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Oie Jagd im August

Erntezeit!Schwerbeladen schwankt der Wa­gen ...!" Ueberall, wo seither sich wogende Aehren- felder dehnten, schaffende Menschen, singende Sen­sen, klappernde Maschinen! Da wechselt das Wild, das hier wochenlang einen ruhigen, von blutsaugen­den Insekten ziemlich freien Einstand fand, wieder zum Wald zurück. Die hohe Zeit des Rehwil­des, die Brunft, ist da. Die beste Zeit für den Weidmann, um sein Wild kennen zu lernen, sei es nun, daß er pirscht oder dort sich ansetzt, wo der Bock seine Ricke zu treiben pflegt, sei es, daß er mit dem Buchenblatt ihn betört, jedenfalls kann er vor Augen bekommen, was sein Revier an Böcken birgt, und danach seinen Abschuß einstellen. Der wird vor allem einmal den Abschußböcken gel­ten müssen, die zu Junibeginn rasch ins Feld aus­gewechselt waren und seitdem verschwunden blieben. Sie möglichst rasch wegzunehmen, entspricht dem Willen des Jagdgesetzes, um so mitzuhelfen an einer baldigen Besserung unserer Rehstände. Darüber hinaus soll der Abschuß starker Böcke, der von Mo­natsbeginn an in unserem Jagdgau freigegeben ist, den Heger lohnen. Je später er allerdings in der Brunft erfolgt, die ja bis über die Monatsmitte hinaus sich ausdehnt, um so besser für den Stand des Revieres.

Rot- und Damwild stehen gern in der Nähe der Felder, wo milchiger Hafer und' Kartof­feln locken. Der Rothirsch trägt sein Geweih blank und tritt in die Feiste ein. Damit aber gibt ihn das Gesetz auch dem Jäger frei, und es hebt das Ja­gen an, das an Können und Ausdauer des Jägers

die höchsten Anforderungen stellt, die Jagd auf den Feisthirsch. '

Das Schwarzwild hat in den letzten Wochen oft von sich reden gemacht, wenn es in Jagdbezir­ken neu auftrat, wo es seither nicht bekannt war. Seine Bejagung ist, solange Feld und Flur voll­kommen und hoch bewachsen sind, außerordentlich schwierig und der Erfolg gewöhnlich höchst unsicher. Besser wird das natürlich jetzt, wenn das Feld kah­ler wird. Aber zum wirklich erfolgversprechenden Jagen auf Sauen gehört nun einmal Spurscbnee, und an dem hat es' in den letzten Wintern gefehlt. Man soll aber auch beim Schwarzwild nicht immer nur dieschwarze Seite" sehen, denn mit seine» massenweisen Vertilgung von Engerlingen und an­deren Insektenlarven, wie auch von Schnecken und Mäusen macht es Schädlinge gefährlichster Art in Mengen unschädlich. Gerade die Engerlingsschäden sind in diesem Jahre in manchen Teilen Ober­hessens recht beträchtlich. Selbstverständlich ist es die Aufgabe der Jägerschaft, das Schwarzwild überall nach Kräften kurz zu halten.

Am 25. August geht die Jagd auf das Reb­huhn auf. Voraussagen, wie sie werden wird, läßt sich heute noch nichts. Aber wer am 25. August mit Freude Hühner jagen will, tut gut daran, schon vorher einmal nach Hühnern zu suchen. Einmal weiß er dann, wo er sie bei Jagdaufgang finden wird, zum andern gewöhnt er sich und seinen Hund, der seither kaum Anstrengungen gehabt hat, wieder an die ungewohnte Arbeit, die bei dem hohen Kartoffelkraut und der starken Entwicklung

der Rüben in diesem Jahre nicht ganz leicht sein wird. Er bekommt aber seinen Hund auch wieder in die Hand, der vielleicht in der Zeit des Nichts­tuns allerlei vergessen hat, waszum guten Ton" auf der Hühnerjagd gehört. Vollkommen verdor­beneerste Tage" hat jeder Jäger schon einmal erlebt. Die kann er sich aber ersparen, wenn er vorher schon etwas vorarbeitet.

Mit Monatsbeginn ist die Ringeltaube als einzige Wildtaubenart wieder zum Jagen freige- aeben. Sie hat ihren Namen nach zwei weißen Flecken am Halse, die einen Ring vortäuschen. Diese Flecken fehlen den jungen Tauben, und darauf sollte der Taubenjäger achten.^Denn gegen den 1. August als Eröffnungstag der Taubenjagd läßt sich ins Feld führen, daß viele Tauben im August, ja im September noch brüten oder füttern. Werden wahllos alte Tauben draußen auf den Stoppeln abgeschossen, so gehen die Gelege zu Grunde, oder verhungern die Jungen. Drum Augen auf bei Taubenabschuß!

Die Jungenten sind nun wohl alle flügge und damit jagdbar. Bei der Entenjagd muß das Bestreben vorhanden sein, keine führende Mutter­ente zu schießen. Denn ohne diese Rücksichtnahme werden wir den Entenbestand nie mehr hochbringen, der ohnehin schon unter Entwässerungen usw. dau­ernd zu leiden hat. Es werden unbeabsichtigt auf dem Abendstrich schon genug Enten geschossen. Eine interessante Jagdart dagegen ist, einen guten Was- serhund vorausgesetzt, die Jagd auf den Mauserpel, d. h. auf den Erpel in der Schwingenmauser, der nicht streichen kann, dafür um so gewandter zu schwimmen und zu tauchen versteht. Wo viele En­ten vorhanden sind, ist seine Bejagung bei dem

zahlenmäßigen Ueberwiegen der Erpel durchaus erwünscht.

Bei der Hühnerjagd werden auch Fasanen vor­kommen, die aber noch nicht besagt werden dürfen. Sie sollen aber den Jäger daran erinnern, daß dem- nächst eine Zeit kommt, in der der Fasan seine Hilfe braucht, der Winter. Jetzt kommt die beste Zeit, um die ständigen Fütterungen in Ordnung zu bringen. Denn im Dorf brummt die Dreschmaschine, und der Abfall beim Dreschen, der meist verbrannt wird, ist unbedingt notwendig, um eine Unterlage für die Fütterung herzustellen, die noch allerlei Sämereien enthält, in die hinein aber auch das Futter geschüttet wird, damit Hühner und Fasanen es scharren können, wie es ihrer Lebensgewohnheit entspricht. Drum kann dem Jäger nicht genug empfohlen werden, sich jetzt die nötigen Mengen von Kaff sicherzustellen, sie am besten gleich an Ort und Stelle zu fahren und seine gedeckten Fütterungen gründlich damit aufzu- füllen. Je früher und besser das geschieht, um so treuer bleibt das Wild dem Revier.

Hubertus.

Explosion eines 28-cm-Geschosses bei Görz.

Drei Todesopfer.

In der Nähe von Görz fanden fünf Personen, die nach Metallmaterial aus dem Weltkrieg suchten, zwei nicht explodierte 28-cm-Geschosse. Während sie daran hantierten, um sie zu öffnen und zu ent­leeren, explodierte das eine der Geschosse und tötete zwei Personen auf der Stelle. Die anderen drei wurden schwer verletzt. Im Krankenhaus starb noch ein dritter infolge der erlittenen Verletzungen.

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