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Nr. 232 Erster Blatt

186. Jahrgang

Zamrtag, 3. Oktober 1936

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Deutsche Kraft aus deutscher Erde.

Der Crniedankiag ist das Bekenntnis der Nation zu Bauer und Scholle.

Geborgene Ernte.

Von JR Walther Darr6, Neichsbauemsührer, ^eichsminister und Neichsleiier der NSDAP

ZdR. Das Fest des Erntedankes ist eine alte deutsche Sitte, tief verankert im Volksbrauch un­serer germanischen Vorfahren. Wenn der Haupt­teil der Ernte bis auf die letzten noch stehenden Hackfrüchte geborgen ist, wenn Speicher, Tennen und Scheunen gefüllt find, wenn die Pflüge zur neuen Herbstbestellung wieder ihre Furchen durch die Aecker ziehen, dann findet sich das Landvolk in allen Gauen und Dörfern zusammen, um den ewigen schöpferischen Kräften der Vorsehung für die Ernte zu danken. Es ist ein Tag der Be­sinnung und tiefinnerer Freude, zu dem sich die Bauern, Landwirte und Landarbeiter in beispielhafter Schicksals- und Arbeitskamerad­schaft zusammenfinden.

Es war ein Kennzeichen unserer bodenentwur­zelten Zeit, daß dieses Erntedankfest in der Zeit vor dem Nationalsozialismus fast zu einer aus­schließlichen Feier des Landvolkes wurde, während doch der Boden, die unvergänglichen Kräfte der Erde die entscheidende Lebensgrund­lage des ganzen Volkes, gerade auch der städtischen Bevölkerung bildet. Denn wie immer auch die Entwicklung der Völker sortschreitet, ihr Lebensraum, ihre Bodenerzeugung bildet d i e Voraussetzung zur Nahrungssre i h e i t und damit politischen Unabhängig­keit. Durch die Wandlung des Nationalsozialis mus haben wir zu diesen Lebenserkenntnissen zu­rückgefunden. Das alljährliche Erntedankfest, sym­bolhaft zum Ausdruck gebracht auf geschichlicher Stätte am Bückeberg, ist zu einer Feier aller Deutschen geworden. Und gerade der Städter weiß, daß von dem Ausfall der Ernte für ihn selbst mehr abhängt, als die Politik der Vergangen­heit mit ihren Weltwirtschaftsideologien wahrhaben wollte.

Dank der Erzeugungsschlacht, der rastlosen Ar­beit der Landwirtschaft können wir auch heute mit Stolz und Ruhe auf die Leistung und Ergebnisse des Erntejahres 1935/36 zurückblicken. Wie hat sich doch so vieles in den letzten vier Jahren gewan­delt! Gefüllte Speicher, gefüllte Scheunen waren durch die Ueberslutung Deutschlands mit auslän­dischen Erzeugnissen zum Unsegen, zur Katastrophe geworden. Die Absatzfrage, also die Frage, ob sich für das Brotgetreide, das Vieh, die Milch, die Kartoffeln überhaupt ein Abnehmer fin­det, war zur brennenden Lebensfrage des Landvolkes, allerdings auch der Städter ge­worden. Getreu der ersten Proklamation des Füh­rers hat der Nationalsozialismus die Landwirt­schaft wieder auf eine sichere Lebens­grundlage gestellt, und der Nährstand, Bauern und Landwirte ohne Unterschied, haben nun die moralische Pflicht, das Ergebnis ihrer Arbeit, diese Ernte nach den Richtlinien der bäuerlichen Selbst­verwaltung der Volksernährung zur Verfügung zu stellen. Hier soll jeder beweisen, in wieweit der Nationalsozialismus der eigentliche Kern seiner Gesinnung, seines Handelns ist.

Haben wir in diesem Erntejahr Grund zu dan­ken? Die Erntergebnisse zeigen, daß trotz natur­gegebener Schwierigkeiten, trotz verschiedener Wit­terungseinflüsse der Erfolg über dem des Vorjahres liegt.' Wir haben die Erzeugungs­schlacht in der Tat nicht umsonst geschlagen! Daß es aller Anstrengungen bedarf, um die Er­nährung eines 65-Millionenvolkes sicherzustellen und gelegentlich einzelne Mangelerscheinungen auf diesem oder jenem Gebiet auftreten können, ist bekannt und bringt niemanden in Unruhe. Die Versorgung steht dank der Ernte trotz einzelner Lücken auf einer so breiten Grundlage, daß ernstere Entwicklungen heute nicht mehr eintreten können, wenn auch der Einzelne in seiner Ernährung gelegentlich ausweichen und das ver­brauchen muß, was der deutsche Boden, die Jahres­zeit, unsere Vorräte bieten. Das sei jenen gesagt, die vergessen haben, daß vor dem Nationalsozialis­mus dieses 65-Millionenoolk nur mit einer hohen Milliardeneinfuhr und dazu noch m i t Schulden ernährt werden konnte. Der Erfolg nationalsozialistischer Ernährungspirtschaft während der letzten 4 Jahre ist für jeden so beispielhast, daß wir uns der Hungerprophezeiungen, der kindlichen Wahrsagungen über einen Zusammenbruch der Er­nährung schon nach sechs Monaten kaum noch er­innern, vielleicht heute lächeln. Nach diesem Erfolg liegen erst zwei Jahre Erzeugungsschlacht hinter uns, nach diesem Erfolg geht es mit verstärktem Einsatz an geistigen und materiellen Energien auf dem Wege zu einer noch breiteren Er­nährungsgrundlage weiter.

Aber ist die Ernährungsgrundlage nur eine An­gelegenheit der Landwirtschaft? Auch der Städter, vor allem die Hausfrauen verwalten die Nahrungsgüter. Hier haben Untersuchungen er­geben, daß auf dem Wege vom Erzeuger bis zum Verbraucher jährlich noch durch Schwund und Verderb für 1,5 Milliarden Mark ver­lorengehen. Sorgfältigste Behandlung, Be- und Verarbeitung des Nahrungsgutes, Kampf dem

NSG. Dom Bückeberg ruft zum Erntedankfest wieder das Banner des Reiches mit dem alten Heilszeichen, dem Hakenkreuz, in das Land. Emte- dankfeier auf dem Bückeberg! Erntedankfeier im ganzen Reich! Das ist Bekenntnis und Verpflich­tung zugleich.

Bekenntnis zum deutschen Volk, zum Reich und seinem Führer. Bekenntnis zum Sinn deut­scher Geschichte, die erst jetzt erfüllte, was seit Jahrtausenden und Jahrhunderten als heilige, zehrende Sehnsucht in den Herzen germanischer und deutscher Menschen lebte. Die Einheit aller, die deutschen Blutes sind und die unzerstörbare Stärke, eines in sich gefestigten deutschen Reiches. So hat die schwere Tragik bisheriger deutscher Geschichte, die aber neben Zeiten bitterster Not auch Stunden größter Erhebung sah, doch noch ihren Sinn' erfüllt!

Verpflichtung aber heißt das andere Wort, das die Fahnen des Bückebergs uns zurufen. Ver­pflichtung! Nimmer zu lassen von dem, was des Führers unsterbliche Tat schuf Einsatz- und opfer­bereit zu sein, wenn es gilt Dienst zu tun für Volk und Staat. Der Kampf um die Einheit des Volkes und um die Stärke des Reiches ist noch nicht zu Ende. Hinter uns liegen die erhebenden und zu­gleich bitteren Jahre des Kampfes, und so, wie wir in ihnen feststanden, müssen wir feststehen im Kampf des Alltags, den zu bezwingen nun unsere Aufgabe ist.

Mit dem Erntedankfest schließt die Reihe der großen staatspolitischen Feiern eines Jahres, die uns für immer Sinnbild der endlich gewonnenen

Verderb ist die Parole, die wir vor allem unseren städtischen Volksgenossen zurufen und deren Er­füllung ein unerläßlicher Beitrag im Ringen um unsere Nahrungsfrecheit ist. Don der Landwirtschaft wird das Letzte verlangt! Der Erntedank des ganzen deutschen Volkes liege in dem Ziel: Kampf dem Verderb! So ist der Ernte­danktag 1936 eine neue, entscheidende Etappe zur Sicherung der Freiheit und Größe unseres Volkes.

oolklichen Einheit und wiedererstandenen Größe Deutschlands sind. Am 30. Januar ge­denken wir in stolzer Freude jener geschichtlichen Stunde, da der Führer zum Kanzler des Reiches berufen wurde und der Triumphmarsch der SA. und SS. durch das Brandenburger Tor den Sieg der Bewegung verkündete. Der 21. März, der Tag des Frühlingsanfangs wird uns erinnern an die weihevolle Stunde am Grabe des großen Preu­ßenkönigs Friedrich, da vom Führer das Deutsch­land der Freiheit und der Ehre feierlich prokla­miert wurde. Und dann gilt unser Erinnern dem laß her nationalen Arbeit'' als des Tages, da zum ersten Mal die Millionenscharen des deutschen Volkes ihren unerbittlichen Willen be­kundeten, dem Klassenhaß und Klassenkampf abzu­sagen und in treuer Kameradschaft über alle Stände und Klassen hinweg sich die Hände zu rei­chen zu gemeinsamer Arbeit im Dienst für Deutschland.

Diesen nationalen Feiertag der Arbeit beging mit allen deutschen Ständen auch der deutsche Bauer, um den deutschen Arbeiter, die deutsche Ar­beit zu ehren. Und in ebenso selbstverständlicher Kameradschaft begeht nun mit dem deutschen Bauerntum das ganze deutsche Volk das Ernte­dankfest, um des Bauern harte und mühevolle Arbeit zu ehren und dem Allmächtigen für den Segen der Ernte zu danken.

Das ist der entscheidende Sinn der Erntedank­feiern, daß sie klar und eindeutig des deutschen Volkes Willen zu gemeinsamer Arbeit und zum gemeinsamen Schicksal zum Ausdruck bringen. ~ ~

Freiheit und Brot.

Von Inh Kirschner.

Zwiefach ist der Weg der Deutschen in der Ge­schichte: Sie strebten in die Weite. Und sie kehrten heim in die räumliche Enge. Der große Staufer, der den halben Erdkreis für sich beansprucht hatte, endete auf einem unbekannten Platz in der Ferne. Der Welfe, der die deutsche Aufgabe im Norden und Osten erkannte, mußte sich dem nach Süden trachtenden Ghibellinentraum beugen. Und dennoch mündeten beide, das Streben in die Weite und die Beharrung in der Heimat, wieder in dem einen, das blieb im Sturm der Zeiten, im Reich.

Hier lag die Kraft, die die Deutschen in die Ferne streifen ließ. Und hier ruhte die Macht, die sich wieder zurückzog zur Heimat. Es war die Mutter Erde, die sie band. Es war die Scholle, die sie trug. Und es war das Mysterium von Saat und Ernte, das sie klein machte vor Gott und groß vor den Menschen; erlebten sie doch hier, wie er­arbeitet werden muß, was Bestand haben soll, und nur Bestand hat, was man zu verteidi­gen gewillt ist. So wuchs aus Pflug und Schwert das Deutsche Reich, dessen Weg nicht nur das Blut derer betaute, die für es gefallen sind, sondern zu­gleich der Schweiß netzte, der auf deutscher Erde vergossen ward.

War so der Weg der Deutschen auch zwiefach in der Geschichte, er mündete dennoch immer wieder in dem einen: Sie fanden heim zur Scholle; und sie waren dann stark. Verloren sie ihre innere Bindung an die Heimaterde, so wurden sie schwach. Doch kehrten sie wieder zurück zu ihrem Boden, so schöpften sie dort neue Kraft, des Volkes Zu­kunft zu gestalten. Denn die Scholle war den Deut­schen durch alle Zeiten der Boden, auf dem sie wuchsen, und die Urkraft, aus der sie wurden. Sie war ihnen Heimat und Grundlage des Seins. Und sie war so ein Stück des deutschen Wesens selbst.

Wenn jetzt die Scharen wieder zum Bückeberg ziehen, um hier im Herzland des Reiches das Erntedankfest zu begehen, dann bekennt sich ein ganzes Volk in Stolz und Dankbarkeit nicht nur zu seinem Nährstand, sondern wieder zu seiner Scholle überhaupt. Denn das Erntedankfest auf dem Bückeberg ist über die Kundgebung eines Berufsstandes hinaus das große Bekenntnis einer ganzen Nation z u Blut und Boden als den Urkräften des Seins. Und es ist zugleich das deut­sche Bekenntnis zur Nahrungsfreiheit als der Grundlage einer jeden Wehrfreiheit.

Wenn in Goslar vor zwei Jahren die Parole zur Erzeugungsschlacht ausgegeben wurde mit dem Endziel, die Brotversorgung des Volkes zu sichern, so darf der deutsche Bauer jetzt auf dem Bückeberg mit Stolz feststellen, daß diese Erzeu­gungsschlacht gewonnen wurde. Während in Rußland, wo ja nur 15 Menschen auf das Quadrat­kilometer kommen, Millionen hungern und lang­sam verhungern, hat das deutsche Bauerntum es fertiggebracht, einem Volke die Nahrungsfreiheit zu sichern, das 137 Volksgenossen auf dem Quadrat­kilometer zählt. Und während die Landwirtschaft in den meisten Ländern schwer um ihre Existenz ringt, ist in Deutschland der Bauer wieder auf eine sichere Grundlage gestellt worden.

Gewiß hat es im vorigen Jahr manchmal in dem einen oder anderen Ort an einer Sorte Fleisch ge­fehlt. Sicher ist auch, daß wir den Fettbedarf nicht restlos aus eigener Kraft der Landwirtschaft decken können. Aber ist nicht die Frage, ob Herr Meier oder Herr Schulze nun einmal statt seines gewohn­ten Pökelkamms ein Stück Rindfleisch essen muß oder umgekehrt, von untergeordneter Bedeutung, gemessen an der anderen Frage, ob das deutsche Volk, nachdem es feine Wehr freiheit errun­gen hat, nun auch die Nahrungsfreiheit sich erkämpft, die die Voraussetzung jeder Wehr­freiheit ist? Und da darf man heute im Blick auf die Erzeugungsschlacht getrost sagen: Die Probe ist bestanden!

Nährstand und Wehrstand zeugen auf dem Bücke­berg gemeinsam für das neue Deutschland und bekunden damit, daß Brot und Freiheit stets zu­sammengehörten im Kampf um die deutsche Selbst­behauptung. Es ist ja so bezeichnend für das deut­sche Wesen, daß der König, der wie keiner sonst seinen Namen in die Kriegsgeschichte aller Zeiten eingegraben hat, Friedrich der Große, den Satz "schreiben konnte:Ländereien urbar machen, beschäftigt mich mehr als Menschenmordungen, und ich fühle mich tausendmal glücklicher, eine Bürger­krone zu verdienen als den Triumph." Die Sätze schrieb der Kronprinz. Es liegt nahe, sie auf Oie Formel non dem Gegensatz zwischen Vater und Sohn zu bringen, der das Wesen des jungen Friedrich bestimmte. Das Entscheidende jedoch liegt nicht darin, daß Friedrich diese Sätze einmal schrieb, sondern das Bedeutsame liegt in ganz anderer Richtung: Der König kannte nur die Pflicht, dem Wohl des Landes zu dienen, und diese Pflicht zwang ihn auch zuMenschenmordungen (uni in seiner Sprache zu bleiben). Und der ^neond) der gärenden Jugend war zum Mann gereist m dieser Pflicht. Aber der König, der von Schlacht zu Schlacht eilte, vergaß nicht, was der Kronprinz einst geträumt, und was ihn zu dem Satz an Vol­taire veranlaßte, daß der Ackerbau doch die

Ermedanklied der Deutschen.

Von Hermann Claudius.

Erde - du bist das Korn und das Brot und die Traube. Erde - du bist der Leib und der Geist und der Glaube. Erde - du bist unserer Vater Arbeit und Blut.

Deutsche Erde - wir halten treu deine *>ut - Deutschland!

Wir pflügten und säten und pflanzten in deinen Schoß. Erde, du machtest es wachsen - o Wunder groß!

<D ewiges Wunder bis an den Jüngsten Tag, das keine Klugheit uns jemals ergründen mag - Deutschland!

Siche: wir harren in grauem und blondem Haar!

Siehe: du bringst uns all deine Gaben dar!

Siehe: du bringst fle uns dar in köstlicher Fülle!

Siehe: wir stehn am Weg in Andacht und Stille - Deutschland!

Denn wir fühlen heimlich Gottes Hand prüfend stch legen über Volk und Land. Denn wir fühlen alle des Ewigen Hände. Denn wir fühlen alle der Notzeit Wende -

Deutschland!

Erde - du bist das Korn und das Brot und die Traube. Erde - du bist der Leib und der Geist und der Glaube. Erde - du bist unserer Väter Arbeit und Blut.

Deutsche Erde - wir halten treu deine Hut - Deutschland!

Ein einiges Volk feiert Erntedank.