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Mten. Eme Kartoffelsortsermaschsnes mit einer Stundenlelstung von etwa 150 Zentnern 'st «n Meisterstück in der Kombination von Der« icmmn arbeitenden kleineren Maschinen, die sinn« aU9 anelnandergereiht eine einwandfrei arbei« lende Verlesemaschine für größere Saatgutbetriebe ergeben. Aus den vielen Gesprächen, die mit den Ausstellern von Erntemaschinen, Drillmaschinen, Bodenbearbeitungsgeräten usw. geführt wurden, klang immer wieder die Antwort: Wir haben gut verkauft. Die Ausstellung verschiedener Saatgutgenossenschaften beweist auch, daß sich der Gemeinschaftsgedanke immer mehr und mehr durch­setzt. Das mag an dieser Stelle hervorgehoben wer­den, zumal die Genossenschaften bei der Durchfüh­rung der Erzeugungsschlacht eine führende Rolle einnehmen.

Einen weiten Raum in der Ausstellung nehmen die Schauen der Heimarbeiter ein, die deutsche handwerkliche Geschicklichkeit und Kunst zeigen. Daß eine Spinn- und W e b st u b e, wie sie im vo­rigen Jahr aufaebaut war, fehlte, wurde lebhaft bedauert Vielleicht regen diese Zeilen dazu an, .^.vstlgen Lehrschauen die Arbeitsweise solcher Webstuhle oorzuführen. Vielerlei Wünsche wurden aerade nach dieser Richtung hin geäußert. Land- frauen wollten wissen, wie sie am besten die ge­wonnene Schafwolle verarbeiten und ausnützen können. Bedauert wurde auch, und dies ist begreif­lich, daß kleinere Haushaltungsgegen- stände, angefertigt im Schwarzwall), in der Rhon und im Bayerischen Wald, nichtübern Tisch" verkauft werden durften. Man hätte mit einer solchen Genehmigung viel Gutes für unsere Heimindustrie tun können. Es ist eine alte Er­fahrungstatsache, daß so kleine Geräte, die man aum billigen Preis haben kann, nicht aufBestel­lung" gekauft werden.

Zusammenfassend kann man feststellen, daß die diesjährigeGrüne Woche" wiederum ihre Da­seinsberechtigung unter Beweis gestellt hat. Durch ihren Kundendienst nach zwei Richtungen hat sie Bauer und Städter zusammengeführt und das gegenseitige Verständnis gefördert. Dabei wollen wir nicht außer Acht lassen, daß dieGrüne Woche" gewissermaßen als Auftakt zur nächsten großen Wanderausstellung in Frankfurt a. M. des Reichsnährstandes zu gelten hat.

65,11 v. H. der Münchener Volks­schüler besuchen dieSemeinschastöschulen

München, 2. Febr. (DNB.) Am Sonntag haben die Schuleinschreibungen stattgefunden, die zugleich eine Entscheidung der Elternschaft über die Frage: Bekenntnisschule oder Ge­meinschaftschule darstellen. Von 55 220 Kin­dern, die im kommenden Schuljahr die Münchener Volksschulen besuchen, wurden 35 954 für die Ge­meinschaftsschule eingeschrieben, also 65,11 v. H., wahrend noch im Vorjahr nur 34,55 v. H. Kinder angemeldet worden waren. Für die Bekenntnisschulen wurden 19 266 Kinder angemel­det, d. s. 34,89 v. H.; im Vorjahr waren es 65,45 v. H.

Oie kommende Automobilausstellung in Berlin.

Die kommende A u t o m o b" l - A u s st e l l u n g, die in diesem Jahr vom 15. Februar bis 1. März wie üblich in den Ausstellungshallen in Berlin am Kaiserdamm stattfindet, wird sich nicht nur darauf beschränken, einen vollständigen Ueberblick über die neuesten Erzeugnisse der so weit verzweigten Ge­biete der Kraftfahrzeugindustrie zu ermöglichen, sondern rückblickend auch eine Sonderschau enthalten, die die technische Entwicklung des Kraft­fahrzeuges veHolgen läßt und die in erster Linie den genialen Pionieren Daimler und Benz gewidmet sein wird. Sind es doch gerade jetzt 50 Jahre her, daß Carl Benz sein erstes Patent auf ein Automobil erhielt. Viele der älteren Besucher werden in dieser Sonderschau so manches Fahrzeug entdecken, das sie lebhaft an vergangene Zeiten erinnern wird, während die Jugend vor allem einen Begriff davon erhalten wird, was deutscher Er­findungsgeist auch auf dem Gebiet des Kraftfahr­wesens geleistet hat.

Wenn es auch der Hauptzweck der kommenden Ausstellung sein wird, dem Käufer, Händler und Interessenten aus dem In- und Auslande zu dienen, so hat man wie schon die geschichtliche Schau zeigt den Rahmen doch erheblich weiter gespannt. Die Ausstellung soll und wird jeden interessieren, ganz gleichgültig, ob der Besucher schon heute oder vielleicht erst nach Jahren an den Besitz eines eigenen Kraftfahrzeugs denken kann. Insbesondere werden die zahlreichen Modelle preis» werter Gebrauchs- und Sportwagen ebenso ent­zücken wie die große Auswahl an neuen Motor­rädern, angefangen vom leichten, eleganten Tou­renrad bis zu den Modellen, mit denen unsere Kanonen" ihre schweren internationalen Siege erkämpften. Und was wird es erst für die große Zahl derjenigen zu sehen geben, die das Kraftfahr­zeug vor allem als Diener der Wirtschaft, als Lie­fer- ober Lastwagen, als Omnibus, Zugmaschine, als Fahrzeug der Wehrmacht, der Reichsbahn oder der Reichspost interessiert. Auch die Straßen­bauer werden nicht zu kurz kommen, denn selbst­verständlich wird auch der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen wieder mit einer Sonder- schau vertreten sein.

Es wird auf der kommenden Ausstellung kem Gebiet des Kraftverkehrs geben von den Hun­derten von Zubehör-, Material- und Teileständen gar nicht zu reden, das nicht in würdigem, um­fassenden Rahmen vertreten wäre.

Oie Trauerfeier für Kondylis in Athen.

Athen, 2. Febr. (DNB.) Am Sonntag fand die feierliche Beisetzung des Generals Kondy li s statt. An der kirchlichen Trauerfeier nahm auch der K ö n i g teil, trotzdem er von einer leichten Grippe befallen war. Nach der Feier in der Kathedrale wurde der mit der Nationalflagge bedeckte Sarg auf eine Geschützlafette gebracht und zum Bahnhof geführt, um in Tnkkala beigesetzt zu werden. Auf der ganzen Strecke, die der Trauer- zug zurücklegte, bildete Militär Spalier. Unter den Trauerqästen, die dem Sarge folgten, sah man den Hofmarschall des Königs, die Regierung, das Di­plomatische Korps, die Führer des Heeres und die höchsten Staatsbeamten, alle Chefs der antioemse- listischen Parteien und den Bürgermeister.___________

Patentrecht und Erfinderschicksal.

Die nationalsozialistische Bewegung hat schon wiederholt durch grundlegende Maßnahmen und Reformen von weittragender Bedeutung den Be­weis erbracht, daß sie von dem Bestreben erfüllt ist, nicht nur alle materiellen und körperlichen Kräfte des deutschen Volkes zu Nutz und Frommen des Allgemeinwohles zu erschließen und einheitlich zusammenzufassen, sondern auch die geistigen Ge­danken, Anregungen und Strömungen, sofern auch sie dazu beitragen, die weltanschaulichen Ziele der Partei und somit die soziale und kulturelle Ent­wicklung zu fördern. In diesem Zusammenhang sind die Vorarbeiten derAkademie für Deutsches Recht", die eine Neugestaltung des deut­schen Patentgesetzes bezwecken, von be­sonders aktueller Bedeutung. Wenn Reichsminister Frank in seinen Ausführungen darüber sagte, daß der Staat im Erfinder die schöpferische Kraft seines Volkes schütze und gerade ihm der formale Rechtsschutz um so weniger versagt werden dürfe, als besonders auf dem Gebiet der Technik und der Wirtschaft die objektive Wertbe­deutung schöpferischer Ideen am Anfang sehr oft schwer festzustellen sei, so entspringt diese Auffas­sung durchaus jener nationalsozialistischen Einstel­lung, die mit Recht ängstlich darauf bedacht ist, daß kein neuer und bahnbrechender Gedanke dem deut­schen Volk verloren geht.

Darüber hinaus wird aber auch die schwerwie­gende menschliche Seite des Patentrechtes sichtbar. In engstem Zusammenhang mit diesem Problem, das für die gesamte Kulturwelt von allergrößter Bedeutung ist, steht das Erfinderschicksal. Die Geschichte hat zahllose, zum Teil erschütternde Beispiele dafür geliefert, wie oft die genialsten Menschen elendiglich zu Grunde gehen muhten, weil sie entweder nicht die nötigen kauf­

männischen Fähigkeiten besaßen, um ihre Erfindung nach der wirtschaftlichen Seite hin entsprechend auszuwerten oder weil ihre schöpferi­schen Leistungen verkannt wurden. Es ist nicht allzu oft oorgefommen, daß geniale Erfinder die Früchte ihres rastlosen Schaffens ernten konnten. Viele von ihnen sind ohne Ruhm und Glanz in den ärmlichsten Verhältnissen namenlos dahingestorben und vielfach erst nach ihrem Tode berühmt gewor­den. Andere waren durch ihre materielle Notlage gezwungen, ihr ausschließliches geistiges Eigentum um einen Bettelpfennig zu verschleudern, nur um ihr Leben fristen zu können. Irgendein geschäfts­tüchtiger Mann bereicherte sich oft in der gewissen­losesten Weise an den Gedanken und Einfällen, die andere hatten.

Nicht alle Erfinder waren in der glücklichen Lage wie der berühmte James Watt, der Erfinder der Dampfmaschine, der nach einer schweren und zer­mürbenden Krisenzeit mit seinen Erfindungen ein Vermögen erwarb. Das sind im allgemeinen Aus­nahmen, die nur die alte Regel bestätigen, daß in den vergangenen Zeiten der Prophet in seinem Vaterlanoe sehr wenig gegolten hat. So ist z. B. der Erfinder des Fernsehens, der Deutsche Nip - k o w, erst durch die nationalsozialistische Initiative zu verhältnismäßig spätem Ruhm und Ansehen ge­langt, und er würde vielleicht heute noch unbeachtet und zurückgezogen im Norden Berlins leben, wenn sich nicht die Zeiten so gewaltig geändert hätten. Um die Erfindertragik von Anno dazumal zu ver­hüten, ist der Nationalsozialismus sowohl im Hin­blick auf das Wohl des einzelnen wie auch auf das der Allgemeinheit gewillt, alle ernstzunehmenden neuen Vorschläge und Anregungen, alle produk­tiven Erfindungen und schöpferischen Gedanken sorgfältig und gewissenhaft zu prüfen.

Kunst und Wissenschaft.

Der Erwinvon-Skeinbach-Preis für den Dichter Emil Strauß.

Dem Dichter Emil Strauß, der anläßlich seines 70. Geburtstages Gegenstand vieler Ehrun­gen war, ist jetzt auch der Erwin von Stein­bach-Preis verliehen worden. Hierbei handelt es sich um eine Summe von 10 000 Mark aus der Stiftung eines nicht bekannten Amerikaners, die u. a einen Preis für den alemannischen Kulturkreis in genannter Höhe Vorsicht. Im ganzen werden fünf derartige Preise verteilt, über die stiftungs­gemäß die Universitäten Bonn a. Rh., Freiburg i. Br., Königsberg, München und Prag verfügen. Die Ausschüttung erfolgt jetzt zum ersten Mal. Kirchenmusik im Rahmen der Reichsmusikkammer.

Die Reichsmusikkammer und der Reichskirchen­ausschuß haben eine Vereinbarung geschlossen, durch die die Mitarbeit der deutschen evan­gelischen Kirche an den Aufgaben der Reichsmusikkammer gewährleistet wird. Die Bedeutung dieser Vereinbarung liegt darin, daß sie den besonderen Erfordernissen der gottesdienstlichen Musik Rechnung trägt und dementsprechend die kirchenmusikalische Arbeit im Rahmen der Reichsmusikkammer neu regelt. Auf Grund der Vereinbarungen werden die evangelischen Verufs- kirchenmusiker in die Reichsmusikerschaft der Reichs- musikkammer eingegliedert und zu einer eigenen Fachschaft zusammengestellt. Die Anordnungen der Reichsmusikkammer dürfen nicht in die dienstliche Tätigkeit der beamteten oder angestellten Kirchen­musiker eingreifen. Maßnahmen der Reichsmusik­kammer gegen Berufskirchenmusiker sind nur im Einvernehmen mit der zuständigen Landeskirchen­behörde zulässig. DerVerband evangelischer Kir­chenchöre Deutschlands" und derVerband Evange­

lischer Posaunenchöre Deutschlands" werden mit ihren sämtlichen Chören in die Reichsmusik- kammer eingegliedert und erwerben damit das Recht, sich im gleichen Rahmen wie die der Reichsmusikkammer angeschlossenen Laienmusikver­eine öffentlich zu betätigen. Das Recht der deutschen evangelischen Kirche, denReichsverband für Evan­gelische Kirchenmusik" als Pflichtorganisativn für die auf dem Gebiete der Kirchenmusik tätigen Per­sonen und Chöre zu erklären, wird durch diese Ver­einbarung nicht berührt.

Tagung der Landesletter und Leiter der Reichsfachschaften der Reichsmusikkammer.

Die Reichspiusikkammer hatte in den letzten la­gen ihre Landesleiter aus dem Reich sowie die Leiter der Reichsfachschaften zu einer gemeinsamen Tagung nach Berlin berufen. Bei der Tagung selbst wurden die wichtigsten organisatorischen Fragen der Reichsmusikkammer behan­delt, z. B. die Umstellung der bisherigen Fachver­bände der Reichsmusikkammer zu unmittelbaren Reichsfachschaften und die neuen Aufgaben der Lan­desleiter im Bereich der einzelnen (Baue. In Vor­trägen des Präsidenten Prof. Dr. Peter Raabe, des Reichsgeschäftsführers Heinz I h l e r t, ferner des Leiters der Reichsfachschaft Komponisten, Prof. Paul G r a e n e r und anderer maßgebender Mit­arbeiter wurden die wichtigsten musikalischen Kultur­fragen behandelt und die kommenden Arbeiten der Kammer und ihrer Landesleiter festgelegt. Im Vordergrund stand die Frage der Volkstumsarbeit in den Grenzlandgebieten, die Förderung des zeit­genössischen Musikschaffens und des musikalischen Erziehungswesens sowie der Ausbau der Zusam­menarbeit mit den Gemeinden und ihren städti­schen Musikbeauftragten.

Aus aller Well.

Erinnerungsfeier des Reichsbundes der Inhaber der Rettungsmedaille.

Anläßlich der Wiederkehr des Stiftungstages der Rettungsmedaille beging der Reichsbund der Inhaber der Rettungsmedaille, der unter der Schirmherrschaft des Preußischen Mini­sterpräsidenten Hermann Göring steht, eine Erin­nerungsfeier. Nach gemeinsamem Gottesdienst im Dom marschierten die Helden des Alltags zum Denkmal Friedrich Wilhelms III., des Stifters der Rettungsmedaille. Der Reichsführer des Bundes, Hoppe, legte einen Kranz nieder und hielt eine kurze Ansprache. Anschließend begaben sich die Teil­nehmer zur Kranzniederlegung zum Ehrenmal. Zu der Feier waren Bundesmitglieder aus dem ganzen Reich, aus Hessen, Württemberg, Dresden und Thüringen in der Reichshauptstadt eingetroffen. Don Ministerpräsident Hermann Göring ging ein Telegramm ein, in dem er dem Reichsbund kameradschaftliche Grüße und beste Wünsche zum Ausdruck bringt.

Düsseldorf und Mainz im Karneval eins."

Der große Besuch des Mainzer Karne­vals in Düsseldorf, dem sich nicht nur die Führer der Mainzer Karnevalsvereine, sondern auch die Prinzengarde und Ranzengarde angeschlossen hatten, gestaltete sich am Wochenende zu einer großen Kundgebung für das Karnelvalsbündnis am Rhein, das im vorigen Jahre zwischen Mainz und Düsseldorf geschaffen worden war. Beim offiziellen Empfang der Besucher durch den Ober­bürgermeister der Stadt Düsseldorf im Rathaus, dessen Sitzungssaal bunten karnevalistischen Schmuck trug, kam zum Ausdruck, daß das Karne- valsbündnis zwischen Düsseldorf und Mainz un­erschüttert sei und die Grundlage für neue Gemein­schaftsarbeit bilden werde.

Die Fleischbelieferung Londons lahmgelegt.

Die Fleischbelieferung Londons war am Montag­morgen infolge des Streiks von 8 0 0 0 Sin­ge ft eilten und Arbeitern des Londo­ner Fleischmarktes vollständig lahmgelegt. Streikposten besetzten die Eingänge zu den Markt­hallen und verhinderten jede weitere Fleischzufuhr. Starke Polizeiaufgebote sorgten für Aufrechterhal­tung der Ordnung. Hunderte von Fahrzeugen wa­ren in den Zufahrtsstraßen zum Markt festgefah-

ren, so daß sich eine schwere Verkehrsstockung ent­wickelt. Die Streikenden verlangen einen Mindest- lohn von 4 Pfund wöchentlich, ferner die 40= Stunden-Woche und eine bezahlte Ferienwoche.

Frische Kirschen, Erdbeeren und Rosen in Dalmatien.

In Dalmatien gab es in diesem Jahre überhaupt keinen Winter. In Split wies das Thermometer dieser Tage 31 Grad Wärme auf. Den ganzen Januar über blühten d i e Rosen, so daß für etwa 12 000 RM. ausgeführt werden konnten. Seit einigen Tagen bringen die Bauern auch schon Kirschen auf den Markt. Auch frische Erdbee­ren und junges Gemüse gibt es in Mengen. Das BelgraderBremen" weist darauf hin, daß zur selben Zeit des Vorjahres Split unter einer dichten Schneedecke lag.

Kältewelle in Amerika.

Die etwa 90 Meilen von Washington und der Chesapeake-Bucht liegende Insel Tangier, die sonst ein beinahe südliches Klima hat, ist seit Tagen von riesigen Eisfeldern umschlossen. Nach­dem verschiedene Dampfer vergeblich versucht hat­ten, das Eis zu durchbrechen, brachte nunmehr das Luftschiff der Goodyear-Zeppelin-Werke den etwa 1200 Inselbewohnern Lebensrnittel und Medika­mente. Auch auf der etwas weiter nördlich von der Nordküste Amerikas liegenden Nantucket-Insel Mar­thas Vineyard, die ebenfalls von riesigen Eisfeldern umgeben ist, macht sich Lebensmittelknappheit be­merkbar.

Unwetter verwüstet Rord-Reufeeland.

Die Nordinsel von Neuseeland wurde von einem verheerenden Unwetter heimgesucht. Die Stadt Palmerston sieht aus, als ob sie von einem Erdbeben betroffen worden wäre. Don vielen Häusern wurden die Dächer abgerissen und Fen­sterscheiben eingedrückt. Auf dem Messeplatz stürzte eine große Tribüne ein. Ein Zug entgleise. Auf der ganzen Insel sind die drcchtlichen Verbin­dungen unterbrochen. Der Wariarapa-See und der Fluß Manawatu sind meilenweit über d i e Ufer getreten.

Hagelwetter in Südafrika tötet 97 Eingeborene.

Bei Settier (150 Kilometer nördlich von Johan­nesburg in Südafrika) richtete ein schweres H a - gelro etter, dem ein Wolkenbruch folgte,

aroße Verheerungen an. 97 Eingeborene tarnen da, bei ums Leben. Einige von ihnen ertranken.

Drei Kinder durch Kohlenoxydgase getötet.

Die drei Kinder des Ehepaares S m o l n i k in Misburg (Hannover) im Alter von 5, 3 und */4 Jahren wurden in der Dachwohnung ihrer El­tern durch Kohlenoxydgase vergiftet aufgefunden. Der Vater, der am Tage zuvor nach langer Arbeitslosigkeit wieder Arbeit erhalten hatte, war gerade zur Arbeit gegangen, und die Mutter hatte einen dringlichen Gang zu einer Behörde un­ternommen. Offenbar haben die Kinder in Ab­wesenheit der Eltern sich am Ofen zu schaffen ge­macht, so daß Kohlen herausfielen und Papier und Holzabfälle in Brand setzten. Als Hausbewohner auf das Unglück aufmerksam wurden, riefen sie die Feuerwehr und Aerzte herbei, doch konnten diese trotz l^ftünbigen Wiederbelebungsversuchen die Kinder nicht wieder ins Leben zurückrufen.

Zugzusammenstoh

auf einer amerikanischen Hochbrücke.

Auf der Hochbrücke vor dem Hauptbahnhof in Cincinnati (USA.) ereignete sich ein schwerer Zug - zusammen st. Infolge des Anpralls stürzte ein Eisenbahnwagen über die Brücke auf die 18 m tiefer gelegene Straße. Bisher find 30 Verletzte gemeldet worden.

Schwere Bluttat auf einem bayerischen Bauernhof.

In der Nähe von Rosenheim, in der Filze, Ge­meinde Westerndorf-St. Peter (Oberbayern), hat der 56 Jahre alte Taoer Girl seinen Neffen, den 21 Jahre alten Josef Wi11mann, mit einem Schuß aus einem Jagdgewehr getötet; dann hat Girl sich erhängt. Der Grund zu der Tat liegt in Streitigkeiten. Girl hatte seinen eigenen Sohn vom Hofe weggeekelt und hatte den Hof feinem Neffen übertragen. Dieser wollte aber auch wieder weg und verlangte das dem Girl übergebene Geld zurück. Darüber geriet Girl in Wut und griff zur Waffe.

Münchner Maler ermordet aufgefunden.

In München mürbe ber 52 Jahre alte verwitwete Kunstmaler Friedrich Herpfer in seinem Wohn- zimmer mit schweren Schädelverletzungen und durchschnittener Kehle tot aufgefunden. Herpfer war am Abend zuvor im Vierstüberl und im Tanz- faal ber Schwabinger Brauerei gesehen worben. Der Ermorbete mar vollständig angekleidet; er dürfte bald nach seiner Heimkehr überfallen morden sein. Die Polizei hat für die Ermittlung des Täters 500 Mark Belohnung ausgesetzt.

Oie Zeugenvernehmung im Seefeld-prozeß.

Im Seeseld-Prozeß gab der Angeklagte auf rniederholtes Befragen zum ersten Mal unum- munden zu, daß er, roie der Zeuge K. behauptet, tatsächlich am 23. Februar 1935 morgens erst in ber Stabt Schwerin gemefen sei, bevor er nach (Borries meiterging. Seefeld hat bis dahin immer bestritten, überhaupt die Stadt Schmerin berührt zu haben, meil nämlich an diesem Morgen der später ermordet aufgefundene Knabe Zimmer­mann aus der Stadt verschmunden ist.

Einer der Zeugen hatte 1928 als 20jähriaer Arbeitsloser sich für einige Zeit Seefeld als Ar- beitsgehilfe und Wandergefährte angeschlossen. Seefeld zmang ihn zur Duldung von Sittlich- keitsverbrechen; er flößte dem jungen Menschen solche Furcht ein, daß dieser eines Nachts in einer Feldscheune Angst um sein Leben bekam und unter Zurücklassen seines Gepäcks über bas Scheunenbach floh, meil Seefeld die Scheunentür mit Draht versperrt hatte. Ein anderer Zeuge schil­dert die Sittlichkeitsverbrechen, die Seefeld 1915 an ihm beging. Dieser Zeuge war damals etwa 15 Jahre alt. Seefeld hatte ihn von einer Arbeits­stätte fortgelorft und mit auf Wanderschaft genom­men. Ein junger Zeuge aus Lenzen an ber Elbe ist von Seefeld mit Versprechungen in eine Tannenschonung gelockt worben, wo der Angeklagte sich an ihm mit Gewalt verging. Seefeld hat diesem Knaben ein eigentümlich, aber nicht unangenehm riechendes Taschentuch unter die Nase gehalten.

Dann wurden noch einige Schweriner Zeugen vernommen. Einer dieser Knaben blickte noch bei seiner Vernehmung immer scheu auf Seefeld und Jing dann an zu meinen, ohne mit seinen Angaven fortzufahren. Als der Junge gefragt murde, ob er denn noch immer 21 n g ft vor dem Angeklagten habe, nickt er mit dem Kopf. Die Vernehmung dieses Zeugen mürbe für einige Zeit unterbrochen. Den zuletzt vernommenen Zeugen hat Seefelb von einem Gift erzählt, bas sehr schnell löblich wirke, unb bas er sich selber aus brei Mebikamenten zusammensehe. Weiter rühmte ich Seefelb bem Jungen gegenüber seiner über- innlichen Kräfte, mit beren Hilfe er jebem Meu­chen seinen Willen aufzwingen könnte.

Am Montagvormittag wirb bie Derhanblung fortgesetzt.

Abessinische Läufer.

Im Zusammenhang mit dem ojtafrikanijchen Konflikt taucht immer wieder die ebenso interessante wie entscheidende Frage auf, roie es den Abessiniern im Hinblick auf die außerordentliche Rückständig­keit der Verkehrsverhältnisse möglich ist, wichtige Nachrichten zu übermitteln, ohne dabei einen allzu großen Zeitverlust zu tyafren. Es ist zur Genüge bekannt, daß Abessinien, obwohl es eine uralte religiöse Kultur besitzt, ein unzivilisiertes unb völlig unmodernes Land ist, ein nesenyaftes unb schwer zugängliches Gebiet ohne brauchbare Wege unb vor allem ohne die Erfindungen der modernen Technik wie Telephon, Telegraph usw. Die modernen Mittel zur Nachrichtenübermittlung sind zumindest nur spärlich vorhanden, so daß die Abessinier im allgemeinen darauf angewiesen sind, Boten und Läufer zu verwenden, wenn es sich um die rasche Uebermittlung wichtiger Mel­dungen und Depeschen handelt. Diese abessinischen Läufer sind allerdings äußerst zähe und an die größten Strapazen gewöhnte Burschen, die manch­mal im Laufen geradezu phantastische Leistungen vollbringen, bie sogar einem Nurmi zur Ehre ge­reichen würden. Es ist keine Seltenheit, daß auf diese Weise an einem Tage Erlernungen von über hundert Kilometer bewältigt werden. Dazu kommen noch die Unbilden der abes­sinischen Witterung, die Gluthitze und die unauf­haltsam strömenden Regengüsse, wobei noch über­dies die Schwierigkeit des Geländes für jeden Europäer ein nahezu unüberwindliches Hindernis darstellen würde.

Abends als Letztes Chlorodont- dann erst ins Bett /