1fr. 102 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)______________Samstag, 2.Mi 1956
Der Nationale Feiertag des deutschen Volkes in Gießen
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ner der SS. und die Formationen der HI., etwa von 11 Uhr ab zu den Sammelplätzen
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Alle schaffenden Volksgenossen in unserer Stadt waren in eindrucksvoller Einmütigkeit auf Oswaldsgarten versammelt. — (Aufnahmen [6]: Photo-Pfaff.)
kampfteilnehmer: Kurt Pflüger (Fachgruppe Druck), Ernst Becker (Fachgruppe Bekleidung), Otto B e p p l e r (Fachgruppe Nahrungs- und Genußmittel), Emma Külbach (Fachgruppe Nahrungs- und Genußmittel), Annemarie Stefens (Fachgruppe Gesundheitswesen), sämtlich aus Gie- ßen; weiterhin Paul Lehmann aus Hungen (Fachgruppe Nahrungs- und Genußmittel) und Elisabeth Schlüter aus Grünberg (Fachgruppe Hausgehilfinnen).
Im Anschluß an die Kundgevung marschierten die Gruppen singend und spielend durch die Stadt.
Der Barsch der Betriebe.
Bei schönem Sonnenschein versammelten sich etwa von 10.30 Uhr ab die Belegschaften der Betriebe und der Behörden an den Stätten ihrer Arbeit, ferner die Ehrenstürme der SA., die Män-
geschmückt, an Hauseingängen und Geschäftshausfronten junge Tannenbäumchen und Maienzweige ausgestellt, ferner in zahlreichen Schaufenstern schöner Schmuck angebracht, der in sinnvoller Weise auf die Größe dieses Feiertages der Ehrung der deutschen Arbeit und des deutschen Arbeiters hinwies. Auch die öffentlichen Gebäude waren neben den Fahnen mit frischem Grün geschmückt, die Lokomotiven der Reichsbahn fuhren, geschmückt mit Fähnchen und grünen Zweigen, ihren Schienenweg entlang, unsere städtische Straßenbahn trug Flaggen- und Girlandenschmuck, auch die großen Kraftomnibusse der Reichspost zeigten sich mit festlichem Grünschmuck. Kurzum: überall, wohin man blickte, selbst auf nüchternen, mit Arbeitsmaterialien beladenen Baustellen konnte man ein schönes Bild der festlich-frohen Ausschmückung sehen, das der Bedeutung des Festes würdig war. Dazu kamen die frohgestimmten Menschen, die mit ganzem Herzen bei dem Sinn dieser Feier unserer Volksgemeinschaft dabei waren.
In schöner Weise wurde die Vorfeier am Donnerstagabend eingeleitet mit dem in unserer Stadt nunmehr schon traditionell gewordenen Maien- b lasen, das bekanntlich vor einigen Jahren auf Anregung von Amtsgerichtsrat Gros nach dem Vorbild unserer Nachbarstadt Alsfeld auch hier zu einer freudig begrüßten und seitdem immer mehr in unserer Gießener Bevölkerung vertieften Einrichtung geworden ist. Die Darbietungen des Bläserchors vom Turm der Johanneskirche aus bereitete den Zuhörern eine schöne Freude und verdienen alle Anerkennung. (Nebenbei bemerkt sei in diesem Zusammenhänge darauf hingewiesen, daß das heutige Maienblasen um 19 Uhr vom Turm der Stadtkirche aus stattfinden wird.)
r?troa von 20 Uhr ab war unser Gießener B D M. auf dem Plan, um den 1. Mai zu begrüßen. Die Mädels sangen in mehreren Gruppen in verschiedenen Bezirken der Stadt und marschierten im Anschluß daran unter dem Gesang schöner Lieder zum Abschluß ihres M a i s i n g e n s nach Oswaldsgarten. Hier hatten sich mittlerweile zahlreiche Manner und Frauen eingefunden, denen die nunmehr zur Einheit zusammengefaßten Gruppen des BDM mit ihren schönen Liedern eine Freude bereiteten. Etwa gegen 22 Uhr fanden die anerkennenswerten gesanglichen Darbietungen der Mädels ihren Abschluß.
Der Morgen des 1. Mai
ungetrübte Freude. Von Donnerstagnachmittag wurden in allen Straßen in überreicher Fülle die Fahnen gehißt, die Häuser vielfach mit Girlanden
beiden Marschgruppen abzurücken. Die Marschgruppe I stand von der Ecke Gartenstraße aus über den Hitlerwall und die angrenzenden Seitenstraßen, die Marschgruppe II stand mit der Spitze Ecke Lud- wigstraße-Bleichstraße, dann durch die Ludwigstraße und in den angrenzenden Straßen. Beim Anmarsch der Betriebe zu den Sammelplätzen hörte man vielfach frohen Marschgesang, an manchen Stellen auch die Trommler- und Pfeiferkorps, überall sah man frohgestimmte Gesichter, auf denen sich die Freude der Menschen über diesen Feiertag widerspiegelte. Der Aufmarsch ging überall flott vor sich, so daß pünktlich um 11.30 Uhr der Marsch durch die Stadt angetreten werden konnte.
Oie Marschgruppe
unter Führung des Kreiswalters der Deutschen Arbeitsfront Hermann Wagner marschierte vom Hitlerwall aus über den Hindenburgwall, durch die Goethestraße, den Seltersweg entlang bis zur Ecke Kreuzplatz, durch die Kaplansgasse, die Bahnhofstraße und die Neustadt zum Oswaldsgarten. Viele Männer und Frauen, die sich zu beiden Seiten der Bürgersteige aufgestellt hatten, bekundeten den marschierenden Kolonnen ihre herzliche Sympathie.
An der Spitze der Marschgruppe marschierten nach dem Marschgruppenleiter, DAF.-Kreiswalter Wagner, der Spielmannszug und der Musikzug der Standarte 116, die durch ihre schneidige Musik wiederum sehr erfreuten. Dann folgten die Fahnen der SA., geleitet von dem Sturm 5/116 als Ehrensturm. Anschließend sah man die Motor-SA. mit ihren Standern, ihnen folgten die Gießener Werkscharen in ihren flotten Uniformen. Dann schlossen sich zahlreiche Betriebe aller Berufsarten an, in denen alles vom ersten bis zum letzten Arbeitskameraden der einzelnen Betriebe in flottem Tempo und zum Teil beim Gesang von Marschliedern einherschritt.
Eine neue Abteilung der Marschgruppe wurde von der HI. unter Führung des Bannführers Schreiber eröffnet. Der Spielmannszug der HI. machte die schneidige Marschmusik, dann folgten hinter ihrem Bannführer die Fahnen der HI. und als Ehrengeleit eine Gefolgschaft der Marine-HI. und der HI. in der schönen und schnittigen Uniform. Ihnen schlossen sich wiederum viele Betriebe an, die zum Teil hübsche Marschbilder zeigten und durch flotten Gesang von Marsch- und Volksliedern ihrer Freude über den Tag Ausdruck gaben. Dabei mischten sich in den Gesang der Männer vielfach auch die frischen und hellen Stimmen der Frauen und Mädchen, zum Teil konnte man sogar geschlossene Mädchen-Sängerinnenchöre hören, die unermüdlich ihre schönen Volkslieder zur Freude aller Zuhörer sangen. Ferner sah man verschiedene geschmückte Wagen, in denen anscheinend Kriegsopfer im Zuge gefahren wurden, auch konnte man geschmückte Fahrzeuge sehen, die das hohe Lied der Arbeit verkündeten. *
Die Marschgru"pe II.
Die Marschgruppe II marschierte unter Führung des Ortsgruppenleiters Hermann Thomas durch die Bleichstraße über den Hindenburg- und den Horst-Wessel-Wall zum Oswaldsgarten. Auch in dieser Gruppe bot sich manches schöne und interessante Bild.
Ein Jungvolk- Spielmannszug mit Trommeln, Pfeifen, Pauken und Fanfaren marschierte voraus, und jeder einzelne der strammen Pimpfe war sichtlich stolz auf die ehrenvolle Aufgabe, die ihm der 1. Mai brachte. Dem Spielmannszug unmittelbar folgten die Fahnengruppen der Partei, die Fahnen der Arbeitsfront, der Marine-SA. und viele andere mehr. Ferner marschierten hier die Politischen Leiter, der Arbeitsdienst, die Marine- SA., das Jungvolk und die Polizei. Den Zuschauern, die die Straßen säumten, bot sich ein schönes und abwechselungsreiches Bild.
Verschiedene Innungen führten ihre Fahnen mit, außerdem auch charakteristische Berufsinsignien. Einzelne Innungen erschienen in der Berufskleidung. Die Metzger, Friseure und die Konditoren und die Bäcker hatten reines Weiß angetan, Schuhmacher und Möbeltransporteure hatten ihre blauen Schürzen um. Die Schuhmacher führten außerdem ihre schöne alte Jnnungslade mit sich. Verschiedene Textilfirmen hatten ihre weiblichen Angestellten mit einheitlicher Kleidung ausstaffiert und erreichten damit ein schönes, geschlossenes Bild. Auch vier Wäschermädel marschierten in ihrer lustigen Tracht mit
Einen großen Teil des Zuges stellten die Universität und die Kliniken. Hinter der Fahne der Ludo- oiciana marschierte eine Ehrenabteilung des Nationalsozialistischen Studentenbundes in der einfachen braunen Kluft. Dem Rektor, dem Dozentenschaftsführer und den Dekanen der Fakultäten folgten Professoren und Studenten in großer Zahl. Die Angehörigen der verschiedenen Institute nahmen vollzählig teil. Die Kliniken waren ebenfalls mit allem im Dienste für einige Stunden abkömmlichen Personal dabei. Schließlich folgten in vielen Reihen die Beamten der verschiedenen Behörden.
Inmitten des Festzuges fiel allgemein auch der Wagen auf, der dem Dankopfer der Nation gewidmet war und eine wirkungsvolle Werbung, wie auch einen mahnenden Aufruf zur Sprache dar- stellte. Der Wagen war durch den SA.-Sturm
Der gestrige 1. Mai zeigte sich in seiner Wetter- Äusmachung würdig der großen Feier, die das ganze deutsche Volk in schönster Gemeinschaft vereinigte. Mit dem Abschied des April wurden wir erfreulicherweise auch das miserabele Wetter los das uns in den letzten Wochen mit hartnäckiger Konsequenz beschert war, denn am Donnerstag, als dem Vorabend des Nationalen Feiertages des deutschen Volkes zeigte sich der Frühling mit lachendem Sonnenschein und angenehmer Luft von der besten Seite. Unter diesen Umständen bereitete Gießen
Maienblasen vom Turm der Johanneskirche.
12/116 gestellt worden. Auf dem Wagen war ein großes Buch aufgelegt. Ein entsprechend großer Bleistift war auch zur Hand.
Der Aufmarsch aus Oswaldsgarten
vollzog sich dank der vortrefflichen Organisation in rascher, reibungsloser Weise. Eine riesige Menschenmenge hatte sich auf dem Platze und auf den angrenzenden Straßen vereinigt, um dort die lieber» tragung der großen Feier in Berlin zu hören. Vor dem Fahnenaufbau waren mit den Politischen Leitern die offiziellen Abordnungen der Partei und ihrer Gliederungen mit ihren Fahnen aufmarschiert. Von der Wehrmacht unserer Garnison war das Offizierkorps mit Generalleutnant Oßwald an der Spitze erschienen, ferner eine Ehrenkompanie unter dem Kommando ihres Chefs, Hauptmann Stumpf, außerdem einige weitere Formationen der Wehrmacht.
Die Uebertragung von Berlin, die durch die gute Lautsprecheranlage einwandfrei zu hören war, folgte alles mit großer Spannung. Voll freudiger Begeisterung stimmte die riesige Versammlung am Schlüsse der Führerrede in die Huldigung des Führers auf unser deutsches Volk und Vaterland ein, ebenso in das unmittelbar anschließend ausgebrachte Sieg-Heil auf den Führer als Gruß und Treuegelöbnis.
Nach der Kundgebung rückten die Formationen geschloffen nach ihren Standquartieren ab, während sich die Gruppen der Betriebe auf dem Platze auflösten. Die Ehrenkompanie der Wehrmacht unter dem Befehl von Hauptmann Stumpf rückte mit einem schneidigen Vorbeimarsch im Paradeschritt vor Generalleutnant Oßwald ab.
Der Ausklang des Tages.
Die Nachmittags- und die Abendstunden vereinigten die Betriebsgemeinschaften in den verschiedensten Lokalen der Stadt zu kameradschaftlichen Feiern, bei denen der Geist der Volks- und Be- triebsgemeinscbaft das Leitmotiv und zugleich das tragende Fundament war. Es kann natürlich über
wurde zum ersten Male in unserer Stadt mit feierlichem G l o ck e n g e l ä u t e von den Türmen unserer evangelischen Kirchen emgeleitet. Bald daraus begann das W e ck e n durch die Hitl e r = 3 u g e nb und das Jungvolk, das bei Wetter vor
sich ging. Die Jugend zog mit frohem Gesang oder unter Dorantritt ihrer Spiettnann^zuge durch die Straßen und versammelte sich anschließend zu der ^uqendkundgebungaufOswaldögarten Dort marschierten die Formationen in mehreren Säulen gegliedert vor dem großen Fahnenaufbau aui Die'Kundgebung stand unter der Leitung von Binnführer Schreiber, außerdem waren noch Vertreter der Partei und eine ganze Anzahl -Volksgenossen erschienen. Die gute Lautsprecheranlage ermöglichte die klare Uebertragung der Ansprachen. Nach der Uebertragung von Berlin und den abschließend gemeinsam gesungenen Liedern nahm der Leiter des Amtes für Berufserziehung der DllF. in Gießen, Pg. M e r t h e s , die Ehrung der Sie - gerimReichsberufswettkamp f vor. Von den 2500 im Kreise Gießen beteiligten Wettkämpfern Haden 129 aus dem Kreise und 29 aus der Stadt Gießen Auszeichnungen erhalten. Muller Öen 29 Siegern der Stadt Gießen konnte Herr Merthes noch den'7 Gaubesten des Kreises Gießen eine Ehrenurkunde überreichen. Es sind dies folgende Wett-
Hitler-Jugend mit ihrem Spielmannszug marschierte in der Gruppe I.
Die Metzger nahmen in ihrer schmucken weißen Berufskleidung teil.
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Baubelegschaften mit ihrem Festwagen in breiten Kolonnen unterwegs.
Die Schuhmacher mit ihrer aus dem Mittelalter stammenden Zunftlade.


