Hr.ZO Erster Blatt
Donnerstag, 2. April 1936
186. Jahrgang
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Der neue Kriedensplan des Führers.
Deutschlands Beitrag zu einer Neuordnung des europäischen Friedens. — Oie Antwort der Neichsreo*'erung auf die Vorschläge der Locarnomächte.
Das Tor zu einer neuen Wett.
Ebenso wie die Tat des Führers vom 7. März am Ende einer Entwicklung steht, die in Versailles begann und die Europa in eine 15jährige Unordnung, in einen ungleichen Kampf zwischen Siegern und Besiegten, in einen gefährlichen Krankheitszustand führte, der alle erfaßte — so ist der deutsche Friedensplan, den Adolf Hitler den europäischen Nationen verkündete, berufen, einer neuen Epoche der europäischen Geschichte die Richtung zu geben und am Anfang einer Politik der Vernunft und staatsmännischen Verantwortung zu stehen. Erst Adolf Hitler hat nach einer unfruchtbaren Periode europäischer Politik, in der nicht die Vernunft, sondern die Gefühle des Hasses regierten, mit seinen großen Ideen die europäische Debatte auf das Kernproblem. gelenkt: Auf das Problem, ein neues Ethos der europäischen Völkergemeinschaft zu begründen. Der große deutsche Friedensplan ist das Manifest dieses Ethos, das die Grundlage aller diplomatischen Schritte sein muß, wenn sie tatsächlich den Nationen Frieden und der Welt Beruhigung bringen sollen.
Ueberwindet die Zwietracht — so werdet ihr den Frieden ernten — diese Mahnung hat Adolf Hitler einst lange Jahre hindurch an das deutsche Volk gerichtet, jetzt richtet er sie, gestützt auf das feierliche Mandat der deutschen Nation, an Europa. Und ebenso wie er einst an den Willen des deutschen Volkes appellierte und in diesem Willen zum Wiederaufstieg die erste Voraussetzung der Erhebung erblickte, so ruft er heute wieder den Willen der europäischen Staatsmänner zu einer Lösung, die in ihrer offenen Logik der Stimme der Vernunft Ausdruck gibt.
Wir fragen: Wo in Europa wird es Völker geben, die nicht von dem tiefen inneren Sinn der großen Vorschläge überzeugt werden, die Adols Hitler im einzelnen gemacht hat? Welches Volk wird sich nicht in einer Volksabstimmung genau so einstimmig zu einem 25jährigen europäischen Frieqensvertrag bekennen, wie das deutsche die Vorschläge seines Führers zu seinen eigenen gemacht hat?
Alles Große ist zugleich einfach. Die Karten der deutschen Friedenspolitik liegen offen vor allen Völkern. Jeder fühlt aus den Gedanken der deutschen Vorschläge, daß sie nicht aus Kompromissen ausgeklügelt, sondern mit dem klaren Verstand eines Mannes ausgezeichnet wurden, der, aus dem Volke kommend, erwählter Führer eines Volkes wurde und so in dem Willen der Völker den einziaen großen Faktor jeder politischen Gestaltung sieht.
Deutschland und Frankreich waren sich seit tausend Jahren niemals näher, als jetzt in diesen Tagen, in denen der Weg aufgezeigt wurde, auf dem sie gemeinsam die Probleme der Zeit zu meistern vermögen. Und wird das Kriegsbeil zwischen diesen beiden Nationen einmal ehrlich begraben, dann — das wissen wir aus der Geschichte Europas — ist wirklich allen europäischen Völkern das Tor zu einer neuen Welt geöffnet worden.
Der deutsche Friedensvlan.
Berlin, 1. April. (DNB.) Der Friedensplan der deutschen Regierung, den Botschafter v. Ribbentrop am Mittwoch der britischen Regierung übergeben hat, hat folgenden Wortlaut:
Mit aufrichtiger Zustimmung hat die deutsche Regierung von dem Botschafter von Ribbentrop erfahren, daß es der Wunsch der britischen Regierung und des britischen Volkes ist, baldmöglichst mit den praktischen Arbeiten für eine wahre Befriedung Europas zu beginnen. Dieser Wunsch deckt sich mit den innersten Absichten und Hoffnungen des deutschen Volkes und seiner Führung. Es erfüllt daher die deutsche Regierung mit um so größerem Bedauern, daß sie nicht in d e r L o g e ist, in den ihr am 20. März übergebenen Entwurf der Vertreter der Locarno-Mächte eine taugliche und fruchtbare Grundlage für die Einleitung und Durchführung einer solchen wahrhaften Friedensarbeit erkennen zu können. Es f e h l t diesem Entwurf m den Augen des deutschen Volkes und in den Augen seiner Regierung jener G^istdes De r ft a n d- nisses für die Gesetze der Ehre und Gleichberechtigung, die im Leben der Volker zu allen Zeiten die erste Voraussetzung für die Abmachung freier und damit geheiligter Verträge bilden.
Die deutsche Regierung glaubt " dem heiligen Ernst der in Frage stehenden Aufgabe schuldig zu sein, sich in der Feststellung der negativen Sette des ihr übergebenen Memorandums auf das Auer, notwendigste'zu beschränken. Sie will aber dafür versuchen, durch eine Erweiterung und Klärung ihrer am 7. März ausgesprochenen Vorschläge von ihrer Seite aus.den Beginn einer konkreten Arbeit der europäischen Friedenssicherung zu erleichtern. Zum Verständnis ihre Ablehnung der einzelnen diskriminierenden Punkte sowie zur Begründung ihrer konstruktiven Vor
schläge muß die deutsche Regierung folgendes grundsätzlich erklären:
DasGeneralmandat des29.Mrz
Verständigung gleichberechtigter Nationen.
Die deutsche Regierung hat soeben vom deutschen Volk unter anderem ein feierliches Generalmandat erhalten zur Vertretung des Reiches und der deutschen Nation nach zwei Richtungen:
1. Das deutsche Volk ist entschlossen, unter allen Umständen seine Freiheit, seine Selbständigkeit und damit seine Gleichberechtigung zu wahren. Es sieht in der Vertretung dieser natürlichen internationalen Grundsätze des staatlichen Lebens ein Gebot der nationalen Ehre und eine Voraussetzung für jede praktische Zusammenarbeit der Völker, von der es unter keinen Umständen mehr abgehen wird.
2. Das deutsche Volk wünscht aus aufrichtigstem Herzen mit allen seinen Kräften mitzuhelfen am großen werk einer allgemeinen Versöhnung und Verständigung der europäischen Nationen zum Zweck der Sicherung des für diesen Kontinent, seine Kultur und seine Wohlfahrt so notwendigen Friedens.
Dies sind die Wünsche des deutschen Volkes und damit die Verpflichtung der deutschen Regierung.
Die deutsche Regierung möchte weiter in Anlehnung an ihre in der vorläufigen Note vom 24. März 1936 schon mitgeteilte grundsätzliche Einstellung noch endes bemerken:
. Deutschland hat im Jahre 1918 den Waffen
stillstand abgeschlossen auf Grund der 14
Punkte Wilsons. Diese sahen keinerlei Einschränkung der deutschen Souveränität im Rheinland vor. Im Gegenteil: Der hauptsächlichste Grundgedanke dieser Punkte war, durch eine neue Völkerordnung einen besseren und dauerhaften Frieden aufzubauen. Er sollte in weitestem Umfange dem S e l b st b e st i m - mungsrecht gerecht werden, und zwar ohne Rücksicht auf Sieger oder Besiegte!
B. Der königlich britische Außenminister hat in seiner Rede vom 26. März über die entmilitarisierte Zone mitgeteilt, daß diese letzten Endes nur a l s Ablösung für eine eigentlich von Frankreich im Jahre 1918 angestrebte Lostrennung des Rheinlandes von Deutschland errichtet wurde. Aus dieser Feststellung ergibt sich, daß die demilitarisierte Zone selbst nur als Folge der voraus- aegangenen Verletzung einer auch die Alliierten bindenden Verpflichtungen entstanden ist.
C. Die Demilitarisierungsbestimmungen des Versailler Vertrages basieren demnach selbst auf der Verletzung einer Deutschland gegebenen Zusicherung und besaßen als einziges rechtliches Argument nur d i e Gewalt. Sie sind vom Versailler Vertrag in den Locarnopakt übernommen worden nach einer neuerlichen Rechtsverletzung, nämlich der Besetzung des Ruhrgebietes, die selbst von englischen Kronjuristen als Rechtsbruch bezeichnet worden ist.
D. Der sogenannte „freiwillige Verzicht" auf die Souveränität Deutschlands in diesen westlichen Provinzen des Reiches ist mithin eine Folge des Versailler Diktats und einer Kette von sich hier anschließenden schwersten Bedrückungen des deutschen Volks, wobei hingewiesen werden muß auf die furchtbare Not und Zwangslage des Reiches infolge der Rheinbesetzung. Wenn da
Starker Eindruck in London.
Hitlers konstruktive Vorschläge von der englischen presse als großzügig und aufrichtig anerkannt.
London, 2. April. (DNB.-Funkspruch.) Sämtliche Morgenblätter veröffentlichen den Friedensplan der deutschen Regierung in größter Aufmachung und bringen Erläuterungen und Zusammenfassungen der deutschen Denkschrift. Dabei tritt der außerordentlich starke Eindruck, den die Vorschläge des Führers gemacht haben, deutlich hervor. Je nach der Richtung des Blattes werden die Vorschläge für die Uebergangszeit oder der große Friedensplan des Führers in den Vordergrund gestellt. In der Stellungnahme der Blätter kommt ein ausgesprochen freundlicher und versöhnlicher Ton zum Ausdruck. Kritik und Zustimmung zu einzelnen Teilen der deutschen Antwort halten sich die Waage.
Die „Times" hebt hervor, daß nur wenige englische Leser sich weigern würden, anzuerkennen, daß das deutsche Schriftstück als F r i e d e n s p l a n bezeichnet werden könne. Die Form, in der Hitler seine Vorschläge erneuert und erweitert habe, werde den allgemeinen Glauben an die Aufrichtigkeit Hitlers stärken. Niemals zuvor sei Europa eine Gelegenheit von diesem Ausmaß angeboten worden, den nächsten Krieg durch ein Uebereinkommen zu verhindern. Allerdings könne der Bruch des Locarno-Vertrages nicht einfach ignoriert werden. Innerhalb der Sicherheit dürfe es keine Diskriminierung Deutschlands geben, kein Abweichen vom vollen Rechtszustand der Gleichheit. Alle Engländer nähmen Hitlers Versicherung als aufrichtig an, daß Deutschland nicht die Absicht habe, Frankreich und Belgien jemals wieder anzugreifen. Hitlers konstruktive Vorschläge seien von einer großzügigen Auffassung getragen. Der Vorschlag einer internationalen Kommission ersetze und verbessere den toten Gedanken der Einquartierung einer fremden Streitmacht im Rheinland. N i ch t s in seinen weitreichenden Friedensoorschlägen sei undurchführbar. Nichts in der Antwort Hitlers versperre Verhandlungen. Alles in seinem Plan lade dazu em.
Der „Daily Telegraph" schreibt u. a., die deutschen Vorschläge böten ein weites Feld für weitere Verhandlungen Sie würden von der drückenden Sorge eines Krieges in diesem Menschenalter befreien. Zwar lehne die deutsche Regierung die Sicherungsoorschläge der Locarno- Mächte für eine Zwischenperiode ab. Sie fetze jedoch etwas wertvolles an ihre Stelle in der Form eines Stillhalteabkommens über die Streitkräfte an den Grenzen, das von einer internationalen Kommission garantiert wurde. Hitlers weitreichende Pläne würden die grundfätz- liche Zustimmung ganz Westeuropas erhalten, jedoch könne man zu ihnen nur gelangen, wenn das Vertrauen wieder her- q e st e l l t werde. Nichts stimme mit den britischen Vorstellungen mehr überein, als Hitlers Abrüst u n g s p l ä n e unb die Vorschläge für die Vermenschlichung des K r i e g e s.
Im „News Chronicle" (liberal) wird darauf hingewiefen, daß die Antwort Hitlers Vor
schläge enthalte, die im Falle ihrer Verwirklichung sehr weitgehend zur europäischen Sicherheit beitragen wurden. Das gelte besonders für den Vorschlag der Rüstungsbegrenzung, die der Kernpunkt jeder wichtigen Regelung sei. Die Tatsache, daß Deutschland zusammen mit seinem Wiedereintritt in den Völkerbund sich bereit erkläre, Verhandlungen zu diesem Zwecke aufzunehmen, fei unbestreitbar von erstklassiger Bedeutung. Hitler habe eine kategorische Antwort von ungeheurem Ausmaß und voraussichtlich ungeheurem Wert erteilt.
„Daily Herold" (Arbeiterpartei) schreibt, der erste Eindruck der deutschen Antwort sei der überwältigender Erleichterung, weil sie die Tür o f f e n l a s s e. Das sei im Augenblick das Allerwichtigste. Jedermann wünsche einen neuen Beginn zu machen. Das lebenswichtigste Bedürfnis bestehe darin, daß es gelinge, zu einem Punkte zu gelangen, von dem aus der neue Anfang gemacht werden könne. Man könne nur sagen, daß Europa durch seine eigene Dummheit zum Untergang verurteilt werde, wenn es ihm nicht gelinge, aus dieser Gelegenheit etwas zu machen. Ueberoll in der Welt und nicht zum mindesten in Frankreich sehe das Volk ohne Bedauern, daß die Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten des Versailler Vertrages verschwänden. Es wünsche, daß ein neuer Anfang gemacht werde.
Die „Daily Mai l" Lord Rothermeres schreibt, dab dos britische Volk die Schwieriakeiten Frankreichs verstehe. Es fei jedoch wünschenswert, daß Frankreich in seinem eigenen Interesse d i e Vorschläge Hitlers sorgfältig er w ä g e. Sie seien versöhnlich im Ton. Wenn sie die Hoffnungen verwirklichen würden, würden sie den europäischen Frieden auf einer sicheren Grundlage errichten. Der Führer sei von Eden aufgefordert worden, einen konstruktiven Beitrag zu leisten. Er könne behaupten, daß er das in seiner Antwort getan habe. Der „Daily M i r r o r" (Rothermere-Konzern) erklärt, es könne nicht bestritten werden, daß Hitlers Vorschläge beträchtliche Hoffnungen für die Befriedung Europas geben. Die Vorschläge seien versöhnlich und logisch.
Paris
prüft die deuffchen BorWaae.
Paris, 2. April. (DNB. Funkspr.) Der fron- zösische Ministerpräsident wird am heutigen Donnerstag mit Außenminister F l a n d i n zusammentreffen, um gemeinsam den Wortlaut der deutschen Vorschläge zu prüfen. Man hält es nicht für ausgeschlossen, daß die französischen Minister am Freitag oder Samstag zu einem Minister- r a t zusammentreten, um sich über die deutsche Note auszusprechen. Der „Jour" glaubt zu wissen, daß die Regierung unter Berufung auf die kommenden französischen Wahlen vorläufig von einer Stellungnahme abfehen werbe.
her von feiten der britischen Regierung heute erklärt wirb, daß man wohl von einem Diktat von Versailles gesprochen habe, aber doch niemals von einem Diktat von Locarno, so muß die deutsche Regierung mit der Gegenfrage antworten:
Gab es oder kann es überhaupt in der Welt ein großes Volk geben, das freiwillig und ohne äußersten Zwang einseitig auf feine Hoheitsrechte, und zwar in diesem Fall auf das primitivste Recht der Verteidigung seiner eigenen Grenzen verzichtet hat oder verzichten würde? Trotzdem aber hatte das deutsche Volk diesen Zustand 17 Jahre lang ertragen, und noch am 21.5.1935 erklärte der deutsche Reichskanzler, daß „die deutsche Reichsregierung in der entmilitarisierten Zone einen für einen souveränen Staat unerhört schweren Beitrag zur Beruhigung Europas sieht" und daß die Reichsregierung „alle aus dem Locarnovertrag sich ergebenden Verpflichtungen solange halten wird, als auch die anderen Vertragspartner bereit find, zu diesem Pakt zu stehen."
Mlttarbündniffe führen Europa in einen neuen Weltkrieg.
Die deutsche Reichsregierung hat bereits in ihrer vorläufigen Note vom 24.3.1936 darauf hingewiefen, daß der von Frankreich mit Sow- jetrußland abgeschlossene militärische Vertrag dem Locarnopakt sowohl die rechtliche, als aber besonders die politische Grundlage unb damit die Voraussetzung seiner Existenz entzogen hat. Es erübrigt sich, hierauf noch einmal näher einzugehen. Denn:
Es ist kein Zweifel, baß die Tendenz, Europa mit Militärbündnissen zu durchziehen, überhaupt dem Geist und Sinn der Aufrichtung einer wirklichen Völkergemeinschaft widerspricht. Es wächst die große Gefahr, daß aus dieser allgemeinen Verstrickung in militärische Allianzen ein Zustand entsteht, der jenem gleicht, dem die Welt den Ausbruch ihres furchtbar st en und sinnlosesten Krieges mit in erster Linie zu verdanken hatte. Es liegt nun nicht im vermögen einer einzelnen Regierung, eine solche von bestimmten Großmächten eingeleitete Entwicklung zu verhindern, allein es gehört zum pflichtgemäßen Auftrag jeder Regierung, innerhalb der Grenzen des eigenen Hoheitsgebietes Vorsorge vor jenen Ueber- raschungen zu treffen, die sich aus einer solchen undurchsichtigen europäischen Militär- und Kabinettspolitik ergeben können. Die deutsche Regierung hat daher nach der vorliegenden Entwicklung, die eine Aufhebung der juristischen und politischen Grundlagen und Voraussetzungen des Locarnopaktes bedeutet, sich auch ihrerseits als an diesen Pakt nicht mehr gebunden erklärt und die Souveränität des Reiches über das gesamte Reichsgebiet wiederhergestellt.
Die deutsche Regierung ist nicht in der Lage, ihren zur Sicherung des Reiches unternommenen, nur deutsches Reichsgebiet betreffenden und niemand bedrohenden Schrittes der Würdigung eines Gremiums zu unterstellen, das selbst im günstigsten Fall nur die rechtliche Seite, aber unter gar keinen Umständen die politische zu beurteilen in der Lage ist. Dies gilt um so mehr, als der Dölkerbundsrat bereits eine Entscheidung getroffen bat, die die rechtliche Beurteilung der Lage präjudiziert. Die deutsche Regierung ist weiter der Ueberzeugung, daß ein solches Urteil nicht nur keinen positiven Beitrag liefern konnte für eine wirkliche konstruktive Lösung der Frage der europäischen Sicherheit, sondern ausschließlich geeignet ist, eine solche Lösung zu erschweren, wenn nicht gar zu verhindern.
Im übrigen: Entweder man glaubt an die Möglichkeit einer allgemeinen europäischen Friedenssicherung, dann kann ein solcher beabsichtigter Eingriff in die Hoheitsrechte eines Staates nur erschwerend wirken, oder man glaubt an eine solche mögliche Friedenssicherung nicht, dann käme einem solchen Entscheid höchstens nachträglich eine feststellende juristische Bedeutung zu.
Getfralffabsbesprechungen belasten die Laqe.
Deutschland bestreitet erneut jede Angrisssabsicht.
Die deutsche Regierung kann daher in diesem Punkte sowie in jenen weiteren dieses Entwurfes der Vertreter der Locarnomächte, die sich n u r als einseitig belastend für Deutschland erweisen, nicht nur keinen nützlichen Vorschlag für eine wirkliche großzügige und konstruktive Lösung der Frage der europäischen Sicherheit erblicken, sondern höchstens Elemente der Diskriminierung eines großen Volkes und damit einer Infragestellung jeder dauer- hasten Friedensgestaltung. Entsprechend dem ihr


