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Aus aller Wett.

erfreulichen Gegensatz zu jenen Schöpfungen der Außen- und Innenarchitekten, die unter dem Vor­wand, an den Werkstoff gebunden zu sein uns die Sachlichkeit" bescherten. Er zeigt weiter, daß bei der Gestaltung eines Wohnhauses jedes Handwerk mitzuhelfen hat, sei es der Schmied bei der Schaf­fung kunstvoller Beschläge oder der Weber bei der Wohngestaltung durch Teppiche, Gardinen und Wandbehänge.

Das Ziel der praktischen Aufklärung wird aucb durch die AusstellungDeutsche Werkstoffe^ des Reichsausschusses für Volkswirtschaftliche Auf­klärung erstrebt. Stein, Stahl und Leicht­metall begegnen uns ebenso wie Glas, Por­zellan und Kunstharz überall in unserem Heim. Und doch wissen wir von den Werkstoffen und ihrer vielseitigen Verwendbarkeit oft nicht genug, um bei der Beschaffung von Gebrauchs­gegenständen oder beim Hausabbau die Eigenarten der Werkstoffe richtig nutzbar zu machen. Hierüber will die Lehrschau des Reichsausschusses weite Volks­kreise aufklären, indem sie auf großen Tafeln ver­anschaulicht, aus welchen Rohstoffen die Werkstoffe gewonnen werden, wie sie verarbeitet und wo sie verwendet werden. Die jedem Besucher der Schau überreichte Broschüre will zur Vertiefung des Ver­ständnisses der Werkstofffragen beitragen.

Die Ausstellung der Baustoffe in den an­grenzenden weiten Hallen ist das Gegenstück zu den lehrmäßig durchgebildeten Sonderschauen. Hier sehen wir gefärbte Klinker für Außenwände und Leichtziegel in mannigfachen Formen. Unter den Natursteinen fallen neben dem Marmor die Roch­litzer Porphyre durch ihre Farbenpracht auf. Für Dachdeckungen werden außer den Ziegeln auch Schiefer, Eternit und durch Glaswolle wärmefest gemachte Dachpappen gezeigt. Besondere Beachtung verdienen die Baubeschläge, nicht nur wegen ihrer neuartigen Formen, sondern mehr noch vom Ge­sichtspunkt der Werkstoffe. Messing, Bronze, Nickel usw. finden heute für Bauteile an Wohnhäusern nur noch beschränkte Verwendung, denn es handelt sich um devisenpflichtige Sparmetalle. An ihre Stelle sind Eisen, Leichtmetalle oder Preßstoffe ge­treten, die für ihre neuen Verwendungszwecke auch neue Formen erhielten.

Dos wichtige Gebiet der Heizung und Warmwasserbereitung wird auf der Bau­messe ebenfalls ausführlich behandelt. Defen und Herde arbeiten heute mit allen Brennstoffen wirt­schaftlich. Besonders aufschlußreich ist die Durch­bildung von Dauerbrandöfen für Holz­feuerung, die für Siedlungen und ländliche Wohnbezirke große wirtschaftliche Bedeutung haben. Ihr Erscheinen soll nicht etwa den schon sehr hohen Verbrauch an Brennholz steigern, sondern die vor­handenen Brennholzmengen richtig ousnut- z e n und dadurch zu Ersparnissen verhelfen. Auch große Zentralheizungskessel verbrennen Holzabfälle, Sägemehl und Schnittholz, so daß einschlägige ge­werbliche Betriebe wie Tischlereien, Sägemühlen usw. in den sonst schwer verwertbaren Abfällen eine wichtige Heizquelle haben.

Der Werkstoff spielt schließlich im Luftschutz ieine große Rolle. Mit Genehmigung des Reichs­luftfahrtministeriums hat die Beratungsstelle für Stahlverwendung eine SonderschauLuftschutz durch Stahl" durchgeführt, die einen Ueberblick über die für Wohnbauten geeigneten Schutzraumbauarbeiten gibt. Ein 16 Meter langer Schutzum aus Stahl­lamellen mit zugehöriger Gasschleuse ist mit allem Zubehör eingerichtet und findet viel Interesse. Be­achtlich sind auch die Stahlzellen für Einzelpersonen, die dem Schutz der in öffentlichen Werken und Kraftzentralen Tätigen dienen sollen, die beim Luftangriff ihren Posten nicht verlassen können.

J. B.

General von Waller.

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General Oskar Freiherr von Matter begeht am 2. September seinen 75. Geburts­tag. Er wurde 1861 in Ludwigsburg geboren, es folgten lange Jahre als Lehrer an der Feld­artillerieschule Jüterbog, als Adjutant des 13. Armeekorps, als Abteilungskommandeur in Kö­nigsberg, als Regimentskommandeur in Metz und als Brigadekommandeur in Posen. Ueberall galt sein Wirken in erster Linie der Weiterentwicklung der Feldartillerie, der Vertiefung ihrer Taktik und Schießlehre und ihrer Einfügung in den Gesamt­organismus des Heeres. Als Führer der gesamten Artillerie bei Combres im Winter 1914/15 im östlichen Frontabschnitt von Verdun und darauf drei Jahre hindurch an der Spitze der 54. Infan­teriedivision fjat er Hervorragendes geleistet. Er war einer der ersten, der seine Truppen planmäßig in der Tankabwehr schulte. Mit welchen Er­folgen, geht am besten daraus hervor, daß ein britisches Tankkorps im Frühjahr 1917 unweit Carnbrai bei einem Vorstoß von 372 Tanks 120 verlor. Für seine Waffentaten mit dem Orden Pour le M6rite mit Eichenlaub ausge­zeichnet, übernahm er nach dem Kriege als Kom­mandierender Geperal des 9. Armeekorps den Schutz der Westgrenze zwischen Nordsee und Lahn. Mit fester Hand schlug er in den Jahren 1919 und 1920 die kommunistischen Aufruhrwellen im Rhein­land und in Westfalen nieder und verschaffte der Statsgewalt in seinem Wehrkreis wieder Geltung. Am 12. Juli 1920 schied er aus dem aktiven Dienst aus und übernahm dann die Führung des Waf­fenringes der ehemaligen deutschen Feldartillerie.

Riefenbrand in einem mecklenburgischen Dorf.

Ein schweres Brandunglück suchte das bei Ludwigslust nahe der Berlin-Hamburger Chaussee gelegene Bauerndorf Warlow heim. Aus bisher noch ungeklärter Ursache, brach in einem strohge­deckten Wohnhaus ein Feuer aus, das sich im Nu über das ganze Gebäude verbreitete. Der starke Nordweststurm trug die Flammen, ehe Hilfe mög­lich war, auf die benachbarten Strohdächer und setzte nacheinander fast sämtliche Gehöfte in Brand. Insgesamt 21 Wohn- und Wirtschaftsgebäude sind ein Raub der Flammen geworden. Die ge­samte Ernte, die eben erst eingebracht war, ist ver­nichtet. Zahlreiches Groß- und Kleinvieh ist in den

Flammen umgefommen oder mußte notgeschlachtet werden. Ebenso wurden bei den meisten Bauern zahlreiche landwirtschaftliche Maschinen und Geräte vernichtet. Die Feuerwehren aus Schwerin, Lud­wigslust, sowie aus den umliegenden Landgemein­den waren aufgeboten. Leider waren die Lösch­arbeiten durch Wassermangel erschwert. Da­her versuchte man schließlich, durch Legen einer 1500 Meter langen Schlauchleitung zum Flußlauf der Räcknitz Hilfe für die noch brennenden Gebäude zu schassen. An der Brandstelle sind ferner der Ar­beitsdienst und die gesamte Motor-SA. der um­liegenden Orte eingesetzt.

Oer Tod in den Bergen.

Der Oberjäger des Gebirgs-Jäger-Regiments 100 Wilh. Franke aus Düsseldorf ist auf dem Wege von der Watzmann-Mittelspitze zur Südspitze infolge eines Fehltrittes vor den Augen seiner Kameraden 100 Meter tief gegen die Ostwand abgestürzt. Franke wurde von seinen Kameraden, die gerade die Ostwand erkletterten, geborgen. Er ist kurz dar­auf an den schweren inneren Verletzungen gestor - b e n. Die Leiche wurde nach Bad Reichenhall über- gesührt.

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Bei Freiburg i. B. ereignete sich an einer steilen Felswand am Feldsee ein schweres Unglück. Der Freiburger Student Berndt H i l d e n st a b unter­nahm mit seiner Schwester und einem Freund aus Heidelberg eine Kletterpartie durch die Wand. Die Teilnehmer, die erst vor kurzem von einer hoch­alpinen Klettersahrt zurückgekehrt waren, waren sehr gut ausgerüstet und auch alpinistisch erfahren. An einer schwierigen Stelle wurde die Begleiterin abgefeilt, und die beiden Freunde versuchten allein, am Seil weiterzukommen. Plötzlich verlor der Freund Hildenstabs den Stand und stürzte etwa 60 bis 70 Meter ab. Dabei riß er Hildenstab mit sich, der sofort t o t war, während der Heidelberger Student schwere Kopf- und Körperverletzungen erlitt.

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An der Probstenwand kurz unterhalb des Gipfels stürzten die beiden jungen Münchener Bergsteiger Johann Lickleder und Josef Niggl infolge Loslösens des Griffes etwa 240 Meter tief ab. Sie blieben mit zerschmetterten Gliedern am Fuß der Wand in einer Geröllhalde liegen. Bei der acht Stunden dauernden mühseligen Bergungsaktion be­tätigten sich auch zwei Angehörige eines Münchener Regiments, darunter der Unteroffizier Kurz, ein Bruder des in der Eiger-Nordwand abgestürzten Bergsteigers Kurz.

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Der 26jährige Maschinenschlosser Franz Hir­sch l a g aus München ist an der Benediktenwand tödlich a b g e st ü r z t., Seine Leiche wurde von der Rettungsstelle Benediktbeuern zu Tal gebracht. Am Wörner, in der nördlichen Karwendelkette, verunglückte ein Münchener Justizbeamter. Er wurde durch die Rettungsstelle Mittenwald ge­borgen und ins dortige Krankenhaus gebracht.

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In den französischen Alpen, unweit von Chamo- nix, fanden drei Genfer Ausflügler den Tod. Bei der Besteigung der sogenanntenNadel von Roche­fort" riß die Seine, urtb alle drei stürzten in den Abgrund. Ihre Leichen konnten noch nicht gebor­gen werden.

Verheerendes Großfeuer in der bayerischen Ostmark.

Das Pfarrdorf Mockersdorf am rauhen Kulm in der bayerischen Ostmark wurde von einem gro­ßen Schadenfeuer heimgesucht. Sechs land­wirtschaftliche Anwesen wurden von den Flammen in Mitleidenschaft gezogen. Vier Wohnhäuser, sechs Scheunen, in die in den letzten Tagen die Ernte eingebracht worden war, drei Stallungen und viele Nebengebäude mit landwirtschaftlichen Geräten und Fahrzeugen wurden von den Flammen ver­nichtet. Auch ist eine große Anzahl Kleinvieh umgekommen. Die Ursache des Brandes ist völlig ungewiß. Durch einen Sturm angefacht griffen die Faimmen sehr schnell auf die umliegenden Gebäu­lichkeiten über. Der starke Wind erschwerte die Be­kämpfung des Feuers sehr, ebenso die gewaltige Rauchentwicklung. Zwei Familien konnten nur das nackte Leben retten, ihr gesamtes Hab und Gut wurde ein Raub der Flammen. Durch den Brand wurden 30 Personen obdachlos. Die NS- Volkswohlfahrt hat sofort Hilfsmaßnahmen ein­geleitet.

Die Fluggäste derhorfa" auf den Bahrein-Inseln eingekrossen.

Die Fluggäste und zwei Mitglieder der Besatzung des in der arabischen Wüste notgelandeten britischen VerkehrsflugzeugsH o r s a" sind am Mon­tag wohlbehalten auf den Bahrein-Inseln im Per­sischen Meerbusen eingetroffen. Der Rest der Be­satzung und die Post wird von britischen Militärflug­zeugen in Sicherheit gebracht werden.

Wetterbericht

des Reichswelterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Der in das Ostseegebiet vorgestoßene kräftige At­lantikwirbel liegt heute früh über Finnland. Er verfrachtet in lebhaftester, in den Küstengebieten sogar stürmischer Weise kühlere, aus subpolaren Gebieten stammende Meeresluft nach Deutschland. Sie bedingt bis nach West- und Mitteldeutschland hin leichte Unbeständigkeit,, im Norden und Osten des Reiches ausgesprochenes Schauerwetter. Zu­nächst kommen mir wieder stärker in den Bereich des westlichen Hochdruckgebietes, doch ist das Auf­kommen von Schönwetter für längere Zeit nicht zu erwarten.

Aussichten für Mittwoch: Morgens stellenweise dunstig oder neblig, sonst häufig auf» heiternd und tagsüber wieder etwas wärmer, im allgemeinen trocken, späterhin Niederschläge.

Aussichten für Donnerstag: Voraus­sichtlich wieder unbeständiges, zu Niederschlägen ge­neigtes Wetter.

Lufttemperaturen am 31. August: mittags 20,7 Grad Celsius, abends 15,2 Grad; am 1. September: morgens 13,9 Grad. Maximum 20,8 Grad, Minimum heute nacht 13,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 31. August: abends 19,5 Grad; am 1. Sep­tember: morgens 17,1 Grad. Sonnenscheindauer 3,9 Stunden. Niederschläge 0,6 mm.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 36: 9350. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags

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