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Brennholzversie gerungen der Stadt Gießen.

Die im Januar 1936 stattgefundenen Brennholz^ Versteigerungen in den städtischen Waldungen wur­den genehmigt. Die Abfuhrscheine sind bis spätestens 10. Februar 1936 in Empfang zu nehmen. 713C

Gießen, den 1. Februar 1936.

Bürgermeisterei Gießen: Ritter, Oberbürgermeister.

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Am Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145/46

Der Führer und Reichskanzler hat an den Vorstand der Daimler-Benz AG. folgendes Telegramm gerichtet:Bei der heutigen 50. Wieder­kehr des Tages, an dem Karl Benz das erste Patent für einen praktisch brauchbaren Motorenwagen er­teilt wurde, gedenke ich der wertvollen Arbeit, die die Daimler-Benz-Werke und die deutsche Auto­mobilindustrie seither geleistet haben. Mit meinen

Heute entschlief sanft unser einziggeliebtes Töchter­chen, Enkelchen und Nichtchen

Anny

im zarten Alter von nahezu 3 Jahren.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Frosch und Frau.

Gießen (Schloßgasse 10), 2. Februar 1936.

Die Beerdigung findet Mittwoch, den 5. Februar, nach­

mittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.

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Rundfunkprogramm.

Dienstag, 4. Februar.

6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7) Nachrichten. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Das deutsche Lied. Mädchenlieder von Johannes Brahms. 16: Volksmusik. Aus Hessens musikalischer Bergan- genheit (5). Hausmusik auf Schloß Schlitz. 17.30: Die ewige Straße. Eine kulturhistorische Hörfolge aus zwei Jahrtausenden. 18: Musik am Feierabend. 19.45: Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10:Euryanthe", Oper in drei Akten. 23.15: Musik aus aller Welt. 24 bis 2: Nacht­musik.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel DA. XII. 35: 11300. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein­druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

Reichsverkehrsminister Freiherr von E l tz - R ü benach hat an Daimler-Benz, Stuttgart-Unter­türkheim, folgendes Telegramm gerichtet:Anlaß- lich der 50jährigen Wiederkehr des geschichtlichen Tages, an dem Karl Benz das für die Entwicklung des Kraftfahrwesens so bedeutsame Patent erhielt, spreche ich Ihnen für die Fortsetzung des von dem großen Erfinder begründeten Werkes meine herz­lichsten Glückwünsche aus. '

Reichsverkehrsminister Freiherr von Eltz-Rübenach.

Wetterbericht

des Reichstvetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Der gestern über Holland liegende Wirbel ist fast bis zur Ostsee weitergezogen, so daß wir uns be­reits cheute im Bereich kälterer und an seiner Rück­seite vorstoßender polarmaritimer Luftmassen be­finden. Auch in den oberen Lagen der niedrigeren Mittelgebirge ist dabei bereits wieder Frost, viel­fach auch eine Schneedecke aufgekommen. Da durch das ausgedehnte, von Nordskandinavien bis Süd­europa reichende Tiefdrucksystem die weitere Zu­fuhr polarmaritimer Luft begünstigt wird, kann zunächst noch mit fortschreitender Abkühlung ge­rechnet werden.

Aussichten für Dienstag: Veränderlich mit häufiger Aufheiterung und nur noch verein­zelten Schauern (auch in den Niederungen teilweise Schnee), bei lebhaften nordwestlichen Winden käl­ter, nachts Frost.

Aussichten für Mittwoch: Zunächst noch Fortdauer der kälteren Witterung, doch voraus­sichtlich wieder unbeständiger.

Lufttemperaturen am 2. Februar: mittags 7,5 Grad Celsius, abends 5,5 Grad; am 3. Februar: morgens 3 Grad. Maximum 7,9 Grad, Minimum 2,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Februar: abends 5,2 Grad; am 3. Februar: mor­gens 4,3 Grad Celsius. Niederschläge 1 mm.

Wintersporllvetternachrichien.

Schwarzwald, Feldberg: Nebel,5 Grad, 50 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 20 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut.

bei Wien, wo er in den kaiserlichen Gärten tätig ! war. Später arbeitete er wieder im Rheinland und 1 wurde schließlich nach Berlin gerufen, wo er sich 1 rasch zum königlichen Garteningenieur herausarbei- tete. Zunächst schuf er in dieser Zeit die Garten < und Parks in Potsdam, wobei zu den schon ge- nannten Anlagen noch der Park von Babels­berg, der Garten des Marmorpalais und die An­lage von Charlottenhof kamen. Als Berlin die Jahrhundertfeier der Thronbesteigung Fried­richs des Großen beging, wurde der Friedrichs­hain geschaffen, der den Osten Berlins verschönt. Im gleichen Jahr nahm Lenne auch die Umgestal­tung des Tiergartens in Angriff. Er gehörte bisher zum Hofe und war noch fast unkultiviert. In dem jetzigenNeuen See" ließ Lenne sich das Sumpfwasser sammeln und legte Reitwege und Pfade für Fußgänger an, und in diesem Zustande wurde der Tiergarten der Stadt Berlin geschenkt und der Oeffentlichkeit übergeben. Schließlich legte Lenne auch noch den Zoologischen Garten in Berlin an, dem die Zoologischen Gärten in Dresden und Köln folgten.

Einem Hochstapler das Handwerk gelegt.

Als ein Hochstapler eigener Art entpuppte sich der 31jährige Johann Schnell aus Mannheim, ein wegen Eigentumsdelikten und Betrügereien häufig vorbestrafter Zeitgenosse. Nachdem er eben eine anderthalbjährige Gefängnisstrafe verbüßt hatte, ließ er sich wegen angeblicher Blinddarm­entzündung ins Krankenhaus aufnehmen. Aller­dings konnte er die Aerzte nur drei Tage täuschen. Kaum hinausgewiesen, ging er in andere Kranken­häuser und schmuggelte sich dort unter falschem Namen als Grippekranker ein. Die Aerzte brach­ten den Simulanten, der künstlich Fieber in sich hervorgerufen hatte, jedoch nach kürzester Zeitauf die Beine". Das Mannheimer Landgericht verur­teilte den Angeklagten wegen Rückfallbe- t r u g s zu einem Jahr Gefängnis und ord­nete Sicherungsverwahrung an. Schnell griff dieses Urteil vor dem Reichsgericht an. Das Reichsgericht kam zu dem Ergebnis, daß der Angeklagte mit Recht als gefährlicher Gewohnheitsverbrecher ge­kennzeichnet'und daß die Notwendigkeit der Siche­rungsverwahrung ausreichend nachgewiesen sei. Die Revision des Beschwrdeführers wurde als unbegrün­det verworfen.

Empfindliche Strafen für zwei gefährliche jugendliche Volksschädlinge.

Die Große Strafkammer in Aschaffenburg ver­handelte gegen zwei jugendliche Verbrecher, den 20 Jahre alten Josef P a u l i aus München und den 16jährigen Georg L o b e r. Sie hatten in zahl­reichen Kirchen die Opferstöcke erbrochen und sonst noch zahlreiche Einbrüche und Diebstähle verübt. Auch hatten sie ein Notzuchtverbrechen an einem 21jährigen Mädchen begangen. Wie sich aus der Verhandlung ergab, war der erst 16jghrige Georg Loder der eigentliche Anstifter. Das Gericht verur- t-ilte den Pauli zu 6V- Jahren Zuchthaus, während es dem Lober 7V2 Jahre Gefängnis zudiktierte.

Nachlässigen Motorradfahrer zur Warnung!

Der schwere Motorradunfall im Oktober v. I. bei Puderbach im Westerwald, bei dem die Ehefrau des in Köln - Deutz wohnenden Nikolaus Hans durch Fahrlässigkeit ihres Ehemannes zu Tode kam, fand vor der Großen Strafkammer Neuwied sein gerichtliches Nachspiel. Der Angeklagte, der mit einem Leichtkraftrad, auf dessen Soziussitz seine Ehrfrau saß, einen Kriegskameraden besucht hatte, nahm trotz der Warnungsrufe Umstehender eine Kurve an der Provinzialstraße zu schnell und zu weit und fuhr auf einen Lastkraftwagen. Die Frau trug bei dem Zusammenstoß schwere Verletzungen I davon, die ihren alsbaldigen Tod zur Folge hatten.

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Die Strafkammer berücksichtigte ftrefmilbemb, daß der Angeklagte schon dadurch schwer bestraft sei, daß durch seine Nachlässigkeit seine Ehefrau zu Tode ge­kommen war, und verurteilte ihn wegen fahrlässi­ger Tötung anstelle von zwei Monaten Gefängnis zu 300 Reichmark Geldstrafe.

Eine diebische Hausangestellte.

Bei einer Heidelberger Familie trat vor einigen Tagen eine neue Hausangestellte ein, die sich Klara Roos nannte und angab, aus Kreuznach zu kom­men. Jetzt ist das Mädchen flüchtig gegangen, nach­dem es seinen Arbeitgebern Schmucksachen im Werte von rund 5 5 0 0 Mark entwendet hatte.

Folgenschwere Explosion in einem indischen Kohlenbergwerk.

In einem indischen Kohlenbergwerk in Äharia im Staate Bihar hat sich eine schwere Explo­sion ereignet. Bisher wurden 4 0 Tote geborgen. Man rechnet jedoch mit weiteren Verlusten da eine Anzahl von Bergarbeitern noch vermißt wird. Das Unglück ist auf eine schwere Explosion unter Tage zurückzuführen.

Fünfzig Tote und Verletzte bei einem Eisenbahnunglück in Japan.

Nördlich von Tsuruga in der japanischen Provinz Fukui verunglückte ein Personenzug durch den Absturz von Schneemassen. Drei Wagen wurden durch den Anprall umgerissen. Nach den ersten Fest­stellungen wurden 50 Zote und Verwundete gezählt.

Zwanzig Neger in einem Kraftwagen verbrannt.

In Scottsboro im Staate Alabama, USA., ge­riet ein Kraftwagen, auf dem sich 20 gefangene Neger und zwei weiße Aufseher befanden, infolge Explosion des Benzintanks in Brand. Alle 20 Neger verbrannten unter schrecklichen Qualen. Die beiden Aufseher trugen schwere Brandwunden davon.

600 Schreibmaschinen aus der Tschechoslowakei nach polen geschmuggelt.

In Warschau wurden der Zweigstellenleiter und vier Angestellte der Prager Schreibmaschinenfabrik Wilin & Co. verhaftet, da sie mit Hilfe tsche­choslowakischer Schlafwagenschaff­ner im Laufe der letzten Jahre über 600 Schreibmaschinen nach Polen einge­schmuggelt hatten. Die Verhafteten, die gegen Sicherheiten aus der Haft entlassen worden waren, sind ins Ausland geflüchtet.

Schwerer Raubüberfall am Kurfürstendamm in Berlin.

In Berlin wurde ein Kassenbote auf dem Hof eines Grundstücks am Kurfürstendamm von zwei noch unbekannten Tätern überfallen und nie­dergeschossen. Den Räubern fielen Bargelder und Schecks im Werte von 15 000 Mark in die Hände. Der Ueberfallene liegt vernehmungsunfähig im Krankenhaus. Seine Verletzungen find lebens­gefährlich. Der Bote sollte das Geld von der Zweigstelle des Mitteleuropäischen Reisebüros, die sich in diesem Hause befindet, zu einer Bank bringen.

Der Führer und der Reichsverkehrsminister beglückwünschen Daimler-Venz.

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Es ist interessant, die Leistungen prominenter 1 Langstreckenläufer mit denen der abessinischen Boten zu vergleichen. Sv gewann z. B. der berühmte Ar­gentinier Z a b a l a, der sich gegenwärtig in Deutsch­land für die Olympiade vorbereitet, im Jahre 1932 in Los Angeles den Marathonlauf von 42 Kilometer in 2 Stunden 31 Minuten. Den Rekord für 25 Kilo­meter stellte der Finne Matti M a 11 e l l i n mit 1 Stunde 22 Minuten auf. Hervorragende Läufer findet man besonders bei den Tarahumara- Jndianern in Nordmexiko. Es sind Läufer dar­unter, die in 24 Stunden beinahe 150 Kilometer zurücklegen. Was nun die abessinische n ßäufer betrifft, so kann man aus ihren fabelhaften Leistun­gen ohne weiteres ersehen, daß sie über eine für europäische Begriffe unvorstellbare Ausdauer im Laufen verfügen, wie die Abessinier überhaupt in körperlicher Hinsicht von der Natur stark begünstigt sind.

Republik für 218 Tage.

In diesen Tagen hat der Regierungs­präsident von Schneidemühl in dem kleinen Dorf Schwenten im Kreise Bomst eine Erinnerungstafel an jenes merkwürdige Ereignis in dem aufregenden Jahre 1919 anbrin­gen lassen, das heute noch als einmalig in der Weltgeschichte dasteht. Schwenten ist zwar sonst in nichts unterschieden von den anderen Dörfern in der Nähe, und seine tausend Einwohner benehmen sich nicht anders als die übrigen. Doch einmal faß­ten die Einwohner von Schwenten einen fast un­geheuerlich zu nennenden Entschluß, dessen Durch­führung für das Deutsche Reich von großer Be­deutung war. Schwenten wurde nämlich, als die Polen immer bedrohlicher an die Oder vorrückten, einfach eine neue besondereR e p u b l i k", die sich zwischen Polen und Deutschland setzte und den polnischen Vormarsch tatsächlich aufhielt. Zu Beginn des Jahres 1919 fand im Gasthaus des Dorfes eine Volksversammlung statt, die eineRe­gierung" bildete. Staatspräsident und Außen­minister wurde Pastor Hegemann, und der Bürgermeister Drescher wurde als Innenminister anerkannt. Beide Herren leben heute noch in Schwenten. Zum Kriegsminister wurde der Forst­meister T r e s k e ernannt, der über eine Armee von 120 Mann und über zwei Maschinengewehre befahl. Es war aber nicht nötig, dieses Heer in den Krieg zu führen, denn die Polen erkannten die Republik Schwenten an und drangen nie­mals über diese Grenze hinaus. So konnten die Regierungsmitglieder nach 218 Tagen ihre Aemter wieder niederlegen, und eine Entente- Kommission erlaubte, daß das Dorf mieber ins Deutsche Reich eingeglieöert wurde. Jetzt bekommt das Gasthaus, in dem damals die Regie­rung gebildet wurde, den NamenHistorisches Gast­haus"', und die Bilder der drei tatkräftigen Män­ner erinnern fortan an ihren raschen und glücklichen Entschluß.

Der Gartenschäpfer Berlins.

Der Berliner liebt seine herrlichen Grünflächen und Parks wie kaum ein anderer Städter. Er ist ungeheuer stolz auf feinen Tiergarten, der eigentlich ein kleiner Wald ist, er ist auch em begei­sterter Besucher des Zoologischen Gartens, und endlich fährt er für sein Leben gern nach Pots­dam hinaus und geht imN e u e n G a r t e n" oder im Park von Klein-Glienicke oder auf der Pfauen-Jnfel spazieren. Dieses schöne Eigentum des Berliners ist der Reichshauptstadt von dem Landschaftsgärtner und Gartendirektor Friedrich Wilhelms IV., Peter Joseph Lenne, geschenkt worden, dessen Todestag sich am 23. Januar zum 70. Male jährte. Seine ersten Lorbeeren pflückte Lenne, der in Bonn geboren war, zu Laxenburg

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