es nicht nehmen, in den Wald zu fahren und Holz zu holen.

5 Lollar, 2. Nov. Das diesjährige Win­terkonzert des hiesigen Gesangvereins S ä n g e r d e r e t n i g u n g", das am gestrigen Sonntag im SaalbauZur Linde" stattfand, über­traf alle Erwartungen. Der geräumige Saal war überfüllt. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 Gießen, eröffnete die Darbietungen mit dem Marsch In Treue fest". Hierbei zeigte sich, wie bei allen anderen Jnstrumentalvorträgen, daß Adolf Schwarzlose nicht nur ein großer Könner auf seiner Trompete ist, sondern es auch meisterhaft verstand, den leider verhinderten Musikzugführer Herrmann in der Leitung der Kapelle zu ver­treten. In schöner Auswahl wurden Werke geschätz­ter Komponisten gebracht, von denen Lortzing, Teike, Komzak und Schlägel besonders erwähnt seien. Wenn sich die Kapelle im ersten Teil der Dortragsfolge mit der Fantasie ausUndine" von Lortzing bereits ein dankbares Publikum schaffte, so übertraf das Streichquartett mit feinen Mütchen und Volksliedern von Komzak im zweiten Teil des Programms alle instrumentalen Darbietungen. Der außerordentlich starke Beifall veranlaßte das Quin­tett zu verschiedenen Zugaben. Nicht weniger Bei­fallsfreudigkeit rief Der hervorragend gebrachte Streifzug durch Straußfche Operetten" hervor. Die gesanglichen Darbietungen derSängervereinigung" zeugten auch in diesem Jahr wieder von fleißiger und erfolgreicher Arbeit dieses Männerchores. Mit Stolz darf der Chormeister Heinrich Meyer (Wieseck) mit seiner Sängerschar, die er in beacht­licher Stärke, stimmlich und zahlenmäßig, um sich schart, auf diesen Abend zurückblicken. Die exakte und vortreffliche Zusammenarbeit zwischen Chor- meister und den Sängern lieft auch die schwierigsten Chöre spielend bewältigen; die Fortissimostellen brachte er glänzend heraus, eine besondere Stärke zeigte er auch im Pianissimo. Dies stellte dieSän­geroereinigung" meisterhaft unter Beweis, beim Vortrag vonJunges Grün" von Klams und Walderwachen" von Wildt. Eine Spezialität der Sängervereinigung" verdient noch besondere Er­wähnung. Das sind ihre Chöre mit Orchesterbeglei­tung. Die Wiedergabe desTheresenwalzer" von Peuschel und desDiktringer Marsch" von Koschat waren Beweise großen Könnens und bester Schu­lung. Orchester und Männerchor fügten sich glän­zend ineinander. Alles in Allem: ein genußreicher Abend, bei dem sich die Zuhörer recht dankbar er­wiesen.

* Steinbach, 2. Nov. Bei der Arbeit im hiesigen S t e i n o r u ch verunglückte der Arbeiter Karl Lang so erheblich, daß er mit schweren inneren Verletzungen nach Gießen in die Klinik eingeliefert werden mußte.