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m. U8 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Samstag, I. August 1936

XL OLYMPISCHE SPIELE Q&P

Wir Deutschen wollen der Welt auch auf diese Welse zeigen, dah wir die Olympischen Spiele getreu dem Befehl unseres Führers und Reichskanzlers zu einem wahren Fest des Friedens und der aufrichtigen Verständigung unter den Völkern gestalten werden Aus der Rede des Präsidenten des Deutschen Organisationskomitees für die Olympischen Spiele, Dr. Ritter v. Halt, zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele zu Garmisch-Partenkirchen.

BERLIN 1936

3m Aeichssportseld.

Die XI. Olympischen Spiele Berlin 1936 sind eine Sache der ganzen Nation. Das kommt in vielfältiger Weise nicht nur in dem lebhaften An­teil aller Volksschichten zum Ausdruck, das zeigen auch die letzten Stunden auf dem Reichs- f p o r t f e l d in Berlin. Damit am Tage der Eröffnung und während der Spiele alles wie am Schnürchen klappt, sind noch einmal alle Beteilig, ten auf den Beinen, um ihrem Werk den letzten Schliff zu geben. Da sind die Gliederungen der Be­wegung, die SA., die mit 28 000 Mann zur Er- Öffnung und zur Schlußfeier den Absperrdienst, mit 4000 Mann zum Marathonlauf den Absperrdienst versieht; da ist die SS., die 6500 Mann für den Ordnungsdienst in Bereitschaft hält, nicht zu ver­gessen der große Apparat des NSKK., der mit seinem Straßenhilfsdienst, dem Autolotsendienst, dem Touristikdienst die Kraftfahrer aus aller Welt betreut. Unsere Arbeitsmänner, denen die sanitäre Fürsorge der Sportler auf dem Reichs­sportfeld obliegt, machen sich noch einmal mit ihrem Arbeitsgebiet vertraut; andere Kameraden aus ihren Reihen, die gemeinschaftlich mit anderen Gliederun­gen der nationalsozialistischen Jugend und der Wehr­macht in der Dietrich-Eckart-Bühne mitwirken, sind zur Stelle. Auch die Wehrmacht hält.einen letz­ten Appell ab, insbesondere die Musik- und Spiel­mannszüge des Heeres, die Luftnachrichtentruppe, die einen Teil der Nachrichtenübermittlung bearbei­tet, upd die Matrosen, in deren Händen die Beflaggung liegt.

Hoch oben auf der Ehrentribüne haben die Fernschreiber der Luftnachrichten- truppe ihre Arbeitsstätte. Dort laufen von allen Kampfstätten, nicht nur vom Reichssportfeld, son­

dern auch aus Grünau und aus Kiel, die Ereignisse ein. Ein Reich für sich ist auch die Anzeige- bühne. Die drei Stockwerke hohe Anlage verfügt über 3500 Tafeln. Mannschaften einer SS.-Nach- richtenabteilung versehen hier den Dienst. Jeder hat eine bestimmte Anzahl von Tafeln und ein vorher bestimmtes Feld der großen Anlage zu be- dienen. Auch sie haben es in ihrer Tätigkeit schon zu einem Rekord gebracht, indem es ihnen gelang, in einer Stunde die vollständigen Angaben für 15 Siegerehrungen zu setzen.

lieber der Anzeigebühne liegt die Flaggen­kammer, in der Marineoffiziere noch einmal die Matrosen unterweisen. Jede Flagge der beteiligten Staaten ist mindestens dreimal vorhanden für den Fall, daß in einem Wettbewerb eine Na­tion drei Sieger stellt.

In den Presseräumen ist es auch schon lebendig geworden. Das Deutsche Nachrichtenbüro mit seinem großen Stab von Mitarbeitern, Fern­schreiber, Hell-Schreiber, Funkschriftleitung und allen modernen technischen Einrichtungen für die Nach­richtenübermittlung trifft neben den großen aus- ländischen Agenturen seine letzten Vorbereitungen. Auch die P o st hat Mustergültiges geleistet. In dem Sonderpostamt für die Presse hat jede Beamtin und jeder Beamte seinen Arbeitsplatz angewiesen erhalten.

Aus dem Getriebe der Arbeit tun wir noch einen Blick hinüber in die Langemarck-Halle zu Füßen des 80 Meter hohen Turmes, der die Olympiaglocke trägt. Die 76 Fahnen der Re­gimenter, die vor Langemarck im Feuer standen, haben bereits ihren Ehrenplatz gefunden. Ihrer ge­denkt in Ehrfurcht die Nation an dieser Stätte, an der sich auf den Ruf der Glocke die Jugend der Welt zu friedlichem Wettstreit zusammenfindet.

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Deutschlands Florett-Mannschaft für Olympia. Von links: Heim, Erwin C a s m i r (Fachamtsleiter und aktiver Teilnehmer), Eisenecker, Lerdon, Rosenbauer und Adam. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Olympische Zeittafel.

Oie Veranstaltungen und Wettbewerbe der ersten drei Tage.

Samstag, 1. August:

16 Uhr: Eröffnungsfeier im Olympia-Stadion.

21 Uhr: Festspiel im Olympia-Stadion.

Sonntag, 2. August:

Leichtathletik.

10.30 Uhr: 100 Meter (12 Dorläufe), Hochsprung Ausscheidung in zwei Gruppen); 11 Uhr: Kugel- toßen (Ausscheidung); 15 Uhr: Hochsprung (Ent- cheidung), 100 Meter (vier Zwischenläufe), Speer­werfen Frauen (Vorkampf und Entscheidung); 16 Uhr: 800-Meter-Lauf (sechs Vorläufe); 1730 Uhr: Kugelstoßen (Vorkampf und Entscheidung), 10 000- Meter-Lauf (Entscheidung); 18.30 Uhr: Start des Fackel-Staffellaufes nach Kiel, Sieger-Zeremonien jeweils im Olympia-Stadion.

Fechten.

9, 10.30 und 13 Uhr: Vorrunden der Florett- Mannschaftskämpfe jeweils Turnhalle und Kuppel­saal im Reichssportfeld. . -,T ..

15, 17 und 20 Uhr: Zwischenrunden der Florett- Mannschaftskämpfe jeweils Turnhalle und Kuppel­saal im Reichssportfeld.

Freistilringen.

11 Uhr: Vorkämpfe: 18 Uhr: Vorkämpf- jeweils in der Deutschlandhalle.

20 Uhr: Gewichtheben (Feder und Leicht. gewicht-Entscheidung) in der Deutschlandhalle.

9 Uhr: Moderner Fünfkampf (Gelande- ritt) in Döberitz. . ,

20.30 Uhr: ,.Das Frankenburger Würfelspiel Dietrich-Eckart-Bühne.

Montag, 3. August:

Leichtathletik.

11 Uhr: chammerwers-n (Ausscheidung); 15 Uhr: 400-Meter-Hürdenlauf (sechs Vorlaute), chommer- werfen lVorkampi und Entscheidung); 15.30 Uhr. 100-Meter-Laus (zwei Vorentscheidungen fiw Man- ner); 16 Uhr: 100-Meter-Laus Frauen (sechs Vor. lause)' 17 Uhr: 100-Meter-Laus Manner (Entschei. düng; 17.15 U^: 800-Meter-Lauf (drei Zwischen- laufe) 17.30 Uhr: 100-Meter-Lauf Frauen (zwei Zwischenläufe); 18 Uhr: 3000-M°t-r-Hmderms fdre, Vorläuse); 19.15 Uhr: Vorführung: Dänemark; Sieger-Zeremonien; 21 Uhr: Wiederholung des Festspieles, jeweils im Olympia-Stadion.

14 Uhr: Polo (Ausscheidungsspiele) im Maifeld.

9 und 15 Uhr: Moderner Fünfkamp (Degenfechten) im Tennisstadion.

10 Uhr: Freistilringen in der Deutschland­halle; 18: Freistilringen (Zwischenkämpfe) in der Deutschlandhalle.

20 Uhr: Gewichtheben (Halbschwergewicht- Entscheidung) in der Deutschlandhalle.

17.30 Uhr: F u ß b a l l - D o r r u n d e (Norwe­gen Türkei); im Mommsen-Stadion; 17.30 Uhr: Fußball-Vorrunde (Italien USA.) im Post- Stadion.

21.30 Uhr: Kiel: Eintreffen des Fackelstaffel­laufes an der Kieler Förde.

Das Olympische Hockey-Tumier.

Für die ersten drei Spieltage des Olympischen Hockey-Turniers (Dienstag, Mittwoch, Donnerstag) hat die technische Kommission des Internationalen

N u r m i im Olympischen Dorf. Hier unterhält er sich mit seinem Landsmann S a l m i n e n (rechts). (Scherl-Bilderdienst-M.)

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Einzug der Deutschen ins Olympische Dorf.

Reichssportführer von Tschammer und Osten zieht an der Spitze der deutschen Mannschaft in das Olympische Dorf ein. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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Hockey-Verbandes folgende Spielzeiten und Schieds­richter festgesetzt:

Dienstag: 16.30 Uhr: Frankreich Schweiz, Schiedsrichter: Turball-Jndien und Eveking-Hol­land; 18 Uhr: Holland Belgien, Schiedsrichter: Reinberg-Deutschland und Furgeot-Frankreich. Platz 2: Afghanistan Dänemark, Schiedsrichter: Iassoy-Deutschland und Crosset-Schweiz.

Mittwoch: 16.30 Uhr: Platz 2: Japan USA., Schiedsrichter: Schenkmann-Deutschland und Lepetre-Frankreich; 18 Uhr: Indien Ungarn, Schiedsrichter: Quarges van Ufford-Holland und Demaurez-Frankreich.

Donnerstag: 16.30 Uhr: Holland Schweiz, Schiedsrichter: Liegeois-Belgien und Dr. Hörmann-Deutschland; 18 Uhr: Deutschland Dänemark, Schiedsrichter: Doboe-Belgien und van T'lam-Holland.

Ergebnisse der Olympia-Gternflüge.

Die beiden Olympiasternflüge, die in getrennter Wertung deutsche Maschinen und Apparate 17 an­derer Länder nach Berlin durchführten, sind abge­schlossen. Die genauen Ergebnisse liegen jetzt vor. Von den 154 deutschen Maschinen, die zum Stern­flug starteten, erreichten 110 rechtzeitig das Ziel. 16 Maschinen sind ausgefallen, 28 weitere kamen erst noch Kontrollschluß auf dem Flughafen Rangs­dorf an.

Nach dem vorläufigen Ergebnis hat die Lifte der zehn Erftplacierten folgendes Aussehen:

1. Hptm. Speck v. Sternburg, Reichsluftfahrt- mmifterium (BFW.) 285 Pkt.; 2. Dr. Rall-Stutt- aart (Klemm) 260 Pkt.; 3. Major Polte, Reichsluft­fahrtministerium (Begl. General der Flieger Milch) (BFW.) 250 Pkt.; 4. Kalkstein-Böblingen (Klemm) 246 Pkt.; 5. Kopp-Böblingen (Klemm) 243 Pkt.; 6. Braun-Danzig (Klemm) 241; 7. Hptm. Scharfbier- Berlin-Staaken (Focke-Wulf) 238; 8. Vogel-Ham­burg (Focke-Wulf) 236; 9. Ministerialdirigent Müh- lig-Hofmann, RLM. (Klemm) 234; 10. Tank-Bremen (Focke-Wulf) 228 Pkt.

Die Flugzeuge der Teilnehmer, die rechtzeitig eintrafen, verteilen sich wie folgt auf die nachstehend aufgeführten Typen: 51 Klemm-Tiefdecker; 23 Focke- Wulf; 9 Arado; 7 Fieseler; 6 BFW.; 4 Bücker, 4 Heinckel, 2 Gerner; 2 Schwalbe; 1. Erla; 1 Motte.

Von den Teilnehmern am Internationalen Sternflug, 3u dem 47 Maschinen auf 17 Län­dern aufgestiegen sind, liegt folgendes vorläufiges Ergebnis vor:

1. Fukfa-Tschechei (Praga-Baby) 1445 Pkt.; 2. Polma-Tschechei (Praga-Baby) 1097; 3. Peterek- Polen (RWD 13) 907; 4. Simonsson-Schweden (Klemm) 765; 5. Meißner-Polen (RWD. 13) 682.

Olympia-Großflugtag in Berlin-Tempelhof.

Im Rahmen der Berliner Olympia-Flugveran­staltung hatte die Reichshauptstadt nun auch ihren Großflugtaa, dessen vielseitige Vorführungen sich gestern nachmittag vor unübersehbaren, nach Hun­derttausenden zählenden Menschenmassen, die das Tempelhofer Feld umsäumten, reibungslos ab­wickelten. Neben den Kolonnen der DAF. waren die Mitglieder des Deutschen Luftsportverbandes aufmarschiert. Kurz vor Beginn des Olympia-Groß- flugtages landete der Führer und Reichskanzler, dem die Menge eine begeisterte Huldigung dar­brachte.

Den Aufstieg von sieben Freiballons, die unter Führung alter Ballonführer in östlicher Richtung den Blicken entschwanden, folgte derA l V- herrenstart" der beiden Dorkriegsflieger Hans Grade und Alfred Friedrich auf den histo­rischen, etwa vor 25 Jahren gebräuchlichen Bau­musternGrade" undTaube". Darauf kam der Segelflug an die Reihe. Eine von neun Klemm- Maschinen geschleppte S e g e l f l u g st a f f e l zog lautlos einen wundervollen Segelflugreigen am blauen Himmel.

Nachdem in Rangsdorf der Deutsche Graf Hagen­burg auf Focke-Wulf mit 658,83 Punkten vor den Tschechen Siroky und Novak als Sieger in dem vom Reichsluftfahrtminister gestiftetenPreis der Nation" hervorgegangen war, starteten diese drei Kunstflieger zu einem Vorführungswettbewerb, an dem auch die beiden besten deutschen Pilotinnen

teilnahmen. Graf Hagenburg erzielte 89Punkte, Novak 80 und sein Landsmann Siroky 74. Liesl Bach lag mit 60 Punkten vor ihrer Kamera­din Vera von B i s s i n g mit 50 Punkten.

Das übrige großartige Programm umfaßte den Start von etwa 10000 Kinderballons, eine luftige Einlage, die allgemeinen Beifall fand, die Vorführung moderner Leichtflugzeuge, ferner einen zweiten Luftreigen, an dem u. a. die vier­motorige SchweröljunkerGeneralfeldmarschall von Hindenburg" unter Flugkapitän Brauer, die Ju86 unter Baier und H 70 unter der Fliegerin Me­litta Schiller beteiligt waren. Auch ein gleich­zeitiger Absprung von 8 Fallschirmpiloten klappte vorzüglich.

Die Generalität der Luftwaffe, der Staatssekretär der Luftfahrt, General der Flieger Milch an bet Spitze, weilte auf der Flughafenterrasse im Kreise der ausländischen Flieger.

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Der Mittelstreckler der Schweiz, Dr. M a r t i n (links) und Beccali (Italien), zwei alte Bekannte, be­grüßen sich im Olympischen Dorf in Berlin.

(Scherl-Bilderdienst-M.)

Olympia 1940 in Tokio.

3n feiner Arbeilssihung am Freilag beschloß das Internationale Olympische Komitee in Berlin mit 36 gegen 27 Stimmen, die XII. Olympischen Spiele 1940 nach Tokio, der Hauptstadt Japans, zu ver­geben.

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Am Vorabend des großen Weltsportfestes in Ber­lin ist die Entscheidung über den Austragungsort der XII. Olympischen Spiele gefallen. In heißem Wettlauf zwischen Tokio und Helsingfors ist die japanische Hauptstadt als knapper Sieger hervor» gegangen. In der nicht öffentlichen Sitzung des IOK. am Freitag im Hotel Adlon in Berlin erhielt Tokio 36, Helsingfors 27 Stimmen.

Die Vertreter beider Städte hatten Gelegenheit erhalten, ausführlich über die Durchführung der XII. Olympischen Spiele 1940 in ihren Ländern zu berichten. Die schwerwiegende Entschei­dung fiel nach gründlicher und objek­tiver Prüfung aller vorliegenden Unterlagen und Pläne.

Begeisterung in Tokio über die Entscheidung des Olympischen Komitees

T o ki o , 1. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Nack« richt von der Entscheidung des Olympischen Komi­tees über die Durchführung der XII. Olympischen Spiele 1940 in Tokio wurde mit großer Be­geisterung ausgenommen. Die Schiffe und Fabriken ließen die Sirenen heulen, und auf den Plätzen wurde Feuerwerk abgebrannt. Am Sonn-