Ausgabe 
29.11.1935
 
Einzelbild herunterladen

Volksgenossen in den Arbeitsprozeß, die Wieder­belebung der Wirtschaft und den Aufbau der Wehr- macht zu sprechen, wodurch der Führer die gewal­tigste Aufgabe aller Zeiten gelöst und ein neues Deutschland geschaffen hat: ein Deutschland einig und stark, wie wohl keine Nation auf dieser Erde.

Diese Ausführungen über die Beamten und ins­besondere die Polizeibeamten sollten das Vorwort bedeuten zu dem nun folgenden, etwa ^/-stündigen Vortrag über den Nationalsozialismus im allge­meinen und den Führer insbesondere. Angesangen von dem Marsch zur Feldherrnhalle im Jahre 1923 über die Parteitage bis 1935 schilderte Pg. Ritter das gewaltige Erleben anläßlich der Ueberfübrung der am 9. November 1923 gefallenen 16 Vorkämp­fer des Dritten Reiches in ihre letzte Ruhestätte. Keine Rede, keine Feder, keine Uebertragung könne das Erleben, so führte Pg. Ritter aus, der selbst dieser erhebenden Feier beiwohnen durfte, auch nur annähernd wiedergeben, wie es auf die Teilnehmer gewirkt habe. Ein grauer, nebliger Novembertag, an dem die Wolken keinen Sonnenstrahl durchlas­sen, ist der 9. November 1935, ebenso wie sein Vor­gänger vor zwölf Jahren. Die Fahnen hängen schlaff

Die Zusammenarbeit der Handwerker und Beamten zeigt, daß im deutschen Volk keine Standesunterschiede bestehen. Volksgenosse, beweise den Dank hierfür durch dein Opfert

im Wind. Nur beim Aufruf der 16 Vorkämpfer zum letzten Appell bricht die Sonne durch, da erhebt sich ein Wind, der unzählige Fahnen flattern läßt. Es ist, als sei eine höhere Macht im Spiel. Nach dem Appell wieder der graue und stille November- tag, wie zuvor. Ein erhebendes und mahnendes Er­leben, das den Teilnehmern zeit ihres Lebens im Herzen und vor Augen stehen wird. Pg. Ritter legte dann das Wesen und Ziel der nationalsozialisti- schen Weltanschauung dar und schilderte den Führer als Staatsmann und Mensch.

Ergriffen lauschte die Versammlung dem einzig­artigen, von innerem Erleben durchdrungenen Dor- trag. Spontaner Beifall durchbrach die lautlose Stille, die während der zweistündigen Rede ge­herrscht hat.

Mit dem Bekenntnis zum Führer und Vaterland und nach dem Gesang des ersten Verses des Horst- Wessel-Liedes und des Deutschlandliedes fand der erste Teil des Abends seinen Abschluß.

Der anschließende kameradschaftliche Teil wurde von der Kapelle, die sich aus Berufskameraden und arbeitslosen SA.-Männern zusammensetzte, würdig umrahmt.

Gchlachtgeflügel und Honig in der Eierwirtschast.

Der Reichsminister für Ernährung und Land­wirtschaft hat eine Verordnung erlassen, die im Zuge der Vereinheitlichung der land­wirtschaftlichen Marktordnung nun- mehr auch Sch lacht geflügel und Honig in den Bereich der Hauptvereinigung der deutschen Eierwirtschaft einbezieht. Die auf den einzelnen Ge­bieten tätigen Betriebe werden eingeteilt in die Erzeuger-, Bearbeiter- und Verteilergruppe und in den Eierwirtschaftsverbänden (Wirtschaftsverbänden) zusammengeschlossen, die ihrerseits wieder in der Hauptoereinigung der deutschen Verwirtschaft ver­einigt werden.

Werbeabend der Elektrofront Gießen.

Die Elektrofront Gießen veranstaltete gestern im Cas4 Leib einen gutbesuchten Werbeabend. Jnnungs- obermeister Schmidt stellte dem Abend ein Gruß- wort voraus, dankte der AEG. für die Unterstützung für diesen Abend und hob die mancherlei Vorzüge der elektrischen Küche hervor. Im Hinblick auf die Winterarbeitsschlacht bat er darum, die Weihnachts­bestellungen rechtzeitig aufzugeben.

Sodann sprach Frau Kaufmann (Nürnberg) über die Vorzüge und Bequemlichkeiten, die die elek­trische Küche zu bieten vermag, unterstützte ihre Ausführungen mit praktischen Koch- und Backvor­führungen und war bemüht, die Wirtschaftlichkeit der elektrischen Küche nachzuweisen. In grundsätzlichen Ausführungen sprach die Rednerin ferner über Er­kenntnisse der neuesten Forschung hinsichtlich der Speisenzubereitung, gab Winke der Fett- und Butter­ersparnis, sie empfahl eine gesteigerte Verwendung von Aepfeln und einen stärkeren Verzehr der Salz­gurke anstelle des vielen Salzgebrauches. Sie for­derte ferner auf, die Hochwertigkeit der Speisen zu steigern durch sparsame Verwendung von Gewürzen und Verarbeitung der Speisen im eigenen Saft. Man hörte weiter von den vielfachen Anwendungs- Möglichkeiten des elektrischen Herdes. Eine Vertei­lung von Kostproben vorzüglich geratener Speisen und Backwaren unterstrich die Darlegungen der Red­nerin. Eine Verlosung brachte den Teilnehmerinnen des Abends noch einige angenehme Ueberraschunaen. Musik unterhielt die Gäste. Obermeister Schmidt schloß den Abend mit dem Hinweis auf elektrische Geräte als Weihnachtsgeschenkartikel.

** In den hessischen Denkmalrat be­rufen. Die Denkmalpfleger für die Baudenk­mäler in Hessen, Professor Mindner, Professor Dr.-Jng. Gruber und Privatdozent Dr.-Jna. Lieser, sind nach Artikel 32 des hessischen Denk­malschutzes zu Mitgliedern des Denkmalrates be­rufen worden.

** Die Baugenossenschaft städtischer Beamter, eine Schöpfung aus der Inflationszeit, ist gemäß Beschluß von Vorstand und Aufsichtsrat am 25. November 1935 aufgelöst worden. Das vor- handene Vermögen, bestehend aus einer Sparein­lage in höhe von 150,14 Mark, wurde dem Win­terhilfswerk 1935/36 zugeführt.

** Autounfall bei der Wellersburg. In der Nacht zum Donnerstag gegen 23 Uhr kam ein Personenauto aus Gütersloh, Das sich auf der Fahrt nach Gießen befand, auf der Landstraße in der Nähe der Wellersburg ins Schleudern, rannte aegen einen Baum, der umgerissen wurde, und sauste noch auf den benachbarten Acker, wo der Wagen in schwerbeschädigtem Zustand liegen blieb. Der einzige Insasse des Autos, ein Kaufmann aus Gütersloh, kam bei dem schweren Unfall verhältnis­mäßig glimpflich davon: er erlitt einige Derletzun- aen an der Brust und im Gesicht. Ein vorüber­fahrender Kraftwagen nahm den Mann mit nach Gießen, wo ihm in der Chirurgischen Klinik ärzt­liche Hilfe zuteil wurde. Gestern vormittag veran­laßte der Verunglückte das Abschleppen seines schwerbeschädigten Wagens und dessen Bahntrans­port nach Gütersloh.

Siebenbürgen.

Ein Vortrag in der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde.

In der Neuen Aula der Universität fanden sich am gestrigen Donnerstagabend die Mitglieder und Freunde der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde ein, um Privatdozent Dr. Jürgen Siebert (Frankfurt a. M.) über das ThemaLandes­kunde von Siebenbürgen und For- chungen im Bihargebirge" zu hören. Der Redner gab in klarer Zusammenfassung ein Bild vom Charakter des Landes. Siebenbürgen ist rumänisch, so führte der Redner u. a. aus, und es wäre ein Irrtum, zu glauben, daß es ein rein deutsches Land ist. Die Bevölkerung des Landes etzt sich zu sechs Zehntel aus Rumänen, zu drei Zehntel aus Ungarn und zu nur einem Zehntel aus Deutschen zusammen. Bevölkerungspolitisch teilen also die Deutschen eine Minderheit dar, ihre kulturelle Bedeutung ist aber in anderen Verhält­nissen einzuschätzen.

In eingehenden Erläuterungen schilderte der Red­ner sodann die geographische Lage des Landes, er prach von den Pützen als den Zugängen zu der Hochebene und von der Verkehrslage der wichtigsten Städte des Landes, Kronstadt und Hermannstadt. Interessant waren ferner die Ausführungen über den geographischen Aufbau des Landes (der jünge­ren Datums ist) und über die Bedeutung Sieben­bürgens als Kulturland in landwirtschaftlicher hin- icht. Fruchtbare Heide und reiche Waldbestände charakterisieren das Gebiet. Salzvorkommen, ferner wichtige Erdgasvorkommen (Kohlenwasserstoff und Methanaas) werden industriell ausgenützt. Im Zu- ammenyang damit wies der Redner auf morpho- logische Besonderheiten hin.

Dann beschäftigte sich der Redner mit der Ge- chichte der Besiedlung. Die Siebenbürger Sachsen ind, so sagte er u. a., nicht etwa Sachsen, sondern Rheinfranken, Moselfranken und Luxemburger, je­denfalls Menschen aus dem westlichen Deutschland. Der Weg ihrer Herkunft ist an der Sprache zu er­kennen, die sich nahezu unverfälscht erhalten hat. Diese Siebenbürger Sachsen, heute noch etwa 230 000 Menschen, wohnen in 7 Städten und 240 Dörfern. Ihr Einfluß innerhalb des Landes ist insofern zurückgeaangen, als die Nachkommenschaft der Rumänen überwiegt. Die Sachsen pflegen das Zweikindersystem, mit dem der völkische Stand auf die Dauer nicht zu halten ist. Ein starkes Akti- vum hatten die Deutschen aber immer wieder in ihrer gefestigten unverbrüchlichen Dorfgemeinschaft, die sie viele Stürme im Laufe der Jahrhunderte überstehen ließ. Oft mußten sie sich der Mongolen, der Türken und der Ungarn erwehren, immer aber konnten sie sich behaupten. DasAndreanurn", ein Freibrief des Königs Andreas II., der die Sie­benbürger Sachsen ursprünglich gegen die

Deutschherren ins Land gerufen hatte, war ihnen stets eine Stütze im Kampf insofern, als sie durch diesen Freibrief freie Herren auf eigenem Grunde wurden und dadurch der verschiedentlich oorgehal- tenen Behauptung,sie seien nur Gäste im Lande" entgegentreten konnten. Im 18. Jahrhundert er­hielten die Siebenbürger Sachsen Zuzug aus Oester­reich, der völkisch jedoch nicht stark in Erscheinung trat. Im Jahre 1919 kam Siebenbürgen an Ru­mänien auf Grund der Karlsburger Beschlüsse aus dem Jahre 1918, in denen den Siebenbürgern von Rumänien der Schutz der Minderheiten zugesagt worden war. Allerdings hielten die Rumänen nicht das, was sie versprachen. So führten sie zum Bei­spiel eineAgrarreform" ein, die nichts anderes darstellte als ein Enteignungsverfahren und einen verschleierten Romanisierungs-Prozeß.

Die Deutschen sind in Siebenbürgen über das ganze Land verteilt, nur im Süden gibt es ein einziges größeres rein deutsches Dorf: Michelsberg, mit 1100 Einwohnern. In 13 Dörfern sind die Deut­schen mit 80 v. h. der Bevölkerung vertreten. In Kronstadt, dem bedeutendsten wirtschaftlichen Zen­trum des Landes, sind von 58 000 Einwohnern 12 000 Deutsche, in Hermannstadt, dem kulturellen Zentrum des Landes, leben unter 50 000 Einwoh­nern 20 000 Deutsche. Nachdem der Redner noch fur$ über die charakteristischen deutschen Bauformen in Den Städten und Dörfern gesprochen, außerdem das völkische Leben in Sitte und Tracht gestreift hatte, wandte er sich in speziellen Ausführungen seinen Forschungen im Bihargebirge zu, insbeson­dere den geologischen Merkwürdigkeiten dieses Ge­birgszuges, ferner den verschiedenartigen Land­schaftsformen und ihrer unterschiedlichen Vegeta­tion. Von großem Interesse waren dabei auch die Darlegungen über die Industrie in diesem Gebirge, in dem neben vielen kleinen primitiven Betrieben auch ein moderner Industriebetrieb für die Gold­gewinnung besteht, der im Jahre etwa 2800 Kilo­gramm Gold zu fördern vermag. Das Bihargebirge stellt neben dem Ural das reichste Goldvorkommen auf dem europäischen Festland dar. Bereits die Römer bauten hier das goldhaltige Erz ab. Schließ­lich hörte man nod) von der robusten Waldwirt­schaft, wie sie im Bihargebirge betrieben wird.

Mit dem Hinweis darauf, daß es dem Geologen nicht lediglich darauf ankomme, die geologischen For­mationen in den einzelnen Ländern zu erfassen, son­dern auch das völkische Leben kennenzulernen und dadurch einen Gesamteindruck zu gewinnen, schloß der Redner. Zahlreiche, zum Teil sehr gute Licht­bilder veranschaulichten und ergänzten das gespro­chene Wort. Dankbarer Beifall wurde dem Redner zuteil.

§JL-'$vort

DerMball-LänderkampsEngland-DeuWand

Oie deutsche Mannschaft.

Die in aanz Deutschland mit größter Spannung erwartete Aufstellung der deutschen Fußball - Mann­schaft, die am 4. Dezember auf dem Platz der Totten- iam Hotspurs in dem Londoner Vorort White hart Lane gegen England den sechsten Länderkampf aus­trägt, wurde von Fachamtsleiter Linnemann am Donnerstagabend über den Reichssender Berlin bekanntgegeben. Deutschland wird in folgender Be° etzung gegen England spielen: Jakob (Jahn, Re- aensbura); harinaer (Wacker-München), Münzen- bera (Alemannia Aachen): Janes (Fortuna Düssel­dorf), Goldbrunner (Bayern München), Grämlich (Eintracht Frankfurt): Lehner (Schwaben Augs­burg), Szepan (Schalke 04), Hohmann, Rasselnberg (beide VfL. Benrath), Fath (Wormatia Worms).

Als Ersatzspieler machen die Reise nach England mit: Buchloh, VfB. Speldorf (Torwart), Zielinski, Union Hamborn (Läufer) und Siffling, Spv. Wald­hof-Mannheim (Stürmer). Die Ersatzspieler fahren nur mit, um dann einwfpringen, wenn einer der aufgestellten Spieler auf der Reise ober vor dem Spiel ausfällt. Während des Kampfes darf kein Mann auch der Torwart nicht ausgewechselt werden.

Die Aufstellung der deutschen Mannschaft bringt keinerlei Überraschungen, sie ist so wie sie steht

von jedem Fachmann erwartet worden. Man kann diese Mannschaft eineElf des Vertrauens" nennen, denn jeder der aufgestellten Spieler hat sich in internationalen Begegnungen schon dutzendfach bewährt. Das Hintertrio konnte nicht besser ge­wählt werden. Jakob ist gegen England der Tor­hüter, der neben einer unbedingt sicheren Fangkunst auch die gerade gegen die englischen Stürmer so un­gemein wichtige Standfestigkeit besitzt. Münzen- berg ist für den besten deutschen Verteidiger h a - ringer dank seiner Schlagsicherheit und Einsatz- Härte die gegebene Ergänzung. In der Läuferreihe mußte Grämlich nach links wechseln, um 3a« n e s auf dem rechten Läuferposten Gelegenheit zu geben, sich ungehemmt entfalten zu können. Gold­brunner hat als Mittelläufer in der deutschen Reicksmannschaft noch nie versagt. Der Sturm hat in Lehner und Fath zwei Flügelstürmer von großer Durchschlagskraft, Schnelligkeit und sicherem Schuhvermögen. Daswestdeutsche" Jnnentrio Szepan-hohmann-Rasselnberg blieb nach dem Ausfall (Tonens und der Indisposition Sisflings die einzige Lösung. Es wird sich jedoch zeigen müssen, ob der Saarbrücker wirklich so un­ersetzlich ist.

tim die Deutsche GerÄemeisterschast.

-140 Turner im edlen Wettstreit.

Olympiaklasse - Meisterklasse.

In der großen Frankfurter Festhalle werden sich am Samstag und Sonntag rund 140 Turner aus allen deutschen Gauen im friedlichen Wettkampf messen. Siebenundvierzig von ihnen turnen in der sogenanntenOlympia-Klasse" um den Titel eines deutschen Meisters im Geräteturnen, den Unteroffizier Alfred Schwarzmann (Fürth) zu ver­teidigen hat. Sorgsam haben alle 16 deutschen (Baue ihre Auswahl getroffen. Die Teilnehmer der Olympiaklasse sind vom Männerturnwart der Deutschen Turnerschaft berufen worden; aus ihnen wird auch die künftige deutsche Olympia-Kernmann­schaft gebildet, aus deren Reihen sich wiederum die Mannschaft herausschälen wird, die berufen fein wird, bei den olympischen Turnwettkämpfen des nächsten Jahres die deutschen Farben zu vertreten. 91 weitere Turner bilden die M e i st e r k l a s s e. Sie wurden in Ausscheidungsturnen der einzelnen Gaue ermittelt, wobei die von jedem Gau zu mel­denden Teilnehmer von der DT. zahlenmäßig fest- gelegt wurden. Während die Olympiaklasse voll­kommen das olympische Programm, also den olym­pischen Zwölfkampf turnen wird, haben die Teil- nehmer Der Meisterklasse nicht den gleichen, aber einen an die olympischen Hebungen stark angelegten Zwölfkampf zu bestreiten.

Oie Abwicklung der Wettkämpfe wird so erfolgen, daß am Samstagnachmittag sämt­liche 138 Teilnehmer ihre Pflichtübungen turnen. Geturnt wird je eine Uebung an Reck, Barren, Querpferd, ßängspferb, an den Ringen und eine Freiübung. Die fünfzehn besten Turner der Olym- piaklasse werden dann am ©onntagoormittag kampf- frei bleiben. Die übrigen Turner, also sämtliche Teilnehmer der Meisterklasse und die 32 übrigen Turner der Olympiaklasse haben am Sonntagvor- mittag ihn Kürübungen zu turnen, während die

15 Besten am Sonntagnachmittag ihre Kürübungen in einer besonderen Veranstaltung turnen. Für diese Veranstaltungen sind alle Karten ausverkauft. Die 12 000 Plätze der großen Frankfurter Halle sind schon feit Wochen restlos vergriffen, und diese Schau der Besten wird einen Markstein in der Geschichte des deutschen Geräteturnens bilden.

Die Krage nach dem Sieger ist nickt so einfach zu beantworten, wie dies man­chem scheinen mag. Betrachten wir die Reihe der 47 Turner, die Martin Schneider in die Olympia­klasse eingereiht hat, so finden wir doch so man­chen Turner, der durchaus in der Lage wäre, das Erbe Alfred Schwarzmanns anzutreten. In erster Linie gilt natürlich unser Meister Schwarz- mann selbst als aussichtsreichster Bewerber. Der Bayer hat im letzten Jahre nur noch dazugelernt und befindet sich im Augenblick auf der Höhe seines Könnens. Da ist aber auch wieder Konrad Frey, der Kreuznacher, aufgetaucht. Der Meister von 1932 hat sich in eine ausgezeichnete Form hineingeturnt. Ernst Winter, der Weltmeister der Reckturner undewiger Zweiter" in den deutschen Meister­schaften, ist auch noch da. Da ist auch noch Jnno- cenz Stangl (München), mit seinen 23 Jahren einer der jüngsten Turner des Wettbewerbs. Er hat sich ebenfalls in letzter Zeit wesentlich verbesiert. Die umfangreiche Liste enthält auch noch den Na- men Heinz Sandrock, den Weltmeister der Studenten. Auch er gehört mit zu den beften Deut» chen und hat einen erfolgreichen Aufstieg hinter ich. Wer Deutscher Meister wird, ist schwer zu ogen. Unter den vorgenannten fünf Bewerbern ollte sich der Deutsche Meister 1935 befinden. Oder ollte einem der hier Ungenannten, zum großen Teil auch bekannte Mitglieder der Deutschland- Riege wie Beckert (Neustadt), Bezler (Göggingen), Domks UJorW» Limkmrg (Richlch» Müll« Ealke»

stein), Steffens (Bremen), Volz (Schwabach) u. L, der große Wurf gelingen? Auch das ist möglich! Fest 'steht auch, daß zwischen den einzelnen Placier­ten in der Spitzengruppe keine großen Punkt­abstände bestehen werden. Schon so oft ist die Ent- cheidung im Kampf um die deutsche Meisterschaft mit einem Abstand von einem, manchmal schon mit einem halben Punkt gefallen. Das Können unserer deutschen Spitzenturner ist heute so ausgeglichen, daß kein Meister mehr im Handumdrehen ermittelt wird. Spielen auch Glück und Pech gerade beim Geräteturnen, abgesehen von der ewig unzuläng­lichen Punktwertung, eine gewisse Rolle und wur- den auch oft durch solche Umstände Entscheidungen erzielt, so wird man doch ohne Einschränkung dem neuen deutschen Meister, der am Sonntagabend feststehen wird, bescheinigen dürfen, der beste deut­sche Turner zu fein. Hoffen wir, daß der Verlauf der Kämpfe durch keinerlei Unfall und Zufall be­einträchtigt wird und daß der neue Meister auch selbst seines Sieges froh werden möge.

SchSffmann-Wieseck turnt mit.

Drei Turner aus dem Gau 12.

Außer dem Marburger Adolf Fink, der in der Olympiaklasse turnt, stellt der Gau Hessen noch zwei Vertreter in der Meisterklasse: Ernst Schöffmann (Tv. Wieseck): er gehört dem jungen Nachwuchs an (22 Jahre alt), verfügt über viel Kraft und Mut: er ist noch sehr verbesserungs­fähig und hat noch eine Zukunft: Otto (Bergs von der ACT. Kassel ist ein wagehalsiger Turner (25 Jahre alt), der schon in Essen und in Dortmund Sieger bei deutschen Meisterschaften war.

W. Winkler fährt wieder Weltrekord.

Die Weltrekordversuche der Auto-Union rourbert auf ber Reichsautobahn zwischen Frankfurt und Darmstadt am Donnerstagmorgen fortgesetzt, nach­dem sie am Mittwochmittag infolge des schlechten Wetters abgebrochen werden mußten. Der Wetter­gott war den DKW.-Leuten jedoch auch am Don­nerstag nicht besonders günstig gesinnt. Zunächst ließ sich die Witterung ganz gut an, es war vor allem wärmer als am Mittwoch, auch herrschte eine ziemliche Windstille. In den späteren Vormittags­stunden kam aber wieder ein starker Wind auf und schließlich fing es auch zu regnen an. Die Bahn wurde naß und glitschig, so daß sich Rennleiter Prüssing von der Auto-Union im Interesse der Sicherheit der Fahrer Geiß, Winkler und Müritz entschließen mußte, die Rekordversuche erneut zu unterbrechen. Am Freitagmorgen sollen die Fahrten regenfreies Wetter vorausgesetzt nochmals fortgesetzt werden. Wenn auch am Freitag die Ver­hältnisse ungünstig liegen, bann werden die Rekord­versuche ganz abgebrochen und auf einen späteren Termin verschoben.

Der Tag ließ sich für die Auto-Union sehr gut an. Gleich die erste Fahrt, die Walfried Wink­ler auf der 175-ccm-DKW. unternahm, gestaltete sich zu einem großen Erfolg. W. Winkler griff dis stehende" Meile an und verbesserte seinen eigenen Weltrekord von

121,371 Stundenkilometer auf 126,001 Stunden­kilometer.

Für Hin- und Rückfahrt, die bekanntlich inner­halb von zehn Minuten absolviert werden müssen, benötigte Winkler eine Durchschnittszeit von 45,98 Sekunden.

Gleich im Anschluß an diese geglückte Rekordfahrt machte Winkler einen Angriff auf den von dem Italiener Bonazzi auf MM. gehaltenen Weltrekord über denfliegenden" Kilometer ber 175-ccm-Klasse. Der DKW.-Fahrer erreichte jeboch trotz verschiebener Versuche bie 161,54 Stunbenkilometer bes Italieners nicht. Besonderes Pech hatte ber Münchener Mo­ritz, ber mit seinem Spezial-Klein-Rennwagen mit eingebautem DKW.-500-ccm-Motor über dieste­hende" Meile ging und dabei dem bestehenden inter­nationalen Klassenrekord bis auf 3/io Sekunden nahe kam.

Arthur Geiß wollte mit der stromlinienförmig verkleideten 250-ccm-DKW.-Maschine den Kilometer mit fliegendem Start feiner Klasse angreifen, doch blieb es auch hier beim Versuch.

11 neue Schwimm-Höchstleistungen anerkannt.

Deutsche Schwimm-Rekordliste stark verbessert.

Nachdem vom Fachamt Schwimmen die zehn in Norderney aufgestellten neuen Höchstleistungen und der Brustrekord des Dortmunders Balke von Magdeburg amtlich anerkannt worden ist, hat die Liste der deutschen Schwimmrekorde ein erheblich verändertes und verbessertes Aussehen erhalten. Von den insgesamt dreißig Höchstleistungen (je 15 für Männer und Frauen) stammen 20 aus dem Jahre 1935. Besser können die Fortschritte im deutschen Schwimmsport wohl kaum veranschaulicht werden.

Handball-Länderspiel Deutschland-Luxemburg.

Schon eine Woche nach dem siegreich bestandenen Ländertreffen mit Ungarn in Budapest steht die deutsche Handball - Nationalelf vor einer neuen, allerdings leichten Aufgabe. Als siebter Länderspiel- gegener hat sich zu Oesterreich, Schweden, Däne­mark, Ungarn, ber Schweiz unb Hollanb nun Luxemburg gesellt. Der Luxemburger Handball ist wie in ben meisten unserer Nachbarländer noch recht jung unb bas spielerische Können ist noch nicht so ausgefeilt, baß eine starke Luxemburger Aus­wahl einer beutschen Nationalmannschaft gefähr­lich werben konnte. Das gilt auch dann, wenn, wie am Sonntag, die deutsche Mannschaft nicht gerade das Stärkste darstellt, was der deutsche Handball­sport zu bieten vermag. Die deutsche Elf wird ausnahmslos aus dem Gau Südwest gestellt und besteht aus sieben saarländischen Spielern, drei Darmstädtern und einem Frankfurter.

Unter den drei Darmstädtern befindet sich auch der Polizist Rothermel, ber im Männer- turnoerein Gießen heranwuchs unb schon vor Jahren als sehr befähigter Spieler erkannt würbe.

Kurze Gportnotizen.

Das Endspiel um den Vereinspokal zwischen dem Deutschen Meister FC. Schalke 04 und dem 1. FC. Nürnberg bleibt am 8. Dezember, wie angesetzt, bestehen. Das Treffen wird in Düsseldorf

Bei Erkältungsgefahr, Halsentzündung und Grippe schützt vor Ansteckung Förmamint In a>l*n Apotheken end Drogen*«.