Einzelbild herunterladen

Wandern und Reisen Bäder und Sommerfrischen.

r """

Kerientage auf Sylt

Don Margarete Boie. Mit 20 Abbildungen nach Zeich­nungen von Helene Barges.

Lin frohe» Fersenbüchlein für alle, die auf der wunder« reichen Insel Sylt Erholung und Freude suchen. Die be­kannt« Heimatschriftstellerin erzählt im Plauderton für jung und alt von Dünen und Strand,Wattenmeer,Pflanzen- und Tierwelt, DogelfreistStten und Naturschutzgebieten auf Sylt. Für die Fugend, die ihre Ferien am Strande der Nordsee verlebt, ist diese» Büchlein ein reizendes Geschenk.

Preis kartoniert Reichsmark 0.9a

Durch jede Buchhandlung zu beziehen!

Hugo Sermühler Verlag/ Vin.-LLchterfelöe

Zweitägige Vogelsbergwandenmg

Kisfingen feiert in diesem Jahr ein Jubi-

es eben so mit sich.

liegt hinter uns.

das ver-

Die

205

Bad läum:

in dieser steinernen Domorgel durch die Jahrhun­derte weiterNingt, dann bist du entweder so arm wie ein übersättigter Weltenfahrer oder so stumpf wie ein Landstreicher, und einen künstlerischen Hoch­genuß läßt du dir entgehen!

Gewiß, es bietet sich dir in unserem deutschen Vaterlande Gelegenheit zu großem Erleben, ohne daß du dich vorbereiten müßtest. Das wogende, unend­liche Meer wird dir den Blick weiten, der anmutige Wechsel von Berg und Tal An übersonnter mittel« deutscher Landschaft wird dich auf reine Freude stimmen, und eine Feierstunde im stolzgetürmten Hochgebirge wird auch dein Ich stolzer und willens« stärker machen. Aber zwischen diesen Land« schaftskulissen stehen deine Volksgenossen auf der Scholle, und wenn du ihr Tun und Treiben schätzen und lieben lernen willst, dann* lies erst einmal, wie

sagt die schlichte Frau, die den Besucher führt, in ihrem unterfränkischen Dialekt,mit dem englische König, dem russische Kaiser, ja, sogar hohe Schi- nese (Chinesen); einmal soll hier e ganze Reih Monarsche zusammen gewese sein und unser Bis­marck um Rat gefragt habbe."

In einem angrenzenden Raum steht ein rührend bescheidener Schreibtisch, auf dem noch die Gänse­kielfeder, im Glase steckt, wie Bismarck sie wohl zum letzten Male im Sommer 1893 aus der Hand legte.Den Gänsekiel hat er sich immer selbst ge° schnitte", sagt die Führerin,un auf dieses Blatt hier hat er sich immer eingetrage, wenn er sei Kur angetrete hat." Man sieht ein Blatt, das mit den Namenszügen Bismarcks angefüllt ist, und da­hinter sind die Daten der Ankunft und Abfahrt jedesmal gewissenhaft verzeichnet. Andenken und Geschenke von Kissinger Freunden und Verehrern liegen bunt zerstreut auf dem Schreibtisch, Granat-

1. Tag.

Nidda Breitenstein Bilstein Hoherodskopf.

Zu dieser Wanderung ist, da unterwegs keine Ein­kehr möglich ist, Rucksackoerpflegung erforderlich. Von unserem Ausgangspunkt Nidda, das freundlich am gleichnamigen Flüßchen gelegen ist, benutzen wir auf der ganzen Wanderstrecke die rote Strichmarkierung. Wir verfolgen zuerst die Straße nach Michelnau, hinter dem uns alsbald der Wald aufnimmt, und kommen nach geraumer Zeit zum Breitenstein (340 m). Hier wenden wir uns nordöstlich, kreuzen die Straße EichelsachsenGlashütten und gelangen zum Hofgut Zwiefalten, einem ehemalig landgräf­lichen Jagdschlösse, das leider seinen Wirtschafts­betrieb eingestellt hat. Eine umfassende Aussicht nach dem hohen Vogelsberg sowie nach der Gießener Gegend, der Wetterau und dem Taunus belohnt uns reichlich für den Aufstieg. Durch prächtige Waldung führt uns das Zeichen weiter über den Bilstein, einer mächtigen Basaltkuppe mit wiederum herrlicher

letzte Gewichtsangabe 1890 vermerktnur" Pfund.

An dem Haus in der Bismarckstraße, wo Attentat durch Kullmann in letzter Minute

Flugfeld den Ausgängen en: steigen!" Ein eine""*""'

splitter aus den Feldzügen von 1866 und 1870/71, die als Briefbeschwerer dienten.Un hier, sei Ruhe­bett, hat müssen extra für ihn angefertigt werde, weil er so groß un stattlich war un es recht be­quem habbe wollt."Woher wissen Sie denn das alles so genau?"Ei, man interessiert sich doch dafür", meint die Frau begeistert,un hier im Ort sind noch Leut, die den Bismarck lebhaftig gesehe habbe!"

In der Saline ist das Bad Bismarcks noch so erhalten, wie er es täglich benutzt hatte. Es ist ein in grünlich schimmernde Kacheln eingelassenes Bassin, zu dem Stufen hinunterführen, die Bade­wanne eines Riesen. Ein Schild:Das Bismarck- Bad ist der öffentlichen Benutzung freiqegeben", das nicht alltägliche Erlebnis, in der Bismarck- Wanne zu baden, kostet allerdings sieben Mark, aber auch heute noch sind die Bismarck-Verehrer zahlreich, die davon Gebrauch machen.

An der Waage prüfte der Altreichskanzler fein Gewicht immer gewissenhaft nach, und dort prangt auch eine Tafel mit den Gewichten Seiner Durch­laucht des Fürsten Bismarck." Man kann sich eines Lächelns nicht erwehren, wenn man sie studiert der berühmte Badegast hat eigentlich immer mehr zu- als abgenommen. 1874: 207 Pfund; 1876: 219 Pfund; 1877: 230 Pfund; 1878: 243 Pfund; 1879: 247 Pfund; 1880 aber hat Bismarck 10 Pfund abgenommen, und nun nimmt er weiter ab.

Das Erlebnis der Landschaft.

Von Paul Georg Münch.

Daß Wandern mehr ist als Kilometer-Ablaufen, das ist gottlob heute eine Binsenweisheit. Wandern ist auch mehr als Stählen der Muskeln, Bräunen der Wangen und Weiten der Lungen, mehr als Entfesselung von Berufspflicht oder Schularbeit, mehr als das beglückende Gefühl des Losgelöstseins von Alltagskümmernissen, deutsches Wandern ist Eroberung von Land und Leuten. Wer voll Sturm und Drang durch die Gaue wandert, frei und ledig aller Fesseln, bleibt vielleicht nur ein über­mütiges Füllen, das sich auf der Weide tummelt und seine Bocksprünge macht; das Wesen deutschen Wanderns ist nicht Blindlingsglück und seliges Tau­meln, sondern Suchen der Landschaftsseele, Aufstöbern tieferer Zusammenhänge zwischen Land und Leuten.

Willst du auf glückhafte Fahrt ausziehen, darfst du dich also nicht vom Zufall treiben lassen, son­dern mußt dir einen Plan machen, und du wirst um so größeren Gewinn eintragen, je besser du dich vorbereitet hast. Mache dich zuvor, das ist das erste, mit dem bodenständigen Schrifttum des Gaues vertraut, den du durchstreifen willst! Wer aus dem Wuppertal kommt und sich in Rübezahls Reich umschauen will, der muß schon oft und gern aus dem Sagenborn des Riesengebirges geschöpft haben, sonst versteht er die Menschen nicht, die in diesen Waldbergen mit den sturmumheulten Bau­den leben.

Zum zweiten: Ehe du die Wanderschuhe anziehst, sei sattelfest in der Geschichte des Gaues! Du kommst etwa nach Leipzig und überschaust von der Platt­form des Völkerschlachtdenkmals den Schlachtfeld­gau. Hat dich der Zufall hergeweht, wirst du nicht viel mehr sehen, als eine Stadt mit weitgedehnten Vororten. Vertieftest du dich aber vorher in die Ge­schichte jenes großen Völkerringens, siehst du jetzt auf einmal, wie sich um den Korsen der eiserne Ring der Verbündeten schließt, die Namen kleiner Nester lassen dich aufhorchen, und die große Straße des 18. Oktobers" füllt sich mit dem bun­ten Treiben marschierender Kolonnen. Solche Schau wird dir zum Erlebnis, solches Wandern bringt Ge­winn.

Ein Landstreicher und ein satter Weltentrotter kommen an einer althistorischen Stätte, etwa an einer Burgruine mit stolzem Namen vorüber; beide werden eineft Augenblick flüchtig schauen und dann vorübergehen wie die Esel durch die Mühle. Denn der Landstreicher ist auf der Flucht vor Pflichten, und der Weltentrotter ist Sklave von Genüssen. Der Wanderer aber, der vor seinem Aufbruch gute Bücher über Land und Leute las, dem schlägt aus der Ruine warmer Lebenshauch entgegen, und über Jahrhundertklüfte hinweg baut sich ihm plötzlich eine Brücke zum Verstehen unserer Ahnen.

Wenn der junge Schwabe aus den gottgesegne­ten, klingenden und singenden Gefilden seiner Hei­mat nach Ostpreußen kommt, muß er die herbe Landschaft mit den Augen der Kreuzritter zu schauen wissen. Wer nicht mit allen Fasern seines Herzens danach fiebert, nun endlich einmal die Marienburg zu schauen, von der er schon so viel las, der wird das Letzte, das Beste, die Seele von Land und Leuten, nie und nimmer begreifen. Wer geschichtskundig ist, glaube mir, hat mehr vom Wandern! ... ...

Zum dritten: Unterrichte dich, wie künstlerisch schauende Menschen die Bauwerke des Gaues jähen, den du durchwandern wirst! Lies über den Stil, den schöpferischen Geist der Zeit, aus dem heraus die Marienkirche in Danzig oder der Dresdner Zwinger oder alte schlesische Rathäuser errichtet wurden auf Worte, auf Fachausdrücke kommt es dabei nicht an, und wegen des Mitschwatzenkonnen ift es nicht! Aber wenn du nicht deine Rheinfahrt damit abschließt, daß du, bis ins Herzinnerste auf- gewühlt, eine Viertelstunde lang schweigend vor dem Kölner Dom stehst, in dem Steingefüge ein Aus­schwingen der Seele zu Gott spürst und den Choral von der Sehnsucht gotischer Menschen horst, der

Aus Vismarcks Spuren in Vad Usingen

Erinnerungen an einen berühmten Kurgast.

eitelt wurde, erinnert eine Tafel an diese Tat, die damals ungeheures Aufsehen erregte. Bismarck nahm die Angelegenheit mit der ihm eigenen Ruhe auf und tat sie mit dem Ausspruch ab:Die Sache ist zwar nicht kurgemäß, aber das Geschäft bringt ......... C. K.

Katzensprung nach Stockholm

Wochenendausflug mitZu 51".

sie im Laufe der Geschichte das wurden, was sie heute sind!

Als deutscher Mensch durch deutsche Landschaft schreiten, das bedeutet nicht: nur an besonders Reiz- vollem naschen und angesichts irgendwelcher Land­schaftsperlen oder Juwelen der Baukunst nach Art schwärmerischer Backfische in Derzückungsschauer ge­raten, nein, es heißt: das Land und seine schollen- (affigen Leute in ihrer Ganzheit fchauen, sie ge­schichtlich, erdkundlich, künstlerisch, nach Sitte und Brauchtum erfassen.

Wenn du so vorbereitet auf die Fahrt gehst, schließlich auch einmal ins Ausland, bleibt dein Blick immer und allerorten auf das Ganze ge­rietet und du bewahrst deinem Sinn die Aus­schlagsfeinheit der Magnetnadel, die sich immer wieder zu dem festen Pol zurückfindet: Deutschland!

die berühmte Rakoczy-Quelle wurde vor 200 Jahren wieder entdeckt und hat seitdem viel zur Entwicklung des alten Kurortes zum Weltbade beigetragen. Der gefeiertste Badegast war Bis­marck, und es ist natürlich, daß noch manche Erinnerungen an ihn hier aufbewahrt werden. Ein Mitarbeiter vonReclams Universum" ist einmal den Spuren Bismarcks in Bad Kissingen nachge- aangen und erzählt davon sehr unterhaltsam. Er suchte zunächst die Wohnung des Reichskanzlers in der Oberen Saline auf, die er 18 Jahre lang während seines alljährlichen Kuraufenthalts inne­hatte. Da sieht man noch den Saal, in dem die Konferenzen abgehalten wurden, für heutige Be­griffe einen recht bescheidenen Raum, mit zwei, drei kleinen Tischen und kaum einem Dutzend Stühlen, in der Mitte ein kreisrundes Sofa; ein lebensgroßes Bild Bismarcks steht auf einer Staf­felei und sieht den Besucher mit ernstem durch­dringenden Blick an.Große Konferenze wäre hier",

gehen läßt, um Ferren zu machen. Aber eins soll nicht vergessen werden: die schwedische Küche.

Der Ausflug ist beendet. UnsereJu 52" wendet sich heimwärts. Unermüdlich arbeiten die drei Mo­toren, in 2700 Meter Höhe geht es über eine Wolkendecke hinweg, die schneeweiß zu uns herauf­leuchtet, während Sonnenlicht durch unsere Ka­bine flutet. Nichts sehen wir von der Ostsee, nichts vom Mecklenburger Land. Erst kurz vor unserem Ziel wird die Wolkendecke durchbrochen. Ein Häu­sermeer breitet sich vor unseren Augen aus. Noch eine Kurve, dann rollt das Flugzeug schon auf dem aängen entgegen.Alles aus« wrucksooller Wochenendausflug

Besinnliche Mselsahtt.

Don Koblenz nach Trier.

Mit einem mächtigen Akkord schließt am Deut­schen E ck die zarte, immer gemütvolle Me­lodie des Moseltals. Machtvoll überfällt die Größe der Rheinlandschaft den Moselfahrer, der die Empfindungen, die die intimere Mosellandschaft an­geschlagen und weiter gesponnen hat, im eigenen Herzen gerne nachklingen lassen möchte.

Darum soll man flußaufwärts fahren, von Koblenz nach Trier. Gerade Trier ift ein gu­ter Abschluß für eine besinnliche Moselfahrt. Die Stadt ruht in ihrer Tausendjährigkeit. In das Alter verlassener Plätze streut lichtes Baumgrün leuchtende Jugend.

Das Moseltal ist eine ruhige, besinnliche Gegend, deren Hastlosigkeit jeden einfängt. Der Autofahrer wird sich immer dabei ertappen, daß er bald hinter Koblenz schon den Fuß lässiger auf den Gashebel setzt. Auch der Fluß fließt nicht rasch und stetig; er gleitet beharrlich, wie einer, der sehr viel Zeit hat. Er geht auch nicht im geraden Wege auf sein Ziel los; er zirkelt Bogen und Schleifen, deren große Zahl wiederum das Geheimnis der Vielfalt guter Weinlagen im Mofeltal ist.

Jeder weiß, daß es sehr viel Wein an der Mosel gibt. Um aber die Poesie des Weines zu erfüllen, muß man einem Moselaner reden hören. Don diesem wird man erfahren, daß der Wein nicht nursüffig" undspritzig" ist, nein: er ist auchMumia",zart", anspruchsvoll", ja,elegant". Man sagt ihm Eigen­schaften nach, die wir gemeinhin bei reizvollen Frauen festzustellen gewohnt sind.

Voll eigener Intimität ist das Moselwirts- h a u s. Große Hotels gibt es nur vereinzelt. Aber die Moselgaftstube, klein und behaglich, eint im Sommer frohe Autofahrer und Paddelbootwanderer, die sich unter der Väterlichkeit des Wirtes wohl­fühlen müssen. Oft haben Generationen von Wirten, die wiederum Geschlechterfolgen von Gästen bekannt Snb, im gleichen kleinen Reich der Gaststube regiert, eberlieferung gilt auch hier.

Irgendwo an der Mosel sah ich in einem alten Wirtshaus eine Sammlung von ehrwürdigen, feinen Stichen, die die Entwicklung der Postkutsche zeig­ten. Gerade an diesem Ort hatten diese Bilder mir manches zu sagen: gewiß, die Form des Rei­sens ist anders geworden seit der Zeit der Post­kutsche. Doch das Wesen des Reisens ist im Mosel­tal das gleiche geblieben. Hier heißt es heute wie damals: nachdenkliches Reisen ohne Hast, es läuft keinem etwas davon.

Wolkengebirge hinweg, durch Waschküchendunst hin­durch, von Böen geschaukelt, unbeirrt und sicher der schwedischen Hauptstadt entgegen. Hin und wieder zerreißt die Wolkenschicht. Dann fällt der Blick auf das nahezu menschenleere Südschweden mit feinen unendlichen Wäldern und den unzähligen Seen. Mehr und mehr nähern wir uns Stockholm. Meeresarme schneiden tief ins Land hinein, die Seen rücken teilweise dicht zusammen, wir kommen in das Gebiet der Schären, die uns denn auch bald nach der Landung aufnehmen. Schönes Wet­ter ist plötzlich da. Mit einem Motorboot geht es hinaus in das Gewirr der Inseln mit den Land­häusern der Stockholmer, die zu dieser Jahreszeit in der Einsamkeit Erholung suchen.

Viel Zeit für Stockholm hatten wir nicht. Aber auf Ausflügen ist es nun einmal so, daß man den Blick nur hier- oder dorthin werfen kann. Weit­läufig ift die königliche Residenz mit ihren Pracht­bauten. Vielleicht zu ausgedehnt für den, der aus einer Stadt mit dichtem Straßengewirr und lebhaf­tem Verkehr kommt. Stockholm gleicht einem Ort mit friedlicher Sonntagsruhe. 500 000 Einwohner kön­nen auch keinen großen Betrieb machen, besonders nicht in den Monaten, die dem Stockhoimer die fom- merllche Wärme bringen, und die er sich nicht ent-

Fernsicht zum Hoherodskopf, wo wir im Klubhaus des VHC. Unterkunft für die Nacht finden.

2. Tag.

hoherodskopf Rudingshain Lardenbach Mücke.

Am anderen Tage gehen wir gelben Strichen nach, erst über die Wiesen, hieraus durch Wald an der Niddaquelle vorbei nach dem im Grund liegenden Rudingshain, das wir durchschreiten und zur Staats­straße emporfteigen. Hier treffen wir blaue Drei­ecke, denen wir jetzt, gemeinsam mit weißen Drei­ecken, bis zum Petershainer Hof, wo Erfrischungen zu haben sind, folgen. Von hier bis zum Schluß leiten uns nur noch die weißen Dreiecke. Wir kommen über die Alte Höhe (537 m) und den Judenkopf (467 m) mit überraschend schönen Ausblicken durch Lardenbach, später über den Flensunger Hof und Flensungen nach der Bahnstation Mücke, von wo wir heimfahren.

Die Wanderzeit beträgt an beiden Tagen je fünf Stunden.

Kopenhagen liegt ganze neunzig Flugminuten von Berlin entfernt. Die gleiche Zeit braucht man mit der Straßenbahn, um vom Ostrand der Reichs- Hauptstadt quer durch das Zentrum hindurch nach dem Westrand zu gelangen. Fordert diese kurze Reisezeit nicht geradezu zum Ausflug nach dem Norden, nach Kopenhagen und dem einige Flugstunden oaoon entfernt liegenden Stockholm auf? Will man einen derartigen Ausflug schon mit Gewalt alsReise" ansprechen, dann kann man doch nur von einer kurzen Reise sprechen.

Nicht viel mehr Zeit nimmt unser Abstecher in Anspruch. Mit einerJu 52" geht's vom Tempel- Hofer Flughafen los. Regen begleitet uns nach Kopenhagen, Regen läßt uns hier bedauerlicher­weise nicht los. Bis auf ein paar Stunden aller­dings, die dem Studium der Umgebung dieser ent­zückenden Residenz mit ihrem lebhaften Getriebe dienen. Ein flinkes Auto bringt uns zur Stadt hinaus, nachdem wir kreuz und quer darin herurn- gefahren waren. Klampenborg ist unser Ziel. Seeluft genießen wir in tiefen Zügen. Brausend rollen die Wogen des in der Abendsonne glänzen­den Sundes heran, überstürzen sich, klatschen am Seesteig empor, überspülen ihn und rauschen zu­rück. Draußen verschwindet ein mächtiger Kahn qualmend am Horizont.

Noch einmal gibt es Regen in reichlichen Men­gen. Das über Dänemark und Südschweden lie­gende Tief ist zwar im Weichen begriffen, schüttet aber über Kopenhagen aus, was nur aus den Wol­ken heraus kann, worüber sich indessen kein Kopen­hagener aufzuregen scheint. Don Regenschirmen ist feine Spur zu entdecken. Man tut einfach so, als ob das schönste Wetter wäre und kümmert sich im übrigen nicht weiter darum, wie weit der Dauer­regen durch die Kleidung geht. Es regnet hier so oft, daß niemand mehr danach fragt, wie dicht die Tropfen fallen.

Auf nach Stockholm! Mit unsererJu 52" unter Kapitän Limbachs sicherer Hand geht es über

Freuden der Seereise.

Von Gerhard Ludwig Milau.

Aus welchen Gründen reisen die Menschen in den meisten Fällen? Um sich zu erholen und um zu lernen. Wer sich eine Erholungsreise ins Ausland gönnen kann, sollte sie auf deutschem Boden unter­nehmen, nämlich mit einem deutschen Schiff, wo das Leben als Schönheit blüht und wo ihm neben körperlicher Ausspannung eine Auf­frischung seiner geistig-seelischen Kraft und eine Er- Weiterung des Wissens zuteil wird, wie sie so be­glückend und abwechslungsreich nur eine Seereise bietet. Man kann in der Tat nichts Befseres tun, da Seereisen zur Zeit auch zu den durchaus er­schwinglichen Feriengenüssen gehören.

Wer noch keine Seereise gemacht hat, kann es wohl kaum begreifen, wenn einer sagt, daß eine Fahrt durchs Mittekmeer oder ins nordische Land Peer ©nnts die schönste Zeit seines Lebens gewesen sei. Diese Reisen haben jenes gewisse Etwas, das sich nicht in Worte fassen, sondern nur erleben läßt. Es ist ja nicht nur, daß man all den Herrlich­keiten der fremden Länder mit einem aefteigerten Lebensgefühl gegenüberfteht und sie gleichsam para­diesisch lieht. Es kommt vielmehr hinzu die wohl­tuende Atmosphäre des Schiffes. Wer einmal als Mitglied der harmonischen Bordgemeinschaft eines Erholungsreisendampfers unter der südlichen Sonne oder in der feierlichen Stille eines norwegischen Fjordes oder durch die erhabene Wunderwelt der Arktis dahingefahren ist, reich verpflegt und betreut von einer Schiffsmannschaft, die sich daran gewöhnt hat, Wünsche zu erraten, der kann ermessen, wel­chen Glanz solche Tage der Seele geben können.

Mit dem Augenblick, in welchem der Passagier das Schiff betritt, wird ihn die Feiertagsstimmung an Bord gefangennehmen. Geräuschlos fängt die ganz auf Erfahrung ausgebaute Organisation der Seereise an zu funktionieren. Der Kapitän und Hunderte von geschulten Kräften wachen über das Wohl des Fahrgastes. Schttfslejtuna, Reiseleitung und Besatzung sorgen dafür, oaß die Reise für jeden zu einem Erlebnis wird. In der sicheren Obhut eines deutschen Schiffes kann jeder gut schlafen. Das wissen auch die Ausländer, die mit berechtigter Vorliebe deutsche Dampfer benutzen.

Das warme Morgenbad, die Pflege der Wäsche, die Sauberkeit und Bequemlichkeit überall, die lange und auf jeden Geschmack abgeftimmte Speise­karte, die vielen, vielen Möglichkeiten der Unter­haltung geistiger und körperlicher Art, des gesell­schaftlichen Vergnügens und auch des Ruhens in einsamer Beschaulichkeit geben immer wieder einen Beweis davon, wie vorbildlich der Dienst am Reisenden organisiert ist. Und das ganze Bord- leben mit seinem bunten vergnüglichen Drum und Dran spielt sich in einem Rahmen und in Räumen ab, die von hervorragenden Künstlern geschaffen und ausgestaltet worden sind, so daß diese Er­holungsreisen in Sonne und Seeluft auch immer zu einem ästhetischen Genuß werden.

Ob man auf längeren Fahrten nach dem Süden ober nach dem Norden gondelt oder kurze Reisen über die Ostsee bis nach Finnland hinauf unter­nimmt, ob man das liebliche Madeira und die Kanarischen Inseln besucht oder einen kurzen Ab­stecher nach derImmergrünen Insel Irland" macht, immer wird das Reiseleben wie ein schöner oollharmonischer Akkord vorüberklingen, immer werden Schiff und Meer zwei Quellen unerschöpf­licher Anregung fein. An Bord der deutschen Damp­fer erlebt man so viel Schönes an Freude und Zeit­vertreib, wie man sich nur wünschen kann und da­bei alles mühelos und ohne alle Reifeumständlich- feiten. Hotelwechsel und Kofferpacken gibt es nicht. Um den Reiseplan braucht man sich keine Sorgen zu machen, auch um ein Visum nicht. Man braucht keine fremden Sprachen zu erlernen. Das Schiff und seine Führer sind die besten Freunde und Be­rater des Reisenden. Man verläßt das Heim an Bord nur, um die Herrlichkeiten und historischen Merkwürdigkeiten der fremden Länder zu genießen, ergeht sich unter fremden Völkern, besieht Berge, Täler und Seen, sanft hingeschmiegte Landschaften und Meeresbuchten, romantische Fjorde, klassische Bautrümmer, stolze Schlösser, versunkene Gärten, interessante Museen, himmelwärts strebende Kathe­dralen, erlebt die Geheimnisse Afrikas, die Aben­teuer des bunten Orients und schreitet geruhsam wieder an söord zurück. Erwartungsfreudig und geborgen gleitet das Schiff neuen Wundern ent­gegen, die das Herz erfreuen. Jeder Hafen bringt andere Schönheiten und jeder Tag auf dem Meer bedeutet neue Erholung für Körper und Geist. See- reifen sind immer eine glückliche Zeit.

Verjüngt, freudebeschenkt und gestärkt an Leib und Seele, kehren die Gäste in die Heimat zurück. Für eine Weile ift das Fernweh beschwichtigt, bis die Sehnsucht und die Freundschaft zum Schiff, die Er­innerung an das gute Leben auf den schönen Dampfern unaufhaltsam wieder zu neuen' Zielen und zu neuen Ufern locken.

So groß der Gewinn einer Seereise aber für das persönliche Wissen und die eigene Gesundheit ist, so groß ist er auch für die Weltgeltung Deutsch­lands.

Nervös-Erschöpfte und rheumatische Leiden 101'v Spezialkuranstalt Hofheim 7 (Taunus)

Mäßige Preise. Dr. DL Schnlie-Kahleyss, Nervenarzt

Eine Einladung an dieser Stelle z. Besuch Ihres Hauses führt zu

Gästen aus Gießen u.Oberh.

Auf ins schöne Maintal Freudenberg Perle des Maintals umyeb.v.Laub-u.Tannenw., schön. Freib.biet. herrl.Sommeraufenth. 6asth. u. Pens.Zur Rose. Sch.Fremdz. fl.Wasser,gute Vewfl.Pens.-Preis v.3.30an.8s8«ugoVilIl.Prosv.b.GA.