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Rumänien zwischen Rechts und Links

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Oer Ausgang der Bukarester Kabinettskrisis

Nationalisten beizustehen, fortgesetzt. Moskau stehe in Fühlung mit den internationalen Delegationen, die Madrid besucht hätten, und werde sich a n jeder internationalen Maßnahme zur Vernichtung der Militärgruppe be­teiligen. Die Ossoaviachim habe beschlossen, eine zwangsweise Geldsammlung zur Unter­stützung der spanischen Marxisten zu veranstalten.

Kommunistische Feigheit.

Amerikanischer Richter über die Draht­zieher desBremen"-Zwischenfalls.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)

Der Artikel schildert die interessanten Hin­tergründe der jüngsten Kabinettskrise in Rumänien. Er ist deshalb von besonders aktueller Bedeutung. Die Schriftleitung.

Budapest, 27. August 1936.

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In der allerletzten Zeit nun hat sich gezeigt, daß die kommunistische Propaganda besonders die Schuljugend zu erfassen versucht hat. Gym­nasiasten und auch Schülerinnen Höherer Schulen, am meisten aber Studenten, nahmen, in Zellen organisiert, an öffentlichen Kundgebungen der Kom­munisten, dann aber, was natürlich noch viel ge­fährlicher ist, an geheimen Besprechungen kommu­nistischer Funktionäre teil. Diese Beobachtung hat nun den rumänischen Unterrichtsminister Anghe- lesen veranlaßt, eine Verordnung zu erlassen, die allen Schülern und Schülerinnen jede Betätigung für irgendwelche Parteien verbietet. Statt die­ses Verbot nur auf diejenige Partei zu beschränken, die allein die Jugend verführte und verhetzte, auf die kommunistische, hat man doch dieses Verbot auch auf die übrigen Parteien, also auch auf die Rechtsgruppen ausgedehnt. Vor lauter Demokratte vergißt man die verhängnisvolle Gefährlichkeit der kommunistischen Propaganda,

Von unserem e.-Äerichierstatter.

denn eigentlich sollte man ja froh sein, wenn die Jugend in nationalem Geiste zur Bejahung des Staates erzogen wird, so wie dies in den Reihen der Rechtsparteien geschieht. Natürlich empfindet man im kommunistischen Lager solche Maßnahmen ganz richtig als ein Zeichen der Schwäche der Regierung, die eben immer wieder versucht, gegen links und gegen rechts in gleicher Weise zu kämpfen.

Indes gewinnt in immer weiteren Kreisen der Bevölkerung die Auffassung Raum, daß diese Schaukelpolitik der Regierung, diese Abwehr gegen Links und gegen Rechts nicht mehr lange wird fortgesetzt werden können. Es scheint vielmehr, als ob sich nun doch allmählich eine Entscheidung vorbereite. Erst in den letzten Tagen wir in Bu­karest sowohl in der Presse, als auch in den Kaffee­häusern und auf den Straßen von der Möglichkeit einer kommenden Diktatur die Rede. Nur konnte man sich nirgends dafür einigen, ob es zu einer Linksdiktatur oder zu einer Rechtsdik-

Ein neuer Oalai Lama gefunden?

L o n d o n, 31. Aug. (DNB.) Aus K a l i m p a n g in Britisch-Jnüien kommt die Nachricht, daß es den tibetanischen Mönchen und Wahrsagern nach zweijähriger Suche gelungen sei, den wie­der lebendig gewordenen Dalai Lama zu fin­den. Gut unterrichtete Reisende berichteten, daß das heilige Kind, in dessen Körper die Seele des ster­benden Dalai Lama überging, in einem zwei­stöckigen Haus geboren worden sei. Der derzeitige Aufenthaltsort des Kindes werde geheim ge­halten; Gerüchte wollten wissen, daß es sich entweder in der Mongolei oder in Süd-Tibet be­findet. Reuter hält es für möglich, daß eine Mittei­lung an die Welt erst nach der Rückkehr des zur Zeit noch im Exil lebenden Taschai Lama er­folgt, um die sich ein Vertreter der britisch-indischen Regierung im Augenblick in Laasa bemüht. Es werde nicht für ausgeschlossen gehalten, daß der Taschai Lama schon in den nächsten Monaten nach Tibet zurückkehrt. Der 13. D a l a i Lama ist im Dezember 1933 in Laasa tm Alter von 60 Jahren geworben. Nach dem tibetanischen Glauben wan­dert die Seele eines Dalai Lama beim Eintritt des Todes in den Körper eines im gleichen Augenblick geborenen Kindes.

tatur kommen werde. Es ist bei dieser Sach, läge auch gleichgültig, zu welchen Schlüssen das Rätselraten in der öffentlichen Meinung gelangt. Wesentlich ist im Augenblick nur die Tatsache, daß auch das Volk sehr wohl empfindet, daß die Ge- samtentwicklung nicht nur in Rumänien, sondern in Europa überhaupt immer dringender klare Entscheidungen, klare Fronten erfordert, und daß Rumänien trotz den verschiedenen Winkelzügen seiner liberalen Regierung und besonders seines Außenministers nicht mehr lange eine solche klare Entscheidung wird vermeiden können. Für Europa und insbesondere für den Donauraum wird diese Entscheidung von großer Bedeutung sein. Fällt sie für den Kommunismus aus, dann droht hier im Südosten ein zweites Spanien. Fällt sie aber für eine nationale Entwicklung aus, dann kann Ru­mänien vielleicht einmal eines Tages eine äußerst wichtige Rolle spielen bei den Bemühungen, das abendländische Kulturgut gegen die aus Asien kom­menden bolschewistischen Zerstörer zu verteidigen.

Neuyork, 31. August. (DNB.) Sie bei den Ruhestörungen bei der Abfahrt derB r e - m e-n" festgenommenen elf Kommunisten und Kommunistinnen wurden von dem zu­ständigen Polizeigericht des unordentlichen Betta­gens für schuldig befunden. Zwei von ihnen wur­den zu 14 Tagen, die übrigen zu sieben Tagen Haft im Arbeitshaus verurteilt. Richter Curran sagte in seiner Urteilsbegründung, es fei sehr bedauerlich, daß die wahrhaft schuldi­gen kommuni st ischen Anführer, die diese Demonstrationen auf derBremen" erdacht hätten, und sich dann hinter Frauenröcke verkrochen hätten, nicht gefaßt seien. Das ganze Vorgehen stelle eine der größten Feigheiten dar, die er je gehört habe.

Strenge Isolierung für Trotzki.

Oslo, 31. Aug. (DNB.) Auf Grund einer könig­lichen Entschließung hat das norwegische Justizmini­sterium beschlossen, Leo Trotzki und seine Frau zu i s ol i e r e n und unter Bewachung zu stellen. Nähere Bestimmungen über feine Bewegungsfreiheit und seine Verbindung mit der Außenwelt werden noch erlassen. Besuche darf Trotzki nur empfangen nach Genehmigung des Zentralpaßkontors, ebenso darf er ohne vorherige Genehmigung in keinem ein­zelnen Falle sein Telephon benutzen. Seine Post, Briefe und Telegramme werden kontrolliert werden.

Im allgemeinen verbindet man in Deutschland mit dem Namen des aus dem rumänischen Kabinett ausgebooteten Außenministers Titulescu keine sehr fest umriffene Vorstellung. Man weiß nur, daß er als unentwegter Franzosenfreund und als glü­hender Antirevisionist stets gegen jede Aenderung der Friedensdiktate und somit auch gegen die Wie­dererstarkung Deutschlands mit allen Mitteln seiner staatsmännischen Begabung und seines scharfsinni­gen Geistes gearbeitet hat. Aber das ungewöhnlich starke Echo, das der Bukarester Postenwechsel allent­halben in Europa hervorgerufen hat, zeigt an, daß mit Titulescu fein Mann des Hintergrundes die Bühne verlassen hat, wobei es auch noch nicht ausge­macht ist, ob das Verschwinden Tituleskus nur eine vorübergehende oder endgültige Tatsache ist Titulescu war in der Tat eine der markantesten Persönlich­keiten im Kreise der europäischen Nachkriegsdiplo- maten, wenn auch sicher nicht einer der beliebtesten. Sein gelbes, glattes Gesicht mit den klugen Augen, das auf einem unförmigen Körper thronte, von dem die langen Arme schlenkernd herunterhingen, verriet die flinke Geschmeidigkeit, mit der er unversehens überall auftauchte, wo man ihn am allerwenigsten erwartet hatte. Zu diesem Charakterbild paßt auch die instinktsichere Gewandtheit, mit der er sich schnell in die ungewöhnlichsten Situationen einzufühlen vermochte, ebenso wie die fast krankhafte Eitelkeit und der unstillbare Drang, sich wie eine Prima­donna der hohen Politik gefeiert zu sehen.

Daß ein Mann mit solchen Starallüren auch körperlich krank wurde, als er in der Fremde er­fuhr, daß seine Absetzung eine vollendete Tatsache sei, kann niemanden wundern. Aber die Methode, durch die man Titulescu gewissermaßen aus dem Hinterhalt erschossen hat, ist die gleiche, deren sich auch der ehemalige Außenminister bediente, wenn er seinen Einfluß auf die rumänische Innenpolitik geltend machen wollte. Wie oft hat nicht Titulescu mit seinem Rücktritt gedroht, um die Widersacher im eigenen Lande zur Nachgiebigkeit zu zwingen? Es war im Oktober 1934, als in Rumänien wieder einmal eine Re­gierungskrise ausgebrochen war und Titulescu, der auf Reisen in der Schweiz weilte, seine Demissions­absicht verkündete, um die Lösung der Schwierig­keiten in seinem Sinne zu entscheiden. In Bukarest aber war man über den unerwarteten Entschluß des Außenministers um so erstaunter, als man ihn nicht von Titulescu direkt erfuhr, sondern auf dem Umwege über Paris. Tatsächlich hatte Titulescu seine Rücktrittsabsichten zunächst seinen französischen Freunden mitgeteilt, so daß der rumänische Regie­rungschef Tatarescu davon erst durch eine fran­zösische Nachrichtenagentur erfuhr.

Diese Episode ist kennzeichnend für die politische Haltung und Gesinnung Titulescus. Für ihn, der an der Sorbonne studiert und promoviert hatte, blieb Frankreich feine geistige Heimat, auch wenn er lange Jahre als Botschafter seines Landes in London tätig war, auch wenn er zwischen seinen ewigen Reisen und feinen Aufenthalten in Genf gelegentlich mal einen Abstecher nach Rumänien machte. Er hat als Sachwalter der französischen Hegemonialpolitik in Mittel- und Südosteuropa mehr für Paris getan als die Diplomaten des Quai d'Orsay. So ist es denn nicht weiter auffällig, wenn jetzt die französischen

i Es gibt wohl kein Land in Europa, das nicht in : irgendeiner Weise von den Ereignissen in Spanien, sei es mittelbar, sei es unmittelbar, berührt würde. In besonders starkem Maße gilt dies von Rumänien. Schon feit Jahren arbeitete ja hier die kommuni st ische Propaganda im stillen sowohl in den Städten als auch auf dem flachen Lande, wo sie nicht unbeträchtliche (Erfolge aufzuweisen tjatte. Besonders stark machte sich die kommunistische Zersetzungsarbeit in den Reihen der Anhänger der liberalen Nationalzaranisti­schen Bauernpartei bemerkbar. Viele ihrer kleinbäuerlichen Anhänger erlagen der kommunisti­schen Propaganda, was um so leichter war, als seit jeher die Führung der Nationalzaranistischen Bauernpartei ihre Anhänger in demagogischer Weise zu einem zügellosen Materialismus und Egoismus erzogen hatte. So begann auch hier in Rumänien d e r Liberalismus sich als der Vater des Marxismus zu erroeifen. Es kam noch hinzu, daß gerade hier der Einfluß des Juden­tums im öffentlichen Leben von jeher besonders stark war und daß vor allem die liberalistischen Zeitungen der kommunistischen Verhetzung nirgends den Widerstand entgegensetzen, der mit hätte helfen können, die rote Gefahr zu bannen. Außerdem er­leichterte die nahe Nachbarschaft des bol­schewistischen Rußlands den Moskauer Sendlingen die Arbeit ganz wesentlich, denn seit Jahr und Tag blüht ja der Schmuggel kommuni­stischer Propagandaliteratur längs der ganzen bessarabischen Grenze.

Wenn es trotz alledem dem Kommunismus in Rumänien bis heute noch nicht gelang, sich in den Besitz der Macht zu setzen, so ist dies zweifellos einzig und allein dem Entgegenwirken der freilich noch immer in verschiedenen Lagern gesammelten nationalen Kräfte zu danken, die keinen Zweifel darüber ließen, daß sie einen Putschversuch von links her mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln bekämpfen würden. Trotzdem haben in der letzten Zeit, nicht zuletzt im Zusammenhang mit den Ereignissen in Spanien und vor allem auch im Zusammenhang mit den tschechisch-russischen Be­mühungen, einen bolschewistischen Vorstoß nach Mitteleuropa vorzubereiten, die Verhältnisse in Ru­mänien eine Entwicklung genommen, die zu größter Besorgnis Anlaß geben.

Will man die für den Kommunismus arbeiten­den oder ihm Vorschub leistenden Kräfte in Rumä­nien richtig beurteilen, so muß man zwei Grup­pen unterscheiden: einmal die ausgesprochen kom­mun i st i s ch e Gruppe, die besonders stark in den Reihen der Nationalzaranistischen Bauernpartei arbeitet, und die rein innenpolitisch tätig ist mit dem Ziele, eine Linksdiktatur zu errichten, und anderseits die liberale Regierung, die hauptsächlich durch ihren Außenminister Titu­lescu, sei es unmittelbar, sei es mittelbar auf das engste mit Moskau zusammenarbeitet und so durch außenpolitische Maßnahmen die innerpoli­tischen kommunistischen Bestrebungen unterstützt oder ihnen Vorschub leistet. Besonders die Außen­politik Titulescus ist es heute, die eine ständig wachsende Gefahr darstellt. Zwar hat erst kürzlich die Regierung nach einer eingehenden Aussprache, die Titulescu mit dem König hatte, eine Erklärung veröffentlicht, in der hoch und heilig versichert wurde, daß die Bukarester Regierung fein G e - heimabkommen und keinen militäri­schen Vertrag mit Moskau abgeschlossen habe. Dies mag, wenn man nur Buchstaben berück­sichtigt, richtg sein, nicht aber, wenn man den Geist der Außenpolittk Titulescus in Betracht Zieht.

, Vor kurzem erst brachte ein Budapester Blatt die aufsehenerregende Meldung von rumänischer Seite ist sie bis heute noch nicht dementiert wor­den daß Titulescu nicht mit der Moskauer, sondern mit der Prager Regierung ein llebereinfommen getroffen habe und zwar des Inhaltes, daß Rumänien sich einem Ueberfliegen rumänischen Gebietes durch sowjetrussische Flieger, die der Tschechoslowakei zu Hilfe kommen wollen, nicht widersetzen würde. Darüber hinaus aber habe sich Titulescu der tschechoslowakischen Regierung gegenüber verpflichtet, auch die Anwesenheit von drei sowjetrussisch en Divisionen im Buchenlande (Bukowina) zu dulden, wenn im Falle eines Krieges der Tschechoslowakei die Sowjetunion auf Grund ihres Hilfspaktes mit Prag diesem militärische Hilfe zukommen lassen wollte.

Praktisch würde durch ein solches Abkommen zwischen Bukarest und Prag also das gleiche er­reicht, wie durch ein rumänisch-russisches Militär­abkommen. Läuft es doch darauf hinaus, daß Rumänien das Vordringen des Bolschewismus nach Mitteleuropa stillschweigend unterstützen würde. Es ist selbstverständlich, daß eine solche Haltung der rumänischen Regierung einer Unter­stützung der kommunistischen Bestrebungen im In­neren Rumäniens gleichkommt. So kann es nicht wundernehmen, wenn immer wieder kommunistische Zellen ausfindig gemacht und kommunistische Ver­schwörungen entdeckt werden, denn die das Land überschwemmenden Agitatoren, die ihre Weisungen von Moskau erhalten, müssen ja glauben, daß ihre Tätigkeit im Auftrage Moskaus der auf Moskau ausgerichteten Außenpolitik der Regierung ent­spricht.

Japan fordert Erhöhung seiner Lt-Bootskonnage.

Tokio, 31. Aug. (Dftafienbienft des DNB.) Wie die ZeitungTokio Asahi Schimbun" mitteilt, ist Zwischen der Marine und dem Außenamt über die japanische Forderung auf Erhöhung der Zer­störer- bzw. U-Bootstonnage um 2 8 0 0 0 Ton­nen während der vertragslofen Zeit entsprechend der Gleitklausel des Londoner Flottenvertrages volle Einigung erzielt worden. Diese Forderung sei wegen Englands und Amerik-s 4 0 0 0 0 Ton­nen Uebertonnage berechtigt. Englands Vor­schlag, die Kreuzer derHawkins"-Klasse in solche der 8-Klasse umzubauen, sei vertragswidrig. Da Japan eine Uebertonnage bei den Zerstörern nicht besitze, wolle es zur Vermeidung einer sinnlosen Abwrackung die erlaubte Uebertonnage auf feine U-Boote übertragen. Unter Hinweis auf die Bedrohung durch den verstärkten Bau der sowjetrussischen U-Boote im Fernen Osten erkläre die japanische Regierung, daß sie das baldige Einverständnis der Regierungen von Wa­shington und London nachsuchen werde

General Rydz-Gmiqly in Paris.

Paris, 31. August. (DNB.) General Rydz- S m i g l y , der Generalinspekteur des polnischen Heeres, war Gast des französischen Kriegsministers D a l a d i e r. An dem Essen nahmen der Minister­präsident, der Außenminister und der Luftfahrtmini- fter teil. Daladier bezeichnete in einer kurzen An­sprache General Rydz-Smigly als den g e i ft i g e n ErbenPilsudskis. Das französische Heer werde stolz sein, ihm in dem bevorstehenden Manöver zu beweisen, daß Frankreich sich auf dieses Heer stützen könne, um seine Unabhängigkeit und Freiheit sicher­zustellen. Der Wert der französischen Befehlshaber, die Ausbildung der einzelnen Waffengattungen und die methodische Verstärkung der Schlagkraft machten aus diesem starken Heer einen soliden Panzer des Vaterlandes. Ganz Frankreich lege in den Empfang des polnischen Generals die Herzlichkeit feiner Ge­fühle, die es für bas große polnische Land, seinen Freund und Verbündeten, und für die Aufrechterhal­tung des Friedens hege. Nach dem Essen trat Ge­neral Rydz-Smigly die Fahrt nach Reims an, wo er den Manövern beiwohnen wird.

Kleine politische Nachrichten.

Die Reichssendeleitung teilt mit: Das Nürn­berg-Echo des Reichsparteitages 1936 wird in der Zeit vorn 1. bis 7. September täglich von 19.45 bis 20 Uhr aus Nürnberg über alle deut­schen Sender übertragen.*

Nach dem Abschluß der italienischen Sommer- manöoer ist Mussolini in Begleitung des Par­teisekretärs Starace, des Staatssekretärs im Luftfahrtministerium General Valle und des un- aarischen Generalstäbschefs General Somkuthy tm Flugzeug nach Rom zurückge?ehrt.

Der ungarische Reichsverweser von Horthy ist am Montag von seinem österreichischen Jagdaufent­halt nach Ungarn zurückgekehrt und hat im Schloß Göoöllö Wohnung genommen.

Zeitungen dem gefallenen Außenminister heiße Trä­nen nachweinen, wenn sie Zweifel an der Treue des rumänischen Verbündeten zu äußern beginnen und mit drohend erhobenem Zeigefinger die Bukarester Regierung auf das Verwerfliche ihres Tuns Hin­weisen. Freilich, diese Aufregung macht einen etwas gekünstelten Eindruck, und der Zweck der vorsorglich geäußerten Befürchtungen tritt allzu deutlich hervor. Denn in Wirklichkeit ist der Nachfolger Titulescus im rumänischen Außenamt ebenso auf oie französische Linie eingeschworen wie sein Vorgänger.

Die Kabinettsumbildung in Rumänien geschah, wie aus dem Bericht unseres Bukarester Korrespon­denten hervorgeht, vor allem aus innerpoli­tis ch e n Gründen, sie bedeutet eine Ablehnung des Vorhabens von Titulescu, der durch die starke Unterstützung der linksstehenden Nationalen Kleinbauern-Partei ein Volksfront-Expe­riment vorbereitete, wie es das französische Mu­ster zeigte. König Carol und der Ministerpräsident Tatarescu wollten die Gefahr eines Bürgerkrieges abwenden. Ihre Absicht geht dahin die Spannun­gen zwischen der rechten und linken Opposition da­durch zu mildern, daß die Regierung nach bei­den Seiten ihre Fühler ausftreert.

Wenn der Rücktritt Titulescus auch außenpoli­tische Rückwirkungen haben sollte, so könnten sie höchstens darin gesehen werden, daß der scharf sowjetrussische Kurs um einige Grade ge­mildert wird. Bei dem Presse-Empfang, den Tata­rescu unmittelbar nach der Kabinettsumbildung veranstaltete, nannte er unter den Staaten, mit de­nen er eine immer enger werdende Beziehung her­beizuführen wünsche, wohl die Staaten der Kleinen Entente und der Balkan-Entente, Polen, England und Frankreich, aber nichtdie Sowjetunion, die sich neben allen übrigen Staaten mit der sum­marischen Erwähnung begnügen mußte. Eine we­sentliche Aenderung Der rumänischen Außenpolitik ist nach der Ausbootung Titulescus demnach nicht zu erwarten. Man darf aber gespannt sein, ob die innerrumänischen Schwierigkeiten soweit beseitigt werden, daß eines Tages der unruhige und ehr­geizige Titulescu eincome back"in der rumäni­schen Politik feiern kann.

Solidaritätsaktion rumänischer Diplomaten?

Paris, 1. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Ver­treter desPetit Parisien" in Bukarest meldet, daß als Folge der Ausbootung Titulescus die Mehrzahl der von diesem ernannten diplomatischen Auslandsvertreter Rumäniens ihre Posten zur Verfügung gestellt hätten, um damit ihre Solidarität mit Titulescu zu bekunden. Dies seien die rumänischen Gesandten in Warschau, Haag, Moskau, Stockholm, Riga, Reval, Washington und Ankara. Diese Rücktritte würden die Aufgabe des neuen rumänischen Außenministers erschweren. Es gehe bereits ein Gerücht um, daß Außenminister An- tunescu im Begriff fei, fein Amt wieder zur Verfügung zu stellen. Der Führer der nationalen Bauernpartei, Dr. Lupu, der sich zur Zeit in Prag befindet, werde nach einer längeren telephonischen Unterredung' mit Titulescu mit diesem am Kap Martin zusammentreffen.

In Mainz wurde ein großer Festzug des Rhein-Mainischen Weingebietes veranstaltet, bei dem die einzelnen Weinbaugegenden durch verschiedene originelle Wagen vertreten waren. Hier steht man den Mäuseturm im Festzug, das Wahrzeichen Bingens. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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