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2ch schieße Sie sonst nieder. Bitte, kommen Sie hierhin. Setzen Sie sich auf diesen Stuhl hier. Er- zählen Sie mir, wer Ihnen den Tip gab, aus« gerechnet bei mir einzubrechen!" Der Fremde starrte auf die Pistolenmündung, die au* Afn gerichtet war, und erzählte. Gourney horchte zu und fügte dann Zu dem Fremden:Bitte, gehen Sie dort zum Schreibtisch hinüber. Rusen Sie Nummer 17311 an. Verlangen Sie im Dubliner Polizeipräsidium den Chef vom Dienst zu sprechen. Sagen Sie ihm, daß ich ihn bitten lasse, hierher zu kommen." Zehn Minuten später traf der Chef vom Dienst mit zwei Beamten ein. (Er nahm seinen Weg durch den Gar­ten. Er war höchst erstaunt, als er in das dunkle Zimmer trat und in dem einen Sessel einen Men­schen sitzen sah, der die Hände hoch hielt und im anderen Gourney, der auf jenen Fremden die Pistole gerichtet hatte.Nehmen Sie ihn, Herr Inspektor. Er wollte ausgerechnet bei mir einbre­chen. Ich habe ihn für Sie verhaftet. Die Pistole ist alt und nicht geladen. Aber erzählen Sie mir nun, wie der Mann eigentlich aussieht, der hier vor mir sitzt..." Der Verhaftete zuckte zusammen. Er schabte Gourney in die Augen:Damned, er ist blind ich habe es nicht gemerkt!"

Der Bulle als Streikbrecher.

(nn) Paris.

Jetzt, nachdem die Streikbewegungen in Frank­reich vorüber sind, findet man in der Presse hie und da niednche Geschichten und Vorkommnisse aus dieser bewegten Seit. Eine der nettesten ist die Geschichte, die sich nach einem Pariser Blatt auf einem größeren Gutshofe in der Nähe von Dijon abgespielt haben soll. Dort erschienen eines Tages in aller Herr­gottsfrühe sechsGenossen" am Wirtschaststor und erklärten dem herbeieilenden Gutsbesitzer, sie seien gekommen, auch seine Arbeiter und Angestellten zu einerSympathieaktton" zu bewegen. Zuvorkom­mend und höflich bat der Besitzer die Herrschaften, die mächtige rote Schleifen an ihren Rockaufschlä­gen trugen, doch in den Hof einzutreten, schloß dann unbemerkt hinter ihnen das Tor, gab vor, feine im Stall beschäftigten Leute herausrufen zu wollen und betrat diesen. Die sechs Genossen sahen sich derweilen interessiert in dem von hohen Mauern umschlossenen Hofe um. Bis sich plötzlich die Stall­tür wieder öffnete und ein riesiger Bulle darin mit gesenkten Hörnern erschien. Beim Anblick der knall­roten Rosetten stieß er ein abgrundtiefes Gebrüll aus und stürzte vor, die sechs erschreckten Klassen- kampser aber erwachten aus der Erstarrung des ersten Entsetzens und kletterten, um Hilfe rufend emsig wie die Affen auf Bäume und Schuppen­dächer. Dann erschien der Besitzer wieder mit einigen Arbeitern, trieb den aufgeregten Bullen in den Stall zurück, öffnete das Wirtschaftstor, und wie begossene Pudel zogen unter dem Hohngeläch­ter der ganzen Gutsbelegschaft die sechs Helden der Internationale ab.

Der Schatz der Mademoiselle.

(ha) Freiburg (Schweiz).

Fräulein B. war im Laufe der Jahre sehr miß­trauisch geworden. Sogar den Geldschränken schenkte sie kein Vertrauen mehr. Als sie vor ein paar Jah­ren Ausschau hielt, was sie mit ihren 25 000 Fränkli

anfangen sollte^ packte sie diese in «eine Kassette und vergrub den Schatz in einem großen Trümmer- hcmfen, der hinter einer alten Ziegelei lag. An sich wäre alles in Ordnung gewesen aber die Made­moiselle hatte nicht gemerkt, daß ihr Tun die Auf­merksamkeit eines Knechtes erregt hatte, der vor­sichtig nachgrub und jene Kassette fand, aber vor­läufig noch an ihrem Platz beließ, denn die Made­moiselle pflegte jeden dritten oder vierten Tag mit einer langen Eisenftange an jenen Schutthaufen zu gehen und mit ihr nachzutasten, ob die Kassette auch noch vorhanden sei. Das ging so feit dem Jahre 1930. Der Knecht, der die Mademoiselle belauscht hatte, hatte längst seinen Dienst quittiert. Er war in schlechte Gesellschaft geraten und hatte schließ­lich in einer Strafanstalt einem anderen Häftling von jenem Schatz des alten Fräuleins erzählt. Beide gingen nun nach ihrer Freilassung hinaus nach Freiburg, um den Schatz zu heben. Als daher die Mademoiselle wieder mit ihrer langen Stange kam und nach der Kassette tastete, mußte sie zu ihrem Schrecken feststellen, daß ihr Schatz verschwunden war. Die Kriminalpolizei, die man herbeiholte, untersuchte sogar die Steine in der Nähe des Ver­stecks und sand eine Anzahl Fingerabdrücke, die schließlich zur Verhaftung jenes Knechtes von einst führte. Auch sein Spießgeselle wurde kurze Zeit später erwischt. Doch von dem Geld sand man keine Spur. Die Banditen, die sich schon im sicheren Be­sitz des Schatzes fühlten, erklärten sich schließlich bereit, den Schatz zurückzugeben, wenn man jedes Strafverfahren gegen sie einstelle. Aber inzwischen hatten die Kriminalisten von Freiburg Polizeihunde auf die Spur gesetzt. Sie entdeckten in einem alten Koffer, der in einem Keller in Freiburg versteckt war und ferner in der Wohnung der Eltern des Knechtes genau auf 50 zu 50 geteilt den gestohle­nen Schatz. Die Mademoiselle hat ihre Franken wieder. Aber man erzählt sich im Kanton Freiburg, daß die Steuerbehörde lebhaftes Interesse für jenen Schatz beweise und vergebens in den Steuer­erklärungen der Mademoiselle nach einem Hinweis auf jene Fränkli geforscht habe.

Ein Sportplatz im alten Pompeji.

J. Z. R o m.

Nach monatelanger Arbeit ist ein Sportplatz im alten Pompeji festgestellt worden. Aus Befehl Mus­solinis, der sich besonders für die Ausgrabungen in Pompeji interessiert, geht man jetzt daran, den Platz mit äußerster Vorsicht bloßzulegen.

Der Platz ist etwa 150 Meter lang und 120 Me- ter breit. Er ist von einer Marmormauer um­geben; der Eingang war mit Marmorsäulen ge­schmückt. In der Mitte des Platzes befindet sich em Schwimmbecken aus Marmor und ohne beson­deren Schmuck.

Bei den Ausgrabungen fand man auch eine Neihe von Skeletten. An der Haltung der mensch­lichen Ueberreste war noch deutlich zu erkennen, daß diese Pompejaner vom Tode ereilt wurden, als fie versuchten vor dem Aschenregen zu flüchten. Ein Skelett hielt noch einen silbernen Talisman in der Hand.

Sobald der Sportplatz völlig ausgegraben und mstandgesetzt ist, soll auf ihm ein Treffen von Sportlern aus ganz Italien ftattfinben, alsZei­

chen der Wiedergeburt anttken Lebens und der Beständigkeit der Rasse."

Ein neuer Narciso gesucht.

(u) Lissabon.

Auf den Kanarischen Inseln genießen die Bewoh­ner ein wahrhaft paradiesisches Klima. Man be­hauptet, daß auf keiner Insel der Erde so viel alte Leute lebten, wie gerade hier. Vor einigen Tagen starb nun in Orotavo der Renommiergreis, ein ge­wisser Narciso Borges, der das sagenhafte Alter von 107 Jahren erreichte. Er mußte, wenn die Fremden auf den Inseln ankamen, am Kai stehen und ihnen erzählen, daß das prachtvolle Klima ihn so gut erhalten habe. Mitunter brachte er auch eine Schar seiner Enkelkinder mit. An Kindern, Enkeln und Urenkeln hatte er nämlich 96, als er das Zeitliche segnete. Man sucht jetzt einen neuen Renommiergreis, der als Attraktion nichts anderes zu tun hat, als am Kai herumzustehen und das Klima der Kanarischen Inseln zu rühmen.

tim Liszts Erbe.

B. Li. Budape st.

Die ungarische ZeitungMagyarsag" druckt ein Interview mit dem Großneffen von Franz Liszt ab. Dieser Großneffe, ein Böttcher namens Karoly Liszt, führt seit 36 Jahren einen Prozeß gegen den ungarischen Staat, von dem er die Herausgabe des Lisztschen Nachlasses verlangt, soweit er in Ungarn deponiert ist. Es handelt sich vor allem um große Kunstschätze, die Liszt dem Budapester National­museum geschenkt hat.

Karoly Liszt gründet seine Ansprüche auf einen Brief, den Liszt im Jahre 1883 an das Museum gerichtet hat. Liszt hatte damals seinen Wohnsitz in Ungarn aufgegeben, und zwar weil ein Mann, der sich bei Liszt um eine Stellung beworben hatte, aber abgewiesen worden war, wenige Tage später den ungarischen Staatsmann Graf Meilath ermor­det hatte. In dem Schreiben an das Museum soll Liszt seine in Budapest befindlichen Effekten dem Museum geschenkt haben; Karoly Liszt behauptet jedoch, sein Großonkel habe seine Kunstschätze dem Museum nur zur Aufbewahrung übergeben. Das gehe klar aus einem anderen Brief Liszts hervor, der aber leider in Weimar verloren gegangen sei. Die Gerichte haben die Klagen des Karoly Liszt bisher stets abgewiesen, und da der Kläger durch seine Prozesse bereits sein ganzes Vermögen ver­loren hat, dürfte es vorläufig zu keiner neuen Klage kommen.

Der überlebensgroße Polizist.

(sh) Warschau.

Man wird den 2,36 Meter großen Polizeisergean- ten Zub nicht mehr im Straßendienst von Warschau sehen. Er hat sich versetzen lassen und gebeten, ihn nur noch im Innendienst zu verwenden. Man wird ihn wohl pensionieren müssen. Man müßte einen Tanzsaal für ihn als Büro einrichten und gewal­tige Möbel, Sessel und Tische oder zum mindestens doch einen gewaltigen Hocker für ihn Herstellen lassen. Weshalb er von der Straße flüchtet? Eines Tages kam ein winzigkleiner Schüler zu ihm und bat ihn um eine Auskunft. Der Riefe mußte sich aus feiner Hohe niederbeugen, um die Frage zu

verstehen und dem Kind die nötigen Erklärungen zu geben. Am Straßenrand aber standen die Freunde jenes Schülers und bogen sich vor Lachen angesichts der akrobatischen Bemühungen des Rle« sen. In der Folgezeit erschienen nun Tag für Tag Schüler und baten um irgendeine Auskunft. Nach, dem der Riese gemerkt hatte, daß man sich nur über ihn luftig machte, verfiel er erst in Melancholie, versah seinen Dienst nur noch nachlässig und mek» bete sich schließlich fort.

Aus aller Wett.

Stanborfmelbung desGraf Zeppelin".

Das nach Südamerika fahrende LuftschiffGraf Zeppelin" stand nach Mitteilung der Deutschen See­warte Samstagmorgen um 8 Uhr über dem Ozean etwa 1000 Kilometer südwestlich von den Kapver- dischen Inseln entfernt.

Englisches Flugzeug mit zehn Personen überfällig.

Große Erregung herrscht auf der Kanalinsel Guernsey, weil ein dort am Freitagabend gestar­tetes, mit acht Fluggästen, dem Piloten und dem Funker besetztes englisches VF-Flugzeug an feinem Bestimmungsort Jersey, wo es 20 Minuten später landen sollte, nicht eingetroffen ist. Auch um Mitternacht lagen noch keine Nachrichten über das Flugzeug vor, obwohl von Rettungsbooten von den benachbarten Orten und allen in der Nähe be­findlichen Schiffen Nachforschungen angestellt wor­den sind.

Oberst Lindbergh auf der Deulschlandschau.

Am Freitag besuchten Oberst Lindberab und Frau in Begleitung des amerikanischen Militär- und LuftattachLs Major Smith und Dr. Freiherr von Koeppelle von der Attache-Gruppe des Reichsluftsahrtministeriums die Ausstellung D e u t s ch l a nd. Nach eingehender Besichtigung aller Abteilungen besuchte Oberst Lindbergh das Lager des Reichsarbeitsdienstes in der Aus­stellung und äußerte sich sehr anerkennend über das Gesehene.

wegen Totschlages zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Das Berliner Schwurgericht verurteilte den 30 Jahre alten Otto Ludewig, der in der Nacht zum 10. Juli d. I. in Marwitz (Kreis Osthavelland) den dänischen Fischautofahrer Petersen getötet hat, wegen Totschlages zu der Höchststrafe von 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehr­verlust. Ludwig, ein brutaler und rücksichtsloser Mensch, hat den dänischen Kraftfahrer im angetrun­kenen Zustande ohne ersichtlichen Grund durch einen Messerstich getötet. Das Gericht hat daher keinen Anlaß gesehen, von der gesetzlichen Höchststrafe ab- zugehen.

Feuer in einem Pulvermagazin in Athen.

Im Pulvermagazin des Athener Arsenals brach ein Brand aus, durch den etwa 40 Tonnen Pul­ver vernichtet wurden. Das Feuer konnte bald er­stickt werden. Man vermutet, daß der Brand eine Folge der außerordentlichen Hitze ist, die hier seit Tagen herrscht. Der Gesamtschaden hat eine Hohe von fünf Millionen Drachmen.

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Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 2. August, um 13i/2 Uhr, in Lang-Göns statt.

Wieseck (Gießener Straße 128), den 30. Juli 1936.

Die Trauerfeier findet am Montag, dem 3. August, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof in Gießen statt.

Lang-Göns, Vilbel, Gießen, Darmstadt, Essen, Düsseldorf, am 1. August 1936.

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Am Donnerstagabend entschlief nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante

Frau Agnes Schmidt, geb. Weiß

im Alter von 47 Jahren.

1-io.flugust-1936 cmc NachsMbvug von öaft-lLpftegostelloa fite Dos fthoiungswrot Oos Doutfdion Voltes und fite Dte Klnöoolanöooo- IWteung öucdj.

Nach längerem Krankenlager ist unsere liebe Mutter. Schwester, Schwägerin und Tante

Frau Elisabethe Hofmann Wwe.

geb. Gorr

im beinahe vollendeten 75. Lebensjahre, nach einem arbeitsreichen Leben, am 1. August 1936, friedlich entschlafen.

In tiefer Trauer:

Margarete Hofmann / Wilhelm Hofmann Else Hofmann, geb. Frank.

Heuchelheim und Gießen, den 1. August 1936.

Die ßecrdigung findet am Montag, dem 3. August nachmittags 5 Uhr, vom Sterbehause Gartenstraße 7 aus statt.

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Naturschutzverordnung oom 18. Mürz 1936 GR(DBi. I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, aus­führlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenlchen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz Gebunden RM. 3,60.

Die beiden Verfasser des vor kurzem erschienenen Kommentar» zum Reichsnaturschuhgesetz haben hier auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihres weitgehenden Einblicks in das Werden der neuen Naturschuhverordnung, die nun für das ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher erschienenen Er- günzungsbestimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich er­läutert und geben damit jedem eine gründliche Auf­klärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur über­haupt, sei es beruflich oder als Liebhaber und Na­turfreund in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier- und Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rcchtsan- wälte müssen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet sein, sondern auch botanische Vereine, Naturalien- und Her- barien-Handlungen und LehrmittelgeschSfte, Präpa­ratoren, Ausstopfer, Pflanzensammler, Schmuckrei- sig-Derkäufer, Kranzbindereien und die mit derüber- wachung der Märkte beauftragten Beamten, Feld­hüter, Polizeistellen usro.

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Bekanntmachung.

Dienstag, den 4. August 1936, findet in Gießen Rindvieh- (Ruhvieh-) Markt statt. Auftriebszeit von 7.30 Uhr bis 8.30 Uhr vormittags. Sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft.

Nächster Schweinemarkt: Mittwoch, den 19. August 1936. 4820C

Gießen, den 1. August 1936.

Der Oberbürgermeister: Ritter.

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Frau Pauline Hofmann

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