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dem Start die notwendigen Skizzen und mußten sich dann an Hand ihrer eigenen Karten ihre Fahrt­route festlegen, und zwar so, daß sie am einfach- tten und ohne Zeitverlust möglichst viele Kontroll- Hellen erreichen konnten. Ueberall an den Kontroll­stellen standen die Kameraden bereit, um die aus­gegebenen Startkarten mit der Bestätigung der an­gefahrenen Kontrollstelle zu versehen. Diese Kon­trollstellen wurden während der ganzen Nacht vom Samstag, zum Sonntag besetzt gehalten.

Auf schwerster Strecke.

Bedeutete es schon für viele Fahrer eine Intel- ligenzprüfung, die günstigste Fahrtroute festzulegen, so war es häufig noch besonders schwer, die Kon­trollstellen überhaupt zu erreichen, denn überall waren aufgeweichte oder schlechte Straßen mit Schlaglöchern, Straßen zweiter und dritter Ordnung zu passieren und das alles zu nächtlichen Stunden, da kaum jemand unterwegs war, der einmal rasch Auskunft über den Weg hätte geben können. Wie oft blitzten Taschenlampen auf, um mit ihrer Hilfe die Wegweisertsfeln zu entziffern? Wie oft wurde die Karte zu Rate gezogen, der Fahrer und der Beifahrer steckten die Köpfe zusammen, bis ( schließlich die richtige Richtung gefunden war und der Motor wieder auf Touren kam. Auf den Höhen des Taunus und des Vogelsberges lag tiefer Schnee, zum Teil waren die Straßen vereist, so daß besonders die Motorradfahrer nur unter Aufbietung aller Willenskraft, des Mutes und aller Geschicklichkeit die Strecke hinter sich brachten. Mancher, der oben in das heftige Schneetreiben ge­riet, brachte den Schnee mit in das Tal, mit in das Ziel! Daß es unter diesen Umständen manche Ausfälle gab, war nicht verwunderlich. Daß alle Gestarteten das Ziel erreichten, damit konnte kaum gerechnet werden. Immerhin kamen 270 Fahrer an.

3m Ziel Bad-Nauheim!

Die sonst so stille und gepflegte Ruhe atmende Badestadt hatte gestern wahrhaftig keinen ruhigen Sonntagmorgen. Von den Fahrzeugen, die am Abend zuvor, gegen 20 Uhr, an den verschiedenen Stellen gestartet und in Abständen von je einer Minute auf den Weg geschickt wurden, kamen die ersten bereits gegen 6 Uhr in Bad-Nauheim an. Sie brausten in scharfem Tempo heran. In nächster Nähe des Kurhauses hatte die Zielkontrolle Auf­stellung genommen, um dort die Kontrollkarten der Fahrer entgegenzunehmen und sofort die Zeit ein­zustempeln. Den Fahrern sah man mit großem Interesse entgegen und wenn sie ankamen, dann war immer die erste Frage ihrer Kameraden: Wieviel Kontrollstellen?" mancher nannte eine bescheidene Zahl, andere schnitten sehr gut ab. Die meisten Kontrollstellen, 18 von 20 erreichbaren, er­zielte der Wagenfahrer Helmut Glöckner (Frank­furt a. M.). Bester Motorradfahrer war der Trupp­führer Bingemer von der Frankfurter Motor- Standarte 49, der 16 Kontrollstellen erreichte. Bester NSKK.-Personenwagenfahrer war NSKK- Mann Lind (Wetzlar), der zur Motorstandarte 147 gehört. Unmittelbar Nach der Ankunft war allen Fahrern durch em großzügiges Entgegen­kommen der Kurverwaltung Gelegenheit gegeben, ein Bad zu nehmen und sich so von den Strapazen

der Nacht zu erfrischen. Außerdem gab es im Kur­haus einen kräftigen Teller Erbsensuppe, der das innere Gleichgewicht wieder herstellen half. Gedul­dig warteten dann die Fahrer auf die Preisvertei­lung, die gegen 13 Uhr erfolgen konnte.

Bad-Nauheim stand an diesem Morgen ganz im Zeichen der Kraftfahrer. Die gegen Kälte, Regen und Schnee meist dick vermummten Gestalten wa­ren überall in der Stadt, im Kurpark, in den

Badeanlagen und am Sprudel zu sehen. Auf der Kurhausterrasse musizierte eine SA.-Kapelle. Vor der Terrasse und zum Teil auf den Wegen des Parkes waren viele Motorräder und Autos auf­gestellt und boten ein interessantes Bild. Den Fahr­zeugen sah man die strapaziöse Fahrt an. Viele waren über und über mit einer Erdkruste bedeckt. An der Fahrt hatte sich die Wehrmacht sehr zahlreich beteiligt.

Große Erfolge der Gießener Teilnehmer.

Ganz hervorragend schnitten die Teilnehmer der Gießener Wehrmacht, der Panzerabwehrabtei­lung, ab. Mit sieben Fahrzeugen nahmen die hie­sigen Soldaten teil. Sie erreichten durchweg das Ziel, und zwar ohne jeglichen Schaden an den Fahrzeugen. Besonders diese Tatsache verdient die besondere Würdigung, denn diese schwie­rige Strecke ohne Schaden am Wagen oder Mo­torrad zurückzulegen, ist zweifellos eine hervor­ragende Leistung. Die Gießener Teilnehmer der Wehrmacht konnten sich nicht weniger denn zwei goldene, drei silberne und zwei eiserne Medaillen sichern.

In der Wertungsgruppe Kübelsitzwagen über 2 0 0 0 ccm kam Oberleutnant Kahl mit 125 Punkten zur goldenen Medaille. Oberschirr­meister Frey sicherte sich mit 95 Punkten auf einer schweren BMW-Seitenwagenma- s ch i n e die gleiche Auszeichnung. Schirrmeister D e u t s ch b e i n errang auf der Vierzylinder- (800 Kubikzentimeter) - BeiwagenmaschineZündapp" eine silberne Medaille. Diplomingenieur Schad aufAdler" Kübelsitz und Feldwebel Wiegand auf Daimler-Benz Kübelsitz kamen ebenfalls zu je einer silbernen Medaille. Eiserne Medaillen erran­gen Zahlmeister Lippert auf NSU 350 ccm

(Solomaschine) und Oberleutnant Liese auf BMW Personenkraftwagen (0,8 Liter). Die Sol­daten konnten sich mit diesen Ergebnissen in der Konkurrenz der Wehrmacht-Kraftfahrer aus Kassel Erfurt und Hofgeismar in vorderster Linie be­haupten.

Die Motor standarte 14 7 nahm mit drei Wagen und außerdem mit einigen Motorrädern teil. Standartenführer Nagel (auf Hanomag Sport), der für den Wettbewerb mit in vorderster Linie zu erwarten gewesen wäre, hatte Pech. Bei Hegheim setzte ein Achsenbruch seiner Fahrt ein Ende. Er schied aus. Lind (Wetzlar) konnte sich dagegen eine goldene Medaille sichern. Pink (Gie­ßen) aufOpel" sicherte sich eine eiserne Medaille.

Iugend-Gerätemannschastskampf in Krofdorf.

Am Sonntag fand in der Turnhalle zu Krofdorf ein Mannschafts-Gerätekampf der Jugend-Unter­stufe statt, zu dem die Turnvereine Heuchel­heim, Wieseck, Bieber und Krofdorf, letzterer mit zwei Mannschaften, antraten. Nach einer der Veranstaltung vorausgehenden Kampf­

richtersitzung begrüßte der Obmann Oberturnwart Hch. A m e n d - Krofdorf die Turner und Turn- freunde und wies darauf hin, daß nickt Gipfel­leistungen gezeigt werden sollten, sonvern exakt durchzuführende Schul- nebst Kürübungen. Geturnt wurde dann am Barren, Pferd und Reck. Dazu kam für jeden Teilnehmer eine Pflicht-Freiübung, sowie Grätschsprung über das quergestellte Pferd. Als Kampfrichter waren tätig: Röm e r - Wieseck, V o l k m a n n - Heuchelheim, Dudenhöfer - Bie­ber und Koch- Krofdorf. Nach glattem Verlauf der Hebungen würdigte Obmann Amend die gezeig­ten Leistungen und ehrte die Sieger. Es erzielten: 1. Tv. Heuchelheim 51172 Punkte; 2. Krofdorf I. 51072 Punkte; 3. Tv. Bieber 542V» Punkte; 4. Tv. Wieseck 440V» Punkte und 5. Tv. Krofdorf II. 424Vr Punkte.

BfB.-ReichSbahn Gießen.

Iugendfuhball.

Vfv.-R. I. Jgd. Sportfreunde Wehlar I. 3gb. 4:0 (1:0).

Das Resultat gibt den Spielverlauf nicht richtig wieder, denn die Gäste waren keine vier Tore schlechter als die Hiesigen. Zeitweise waren sie so­gar leicht überlegen, besaßen aber im Sturm nicht die nötige Durchschlagskraft. Durch einen Elfmeter erzwangen die Platzbesitzer die Halbzeitführung I» der zweiten Halbzeit erhöhte der Rechtsaußen bef Gießener durch einen Schrägschuß auf 2:0. Kurz, Zeit später nutzte der Halblinke einen Fehler de, Wetzlarer Torhüters aus und schoß das dritte Tor Kurz vor Schluß stellte derselbe durch einen Schräg schuß das Endresultat her.

Die 1. Schülermannschaft trug in Lollar ein G» sellschqftsspiel aus und verlor nach überlegenem Spiel durch ein Selbsttor mit 1:0 Toren.

Die 2. Schülermannschaft gewann die gleiche Dort Klein-Linden mit 6:0 Toren.

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Links Im Ziel der Nachtsuchfahrt des NSKK. in Bad- Nauheim. Rechts: Parade der Motorräder vor der Kurhausterrasse. (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.)

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