Ehrentafeln für alteingesessene Vauerngeschlechler
Zwei bis dreihundert Lahre nachweisbar auf dem gleichen Bauernhof.
Zum Erntedankfest fin- det im Bereich der Landesbauernschaft Hessen- Nassau die Ueberreichung einer Ehrentafel mit Besitzurkunde an über 6 0 Bauern- und Landwirtsgeschlechter statt, die über 200 Jahrenachweisbar a u f ihrem Hofe erb- eingesessen sind.
Diese Ehrenliste erhebt durchaus keinen Anspruch darauf, alle jene Geschlechter zu verzeichnen, die mindestens 200 Jahre auf dem gleichen Hofe als erbeingesessen nachweisbar sind. Gewiß gibt es im Bereich der Landesbauernschaft weit mehr solcher alteingesessener Bauerngeschlechter. Es ist nur nicht immer so leicht, den urkundlichen Nachweis dafür beizubringen, sei es aus Grundbüchern, Morgenbüchern, Stockbüchern, Losbriefen und Uebergabeprotokollen, Lehen-, Sal- oder Steuerbüchern.
Die Reihe der vom Landesbauernführer durch Ueberreichung der Ehrentafel mit Besitzurkunde ausgezeichneten fast siebzig Bauern- und Landwirtsgeschlechter ist nur ein Anfang. Wenn die gemeindlichen Archive weiter durchforscht werden, die Sippengeschichte weiter aufgehellt wird, reihen sich ihnen gewiß noch weitere altersstolze bäuerliche Geschlechter an. Ihre Ehrung wird Jahr für Jahr zum Erntedankfest erfolgen.
Sie tragen alle den gleichen bäuerlichen Adel, ob es nun der Landwirt mit kleinerem Grundbesitz, oder der Bauer vom Erbhof ist. Und in Oberhessen, im Westerwald, wie in Rheinhessen, im Ried, im Taunus, wie im Odenwald — überall leben und arbeiten gewiß noch Bauern und Landwirte, die ihre Scholle schon seit Jahrhunderten beackern und hüten und denen der Nachweis des mindestens 200- jährigen Erbgutes gewiß noch gelingen wird. Wenn nicht zu diesem Erntedankfest, dann zum nächsten oder übernächsten!
Der Nachweis, bisher die ältesten erb eingesessenen Bauerngeschlechter zu sein, ist in zwei Fällen besonders weit zurück geglückt: Erbprinz zu Erbach-Schönberg in Schänder g (KreisbauernschaftHeppenheim a.d.B.) kann ihn bis zum Jahre 1422 führen, Heinrich Stallmann in Uelversheim (Alzey) bis 1588.
Aus Oberhessen kommen bei der diesjährigen Erntedankfest-Ehrung folgende alte Familien in Betracht:
Kreisbauernschaft Oberhessen-West in Friedberg: Rob. Laubach, Ober-Mockstadt (1675), Hermann Eckert, Diebach a Haag (1719), Friedr. Steul, Bettenhausen (1640), Otto Zöckler, Grünberg (1733), Will). Seum I., Fauerbach über Nidda (1736), Ferd. Hch. Christ, Fauerbach, Okarben (1652).
Kreisbauernschaft Oberhessen-Ost in Alsfeld: Otto Usinger, Ilbeshausen (1720), Gg. Stein, Grebenau 1731), Konrad Linker, Haarhausen (1729).
Beisetzung des Universitätsrektors proieftor Baur.
Marburg, 1. Okt. (LPD.) Am Mittwochnachmittag wurde die sterbliche Hülle des am Samstag in Travemünde verunglückten Rektors der Philipps-Universität, Professor Dr. Max Baur, zu Grabe getragen. Die Universitätsaula, wo der Sarg aufgebahrt war, vermochte die große Traueroersammlung nicht völlig aufzunehmen, so daß die Ansprachen durch Lautsprecher auf den Hof der Universität und die angrenzenden Straßen übertragen werden mußten. SA.-Männer und Studenten hielten zu beiden Seiten des Sarges die Toten
wache. Nach einleitender Trauerweise und nach der eindrucksvollen Traueransprache des Geistlichen legten Gauleiter Staatsrat W e i n r i ch, Oberpräsident Prinz Philipp von Hessen, Prorektor Professor G i e s e ck e, Universitätskurator Geh. Oberegierungsrat v. Hülsen, Kreisleiter und Landrat Krawielitzki, Oberbürgermeister Dr. Scheller, Gaustudentenbundsführer Toden- höfer, sowie Vertreter des Kultusministeriums, der kurhessischen Aerzteschaft, des Landeshauptmanns, der Deutschen Pharmakologischen Gesellschaft, des Pharmakologischen Instituts der Universität Marburg usw. in Verbindung mit Ansprachen Kränze am Sarge nieder. Aus allen Ansprachen klang der Dank für die unauslöschlichen Verdienste, die sich der Verstorbene als erster natio- nalsozialistlscher Rektor der Philipps-Universität erworben hat. Nach einer weiteren Trauerweise gab ein Trauerzug, wie ihn Marburg wohl selten gesehen, dem Verblichenen das letzte Geleit auf die Höhe des Marburger Bergfriedhofs. Dem Sarge folgten die Hinterbliebenen, der Gauleiter, der Oberpräfident, Senat, Dozentenschaft, das übrige Trauergefolge und zuletzt die Abordnungen der Universitätsbetriebe, sowie SA. mit ihren Fahnen. Wehmütig erklang das Lied vom guten Kameraden, als man auf der Bergeshöhe den Sarg der Erde übergab.
Siebenhundert Reichsbahnsänger werben im Sängergau Frankfurt.
Lpd. Frankfurt a. M., 1. Oktober. In der Woche vom 3. bis 11. Oktober rufen die Reichsbahn-Gesangvereine den deutschen Eisenbahner zur Pflege des deutschen Lieds im Männerchor auf. Der stellv. Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, K l e i n m a n n, wünscht den Reichs- bahngesangvereinen und den Gesangsabteilungen der Eisenbahnvereine „zu diesem von regem Aufbauwillen zeugenden Schritt vollen Erfolg und erwartet, daß ihre Ermahnung auch in den Kreisen der Bediensteten Widerhall findet, die das deutsche Lied in seiner Bedeutung für die deutsche Kultur bisher unterschätzt haben". Auch die Jugend möchte er in den Reihen der Reichsbahnsänger sehen, die schöne, über siebzigjährige Tradition fortzufetzen.
Die siebenhundert Reichsbahnsänger des Sängergaues Frankfurt a. M. dürfen von dieser Werbewoche einen besonderen Erfolg erwarten. Ist doch Frankfurt einer der Hauptgründer des 20 000 Berufskameraden umfassenden deutschen Reichsbahnsängerbundes und steht doch der erste Bundestag in Frankfurt der Oeffentlichkeit noch in allerbester Erinnerung. Das verpflichtet auch für die bevorstehende Werbewoche. Dreizehn Vereine umfaßt der heutige Reichsbahnsängergau Frankfurt: Das ..Flüaelrad" und die G"langsabteilung der Lokführer Frankfurt, den Eisenbahnverein Höchst- Werkstätte Nied, das „Flügelrad" Offenbach, die Gesangsabteilungen Hanau a. M., Bad-Homburg, Gießen, Kleinostheim, Limburg, Herborn, Dillenburg und Betzdorf. (2).
Der Oeffentlichkeit sind die Reichsbahnsänger gerade im Bereich des Sängergaues Frankfurt nicht unbekannt. Im Rahmen der Konzertgemeinschaft
des Reichsbahnsängergaues haben sie sich schon wiederholt öffentliche Anerkennung verdient. Diese Konzertgemeinschaft umfaßt das Flügelrad Frankfurt, die Werkftätte Nied, das Flügelrad Offenbach und die Gesangsabteilung Hanau.
Ab 1. Oktober motorisierte Straßen- vosizel auf der Reicbeiautobabn.
LPD. F r a n k f u r t a. M., 30. Sept. Ab 1. Oktober 1936 übernimmt auf den fertiggestellten Strecken der Reichsautobahn die motorisierte S tr a ß e n p o l i z e i die V e r k e h r s ü b e r w a - chung, die bisher durch die Reichsautobahn-Poli- zei ausgeübt wurde. Die Reichsautobahnstrecken werden von der Polizei Tag und Nacht m Streifendienst befahren, so daß bei jedem Verstoß gegen die oerkehrspolizeilichen Vorschriften bestimmt mit Bestrafung gerechnet werden muß. Neben dem Polizeidienst bleibt ein Unfallmeldedienst der Reichs- autobahnen in den Stützpunkten der Anschluß- Stellen bestehen.
Oie „Wildscheuer" bei Steeden unter Naturschutz.
LPD. Limburg, 1. Okt. Die in der Gemarkung der Landgemeinde Steeden gelegene Höhle „Wildscheuer" ist jetzt unter Naturschutz gestellt worden. Die Steedener Höhlen „Wildhaus" und „Wildscheuer", von denen die letztere der Kalksteinindustrie zum Opfer gefallen ist, und die dort früher gemachten Funde aus prähistorischer Zeit, wie z. B. zerschlagene Knochen ausgestorbener und ausgewanderter Tiere (Mammut, Nashorn, Höhlenbär, Höhlenhyäne und Renntier), sind untrügliche Naturdokumente für die menschliche Besiedlung des Limburger Beckens in der Eiszeit. Es ist daher zu begrüßen, daß der Standort dieses einzigartigen Naturdenkmals jetzt in vollem Umfange pflegerischen Schutz genießt.
Kraftfahrzeuge gegen Eisenbahnschranken.
Eine Mahnung der Reichsbahndirektion Kassel, die überall beherzigt werden sollte!
LPD. Die Pressestelle der Reichsbahndirektion Kassel teilt mit: Im Bezirk der Reichsbahndirektion Kassel fuhren durch Verschulden der Fahrzeugführer gegen geschlossene Eisenbahnschranken: Im Jahre 1933 = 47 Kraftfahrzeuge, im Jahre 1934 = 49 Kraftfahrzeuge und im Jahre 1935 = 58 Kraftfahrzeuge. In der ersten Hälfte des Jahres 1936 (Januar bis Juni) stieg die Zahl bereits auf 41 Kraftfahrzeuge. In den meisten Fällen wurden Personen verletzt und die Fahrzeuge mehr oder minder stark beschädigt. Auf alle Straßenkreuumaen mit der Eisenbahn wird durch Warnkreuze, Kraftwagenwarntafeln, neuerdings auch durch Baken frühzeitig aufmerksam gemacht.
Kraftfahrer! Fahrt in der Nähe von Eifenbahnübergängen so vorsichtig, wie es schon euere eigene Sicherheit verlangt! Beachtet unter allen Umständen die Warnkreuze, Warntafeln und Baken. Wer versucht, unter sich schließenden Schranken noch schnell hindurchzufahren, fährt leicht in den Tod!
alle Hausfrauen, die uns besucht haben.
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