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Uebrigens begegnet sich die britische Taktik, nun alles zu vermeiden, was zu einer Verschärfung der Lage führen könnte, mit einem auffallenden Abflauen der englandfeindlichen Stimmung in Rom. An der Bahre des englischen Königs ist nicht nur kein einziges böses italienisches Wort zu hören, die italienische Presse zeigt sogar ihr Beileid mit betonter Herzlichkeit. Seiten über Seiten sind dem Thronwechsel gewidmet.

Damit es zu dem Ausbruch der Feindseligkeiten im Mittelmee komme, müßte schon England selbst zum Kriege schreiten; nicht einmal ein unglücklicher Zwischenfall, wie er immer in Kriegs- zetten Vorkommen kann man denke nur an das Anhalten französischer Passagierdampfer durch ita­lienische Streitkräfte während des Tripoliskrieges braucht zum Funken im Pulverfaß zu werden. Entspannung! Das ist das Losungswort. Der Himmel heitert sich auf, der Krieg im Mittelmeer rückt in die Ferne womit nicht gesagt sein soll, daß damit der Kampf ums Mittelmeer zu Ende sei.

VerschworeninTreuezumVolk

Die 5. Straßensamrnlung des WHW. in der Reichshauptstadt.

Berlin, 2. Febr. (DNB.) Ganz Berlin stand am Sonntag im Zeichen der 5. Reichsstraßensamm­lung des WHW., die unter der LosungVerschwo­ren in Treue zum Volk" von den Männern der SA., der SS., des NSKK. und des NSD.-Stu- dentenbundes durchgeführt wurde. DieW olfs- angel" wurde schon seiner sauberen handwerk­lichen Arbeit wegen gern gekauft, so daß der Ge­samtertrag dieses Tages erfreulicherweise sehr er­heblich sein dürfte, obwohl die Witterung es nicht gut gemeint hatte mit den zahllosen unbekannten Sammlern aus den Reihen der politischen Soldaten des Führers, die unermüdlich bis zum Einbruch der Dunkelheit auf den Straßen und Bläßen sammel­ten. Trotzdem waren die auf 42 verschiedenen Plätzen stattfindenden Dormittagskonzerte gut be­sucht. Obergruppenführer von Iagow, Gruppen­führer Uh land und der Staatskommissar der Hauptstadt Berlin, SA.-Oberführer Lippert, hatten sich den Massenandrang auf derGrünen Woche" und auf dem Reit- und Fahrturnier in der Deutschlandhalle zunutze gemacht, wo sie Tausende gebefreudiger Spender fanden. Am Hermannplatz sah man Gruppenführer S p ä i n g, der zusammen mit Obersturmführer Hoffte bereits auf dem Presseballreiche Ernte" halten konnte. An der Ge­dächtniskirche schwangen u. a. Gruppenführer O f f e r m a n n und Gruppenführer Herzog von K o b u r g ihre Büchsen. Der Abend gehörte den Sammlungen in d e n G a st st ä t t e n. Eine origi­nelle Werbung hatte sich der Studentenbund an der Hochschule für Musik ausgedacht. Gruppen­weise erschienen dieMusikbeflissenen" in zahlrei­chen Caf^s und Vergnügungslokalen des Westens, bemächtigten sich der Instrumente der dort konzer­tierenden Kapellen und Gaben unter dem Beifall der Gäste ein eigenes befristetes Konzert-Gastspiel. Natürlich flössen dann die Spenden um so reich­licher.

In Heidelberg hatten die an der Universität studierenden Ausländer den Hochschulgruppen­führer gebeten, auch sammeln zu dürfen. So kam es, daß in Heidelberg Studenten und Studen­tinnen von 21 verschiedenen Nationen für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes sam­melten. Alle hatten freiwillig ihre Sammelbüchsen abgeholt und waren mit großer Begeisterung bei der Sache.

Gauleiter (Sprenger sprach in Altona.

Die deutsche Wend tritt zum Reichsbemsswettkamps an.

Oer Aeichsjugendführer und der Leiter der OAF. eröffnen den Leistungswettkampf.

Berlin, 1. Febr. (DNB.) Mit einer machtvollen I Kundgebung eröffnete am Samstag die DAF. und die Reichsjugendführung im Sportpalast den drit­ten Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Reichsjugend­führer Baldur von Schirach riefen Deutschlands Jungarbeiter der Stirn und der Faust zum fried­lichen Wettstreit. Obergebietsführer A x m a n n, Lei­ter des Jugendamtes der DAF. und des Sozial­amtes der RIF., begrüßte unter den Ehrengästen auch den Führer der italienischen Jugend und Lei­ter der italienischen Olympiamannschaft, Ricci. Er betonte, daß gerade zur Zeit der olympischen Spiele der Reichsberufswettkampf ein Tatbekennt­nis der deutschen Jugend zum Frieden gegenüber der Welt darstelle.

In einem packenden Sprechchorwerk rief ein DZassenchor von HI. und Jungvolk die schaffende Jugend auf zum Wettstreit:Tretet an, Arbeitskameraden?" Mit erhobener Rechten ehrten die Tausende die Fahnen der HI. und des Jung­volkes, die bann, voran die Norkus-Fahne, in den Sportpalast einzogen.

Reichsjugendführer von Schirach

dankte dann Dr. Ley für seine unermüdliche Mit­arbeit und Unterstützung. Er verglich den Reichs­berufswettkampf als dasOlympia der Arbeit" mit den in diesen Tagen beainnenden Olympischen Spielen. Durch diesen beruflichen Wettstreit sollen die Leistungsfähigsten und tüchtigsten Jungarbeiter und -arbeiterinnen unseres Volkes ermittelt werden, die als die Elite der schaffenden deut­schen Jugend den Adel der neuen Zeit bilden, einen Adel, der nichts mehr mit früheren Vorrech­ten der Geburt und des Geldsacks zu tun hat, son­dern der allein gegründet ist auf Leistung und Tüchtigkeit. Unter stürmischem Beifall erklärte der Reichsjugendführer, die vorjährigen Ausschei­dungskämpfe in Saarbrücken hätten gezeigt, daß gerade die ärmsten Söhne unseres Volkes auch die tüchtigsten seien. Man habe früher geglaubt, daß allein die Hochschule eine Führeraus- tese heranzubilden vermöchte. Im Berufswettkampf aber werde eine neue, praktische Führer- schule ausgebaut, in der diejenigen ausgelesen werden, die die höchste Intelligenz in ihrem Be­ruf sind, aber auch Kerle, die weltanschaulich und körperlich im Leben ihren Mann stehen. Deutsch­land fei zwar an Rohstoffen und natürlichen Gü­tern arm, es müsse daher diesen Mangel ersetzen durch einen ungeheuren Fleiß jedes einzelnen.

In anerkennenden Worten dankte der Reichs­jugendführer den 40 000 ehrenamtlichen Mitarbei­tern, die sich als Berufsschullehrer und Hand­werksmeister in 2500 Orten für die Bewertung der Aufgaben aus 250 Berufen und Tausenden von Berufssparten zur Verfügung gestellt haben. Mit besonderer Freude stelle er fest, daß die Landjugend ein Viertel aller Teilnehmer stelle. Beachtlich sei ferner die Tatsache, daß in diesem Jahr auch die Studenten sich ein­reihen in die große Front der schaffenden Jugend. Die HI. wolle durch den Reichsberufswettkampf beweisen, daß sie nickt eine Jugend sei, die nur Forderungen stelle, sondern die z u e r st ihre Pflicht erfülle und etwas leisten wolle, be­vor sie auf Grund dieser Arbeit ein Recht prokla­miere. So sei auch der Ruf der Jugend nach mehr Freizeit zu verstehen, denn die Jugend sei überzeugt, daß sie mehr leisten könne, wenn ie mehr Freizeit zur körperlichen Ertüchtigung und Festigung der Gesundheit erhalte.

Stürmische Zustimmung fand der Reichsjugend- führer, als er erklärte: Än dieser Jugend gibt es weder arm noch reich; in dieser Jugend gibt es aber auch keine konfessionellen Sonderbindungen! Wir sind nicht deshalb eine Gemeinschaft gewor- den, damit wir nach langen Jahren des Kampfes diese Gemeinschaft um irgendeines konfessionellen Prinzips wieder preisgeben sollen. Man sagt, die Hitlerjugend sei religionsfeindlich und gottlos und wolle die Altäre einreißen. Ich weiß und bekenne mit, mit der ganzen deutschen Jugend nur das eine, so schloß der Reichsjugendführer: Wer Adolf Hitler liebt, der liebt Deutschland, und wer Deutschland liebt, liebt Gott! Stürmischer Beifall der versammelten Jugend folgte diesem Bekennt­nis des Reichsjugendführers.

Reichsorganisationsleiter derNSOAp.

und Leiter der DAI. Or. Ley

zeigte den deutschen Jungen und Mädels, daß alles auf der Welt hart erkämpft werden muß, daß Bereitschaft, Opfer und Glaube not­wendig sind. Wer von anderen mehr verlange als er selbst der Gemeinschaft zu geben bereit sei, der sei ein Marxist. -Niemand könne sich aus der Ge­meinschaft herauslösen. Jeder einzelne sei zum Kampf berufen und sei Träger des Kampfes. Die Gemeinschaft verpflichte den einzelnen, in diesem Kampf sich stark zu machen. Jeder könne verlangen, daß er in seinem Beruf, in seiner Arbeit und seinem Können von der Gemeinschaft so vor- und ausge­bildet werde, daß er es zu höchsten Leistungen bringen könne. Er könne aber darüber hinaus ver­langen, daß die Gemeinschaft für ihn sorge, wenn er in diesem Kampf falle. Die Gemeinschaft habe

LPD. Frankfurt a. M., 2. Febr. Der dritte Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend fand am Sonntag im Gau Hessen-Nassau seinen Auftakt in etwa 300 Kundgebungen und Appellen der schaffenden deutschen Jugend an festlich ge­schmückten Stätten der Arbeit. Gebietsführer P o tt- h o s f eröffnete den RBWK. in Wetzlar. 1500 RBWK.-Teilnehmer waren in der Gießereihalle der Karolinenhütte angetreten, als der Ge­bietsführer eintraf, die Ehren-Gefolgfchaft abschritt und die zahlreichen Ehrengäste der Partei, des Staates und der Wehrmacht begrüßte. Ein wunder­volles Bild bot die Halle im Fahnenschmuck. Aus dem Dunkel des Hintergrundes der großen Oefen brannte das Fahnenrot, leuchtete das Weiß. Tan­nengirlanden betonten die strengen Linien der Eisenkonstruktionen. Die Ehrenformationen der SA., SS. und des Arbeitsdienstes rundeten die ange­tretenen Formattonen der HI. und des BDM. zu einem geschlossenen Ganzen.

Gebietsführer Potthof f erklärte in seiner An­sprache u. a.: Das neue Ethos der Arbeit atme jedes Tun gleich welcher Art, wenn es nur Di e n st am Volk ist. So fei der Reichsberufswettkampf von der HI. selbst geschaffen worden. Die freiwil­lige Teilnahme der Jungen und Mädel aller Be­rufe gewähre eine Leistungsschau, einen Querschnitt durch die gesamte berufliche Ausbildung. Er gäbe die Grundlage zur Vermehrung und Verbesserung

auch die Aufgabe, den einzelnen gesund zu erhalten, ihm Urlaub, Freizeit und Erholung zu neben, da­mit er immer wieder das Schicksal anpacken könne. Der Nationalsozialismus gebe keine Ruhe, bis der letzte anständige Deutsche Nationalsozialist gewor- den sei.

Dr. Ley verkündete dann den bevorstehenden Aufbau eines großen Beruf serzie- hungswerkes; er sehe eine seiner Hauptauf­gaben darin, daß es das Wortungelernter Arbeiter" in Deutschland zukünftig nicht mehr gebe. Zum Schluß erklärte Dr. Ley: Ich habe bereits seit Jahren den Gedanken erhoben, Musterbetriebe zu ernennen und wir wer­den das vielleicht in diesem Jahre zum 1. Mai tun können. Musterbetriebe und ihre Betriebsführer sollen dadurch geehrt werden, daß wir sagen: In diesem Betriebe ist alles in Ordnung; das ist ein richtiger Betriebsführer, ein Offizier feiner Solda­ten und das sind Soldaten der Arbeit! Ich werde eine Reichsberufsschule bauen; auch das wird etwas Einmaliges in der Welt fein. Eine Reichsberufsschule muß tatsächlich die besten Lehrwerk st ätten der Welt besitzen, wo für jeden Stand und jeden Beruf vorbildlich gearbeitet wird und wo jede Arbeitsmethode und die Me­thoden der Lehrlingsausbildung erprobt werden. In diese Reichsberufsschule werde ich Jahr für Jahr d i e Reichssieger aufnehmen und sie dort zu den besten Arbeitern Deutschlands ausbilden lassen.

Sprechchöre und Gesang bildeten den Abschluß der gewaltigen Kundgebung. Die Jugend feierte am Schluß der Veranstaltung den Reichsjugendfüh­rer und den Leiter der Deutschen Arbeitsfront noch minutenlang mit stürmischen Kundgebungen.

des deutschen Facharbeiternachwuchses. Erst so werde wieder die Möglichkeit zur Schätzung und Achtung deutscher Wertarbeit geschaffen.Jung­arbeiter, Jungarbeiterin! Der Lohn eures Ein­satzes wird der Nachruhm sein, den Deutschland euch weihen wird als tätige Glieder einer ver­antwortungsbewußten zukunftschafenden ungen Generation, die stolz darauf war, in einer Zeit Des Umbruchs der Werte zu leben."

Gleich feierlich waren die Kundgebungen in der anderen Orten des Gaues. In Frankfurt a. M war der fRömerberg, die Stätte der Kundye. bung, mit den Fahnen der HI. geschmückt. Wäh­rend im vergangenen Jahr in Groß-Frankfurt 7000 Jungen und Mädel am Berufswettkampf teilgenom­men hatten, ist die Zahl in diesem Jahr auf an­nähernd 12 000 gestiegen. Es sprach der Sozial­abteilungsleiter des Gebiets 13, Bannführer Jung. In Offenbach sprach in Vertretung des Gau­leiters Gauinspekteur Holzkämpe r, in Worms Gauwalter der DAF. Willi Becker, der 3000 Teilnehmer an der Olympiade der Arbeit begrüßen konnte, in Höchst Gaupropagandaleiter Mül­ler-Scheid, in Wiesbaden Hauptschriftlei­ter Staebe und Gebietsjungvolkführer Wag­ner.

Sie Eröffnung des Reichsbernssweiikampses im San Heffen-Aaffan.

Frankfurt a. M., 2. Febr. (LPD.) In einer eindrucksvollen Kundgebung der NSDAP, des Stadtkreises Groß-Altona sprach am Samstag, wie uns aus Altona berichtet wird, der Gauleiter von Hessen-Nassau Reichsstatthalter Sprenger. Nach der Begrüßung durch den Kreisleiter Piwitt gab Gau­leiter Sprenger in einer längeren Rede zunächst ein anschauliches Bild der Kampfjahre. Aus dem tiefen Erlebnis des eigenen Kampfes um den Sieg der nationalsozialistischen Weltanschauung zeigte der Gauleiter dann das gesunde, klare und ein­deutigen Wollen der deutschen Menschen, die sich in den Kampfjahren um Adolf Hitler scharten. Aus den Worten des Gauleiters über den wahren Sozialismus ging kristallklar hervor, wie die ncttio- nalsozialifttsche Weltanschauung eine wirkliche tat- wirkende Schau des Lebens ist und keine Theorie wie der Marxismus. Treffend sagte der Gauleiter, wenn jemals der deutsche Arbeiter den Sinn des vom Marxismus geprägten WortesProlet" in feiner wahren Bedeutung erfaßt hätte, er wäre niemals der Fahne dieser Volksverräter gefolgt. Denn es komme darauf an, einen Volksgenossen nicht hoffnungslos und verzweifelt zu machen, son­dern ihm die Hoffnung zu stärken und auch eine Berechtigung zur Hoffnung zu geben. Zum Schluß feiner Rede ließ der Gauleiter dann das Aufbau­werk des Nationalsozialismus in den ersten drei Jahren der Macht vor den Hörern lebendig werden und zeigte die zwei Säulen neuer deutscher Stärke: die Partei als den Garanten der zielbewußten politischen Führung des deutschen Volkes und das junge Reichsheer als die getreue Schätzerin des deutschen Aufbauwillens. So marschiert das junge Deutschland des Nationalsozialismus hinein in die Zukunft, selbst getragen von einer Heran­wachsenden Jugend, die der beste und hoffnungs­vollste Bannerträger des Nationalsozialismus ist. Starker Beifall dankte dem Gauleiter Hessen- Nassaus.

Berliner preffebatt.

Berlin, 2. Febr. (DNB.) In dem von Künst­lerhänden prächtig geschmückten Marmorsaal des Zoo fand das Fest desVereins Berliner P r e f s e", der Presseball, statt. Als gegen 21 Uhr d i e Kapelle der Leibstandarte zur Pro­menade aufspielte, füllten sich die Säle bald mit Tausenden von Besuchern. Bald nach dem Erschei­nen des Neichsministers für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, der mit feiner Gattin vom Leiter des Reichsverbandes der deut­schen Presse, Hauptmann a. D. Weiß, herzlich begrüßt wurde, begann gegen 23 Uhr der Tanz. Künstler des Deutschen Opernhauses, Solisten und Ballett begeisterten immer wieder mit ihren Dar­bietungen, bald darauf war der Marmorsaal sowie die anderen Säle und Veranden mit festlich ge» stimmten Paaren angefüllt, die sich nach den Klan­gen der Kapelle Bernhard Ett6 im Tanze drehten. Regen Zuspruchs erfreute sich auch die Tombola mit ihren 1600 Gewinnen.

Einen besonderen Anziehungspunkt bildeten bis lange nach Mitternacht die Regierungs- und Ehren­

logen. Unter den Gästen bemerkte man neben Reichsminister Dr. Goebbels mit feiner Gattin u. a. noch den Reichspressechef der NSDAP., Reichs­leiter Dr. Dietrich, den Reichsorganisationslei­ter Dr. Ley, die Staatssekretäre Lammers, Funk und Königs, die Botschafterder Vereinigten Staaten und der Sowjet­union, sowie den Gesandten Oesterreichs, erner den Kommandanten von Berlin, General­leutnant Schaumburg, den Polizeipräsidenten von Berlin, Graf Helldorf, den Berliner Staatskommissar Dr. Lippert, Reichshandwerks­meister Schmidt, Reichskulturwalter M o r a 11 e r und den Leiter der Prefseabteilung des Auswärtigen Amtes, Vortragenden Legationsrat A s ch m a n n. Die Kunst war u. a. durch Kammersänger Schlusnus, Professor Havemann, den Di­rektor der Thoma-Bühne, Schultes, Walter B l o e m, Emil Hannings, Eugen Klöpfer, Agnes Straub, den Generalintendanten Tiet - gen, Mar Halbe und Karl Froelich ver­treten. Zahlreiche SA.-Männer als Streiter für das WHW. verzeichneten bei ihrer Sammlung eine große Ernte, so daß nicht nur der Wohltätigkeits­kasse des Vereins Berliner Presse ein namhafter Betrag zugeflossen ist, sondern auch dem WHW.

Oie Geschäftsräume ehemaliger Frei­korps-Verbände polizeilich geschloffen.

Berlin, 1. Febr'. (DNB.) Der R e i ch s m i n i - st e r d e s I n n e r n hat sich im Einvernehmen mit den beteiligten Staats- und Parteistellen aus zwin­genden Gründen genötigt gesehen, die Geschäfts­räume der A b w i ck l u n g s st e l l e des aufgelösten Reichsbundes und R e i ch s o e r b a n d e s der Baltikum- und F r e i k o r p s k ä m p - fer in Berlin und die an anderen Orten bestehen­den Abwicklungsstellen polizeilich schließen zu lassen, die VereineSchlageter-Gedächt- nis-Museum E V." undDeutsche N a ch - kriegsfront E23," aufzulösen und das Vermögen der genannten Verbände zu beschlag­nahmen.

Der Reichsverband der Baltikumkämpfer und der Reichsbund der Freikorps- und Baltikumkämpfer gehörten zu den im Juli 1935 aufgelösten Frei­korpsverbänden. Dem früheren Vorsitzenden Major a. D. Bischoff war auf seine Bitte gestattet worden, den Mitgliedern eine Bescheinigung über ihre Freikorpstätigkeit auszustel­len. Dieses Entgegenkommen ist dazu mißbraucht worden, in der Abwicklungsstelle der genannten Verbände einen neuen umfangreichen A p - parat aufzuziehen, der seine Tätigkeit weit über den Mitgliederkreis der Verbände hinaus erstreckt hat. Die von dieser Abwicklungsstelle ausgestellte UrkundeEinscH für Deutschland" gewährt ent­gegen den von ihr verbreiteten Mitteilungen kei­nerlei Vorrechte, insbesondere auch nicht die Anwartschaft auf die Verleihung eines Ehrenkrxuzes der Freikorpskämpfex",

Das nunmejjr aufgelösteSchlageter-Ge- dächtnis - Museum E V.", ebenfalls ein früherer Freikorpsverband, hatte schon vor ge­raumer Zeit dem Reichsminister des Innern mit- geteilt, daß es s i ch felbft aufgelöft habe. Diese Mitteilung war unrichtig. Ebenso war die von dem Vereinsführer Hauptmann a. D. Gomlicki verbreitete Mitteilung unzutref­fend, daß der Verein alsDeutsche Nachkriegs­front EV.," neu genehmigt worden fei.

Die Vorwürfe, die hiernach mit Recht gegen die genannten Vereinsführer zu erheben sind, richten sich in keiner Weife gegen hie alten Freikorpskämpfer selbst. Ihre Verdienste um die Erhaltung des Reiches werden nach wie vor unumwunden anerkannt. Die leitenden Stellen des Staates und der Partei sind jedoch heute wie früher der Auffassung, daß für die Freikorpsver­bände im nationalsozialistischen Staat kein Be­tätigungsfeld mehr vorhanden ist. Die Reichsregierung hält den Deutschen Reichs­kriegerbund (Kyf fhäuserbund) für die­jenige Vereinigung, in welcher die früheren Frei­

korpskämpfer zusammen mit den (Solda­ten der alten Armee am b e ft e n s i ch be­tätigen können. Es ist nach näherer Vereinba­rung mit dem Kyffhäuserbund nichts dagegen ein« zuwenden, wenn sich in ihm die ehemaligen Frei­korpskämpfer in besonderen örtlichen Ka­meradschaften zusammenschließen.

Der Reichsminister des Innern erkannte weiter das Interesse an, das die alten Freikorpskämpfer an einer Urkunde haben, die ihnen ihre Teilnahme an den Kämpfen der Freikorps "bescheinigt. Der Reichs­minister des Innern wird daher die Ausstellung einer solchen Urkunde einer hierfür geeig­neten Stelle übertragen. Die bereits an die Abwicklungsstelle des aufgelösten Reichsbundes und des Reichsverbandes der 28altifum= und Frei­korpskämpfer für die Ausstellung der amtlich nicht anerkannten UrkundeEinsatz für Deutsch­land" bezahlten unverhältnismäßig hohen Be­träge sollen den Antragstellern nach Möglichkeit aus dem beschlagnahmten Vermögen dieser Stelle zurückerstattet werden.

Großer Erfolg derGrünen Woche".

Nutzbringender Kundendienst an Bauer und Städter.

Die Grüne Woche Berlin 1936, mit der die Deutsche Jagdausstellung verbunden war, schloß am Sonntagabend ihre Pforten. Sie hatte eine Rekordbesucherzahl zu verzeichnen. Während im vorigen Jahr 246 000 Besucher gezählt wurden, waren jetzt rund 2 8 5 0 0 0 Besucher zu verzeichnen, d. h. also etwa 40 000 mehr als im Vorjahre. Nicht weniger als 67 Sonderzüge haben Besucher vom Lande aus allen Teilen des Reiches zur Grü­nen Woche in die Reichshauptstadt gebracht. Die Grüne Woche ist also wieder ein großer Erfolg gewesen.

Besonders in der großen Halle II, in der die landwirtschaftliche Maschinen- und Bedarfsindustrie ausgestellt hatte, verweil­ten die meisten Besucher lange Zeit. Was hier ge­boten wurde, war ein Kundendienst im doppelten Sinn. Einmal zeigte die Industrie dem Bauer die besten Geräte für den Ackerbau, für die Ein­bringung der Ernte, also Erntemaschinen, für die Sortierung der Erntefrüchte usw. Zum anderen wurde d e m Städter klar gemacht, wie sorgfäl- tig der Bauer erzeugen muß, um seinen Kunden, den Verbraucher in der Stadt, gut und ordentlich zu bedienen. Die Industrie, soweit sie für den Landbau in Frage kommt, wirbt beim Bauern, und dieser wiederum wirbt um den Verbraucher in der Stadt, indem ihm gezeigt wird, wie vielsei­tig und schwer es ist, das zu erzeugen, was der Städter verlangt. Dieser Kundendienst nach beiden Seiten wirkt sich vorteilhaft aus und bringt der Entwicklung unserer Wirtschaft weiteren Auftrieb. In allem ist die landwirtschaftliche Maschinen- und

Bedarfsindustrie zufrieden mit ihrem Absatz. Viele Aufträge wurden getätigt und man kann anneh­men, daß im Hinblick auf die Erzeugungsschlacht weitere größere Umsätze erzielt werden. Wenn schon im 1. Jahr der Erzeugungsschlacht die Land­wirtschaft 300 Millionen Reichsmark mehr ausge­geben hat für Maschinen und Düngemittel bzw. landwirtschaftliche Betriebsmittel, so wird mit Si­cherheit dieser Umsatz im laufenden Betriebsjahr eine weitere Erhöhung erfahren. Die Grüne Woche 1936 war also von wirtschaftlichem Nutzen für alle Aussteller.

Von den vielen tausend Dinaen, die gezeigt wur­den, seien einige herausgegriffen, weil sie unser besonderes Interesse verdienen. Bemerkenswert ein Apparat, der durch eine sogenannte Vegeta­tionseinrichtung Pflanzensamen in Be­hältern keimen läßt und die so gewonnenen junaen Pflanzen zum Frischfüttern brauchbar macht. Der Nährwert dieser Pflanzen wird durch eine solche Umwandlung erheblich gesteigert und somit ein vitaminreiches Frischfutter gewonnen. Dies mag besonders wichtig sein im Hinblick dar­auf, daß Frischfutter im Winter kaum oerfüabar ist. Es soll hier nicht geprüft werden, welches Futter wertvoller ist, das Silagefutter oder das hier geschilderte Frischfutterverfahren. Beachtlich jedenfalls sind die Anstrengungen, die aemacht werden, um die Futterfrage zu lösen, die für das Schließen der Fett- und Eiweißlücke entscheidend ist. Ein gummibereifter Dünger ft reuet soll ein besseres und leichteres Arbeiten beim Streuen der verschiedenen Düngemittel gewähr-

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