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einer bemühten Arbeit. Arbeitsschlacht, Erzeugungs­schlacht und der Aufbau der Wehrmacht, das alles sei nur möglich geworden dadurch, daß der poli­tische Soldat die Kräfte der Zwietracht überwand.

Aus unserem einigen Volke müssen die tragenden Ideen immer selbst wachsen, wie auch die Kräfte zum Guten, die das Schlechte überwinden müssen. Aber wir brauchen auch eine Organisation, die die guten Kräfte fördert. Adolf Hitler hat Männer be­rufen, die dieser Kräfteförderung dienen und dafür sorgen, daß unser Leben in großer Linie vorwärts- kommt. Der Urquell des Aufstiegs des deutschen Volkes wird für die Zukunft immer der National­sozialismus sein. Das setzte aber voraus, daß der Nationalsozialismus nicht auf die Parteiorganisa­tion allein beschränkt blieb, sondern in das ganze Volk und in alle seine Lebensäußerungen hinein­getragen wurde. Der Durchdringung des ganzen Volkes in nationalsozialistischem Sinne dient auch die Deutsche Arbeitsfront, in der die Volksgemein­schaft zur Leistungsgemeinschaft gefördert und ge­steigert werden soll. Die Arbeitsfront hat u. a. die Aufgabe, die Berufsertüchtigung vorwärts zu treiben.

Die Hitler-Jugend muß hier aber ebenfalls alle Aufgaben aufgreifen und sich einbezogen fühlen, weil ja in ihr jene stehen, die sich in nicht allzu ferner Zeit mit den Problemen auseinanderzusetzen haben, die immer wieder unser Volk bewegen wer­den. Der Jugend muß das Recht zur Mitarbeit und in erster Linie zustehen, deshalb zuerkannt wer­den, weil gerade sie nicht nach Stand und Herkom­men fragt, sondern allein nach der Leistung für die Volksgemeinschaft.

Berufsarbeit ist auch politische Mission. Erfolg und Leistung im Beruf sind Dienst am Volke. Die Frage der Steigerung der Arbeitsleistung ist eine Lebensfrage des ganzen deutschen Volkes. Noch mangelt es uns in Deutschland sehr an Facharbei­tern. Dieser Zustand ist deshalb eingetreten, weil eine falsche Lehre, die Lehre des Marxismus, die Arbeit nur als ein Mittel zum Geldverdienen an­sah. Diese gleiche falsche Lehre führte auch dazu, daß alle Güter des Volkes verwirtschaftet wurden und nur noch als einziger Wert die Arbeitskraft des Volksgenossen übrig blieb. Und auch diese ließ man unbewertet liegen!

Die nationalsozialistische Regierung hat nach ihrem Antritt nicht den Fehler gemacht, die Men­schen mit der Herstellung von Massenware in Ar­beit und Brot zu bringen. Der deutsche Arbeiter muß vielmehr Qualitätsarbeit leisten. Die Quali- tätsarbeiter müssen aber erst wieder erzogen wer­den. Mit unserer Qualitätsarbeit allein können wir wieder den Weltmarkt erobern. Alle Versuche und Wege müssen an diesem Ziele angreifen. Diesem Ziel muß besonders auch dieser Wettkampf dienen.

Der Wettkampf ist aufgebaut auf dem Gedanken der Freiwilligkeit. Aus dem Grundsatz der Frei­willigkeit soll sich bereits eine Auslese ergeben, denn melden werden sich nur diejenigen, die glauben, etwas zu können und etwas gelernt zu haben. Der Reichsberufswettkampf macht es sich darüber hin­aus zur Aufgabe, die Jugend auch weltanschaulich zu erfassen. Vor allem muß der Jugend klar ge­macht werden, daß die soziale Frage keine Geld-, sondern eine Leistungsfrage ist. Erst wenn wir den Weltmarkt durch Qualitätsarbeit wieder errungen haben, wird sich auch die soziale Frage lösen lassen. Die nationalsozialistische Jugend tritt deshalb schon aus Instinkt in den Reichsberufswettkampf ein. Immer müssen wir uns dessen bewußt sein, daß wir kein reiches Volk sind. Manche Naturschätze sind uns versagt, wo sie anderen Völkern in großer Menge gegeben sind. Den Mangel müssen wir durch gesteigerte Leistungsfähigkeit beheben. Die deutsche Jugend beschreitet den rechten Weg, wenn sie zeigt, daß sie entschlossen ist, diesen Mangel aus- zugleichen durch erhöhten Fleiß und durch erhöhte Leistung.

Nach einem eindrucksvollen Gedichtvortrag und einem wegweisenden Sprechchor der Hitler-Jugend sprach noch der

Gaujugendwalter der OAF., Unterbannführer Sauer.

In seinen Ausführungen betonte er zunächst, daß die Eröffnungsfeiern gerade deshalb an die Stätten der Arbeit verlegt wurden, weil diese ehemals die

Zellen des Klassenhasses darstellten, in den auch die Jugend einbezogen werden sollte. Es soll mit diesen Eröffnungsfeiern an diesen Stätten kund­getan werden, daß die Zeiten des Klassenhasses endgültig vorbei sind. Die Jugend stellt dafür die Wächter! In jener vergangenen Zeit stritten sich ja nicht weniger denn 261 Verbände um die Jugend, die sie aber doch nicht gewannen, weil sie kein Ideal zu geben hatten. Die Jugend trieb hoff­nungslos, bis zu jener Zeit, da der Führer kam, der als Frontsoldat auch der Jugend zum Vorbild wurde. Der Führer war es auch, der die Gruppen hündischer Jugend durch den Reichsjugendfuhrer zerschlagen ließ und damit auch einer falschen Romantik ein Ende bereitete. Der Jugendliche wurde aber auch durch den Führer aus seiner Hoff­nungslosigkeit herausgerissen, und alles was ge­schah, wurde weltanschaulich untermauert. Die Jugend sieht heute Ziele. Der Jugendliche, der als schaffender Mensch im Volke steht, muß sich als Kulturträger fühlen. Eine neue Kultur sehen wir täglich wachsen: in Sprechchor, in Gedicht, im Lied, besonders aber in den Bauten des neuen Deutsch- lands. , r

Neben der Steigerung der beruflichen Leistung muß aber nicht nur die weltanschauliche Schulung, sondern auch die sportliche Ertüchtigung einhergehen. Alle, die sich jung fühlen, sollen zusammenfinden.

Aus der provi

Vereidigung der Angestellten derGtadt- verwaltung und der städtischenBetriebe.

Am vergangenen Samstag um die Mittagsstunde versammelten sich die Angestellten der Stadtver­waltung und der städtischen Betriebe im feierlich geschmückten Sitzungssaale unseres Stadthauses zur Vereidigung und zum Treuegelöbnis auf den Füh­rer Adolf Hitler.

Oberbürgermeister Ritter erinnerte an die großen Pflichten der Angestellten und betonte, daß gerade sie getreue Gefolgsmänner des Führers sein müßten. Die Angestellten sollten als treue Mittler zwischen Verwaltung und der Bürgerschaft stehen Und sich in ihrem Auftreten immer ihrer hohen Aufgaben bewußt sein.

Hierauf verlas der Oberbürgermeister den Eid und das Treuegelöbnis, das sämtliche Angestellte bei erhobener rechter Hand nachsprachen. Durch Handschlag wurde jeder einzelne verpflichtet. Zum Schluß wies der Oberbürgermeister noch auf das Gewaltige der heutigen Zeit hin und hob hervor, daß spätere Generationen die heutige darum be­neiden werde, weil sie in der Zeit des herrlichen Führers Adolf Hitler gelebt hätte. Mit drei­fachem Sieg-Heil auf den Führer fand die Feier ihren Abschluß.

Dornotizen.

Tageskalender für Montag.

NSG. ,Kraft durch Freude",Wissenschaft im Dienst am deutschen Volk": 20 Uhr im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Vortrag von Pro­fessor Dr. DietzDeutsches und Römisches Recht". 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. Stadttheater: 20 bis 22 Uhr einmaliges Gastspiel des Musikclowns Noni. Gloria-Palast, Selters­weg:Der höhere Befehl". Lichtspielhaus, Bahn­hofstraße:Der Klosterjäger". Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 16 bis 17 Uhr Ausstellung von Gemälden von Josef Steib- Berlin. Mandolinen-Gitarren-VereinNeapo- lita", Gießen: 20.30 Uhr imBayrischen Hof" Jahreshauptversammlung.

Stadttheater Gießen.

Heute von 20 bis 22 Uhr einmaliges Gastspiel des berühmten Muftkclowns Noni und feiner genialen Tochter Anita Noni. Die Vorstellung ist außer Abonnement.

Der Goethe-Bund Gießen und kaufmännische Verein Gießen

teilen uns mit: Für den nächsten, am kommenden Freitag stattfindenden Vortragsabend ist Kurt H i e l - scher mit seinem Lichtbilder-DortragDie nor­dischen Länder" (Dänemark, Schweden, Nor-

Die Aelteren sollen den Jungen mit den Erfahrun­gen in ihren Berufen zur Seite stehen und ihnen den Weg zeigen, den sie gehen müssen. Jene, die die meisten Fähigkeiten in sich tragen, sollen die besten Lehrstellen erhalten, damit ihre Kräfte ganz zur Entfaltung kommen können. Jene, die sich als die besten aus dem Reichsberufswettkampf erweisen, kön­nen damit rechnen, daß ihnen alle weitere Förde­rung zuteil werden wird. Den Siegern des Wett­kampfes soll es aber die größte Freude sein, am l.Mai dem Führer Adolf H i t l e r die Hand drucken zu dürfen. Aus diesem Grund soll jeder den Wett­bewerb ernst nehmen. Für die Kameraden m der HI. ergibt sich aber die selbstverständliche Verpflich­tung, daß sie die besten Jungarbeiter sein müssen. Ein Vorwärts gibt es nur durch die Leistung und nur mit der Leistung können Forderungen begründet werden. Mit dem festen Willen zur Leistung soll die Jugend in den Reichsberufswettkampf gehen. (Beifall.)

Bannführer Schreiber forderte dazu auf, sieh des gezeigten Verbauens würdig zu erweisen und im Wettkampf alle Leistung zu zeigen. Mit einem dreifachenSieg-Heil" auf den Führer schloß er die Eröffnungskundgebung zum Reichsberufswett- kompf. Gemeinsam sang die Jugend das LiedVor­wärts, vorwärts!".

nzialhauptstaot.

wegen in Landschaft, Baukunst und Volksleben)" gewonnen worden. Kurt Hielscher steht von seinen früheren prachtvollen Lichtbildvorträgen in Gießen in bester Erinnerung. Immer wieder erweckt Kurt Hielscher mit seinen einzigartigen Bildwerken in seinen Büchern und Vorträgen Freude, Staunen und Bewunderung. Seine Meisterkamera vermittelt uns diesmal eine eindrucksreiche Fahrt durch die nordi­schen Länder. Der Besuch dieses interessanten Vor­tragsabends kann bestens empfohlen werden. Es fei besonders darauf hingewiesen, daß die Mitglieder der NSDAP., der NS.-Frauenschaft, der NS.-Kul- turgemeinde und des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat besondere Eintrittsvergünstigungen er­halten, ebenso Militär und Studenten. (Siehe heutige Anzeige.)

Amt für Vottswohlfahri, Ortsgruppe Sreßen-Süd.

Kohlenscheinabrechnung.

Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine am Mitt­woch, 5. Februar, von 19 bis 20 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle, Crednerstrahe 24, einzureichen.

Später eingereichte Gutscheine können nicht mehr angenommen werden.

Pfundsammlung.

Am Montag, 3., Dienstag, 4., und Mittwoch, 5. Februar, findet im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Süd durch die NS.-Frauenschaft die Pfund­sammlung für den Monat Februar 1936 statt. Es wird gebeten, die Lebensmittelpakete zur Abholung bereitzuhalten. Weiter werden alle Spender unserer Ortsgruppe gebeten, vorkommenden Wohnungs­wechsel bei unserer Geschäftsstelle. Crednerstraße 24, zu melden zwecks Berichtigung bzw. Ueberweisung unserer Kartei.

NSV., Ortsgruppe Gießen-Ost.

Lebensrnlttel-Opferring der Ortsgruppe Glehen-Ost.

Bett.: Winterhttfswerk.

Die Sammlung wird Dienstag, 4., und Mittwoch, 5. Februar, von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereit­halten und die Mitgliedskarten zur Eintragung vor- lcgen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben.

Betr.: kohlengutscheinabreckmung.

Die Kohlenhändler wollen die Kohlengutscheine der Ortsgruppe Ost bis zum 5. Februar auf der Geschäftsstelle, Kaiserallee 52, täglich von 15 bis 19 Uhr gegen die Wertquittung umtauschen. Später einlaufende Kohlengutscheine können nicht mehr angenommen werden.

Amt für Dottswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Mitte.

Betr. Pfundsammlung.

Am Mittwoch, 5. Februar, werden die Spenden (Pfundsammlung) durch die NS.-Frauenschaft ein- gesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarten zur Quittungs. einzeichnung bereitzuhalten. Die Pfundsammlung erstreckt sich während der Dauer des WHW. wieder auf alle Volksgenossen.

Verbot des Verkehrs mit Gefangenen und Schuhhästlingen.

Die Polizeidirektion Gießen hat nach Anhörung der Ratsherren der Stadt Gießen und mit Geneh­migung des Herrn Reichsstatthalters in Hessen- Landesregierung Abt. la nachstehende Polizei­verordnung erlassen:

Wer unbefugt mit befangenen oder Schutzhäft- lingen in Verkehr tritt oder sich mit ihnen durch Worte, Zeichen oder auf andere Weise zu ver­ständigen versucht, wird mit Geldstrafe bis zu 30. Mark bestraft.

§ 2.

Diese Polizeiverordnung tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung in Kraft.

Wichtig für Kurzarbeiter.

Der Lohnzahlungszeitraum, für den eine Lohn­steuer geleistet wird, ist für die Berechnung von Be­deutung insofern, als sich nach diesem Zeitraum dec gründ st euerfreie Betrag richtet. Der Unter­nehmer rechnet auch bei stundenweiser Beschäftigung wöchentlich ab. Während der ausgefallenen Zeit besteht das Arbeitsverhältnis fort, also liegt als Lohnzahlungszeittaum die ganze Arbeitswoche zu­grunde. Es wird sich deshalb fast regelmäßig eine Steuerfreiheit oder nur geringe Besteuerung er­geben. Wir hoffen, damit die Zweifel, die über die Berechnung der Lohnsteuer für Kurzarbeiter, d. h. für Arbeiter, die in jeder Woche nur einige Tage oder eine Anzahl von Stunden beschäftigt sind, be­hoben zu haben.

Ein tragisches Ereignis.

Am heuttgen Montagmorgen ereignete sich in dem Wachraum der hiesigen Wach- und Schließ- gesellschaft ein ttagisches Ereignis. Ein Angestellter der Gesellschaft, der von seinem Dienstgang zurück­gekehrt war, beschäftigte sich angeblich mit der Entleerung seines Revolvers. Dabei krachte plötzlich ein Schuß, dessen Kugel einem anderen Angestell­ten, der mit dem Revolverbesitzer allein im Raume anwesend war, in den Leib drang und den sofor- tigen Tod des bedauernswerten Mannes herbei­führte. Die Polizei wurde sofort von dem Vor­fall in Kenntnis gesetzt und nahm die Ermittlun- gen schleunigst auf. Nähere Einzelheiten über den Vorfall liegen bis zur Stunde noch nicht vor.

*

** Hochschulnachrichten. Die Pressestelle der Universität Gießen teilt mit: Der außerordent­liche Professor Dr. Adolf ©eifer an der Universi­tät München wurde mit Wirkung vom 1. Oktober 1935 ab zum ordentlichen Professor in der medi­zinischen Fakultät und zum Direktor des Hygieni­schen Instituts der Universität Gießen ernannt. Auf Grund von § 17 der Reichs-Habilitations-Ord- nung vom 13. Dezember 1934 hat der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung den Dozenten der Englischen Philologie Dr. Hermann Heuer mit Wirkung vom 1. November 1935 ab von der Universität Gie­ßen zur Philosophischen Fakultät der Universität Gießen überwiesen.

** Eine Siebzigjährige. Frau Dina Fersch, Wilhelmstraße 56 wohnhaft, kann am morgigen Dienstag, 4. Februar, ihren 70. Geburts­tag begehen. Frau Fersch ist noch sehr rüstig und bezieht schon über 30 Jahre den Gießener Anzeiger.

Ruhmesbegriff geworden. Das heißt: Jetzt erst recht! Oder, um es in der Diplomatensprache zu sagen: Quand meme!

Wenn die Schuljugend Jagd auf Alteisengerümpel macht und im Triumph die Beute zum Gefallenen­denkmal schleppt, wenn die Studenten sich an den Opferbildern aus dem antiken Rom berauschen, die

Zitronen blühen und die Kriegsessen rauchen. Vor 25 Jahren stand es im Zeichen des Tripoliskrieges. Welcher Reisende hätte damals unangenehme

Rückwirkungen verspürt? Nun ja, im Hasen von Genua lagen keine Kriegsschiffe und in Spezia wurden, wie in jeder Festung, Neugierige gewarnt, aber wer macht schon seine Brautfahrt auf einem Torpedoboot und wer setzt es sich in den Kopf, die schöne Welt gerade durch ein Kanonenrohr zu be­trachten? Als der Krieg auf seinem Höhepunkt war, gondelte ich sogar gemütlich durch das Mittel­meer nach Nordafnka hinüber, und daß es auf dem gleichen französischen Schift war, das die Italiener wegen Waffenschmuggels gründlich unter-

Was wird aus den alten Zeitunaen?

Alljährlich gehen von den Vereinigten Staaten Schiffsladungen von alten Zeitungen im Wert von mehreren Millionen Dollars in alle Teile der Welt, vor allem aber in den Orient. In der Hauptsache

besteht die verschiffte Makulatur aus Zeitungs­papier, von dem nur etwa 3 vH. Buntdruck auf­weisen. Während in den Vereinigten Staaten das letzte Stadium im Leben alter Zeitungen meist darin besteht, daß sie zum Verpacken für Töpfereien, man­cherlei Möbelstücke und ähnliche Gegenstände dienen, haben sie im Orient andere Zwecke zu erfüllen. Das Sammeln geschieht meist von Tür zu Tür, oder das Papier wird zu Sammelstellen gebracht, von wo es zum Großhändler oder zur Schiffsverladestelle wandert. Der gewöhnlich gezahlte Preis schwankt etwa zwischen 2 Pf. für das Pfund und 62 Mark für die Tonne, je nach der Qualität und der Geschäftslage auf den östlichen Märkten. Von dem Geld, das durch das Sammeln der alten Pa- ytanener wegen zvasienia/muggels grunvncy unrer-1 wipenicyasrncy rui)ie Feststellung gestatten, oay oie piere eingeht, fließt ein großer Teil wohltätigen suchten, das blieb das gefährlichste Kriegserlebnis.! Begeisterung eben ein mitteißender Sturmwind sei, l Zwecken zu. In den Schulen werden öfter Erho-

Es muß ihnen zumute fein wie jenen Belagerern, die plötzlich eine feiste Kuh mit einem Schinken um den Hals den schon sturmbereiten Soldaten entgegentrotten sehen und beim Näherkommen lesen müssen: Solange die Kuh den Schinken nicht frißt, solange die Festung nicht euer ist! Vielleicht wird man im Speisewagen nur deswegen über­füttert, kriegt alles zweimal angeboten und zahlt weniger als früher, damit der Fremde nicht die traunge Wirklichkeit erkennen soll? Ach nein, die italienische Auslandspropaganda weiß schon, was sie tut, wenn sie nun gerade die von Gens ver­hängte Blockade als Anlaß immt zu der überall zu hörenden Einladung: Besucht das sanktionierte Italien! Italia sanzionata das ist ein nationaler

Italia sanzionata.

Von unserem römischen E.-Korrespondenien.

Rom, im Februar.

Kann man eigentlich nach Italien reifen? Kann man sich wie sonst einfach in den Zug fetzen und die Alpen hinuntergleiten in den sonnigen Süden? Kann man denn drunten leben, ohne bie Gefahren und Unannehmlichkeiten eines Krieges auf sich nehmen zu müssen? Kann man wirklich ohne Proviantkoffer kommen?

Man kann.

Das sei die Antwort auf zahllose Anfragen be­sorgter Leser.

Eine Jtalienfahrt ist heute eine recht belehrende Angelegenheit und, wenn man von einem An­schauungsunterricht sprechen will, nicht mehr bloß ein kunsthistorischer, sondern ein zeitgeschichtlicher. Man erlebt nicht alle Jahre ein Land unter dem Druck zweier Kriege, eines militärischen und eines Sühnekrieges", es ist voller Reize, in dieser be­lagerten Festung herumzuschlendern und das Volk zu betrachten, das aus denKindern des Südens" geworden ist.

Ich kann mir ein ergrautes Hochzeitspärchen vor­stellen, das von der nun auch fürsilberne" Braut­paare gültigen Reifeoerbilligung Gebrauch macht, um die Jubelfahrt von damals, aus dem Jahre 1911, zu wiederholen; ich kann mir jenes Bündel von Fragen oorftellen, das sie mitbringen: Wie wird es jetzt, nach 25 Jahren fein, in Venedig, in Rom, auf Capri? Und besonders gut gelingt mir, glaube ich, die Vorstellung, wie sie überrascht fein werden über den Unterschied zwischen

beiden Italien denn wenn ich damals auch noch zu jung war zum Heiraten, so kam ich doch auch im Jahre 1911 zum erstenmal ins Land, wo die

Sonst war alles wie immer, und heute ist es genau so. Die Drohung über dem Mittelmeer spukt zwar durch die Kabinette und die Weltpresse, an Ort und Stelle anaelangt, muß man sie aber auch in der Zeitung suchen, um sie zu merken. Bei den meisten Herbstmanövern geht es kriegerischer zu.

Und auf dem Festland? Sind vielleicht die Strecken durch Militärzüge verstopft, ist der Be­lagerungszustand verhängt, muß man auf Schritt und Tritt seinen Paß vorweisen? Nichts von alle­dem. Die Eisenbahnen verkehren fahrplanmäßig, pünktlich und schnell; auf dem abendlichen Korso bummelt sichs in Rom so gut wie in Syrakus; und es mag einer so englisch aussehen wie er will, er wird sich über kein unfreundliches Benehmen zu beklagen haben.

Aber die Sanktionen! Nun, auch damit ifts wie mit allen Gespenstern: kaum geht man darauf zu, reißen sie aus. Wir in Rom haben das Gruseln noch nicht gelernt. Kopfschütteln kriegt man nur beim Lesen gewisser Auslandsblätter, die dem Faschismus nicht grün sind und daher schon Hun­gerrevolten sehen, wo der Italiener freiwillig den Gürtel enger schnallt, und ein Knochengerippe haben müssen, wo Schmalhans Küchenmeister wird. Da staunen bann eben die Hochzeitspärchen, sowie sie in den Speisewagen treten.

aber um eines kommt er nicht herum, keiner: um das Erstaunen, daß alles sonst seinen alltäglichen Gang geht. Das ist das Wunder des Südens. Vor­bei die Zeit, wo Europa im italienischen Volk so etwas wie die armen Verwandten sah, die man bei jedem Unglück unterstützen mußte und sich dabei fragte, ob denn das Geld auch wirklich den Erd­bebengeschädigten zukommen ober nicht vielmehr irgenbwo unterwegs hängen bleiben würde. Heute sind diese Leute stolz darauf, auf sich allein ange­wiesen zu sein und in der Belagerung einen uner­schöpflichen Herd und Hort vergessener Kräfte und verborgener Schätze entdeckt zu haben.

Der Fremde, der Italien seit der Vorkriegszeit nicht mehr gesehen hat, wirb es kaum mehr er­kennen; wer aber den Aufstieg, die Wandlung unter Mussolini in Rom miterlebt hat, der sieht nun, in der Stunde der Gefahr, feine Erwartungen be­stätigt. Ein Regierungssystem ging unter, als die schwarzen Kolonnen nach Rom zogen; ein Staat wurde, wuchs und behauptet sich. Es ist die Ge­lassenheit, mit der er die Genfer Drohung hin- nimmt, die ihn auszeichnet; es ist die unbedingte Ruhe im Volk, die für seine richtige Führung zeugt; es ist die Opferbereitschaft der Natton, die ihn stark macht. Wer mit offenen Augen unter einem sanktionierten" Volk leben will, um die neueste Sensation auf dem Gebiete der Politik kennenzu­lernen, der kehrt sicher recht besinnlich von seiner Jtalienfahrt heim.

Mütter die Kleinsten dem Duce entgegenrecken, dann darf sich der unbeteiligte Fremde vielleicht die - wissenschaftlich kühle Feststellung gestatten, daß die >. I Begeisterung eben ein mitteißender Sturmwind sei.

lunaseinrichtungen dafür angeschafft. Die Polytech­nische Hochschule in Los Angeles konnte sich noch vor einigen Jahren aus dem Erlös eines wohlorga­nisierten Altpapierfeldzuges eine Orgel im Werte von 25 000 Dollar anfchaffen. Dor der Verschif­fung muß das Altpapier mannigfache Prozedu­ren der Verpackung über sich ergehen lassen. Es wird zunächst in hydraulischen Pressen unter einem Druck von 3000 Pfund zu viereckigen Ballen zusam­mengepreßt, die verschnürt werden. Dann werden die Ballen in grobes Leinen gebündelt und wieder mit Stahlreifen umschnürt und versiegelt. Das Ge­wicht der einzelnen Ballen ist verschieden je nach dem Bestimmungslande. lieber die seltsamen Schick­sale dieser alten Zeitungen in ihrem neuen Heimat­land gaben die Vertreter Amerikas in diesen orien­talischen Ländern auf eine Anfrage der Handels­kammer in Los Angeles interessanten Aufschluß. So wird in Hongkong ein großer Teil des eingesühr- ten Papiers der Herstellung von billigen Sonnen­helmen dienstbar gemacht, indem es die dünnen Bündel von Stroh unter dem bedeckenden Tuch zusammenhält. Don Hongkong wandert eine be­trächtliche Menge des eingeführten Papiers weiter nach Kanton und von dort nach den südlichen Pro­vinzen. In Kanton wird das Altpapier hauptsächlich von der Spielwarenindustrie gebraucht, so vielfach für Puppen und für die inneren Teile der Spiel­fachen. Etwa ein Drittel des in Hongkong eilige» führten Papiers wird zu Packzwecken verwandt, zur Herstellung von Kartons für Salz, das in kleinen Paketen nach Kanton wandert, zur Verpackung von Seedelikatessen, Erdnüssen, Früchten und gebratenem Schweinefleisch. Auch die Erzeugung von künstlichen Blumen und Feuerwerkskörpern hat Verwendung für das Papier, ebenso dient es zum Ausstaffieren der aus echtem ober imitiertem Leder erzeugten Kästchen und Schachteln. In den nördlichen Landes­teilen muh das Altpapier vielfach die Stelle des Glases vertreten, indem es vor die Fensteröffnung geklebt wird, um die kalten Winde fernzuhalten. Auf Java steigt die Wertschätzung des Papiers mit der Entfernung aus der Großstadt nach der Klein­stadt und dem Dorfe hin. Wenn man hier in einem Dorfe Einkäufe macht, kann man es zu feiner Ver­wunderung erleben, oaß man die Ware in ein wohl­bekanntes Blatt aus San Francisco ober Los Ange­les eingepackt bekommt. Und da diese Zeitungen auch zur Fabrikation von Scherz- und Feuerwerks­artikeln dienen, so kann man, besonders am Morgen nach der chinesischen Neujahrsfeier, in den Straßen die verschiedensten Fetzen aller möglichen amerika­nischen Zeitungen finden.

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