Ausgabe 
30.3.1935
 
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Junge deutsche Nation

meister der Reichsautobahn".

Bauer, und das ist seine

erlegteRiese" gehoben, geschobe schleppt und als leckerer Braten

4 Zentimeter näher an die Burg heranbringen, aber

ten und hier leichter getätigt werden kann als bei sie arbeiten zähe und unermüdlich weiter, den übrigen Jnsektenvölkern. Beachtet meine Worte Beschwerden zum Trotz. Laß dir Zeit, xxx

und handelt nach ihnen!

' Rur kurze Zeit noch, dann lockt die immer früher

Pflanzengattung ein und das andere Tier gehört,, sich erhebende Sonne das emsige Heer dieser fleißi- Mal auch Zeit! das nur mit Hilfe seiner Pflanze leben kann. | gen Sechsfüßler (emsig-ununterbrochen tätig wie die immer noch eist

man- alb»

schaut den Jungen an. Sohn in die Augen.

Hm", brummt der Antwort.

Aus dem Reichsparteitag - Film Triumph des Willens".

Betrachten wir diese Derse als eine Forderung, die von allen Jugendleitern gar nicht ernst genug genommen werden kann, da Kinder bekanntlich lieber zuviel als zu wenig Blumen pflücken, sie aber leider dann, wenn sie ihnen auf dem Weitermarsch unbequem werden, auch wieder leichten Herzens fortwerfen! Bedenke man wohl, daß fast zu jeder

lvc tim c, allen Laß dir Zeit, wenn die Arbeit schwer ist! Und hier an der Burg, wo du den beschaulichen Beobachter spielst, laß dir dieses "" ' 2 '1 Die beiden von vorhin arbeiten

immer noch eifrig. Da rennen zwei andere vorüber

Jürgen Hein, wo bist du bloß immer mit dei­nen Gedanken", muß der Dorfschullehrer am Mon­tag oftmals tadeln. Ein strenger Blick trifft den Jungen. Für Minuten versucht Hein den Multi­plikationen zu folgen, um dann wieder in seine

wui ?rdnf! Jas Schlachlr Fache einen gu: Hilden Ultimo Wung gM ä der Bor, X Großo tai5 wieder n h mittleren und Hl als in bei V* sowie «die Beschick! 1199) etwas zu Msestigung, tz eingeschoben einen guten 5 vurde bei Mark oar, geräumt.

ArnKalber der einigen Schi tonnten sie sich behaupten. Best führt. Die Zusu 100 liere schwö würbe nach mi: Hamel un NNe und l etoas höhere Ü wurde jedoch ger 3m Schwei Urtift um etwa rtb bei etwa- M und mittt Wand (ca. :

Der Kamerad.

Von Herybert Menzel.

Wenn einer von uns müde wird, Der andre für ihn wacht.

Wenn einer von uns zweifeln will, Der andre gläubig lacht.

Wenn einer von uns fallen sollt, Der andre steht für zwei.

Denn jedem Kämpfer gibt ein Gott Den Kameraden bei.

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Neuregelu' 1935, Anc stelle für jfl; B^rbilligte

...Hier ist die Schriftleitung ... Wir möchten Sie mal wegen des Straßenbaus interviewen ... Ja­wohl ... Jawohl ... Ich komme gleich hin ..." Knecks. Lag der Hörer wieder auf der Gabel ...?? ... und stand der Hauptschriftleiter neben Palle. Der war eben eingetroffen, hatte sich in der Haupt- schriftteitung dazwischen geschaltet und alles mit an­gehört ... ??? ... ??r ... Palle ist im hohen

brechen."

Vater", unterbricht Jürgen das Schweigen,ich möchte ..., ich will ... pflügen", sagt der Junge kurz heraus. Der alte Hein wendet fein Gesicht und Fest sehen sich Vater und

Jungvolk singt.

Der Tag begann so grau und leer, mir roars im Herzen bang, da plötzlich kam ein Zug daher, eins zwei im Takt und Jungvolk fang:

Halli, hallo, wir fahren, wir fahren in die Welt.

Und dazu strahlten Augen blau Und Füße gingen schnell.

Da war die Straße nicht mehr grau, in allen Herzen klang es hell:

Halli, hallo, wir fahren, wir fahren in die Welt.

Das Lied, das klang die Straße lang und machte froh den Sinn.

Da wars auch mir nicht mehr so bang, den ganzen Tag ginge durch mich hin:

Halli, hallo, wir fahren, wir fahren in die Welt. E. O.

Palle ist eine Kanone im Fach. Dabei ist er aber nichtvom Fach", sondern Pimpf und zwar einer von der schlimmsten Sorte. Für den Haupt­schriftleiter bedeutet erdas fürchterlichste Subjekt, das auf der Erde herumlaufen darf". Aber sie schlie­ßen jedesmal Frieden, wenn Palle sich wieder als Kanone bewährt hat. Und Palle bewährt sich oft als Kanone. Palle ist Hans Dampf in allen Gassen. Er entdeckt alles. Wenn ein Motorradfahrer in eine Schaufensterscheibe gesegelt ist, oder wenn ein Mann hundert Jahre alt geworden ist, oder wenn der Sturm einen Dachziegel heruntergemissen hat, der beinahe einem alten Mann auf den Kopf ge­flogen wäre Palle weiß es. Flitzt auf seiner Tretkiste in die Schriftleitung und kriegt die Wut, wenn die Meldung mal in den Papierkorb fliegt.

Neulich hat Palle seine erste Lokalspitze verbro­chen. Stillschweigend hat er sie mir überreicht. Still­schweigend habe ich sie ihm wiedergegeben. Hundert Leser hätten das Blatt abbestellt.Spießer!" hat mich Palle angezischt. Armer Palle, wenn du die Menschen kenntest!

Wer Palle überhaupt ist? ... Palle ist ein Pimpf, der die schönsten und frechsten Pimpfen­schriebe schreibt. Palle ist ein Pimpf, der den Mut besaß, den Hauptschriftleiter zu überfallen, um bei ihm Eindruck zu schinden. Er hat Palle zum stän­digen Mitarbeiter für die Jugendbeilage und für den örtlichen Teil befördert.

Palle kriegte nicht genug. Ging auf Eroberungen aus. Schmierte sich auf dolle Weise beim Metteur an und kriegte den Faktor rum, daß er ihm die Anfänge des Setzens klar machte. Spielte am Ka­lander den starken Mann und verbrannte sich in der Bleigießerei die Pfoten. Dort geht er nicht mehr hin. Ließ sich die Technik der Rotationsma­schine erklären und wollte sie neulich anlassen, als noch die letzte Platte fehlte. Da hat es einen Krach gegeben ... Erschien dann in der Schriftleitung und fragte mich, ob nicht wieder einanständiges" Buch eingetroffen sei. Damit meint er ein Jung- volkbuch, daszur gefälligen Besprechung der Re­daktion überreicht" wird. Ist eins da, dann klemmt er fich's unter den Arm und haut ab. Am nächsten Tag solange herrscht Ruhe im Beritt gibt er dann sein Urteil ab:Knorke" oderQuatsch". Wehe, wenn dann in der Jugendbeilage eine sau­bere Besprechung von mir steht. Palle und ich sind geschiedene Leute für drei Tage. Das ist Palle!

Neulich kam Palle nach der Schule in die Lokal­schriftleitung geflitzt. Es war noch keiner da. Palle nahm den Hörer, drehte die Nummernscheibe und

Palle fliegt im hohen Vogen...

Ein Pimpf sammelt Erfahrungen in einem Zeitungsbetrieb.

»om^ranl Der Frankfurts erlaufenen Wo borkten eine vaglkich bös Am Menen Füll' f* Nerfchi

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Hoffnung q vmnfuffer angt Ästigen Witte *en für ^chmischfusse- Mil nur bei ( y die wen y Für heft *»"d Klei, f4flotfenbf! Sh-r ^Grunq fest

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möchte ich heute bei euch ein besonderes Wort ein­legen, weil gerade die Beobachtung am Ameisenhaufen die besten Aufschlüsse gibt über die Tätigkeit volkbildender Jnsek-

Bogen rausgeflogen ...

Am nächsten Tag stand im örtlichen Teil eine ReportageEin Pimpf unterhält sich mit dem Bau- ----- -- ... W.G.

Ein Hitlerjunge lauscht der Rede de« Führers

We-he der lebenden Raupe, die einem unsere Fresser in die Quere kommt und nicht rechtzeiöS durchzugehen vermag! Die bissige Ameise packt Beute furchtlos hinter dem Kopfe und beißt ffl fest. Der vielbeinige Goliath windet und frürrm11 sich, um den kleinen David abzuschütteln. Jetzt no-t Zuzug. Immer mehr Ameisen kommen Herd«' kneipen und zwicken die große Raupe und laiVM Gift in ihre Wunden gleiten. Der Kampf des zelnenGroßen" mit der Masse derKleinen" en^l mit dem Sieg der Kleinen. Im Triumph wird br| erlegteRiese" gehoben, geschoben, getragen, s'I

eigene Gedankenwelt zu versinken. Wie froh ist er, als endlich der Unterricht zu Ende ist, und wie schnell rennt er nach Hause.

Pack zu, Jürgen! Nach dem Mittagessen nimmt ihn der Vater nun wirklich mit aufs Feld. Stumm gehen sie nebeneinander her. Dort am Waldrand ist noch das' letzte Stück ungepflügtes Land. Die Pferde, die Jürgen zum Pflug führt, stampfen schnaubend durch den aufgebrochenen Boden. Dann sind sie am Arbeitsplatz. Der Junge spannt an, und der Vater setzt den Pflug in die Erde.Pack zu, Jürgen!" Und nun hält Jürgen Hein in seinen jungen Fäusten den Pflug, den fein Vater sonst führt. Er zittert ein wenig, doch schon ruft er: !" und langsam ziehen die Pferde an. Jürgen drückt den Pflug in die Erde, der Boden bricht, und hinter ihm zieht sich die erste von seiner Hand gezogene Furche zum Wald, von wo ihm der Va­ter nachschaut. Jetzt ist er an der anderen Seite des Feldes, und er wendet die Pferde. Mit einem Blick überprüft er die neu geleistete Arbeit und ver­gleicht sie mit der seines Vaters. Krumm und schief ist seine Furche, tief und flach, wie wenn der Pflug der ungeübten Hand nicht folgen wollte. Und dort die Furchen seines Vaters, gerade, ausgerichtet, eine wie die andere.

Du mußt es schaffen, auch du mußt solche Fur­chen ziehen."

schleppt und als leckerer Braten verspeist.

Nicht Grausamkeit und Mordgier treibt die nen Sechsfüßler zum Uebersall. Bittere NotweM keU, der Hunger, die Erhaltung ihrer Art iP N Ursache des vermeintlichen Frevels und Mov ^ Ein so großes, in den Sommer hinein au13llt* stetig wachsendes Volk braucht viel Nahru^-

Erlebnis beim Affenpaüen.

Vor mir liegt der aufgeklappte Tornister, daneben ein riesiger Stapel: Hemden, Decken, Handtücher, Eßwaren, alle die Siebenfachen, die eine große Fahrt meiner Ansicht nach erfordert. Und dos alles soll mein armer kleiner Tornister schlucken! Er sieht recht winzig aus neben den riesigen Aus­maßen derunbedingt notwendigen" Ausrüstungs­gegenstände. Eine gelinde Verzweiflung- erfaßt mid); doch unverdrossen gehe ich an die schwere Aufgabe, alles kunstgerecht zu verstauen. Erst nach dem > dritten Versuch gebe ich es auf. Nie im Leben | geschweige denn in der mir verbleibenden Stunde bis zum Antreten werde ich diese Massen be­wältigen. Als die Not am größten ist, kommt mir ein rettender Gedanke. Auf dem obersten- cherbrett steht ein abgegriffener Band:Ratgeber in tausend Nöten." Schon oft hat er mir geholfen. Warum nicht auch jetzt? Ich schlage auf und ein Stein fällt mir vom Herzen. In wundervoller Ausführlichkeit lese ich unter der RubrikTor. nister":

An die Körperseite des Tornisters werden nwg- lichst weiche Gegenstände gelegt." (Stimmt! Beim letzten Ausmarsch hat mich die Butterdose die ganze Zeit am Rücken gepeinigt.) ,Zn den Tornister, deckel kommen Wäschebeutel mit einem Fahrten- Hemd und einem farbigen Ersatzhemd, Turnhose, Badehose, sechs Taschentücher, vier Paar Socken, zwei Handtücher und die Trainingsjacke.

In den T o r n.t ft e r t a ft e n gehören: Schlas. sack, Trainingshose,Kulturbeutel mit Waschlap. pen, Seife, Zahnbürste, Zahnpasta, Kamm, Bürste und Spiegel, Nähbeutel mit Nähzeug, Sicherheits­nadeln, Hosen- und Zeltbahnknöpfen, Ersatzschnür­senkeln usw., Putzbeutel mit Schuh- und Koppelputz­zeug, Turnschuhe, Eßbeutel mit Löffel und Gabel 1 (das Taschenmesser ist in der Hosentasche!), mehrere Leinenbeutel mit Lebensmitteln.

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Argen lernt pflügen.

Graue Wolken ziehen über frischgepflügte, feuchte Felder. Dann und wann huscht das helle, klare Licht der Sonne wärmend über die Landschaft, doch dann wieder wandern die Wolken, und alles ist grau und ernst. Still liegt das Dorf, und Ruhe lagert über den sonst so geschäftigen Bauerngeräten. Sonntagsfriede.

Nur heiser klingt das Gebell des alten Wach­hundes vom Hofe des Bauern Hein. Der alte Hein fitzt am Fenster, raucht feine Pfeife und starrt auf das Land. So sitzt er nun den ganzen Tag bis zur Dunkelheit, und es ist, wie wenn er nicht genug die Felder sehen könnte. Der Hein ist überhaupt etwas sonderbar. Selten nur hört man ihn sprechen, doch wenn es im Dorfe brennt, holt er das Vieh aus oen Flammen heraus, schwei­gend, wie wenn es seine Pflicht wäre. Sein älte­ster Junge, der 14jährige Jürgen, ist fast genau so wie er. Schweigend sitzt er beim Heimabend der Jungenschaft. Doch beim Nachtkriegsspiel des Fähnleins, da ist es immer der Jürgen, der sich als ganzer Kerl zeigt.

Der Junge wandert über biee Felder feines Va­ters. Herrlich sieht die frisch umgebrochene Erde aus. Jürgen fühlt sich unendlich frei auf diesem Boden, und er lacht den fliegenden Wolken zu. Er greift nach dem Felde, und in seinen Händen hält er einen Klumpen feuchter Erde.Erde", denkt Jürgen,Vater hat sie gestern gepflügt." Plötzlich richtet er seine Augen auf, starrt in das graue, wandernde Wolkenmeer, ein Gedanke durchwühlt seine Brust ... und ich? Ich habe der Mutter auf dem Hofe geholfen, warum darf ich nicht pflügen? Bin ich nicht stark genug, sollen meine Kräfte nicht hinreichen, den Pflug zu führen?

Regen klatscht in sein Gesicht, der Wind heult wilder, es will Sturm werden.

Morgen wird das letzte Stück unter den Pflug genommen, morgen will ich pflügen.

Immer heftiger peitscht der Sturm den Regen über das Land. Jürgen stemmt sich gegen ihn, und er lacht trotz Sturm und Regen, denn er will und ist ein Kerl.

Der Bauer Hein sitzt am Fenster, und neben ihm steht sein Sohn. Sie starren beide auf das Feld, und der eine denkt:Das ist mein Land, mein Pflug durchbricht die Erde", der andere:Das soll mein Land werden, mein Pflug soll es durch-

!" schreit er wieder, und die Pferde stampfen zum Waldrand zurück. Mit aller Kraft drückt Jür­gen den Pflug in dies Feld. Tief wirft er die Erde, und feine Fäuste geben dem Pflug feine Richtung.

Pflüg weiter", sagt der Bauer Hein, und wie­der wendet der Junge den Pflug, besser werden die Furchen, Schweiß rinnt vom Gesicht, die Pferde dampfen, und die Sonne glüht im Westen schon zum Untergang. Mit kurzen Pausen nur hat Jür­gen nun das ganze Feld gepflügt, mit feiner letz­ten Kraft zieht er die letzte Furche durch den feuch­ten Boden. Jetzt ist sein Tagewerk vollbracht, und sein Vater schweigt. Der Junge spannt die Pferde ab, und beide gehen dem Hofe zu, als schon die Sonne hinter dem weiten Feld versunken ist. Jür­gen sieht den Vater von der Seite an. Hart und altig ist sein Gesicht, er blickt auf seine Hände, sie ind groß und schwielig. Der Junye versteht, woher )ie Falten kommen und die Schwielen an den Hän­den, er versteht, weshalb der Vater schweigsam ist. Nie hat er gedacht, daß die Bauernarbeit so schwer ist. Aber dennoch, auch er will so werden wie fein Vater, auch seine Hand soll gewohnt sein, den Pflug zu führen. Hart ist die Arbeit, und darum können nur ganze Kerle Bauern werden, und Jür­gen will ein ganzer Kerl sein.

Helfi Pflanzen und Tiere schuhen!

Deutsche Jugend im Frühling in der Heimatnatur.

Von A. Kneipp, Gießen.

Märzenluft flüstert, und Märzenwind rauscht. Frühlingserwachen, dich hab' ich belauscht.

Knospende Fülle an Busch und an Baum, Heimliches Sehnen im Wachen und Traum!

Jagende Vögel in liebender Lust, Sprossendes Leben in jeglicher Brust!

Jauchzende Jugend durchstreifet den Hain, Ewiger Frühling ihr Hoffen und Sein!

Jauchzende Jugend durchstreifet" Garten, Wiese, Feld und Wald. Die Erhaltung und Förderung ihrer körperlichen Gesundheit verlangt dies, und auch Geist und Seele, richtig geführt, erstarken in der Natur durch die Natur. Die Heimat wird der Jugend näher gebracht, ihre Verbundenheit mit dem Heimatboden inniger. Das Gefühls- und Wil­lensleben muß dabei gekräftigt, anderseits aber auch gezügelt und gebändigt werden. Kenntnis auch der einfachsten Lebewesen in Pflanzen- und Tier­welt und ihrer Lebenserscheinungen sollte auf diesen Streifen weitaehende Förderung erfahren, damit der Zug des Leides, der beständig durch die ganze Natur geht (Wer leben will, muß töten!), nicht unnötig vermehrt werde.

Für die Blütenwelt bittet Johannes Trojan: Brichst du Blumen, sei bescheiden, Nimm nicht gar so viele fort!

Sieh, die Blumen müssen's leiden. Doch sie zieren ihren Ort.

Nimm ein paar, und laß die andern Stehn im Gras und an dem Strauch! Andre, die vorüberwandern, Freun sich an den Blumen auch."

Alle Ausrüstungsgegenstände werden mit kleinen Namensschildchen gezeichnet. Die Decke wird sauber so gerollt, daß sie gerade um den Tornister herumreicht und mit dem unteren Rand des Tor­nisters abschließt. Um die Decke kommt die sauber zusammengelegte Zeltbahn. Sie wird etwas breiter gelegt als die Decke, um diese bet Regen vor Nasse zu schützen. Beim Festscknallen ist darauf zu achten, daß alle Falten glattgestrichen werden. Die Schnal-s len der Mantelriemen befinden sich immer an der Körperseite, so daß die Enden der Riemen zum Körper hin weggesteckt werden."

Ich klappe das Buch zu. Gerettet! Jetzt versahrei ich nach Vorschrift: alles wird vorschriftsmäßig er- leoigt. Jetzt nur noch eins: zumachen! Doch - o Pein! Die Riemen reichen nicht! Ich helfe mir mit einem dazwischengebundenen Stück Bindfaden. (Was kein ordentlicher Mensch tun soll! Es gibt sicher einen Anpfiff.) Endlich ist das schwere SM Arbeit geschafft. Meine gute Laune steigt um 100 Prozent.

Gerade als ich den Tornister mit einem kräftigen 1 Ruck auf den Rücken werfe, schrillt die Flurklingel. Mein Freund Max!

Ein erstaunter Blick trifft mich, eine nicht miß­verständliche Handbewegung zwingt mir den Tor­nister wieder von den Schultern. Nach zehn Mi­nuten angestrengten Zusehens geht ein in doppel­tem Sinneerleichterter" Hitler-Junqe mit seinem Kameraden und einer verhältnismäßig vernünftig aussehenden Tornister zum Antreten.

Wie mein Freund Max das fertiggebracht ho!? Den kleinen Kniff will ich zum Schluß noch ver­raten. Er warf die Hälfte wieder heraus! 1.8. I

Befruchtung der Blüten in die Wege leiten.

Bei euren Streifzügen im Wald, namentlich im Nadelwald führt euch eure Entdeckerfreude zu chem Bau der so überaus nützlichen roten W a m e i f e, und für die Bewohner dieser Siedlungen

Ameise oberJmeße", wie sie wetterauisch heißt) schon in aller Frühe, wenn ihr noch schlaft, aus dem Bau zur Arbeit.

Kommt ihr bann zu ihnen, so beobachtet! Da laufen zehn, zwanzig, Hunderte! Das wibbelt und kribbelt, eilt hin und her, die kreuz, die quer. Gib acht, daß dein schwerer Stiefel nicht eine Anzahl Arbeiterinnen des fleißigen Völkchens zertritt! Hungernde Kinder würden vergebens der sorgenden Nährmütter harren.

Siehst bu dort die Deffnungen im Tannennadel- Haufen am Waldrand? Das find die Tore der Ameisenburg". Bringst du deinen Zeigefinger in die Nähe der ausgestellten Wachen, so recken im Nu einzelne Ameisen die Vorderkörper auf und bedrohen dich mit scharfen Beißzangen. Andre spritzen eine Tropfen Gift. Bringe den durch solche Ameisen äure benetzten Finger an deine Nase! Ameisensäure riecht scharf stechend. Mein Freund Grünrock behauptet, es gäbe kein besseres Mittel gegen Kopfschmerzen als dieses.

Doch nun tritt schnell zurück! Schon bestürmen dich die mutigen Soldaten des kleinen Arbeiter­staates. Sie fürchten auch dich Rissen nicht und beißen. Werde nicht unruhig und schlage nicht zor­nig um dich! Streiche sie vorsichtig ab von Schuh und Wade! Kneipt dich ein Soldat der Biß ist zu verschmerzen. Warum wolltest du ihn töten? Diese Krieger tun ja nichts anderes als das, was jeder echte deutsche Junge, wenn er groß geworden ist und Waffen tragen kann, auch einmal tun muß und gern tun wird: Haus und Hof und Volk und Vaterland verteidigen gegen den Feind, der sie bedroht.

Die Ameisen schaffen munter von früh bis spät. Ihr Hasten erscheint zuerst regellos. Blickt man je­doch genauer hin, so entdeckt man gebahnte Stra­ßen, die von der Burg nach allen Seiten in den Wald führen. Dort schieben und zerren zwei an einem Zweiglein, das .zehn- bis zwölfmal so lang als jede einzelne Ameise ist. Es gilt, Baustoff heran­zuschaffen. Die Burg ward zu klein. Ich beobachte, daß die zwei den Balken in 15 Minuten nur etwa

und betasten sie in aller Eile mit den Fühlern. Handelt es sich um eine Untersuchung, ob die beibcn Balkenschieber vielleicht in unauffälliger Weise in die Burg kommen und dort spionieren wollen? - Kein Angriff erfolgt also: gut Freund! Da hasten einige vom Bau, andere zum Bau. Was bringen die neuen zehn, oder sind es gar hundert? Hcrz von der Tanne, Nadeln zum Bau, JnfektenfleW auch süße Milch von den Blattlauskühen, die auf Sträuchern und Bäumen auf der Weide sind. (9ar hilflos sind die Ameisenkinder, weiße fußlose Mäd­lein in den düsteren, aber warmen Kammern m der Burg. Ohne eifrige Pflege und gute Fütterung würden sie bald zugrunde gehen. Ebenso hilflos sind die Puppen, kleine weiße Fäßchen (Ameiseneier nennt man sie fälschlicherweise), wie sie im vergr­ämen Sommer drüben an der sonnigsten Stelle M Ameisenburg zu Hunderten lagen, behütet und be­wacht von einem ganzen Schwarm von Wärtern und Soldaten.

Sieh! Dort auf dem breitesten Wege kommt lang­sam ein Leichenzug. Sechs oder acht Träger schlepp-n einen toten Käfer zum Bau. Sie wollen ihn !mj gewiß begraben. Es fragt sich nur wo? Etwa in der kühlen Erde? Nein, nein! Hier wird gefressen i*b im Magen begraben. Zerteilt in feine kleine Happen wird das Fleisch des Käferleichnams ocr- schwinden. Täglich wird bie Umgebung von Ameisen-! bürg nach allem durchsucht, was der Tod dah-n-I raffte. Käferrippchen, Mäuseschinken, Vogelschleglein, Raupenbraten zerteilt, verspeist, begraben!

Vernichtung der Pflanze bedeutet Vernichtung des Tieres. Zwei unserer schönsten Schmetterlinge bei­spielsweise, Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs wer möchte diese prächtigen Falter missen sterben allerorts aus, wo die Nesseln, dieses lästige Unkraut!? völlig ausgerottet werden, weil die Kinder beider Falter, ihre Raupen, auf Nesseln leben. Darum, deutsche Jugend, schütze alle Pflanzen und Tiere, solange du nicht genau ihren Unwert kennst! Wie schön sind im Frühling die zuerst seidengseichen, später goldgelben Weiden­kätzchen? Pflückst du sie ab, so beraubst du.die Bienen und Hummeln ihrer ersten Nahrung für sich und ihre Brut. Freue dich mit deinen Augen ihrer Schönheit, aber laß die Hände davon und hilf mit, daß auch d i e Erwachsenen das Bienen­brot nicht stehlen!

Nicht lange mehr, dann wirft der Schlehdorn einen zarten, weißen Blütenschleier über seinen borstigen Kopf, ihm folgen im Erblühen seine Ver­wandten, die Steinobstfruchtler, und mit diesen fast gleichzeitig decken sich Birn- und Apfelbäume mit Blütenschnee. Wie herrlich geschmückt erscheint dann besonders der Apfelbaum unserem Auge, weil sein Schneekleid m der Regel mit einem wundervoll zarten Rosa ober Rot getränkt ist! Alle Blütenbäume aber sind gedeckte Dsche für eine ganze Anzahl Kerbtiere, die der Mensch zwar nicht alle zu seinen Freunden zählt: aber wieder sind Biene und Hummel, bie nützlichen Helfer des Menschen, bie wichtigsten unter ihnen. Lernt sie kennen und schonet sie: denn ihrer Tätigkeit am blühenden Obstbaum verdankt ihr im Sommer und nden Genuß von Kirschen, Pflaumen, Aepfeln irnen! Sie sind es ja in erster Linie, die die