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Nr. 99 Drittes Blatt

GietzenerAnzelger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Montag, 29. April 1935

Zum in Gießen.

Folgende Kapellen stellen sich an diesem Tage für den Umzug zur Verfügung:

1. SA.-Kapelle mit Spielmannszug.

2. Musikkorps des Regiments mit Spielmannszug.

3. Stahlhelmkapelle mit Spielmannszug.

4. HJ.-Kapelle mit Spielmannszug.

5. Spielmannszug des Jungvolks.

Fahnengruppen:

1. PO.

2. SA.-Sturmfahnen Gießen.

3. Arbeitsdienst, Abteilung Gießen.

4. SS.-Fahnen der Gießener Stürme.

5. Arbeitsfront.

6. HI., Jungvolk, VdM., IM. Gießen.

7. NSFB. Gießen mit den Fahnen aller Regi­mentsvereine.

Ehrenabteilungen:

1. PO. Gießen, 60 Mann.

2. SA., 120 Mann.

3. SS., 120 Mann.

4. NSKK. Gießen, 120 Mann mit Fahnen.

5. Arbeitsdienst Gießen, 120 Mann mit Spaten.

6. Arbeitsfront, 120 Mann.

7. Jnf.-Reg., 120 Mann. Die übrigen Teilnehmer des Regiments marschieren in 8er-Reihen.

8. HI., 120 Mann.

9. ID., 120 Mann.

10. BdM. 60, IM. 60, zusammen 120.

11. NSFB., 120 Mann.

Marschiert wird bis auf die Ehrenabteilungen in 8er-Reihen.

Aufmarsch, Umzug, Kundgebung auf dem Oswaldsgarten.

Aufmarsch und Aufstellung des Festzuges am Ludwigsplatz und in den dort endenden Straßen.

Leitung des Abmarsches vom Ludwigsplatz Pg. H o p f e n m ü l l e r und die O. G. Gießen-Ost (10 Mann).

Marschweg: Gartenstraße, Hindenburgwall, Bahn­hofstraße, Neustadt, Oswaldsgarten.

Leitung des Aufmarsches auf dem Oswaldsgarten Pg. Horst und die O. G. Mitte.

Marschgruppen des Festzuges.

1. Gruppe Betriebe, Leitung Kreiswalter der DAF., Pg. Wagner.

2. Gruppe Handel, Handwerk, Gewerbe, Leitung Pg. Schimmel.

3. Gruppe Behörden, Leitung stellv. Kreisamts- leiter des Amtes für Beamte, Pg. Ulrich.

4. Gruppe Freie Berufe, Angestellte, Landstand, Fahnen der Vereine und Uebrige. Leitung: Pg. Schwarz.

Stände für Erfrischungen usw. wer­den vom Pg. Schimmel, Goethestraße, vergeben.

Fe st wagen können mitgeführt werden, doch dürfen sie in keiner Weise zur Reklame ausgenutzt werden. Verstöße haben Ausschluß zur Folge.

Aufstellung der Marschgruppen.

Bei der Aufstellung ist die rechte Straßenseite ein­zuhalten. Eine bestimmte Reihenfolge der Betriebe gibt es nicht. Die Aufstellung erfolgt in der Reihen­folge des Eintreffens in 8er-Reihen. Den Anord­nungen des Ordnungsdienstes ist unbedingt Folge zu leisten. Rauchen ist im Zuge und während der Kundgebung verboten.

Sämtliche Kapellen, Fahnengruppen, Ehrenabtei­lungen treten auf dem Ludwigsplatz an.

Spitze des Auges; 10.30 Uhr angetreten an der Alten Bürgermeisterei.

PO.-Fahnen, PO.-Ehrenabteilung. SA.-Kapelle, SA.-Fahnengruppe, SA.-Ehrenabteilung (120). SS.- Fahnen der Gießener Stürme, SS.-Ehrensturm (120). Arbeitsdienst Gießen mit Fahne (120). Fah­nen der Arbeitsfront, Ehrenabteilung der Arbeits­front (120).

Gruppe 1: Betriebe; 10.30 Uhr angetreten.

Aufstellung tm hitterwatt.

Spitze SS.-Standarte. Anmarsch aller Betriebe durch die Walltorstraße in den Hitlerwall.

Es nehmen teil: Reichsbahn, Nattmann, Bän- ninger, Gaswerk, Elektrizitätswerk, Sparkasse, Poppe, Schafsttaedt, Regimentsverwaltung, Heil- und Pflegeanstalt, alle Banken, Denninghofs, Ober­hessische Tageszeitung, Gießener Anzeiger, Stem- pelkreuter, alle übrigen städtischen Betriebe, Grieb, Gailsche Werke, Tabak- und Zigarrenfabriken. Es folgen sämtliche kleinere Betriebe, die nicht auf­gezählt.

Kapelle des Inf. Reg. 10.45 Uhr am Ludwigs­platz mit Ehrenabteilung (120). Es folgen die übri­gen Teilnehmer des Regiments in 8er-Reihen. Auf­stellung K a i s e r a l l e e.

Gruppe 2: handel, Handwerk und Gewerbe.

Aufstellung in der Löberstraße, Spitze Lud- wigsptah. Um 10.45 Uhr angetreten.

Anmarsch nur durch die Bleichstraße in die Lüder- straße.

Dazu gehören sämtliche Geschäfte Gießens, sämt­liche Innungen, das ganze Kraftfahrzeuggewerbe. Wagen können mitgeführt werden.

Kapelle der HI. mit Spielmannszug, Ehrenabtei­lung der HI. mit Fahnen, Jungbannfanfarenzug, Jungvolkfahnen, 120 Mann JV., 60 BdM. mit Fahnen, 60 IM. mit Fahnen, angetreten um 10.45 Uhr Ludwigsplatz.

Gruppe 3: Behörden; angetreten um 11 Uhr in der Ludwigstraße.

Dazu gehört die ganze Universität mit Kliniken. Vor der Universität marschiert die Fahnengruppe der Universität auf. Reihenfolge innerhalb der Gruppe Universität bestimmt der Kanzler.

Aufstellung in der Ludwig st raße, Anmarsch nur aus der Richtung Liebigstraße in die Ludwig- wigstraße. Spitze Ludwigsplatz.

Es gehören ferner dazu: Polizei, Arbeitsamt, alle Gerichtsbehörden, Biebertalbahn, Provinz, Kreis, Zoll, Finanz, Reichsbank, Forst, Vermessungsämter, Post, Krankenkassen, Schulen, auch Privatschulen, geistliche Behörden, Feuerwehr, Technische Nothilfe, Klein-Linden, Allendorf.

Kapelle des NSFB., Fahnen, Ehrenabteilung des NSFB. (120, nicht mehr). Fahnen her Regiments- oereine (drei Mann je Fahne); angetreten 11 Uhr Ludwigsplatz.

Gruppe 4: Freie Berufe, Angestellte, Landstand;

angetreten um 11 Uhr:

Aufstellung in der G a r t e n st r a ß e vom Lud­wigsplatz an, Nahrungsberg nach der Kaiserallee hin. Spitze Ludwigsplatz. Anmarsch Nahrungsberg in die Gartenstraße.

Aerzte, Zahnärzte, Dentisten, Rechtsanwälte, Architekten und alle sonstigen freien Berufe, Ange­stellte, soweit sie nicht bereits erfaßt sind, Arbeits­lose, Hausangestellte, landwirtschaftliche Betriebe so­weit sie nicht zur Universität gehören, Annerod, so­weit es in Gießen teilnimmt.

Den Abschluß dieser Gruppe bildet eine Fahnen- ' gruppe, die aus allen Fahnen besteht, die nicht auf­gezählt wurden, alle Vereinsfahnen. Jede

Frühlingsiraum an einem chinesischen Gee.

Von I. H. Glimpf.

Schanghai, im Frühling 1935.

An einem Februarmorgen bei bleigrauem Him­mel trafen wir uns, sechzehn Schanghaideutsche, die das chinesische Neujahrsfest lieber auf froher Wanderfahrt verleben wollten als in den Straßen Schanghais, das an diesem Fest an das Babel der Geschichte erinnert mit seinen Tausenden von Gästen und dem dröhnenden Lärm der Neujahrsraketen und Böller mit seinem Elend und seinem Prunk. An den Taihu sollte es gehen, den gewaltigen See inmitten des Dangtsetales in der Provinz Kiangsu, den See, in dem das chinesische Vineta versunken sein soll, auf dessen Inseln heute noch Seeräuber ihre Verstecke haben.

DerNordexpreß" brachte uns zu dem kleinen Provinzstädtchen Wusch. Kaum waren wir ausge­stiegen und hatten uns mit den Kochtöpfen und Stallaternen und allem, was zu einer Fahrt ins Innere gehört, behängt, waren wir schon der Mit­telpunkt einer Menschenmenge. Ein scharfes Kom­mando, und schon standen wir in Reih und Glied die Hakenkreuzflagge am Bambusstab wehte, und unter den frischen Klängen desSchwarz­braunen Madels" setzten wir uns in Marsch zur Haltestelle der chinesischen Autobusstrecke an den See.

Bei einbrechender Dunkelheit trafen wir am See ein und nahmen Quartier imPflaumengarten­hotel", in dessen Hof bald Lagerfeuer brannten und deutsche Lieder erschallten. Eilends wurde abge­kocht, und dann ging's in die behelfsmäßigen Lager­stätten, denn ein sternklarer Himmel ließ uns auf gutes Wetter hoffen.

Selbst die kühnsten Erwartungen wurden am anderen Morgen durch die vom blauen Himmel strahlende Sonne übertroffen und durch den herr­lichen Anblick, den uns der See und seine bergigen Ufer boten. Mitten im Februar waren die Bäume über und über mit Blüten bedeckt, und die Sonne wärmte wie daheim im Mai oder Juni. Als wir die Fahrt begannen, war es ein richtiger Sommer­tag geworden, und die blühende Landschaft machte die Täuschung vollkommen.

Das Ufer des Sees, das uns wie die Meeres­küste anmutete, weil man, soweit das Auge reichte, kein Land sah, war belebt von Wasservögeln aller Art, und die bizarre Form chinesischer Dschunken gab dem Bild einen märchenhaften Anstrich. Das

zerklüftete Ufer mit seinen Halbinseln und Inseln, deren Hügel durch bunte Pagoden und Tempel geschmückt sind, ist im Sommer ein beliebter Aus­flugsort, und die Hausboote der Schanghaier be­leben dann das heute so stille Wasser, in dem sich nur schwerfällige, hochbordige Dschunken daher­schieben und einige Sampans (chinesische Ruder­boote) der nächsten Insel zustreben.

Am nächsten Tag ging es in die Hügel durch Felder und Buschwald. Es gibt nur wenig Wald in China, überall mußten die Bäume Feldern weichen. Doch in den Hügeln finden wir noch Wald und das deshalb, weil auf ihnen häufig die Grä­ber liegen. Die Toten werden gewöhnlich auf dem Acker begraben, wo an ihrem Geburts- und Todes­tag die silbernen Papiertüten, das Totengeld, ver­brannt werden, wo man Speisen für sie aufstellt, wo zu Neujahr die Sandelhölzchen schwelen und lange Papierstreifen mit Gebeten flattern. Wenn aber der chinesische Bauer sein Land in hügeliger Gegend hat, wird er die Ahnengräber in den trockenen steinigen Berghalden anlegen und die Bäume dort nicht abschlagen. Die Landschaft der Hügel bleibt dadurch urwüchsig, und die steinernen Säulen und Bilder, die Ahnentempel im Bergwald und die verfallenen Gräber alter Geschlechter geben ihm ein ernstes Gepräge. Unser Besuch fiel in die Neujahrszeit, das größte Fest der Chinesen, und wir begegneten deshalb vielen Anwohnern, die ihre Toten besucht hatten, und hörten die dumpfen Gongschläge aus den Gehöften geisterbeschwörender Bauern, die mit Räucherwerk und Geistergong ihr Anwesen umschritten, um die bösen Geister zu ver­treiben und den Schutz der Ahnen herbeizurufen. Als wir auf dem Gipfel des höchsten Berges stan­den und die Uferebene vor uns sahen, hörten wir aus allen Richtungen das Knattern und Prasseln des Feuerwerks und sahen den Rauch der Opfer­feuer und Räucherstäbe von allen Gehöften auf­steigen, die wie dunkle Punkte in der hellbraunen Ebene liegen.

Das Dorf sah freundlicher aus, als ich je ein chinesisches Dorf gesehen habe, denn wenn er auch sonst nicht übermäßig sauber ist, zu Neujahr tut jeder Chinese ein übriges und scheuert Haus und Hof; eigentlich sollte er nach alter Sitte seine Klei­der ablegen und sich vollkommen neu einkleiden, während die alten mit dem Schmutz und dem Kummer des alten Jahres verbrannt werden. Wenn diese Sitte sich auch nicht hat halten können, so wird jeder Chinese zum mindesten sorgfältig ge­waschene Sachen anhaben und alles, was neu an­geschafft wird, an diesem Tage zum ersten Male anziehen oder in Gebrauch nehmen, denn , es ist ein gutes Vorzeichen, jedweden Anfang mit dem

Fahne hat einen Träger und zwei Begleiter. An­treten in der Bergstraße, Spitze an der Garten- ftraße.

Vereinsfahnen gehören zur Gruppe 4. An­treten in der Bergstraße.

Die Sanitätskolonnen versehen im Zuge und auf dem Oswaldsgarten den Hilfsdienst. Ebenso die Sa- nitäts-SA.

Aufmarsch, Umzug und Kundgebung dauern zusammen etwa 2V- Stunden.

Anfragen an die Kreisleitung täglich zwischen 16 und 17 Uhr.

Schmelz, Kreispropagandaleiter.

Kleidung am 1. Mai.

Am 1. M a i trägt jeder Volksgenosse, auch die Parteigenossen, soweit sie nicht in den uniformier­ten Ehrenformationen der einzelnen Gliederungen mitmarschieren oder zu besonderen Zwecken heran­gezogen sind, Festanzug der Deutschen Arbeitsfront oder Zivil. Jeder marschiert bei seinem Betriebe mit Ausnahmen bilden nur die Ehrenabteilungen und die Vetriebsvertrauensleule und deren Stellver­treter, die von allen Betrieben zusammen direkt hinter den Ehrenabteitungen marschieren.

Schmelz, kreispropagandaleiler.

Das Programm.

Dienstag, 30. April.

16.0 0 Uhr: hissen aller Fahnen. Jede deutsche Fa­milie zeigt mindestens eine Hakenkreuzfahne.

20.0 0 Uhr: In der Votkshalle zu Gießen RSG. Kraft durch Freude": Die 9. Symphonie von L. van Beethoven. Eintrittskarten im Vorverkauf 70 Pf., am Abend 1, R21t

Mittwoch, 1. Mai.

7.00 Uhr: Wecken in den Straßen der Stadt durch HI. und Iv.

8.30 Uhr: Jugendkundgebung auf dem Oswalds- garten mit Uebertragung aus Berlin. HI JV., BdUl.» 3211. marschieren geschlossen an. Die übrige Jugend wird von den Schulen erfaßt.

10.3 0 Uhr: Antreten der Zugteitnehmer. Siehe Auf- stellungsptan der einzelnen Marschgruppen.

11.00 Uhr: Abmarsch: Zug Gartenstraße, hinden­burgwall, Bahnhofstraße, Neustadt, Oswalds- garten.

12.10 Uhr. Beginn der Kundgebung. Bis zu Be­ginn Militärkonzert des Musikkorps Gießen. Vereidigung der Betriebsvertrauensleute. Führerrede. Alle Betriebsvertrauensleute und deren Stellvertreter treten an der SS.-Stan­darte an.

Abends: Volksfest. Alle Betriebe sollen an diesem Gemeinschaftsabende abhatten. Die Organisation des Abends liegt in den Händen der Betriebe. Sie sorgen beizeiten für Musik und ein Lokal. Kleinere Betriebe schließen sich zweckmäßig zusammen. Die Kapellen stehen zur Verfügung.

Schmelz, Kreispropagandaleiler.

Der 1. Mai in Gießen-Gtadt.

Folgendes Programm ist für den Kreis Gie­ßen gemeinschaftlich festgelegt:

Dienstag, 30. April.

16.00 Uhr: Hissen der Fahnen.

Mittwoch, 1. Mai.

7.00 Uhr morgens: Wecken durch die HI. und JV.

8.30 bis 9.30 Uhr morgens: Jugendkundgebungen mit Uebertragung aus Berlin.

An diesen Kundgebungen nimmt die ganze deutsche Jugend teil.

Mit den Führern der HI. sind folgende zentralen Kundgebungen im Kreise Gießen festgelegt worden:

In Gießen auf Oswaldsgarten mit Wiefeck, Heuchelheim, Klein-Linden, Allendorf a. d. Lahn. Leitung: HJ.-Jungbannführer lasier und die Ortsgruppe Gießen-Nord.

In Großen-Linden mit Leihgestern und Lang-Göns. Leitung: Unterbannführer T e x t o r und die Ortsgruppe Großen-Linden.

In Watzenborn-Steinberg mit Garben­teich und Hausen. Leitung: Kameradschaftsführer Jung und die Ortsgruppe Watzenborn-Steinberg.

In G r ü n i n g e n mit Holzheim, Dorf-Gill, Eber- stadt, Ober-Hörgern. Leitung: Stammführer W e - ber, Großen-Linden, und die Ortsgruppe Grü- ningen.

In L i ch mit Steinbach und Albach. Leitung: Kameradfchaftsführer Lerch, Lich, und die Orts­gruppe Lich.

In M u s ch e n h e i m mit Bettenhausen, Birklar, Bellersheim, Obbornhofen. Leitung: Fähnleinführer Krämer, Bellersheim, und die Ortsgruppe Bet­tenhausen.

In Hungen mit Langsdorf, Dillingen, Langd, Trais-Horloff, Inheiden, Utphe, Rodheim, Stein­heim, Rabertshausen. Leitung: Gefolgschaftsführer

Schmidt, Steinheim, und die Ortsgruppe Hungen.

In Ettingshausen mit Ober-Bessingen, Nieder-Bessingen, Nonnenroth, Harbach, Hattenrod. Leitung: Fähnleinführer Fuchs, Ettingshausen, und die Ortsgruppe Ettingshausen.

In G r ü n b e r g mit Queckborn, Weickartshain, Lauter, Saasen, Göbelnrod, Beltershain, Rein- hardshain, Stangenrod. Leitung: Gefolgschaftsfüh­rer Bopp, Grünberg, und die Ortsgruppe Grün- berg.

In Großen-Vufeck mit den Ortsgruppen Großen-Bufeck, Alten-Bufeck, Bersrod, Annerod. Leitung: Unterbannführer Schneider, Großen- Buseck, und die Ortsgruppe Großen-Bufeck.

In Lollar mit den Ortsgruppen Lollar und Mainzlar. Leitung: Stammführer Sch mulb ach, Lollar, und die Ortsgruppe Lollar.

In Londorf mit den Ortsgruppen Londorf, Allendorf, Geilshausen, Weitershain. Leitung: Ge­folgschaftsführer Kraus, Londorf, und die Orts­gruppe Londorf.

12.00 bis 13.30 Uhr: Kundgebungen mit der lieber« . tragung der Führerrede aus Berlin.

An der Kundgebung in Gießen nehmen teil: Klein-Linden, Allendorf a.d.Lahn, Anne­rod. Im übrigen führt jede Ortsgruppe eine zentrale Kundgebung durch.

Während dieser Kundgebung findet die Vereidigung aller Betriebsvertrauensleute und deren Stellvertreter durch den Reichs­organisationsleiter statt. In Gießen treten alle Betriebsvertrauensleute und deren Stellver­treter an der Spitze des Zuges an der SS.- Standarte an. Im Kreise findet diese Ver­eidigung bei»der Kundgebung der zuständigen Ortsgruppe, zu der der Betrieb gehört, statt.

neuen Jahr zu machen. Auch vor den Türen der ärmsten Hütten fanden wir aus weißer Kreide ge­streute Figuren und Buchstaben. Da waren Bilder von Fischen, Hähnen, Gabeln und die verschieden­sten Schnörkel und Verzierungen, die alle auf den sauber gefegten Platz vor der Türe gemalt waren, während diese selbst mit roten, schwarz beschriebe­nen Papieren beklebt war, die Glück, langes Leben, viel Geld und viele Nachkommen verheißen und unerläßlich sind bei jeder chinesischen Feier. Trotz der späten Stunde war noch das ganze Dorf auf den Bienen, und wo wir uns zeigten, begrüßte uns der Ruf:Näguning" (ein Fremder), und der Zug Neugieriger, die uns folgten, wurde größer und größer. Wir kauften einen Feuerwerksladen leer und begannen ein gewaltiges Feuerwerk. War das ein Jubel bei der chinesischen Jugend, als wir die ersten Raketen abschossen und Bonbons und Knallerbsen unter die Dorfjugend warfen! Spät zogen wir ab, doch noch die folgenden Nächte hörte map hoch auf dem Hügel das Krachen und Knat­tern von Neujahrsfeuerwerk aus dem Dorf herauf­tönen.

Rasch verstrichen uns die Tage bei unwahrschein­lich warmem und klarem Wetter, und nur ungern rüsteten wir uns zum Heimmarsch. Kaum waren wir in Schanghai eingetroffen, da schlug das Wet­ter um, als wäre es nur für uns so schön ge­wesen, die wir braungebrannt und erholt in das all dem Festtagstrubel müde und stille Schanghai zurückkehrten. Nebel und Schlackerschnee am folgen­den Tag ließen uns alles für einen Frühlings­traum im Winter halten, wenn nicht unsere Licht­bilder die Wirklichkeit uns bestätigt hätten. Doch eins stand fest: daß wir den Taihu noch einmal besuchen würden, wenn erst der Frühling seine ganze Pracht entfaltete.

Wie ein Geweih entsteht.

Das Geweih ist der kennzeichnende Schmuck des Hirsches, und es findet sich bei fast allen männlichen Vertretern der Paarhuferfamilie. Alljährlich im Fe­bruar oder März wirft der Rothirsch, der uns be­kannteste derCerviden", sein Geweih ab, um es in den folgenden Monaten wieder zu ersetzen. Nach diesem Vorgang, der unseren naturnäheren Vorfah­ren von großer Bedeutung erschien, hat auch der Monat Hornung seinen Namen erhalten. Die Ge­weihe der Hirsche haben die verschiedenartigsten Formen, ihre Bildung aber vollzieht sich unter den gleichen anatomischen Voraussetzungen. Beim Rot­hirschkalb setzt die Entwicklung dieser später so statt­lichen Knochenmasse ungefähr mit dem zehnten Lebensmonat ein, und zwar bilden sich zuerst kurze

rosenlose Spieße, die zuerst im Alter von rund zwei Jahren abgeworfen werden. Dann entstehen die Geweihstufen mit ihrem sich immer mehr ver­größernden Endenreichtum. Es ist zwar richtig, daß sich das Geweih beim ausgewachsenen und kräftigen Tier in Stärke und Endenzahl weiter entfaltet, es ist jedoch nicht möglich, aus der Endenzahl einen zuverlässigen Rückschluß auf das Alter zu ziehen.

Das Geweihwachstum, das mit der Geschlechts­reife eng verbunden ist, stellt eine einzigartige Re­generation dar, die ihren Ausgang von den Rosen­stöcken nimmt, jenen paarigen Zapfen über den Augen, auf denen das Geweih sitzt. Sobald nun eine Geweihstange abgeworfen worden ist, tritt an der Bruchfläche ein Bluterguß ein, der bald von einer Haut überzogen wird. Die eigentlichen Kräfte für den Wiederaufbau aber kommen aus dem sogenann­ten O l t s ch e n Bildungssaum, dem schmalen Saum, der den Stirnzapfen ringförmig umschließt. Das Geweih wächst also nicht, worauf Forstasfeffor Horst Siewert in der im Hugo Bermühler Verlag erscheinenden ZeitschriftDer Naturforscher^ hinweist, aus dem sich emporschiebenden Knochen auf, wie oft fälschlich angenommen wird, sondern der zellenreiche und gerade in dieser Zeit stark durchblutete Saum überwallt die frische Knochen- wunde. Langsam entsteht so das neue Geweih, das im Innern ein lockeres Gefüge knochenbildenden Gewebes ist und das außen von einer plüschartig behaarten, grauen Bastdecke umgeben ist. In diesem Wachstumsabschnitt ist der Geweihkolben von elastischer Beschaffenheit und stark durchblutet, so daß er sich warm anfühlt; er ist bereits acht Tage nach dem Abwurf in den Ansätzen deutlich zu er­kennen. Noch eine Woche später ist zu sehen, wie sich der Keimscheitel spaltet und zur Entwicklung der Aussprosse, der am Geweih untersten Sprosse, führt, bis nach ungefähr drei Monaten nach verschiedenen Abzweigungen von der Hauptstange das Gewech voll ausgewachsen ist. Dann beginnt sich die Bast­haut zu verändern; sie wird immer dünner, schrumpft zusammen und löst sich endlich in langen Streifen von dem Geweihknochen, worauf es von dem Hirsch durch Fegen entfernt wird. Durch die Zusammenschnürung der Blutgefäße des Dildungs- faumes, die mit diesem Vorgang Hand in Hand geht, ist das Geweih ein Knochenstumpf geworden, der von seiner ernährenden Haut entblößt und zum baldigen Abfallen verurteilt ist. Daß dies erst nach ungefähr sieben Monaten geschieht, hängt mit der inneren Sekretion zusammen. Das tote Geweih wird erst dann abgeworfen, wenn eine neue Durch­blutung der Gefäße des Bildungssaumes beginnt, wodurch eine Trennung des Geweihs vom Rosen­stock erfolgt.