gaften haben eine beträchtliche Schuldenlast verursacht, die bei schwindender Wirtschaftskraft infolge der geschilderten Schwierigkeiten auf dem Weltmarkt und daher auch rückläufiger Steuer- ertrage schwer auf den Staatshaushalt drückten. Die versuche früherer Regierungen, den Staats- yaushalt durch eine rigorose Sparpolitik wieder ins Gleichgewicht zu bringen, waren natürlich höchü unpopulär, denn sie trafen im wesentlichen Beamte und BenNonäre, also Volkskreise, die im allgemeinen ohnehin nur ein schmales Einkommen besaßen, aber die große Schicht der Verbraucher darstellten, deren Einkommenskürzung also die Kaufkraft schmälern und damit die Lage der meisten Wirtschaftszweige ungünstig beeinflussen mußte. Zu den Schwierigkeiten für die Ausfuhr kam nun noch eine Beschränkung des Binnenmarktes. Die Antwort auf diese unpopuläre Politik der letzten fran- Mschen Kabinette waren die Wahlen dieses Frühjahrs, die eine Regierung derjenigen Parteien ans Ruder brachten, die sich in der Wahlpropaganda für eine Ausweitung der Kaufkraft eingesetzt hatten. Es ist noch in aller Erinnerung, wie die von den Kommunisten inszenierte Streikwelle dem Kabinett der „Volksfront" nicht nur die bereit gehaltenen Gaben der Lohnerhöhungen aus der $anb wand, sondern ihm aleichzeitig auch Arbeitszeitverkürzungen abtrotzte, so daß die von der Regierung beabsichtigte Erhöhung der Kaufkraft durch gleichzeitige Steigerung der Preise zu einem guten Teil wieder illusorisch gemacht wurde und die Schwierigkeiten der französischen Ausfuhrindustrie noch größer wurden.
Das Kabinett hat nun zu dem Aushilfsmittel der Abwertung des Franken gegriffen. Welches werden ihre wirtschaftlichen Folgen sein? Frankreich hofft nicht nur die durch die letzten sozialpolitischen Maßnahmen erhöhten Preise der französischen Ausfuhrindustrie den Weltmarktpreisen anzugleichen und damit die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Industrie auf dem Weltmarkt wie'derherzu- stellen, sondern auch durch billigere Preise neue Absatzmärkte zu erobern. Gegenmaßnahmen anderer Länder, wie Zollerhöhungen, Einfuhrverbote oder gar neue Abwertungen glaubt es nach den Abmachungen mit England und Amerika nicht befurchten zu brauchen. Frankreich ist nach der Abwertung Des Franken ein billiges Land geworden, fräs sich auch ausländische Einfuhr erfolgreich vom Leibe halten kann und den Binnenmarkt seiner eigenen Industrie und Landwirtschaft Vorbehalten wird, wenigstens bis auf die lebensnotwendigen Dinge, die feine Wirtschaft nicht selber zu erzeugen vermag. Bei der äußerst günstigen wirtschaftlichen Struktur des Landes ist dieser Bedarf an ausländischen Einfuhrgütern nur gering. Immerhin hat dieser Punkt in der Debatte über die Währungsvorlage der Regierung Blum in Kammer und Senat zu besonders erregten Auseinandersetzungen geführt. Denn die Preise auf dem Binnenmarkt steigen bei einer Währungsabwertung mindestens um den Teil des Gesamtpreises der auf den Markt gebrachten Waren, der auf lebensnotwendige Einfuhrgüter entfällt. Was der französische Fabrikant im Ausland kaufen muß, muß er natürlich in fremder Währung bezahlen, er muß also für den Einkauf ausländischer Lebensmittel, Rohstoffe oder Halbfabrikate soviel mehr anlegen, als die Entwertung des Franken gegenüber der Währung des fremden Landes ausmacht. Um diese Summen wird auch das Gesamtpreisniveau auf dem Binnenmarkt höher bei im übrigen durch die Abwertung gleichmäßig gesenkten Preisen, Löhnen, Mieten, Zinsen usw. Wenn inefe Erhöhung auch, wie schon gesagt, bei der günstigen Wirtschaftsstruktur des Landes wenig ausmachen kann, fühlte sich das Kabinett Blum doch seiner Sache so wenig sicher, daß es in feine Währungsvorlage eine gleitende Lohnskala hineingearbritet hatte, mit deren Hilfe es die Regierung verhindern wollte, daß auch Beamte und Arbeiter eine Preiserhöhung als Folge der Abwertung zu spüren bekommen. Damit wäre natürlich Die günstige Wirkung der Abwertungsaktton auf Wirtschaft und Staatshaushalt zu einem Suten Teil wieder aufgehoben worden, denn weitere ohn- und Gehaltserhöhungen müßten die Wirtschaft direkt oder auf dem Umweg über Steuer- erhohungen erneut belasten und sie zu weiteren Preiserhöhungen zwingen, die ihre Wettbewerbs- fähigkett auf dem Weltmarkt einengt. Der alte verhängnisvolle Kreislauf wäre also wieder da, den man durch die Abwertung hatte unterbrechen wollen. Im Parlament hat man das auch einge- ehen und namentlich der in Finanzdingen immer ehr vorsichtige Senat hat unter Führung des er- ahrenen Joseph Caillaux an diesem Plan Blums heftige Kritik geübt mit dem Erfolg, daß die Regierung sich mit der Vollmacht begnügte, gegen Preissteigerungen einzuschreiten, die nicht nachweisbar aus der Preiserhöhung eingeführter Waren herrühren. Damit ist die Währungsvorlage.verabschiedet worden. In welchem Umfange freilich sich nun die an die Abwertung des Franken geknüpften Hoffnungen der französischen Wirtschaft, soweit sie sich nicht nur auf eine Kreditausweitung zugunsten einer Belebung des Binnenmarkts, sondern auch auf Steigerung der Ausfuhr beziehen sich verwirklichen werden, erscheint fraglich angesichts der Tatsache, daß so wichtige Welthandelsländer wie die Vereinigten Staaten, das Britische Reich und die nordischen Staaten — von Japan ganz zu schweigen — bereits abgewertet haben und die übrigen Langer des ehemaligen Goldblocks, die Schweiz und Holland, dem Beispiel Frankreichs gefolgt sind.
Es erhebt sich nun für Deutschland die Frage, welch praktische Bedeutung der gemeinsamen Erklärung Amerikas, Englands und Frankreichs zu- fommt, die die Abwertung des Franken als einen ersten Schritt zu einer allgemeinen wahrungs- und handelspolitischen Konsolidierung betrachtet wissen will. Reichsbankpräsident Dr. Schacht bat oor dem Zentralausschuß des deutschen Noteninstituts diese Frage erschöpfend beantwortet. Er hat mit Bedauern festgestellt, daß das Abkommen der drei Mächte an der Unsicherheit der internationalen Währungslage nichts geändert hat, denn nicht nur
Hauptfchriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckeret R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags
15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr
Zur Zeit ist Preisliste Rr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.
sind Pfund, Dollar und Franken in kein bestimmtes Verholmis zueinander gebracht worden, sondern auch Gulden und Schweizer Franken sind jetzt, los- gelost von der stabllen Basis, wie die drei genannten Währungen beliebigen Schwankungen unterworfen worden. Die erste Voraussetzung für eine Gesundung der Weltwirtschaft von der währungspolitischen Seite her ist aber die Schaffung stabiler Währungsverhältnisse durch Herstellung eines festen Wertverhältnisses zwischen den Währungen der einzelnen Rationen und Verzicht auf Abwertungsmanipulationen aus innerpolitischen Gründen. Rur bann kann auch ein internationales Kreditsystem seine Funktion erfüllen und der Welthandel die Belebung erfahren, die heute die Unsicherheit der Währungsverhältnisse und die damit in engem Zusammenhang stehenden Beschränkungen durch Zollmauern, Kontingente, Einfuhrverbote usw. verhindern. Der Reichsbankpräsident hat nicht verhehlt, daß die Abwertungsmaßnahmen der drei Länder des bisherigen Goldblocks der deutschen Wirtschaft schwere Opfer auferlegen, denn sie bedeuten zweifellos eine weitere Erschwerung des deutschen Exports, da sie den Ausfuhrindustrien Frankreichs, Hollands und der Schweiz erlauben, ihre Preise mindestens um das Ausmaß der Abwertung zu senken, und auch das Preisniveau auf dem Binnenmarkt der Drei Länder erheblich niedriger zu stehen kommen wird. Von ihnen ist Holland mit einer Einfuhr deutscher Waren für 96 Millionen RM. im zweitenDierteljahr 1936 Deutschlands bester Kunde, Frankreich mit 62,5 Millionen RM. und die Schweiz mit 59,7 Millionen RM. folgen an vierter und fünfter Stelle, alle drei zusammen- genommen nahmen bisher 20 v. H. der deutschen Gesamtausfuhr auf. Da diesen insgesamt 218,2 Millionen RM. an deutscher Ausfuhr in dem genannten Zeitraum nur eine Einfuhr aus den drei Öänh-'yn nach Deutschland in Höbe von 95 5 Millionen RM. gegenüberstand, so betrug der Ausfuhrüberschuß im jöanbei mit diesen drei Ländern 122,7 Millionen RM eine hohe Zahl, gemessen an dem Ge- samtübersch ß von nur 50,4 Millionen RM. im zweiten Vierteljahr 1936. Die deutsche Exportwirtschaft
wird also vor eine schwere Ausgabe gestellt, wenn sie den ihr hier durch die neue Abwertungswelle drohenden Ausfall wettmachen will. Freilich haben Deutschlands Gläubiger nach wie vor alles Interesse daran, wenigstens soviel Waren aus Deutschland zu beziehen, daß aus ihrer Bezahlung der Zinsendienst sichergestellt werden kann. Unsere Schuldenlast in den drei genannten Ländern wird natürlich durch die Abwertung gemindert, soweit sie auf Fremdwährung lautet.
Wenn Reichsregierung und Reichsbank trotz dieser Rückwirkungen der Abwertungswelle auf die deutsche Exportwirtschaft doch nicht einen Augenblick geschwankt haben in dem Entschluß, an der stabilen Wirtschaftsgrundlage nicht zu rütteln, die wir in unserer Währung haben, so war es nach den Worten des Reichsbankpräsidenten der Wunsch, dem deutschen Sparer und Arbeiter das Vertrauen zu geben, daß die nationalsozialistische Regierung seine Kaufkraft und feine Arbeitsleistung in ihrem vollen Wert erhalten wird. Dr. Schacht hat mit nachdrücklichem Ernst bar auf hingewiesen, daß der Schlüssel für Deutschlands Stellung zur Weltwirtschaft in feiner aus dem Versailler Diktat herrührenden Verschuldung und den Schwierigkeiten der R o h st o f f» Versorgung liegt. Beide zwingen Deutschland in jedem Falle zur'Aufrechterhaltung der Devisenbewirtschaftung, die stabile Wirtschaftsverhältnisse verbürgt. Deutschland ist durchaus bereit, an Verhandlungen teilzunehmen, von denen es sich eine Gesundung des internationalen Wirtschafts- und Zahlungsverkehrs verspricht, aber solange die Abwertungsländer untereinander noch nicht einmal einig sind über den einzuschlagenden Kurs und weder unter sich eine Parität ihrer Währungen herzustellen vermögen, noch auf Sondervorteile aus jeder neuen währungspolitischen Lage verzichten wollen, hält es Deutschland, getreu seinem Grundsatz, daß Beständigkeit bas unerläßliche Erforbernis internationalen Wirtschaftsverkehrs ist, für richtig, die weitere Entwicklung in Ruhe abzuwarten, aber jeweils nach freiem Entschluß zu tun, was die Lage im Interesse unserer Wirtschaft erfordert. F. W. L.
notige Achtung und den entsprechenden materiellen Lohn zu geben.
Dr. Goebbels trat weiter für den Schutz des geistigen Eigentums ein. „Eine wettsichtige und weise Gesetzgebung muß eingreifen", so betonte der Minister, ,,'unfr muß die geistige Arbeit vor ihrer Ausplünderung beschützen. Der nationalsozialistische Staat hat die Absicht, dem Geistesarbeiter Würde und Lohn zurückzugeben und sieht darin auch die Möglichkeit der lleberroinbung des geistigen Großstadtproletariats". Der deutsche Ar- beiter hat in diesen drei Jahren gelernt, seine Freiheit im freiwilligen Dienst am Volkstum zu erkennen und ist damit zum hervorstechendsten Teilhaber am geistigen, seelischen, sozialen und wirtschaftlichen Aufbau der deutschen Ration geworden. Der geistige Arbeiter hat in diesen drei Jahren seinen Weg zum Volk z u r ü cf g e f u n b e n. Es ift bei uns das seherjsche Wort des Führers in Erfüllung gegangen, daß ber Arbeiter der Stirn und ber Faust sich wieder kennen und wieder achten lernen würde.
Der Minister bat die Delegierten, in ihren Ländern mit jenem moralischen Mut, den man in Deutschland Zivilkurage nennt, die hier gewonnene Ueberzeugung zu oertreten, daß ber beuttche Arbeiter bes Geistes unb ber Hanb nicht die Absicht haben, die Völker und die Welt in Angst unb Schrecken zu versetzen, sondern der Welt den Frieden zu bringen unb ihn zu erhalten. „Dann", so schloß er, „sind Sie in Wahrheit Män- ner, bie ben Ehrentitel eines geistigen Arbeiters beanspruchen können, finb auch Sie Pioniere eines besseren Weltfriedens."
Der Präsibent, der französischen Dramatischen Gesellschaft, Kistenmackers, stattete ben Dank an bie deutsche Regierung unb an bie beutschen Kollegen für bie hervorragenbe Unterstützung ber Kongreßarbeit ab.
Verständigung zwischen Filmindustrie und Audren.
Die Fachberatungen des Internationalen Autorenkongresses in Berlin haben zu einem sehr bedeutsamen Ergebnis geführt, von dem eine Bereinigung all ber Streitfragen erhofft wird, bie zwischen Filminbustrie unb Autoren auftauchen. Zwischen ber internationalen Vertretung ber Autoren, ber Confeddration Internationale del Soci£tes d’Auteurs et Compositeurs unb bei Internationalen Filmkammer hat im Laufe bes Kongresses eine Aussprache über bie Möglichkeiten einer gemeinsamen Erörterung ber urheberrechtlichen Filmfragen stattgefunden. An
Offener Konflikt im österreichischen Heimatschuh. Gtarhemberg schließt Fey und Lahr aus.
Wien, 2. Oft. (DRB.) Die Pressestelle des Oesterreichischen Heimatschutzes veröffentlicht fol- genben Befehl bes Bundesführers Fürst Starke m b e r g :
„Heimatschützer von Wien!" Üßegen feiner zersetzenden Tätigkeit gegen die Einigkeit unb Geschlossenheit bes Oesterreichischen Heimatschutzes, bie letzte Zeit befonbers arge unb sichtbare Formen angenommen hat, sehe ich mich veranlaßt, ben Major a. D. Fey hiermit aus bem Oesterreichischen Heimatschutz auszuschließen. Ebenso schließe ich den Vizebürgermeister von Wien, Major a. D. Lahr wegen Beteiligung an dieser Tätiakeit gegen bie Einigkeit bes Oesterreichischen Heimatschutzes unb wegen w i eber- holt bewiesener Unfähigkeit aus bem Oesterreichischen Heimatschutz aus. Es gibt nur eine Gruppe bes Oesterreichischen Heimatschutzes in Wien unb bas ist bie unter bem Befehl bes von mir eingesetzten geschäftsführenden Lan- desleiters Korvettenkapitän Kloß stehende Lan- desgrupve Wien.
Mein Befehl an alle Heimatschützer Wiens lautet: Unverzüglich jede mie immer geartete Verbindung z u Fey und Lahr abzu- brechen, schärfstens gegen alle Umtriebe der beiden Genannten ober ihre Drahtzieher aufzutreten unb ben Anordnungen bes von mir einzig unb allein als Heimatschutzführer anerkannten Kamera
den Kloß Gehorsam zu leisten. Wer in Zukunft irgendwelche Beziehungen zu Fey und Lahr aufrechterhält, wird ebenfalls aus dem Oesterreichischen Heimatschutz ausgeschlossen werden."
Dazu meldet die Pressestelle des Oesterreichischen Heimatschutzes weiter, daß der Ausschluß von Major Fey auf ber Führertagung des Heimatschutzes einmütig begrüßt worben sei. Bereits im Jahre 1930 sei Major Fey gelegentlich der Rattonalratswahlen eigene Wege geganaen unb habe baburch bem Oesterreichischen Heimatschutz schweren Schaben zugefügt. „In lebenbiger Erinnerung", so heißt es weiter, „steht außerdem bas bis heute nicht aufgeklärte Verhalten von Major Fey gelegentlich ber Ereignisse am 25. Juli 1934 am Ballhausplatz und der Ermordung des Bundeskanzlers Dr. Dollfuß. In Berücksichtigung auch dieser Umstände erscheint der Ausschluß allen anwesenden Führern als vollauf gerechtferttgt. Ebenso einmütig wird der Ausschluß des Vizebürgermeisters Lahr aus dem Oesterreichischen Heimatschutz gebilligt, dessen vollständiges Versagen auf seinem Posten als Vizebürgermeister bereits wiederholt augenfällig in Erscheinung getreten ist." — Wie man hört, hat sich Major Fey noch in später Abendstunde zum Bundeskanzler Dr. Schuschnigg begeben, um gegen diese Verlautbarungen Protest einzulegen.
Würde und Schutz der geistigen Arbeit.
Or. Goebbels auf dem Bankett des Internationalen Autorenkongresses.
Der XI. Internationale Autorenkongreß in Berlin fand feinen Höhepunkt mit dem traditionellen Bankett im Hotel Kaiserhof, zu dem namhafte Persönlichkeiten bes kulturellen Schaffens der ganzen Wett zusammengekommen waren.
Minister Aisten
hob hervor, es sei für alle Kongreßteilnehmer überwältigend gewesen, zu sehen, welche hervorragende Rolle alle Dinge bes Geistes unb ber Kultur im heutigen Deutschland einnehmen. Minister A l f i e r i trank auf das Wohl des Reichsministers Dr. Goebbels unb feiner Familie unb verbanb bamit die besten Wünsche für den Erfolg der Arbeit auf dem Kongreß.
ÄeichsmiMer Dr. Goebbels
bankte bem italienischen Propagandaminister. Er habe mit Freuden feststellen können, baß biefer Kongreß sehr wertvolle Ergebnisse gezeitigt habe, unb es werbe bie Aufgabe aller beteiligten Instanzen sein, bafür zu sorgen, baß in ben einzelnen Ländern aus ben hier gefaßten Entschlüssen nun auch Gesetze würben.
Ich kann Sie als Vertreter der deutschen Reichsregierung, so hob der Minister unter lebhaftester Zustimmung hervor, auf das be- stimmeteste versichern, daß Deutschland die ernste Absicht hat, diesen Entschlüssen Ge- seheskrast zu geben, weil wir der Ueberzeugung sind, daß es in einem Zeitalter, in dem Hunderte und Tausende von Gesehen zum
Schuhe der materiellen Arbeit erlassen werden, auch an der Zeit ist, die g e i st i g e Arbeit zu schützen.
Damit hoffen wir, ber so barnißberüegenben geistigen Arbeit roieber einen inneren Halt unb Stabilität zu verleihen. Deutschland hat bie ernste Absicht, an ber Spitze biefer Arbeit zu stehen, unb wirb auch auf biefe Weife zeigen können, baß e s nicht ein ßanb ber Barbarei unb Kulturlosigkeit ist.
Wir wollen bafür sorgen, daß bie Schöpfer unb Gestalter ber geistigen Arbeit unseres Jahrhunderts in allen ßänbern roieber burch ihre Regierungen den Schutz erfahren, auf den sie Anspruch erheben können. Was wir in Europa an Kultur und Zivilisation genießen unb täglich gebrauchen, verbauten wir gerabe den geistigen Arbeitern, bie uns bas Leben erträglich unb lebensroert gemacht haben. Ist es nicht bie Abstattung einer p r i m i t i v st e n Dankespflicht, baß bie Regierungen dafür bie Männer bes Geistes in ihren Schutz nehmen?"
Der Minister kam bann auf bie irrige Anschauung zu sprechen, bie sich vor allem im Laufe bes 19. Iahrhunberts in Europa breit gemacht habe, als könnte geistige Arbeit nur unter erschwerten materiellen Bedingungen gebeihen. Die geistige Arbeit sei auch eine Lebens-, Gelb- unb Geschäftsfrage.
Wir rufen alle Geistesarbeiter ber Wett hier in Berlin auf, sich gegen eine spießbürgerliche Auffassung ihrer Arbeit aufzulehnen, bie zwar gern bie Ergebnisse geistigen Schaffens für sich in Anspruch nimmt, aber sich immer roieber scheut, biefen Ergebnissen auch bie
biefer Aussprache nahmen für bie Conf&deration bereu Präsibent, ber italienische Propaganbaminister Alfieri, und für bie Internationale Filmkammer bereu Präsibent, Staatsminifter a. D. Prof. Dr Osroalb L e h n i ch , teil. Es würbe Einver- ftänbnis barüber erzielt, baß die Erörterungen über bie urheberrechtlichen Filmfrageu innerhalb einer paritätisch besetzten Zeutralkommissiou in Kürze ausgenommen werben sollen.
Diese Zeutralkommissiou ist das Zentrum einer gemeinsamen großen Organisation, bie sich über alle Länder erstrecken wirb. Sie wirb zur Aufgabe haben , alle eventuell auftretenben Mißverst ä n b n i s s e zwischen Probuzenteu unb Autoren zu schlichten unb barüber hinaus bie Fragen des Tonfilm-Urheberrechts gemeinsam zur Lösung zu bringen. Von jeder Seite werben etwa sechs Mitglieder für diesen Ausschuß von den Präsidenten ernannt.
Als weiteres bemerkenswertes Ergebnis des Kongresses ist die Tatsache zu werten, daß ein Vertreter ber Akademie für Deutsches Recht, Dr. Kurt W a l d m a u n , in bie Gesetzgebuugskommissiou ber Confedöration gewählt worben ist. Dr. Wald- mann, für besten Wahl sich sämtliche in ber Confederation vereinigten Gesellschaften eingesetzt hatten, hat bereits einen bebeutfamen Vortrag über die Auffassung ber Akademie für Deutsches Recht in bezug auf bas Urheberrecht unb Toufilmfragen gehalten, der großes Interesse fand.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Bei heiterem Wetter kam es in der vergangenen Nacht erneut zu verbreiteten Strahluugsfrösteu. Inzwischen hat ein neues, von Norden hereiukom- menbes Störungsgebiet feinen Einflußbereich bis nach Norbeu vorgeschoben unb macht sich auch bei uns heute früh burch auffommenbe hohe Bewölkung bemerkbar. Sein Einfluß wirb sich noch verstärken, doch ist eine nachhaltende Verschlechterung für längere Zett nicht zu erwarten.
Aussichten für Sonntag: Vielfach bun« ffig und meistens bewölkt, zeitweilig auch Regen, vorübergehend weslliche Winde, später aufheiternd.
Aussichten für Montag: Morgens vielfach neblig, sonst häufig aufheiternd, bis auf vereinzelte Schauer trocken, nördliche Winde.
Lufttemperaturen am 2. Oktober: mittags 9,8 Grad Celsius, abends 2,1 Grad; am 3. Oktober: morgens —1,2 Grad. Maximum 11,1 Grad, Minimum heute nacht —1,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Oktober: abends 8,6 Grad; am 3. Oktober: morgens 5,2 Grad. — Sonnenscheindauer 3,9 Stunden.
'oRtNZ
MÄAL
KM
Lorenz-Rundfunkgeräte in den Preislagen von RM 76,— bis RM 395,— in allen guten Fachgeschäften.
Die LORENZ-SUPER mit dem RADIO-
Werfen Sie bitte einmal einen Blick unter die Motorhaube eines alten und eines modernen Automobils. Dort ein unübersichtliches Durcheinander von Maschinenteilen und Aggregaten, ein Gewirr von Gestängen, Kabeln und Drähten und hier ein geradezu schön wirkender, glatter Motorblock, in dem alle Teile sauber und übersichtlich zusammengefaßt sind. Diese „innere Schönheit" ist aber nicht nur für das Auge da, sie erhöht vor allem die Betriebssicherheit.
Dann lassen Sie sich von Ihrem Funkhändler das „Lorenz-Radio-Herz" zeigen. Wer etwas technisches Verständnis hat, wird Freude haben an dieser fortschrittlichen, übersichtlichen^ Konstruktion, die so viel zur Betriebssicherheit der Lorenz-Super-Geräte beiträgt.
HERZ
L
r E C H N I K
s0 J MiMMKN L O R ENZ N A ' C- V R I c H T E N


