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erste der K ü n ste sei. Che er in seine Kriege zog. hatte Friedrich schon ein großes Siedlerwerk begonnen. Als die letzte Schlacht geschlagen war, trug der Reisewagen den alternden König aber- Sals zu neuen großen Siedlungsprojekten. Zwei age nach dem Breslauer Frieden bereits schrieb er nach Berlin:Ich habe getan, was ich dem Ruhm meiner Nation schuldig zu sein glaubte. Ick tue jetzt, was ich zu ihrem Wohle schuldig bin/ So wurde der große Feldherr auch der große Kolonisator^ und so schlug der Sieger so vieler Schlachten auch seine große Schlacht um den deutschen Boden und seinen Ertrag. Friedrich hatte dem Land die politische Freiheit erkämpft, nun wollte er ihm auch die Nahrungsfrei­heit sichern. Das war das Schicksal des großen Königs, wie er stets der Grundzug der deutschen Selbstbehauptung gewesen ist. Denn nur das Brot frommt einem Volke, das auf freier Scholle wächst. Und nur das Volk erhält und verdient seine Freiheit, das für sie z u opfern, und wenn es fein muß, zu hungern bereit ist.

Seit den Kämpfen des Sachsenkönigs Heinrich I. gegen die Eigensucht der Stämme, haben die Deut­schen in einem tausendjährigen Ringen um ihren Staat und nicht minder um ihre eigene Volkwer- dung kämpfen müssen. Interessengegensätze, Glau­bensstreit, Ständewesen, Aufklärungszeitalter und Technisierung zerklüfteten das Volk immer wieder aufs neue. Zwei Dinge jedoch blieben, zwei Er­kenntnisse drängten immer wieder zum Licht: Es blieb der Boden, der Fruchttrug und Nah­rung bot. Und es blieb das Schwert, das die Freiheit schützte. Es blieb das Erlebnis, daß nur frei fein wird, wer für diese Freiheit zu sterben bereit ist. Und es blieb die Gewißheit, daß frei nur das Volk bleibt, das seine volkliche Zu­sammengehörigkeit stärker spürt als die Interessen­gegensätze und als Bekenntnis empfindet, was Wolfram Brockmeier, einer der Jungen, so bekenntnisstark singt:

Der ist nur ein verloren Kind, der ohne dich will sein.

Wir, die aus dir geboren sind, für immer dir verschworen sind, auf Sterben und Gedeih'n. Wir sind, von Gott geworben, dein, sind ganz in deinem Bann. Muß einst für dich gestorben sein, für dich norm Feind verdorben fein, wir Zungen geh'n voran! Wir haben einen weiten Schritt, rufst du uns auf zum Zug.

Wir tragen dich beim Schreiten mit, und wer den Tod im Streiten litt, dem bist du Ehr' genug!"

Der Gauleiter

rüst zum Grutedauktaa 1936.

NSG. Frankfurt a. 3. Oktober 1936.

Die Feier des Erntedanktages ist in diesem Jahr so stark vom Gei st der völkischen Schlck- s a l s g e m e i n s ch a s t erfüllt, wie nie zuvor. 3n den vergangenen Wochen sind überall die Volks­genossen aus Fabrik und Werkstätte geschlossen aufs Land gezogen, um beim Einholen der be­drohten Ernte zu helfen; sie haben damit bewiesen, daß alle der vom Führer geschaffenen Volksgemeinschaft zu dienen bereit sind.

Unser Landvolk, das dem Nationalsozialismus feine Rettung und Sicherheit verdankt, blickt mit Stolz auf die Ernte eines arbeits­reichen Jahres und ist sich bewußt, seine Pflichten gegen Volk und Staat restlos erfüllt zu haben. Wenn sich nun am Ernledanktag wieder hunderttausende auf dem Vückeberg einfinden, versammeln sich zur gleichen Stunde in den Dörfern und Städten Millionen schaffender Volksgenossen zur örtlichen Feier, um den Führer zu Horen und aus seinen Worten Wut und neue Arbeitsfreude zu schöpfen. Arbeiter und Bau­ern werden sich an diesem Tag wiederum die

Hände reichen in dem Versprechen, alle Kräfte in den Dienst unseres Vaterlandes zu stellen.

So wollen auch wir i n unserem Gau den Erntedanktag feiern in dem freudigen Bewußtsein, daß der Nationalsozialismus Stadt und Land

Auf dem Bückeberg, 2. Ott. (DNB.) Wir stehen oben auf dem Bückeberg in kerndeutschem Land, an der Stelle, an der bei dem festlichen Staatsakt am Sonntag der h r e r wieder Hun- deuttaufende von deutschen Volksgenossen um sich versammelt sehen wird. Die Vorbereitungen sind fast völlig beendet. Die Männer vom Arbeitsdienst haben im Laufe des Jahres fleißig gearbeitet. Die große Umgestaltung des Berges, für die ein Zeit­raum von mehreren Jahren vorgesehen ist, hat ge­waltige Fortschritte gemacht. Der große Mittel­weg, der Weg des Führers, ist um einen weiteren halben Meter erhöht worden. Die große Tri­büne für die Ehrengäste an der Spitze des Ber­ges sowie die Tribünen am Fuß des Berges, von der aus der Führer spricht, sind fertigqestellt. An den 600 hohen Masten sind die Hakenkreuzfahnen bereits aufgezogen. Neu find die auf dem unteren Teil des Festplatzes zu beiden Seiten des Mittel­weges errichteten großen Tanzflächen, auf de­nen Tanz- und Singgruppen aus allen Gauen Deutschlands ihre Darbietungen zeigen werden.

Hell leuchtend liegt die Sonne über der herr­lichen Landschaft. Höhenzüge, Waldungen und Fluß- läufe geben diesem Lande das Gepräge. Sagen­umwobene geschichtliche Stätten zeugen von germa­nischer Vorzeit. Das vierte Erntedankfest wird wie­der ein Tag der Freude und des Glückes werden. Schon rollen aus den entfernter gelegenen Teilen des Reiches die Sonderzüge heran, die die vie­len Taufende von Volksgenossen in das Herz Deutschlands führen. In der Stadt Hameln, in der jeder einzelne Einwohner an der festlichen Aus­schmückung beteiligt war, sind allein 4 0 0 0 0 Pri­vatquartiere bereitgestellt worden. In den

verbunden hat zur arbeltsfrohen und kampf­bereiten deutschen Volksgemeinschaft.

Sprenger.

Gauleiter und Reichsstatthatter.

kleinen Ortschaften um den Bückeberg herum und in den Niederungen sind die großen V e r p f l e - gungs- und Unterkunftszelte aufgebaut worden, die noch zahlreicher sind als in den ver­gangenen Jahren. In Bad Pyrmont werden 5000 Bayern, Württemberger, Schleswig-Holsteiner und Schlesier untergebracht. Im nächsten Jahr soll eine große Zeltstadt im Pyrmont er­stehen, um 50 000 Volksgenossen aufnehmen zu können.

Die Vorbereitungen der Wehrmacht.

Die an dem großen militärischen Schauspiel be­teiligten Truppenteile sind zum größten Tell schon eingetroffen. Auf den Landstraßen sieht man lanae Züge von Kraftwagen und Krafträdern der Wehrmacht. Pioniere sind damit beschäftigt, fünf Brücken über d i e Weser zu schlagen. Am Fuße des Berges ist bereits dasBückedor f" entstanden, um das herum die .Kampfhandlungen" sich abspielen werden. Schon am Freitagvorrnittag fanden hier Hebungen der Wehrmacht statt. Ein ganzes Panzerregiment marschierte im Tal auf. Die Geschütze donnerten, die Maschinengewehre knatter­ten, und in der Luft kreisten mehrere Flugzeugge­schwader. Die große Schauübung am Sonntag wird noch umfangreicher werden als im vorigen Jahr. In Hameln marschierte am Freitagmittag unter gewaltiger Anteilnahme der Bevölkerung das Ehrenbataillon ein. das am Sonntag vor dem Führer paradieren wird.

der Vückeberg zum Staatsakt geröstet

Die Adols-Httler-Flachs-Spende des Reichsnährstands

Bauernopfer für Bohstoffficherung.

Berlin, 1. Oft. (DNB.) Ein Höhepunkt des Erntedankfestes auf dem Bückeberg wird Die Heber« reichung der Adolf-Hitler-Flachs-Spende des Reichs­nährstandes an den Führer und Reichskanzler sein. Es handelt sich dabei um einen besonders wichtigen Abschnitt in Der Sicherung der Rohstoffversorgung aus der heimischen Scholle und zugleich um den großartigen Auftakt zum Winterhilfswerk 1936/37. Heber Den auch sonst erfoIgenDen Anbau hinaus ist auf allen flachsanbauwürDigen BöDen ein Qra- Dratmeter je Hektar mit Spenden- flachs bestellt worden. So hat man für den Flachs eine neue Fläche gewonnen, die fast die Hälfte des Gefamtanbaues von 1933 umfaßt. Dem Führer wird Der Flachsertrag von runD 2000 Hektar überreicht werben. Das ist eine Menge, Deren Verkaufswert man auf minDeftens 6 5 0 0 0 0 R M. schätzen kann. An Diesem Opfer haben sich auch Die Flachsrösten beteiligt, Die für jeden Arbeiter sechs Stunden auf eigene Rechnung übernommen haben, wie auch jeder Arbeiter feine Arbeits­leistung von sechs Stunden geopfert hat. So hat der Opfergedanke mitgeholfen, daß Die Flachsanbaufläche feit 1933 auffaftDen zehnfachen Umfang, nämlich von 46 bis 48 000 Hektar, gestiegen ist. Gleichzeitig ist Die Zahl Der Flachsrösten von 20 auf 80 vermehrt worden, von Denen über die Hälfte von bäuerlichen Genossenschaften er­richtet worden sind. Aber noch ist eine weitere wesentliche Steigerung für Die nächsten Jahre er« forDerlich, um Den Dringendsten Bedarf aus Dem Jn- lanD zu Decken. Beim Spendenflachs ist aber alles vom Erwerb Des Saatgutes an bis zur (Einbringung unD Bearbeitung Der Ernte, Die unter Dem freuDigen

Wollspende der f anhfroucn.

Einsatz der Dorfjugend in HI. und BDM. be­wältigt worden ist, geopfert.

Auf dem Reichsbauerntag 1935 war der Erwar­tung Ausdruck gegeben worden, daß für jeden Soldaten der neuen Wehrmacht das Material für einen Drillichanzug ge­liefert werden könnte. Tatsächlich wird die Flachs­menge, und zwar nur aus Dem SpenDenflachs, Da­zu reichen, etwa 360 000 Drillichanzüge und 2 Mil­lionen Stück Militärhandtücher herzustellen. Die Erwartungen sind also weit übertroffen. Der Bauer hat seine Spende freudig f ü r Roh- stoffreiheit und Wehrhaftmachung ge­opfert. Die Wehrmacht hat erreicht, daß sie ohne Inanspruchnahme pon Devisen zusätzlich unentbehr­liche Rohstoffe hereinbekommt. Der B a r e r l ö s aus der Adolf-Hitler-Flachs-Spende wird voraus­sichtlich als großer Auftakt für Die Schlacht Der Nächstenliebe zur Verfügung gestellt. Die letzte Ent- fcheiDung trifft Der Führer.

Doch Damit noch nicht genug. Die Land­frauen haben eine Wollfpende organisiert. Aus ihrem Ergebnis können nun 120 000 Paar Strümpfe, Die überwiegend aus eigener selb st gewonnener Wolle im Bauernhof gesponnen und gestrickt sind. Der Wehrmacht zur Verfügung gestellt roerDen; dazu noch Garn unD Rohwolle. Diese Wollspende ist wiederum mit wenig st ens 260 000 RM. zu beziffern. Insge­samt kann so am Tage Des ErnteDankfestes auf Dem Bückeberg Das Deutsche Bauerntum dem Füh­rer stolze Opfer zur Verfügung stellen, Deren Ge­samtwert sich rund auf eine Million RM. beläuft.

Born Nrensi des Bauern.

Son Joses Martin Bauer.

Auf Der Pariser Weltausstellung 1867 wurde deutsches Getreide gezeigt, das beinahe ein halbes Jahrtausend früher, im Jahre 1427, im .Kleinen Kasten" der Herzogsburg zu Burghausen eingelagert worden war. Wir wüßten nichts um Alter und Herkunft dieses Getreides, wenn nicht ein Bauer bei der dienstbaren Arbeit, die er auf Der Herzogs­burg für Den Landesherrn verrichtete, das Jahr auf einem Trägerbalken angeschrieben hätte. Viel­leicht aber ist Die Weisheit des gereimten Bauern­spruches, in Den Die Jahreszahl verflochten ist, für uns alle wichtiger als Die kostbare Seltsamkeit alten GetreiDes.

Vierzechen HunDert zwainczig siben Im Diennen dieß GetraiDts geschriben. Khein Haut noch harr an jenen mehr Die Diß (Betreibt gedient hieher.

Sellig ist Der Ackhersmann, Vill fettiger Ders behalten khann.

Der fremde Mensch versteht es nicht sogleich beim ersten Heberlesen, was hier über fünf Jahr­hunderte hinweg zu ihm und zu allen Menschen gesagt wird. Denn Die Menschen, Die oorübergehen unD Dies ftaunenD lesen, wissen vielfach nicht mehr, was es um Das Getreide ist, was es um Den Bauern ist. Der sein bescheiDenes Leben Der ewigen Folge von Saat und Ernte verschrieben hat und hier erschüttert die Kleinheit des eigenen Lebens erkennt.

Man muß mehrere Male darüber lesen, um auch das zu verstehen, was ungeschrieben, ehrfürchtig verschwiegen, zwischen den Verszeilen steht. Dann spürt man vielleicht, wie der Boden Der Zeit unter uns weggezogen wird, wie unser Augenblicksdasein, unsere einmalige Wichtigkeit, unser allzu geschäf­tiges Sorgen bedeutungsarm werden will vor sol­chen ewigen Begriffen.

Kein andeutendes Wort Der Klage steht Dabei, fein Aufmurren gegen Den Herrn, Der Dem Bauern Das (Betreibe abverlangt und es hier zu sinnlos erscheinenden Stapeln häuft. Der Bauer aus dem Burghauser Grenzland hat nur ausgeschrieben, daß er hier eine harte Schuldigkeit erfüllt hat, daß er im Jahre 1427 Getreide eingedient hat in Den her­zoglichen Kasten, daß das (Betreibe bestimmt war für eine spätere 3eit, irgenbroann, für eine Zeit Der Rot, ber Wehr, Des Hungerns vielleicht, für eine Zeit, bie sich bes (Betreibes erinnerte, weil bas Getreide ja für immer Da ist. Die sich aber Des

Dienstbaren Bauern nicht mehr besann, weil Der bis Dahin längst tot unD begraben war, Haut unb Haar gelöst von ben harten Knochen, die hier Sack um Sack über bie steile Treppe getragen hatten.

Da klingt nun bas Wort vom Dienen gar nicht bitter unb knechthaft. Denn ber Bauer wußte um ben tiefsten Sinn seines Dienstes, Der so groß unb so ungeheuerlich war, baß Der Mensch erschüttert bie Kleinheit seines eigenen begrenzten Lebens spürte unb ben baraus erwachsenben großen Glau­ben an bie Balkenwanb schreiben mußte. Die Drei Doppelzeilen, bie fast zusammenhanglos nebenein» anber stehen, gehören boch eng und innig zusam­men zu einem (Bebanfen, ber bjn Sinn bes ewigen bäuerlichen Dienens anerkennt, ber bie kleine Le­benszeit am Ewigkeitsmaß bes (Betreibes mißt unb in einem Wort tapferer Bejahung biefes bienenbe Bauernleben, bas uns freublos unb arm erscheinen möchte, ein seliges Leben nennt. Da, wo biefe Drei Dinge so kühn nebeneinanber gesetzt sind, zusam­menhanglos erscheinenb unb boch aus einem Gs- banfen sprechenb, ba müssen wir Achtung bekom­men vor ber Wahrheit Des Bekenntnisses zu Dieser Seligkeit bes Dienens.

Wer von uns anberen Menschen, die wir unser Leben alle für so wichtig halten, bringt in einer ähnlich ernsten Besinnung genug Wahrhaftigkeit auf, um Tun und harten Ablauf unseres Lebens fclig zu nennen? Wir haben nicht mehr gelernt, mit dem Maß des Bauern Die Zeit und unser un­wichtiges Leben einzumessen. Wir klagen allzu gerne über unseren Dienst am Leben, daß er hart sei, freudlos, arm an Erfolgen, und wir wissen unser bescheidenes Tun nicht mehr so wie der Bauer an­zulegen an die großen Dinge, denen wir dienen. Dabei aber sind wir doch in allem, im Leben, im Staat, in ber Gemeinschaft, im Schicksal des Vol­kes erst die zweite Hand, wir dürfen das. was der Bauer an seinem ersten Platz im Volk schafft und baut, höher bauen unb vergrößern und an alle ver- mitteln. Wir haben es doch leichter. Wir sind die, Denen ber Burghauser Bauer in feinem Balken­spruch bie größere Lebensseligkeit zuspricht, weil wir bas vom Bauern Geschaffene behalten dürfen.

Dieses Behalten freilich verpflichtet genau so, wie ben Bauern bas Schaffen unb Erzeugen verpflichtet, aber wir haben taufenb Möglichkeiten, Die ewigen Maßstäbe, an die alles Geschehen gelegt wirb, selbst in bie Hand zu nehmen. Der Bauer muß sich mit dem bescheiden, was sein kleines Leben leisten kann im Dienst am ewigen (Betreibe. Sein eigenes, per­sönliches Wirken tritt zurück, wirb zu seiner Lebens­zeit kaum gemessen unb brückt sich sichtbar erst in Dem aus, was wir anberen im Dienst des Volkes aus Der Bauernarbeit machen. Wir Dürfen alles

verbauen unb behalten, was ber Bauer uns geben kann. Unb bas ist nicht bloß bas Korn für ben Hunger unb bie Milch für unsere Kinber, Das ist genau so ber Mensch, ber aus bem Heberschuß ber Dörfer kommt und unsere Städte reich macht, bas ist ber Solbat, ben die Bauern stellen, bas ist auch die Sicherheit, In ber wir weiter unsere Arbeit tun können, weil vorne an Den gefährlichsten Plätzen lauter Bauern stehen, bie mit ben Kornfeldern eine festere Grenze um das Reich ziehen können, als wir mit den sichersten Festungen. (

Es ist bloß gut, wenn wir so zu dienen fernen, wie die Bauern bienen: nicht auf Die befristete Zeit eines kleinen Lebens bauenb, nicht in kleinsten menschlichen Zeiträumen Denkend, sondern einer Aufgabe verschrieben, bie genau so wie bas Korn­bauen in bie Ewigkeit hinein weiterführt, so lange es überhaupt noch Menschen gibt, bie bas (Betreibe aus ber Hanb ber Bauern nehmen unb für das Volk behalten unb bem Leben aller bienftbar machen können. Manchmal barf es auch über uns so kom­men, baß wir erschüttert in bas Weiterwachsen unserer Arbeit schauen, baß wir uns selbst darin sehen als ein ganz kleines Stück Zeit unb Pflicht. Unb wer je einmal glaubt, er fei um feiner Leitung willen größer gewachsen im Wert unb im Ansehen als ein Bauer, ber möge wissen, baß er nicht grö­ßer sein kann als ein Bauer, nur seliger als jener Mensch, ber bie Welt erst zurechtbereiten muß, ba- mit wir auf ihr unsere anbere Zukunft bauen können.

Im Auswägen besten, wie jeher fein Teil Ewig­keit tragen barf unb tragen soll, wollen wir nicht ungerecht fein zum einen ober zum anberen. Wir möchten nicht mehr, baß ber Bauer, der dem Namen und seiner persönlichen Leistung nach ver­gessen wird, auch als Bauer vergessen werde, daß man seinen Platz nicht mehr weiß und bas selige Werken verachtet. Wir möchten auch nicht, baß schreibenbe Vermessenheit alles wertlos zu machen versucht, was Stäbte baut unb Hanbel treibt unb sich in anderen Kleibern trägt. Denn ber anbere, ber vom Bauern nimmt und aus bem Werken bes Bauern erst etwas zu schaffen weiß für alle an­deren, ist nicht schlechter und nicht weniger Der Achtung wert. Nur muß er immer wissen, was wir alle dem Bauern schuldig sind, und wenn es nicht mehr wäre, dann doch jenen ungeheuren Glauben, der Die Bestimmung für Die ewige Zeit anerkennt, Das eigene Leben gering achtet, dem Brot gehor­sam ist und Den Mut besitzt, dieses Leben endlosen Dienens eine selige Dienstschaft zu nennen.

Dann finden wir daraus für uns und für unser Verhältnis zurück zum Bauern das rechte Maß, Dann glauben mir auch vielleicht fo treu unb ehr-

Deutschland und die Irantenadwertnnz.

Beide Häuser des französischen Parlaments haben, wenn auch erst nach heftigen Auseinander» setzungen und mit wesentlichen Abänderungen Der Währungsvorlage des Kabinetts Blum zuge stimmt unD Damit Die Abwertung Des Franken sanktioniert. Einmal vor Die voll- enDete Tatsache gestellt, konnten sie kaum anDers handeln, wenn nicht eine Regierungskrisis in die­sem Augenblick den völligen Zusammenbruch der Währung und ein wirtschaftliches Chaos nach sich ziehen sollte. Es ist ja nicht Die erste Abwertung Des Franken. Frankreich hat schon eine Währungs- entwertunq hinter sich, D»ren Folgen kaum ver­schmerzt finD. Nur unter Aufbietung aller Energie war es Damals Poincar 6 gelungen, Den Kurs­rückgang Des Franken zum Stillstand zu bringen. 1928 wurde der Franken auf ein Fünftel seines ursprünglichen Goldwertes stabilisiert. Das hatte damals für viele Franzosen Den Verlust von vier Fünfteln ihres Vermögens bedeutet. Die neue Ab­wertung muß also für alle Die eine neue Enttäu­schung fein, die im Vertrauen auf die Stabilität dieses neuen Franken erneut begonnen hatten zu sparen und sich gegen eine neue Abwertung nicht zu sichern vermochten. Während ber letzten Jahre ist allerdings ber Franken mancher ernster Be­lastungsprobe ausgesetzt gewesen, namentlich seit dem Stavisky-Skanbal und ben bamit zusammen« hängenben Februar-Hnruhen im Jahre 1934. Seit­dem ist die Kapitalflucht aus Frankreich nicht mm Stillstand gekommen. Nur der außerordentlich Hohe Goldbestand ber französischen Notenbank hat die Verteidigung der Währung solange ermöglicht. Aber seit der Abwertung des englischen Pfundes und des amerikanischen Dollars ist auch in Frankreich die De­batte darüber nicht zur Ruhe gekommen, ob nicht die Schwierigkeiten ber französischen Aussuhrindu- ftrie unb bes Frembenaewerdes, bie burch bie höhere Preislage auf bem Weltmarkt infolge des Fest- Haltens am Goldstandard entstanden waren, durch eine Angleichung des Franken an die abgewerteten Währungen ber angelsächsischen Länder gemildert werden könnten. Ader Amerika unb Englanb zu einer Stabilisierung ihrer zwischen einem gesetzlich festgelegten Maximal- unb Minimalkurs schwan- fenben Währungen zu bewegen unb von ihnen Sicherheiten Dafür zu erhalten, daß sie eine Ab­wertung bes französischen Franken nicht mit wei­teren eigenen Abwertungsmaßnahmen beantworten mürben, ist ben französischen Hnterhändlern noch im Jahre 1935 nicht gelungen. Erst jetzt hat Frank­reich eine wenn auch sehr allgemein gehaltene Zu­sage in diesem Sinne erhalten, so baß bie Regie­rung von biefer Seite her ben Weg zu einer Ab­wertung des Franken nicht mehr versperrt glaubte. Wie außerordentlich vage allerbings diese ameri­kanischen unb englischen Versprechungen in Wirklich­keit gehalten sind, werben wir noch sehen.

Die schon angeführten Schwierigkeiten der fran­zösischen Ausfuhrindusttie allein würden vermutlich auch heute noch nicht den in allen Parteien sitzen- ben Abwertungsfreunben Oderhanb gegeben haben, wenn nicht bas Kabinett Blum sich mit seiner Finanz, Wirtschafts, unb Sozialpolitik in eine Sackgasse manövriert hätte, aus der es nur in einer Abwertung des Franken einen Ausweg zu sehen glaubte. Eine gesunde Währung setzt einen aus­geglichenen Staatshaushalt voraus. Der Staat muß für bie Erfüllung der von ihm im Interesse ber Allgemeinheit übernommenen öffentlichen Auf­gaben einen Teil bes Ertrages aus ben Arbeits­leistungen seiner Bürger in Form von Steuern für sich beanspruchen. Da bie Bewilligung von Steuern in bemokratischen Staaten bas wichtigste Vor­recht bes Parlaments unpopulär macht, ist bei schwankenben Regierungsverhältnissen bie Ver­suchung befonbers groß, ben Geldbedarf Des Staa­tes auf anberem Wege zu beschaffen, nämlich durch Borgen. Auch das kann aber nur soweit geschehen, wie ein Gegenwert vorhanden ist in Form von tatsächlich vorhandenen Arbeitserträgnissen der Volksgesamtheit. Frankreich hat schon fett längerer Zeit seinen Staatshaushalt nicht ausgleichen kön­nen. Hngeheuerlich angewachsene Rüstungsaus-

lich, wie ber Burghauser Grenzbauer geglaubt hat, ber das Sterben an ben Balken geschrieben unb mit bem Korn Das Leben eingebient hat in ben Spei­cher, aus bem Das Volk in Der hungrigen Zukunft essen sollte, um Volk zu bleiben unb selig zu fein im Nehmen unb Behalten.

Die tiefe Weisheit biefer mahnenben Betrachtung haben anbere auch vor uns schon erkannt, auch wohl zu einer solchen Zeit, nach Kriegen unb Pest, als man sich bes Bauern wieber ernstlich besann unb bas Nehmen Der Bauerngabe als eine ge­schenkte Seligkeit verstehen lernte. Darum hat man Die Inschrift auf Dem Balken im Jahre 1692 er­neuert, für Die Zeit Damals, für später, für uns vielleicht ober eine weite Zukunft, unb man hat Zwei Zeilen zum anderen geschrieben:

Damit bieß nit vergeßen würdt. Hat man es wieber Renvvirt.

»Wir haben nicht weit.. .*

Im 13. Slrronbiffement von Paris wurde ein Fußgänger von einem Auto überfahren. Einige Helfer, darunter auch ein Polizeibeamter, spran­gen herbei. Tröstend flüsterte der Polizeibeamte bem Verletzten ins Ohr:Beruhigen Sie sich, wir haben nicht weit, gleich gegenüber wohnt ber Arzt!" Der Verletzte schlug bie Augen auf unb versuchte zu lächeln:Wenn Sie zu bem wollen, bann be­mühen Sie sich nicht weiter. Der Arzt von gegen­über bin ich!"

Sochschulnacbrichten

Der Führer unb Reichskanzler hat den außer- orbentlichen Professor Dr. Wilhelm C l a ß zum ordentlichen Professor in Der Rechtswissenschaftlichen Fakultät ber Hniversität Frankfurt ernannt.

Der ordentliche Professor Der Rechtswissenschaft- lichen Fakultät Der Hniversität Frankfurt Dr. Friedrich K l a u s i n g ist auf Antrag zwecks wissen­schaftlicher Arbeiten von dem Herrn Reichs- und preußischen Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volkbildung für Das Wintersemester 1936/37 beurlaubt worben. Mit seiner Vertretung wurde Dozent Lanbgerichtsrat Dr. Walter Kruse von Der Hniversität Breslau beauftragt.

Professor Dr. Robert Schröder, Ordinarius für Gynäkologie unb Geburtshilfe an der Hniversi­tät Kiel, ist zum Orbinarius an der Hniversit« Leipzig ernannt worben.

Professor Dr. Paul H h l e n h u t h, Ordinarius für Hygiene an ber Hniversität Freiburg i. Br^ ist von Den amtlichen Verpflichtungen entbundsch worden.