Ausgabe 
31.10.1935
 
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von seinem Recht und dem Unrecht, das ihm mit den Sanktionen angetan werden soll, immer mehr überzeugt.

Kür die Kriegsgeschichte wurden in Ostafrika so­undsoviel Divisionen eingesetzt; für die Weltgeschichte aber wurde im Kampf gegen die Sanktionen ein­gesetzt der faschistische Staat. Das heißt: eine Idee. Mit iyrem Schöpfer Mussolini, mit ihrem Träger, dem italienischen Volk, steht sie auf der Feuerprobe. Und so öffnet sich auch für die Geistesgeschichte ein neues Kapitel.

Deutscher Protest in London. Verwahrung gegen gehässige Angriffe Churchills auf den Führer.

Berlin, 30.Ott (DNB.) Der frühere englische Minister W. Churchill hat imStrand Maga- xme" einen Artikel veröffentlicht, der in kaum zu überbietender gehässiger Weise den National» sozialis mus und seinen Führer an- greift. Die Zeitschrift, die sich zu einer der­artigen Hetze hergegeben hat, ift auf unbe- stimmteZeitfürdasReichsgebietver- boten worden. Mit Rücksicht auf die in den Aus­führungen Churchills enthaltene Beleidigung des deutschen Staatsoberhauptes ist der deutsche Botschafter in London beauftragt worden, auf die ungehörigen Ausführungen eines Mitgliedes der Regierungspartei an zuständiger Stelle ent- sprechend aufmerksam zu machen und schärfste Verwahrung einzulegen.

Um das Haushaltsgleich- gewicht in Frankreich.

Vergebliche Warnungen Lavals.

Paris, 30. Okt. (DNB.) Der Gegensatz zwischen der Regierung und dem Finanzausschuß der Kam­mer verschärft sich. Laval hat im Beisein des Fi­nanzministers Regnier den Vorsitzenden des Finanzausschusses der Kammer M a l v y und den Berichterstatter darauf aufmerksam gemacht, daß Beschlüsse des Ausschusses in den Haushaltsvoran­schlag ein Loch reißen und somit das Gleich­gewicht zu stören drohen. Er bat Malvy, die Aus­schußmitglieder vor der Weiterberatung auf diesen Sachverhalt aufmerksam zu machen. Trotz dieser Warnung hat der Finanzausschuß weitere Beschlüsse gefaßt, die den Forderungen nach Sparsamkeit nicht Rechnung tragen. So hat der Ausschuß Einsparun­gen der Notverordnungen auf Beamtengehälter und auf Pensionen teilweise wieder rück­gängig gemacht und zudem noch die Schaf­fung einer Pensionskasse ins Auge gefaßt. Nach den ersten Schätzungen werden die Beschlüsse in den Budgetvoranschlag ein Loch von 2,3 Milliar­den Franks reißen. Man glaubt, daß die Regie­rung nach der Rückkehr Lavals aus Genf noch nachdrücklicher eingreifen werde, nachdem ihre heu­tige Warnung an den Finanzausschuß nichts ge- nützt hat.

Regieruncrswechset in der Tschechoslowakei.

Prag, 31. Okt. (DNB. Funkspruch.) Präsident M a s a r y k hat der vom Ministerpräsidenten M a l z p e t r vorgeschlagenen Regierungsumbildung zugestimmt. Als Chef des neuen Kabinetts ist Dr. H o d z a ausersehen. Die deutsch-agrarischeDeutsche Landpost" erklärt, Hodza gehöre zu den eifrigsten Kündern der Agrardemokratie. Er sei auch ein Bürge für den nationalen Frieden im Staate und für den Grundsatz der Zusammenarbeit. Das Blatt Dr. B e n e f ch s, derCeske Slowo", meint, Dr. Hodza sei eine starke Persönlichkeit und habe in den letzten Jahren großen staatsmännischen Weitblick bewiesen. Das Hauptblatt der Sudetendeutschen Partei, dieZeit", schreibt, die Regierungsumbil­dung sei eine Korrektur des bisherigen Kräfte­spiels im Sinne einer Zunahme des agrari­schen Einflusses. Es sei unter diesen Ver­hältnissen nicht unwahrscheinlich, daß die Spannun­gen zwischen der Linken und den übrigen Regie­rungsparteien in Zukunft noch stärker als bisher hervortreten werden. Dazu komme, daß der neue Chef der Regierung wiederholt eine außen­politische Linie angedeutet habe, die nur schwer auf einen gemeinsamen Nenner mit der Dr. Benesch gemacht werden konnte. Seit Svehla habe an der Spitze einer tschechoslowakischen Regierung noch nie ein Mann mit eigener außenpolitischer Auffassung gestanden, die Dr. Hodza gleichfalls habe. Das Blatt der Tschechisch-katholischen Volkspartei,Li­dowe" Listy", erklärt, daß für die Bestimmung Hodzas zum Ministerpräsidenten in erster Linie die Rücksicht auf die Slowakei und außenpolitische Gründe maßgebend gewesen seien.

Blockbildung in Vorderasien

Zwischen der Türkei, Iran und dem Irak ist es zur vorläufigen Unterzeichnung eines Nicht­angriffs- und Freundschaftspaktes ge­kommen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß auch Afghanistan und Arabien diesem Abkom­men beitreten. Damit wäre in Vorderasien ein Lis in das Herz Asiens reichender Pakt unter Dach gebracht, der in seinen politischen Auswirkungen Len Großmächten höchst unangenehm werden ikönnte, die noch immer die asiatischen Völkerschaf- den gleich Schachfiguren hin- und herschieben. Daß -die Türkei in diesem Vertragswert die Hauptrolle «spielt, kann wohl nicht bezweifelt werden. Aber Die Türken sind nun wieder die politischen Freunde unb Parteigänger der S o w j e t r u s s e n. So ge­sehen, kann also in dem jetzt abgeschlossenen Pakt ein politischer Willensausdruck Moskaus gesehen werden, das gerade im vorderen Asien lebhafte An­strengungen macht, die britischen Einflüsse zurück- qudrücken. Schon der Anschluß Iraks muß von den Engländern als eine schwere Schlappe empfun­den werden. Die Briten werden in erster Linie durch das Zusammengehen dieser Staaten getrof- jfen werden, da ihnen die politische Arbeit durch die so bekundete Freundschaft der drei Staaten unter­einander, die natürlich auch verpflichtet, wesentlich erschwert wird.__

Wobn 11 dttendant Io paix contre Fagresseur Mussolini.

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Tragödie" heißt die Überschrift zu dieser Karikatur aus der Pariser ZeitungVictoire". John Bull (England) perteibigt den Frieden gegen den Angreifer Mussolini; er schlägt aber dabei mit dem HammerSanktionen' dem Frieden aufs Haupt. Im Hintergrund rechts Laval vor dem Eingangstor des Völkerbundes. (Scherl-M.)

Die Verteidiger von Makalle.

Eine Erinnerung an den abessinischen Krieg von 1896.

Die bis Abigrat vorgestoßenen italienischen Trup- pen haben, soweit das den vorliegenden Kriegs­berichten zu entnehmen ist, offenbar den Auftrag erhalten, sich nach Makalle vorzuarbeiten. Ma­kalle, unter dem Negus Johannes die Hauptstadt Abessiniens, hat schon einmal in der italieni­schen Kolonialgeschichte eine Rolle gespielt. Und zwar wenige Wochen vor der großen und entschei- oenben Niederlage bei Adua im Jahre 1896. Da­mals war Makalle, nachdem Major T o s e l l i mit seinen Truppen 175 Kilometer weiter südlich in Amba Aladichi eine Niederlage erlitten hatte, der am weitesten vorgeschobene italie­nische Vorposten. Rund 1000 Mann standen unter Major Galliani in Makalle. Namentlich das auf einer Anhöhe gelegene Fort Euba- I e f u s hatten die Italiener stark befestigt und mit Waffen sowie Lebensmitteln gut versorgt. Denn darüber konnte es nach der Niederlage Tosellis für die militärische Leitung keinen Zweifel geben, daß sich nun Die Streitmacht des Negus Menelik gegen Makalle wenden werde.

Anfang Januar trat das erwartete Ereignis ein. Immer größere Heerhaufen zogen heran und rich­teten in weitem Umkreis ihre Zelte auf. Am 7. Januar konnte vom Fort aus beobachtet wer­den, wie sich die Abessinier sammelten und an dem Negus vorbeizogen, dann zunächst im Süden An- gristsstellungen bezogen, um alsbald ganz um das italienische Lager herumzuschwenken. Vormittags um 10 Uhr 15 Minuten fielen d i e e r ft e n Schüsse. Die Abessinier gingen zum Sturm­angriff über. Immer wieder stießen sie vor, um ebensooft mit blutigen Köpfen zurückgewiesen zu werden. Der Negus focht unter ihnen. Er ließ sein rotes Zelt vortragen, bas unter ben italienischen Wällen Aufstellung finben sollte. Aber die Träger mußten unter bem Feiger ber Derteibiger wieder zurückweichen. Auch die Schnellfeuergeschütze des Negus vermochten die italienische Widerstandskraft nicht zu brechen, da man zu hoch schoß. Gegen Abend ließen die Angriffe nach, um am andern Tage mit erneuter Heftigkeit wieder aufzuflammen. Diesmal schossen die abessinischen Kanoniere besser. Don ben Verteidigungsanlagen wurde manches zertrümmert, die Italiener muhten vorgeschobene Stellungen räumen und sich auf die Hauptbefesti- ? ungen zurückziehen. Aber fie hielten M a - alle.

Fast täglich folgten neue Angriffe, bald stärker, bald schwächer. Aber auch Gegenangriffe ber derteibiger fanben statt, für bie es jeboch nicht mehr barum ging, bie Abessinier zurück­zuwerfen unb sich einen Ausweg aus biefer Falle zu schaffen. Dazu hätten bie bem Major Galliani zur Verfügung stehenben Kräfte nicht gereicht. Außerbem hatten bie Abessinier bie Stämme aus Schoa unb Tigre zahlreiche Laufgräben runb um Makalle ausgehoben, so baß jebe Aussicht auf ein Entrinnen genommen war. Für bie Eingeschlos­senen waren Ausfälle aus einem anberen Grunbe zur bitteren Notwenbigkeit geworben: bie Wasser­versorgung lag außerhalb bes Forts. Aber bie Quelle war im Besitz ber Belagerer. So artete jeher Ausfall in eine Jagb nach Wasser aus. Die in ber Nähe ber Quelle fämpfenben Mannschaften stürzten sich auf bas kühle Naß, bann würben unter bem Feuer ber Abessinier bie mit« gebrachten Gefäße gefüllt unb in bie Festung zu- rückgeschlepvt. Natürlich merkten bie Scharen Mene- liks alsbald, woran die Italiener Mangel litten. Sie wälzten Steine auf die Quelle, so daß ein Wasserschöpfen unmöglich wurde. In Makalle ging inzwischen der Wasservorrat immer mehr auf die Neige. Pro Mann wurde täglich nur ein Viertel Liter ausgegeben, das Vieh wurde schließlich Über­haupt nicht mehr berücksichtigt. Dafür grub man, vor Durst halb irrsinnig, nach Wasser, um bei jedem neuen Angriff aus ben Stollen herauszustürzen unb mit ber am Gaumen flebenben Zunge die wiederholt mit Leitern oorbringenben unb bie Brustwehren er- flimmenben Abessinier zurückzuschlagen.

Kunbschafter, bie sich nachts burch bie Stellungen der Belagerer schlichen, brachten bem Oberbefehls­haber General Baratieri regelmäßige Kunbe. Alle Welt fing allmählich an, sich für bas Schick­sal ber Eingeschlossenen zu interessieren. Man be­stürmte unb brängte Baratieri, mit ben 15 000 Mann, bie er im Januar schon in Abigrat bei ber Hanb hatte, bem inzwischen wegen ber helbenhaf- ten Verteibigung Makalles zum Oberstleutnant de- förberten Major Galliani zu Hilfe zu kommen. Doch ber General zögerte unb zögerte, so baß be­reits ein wilber Sturm ber Entrüstung in Rom los­

brach. Eine Regierungskrise drohte, doch der Ober­kommandierende glaubte, noch warten zu können. Je größer die Zahl seiner Feinde wurde einen Kriegsberichterstatter der Mailänder ZeitungSe- colo , der ihn heftig angegriffen hatte, lieh er kur­zerhand aus Erythrcia abschieben desto größer wurde die Begeisterung für die Helden von Makalle. In Turin sammelte man, um einen Ehrensäbel für Galliani anfertigen zu lassen, im Wahlkreis Mandooi wollte man ihn als Abgeordneten haben.

Aber alles Lob, mit dem er überhäuft wurde, klang doch schon nach Grabgesang. Denn darüber war man sich einig, daß die Tausend von Makalle würden die Waffen strecken müssen. Täglich hieß es in ben Kriegsberichten, baß sich Makalle immer noch halte" Man versuchte nun, auf die Englänber einzuwirken, um bas Recht zum Durchmarsch b urch B r i t i s ch - S o m a l i- l a n b zu erhalten, um auf Harrar zu marschieren unb Menelik abzulenken, man stritt sich in ber Presse mit ben ablehnenben Briten herum. Auch mit ben Franzosen gab es heftige Auseinanber- setzungen, behaupteten boch bie Italiener, baß bie besonbers bei Makalle gefunbenen Waffen fran­zösischen Ursprungs wären, was selbstver- stänblich von ben Franzosen, bie auch bie mili­tärischen Berater bes Negus gestellt haben sollten, abgeleugnet würbe.

Inzwischen hatte Baratieri zögernd ben Vormarsch angetreten. Ihm war bie Botschaft zugegangen, baß ber Negus Frieben wünsche. Das bewog ihn, ben Leutnant Felter zu ihm zu fen- ben unb um freien Abzug für Galliani zu bitten. Die Bitte mürbe erfüllt. Von ben letzten italienischen Kunbschaftern würbe am 25. Januar gemeldet, daß sie gesehen hätten, wie bie Besatzung mit allen Waffen und Verwundeten das Fort verlassen hatte unb nach bem Nar­ben abmarschiert war. Das stimmte, Leutnant Felter hatte trotz bes Widerstanbes ber verschiedenen Stammeshäuptlinge den ungehinderten Abzug in allen Ehren erwirkt. Ein wilber Jubel erhob sich barauf in Rom, Extrablätter brachten bie Kunbe von ber Errettung ber wackeren Besatzung Makalles. Wenige Tage später burchschritten bie Italiener bie eigene Front. Bis hierher waren sie von starken abessinischen Einheiten begleitet.

Ueberall herrschte Glückseligkeit, doch niemand hatte bemerkt, daß Menelik in ber ganzen Affäre das bessere Teil erwählt hatte. Es wäre ihm sicherlich gelungen, Makalle in Besitz zu nehmen, aber die Verluste in seinen Reihen waren schon so groß, daß er nicht Gefahr laufen wollte, an An­sehen zu verlieren. Zwar murrten die Unterhäupt­linge, als er bie Italiener abmarschieren ließ. Da­für würbe er ber Notwendigkeit enthoben, sich mili­tärisch an diesem Fort weiter zu verausgaben. Er konnte nun (eine Streitkräfte nach bem Norden werfen. Tage später stand er mit gesammelten Kräf­ten bem General Baratieri gegenüber, bem er bei Abua bie Nieberlage brachte, bie bamals ben ganzen Krieg für Abessinien entschied.

Vertrauensvotum

für die neue spanische Veaieruna

Madrid, 30. Okt. (DNB.) Die neue spanische Regierung, in der nur die beiden radikalen Minister Lerroux und Rocha durch zwei andere Mitglieder der gleichen Partei ersetzt wurden, erhielt mit 136 gegen 17 Stimmen das Vertrauen des Parlaments. Von ben zum Regierungsblock gehörenben Rabi- kalen beteiligten sich jeboch nur 18 Abgeorbnete an ber Abstimmung, währenb sich bie übrigen ber Stimme enthielten Man erblickt in biefer Tatsache bas erste Anzeichen für eine Spaltung inner­halb ber Rabikalen Partei sowie einer Schwächung bes Regierungsblocks.

Kunst unb Wissenschaft

Der Führer verleiht Bruno Kittel die Goethe- Medaille.

Der Führer und Reichskanzler hat dem Musik­direktor Bruno Kittel in Anerkennung seiner Verdienste um die Pflege des deutschen Gesanges die G o e t h e - M e d a i l l e für Wissenschaft und Kunst verliehen. Anläßlich der 100. Aufführung ber Neunten Symphonie von Beethoven burch ben Bruno Kittelschen Chor überreichte ber Reichs- minifter für Volksaufklärung unb Propaganda Dr. Goebbels diese Auszeichnung Bruno Kittel mit einer kurzen Ansprache nach Beendigung des Kon­zertes in der Berliner Philharmonie.

Aus aller Wett.

450 Jahre Fabersche Druckerei.

Die Druckerei des Faber-Verlages in Magdeburg, der bieMagbeburgische Zeitung" unb benMagbe- burgischen Generalanzeiger" herausgibt, begeht am 31. Oktober ihren 450. Jahrestag. Die Drucke- rei ist entstauben im Jahre 1485. Am 23. August b. I. stellte ber Leipziger Drucker Konrab Kachel­ofen basPsalterium Davidis" her. Nach Kachel­ofens Tobe im Jahre 1529 übernahm besten Schwie­gersohn Melchior Lotther, ein Freunb Luthers, bie Druckerei. Er war einer ber Hauptbruder in ber Frühzeit ber Reformation. 1529 würbe ber Filial­betrieb in Wittenberg nach Magbeburg verlegt. Nach- bem biefer Betrieb in Besitz ber Familien Kirchner, Sünder unb Betzel übergegangen war, übernahm ihn 1645 ber Schwiegersohn von Anbreas Betzel, Johann Müller. 1730 tarn bie Druckerei bann in ben Besitz von Gabriel Gotthilf Faber, ben Begrün­der ber heute sieben Generationen hinburch be- stehenben Familie. 1731 erschien erstmalig bie Königlich Privilegierte Magbeburgische Zeitung". Der Faber-Verlag hat aus Anlaß bieses selte­nen Jubiläums eine stattliche, reich bebilberte Fest­schriftVierhundert fünfzig Jahre einer deutschen Druckerei" erscheinen lasten, zu de­ren Druck eine eigene Schrift nach dem Dorbilde der alten Lettern jenes bereits erwähnten Mel­chior Lotther bes Aelteren gegossen würbe. (Lotther druckte u. a. bie erste beutsche Bibel unb zahlreiche Reformationsschriften.) Die Festschrift enthält eine Fülle geschichtlich unb kulturhistorisch interessanter Silber unb Textbeiträge.

Zwei Arbeiter durch Blitzschlag getötet.

Bei einem Gewitter, bas sich über Cuxhaven ent» lub, schlug ber Blitz in einen Neubau ein. Zwei im Keller beschäftigte Arbeiter würben auf ber Stelle getötet. Ein britter Arbeiter würbe mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus ge­bracht.

Schweres Explosionsunglück in Japan.

In Schirahama auf ber Halbinsel Boso, sübwestlich von Tokio, ereignete sich in einem Speicher eine schwere Sauer st offexplosion. 18 Arbeiter würben getötet, unb 112 verletzt.

Ein vierfacher Giftmörder.

Der wegen breifachen Giftmordes in Ra­vensburg (Württ.) in Untersuchungshaft befindliche Johannes Guth von Waldsee hat geftanben, auch seiner Geliebten Katharina G a ß n e r wieberholt Gift beigebracht zu haben, so baß sie schwer er­krankte unb etwa einen Monat nach ber Geburt ihres zweiten von ihm ftammenben Kinbes im Krankenhaus Waldsee starb. So kommt also auch dieser Todesfall, bei dem zunächst nichts gegen Guth sprach, auf fein Schuldkonto.

Reichsluftsportführer Oberst Mahn de, bisher Kommandeur der Fähnrichsschule Eiche.

9 (Puppe-M.)

Wetterbericht

des Relchswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Europa ist von einem mächtigen und ausgedehn­ten Tiesdruckwirbel überlagert, ber sein Zentrum zwischen Jslanb unb Norwegen hat unb ber Baro- meterftänbe bei 950 Millibar, b. h. 713 Millimeter, zeigt. Durch ihn werben zur Zeit sehr milbe Luft- masten aus subtropischen Gebieten über uns hinweg verfrachtet, burch bie ausgebehnte Nieberschlags» tätigfeit nicht zu erwarten ist. Mit biefer Ent­wicklung, bei ber vor allem auch bas bisher sehr mächtige Azorenhoch abgebaut würbe, befinbet sich bie Großwetterlage in einer neuerlichen Umgestal­tung. Der Witterungscharakter bleibt bei uns noch unbeständig, wenn auch die Niederschlagsbereitschaft gegenüber der zu Wochenanfang wesentlich nachge­lassen hat.

Aussichten für Freitag: Veränderlich, boch überroiegenb bewölkt unb zeitweise auch Regen, bei lebhaften sübwestlichen Winben zunächst noch milb.

Aussichten für Samstag: Wechselnb be­wölktes Wetter mit nur vereinzelten Nieberschlägen, bei westlichen Winben kühler.

Lufttemperaturen am 30. Oktober: mittags 10,2 Grab Celsius, abenbs 8,8 Grab; am 31. Oktober: morgens 9,2 Grab. Maximum 10,8 Grab, Minimum 4,9 Grab. Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. Oktober: abenbs 7,5 Grab; am 31. Oktober: mor­gens 7,2 Grab. Sonnenscheinbauer 4,7 Stunben.

Hauptschriftleiter: Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friebrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt ber An­zeigen: Theobor Kümmel. D. A. IX. 35. 9929. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Stein- bruderei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

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