lerall!
Nr. 257 Erstes Blatt
Montag, 2. November 1936
186. Jahrgang
Wo steht das italienische Imperium?
Kühle Aufnahme in Paris
be-
der
Paris, 2. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die große außenpolitische Rede Mussolinis in Mailand wird von der Pariser Morgenpresse mit sehr gemischten Gefühlen ausgenommen. Die.linksgerichteten Zeitungen lehnen die Ausführungen des italienischen Regierungschefs natürlich rundweg ab, während die Rechtsblätter ihm in verschiedenen Punkten zustimmen, andere aber ebenfalls als ungerecht oder sogar als unannehmbar zurückweisen. Man versucht sich vor allem gegen den Vorwurf zu rechtfertigen, Frankreich habe in der Anwendung der Sanktionen gegen Italien zu sehr am Buchstaben geklebt und versteift sich sogar zu der kühnen Behauptung, daß der Sieg der italienischen Truppen in Abessinien zum großen Teil der Haltung der französischen Regierung zu verdanken sei, die sich immer wieder ins Mittel gelegt habe, um eine zu strikte Durchführung der Sanktionsmaßnahmen zu verhindern. Die grundsätzliche Haltung Roms werde die Vorbereitungen der West Paktkonferenz nicht erleichtern. Man scheint überdies vom Duce eine schärfere Präzisierung der französisch-italienischen Beziehungen erwartet zu haben. Die Tatsache, daß die Rede Mussolinis auch von allen deutschen Sendern übertragen wurde, findet in Paris besondere Beachtung. Man glaubt darin eine erste greifbare Kundgebung der politischen Zu»
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Maßnahmen gegen ausländische Presse- Hetze in Danzig.
Danzig, 31. Okt. (DNB.) Der Danziger Polizeipräsident hat die Beschlagnahme der „Gazeta G d a n s k a" von 30. Oktober verfügt und die Verbreitung des sozialdemokratischen „Naprzod" und der jüdischen „H a j n t i g e N a j e s" für sechs Monate verboten. In der Begründung wird darauf hingewiesen, daß „Gazeta Gdanska" Ausführungen gemacht habe, die geeignet seien, die öffentliche Si» cherheit und Ordnung zu gefährden. „Naprzod" habe sich mehrfach in wahrheitswidriger Weise mit den innerpolitischen Verhältnissen Danzigs befaßt. Derartige tendenziöse Meldungen seien auch geeignet, das bestehende gute Einvernehmen zwischen Danzig und Polen zu stören. „Hajntige Najes" habe
hindert. In den Häfen Boston, Providence, Gal- veston, Baltimore, Philadelphia, Port Arthur, Charleston, Norfolk und Houston in Texas liegen über 50 Schiffe still. Die Reeder haben die 'Marine- behörden gebeten, den Küstenwachdienst der Technischen Nothilfe zum Schutz der verlassenen Schiffe einzusetzen. Man erwartet, daß Präsident Roosevelt die Bundesmarine dazu veranlassen wird.
Oer Staatsstreich in Bagdad.
Der bisherige irakische Kriegsminister erschossen.
London, 31. Okt. (DNB.) Wie aus Bagdad berichtet wird, ist der K r i e g s m i n i st e r' des am Freitag gestürzten bisherigen Kabinetts General Dschaafar Pascha el Askari von einem politischen Gegner durch Revolverschüsse getötet worden. Dschaafar Pascha galt als der starke Mann des verflossenen Kabinetts und die bedeutendste Spitze der englandfreundlichen Richtung im Irak. Die neue Regierung in Bagdad veröffentlichte am Samstag eine amtliche Verlautbarung, daß der ehemalige Ministerpräsident Y a s s i n Pascha, der ehemalige Außenminister Nuri As Said und der bisherige Innenminister Rashid Ali ausgewiesen wurden.
„Daily Telegraph" meldet, daß das „hohe arabische Komitee" in Jerusalem von der neuen Regierung des Irak eine Mitteilung erhalten habe, in der zum Ausdruck komme, daß auch die neue Regierung des Irak der Araber-Frage in Palästina weiter ihre Aufmerksamkeit schenken werde. Die Unter st ützungspolitik bleibe unverändert. Die neue Regierung wolle in Kürze ihren Außenminister nach Palästina schicken, der mit der arabischen „Königskommission" verhandeln solle.
London, 2. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die Rede Mussolinis in Mailand hat in London starke Beachtung gefunden. Der römische Reuter-Korrespondent ist der Ansicht, daß eine englisch-italienische Verständigung leichter möglich sei, da man in Rom zur Zeit wohl nicht auf der offiziellen Anerkennung des neuen Imperiums bestehe. — „Daily Telegraph" erklärt, daß von englischer Seite einer völligen Verständigung auf der Grundlage der Anerkennung der gegenseitigen Rechte keinerlei Schwierigkeiten bereitet werden würden. Eine derartige Verständigung sei aber nur in freundschaftlicher Weise möglich, und dürfe nicht mit der Forderung nach englischen Zugeständnissen verknüpft werden. Alle in der Mailänder Rede enthaltenen Hinweise auf europäische Fragen seien von der Befriedigung über die Verständigung mit Deutschland beherrscht gewesen. Es sei eine nicht zu übersehende Tatsache, daß diese Verständigung weitgehend die Möglichkeiten beeinflusse, die für eine Befriedung Westeuropas in Frage kämen. Auch die „Times" betont, daß Rußland nicht daran denke, die italienischen Interessen zu bedrohen, sondern seine Politik lediglich darauf richte, sich den Seeweg im Mittelmeer offen zu halten.
„Morning Post" bezeichnet die Ausführungen Mussolinis als den Anfang eines ernsthaften Versuches, die Kluft zwischen England und Italien zu schließen. Obwohl die Rede bedauerlicherweise in eine Drohung ausgeklungen sei, werde die britische Regierung das Angebot nicht übersehen. Greifbare Vorschläge lägen zwar nicht vor, aber ein Mittelmeerpakt über die Begrenzung der Einflußzonen jedes Landes unter Einschluß eines gegenseitigen Nichtangriffoertrages sei eine Möglichkeit. Die „Daily Mail" fordert eine Verständigung zwischen England, Deutschland und Italien. Ein Nichtzustandekommen einer solchen Einigung würde für die Zivilisation eine Katastrophe bedeuten. Mussolini fühle genau, daß der Bolschewismus Europa zugrunde richten werde, wenn Europa den Bolschewismus nicht ausrotte. Ausbreitung des Hafenarbeiterstreiks
in USA.
Neuyork, 2. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der Hafenarbeiterstreik hat den gesamten Handelsverkehr an der Westküste, zum großen Teil auch an der Ostküste des Golfs von Mexiko lahmgelegt. Der Schaden beträgt schon jetzt viele Millionen Dollar. Die Gewerkschaften beabsichtigen, sämtliche Häfen der Vereinigten Staaten zu blockieren, um die Schiffahrts-Gesellschaften zum Nachgeben zu zwingen. Im Hafen von Neuyork streiken bis jetzt 2300 Arbeiter. 18 Schiffe sind am Auslaufen ver-
Mussolini hält Umschau.—Oie Lage nach der Verständigung mit Deutschland.-Oer Ouce fordert England zur Verständigung über das Mittelmeer auf.
Ein Zwischenfall in Savoyen.
Französische Kommunisten überfallen italienische Kolonie.
Paris, 1. Nov. (DNB.) In ChambSry (Savoyen) wurden am Sonntag Mitglieder der i t a l i e n i j ch en Kolonie, die sich zu einer Allerseelenfeier zusammengefunden hatten, nach Beendigung der Feier, an der auch der italienische Konsul teilgenommen hatte, von Kommunisten überfallen. Trotz des Eingreifens der Polizei und der Beziehungen des Bürgermeisters kam es zu einer heftigen Schlägerei, bei der auch der italienische Konsul sowie der Sekretär der italienischen Abordnung beim Völkerbund erheblich verletzt wurden. Beide hatten als letzte das Versammlungslokal verlassen und ihr Auto bestiegen, als sie plötzlich von einer Bande von Kommunisten
Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die 3Uuftnerte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-vezugrprets.
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England zur Verständigung bereit
Das Echo der Muffolinirede in London.
Metzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
europäischen Atmosphäre gelangen wolle, so müsse man zu allererst mit den Gemeinplätzen, m i t allen konventionellen Lügen auf = räumen, die aus dem großen Schiffbruch der Ideologien Wilsons noch als Trümmer übriggeblieben seien. Eine dieser Illusionen, die Ä b- r ü ft u n g , sei bereits gefallen. Niemand wolle als erster abrüsten, und die gleichzeitige Abrüstung aller sei unmöglich und ein Widersinn. Eine zweite Illusion ist die sogenannte internationale, kollektive Sicherheit, die es niemals gegeben hat und niemals geben wird. Ein männlich starkes Volk verwirklicht seine Kollektivsicherheit innerhalb seiner eigenen Grenzen und lehnt es ab, fein Schicksal den unsicheren Händen Dritter anzuvertrauen. Ein dritter Gemeinplatz, mit dem aufgeräumt werden muß, ist der unteilbare Frieden. Ein solcher Frieden wäre gleichbedeutend mit dem unteilbaren Krieg. Aber die Völker lehnen es — und zwar mit Recht — ab, sich für Interessen zu schlagen, die sie nicht betreffen.
Auch der Völkerbund ist auf einem Widersinn, nämlich auf dem Kriterium der absoluten Gleichberechtigung aller Staaten, aufgebaut, während sich in Wirklichkeit die Staaten — zum mindesten vom Standpunkt ihrer Verantwortung vor der Geschichte — unterscheiden. Für den Völkerbund stellt sich ganz klar das Dilemna: Entweder Erneuerung oder Untergang. Zurpfe: „Untergang!") Da feine Erneuerung höchst schwierig ist, kann er, was Italien anlangt, ruhig verschwinden. Wir werden nie vergessen, daß der Völkerbund mit geradezu teuflischen Welhoden die ungerechte Belagerung des italienischen Volkes organisiert hat, daß er versucht hat, dieses Volk mit Frauen, Kindern und Greisen auszuhungern, daß er versucht hat, unsere militärischen Anstrengungen, die 8000 Kilometer entfernt vom Valerlande im Gange waren, zu zerschlagen. Es ist ihm nicht gelungen, weil er die starke Vitalität des italienischen Volkes gegen sich hatte, das zu allen Opfern fähig ist und auch zum Kampf gegen 52 Staaten bereit war.
Nach 17 Jahren der Reibungen, der Mißverständnisse, kam es im Januar 1935 zu den V e r e i n b a - rungen mit Frankreich. Diese Abmachungen hätten einen neuen Zeitabschnitt wirklich freundschaftlicher Beziehungen zwischen den beiden Volkern eröffnen können und sollen. Aber es kamen die Sanktionen, und damit fiel natürlich auf die Freundschaft der e r st e R a u h r e i f. Es war einer der typi chen Fälle, wo der Buchstabe den Geist tötet. Noch heute deutet Frankreich mit dem Finger auf die vergilbten Register in Genf und sagt: Das Kaiserreich des — schon lange „Ex — „Löwen von Juda" ist noch am ßeberu Was aber sagt die Wirklichkeit unseres Sieges? Das Kai erreich des Ex-Negus ist längst t o t , mausetot. Es ist sonnenklar, solange die franzosisische Regierung Italien gegenüber eine Haltung des Abwartens einnimmt, Italien nur die gleiche Haltung em« nehmen kann. , ,
Mit der Schweiz waren unsere Beziehungen immer außerordentlich freundschaftlich und werden es immer sein. Die Schweiz ist em kleines Land, aber von größter Bedeutung sowohl wegen feiner völkischen Zusammensetzung wie wegen seiner geo- graphischen Lage, die es im Schnittpunkt Euro- Pas hat. Die Abmachungen vom 11. Ju 11, mit denen in der modernen Geschichte Oesterreichs ein neuer Zeitabschnitt begonnen hat, waren mir begannt unb hatten meine Zustimmung feit dem 5J3uni. Es ist meine Ueberzeugung, daß dieses Ueberemfommen das Staatsgefuge Oesterreichs gefestigt und feine Unabhängigkeit nur noch
fammenarbeit erblicken zu können, die beim Besuch Cianos in Deutschland endgültige Formen angenommen habe.
Das „Journal" stimmt dem Duce wohl bei seiner Abrechnung mit dem Völkerbund, dem unteilbaren Frieden und der Abrüstung zu, erklärt aber weiter, daß man ihm ein energisches „Halt" zurufen müsse, wenn er dieses große Reinemachen auch auf die Kleine Entente auszudehnen wünsche. Auf den von Mussolini vorgeschlagenen Grundlagen sei ein Aufbauwerk nicht möglich. Auch der „Petit Parisien" zeigt sich um die kleine Entente besorgt und meint, daß sie sich angesichts der Einstellung des Duce länger denn je zu einer Abwehrfront zusammenschließen müsse. Wie nicht anders zu erwarten, holt das linksgerichtete „Oeuvre" bei der Besprechung der Rede Mussolinis die ältesten Ladenhüter seiner Phraseologie hervor und empfiehlt einen möglichst engen Zusammenschluß der französischen und englischen Demokratie, um den kleinen Staaten das Vertrauen zur Genfer Friedensorganisation wiederzugeben, das sie verloren haben. Der marxistische „Populaire" schließlich wirft Mussolini vor, in der Verneinung des internationalen Rechts noch niemals so weit gegangen zu sein (!). Seine Rede mache eine Organisierung des kollektiven Friedens nur noch notwendiger.
mehr garantiert hat. Solange Ungarn nicht Gerechtigkeit widerfahren fein wird, wird es auch keine endgültige Ordnung der Interessen im Donaugebiet geben. Ungarn ist wirklich der große Kriegsoer st ümmelte. Vier Millionen Ungarn leben außerhalb feiner jetzigen Grenzen. Weil man den Lehren einer allzu abstrakten Gerechtigkeit folgen wollte, hat man vielleicht noch schlimmere Ungerechtigkeit begangen. Die Gefühle des italienischen Volkes gegenüber dem ungarischen Volk sind die einer aufrichtigen Anerkennung seines Mutes, seines Opfersinnes; vielleicht wird sich sehr bald eine feierliche Gelegenheit ergeben, bei der diese Gefühle des italienischen Volkes eine öffentliche und kräftige Kundgebung erfahren werden. Das vierte Nachbarland ist Ju g o f l a w i e n. In der letzten Zeit hat sich die Atmosphäre zwischen den beiden Ländern tark verbessert. Die Voraussetzungen moralischer, politischer und wirtschaftlicher Art sind vorhanden, um die Beziehungen dieser beiden Länder auf eine konkrete freundschaftliche Grund- l a g e zu stellen.
Außer diesen vier Nachbarländern gibt es ein großes Cant), das in den letzten Zeilen bei den Waffen des italienischen Volkes große Sympathien genießt. Ich spreche von Deutschland. Die Zusammenkunft von Berlin hat eine Verständigung zwischen den beiden Ländern über bestimmte Probleme ergeben, von denen in diesen Tagen einige ganz besonders brennend sind. Aber diese Verständigung, die in besonderen Niederschriften festgelegt und in gebührender Form unfcrftfjric- ben worden ist, diese Vertikale Berlin-Rom ist nicht eine Schnittlinie, sondern vielmehr eine Achse, um die alle europäischen Staaten, die von dem Dillen der Zusammenarbeit und des Friedens beseelt sind, Zusammenarbeiten können. Deutschland, obwohl man es bestürmt? und ihm in den Ohren lag, h a t die Sanktionen nicht mitgemacht. Wit dem Ilebereinkommen vom 11. Juli ist ein Spannungsfaktor zwischen Berlin und Rom verschwunden, und ich erinnere daran, daß auch schon vor der Berliner Zusammenkunft Deutschland bereits praktisch das Imperium von Rom anerkannt hatte.
Wenn wir heute das antibolschewistische Banner erheben, so ist das nichts Erstaunliches. Das ist ja unsere eigene alte Fahne, unter der wir geboren sind, unter der wir gegen diesen Feind gekämpft, unter der wir ihn mit dem Opfer unseres eigenen Blutes besiegt haben. Was man heute Bolschewismus und Kommunismus heißt, ist — hört wohl darauf! — nichts anderes als staatlicher Ueberkapitalismus der schlimmsten Form, ist also nicht eine Verneinung, sondern eine Ueberfteigerung d i e- s e s S y st e m s.
Es wäre endlich an der Zeit, Faschismus und Demokratie nicht mehr zueinander in Antithese zu stellen. Wenn es ein Land gibt, wo das wahre Wesen der Demokratie realisiert worden ist, so ist dieses Land das faschistische Italien.
Italien ist eine Insel, die aus den Fluten des Wittelmeeres sich erhebt. Dieses Weer ist — und hier wende ich mich auch an die Engländer, die in diesem Augenblick am Rundfunk mithören — für Großbritannien einer seiner vielen Seewege, ja, eine Abkürzung, mit der England rascher in die Grenzgebiete seines Weltreiches gelangen kann. Wenn das Wittelmeer für die anderen eine Verkehrsstraße ist, so ist es für die Italiener das Leben. Tausendmal habe ich es erklärt und wiederhole es auch heute wieder, daß wir nicht die Absicht haben, diese Verkehrs st raße zu bedrohen. Aber wir verlangen von der Gegenseite, daß auch unsere Rechte und lebenswichtigen Interessen geachtet werden. Es gibt nur eine Lösung: die klare, schnelle und vollständige V e r st ä n d i g u n g auf der Grundlage der Anerkennung der gegenseitigen Interessen. Wenn es aber dazu nicht kommen sollte, wenn tatsächlich — was ich schon heute ausschließe — daran gedacht werden sollte, das Leben des italienischen Volkes in diesem Weere, das das Weer Roms war, zu ersticken, so möge man wissen, daß das italienische Volk wieein einziger Wann sich erheben würde, bereit zum Kampf mit einer Entschlossenheit, die in der Geschichte wenige Beispiele hätte.
Die Losung unseres Weges im Jahre XV. der faschistischen Zeitrechnung heißt: Friede mit allen, Friede mit den Nachbarn wie mit den anderen Völkern, bewaffneter Friede. Unser Rüstungsprogramm zu Lande, zu Wasser und in der Luft wird also regelmäßig weiterentwickelt werden. Beschleunigte Förderung aller produktiven Energien der Nation, sowohl auf dem Gebiete der Landwirtschaft wie auf dem Gebiete der Industrie, Aufbau des korporativen Systems im Sinne feiner endgültigen Verwirklichung.
Mailand, 1. Nov. (DNB.) Den Höhepunkt des Besuches Mussolinis in Mailand, der Geburtsstadt des Faschismus, bildete der Aufmarsch auf dem Domplatz. Schon Stunden, bevor Mussolini die an der Hauptfront des Domplatzes errichtete Rednertribüne besteigt, war der riesige Platz ein einziges Menschenmeer, aus dem zahlreiche Tafeln mit Aufschriften, wie „Es lebe der Duce!", „Hoch Mussolini!", herausragen. Gauleiter Bohle, der mit seinen Begleitern auf Einladung Mussolinis in dessen engster Begleitung an der Einweihung einer Schule in der Umgebung Mailands teilgenommen hatte, wurde auf der Ehrentribüne von einem Begeisterungssturm begrüßt. „Hitler! Hitler! Eviva la Germania!" dröhnte es durch die Menge. Das Horft-Weffel-Lied erklang, die Hände erhoben sich zum Gruß. Der italienische Außenminister Graf C i a n o unterhielt sich längere Zeit mit Gauleiter Bohle. Auf der Tribüne waren weiter der italienische Propagandaminister A l - fieri, die Spitzen der Faschistischen Partei und die führenden Männer der Stadtverwaltung. Sobald sich die „Duce! Duce!"-Rufe, die beim Erscheinen Mussolinis zum Orkan anschwollen, gelegt
hatten, konnte der Regierungschef feine Rede ginnen.
Die Rede Mussolinis.
Er betonte, wenn man zu einer Klärung
Nachdem er geendet hatte, mußte er sich noch unzählige Male auf der Rednertribüne zeigen. Nach Abschluß der Kundgebung begaben sich Gauleiter Bohle und seine Begleiter zum Fascio-Haus. Der Marsch durch die dichtgedrängten Straßen Mailands glich einem Triumphzug. Alles jubelte ihnen zu: „Hitler! Hitler! Evoiva la Germania!", bis sie, von einer großen Menschenmenge begleitet, hinter den Toren des Deutschen Hauses verschwanden. — Anläßlich des Empfanges bei Außenminister Graf Ciano wurde dem Gauleiter Bohle die Ordensaus
umringt wurden, die die Fensterscheiben ihrer Wagen zertrümmerten und auf die Insassen ein» Zeichnung des G r o ß o f f i z i e r s des Jtalie- schlugen. Blutüberströmt mußten beide in Nischen Kronenordens und den ihn be- c i n e Klinik gebracht werden. Sie konnten gleitenden fünf Gauamtsleitern das Ritter- jedoch nach Anlegung von Notverbänden in ihre kreuz des gleichen Ordens überreicht. 1 Wohnung entlasten werden.
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