in Olbersdorf (Tschechoslowakei) laufend durch Geld- Zuwendungen im Betrage von 13 000 Mark unterstützt zu haben. Die Summen wurden von den Schwestern des Olbersdorfer Hauses mit über die Grenze genommen, wenn sie von Besuchen in Trebnitz heimkehrten.
Die Oekonomin Rosalie Bell schildert, wie zur Durchführung von Bauvorhaben große Auslandanleihen (480 000 holländische Gulden und 250 000 Reichsmark) ausgenommen worden seien. Dr. H o f i u s sei zum Orden gekommen und habe angeregt, daß Aktien gezeichnet würden. Unter Mitwirkung des Landrates seien dann auch tatsächlich 25 000 Reichsmark Aktien gezeichnet worden. Höbius habe erzählt, daß er auch anderen Orten helfe und sie habe daher das Vertrauen gehabt, daß er zu seinen Geschäften berechtigt gewesen sei. Die Angeklagte Kneppek hob hervor, daß Dr. Hofius ben Dr- den auf die Notwendigkeit einer staatlichen Genehmigung bei der geplanten Aufnahme einer Anleihe in der Tschechoslowakei aufmerksam gemacht habe. Infolgedessen habe sie angenommen, daß er sich als Bankdirektor auch die staatliche Genehmigung für die Rückkäufe verschafft habe.
Nach zehnstündiger Verhandlung wurden verurteilt die Generalvikarin Luitgardis Kneppek und die Oekonomin Rosalie Bell wegen fortgesetzten gemeinschaftlichen Devisenvergehens in drei Fällen zu je drei Jahren Gefängnis und 115000 bzw. 100 000 Mark Geldstrafe ; die Generatvbe- rin Felicitas P o t r z zu 1 Jahr 9 Monaten Gefängnis und 55 000 Mark Geldstrafe: die Schwester R. Völkel erhielt wegen Begünstigung 5 Monate Gefängnis. — Die Untersuchungshaft wird voll angerechnet. Für die Geldstrafen hat die Kongregation mitzuhaften. Ferner wurde die Einziehung der beschlagnahmten 75 000 Reichsmark Dollarbonds und der 66 600 Reichsmark 7prozentigen holländischen Guldenobligationen zugunsten des Deutschen Reiches ausgesprochen.
VomHeligionsunterricht ausgeschlossen
Düsseldorf, 27. Mi. (2)9153.) Wie die Re- gierungs-Presiestelle mitteilt, ist dem Dechanten L i e d m a n n und dem Kaplan Meininghaus in Neuß vom Regierungspräsidenten in Düsseldorf
die Berechtigung zur Erteilung des s ch u l p l a n m ä ß i g e n Religionsunterrichts mit sofortiger Wirkung entzogen worden. Die Genannten haben durch ihr Verhalten fortgesetzt ihre Pf lichten als staatliche Lehrer verletzt, den Schulfrieden in erheblichem Maße gestört und die Erziehung der schulpflichtigen Jugend im nationalsozialistischen Geist schwersten- gefährdet.
Oer Brief des Bischofs von Münster.
Essen, 27. Juli. (DNB.) Don der Landesgruppe Münster der Deutschen C h r i st e n geht der Nationalzeitung ein Protest zu, den das Blatt unter der Ueberschrift „Peinlich, höchst peinlich! — Noch ein Dank" an den Bischof von Münster für sein wackeres Eintreten für die „christlichen Belange" veröffentlicht. Der Protest lautet: Der Bischof von Münster hat in seinem Brief an den Oberpräsidenten von der „christlichen und besonders der katholischen Bevölkerung Münster" gesprochen, in deren Namen er gegen die beabsichtigte Rede des Reichsleiters Pg. Rosenberg protestierte. Auf unsere Anfrage hat das bischöfliche Generaloikariat erklärt, daß „weder das Presbyterium der evangelischen Gemeinde Münster, noch dessen Präses im Sinne ihrer Anfrage eine Bitte an ihn gerichtet habe." Wir evangelischen Deutschen Christen müssen auf Grund 400jähriger Erfahrung dagegen Einspruch erheben, daß ein katholischer Bischof ohne Auftrag überhaupt evangelische Interessen wahrzunehmen in Anspruch nimmt und daß er in unserem evangelischen Namen gegen das Auftreten des Reichsleiters Pg. Rosenberg protestierte."
Versammlunqs- und Uniformverbot für den 71SOFB im Kreis Schmalkalden.
S a ff e 1, 28. Juli. (DNB.) Vom Leiter der Staatspolizei st ekle wird mitgeteilt: Auf Grund des § 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in Verbindung mit § 14 des Polizeiverwaltungsgesetzes wird im Einvernehmen mit dem Regierungspräsidenten in Kassel dem NSDFB. (Stahlhelm) für den Bereich des Kreiser
w e g u n g eintrat, die roten Banner der Weltrevolution sich wieder entfalten und Rußland erneut zur weltrevolutionären Offensive überging.
Stalin war es, der die Nep liquidierte und diese durch seine Fünf-Jahres-Programme ablöste. Aber war es nicht auch Stalin, der die Gesellschaft der alten Bolschewisten auflöste, der den Menschen für wertvoller als die Maschine erklärte, der die GPU. zugunsten einer gesetzlich verankerten Rechtsprechung entmachtete, der sich von seinem alten Mitkämpfer I e n u k i d s e trennte, der selbst Maxim Gorki in Ungnade fallen ließ und der mit den Mitteln des lautlosen Terrors mit seinen Gegnern innerhalb der kommunistischen Partei aufräumte? Stalins Gegner saßen in der Tat in der Reihe der alten Bolschewisten. Die Ermordung des Leiters der GPU. in Leningrad, Kirow, bewies, daß es den alten Bolschewisten Ernst um ihre Sache war. Aber der Streit zwischen Stalin und seinen Anhängern auf der einen Seite wie gegen die Opposition auf dem rechten und linken Flügel der kommunistischen Partei war weltanschaulich im Grunde ja immer nur einKampfum d i e A u s l e g u n g v o n Marx und Lenin. In Wirklichkeit blieben und sind auch heute noch Marx und Lenin die Apostel und Evangelisten des Bolschewismus, ganz gleich, welche praktischen und tagespolitischen Forderungen aus ihrer Lehrer abgeleitet werden. Mit Recht hat man einmal Stalin mit einem gltten Mönch verglichen, der sich ohne viel Kopfzerbrechen die Lehre der Kirche zu eigen gemacht hat und unbekümmert um Zweifel und um Gewissenskampfe an dieser Lehre festhält. Glaubt man, daß Stalin, der Mönch Lenins, auch nur einen Augenblick an dem marxistischen und leninistischen Evangelium gezweifelt hat? Wenn für den frommen König Heinrich von Frankreich der Besitz der Stadt Paris eine Messe wert war, wieviel mehr wert muß dann für den frommen Marxisten Stalin die Freundschaft mit Paris sein, die ihm allein die Rückendeckung für den immer noch befürchteten Konflikt mit Japan gewährleistet! War diese Freundschaft mit der Anerkennung des französischen Militarismus zu hoch bezahlt?
Um das Bündnis der Sowjetunion mit dem bourgeoisen, kapitalistischen und militärischen Frankreich plausibel zu machen, erklärte man: „Der Zielgedanke ist und bleibt die klassenlose internationale Gesellschaft. In einer revolutionären Bewegung gibt es immer zweierlei, den Zielgedanken und die Wegparolen: wie lächerlich handelt, wer Wegparolen für starre, unveränderliche Dogmen nimmt."
Der Feind des Marxismus ist der Nationalsozialismus. Der Feind des nationalsozialistischen Deutschland ist auch Frankreich. Und deshalb besteht für das kommunistische Rußland die Notwendigkeit und die Pflicht, sich selbst mit dem militaristischen und kapitalistischen Frankreich zu verbünden. Wer anderer Meinung ist, wird in der „Weltbühne" als Trottel bezeichnet, „der an veralteten Wegparolen mit der Seele klebt, wie ein Neunzigjähriger an der Kragenmode seiner Jüngtingszeit." Wer noch heute an den alten Wegparolen der Kriegsverweigerung und Dienstverweigerung festhält, wird als Professor der Reoolutton hingestellt, als ein Mann von unvorstellbarer« Naivität. „Der alte reoolutto- näre Ritus blieb und bleibt gültig für die Proletarier des anttrussischen Staatenblocks, ihn auch für die des prorussischen noch erhalten zu lassen — mir fehlen höfliche Bezeichnungen für diesen penetranten Mangel an Scharflinn. Von Konservativität, von Engsttrnigkeit, weltfremder, wirklichkeitsferner Tradittonshengste zu sprechen, wäre doch wohl allzu höflich." Traditionshengste sind auf Anraten von Litwinow und auf Befehl des Roten Zaren Stalins nach Sibirien verbannt oder erschossen worden. Und um zu dokumentieren, wie wenig das heutige Rußland von revoluttonären Traditionen belastet ist, hat man ja einen der neuen Moskauer U-Bahn- höfe auf den Namen des britischen Völkerbundsministers, Anthony Eden, getauft.
Ein allzu übereifriger Propagandist hat in der „Weltbühne" die Katze aus dem Sack gelassen. Hängen wir ihr die Schelle um; stellen wir aber auch mit allem Nachdruck fest, daß, wie der Führer in seiner Reichstagsrede vom 21. Mai erklärt hat, sowohl die Nationalsozialisten als auch die Bolschewisten überzeugt sind, daß zwischen uns eine niemals zu überbrückende Weltentfernung liegt. „Soweit es sich beim Bolschewismus", jo erklärt der Führer ferner, „um eine russische Angelegenheit handelt, so sind wir an ihm gänzlich uninteressiert. Jedes Volk muh nach seiner Fasson selig werden. Sowie dieser Bolschewismus aber auch Deutschland in seinen Bann zieht, sind wir seine ingrimmig st en und fanatisch st en Feinde". Wir erkennen einen alten Feind auch in seiner bürgerlichen Tarnung. Wir sehen ihn am Werk, wie er als bourgeoiser Biedermann mit neuen Mitteln den Kulturkreis des Abendlandes zu zerstören sucht. Alle „Wegparolen" können uns nicht über diesen einen und einzigen Zielgedanken Hinwegtäuschen.
Merkwürdige Flugblätter.
München, 28.Juli. (DNB.) Nachdem in den letzten Wochen bereits mehrfach ganz offen B ü n d - nisangebote von den Kommuni st en an die katholischen Jugendverbände in Deutschland gerichtet worden sind und das Organ des Zentralkomitees des Internationalen Kommunistischen Jugendverbandes im Juni in einem Aufsatz sich positiv mit dieser Fraae beschäftigt hatte, sind nunmehr als Auswirkung dieser geheimen Weisungen in München Flugblätter gefunden worden, die so charakteristisch und bezeichnend sind, daß sie für sich selbst sprechen. Die Flugblätter haben folgenden Text:
„An die katholische Bevölkerung Münchens! Gegen die Vergewaltigung Eures Glaubens gilt es, einen verschärften Kampf zu führen! Wir Kommunisten schlagen Euch vor, trotz den verschiedenen weltanschaulichen Auffassungen einen g e - meinsamen Kampf für die Gewissensfreiheit zu organisieren! Wir schlagen Euch vor, in allen Betrieben, in allen Stadtteilen g e- meinsame Komitees zum Kampf für Glaubens- und Gewissensfreiheit zu organisieren. Wir schlagen Euch weiter vor, einen gemeinsamen Kampf für die Befreiung aller eingekerkerten Pfarrer und Ordensschwestern, für die Befreiung aller Anti- aschisten zu organisieren! Schaffung von Selbst- chutzformationen zum Schutze der antifa- chistischen Bevölkerung.. Die KPD."
Das Deutsche Nachrichtenbüro schreibt dazu: Es wäre sehr interessant, zu erfahren, was die Leitung der katholischen Jugendverbände und die Bischöfe als berufene Hüter der katholischen Religion zu diesem Bündnisangebot zu sagen haben. Es ist darauf hinzuweisen, daß bei einem Kaplan in Sachsen vor einiger Zett in größeren Mengen aus der Tschechoslowakei
Ausländsdeutsche Zugend im neuerstandenen Vaterland.
Weihestunde imOeuischlandlagerKuhtmühle. L)ieHL.begrüßt ihre Kameraden aus atterWett
KUhlmühle bet Wittstock, 28. Juli. (DNB.) Das Deutschlandlager der Hitlerjugend, an dem nun schon seit einigen Wochen 3000 deutsche und auslanddeutsche Hitlerjungen sowie Mitglieder anderer auslandsdeutscher Jugendaruppen tetlnehmen.erlebte am Sonntagnachmittag seinen festlichen Höhepunkt in einer erhebenden Weihestunde.
Schon von d-n frühen Morgenstunden an h-rrscht- in den Zelten des Lagers bewegtes Leben und Tret ben, und um di- Mittagsstunde begann der An ström der Taufende von Gasten, doe zu Fuß, zu Rad und aus Lastwagen ankamen. Gegen 14.30 Uhr war der Aufmarsch der Formationen be- endet. Der Kommandoturm auf dem „Hügel der Nationen" wurde rechts und links umsäumt von den Fahnen der 46 Länder, aus denen Hitlerjungen und junge Auslanddeutsche anwesend sind, sowie von vier riesigen Fahnen des Dritten Reiches. Auf den Abhängen des Berges hatten zu beiden Setten d i e Teilnehmer des D e u t f ch l a n d l a g e r s Aufstellung genommen. Das weite Viereck wurde abgeschlossen von Ehrenformationen der kurmärkischen SA., SS., VO. und HI. Von der Höhe des Berges bot sich ein unvergeßliches Bild von den zahlreichen Fahnen des Deutschlandlagers, den Kolonnen der HI., der Marine-HI. und der wetten märkischen Landschaft. ,
Unter den Ehrengästen der Partei und des Staates bemerkte man u. a. die Gauleiter Bohle und Hildebrandt, ferner Polizeipräsident Gruppenführer Graf Helldorf, Gruppenführer H e i ß m e y e r als Vertreter des Reichsfuhrers SS., Obergruppenführer Kühne als Vertreter des Stabschefs, Gauarbeitsführer D e ck e r als Vertreter des Reichsarbeitsführers, den Landrat des Kreises Ostpriegnitz, SS.-Obergruppenführer Graf Wedel.
Ein gewaltiges Ehorwerk leitet die Feier ein.
250 deutsche und auslanddeutsche Hitterjungen vereinigten sich zu einer meisterhaften symbolischen Darstellung des Deutschlandlagers. Ein Sprecher forderte die deutschen Jugendgruppen aus fernen Ländern auf: „Kommt nach Deutschland!" und vielfältig erschall das Echo zurück: „Wir kommen!" Unter den Klängen des Liedes „Märkische Heide" errichteten dann die deutschen Hitlerjungen d i e Z e l t e als Symbol dafür, daß die Heimat für den empfang der jungen Kameraden gerüstet sei. Die auslanddeutschen Gruppen setzten sich darauf in Marsch und schlossen bald die Reihen ihrer Kameraden aus der Heimat. Ein einziger Ruf erscholl über das Feld: „Wir sind zur Stelle!" und das Fahnenlied der HI. vereinigte schließlich deutsche Jugend aus aller Welt im Geiste Adolf Hitlers zu dem mehrwöchigen Aufenthalt in der Heimat.
Stabsführer Hartmann - Lauterbacher eröffnete nunmehr im Namen des Reichsjugendführers, der wegen einer Erkältung nicht teilnehmen konnte, die Kundgebung und verlas
eine Botschaft Baldur von Gchirachs
an die deutsche Jugend, in der es u. a. heißt: „Deutsche Jugend! Ich begrüße euch im Namen der nationalsozialistischen Bewegung und im Namen der Hitlerjugend im Deutschlandlager der HI. Aus allen Teilen der Welt seid ihr hierhergeeilt, um im deutschen Vaterland das Wunder der national- sozialistischen Kameradschaft zu erleben. Euer Vaterland hat euch hierher gerufen und ihr seid diesem Ruf gefolgt, um das gewaltige Erlebnis dieses Vaterlandes in eure Herzen einzufangen und es nach eurer Rückkehr zu euren Familien weiterzuschenken an alle die, denen es nicht vergönnt war, diese Deutschlandfahrt mitzumachen.
Es ist das erste Mal, daß das Deutsche Reich eine derartige Veranstaltung durchführt. Adolf Hit - l e r schuf die Voraussetzungen für dieses Welttreffen der HI. Ohne ihn wäre diese Veranstaltung nicht denkbar gewesen. Die Ausrichtung der ganzen Nation auf diese Fahrt der auslanddeutschen Jugend ist eine Leistung, die nur durch die nationalsozialistische Bewegung und ihren Führer möglich war. Staat und Führer haben in verständnisvoller Uebereinftimmung zusammenge- wirkt, um die Durchführung dieses Unternehmens zu ermöglichen. So gilt unser Dank, den ich zugleich in eurem Namen hier feierlich bekun
den möchte, besonders den Reichs- ministern und Reichsleitern, die durch ihre Unterstützung zum Gelingen dieses Lagers beigetragen haben, insbesondere aber dem Stellvertreter des Führers Rudolf Heß, der an der Spitze des Ehrenausschusses für das Deutschlandlager steht und selbst am Zustandekommen des Welttreffens der HI. entscheidend mitgewirkt hat. Wir gedenken aber auch dankbar der tätigen Mithilfe der Aus - landsorganifation der NSDAP, und ihres Chefs, des Pg. Bohle, dessen Rat und Mitarbeit von nicht abzuschätzender Bedeutung war.
Ihr kommt aus Ländern, die vielleicht in vieler Beziehung reicher und in ihrer räumlichen Ausdehnung unvergleichlich gewalttger sind als dieses fldne Deutschland. Aber dieses Deutschland ist unsere Heimat. Ihm gehört unser ganzes Herz, und unsere Liebe fragt ebenso wenig wie unsere Kameradschaft nach Geld und Größe. Ihr werdet hier nicht äußeren Glanz, nicht Reichtum und lleberfluß finden, wohl aber Zeugen einer gewaltigen geschichtlichen Vergangenheit und einer dieser Vergangenheit würdigen Gegenwart. Auf dem ruhmreichen Boden dieses ewigen Deutschlands müht und strebt und schafft ein einiges Volk, euer Volk. Kameraden des deutschen Schicksals, wenn einmal die Fahne dieses Lagers sinkt, wenn eure Schiffe und Eisenbahnen euch wieder wegführen von hier in die
Fremde, in das Ausland, wenn ihr uns verlassen müht, für Jahre, vielleicht für euer ganzes Leben, dann soll in euch das fortleben, was ihr hier geschaut habt. Und ihr sollt in eurem herzen mit euch tragen fortan bis an euer Ende das Erlebnis dieser irdischen und ewigen Heimat, als ein Bekenntnis zu eurem Führer und eurem Volk. Dir grüßen den Führer Adolf Hitler! Sleg-Heil!"
Oer Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP. Gauleiter Bohle
wandte sich dann an die jungen Kameraden, die Staatsbürger ein es anderen Landes seien und ermahnte sie zur tteulichen Innehaltung ihrer staatsbürgerlichen Pflichten. „Das Ansehen Deutschlands in der Welt", so rief er ihnen zu, „hängt davon ab, w i e ihr dem Staate dient, der euch Heimat geworden ist. Ihr habt das Verständnis zwischen eurer neuen und eurer alten Heimat zu vertiefen und zu festigen. Adolf Hitler will den Frieden d"r Welt; hieran mitzuarbeiten sei eure und unf*re oberste Pflicht!"
Darauf übergab der Stellvertreter des Reichs- jugendführers, Stabsführer Lauterbacher, dem Landesjugendführern der deutschen Hitlerjugend gruppen im Auslande ihre Fahnen, die sie mit dem heimatlichen Volkstum verbinden. Durch Hand» schlag versprachen sie dem Stellvertreter des Reichsjugendführers Treue zur Fahne und zur Idee. Das Horst-Wefsel-Lied beendete die Weihestunde.
Voten der Verständigung.
Deutsches Jungvolk an den Kriegergräbern auf den Schlachtfeldern Tlordfrankreichs von französischen Frontkämpfern begrüßt.
Paris, 27 Juli. (DNB.) Die 58 Angehörigen des Charlottenburger Jungvolks, die zum Abschluß eines dreiwöchigen Aufenthaltes in Frankreich die Schlachtfelder des Weltkrieges besuchen, besuchten als Gäste des französischen Frontkämpferverbandes Union Föderale den deutschen Krieger» friedhof in St. Quentin. Hier hielt der Vorsitzende der Union Föderale
Henri pichot
eine herzliche Ansprache. „Der Mann", so führte er u. a. aus, „der vor Ihnen steht, und Sie an dieser geweihten Stätte willkommen heißt, ist ein ehemaliger französischer Soldat. Offen und herzlich will er mit Ihnen sprechen. 52 Monate lang sind Ihre Väter und wir uns feindlich gegenübergestanden, erbarmungslos haben wir gegeneinander gekämpft; jeder von uns hat jeine Pflicht getan, aber auf beiden Seiten yat man auch d i e Wirklichkeit des Krieges erkannt. Wenn wir den Krieg verabscheuen, so deswegen, weil wir ihn gründlich kennengelernt haben. Hüben wie drüben haben wir Zeugnis abgelegt von unserer Not, unserer Opferwilligkeit, von unserer Bereitwilligkeit, alle Mühen des Krieges pflichtgetreu auf uns zu nehmen.
Die Toten, die in diesen gewaltigen Friedhöfen ruhen, sie rufen uns, den Ueberlebenden und ihren Söhnen zu: Verständigt Luch endlich untereinander; die Völker wie die einzelnen Menschen innerhalb der Rationen haben ein Recht auf das Leben. Fallt nicht noch einmal übereinander her. Sucht einträchtig miteinander, was recht und billig ist; sorgt dafür, daß jedermann, jede Familie, jede Ration in Sicherheit sich des Lebens erfreue.
Die schönsten und fruchtbarsten Eigenschaften des Menschen kommen im Frieden und nur im Frieden zur Blüte. Im Krieg lähmt der Mensch den normalen Ablauf der Dinge. Der wirkliche menschliche Heldenmut besteht darin, hocherhobenen Hauptes und mit gutem Gewissen das Leben zu gestalten, das uns nicht geschenkt ist, um es wegzu-
werfen oder mit blutiger Gewalt dem Nebenmenschen zu rauben.
wir, Franzosen und Deutsche, wir haben uns geschlagen; es ist nun endlich an der Zeit, offen und ehrlich und guten Willens zu gegenseitiger Verständigung zu gelangen; zu einer Zusammenarbeit, die nicht nur erstrebenswert, sondern auch durchaus möglich ist, zu einer Zusammenarbeit, die zwischen beiden Rationen jene Stimmung schassen wird, die sie zum Leben brauchen und die das blutige Gespenst früherer Feindseligkeiten und Kämpfe verscheuchen wird."
Die jungen Gäste aus Deutschland, die auf die französische Bevölkerung sichtlich einen ausgezeichneten Eindruck machen, waren am Freitagabend von der Stadt St. Quentin und den französischen Frontkämpfern zu einem Beisammensein eingeladen. Aus besonderen Wunsch der französischen Gastgeber wurden zahlreiche Lieder des neuen Deutschlands gesungen. Ein feierlicher Appell, bei dem ein „Sieg-Heil!" auf den Führer und den französischen Staatspräsidenten ausgebracht und die deutschen Nationalhymnen gesungen wurden, beschloß den eindrucksvollen Abend. Von St. Quentin fuhren die deutschen Jungen nach den großen deutschen Sammelfriedhöfen von M a i f s 6 n y, wo 15 000 deutsche Krieger in Einzelgräbern und weitere 15 000 in einem Massengrab ruhen. Ein Vertreter des französischen Frontkämpferverbandes Union Föderale und der Führer der deutschen Gruppe hielten am Gedenkkreuz Ansprachen, in denen die Hoffnung zum Ausdruck kam, daß der Krieg von 1914 der letzte gewesen sein möge. Die französischen Frontkämpfer legten auf dem deutschen Massengrab ein Blumengebinde niedex. Die deutschen Jungen hatten von den umliegenden Aeckern schlichte Sträuße aus Feldblumen und Kornähren gebracht, die sie in der Gedenkhalle niederlegten. Gedämpft klang über die Grabfelder das Lied vom guten Kameraden. Die Fahrt ging dann weiter nach Reims, wo nach Besichtigung der Kathedrale und der Stadt in der Nähe der ehemaligen Kampf- stätten für drei Tage ein Zeltlager aufgeschlagen wurde.
herübergeschmuggeltes marxistisches Propagandamaterial gefunden wurde, und daß auch an verschiedenen anderen Stellen Deutschlands eine engere Verbindung zwischen Mitgliedern der katholischen Kirche und Marxisten festgestellt worden ist. Eine Erklärung der zuständigen Stellen der Kirche wäre hier dringend vonnöten, wenn nicht die katholischen Jugendverbände mit den Bolschewisten auf eine Stufe gestellt werden sollen.
Gefängnisstrafen für Oevifenverbrechen katholischer Ordensschwestern.
Berlin, 27. Juli. (DNB.) Als sechster Fall aus der Reihe der Devisenstrafverfahren gegen Angehörige katholischer Orden begann am Samstag ein Verfahren gegen vier Schwestern der „Kon - gregation vom heiligen Karl Borro- m ä u s in dem Mutterhaus in Trebnitz (Schles.) oor dem Berliner Schöffengericht.
Die Generalvikarin Luitgardis Kneppek leitete lange Jahre hindurch die Kongregation als Gene- raloderin und stand seit ihrer Ablösung im August 1933 ihrer Nachfolgerin, der Generaloberin Potrz beratend zur Seite. Die Schwester Rosalie Bell war Oekonomin der Kongregation. Ihre Nachfolge- nn, Die Schwester Rosa Völkel, ist der Begünsti- Sie hat während der Durchsuchung des Klosters durch Beamte der Zollfahndungsstelle em Notizbuch versteckt, dessen Inhalt sie für be- laftenb hielt. Die Anklage wirft den drei erftgenann» ?en!KffcItcrn vor, daß sie in den Jahren CT? * £--5 durch den berüchtigten Leiter der Bank für Kommunalwirtschaft in Berlin, Dr H o - fius, insgesamt 255 000 Mark über die ©rense nad) Holland bringen liehen. Bis auf einen Restbetrag von 15 000 Gulden wurden für dieses Geld Obligationen der eigenen Ordensanleihe im Betrage von 66 000 Gulden und Preußenbonds im Betrage von 75 000 Dollar gekauft. Darüber hinaus wird der Generalvikarin Kneppek allein noch zur Last gelegt, die Niederlassung der Kongregation


