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tag wird eine große Feier in Tokio stattfinden mit einem Festessen, Aufmärschen und Feuerwerk an fünf Plätzen. Die Flugzeuge und alle Verkehrs­mittel tragen die fünf Ringe: auch die Fahrscheine sind damit geschmückt. Ueberall sieht man die Olympia-Flagge und die Nationalflagge. Die Presse veröffentlicht die Baupläne für das neue Stadion im Meiji-Park und für die neuen Hotels.

Olympia-Pokal für Oesterreich.

Auf der Sitzung, die das Internationale Olympische Komitee am Freitag in Berlin abhielt, wurde dem Oesterreichischen Eislauf-Sport- verband für das kommende Jahr der Olympische Pokal zuerkannt, der alljährlich für besondere Ver­dienste auf dem Gebiete der Jugenderzie­hung vergeben wird. Baron Pierre de Cou­bertin, der Neubegründer der Spiele und Ehren­präsident des IOK., hatte den Preis im Jahre 1906 zur Verfügung gestellt. Deutschland kam bereits zweimal in den Besitz des Pokals, und zwar er­

hielt ihn im Jahre 1909 die Deutsche Turner­schaft und im Jahre 1932 die Deutsche Hoch­schule für Leibesübungen.

Göing (1900 Gießen) in der Olympischen Äaskettballmannschast.

Deutscherseits ist auch die Meldung für das Bas- kett-(Korb-)Ball-Turnier der Olympischen Spiele abgegeben worden.

Die hohe Ehre, in dieser Mannschaft mitwirken zu dürfen, ist auch dem Mitglied der Spiel- Vereinigung 19 0 0 Unteroffizier G ö - i n g zuteil geworden. Emil Göing ist von der Heeressportschule Wünsdorf gemeldet, an die er Anfang dieses Jahres berufen wurde. Hoffentlich gelingt es dem sympathischen Sportsmann, der den Gießener Sportanhängern durch seine Leistungen in der 1900er Gauliga-Handballmann­schaft noch in bester Erinnerung sein dürfte, die deutschen Farben gut zu vertreten.

3m Olympia-Lager her H.-3.

Eröffnung durch Stabsführer Lauterbacher.

In Verlin-Grunewald wurde das Olympia-Lager der f)3. durch den Slabsführer Hartmann Lau­terbacher im Namen des Reichsjugendführers eröffnet. Festlich geschmückt lag die weite Lager­wiese, auf der die aus dem ganzen Reich ausge­wählten tausend hitlerjungen zur Eröffnungsfeier aufmarfchiert waren. Stabsführer Lauterbacher um­riß mit kurzen, knappen Dorten Sinn und Ziel die­ses HJ.-Lagers. Als Lager wie alle anderen Som­merlager der HI., unterscheide es sich nur in dem einen Punkt von diesen, daß einmal besonders ver­diente HJ.-Kameraden in einer großen Zeltlager- gemelnschaft zusammengefaht würden. Das Erleb­nis, das die hitlerjungen bei den Kämpfen der jungen Athleten aus aller Welt haben würden, sollten sie mit offenen Augen in sich aufnehmen und daraus eine echte ritterliche Kampfesarl kennen- lernen.

Anschließend besichtigte der Stabsführer das

Lager und verweilte noch einige Zeit im Kreise seiner Kameraden.

Da es bei der Olympia neben den sportlichen Wettkämpfen vor allem auch darauf ankommt, daß sich die junge Generation der einzelnen Völker ken­nen und verstehen lernt, hat man im Rahmen der Olympischen Spiele auch ein großes Jugend­zeltlager errichtet, in dem sich Jugendab­ordnungen aus rund dreißig Ländern der Welt zusammenfinden. Und parallel zu die­sem internationalen Jugendlager ist auch die Hitler- Jugend daran gegangen, sich ein eigenes Lager auf­zubauen, nicht zuletzt, um ihren ausländischen Ka­meraden einen Einblick in ihre Arbeit und ihren Dienst zu geben.

Mitten im Grünewald, dicht an der großen Renn­strecke der Avus, ist in wenigen Tagen dieses Olym­pia-Lager der Hitler-Jugend entstanden.

Noch Anfang dieses Monats sahen wir dort nur einen der vielen HI. - Sportplätze, am

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Feskstimmung In der Reichshauptftadt.

In den letzten Stunden vor den Olympischen Spielen befindet sich die Reichshauptstadt Berlin in einer hochgehenden Feststimmung. Hier ein Konzert Der Berliner Philharmoniker vor dem berühmten Caf6 Kranzler Unter den Linden. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Oesterreichs Olympiakämpferinnen Unter den Linden in Berlin.

Die österreichischen Olympiateilnehmer legten am Freitag am Ehrenmal Unter den Linden einen Kranz nieder. Hier sieht man den Abmarsch der weiblichen Teilnehmer nach der Kranzniederlegung. (Scherl°M.)

10. Juli waren die ersten Mannschaften, das sogenannte Aufbaukommando, eingetroffen, und nun, knapp drei Wochen später, steht das Lager fix und fertig da.

Es ist in der Tat eine beachtliche Leistung, denn es galt ja nicht nur, das eigentliche Lager zu errichten und abzugrenzen, sondern es mußte darüber hin­aus auch eine Reihe von Verbesserungen an dem Sportplatz vorgenommen werden, eine Anage zum Kugelstoßen sowie eine Sprunggrube hergestellt und endlich das ganze Gelände planiert werden.

Vorbei an der Lagerwache betreten wir das eigentliche Gebiet des Lagers. Rechterhand sind die insgesamt 120 Zelte in offener Rechteckform auf­gebaut, eingeteilt in je fünf Gruppen. Die jungen Kameraden, insgesamt rund 1100, die hier in einer Stärke von je 40 Mann aus den 25 Gebieten der Hitler-Jugend zusammengefaßt sind, haben es sich schon recht wohnlich eingerichtet. Vor jedem Zelt fin­den wir einen Vorgarten, der in scherzhafter Weise eine Besonderheit des betreffenden Gebietes, aus dem die Kameraden kommen, zeigt. So haben z. B. die Jungen aus dem Gebiet Sachsen vor ihrem Zelt aus Kienäpfeln eine große Kaffeekanne dargestellt, als Hinweis auf den sächsischenBliernchenkaffee". Die Kameraden vom Rhein haben große, meist witzige Spruchbänder angelegt.

In der Mitte der Lagergruppen befinden sich lange Reihen von Tischen und Bänken, an denen die Jungen ihre Mahlzeiten einnehmen. Und über Den einzelnen Gruppen ist je ein großer Tiefstrahler angebracht, der nach Einbruch der Dunkelheit für Beleuchtung sorgt. Die technische Bereitschaft des HJ.-Gebietes Berlin hat u. a. auch für die Licht­versorgung Vorsorge getroffen und insgesamt 1500 Meter Starkstromleitung gelegt, so daß neben den wichtigsten Plätzen auch die Verwaltung, die Kom­mandantur, die Führerzelte sowie die Sanitäts- baratfe mit elektrischem Licht versorgt sind.

Unser besonders Augenmerk zieht der an der Längsseite des Lagers errichtete zehn Meter hohe Kommandoturm auf sich, an dessen oberster Spitze eine Lautsprecheranlage angebracht ist. Es ist somit die Möglichkeit gegeben, sowohl von der Kom­mandantur wie von 5er Geschäftsführung aus An­weisungen durchzugeben. An weiteren technischen Einrichtungen verdient auch die Telephvnanlage eine besondere Erwähnung.

Insgesamt 3000 Dieter Fernsprechleitung durch­ziehen das Lager und ermöglichen eine Ver­ständigung zwischen der Wache, der Komman­

dantur, der Verwaltung, den Arztbaracken, so­wie den einzelnen Führerzetten.

Aber auch sonst ist hier für alles Erforderliche Vorsorge getroffen worden. So besteht u. a. ein eigenes kleines Postzelt mit einem roten Brief, kästen. Eine große Sanitätsbaracke ist in jedem Falle in der Lage, erste Hilfe zu gewähren.

Während sich so in der einen Hälfte des Lager« Platzes der eigentliche Lagerbetrieb abspielt, befin­det sich in'der anderen Hälfte der große Sport­platz. Hier sehen wir einige Kameraden beim Kugelstoßen, andere üben sich im Weit- und Hoch« sprung, und wieder andere wollen auf der Aschen­bahn ihre Ausdauer im Langstreckenlauf erproben. Auch die 60 Sportlehrer, die für die Zeit des La- gers aus den einzelnen Gebietsführerschu­len der Hitler-Jugend zusammengeholt wurden, sind dabei und beobachten die Leistungen. Denn während dieser Zeit bis zum 18. August soll^ja den einzelnen Teilnehmern, soweit sie es noch nicht be­sitzen, Gelegenheit geboten werden, das HJ.-l§port- abzeichen zu erwerben.

Nachdem wir so einen Uederblick über die tadel­lose Organisation und den vorbildlichen Aufbau des Lagers bekommen haben, wobei allerdings im Gegensatz zu den sonstigen Sommerlagern der Hitler-Jugend die großen Gulasch-Kanonen fehlten (die Verpflegung hat die Stadt Berlin übernom­men) unterhalten wir uns noch einige Zeit mit dem Führer des Lagers, Oberbannführer Schlün­der, dem Leiter des Amtes für körperliche Schu­lung in der Reichsjugendführung. Er weist zunächst auf das Ziel dieses Lagers hin und betont, daß den Hitlerjungen, die hier als eine Elitemannschaft aus ihren Gebieten sich versammelt haben, in erster Linie natürlich die Möglichkeit zur Teilnahme an den Olympischen Spielen gegeben werde. Da aber andererseits auch in diesem Rahmen eine körper­liche und weltanschauliche Erziehungsarbeit geleistet werden solle, sei der Tagesplan so aufgebaut, daß jeweils 500 Mann zu den Spielen gehen, während die anderen 500 in dieser Zeit körperlich und welt­anschaulich geschult werden. L.

Darüber hinaus fei im Rahmen des Lager­programms auch vorgesehen, den Teilnehmern Ge­legenheit zum Besuche der Reichshauptstadt zu geben

Den Höhepunkt der ganzen Lagerzeit wird end­lich eine am 12. August stattfindende Großveranstal­tung bilden, auf der die Lagerbesatzung einen Quer­schnitt durch die körperliche Erziehungs- und Er­tüchtigungsarbeit der Hitler-Jugend gibt.

Geist der Antike.

Von Gurt Hohel.

Der Geist der Antike fand in Deutschland zwei Stätten der Auferstehung: das klassische Weimar und das klassische Berlin. Sv verschieden wie diese Städte, so verschieden ist die erstandene Antike in ihnen. Es ist viel Mißverständnis zwischen ihnen gewesen bie auf unsere Zeit. Und die größten Deut­schen, sinnbildlich für beide Städte, Friedrich der Große und Goethe, haben sich nicht er­gänzt in ihrer schöpferischen Liebe zum hellenischen Altertum, sondern im Gegenteil ...

Das Mißverständnis: es kommt klar zu Tage in einem der Gespräche mit Goethe, die uns Ecker- mann überliefert hat. Da sagt Goethe im Jahre vor seinem Tode über das Dämonische:Es wirft sich gern an bedeutende Figuren, auch wählt es sich gern etwas dunkle Zeiten. In einer klaren prosaischen Stadt, wie Berlin, fände es kaum Ge­legenheit, sich zu manifestieren ..."

Und dann kommt der unglückliche junge Kleist aus dieserprosaischen Stadt", als Inkarnation der ins Geistige übersetzten Dämonie Preußens und der südländisch heitere Goethe von Weimar ver­steht ihn nicht, mordet die Wirkung von Kleists heiterstem Werk, demZerbrochenen Krug", durch eine an sich verdienstvolle Weimarische Aufführung mit unsinnigen Pausen ... Sieht, fühlt, ahnt das Genie in Kleist nicht.

Goethe erlebte die Dämonie Preußens nicht, die sich in Kleist unselig, für alle Späteren beseligend, gesammelt hatte.

In der idealischen Stille von Weimar war eine Antike entstanden, die sich nach Menschheitllchem sehnte und es in der engen Zelle der Humanität zu beschwören suchte. Goethe sagt von der preußi­schen Hauptstadt: hier werdePoesie durch Ge­schichte, Charakter und Ideal durch Portrait, sym­bolische Behandlung durch Allegorie, Landschaft durch Aussicht, das Allgemein-Menschliche durchs Vaterländische verdrängt . "

Der große Dichter und Genius von Weimar mißdeutet die natürliche Kraft jenes klassischen Ber­lin, das aus seiner preußischen Natur heraus reali­stisch Geschichte in Kunst und Ideal umsetzte. Neben Kleist, dem jung Dahingegangenen, steht der in der Baukunst ebenbürtige Gilly, den auch ein dunkles Schicksal früh dahinnahm. Neben Alexan­der von H u m b o l o t, der die großartige Reali­tät des ganzen Erdraumes erschaute und geistig ge­

staltete, stand der realistische Bildner S ch a d o w, und hinter ihm noch der bewußt preußisch schäft fende Schinkel. Und verdankte nicht Goethe sel­ber dem in Berlin geistig wurzelnden Winkel- mann, dem Schusterssohn aus Stendal, unerhört viel? Er, der große Gestalter im Wort hatte einmal gesagt:Dem deutschen Künstler, so wie überhaupt jedem neuen und nordischen, ist es schwer, ja beinahe unmöglich, von dem Formlosen zur Ge­staltung überzugehen ..." Aber in dem klassischen Berlin um 1800 sehen wir einen Stil erwachsen, der eben gerade aus der herben, männlichen Reali­stik des Erbes des großen Friedrich die Gestalt findet und aus eigenem Erleben schafft: die Helden­gestalt und das Siegessymbol. Das ist keine Nach­ahmung mehr, das ist eigener lebendig geschaffener Stil!

Was Goethe im Wort gestaltend geschaffen hatte in Weimar, das blieb uns die Stadt als Bauwerk schuldig. Der zierliche Klassizismus der privaten Räume der weimarischen Schlösser ist kein blei­bendes, lebendiges Denkmal der inneren Größe des klassischen Deutschland, wie es die antikischen Bau­ten Schinkels und seiner Vorgänger und Nachfolger in Berlin sind. Der preußische Stil wies in Die Zukunft, die Idylle von Weimar blieb ein schöner Traum

Aber es liegt über dieser preußischen Klas - sik ein Hauch des Tragischen: unerfüllt blieb das Erbe Kleists, unerschöpft blieben die Visionen und Pläne der großen Berliner Baumeister. Im Zeit­alter der Gründerjahre und alledem, was folgte, ging der preußische Stil unter, so wie die große innerliche Geistesgestalt des preußischen Idealismus Kants, Fichtes und Hegels unterging. Der Weltkrieg mußte erst wieder eine Geistigkeit wecken, die an diese Klassik anknüpfte und sie schöpferisch erneuerte.

Sind wir deshalb undankbar gegen Weimar? Keineswegs! Goethe hatte in Berlin einen musika­lischen Freund, den Begründer der ersten deutschen Liedertafel, Komponisten vieler Goethe-Lieder, den Maurermeister Zelter. Als der im Alter einmal Goethe in Weimar aufsuchte, machte ihn der greife Dichter mit Eckermann bekannt, und sie ver­lebten sehr heitere Stunden. Goethe sprach später über ihn zu seinem Eckermann und meinte, man müsse sich an einer gewissen Derbheit des Berliner Freundes nicht stoßen. ,^Jch kenne kaum jemand, der zugleich so zart wäre wie Zelter. Und dabei muß man nicht vergessen, daß er über ein halbes Jahrhundert in Berlin zugebracht hat. Es lebt aber, wie ich an allem merke, dort ein so ver­

wegener Menschenschlag beisammen, daß man mit der Delikatesse nicht weit reicht, sondern daß man Haare auf den Zähnen haben und mitunter etwas grob sein muß, um sich über Wasser zu halten..

Kein anderer als eben Goethe konnte den Tat­bestand Berlin so klar aussprechen: preußische Rau­heit, soldatische Härte mit der Zartheit einer Inner­lichkeit, die durch alle Werke feiner Klassik klingt...

Berlin nimmt heute eine große Ueberlieferung auf, wenn es zur Feier der Olympiade 1936 eine antikische Haltung erneuert und den Menschen antiker Tugend, der heroischen Jugend, einen fest­lichen Sammelplatz erbaut. Die Bauten des neuen Olympia-Stadions ragen jetzt in wahrhaft antiker Größe und baulicher Klarheit auf dem Hügel des Grunewaldes, wo einst neben der Heerstraße das Stadion in Anlehnung an antike Motive für die 1914 ausfallende Olympiade eingerichtet ward. Was wir heute sehen, ist viel gewaltiger, klarer und wirkungsvoller. Es entspricht den besten Dau- trabitionen der preußischen Hauptstadt.

Es kommt jetzt daraus an, auch die innerliche Anknüpfung an diesen baulich erneuerten Geist der Antike zu finden: alles zu überwinden, was die Zeit seither verdarb. Das ist keine kleine Aufgabe. Die Olympiade kann ein äußerer Anstoß dazu wer­den. Innerlich ist der Wea noch weit. Aber die Jugend, die sich heute dessen bewußt ist, hat in sich die Hindernisse weggeschafft, die einst dem Geiste Fichtes, Hegels und Schinkels entgegengesetzt wur­den. Der Raum für einen Menschen antikischer Freiheit und Größe ist geschaffen, Berlin hat eine große Aufgabe angepackt. Es kommt jetzt darauf an, ob es die geistige Kraft speichern kann, sie innerlich zu lösen. Das heißt: Weimar in sich aufzunehmen und im Deutschen zur lebendigen Blüte eines Volkstums zu bringen.

Zeitschriften.

Langenscheidts English Monthly Magazine bringt im Augustheft wertvolle unter­haltende Beiträge: Das Danziger Problem, eine Be­urteilung aus dem englischen Lager; eine eindrucks­volle Schilderung der Schönheit und Romantik der Cornischen Riviera", des beliebtesten Ferienaufent­haltes an der südwestlichen Küste Englands; Betrach­tungen über das Reichssportfeld, das Olympische Dorf und die Dietrich-Eckart-Freilichtbühne; Interessantes aus dem Privatleben des reichsten Mannes der Welt, des Nizarn von Haiderabad. Preis des reich illu­strierten Heftes 50 Pf.

Oie »Olympia-Ziel-Zeitlupe".

Die Aufgabe der Schiedsrichter bei den Wett­läufen der Olympischen Spiele, die Reihenfolge der durchs Ziel Gehenden und die Lauszeit des Siegers festzustellen, stößt oft auf Schwierigkeiten und «st einwandfrei in zweifelhaften Fällen nur durch die Filmkamera zu lösen. Nachdem eine solche auch schon bei früheren Wettläufen angewandt worden ist, wird jetzt bei den Olympischen Spielen zum erstenmal die deutsche Olympia-Ziel-Zeit­lupe regelmäßig als Hilfsgerät bei den Entschei­dungen benutzt werden. Dieses Gerät, das in der Genauigkeit feine Vorgänger erheblich übertrifft und dabei nicht gewöhnliche, sondern räumlich wir­kende Zeitlupenbilder gibt, wird von Hans Pan- der in der Frankfurter WochenschriftDie Um­schau" eingehend beschrieben. Für die Zeitlupen­wirkung ist die Zahl der Ausnahmen gegenüber den gewöhnlichen ganz wesentlich erhöht, und so beträgt die Aufnahmegeschwindigkeit bei der Olym­pia-Zeitlupe, die mit dem 16-Millimeter-Film arbel« tet, 100 in der Sekunde. Wenn 16 Bilder in jeder Sekunde vorgeführt werden, so ergibt sich eine reichlich sechsfache Verlangsamung der Bewegungen, bei der genügend Einzelheiten zu unterscheiden sind.

Um den aufgenommenen Film möglichst rasch nach der Beendigung des Wettlaufs vorführungs­fertig zu haben, hat eine deutsche Firma einen neuen außerordentlich lichtempfindlichen Film aus­gearbeitet, der bei Verwendung sehr lichtstarker Objekte selbst unter schlechten Lichtverhältnissen Be­lichtungszeiten von Viooo Sekunde zuläßt. Im Unter­geschoß des Stadions ist eine Umkehranstalt einge­richtet, in der Schmalfilme unmittelbar in fertige Positive umgewandelt werden, so daß sich der neue Schmalfilm in etwa 10 bis 12 Minuten verarbeiten und vvrführungsfähig machen läßt.

Zwei miteinander gekuppelte Zeitlupenkameras werden von einem gemeinsamen Antriebsmotor be­tätigt und laufen genau übereinstimmend; sie fteben so, daß die Bildreihen etwa dem entsprechen, was ein linkes und ein rechtes Auae sehen würde. Da­neben befindet sich das zugehörige Zeitmeßgerät, und die Zeitmessung wird auf jedem Einzelbilds festgehalten. Das entscheidende Neue liegt barin, daß Filmstreifen geliefert werden, die als räumlich wirkende ßaufbiloer vorgeführt werden können. Das geschieht im Vorführungsraum des Stadions, in dem sie durch einen Bildwerfer nach einem erst neuerdings verwirklichten Verfahren auf eine Wand geworfen werden.