den 30. April 1935, gemäß Art. 12 der Verfassung der Freien Stadt Danzic, einberufen.
Auf Anweisung des Propagandaministeriums und der Gestapa wurden die „Z e i tz e r N e u e - st e n Nachrichten" wegen ihres Berichts über den Zeitzer Sparkassenskandal bis einschließlich 22. Mai 1935 verboten.
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Der deutsche Gesandte in Stockholm Prinz zu Wied hat im schwedischen Außenministerium gegen den L ü g e n f e l d z u g des berüchtigten Separatistenführers Matz Braun, der sich seit einigen Tagen in Schweden aufhält, und gegen vie entsprechende Veröffentlichung im „Socialdemo- craten" schärf st en Protest eingelegt.
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Die Regierung hat das am 4. Oktober 1933 ausgesprochene Verbot der „Deutschen Nationalpartei" in der Tschechoslowakei auf- gehoben. Die „Deutsche Nationalpartei" wird als „Deutsche V o l k s p a r t e i " in die bevorstehende Wahl gehen. Die Sudetendeutsche Heimat
front Konrad Henleins nimmt gegen die Wiederzulassung der Deutschen Nationalpartei Stellung. Sie wird noch vor den Wahlen in Prag eine eigene Tageszeitung herausgeben, die an Stelle der bisherigen „Sudetendeutschen Tageszeitung", einem Parteiorgan der „Deutschen Nationalpartei", erscheinen wird.
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Die Konfinierungskommission von Bozen hat den Kaplan Johann Kuntner aus St. Wallburg im Ultental zu zwei Jahren Verbannung verurteilt. Es wurde ihm vorgeworfen, er habe einige Männer aus St. Wallburg nach der Saarabstimmung zur Abbrennung eines Freudenfeuers veranlaßt.
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Der Staatspräsident von Portugal General Carmona wurde nach seiner Wiedergenesung vom Parlament in Anwesenheit des diplomatischen Korps zum Marschall proklamiert und für weitere sieben Jahre als Staatspräsident vereidigt.
Das Endergebnis der Vertrauensratswahlen.
Ein Erfolg der Gemeinschaftsarbeit der DAI.
Berlin, 27. April. (DNB.) Vor Pressevertretern sprach der Reichswahlleiter für die Vertrauensratswahlen, Pg. Claus ©eigner, über das Ergebnis der Vertrauensratswahlen, das er zusammenfassend ein Bekenntnis zum Nationalsozialismus und einen Erfolg der Deutschen Arbeitsfront nannte. Während im vergangenen Jahre eine Beteiligung von kaum 40 v. H. festzustellen war, betrug die Wahlbeteiligung in diesem Jahre im Reichsdurchschnitt 8 3 v. H. In 70 258 Betrieben waren 7 147 802 Abstimmungsberechtigte, von denen 6 539 398 zur Wahlurne gingen und 5 731008 = 83 v. H. mit „Ja" stimmten. Selzner wies darauf hin, daß es sich hier um eine reine Personenwahl gehandelt habe, bei der zwar in den kleinen Betrieben die aufgestellten Personen den Wahlberechtigten vollständig bekannt seien, während aber in den Großbetrieben — wie z. B. beim IG.-Farbenkonzern mit einer Belegschaft von rund 135 000 Mann — naturgemäß diese Voraussetzung fehle.
Daß trotzdem dieses außerordentlich erfreuliche Ergebnis zuftandegekommen fei, fei darauf zurückzuführen, daß die Arbeitsfront als Ge- meinschaftsorganifation sich durchgefetzt habe. Sie habe die Dertrauensratslisten aufgestellt, nicht um den Klasfenkampf durchzuführen, sondern den Gemeinschaftsgedanken durchzusetzen. Der Arbeiter habe auch gelernt zu erkennen, daß durch diese Arbeitsfront tatsächlich praktische Arbeit in nationalsoziali- stischem Gei st geschaffen wurde. Während früher die Gewerkschaften vor den Fabriktoren Halt machten, seien die Nationalsozialisten in die Betriebe h i n e i n g e g a n g e n, um sich um das Wohl der Arbeiter zu bekümmern. Auch der Reichsorganisationsleiter der NSDAP, und Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley habe in nimmermüder Arbeit in großzügigen Deutschlandreisen in jedem Betriebe von seinen Zielen und seinem Wollen gepredigt. Er habe seine Ziele und sein Wollen in der Arbeitsfront durchgesetzt, so daß jetzt eine einheitliche Auffassung über die neue Sozial- ordnung in Deutschland entstehen könne, wozu die in der Schulungsarbeit der DAF. auf das Wol
len Dr. Leys ausgerichteten zahlreichen Redner noch helfen könnten. Die Hundertsätze, die die Nichtbeteiligung an der Wahl dartun, [eien Kennzeichen für die noch nicht ganz überwundene Indifferenz gegenüber allen politischen Vorgängen bei einem wenn auch nur kleinen Teil der Arbeiter. Bei Betrieben, deren Wahlergebnisse schlecht sind, fei nunmehr eine Handhabe vorhanden, um der Ursache für dieses schlechte Wahlergebnis nachzugehen und im Laufe des nächsten Jahres den Wechsel zu schaffen, der gestatte, bei der Vertrauensratswahl im Jahre 1936 mit besseren Ergebnissen herauszukommen. Das Ergebnis der diesjährigen Wahlen zeige aber, daß auch der Teil der Arbeiterschaft, der früher zu den stärk st en Gegnern des Nationalsozialismus gehörte, heute eines feiner ftärfften Bollwerke geworden fei. Das Ergebnis in den einzelnen Betrieben fei auch nicht unerheblich von der Betriebsordnung des betreffenden Betriebes beeinflußt worden. Je besser diese Betriebsordnung sei, um so vorteilhafter habe sich dies bei der Wahl ausgewirkt.
Das Wahlergebnis zeige, daß es sehr gut ohne Klasfenkampf gehe. Das Bekenntnis des Arbeiters zum Nationalsozialismus und zur Ordnung der nationalen Arbeit fei fo stark, daß es der Deutschen Arbeitsfront den Ansporn gebe, auf dem bisher beschrittenen Wege wei- terzuaehen. Das Ergebnis sei um so erfreulicher, als man z. B. in Italien und in Sowjetrußland auch heute noch nicht wage, die schaffenden Menschen so in der Öffentlichkeit Stellung nehmen zu lassen.
Dr. Ley hat dem Reichswahlleiter für die Vertrauensratswahlen, Pg. Claus Selzner, feinen außerordentlichen und h e r z l i ch e n Da n k für die Vorbereitung und Durchführung der Wahlen bis zum guten Ende ausgesprochen. Gleichzeitig hat er diesen Dank auch auf die Durchführung der Leipziger Tagung erweitert, die in der Vereinbarung der „gewerblichen Wirtschaft" und der Deutschen Arbeitsfront ihre Krönung gesunden hat.
Arbeiter und Erzeugungsschlacht.
Ein zeitgemäßes Problem auch für das schaffende Volk.
„Was kümmert uns industrielle Arbeiter schon die Erzeugungsschlacht der Bauern?", so mag mancher denken, der den Tag über an der Feilbank oder dem Webstuhl geschafft hat und dann abends in seiner Zeitung Aufsätze sieht, die dem Leser Mittel und Ziele dieser Erzeugungsschlacht auseinandersetzen.
Selbst wenn die Erzeugungsschlacht den Arbeiter nicht unmittelbar berührte, wäre es trotzdem seine Pflicht, sich mit dieser wichtigen Aufgabe, der augen- blickllch wirtschaftlich wichtigsten, der Landwirtschaft, au befassen. Denn schließlich sind wir nicht mehr in Der deutschen Wirtschaft eine Summe gegeneinanderstrebender Gruppen, sondern eine Gemeinschaft, die sich auf Gedeih und Verderb einander verschworen hat. Von Sieg oder Niederlage in der Erzeugungsschlacht hängen auch Wohl und Wehe der Arbeiterschaft in der Stadt ab.
Es geht, kurz gesagt, darum, aus eigenem Boden durch Steigerung der Erträge soviel herauszuholen, daß wir uns im Notfälle aus eigenen Erzeugnissen genügend und würdig ernähren können. Die Ertragssteigerung ist um fo nötiger, als auch die Industrie zum Anbau gewisser Rohstoffpflanzen Ackerboden von der Landwirtschaft fordert. Der Lebensmittel- Außenhandel soll keineswegs unterbunden werden, er soll sich nur auf solche Dinge beschränken, die in unserem Klima und auf unserem Boden nicht wachsen und auf die wir im schlimmsten Falle verzichten können, ohne daß wir unsere Lebenshaltung empfindlich herabmindern müssen. Durch bessere Saatenwahl, bessere Bodenbearbeitung, bessere Düngung, bessere Behandlung der Ernten, die Haltung besserer Futterverwerter im Stall und durch andere Mittel soll die Mehrung der Ernten erreicht werden.
Wenn wir so eine Nahrungsfreiheit gewinnen wollen, die nicht nur so ganz eben ausreicht, sondern uns auch die Anhäufung von Vorräten gestattet, damit wir selbst einem Jahr der Mißernte begegnen können, so ist dabei — das sei den Aengst- lichen, die das Gras wachsen hören, gesagt — keine sw e g s ein Krieg, der uns von der Zufuhr abschneidet, das Ziel. Wir können unserem Führer glauben, wenn er sagt, der Krieg sei ein Unglück, das es selbst unter schmerzlichen Opfern zu vermeiden gilt. Die Nahrungsfreiheit ist ein ausgezeichnetes Mittel zur Erhaltung des Friedens. Wir haben tausend Gründe, keinen Krieg zu führen, und die beste Friedenssicherung ist der Wille des Führers. Um diesen Willen des Führers zu stärken, brauchen wir das machtpolitische Mittel der N a h r u n g s f r e i h e i t, das uns der Erfolg der Erzeugungsschlacht gewähren soll. Jeden Volksgenossen geht es an, gleich welche Arbeit er verrichtet!
„3a, aber den ersten Nutzen von der Erzeugungsschlacht hat der Bauer!" Ja und nein! Ganz gewiß aber hat die Industrie und der Ar
beiter einen Nutzen davon! Und darauf kommt es hier im Augenblick an. Der Bauer braucht, um die Erzeugungsschlacht durchzuführen und also die Bearbeitung seines Bodens zu verdichten, mehr und bessere Geräte. Er brauckt neue Maschinen, er braucht neue B a ItWn. Die Regierung hilft ihm dabei durch Darlehen, aber dieses Geld geht bestimmungsgemäß sehr schnell durch die Hand des Bauern an diejenigen, die ihm Futtersilos bauen, Drainageröhren liefern, den Hackpflug verkaufen, Mittel, die mit sehr schneller Wirkung das Wirtschaftsleben der Industrie befruchten. Auf diese Weise können wieder neue Arbeiter eingestellt oder d i e Löhne aufgebe s- f e r t werden.
Der stärkere Arbeitsbetrieb, zu dem die Erzeugungsschlacht die Landwirtschaft zwingt, verlangt auch vermehrte Arbeitskraft auf dem Lande; neue Leute müssen eingestellt werden, das Angebot an Arbeitskräften in der Stadt wird erleichtert. Auch davon haben wieder alle ihren Nutzen. Wiederum werden fleißige Hände nötig fein, um die aus deutscher Erzeugung gewonnenen Rohstoffe zu verarbeiten. Früher haben wir viele Halbfabrikate eingeführt, die Verarbeitung der Rohstoffe zu Halbfabrikaten wird künftig in vermehrtem Maße in Deutschland selb st geschehen; wieder sind Arbeitskräfte vonnöten, und wieder muß der Bauer mit seiner Erzeugungsschlacht die Voraussetzung für ihre Einstellung schaffen.
Zudem ist die Mehrung der Erträgnisse des deutschen Bodens ein beftgeeignetes Mittel, d i e Lebenshaltungskost en z u senken. Zwar hat die Marktordnung auf Grund des Reichsnähr- standaesetzes den freien Wettbewerb der Bauern vom händlerischen Gebiete der gegenseitigen Konkurrenz verlegt auf das bäuerliche Gebiet der Erzeugung von vielen und guten Lebensmitteln, gleichwohl ist aber das Gesetz von Angebot und Nachfrage nicht ausgeschaltet worden. Dem Bauern ist bei ordentlicher Wirtschaft ein auskömmlicher Erlös durch die Abnahmesicherung der Ernten ge- geben. Das erfordert bei geringen Erträgen höhere Preise für die Wareneinheit, bei besseren Erträgen, so wie sie die Erzeugungsschlacht will, niedrigere Preise. Von solchen niedrigeren Preisen, die eine unbedingte Folge der gelungenen Erzeugungsschlacht waren, hätte die ganze Ver- braucyerschaft den Nutzen. Auch hier also zeigt uns die Erzeugungsschlacht eine sehr freundliche Seite.
Besonders aber sind noch die Arbeiter angesprochen, die selbst ein Stückchen Land gepachtet oder als Eigentum haben. Sei es auch nur ein Schrebergarten; auch auf dieses Fleckchen lassen sich die Rgeln der Erzeugungsschlacht anwenden. Wer neben seinen Blumen, die ihm auf keinen Fall genommen werden sollen, im Garten noch Küchengewächse und Obst baut, der soll sich die Vorschriften der Erzeugungsschlacht ansehen! Er wird man
chen Gewinn für sich davon haben und kann diesen Gewinn einheimsen mit dem Bewußtsein, an der Freiheit Deutschlands mitzubauen. Keiner soll über dieses ernste und lebenswichtige Gebiet die Achseln zucken und sagen: „Was kümmert mich die Erzeugungsschlacht?" Gelingen oder Mißlingen der Erzeugungsschlacht umschließen einen großen Teil der deutschen Zukunft, an die auch b i e Zukunft eines jeden einzelnen gebunden ist.
Kunst und Wissenschaft.
Abschluß des Chirurgen-Kongresses in Berlin.
Nach viertägiger Dauer fand die 59. Tagung der deutschen Gesellschaft für Chirurgie im Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin ihren Abschluß. Der letzte Tag war den Teilgebieten der Urologie, der Lungen- und der Bauch-Chirurgie gewidmet. Das Hauptreferat hielt Prof. V o e l ck e r (Halle), der über den augenblicklichen Stand der
Prostata-Frage mit besonderer Berücksichtigung der Dperationstedjnlf sprach. Die großen Erfahrungen des Vortragenden und die hohe Warte, von der diese Gebiete überblickt und behandelt wurden, machten diesen Vortrag zu einem besonders wertvollen Beitrag zum Kongreß. Der Vortragende ging aus von den entzündlichen Erkrankungen der Vorsteherdrüse, ihren Entstehungs- und Behandlungs- iormen, stellte dann in den Mittelpunkt seiner Dar» tellung die Formen der Prostata-Erkrankungen, de Hypertrophie und Atrophie des Organs. Ueber die operative Behandlung dieser Veränderungen des Organs wurde in kritischer Form Stellung genommen. Die Beherrschung sämtlicher Operationsarten, auch der neu belebten endururethralen mit Elektroresektion wird für den Prostata-Chirurgen vorausgesetzt. In der Aussprache nahmen das Wort Bönninghaus (Marburg), der sich lebhaft für die Elektroresektion einsetzte, und W i l b e g a n g (Berlin), ber über feine Erfahrung mit dem Dia- thermie-Schnittversahren berichtet, die guten Be» hanblungserfolg ergeben hätten.
Sammlung des Sudelendeuischlums.
Große Wahssundgebungen der Sudetendeutschen Heimatfront Konrad Henleins trotz wüsten marxistischen Terrors.
Brünn, 28. April. (DNB.) Die Sudetendeutsche Heimatfront Konrab Henleins hielt im Deutschen Haufe in Brünn eine Riesenverfammlung ab. Auch bie Nebenfäle waren überfüllt. Eine große Menschenmenge, bie wegen UeberfüHung keinen Einlaß in bas Deutsche Haus finben konnte, wartete vor dem Gebäude. Die Versammlung selbst verlief in voller Ruhe, da die Polizei umfassende Vorkehrungen gegen jede Ruhestörung getroffen hatte. Zwei Kommunistenzüge, die versuchten, bis 3um Deutschen Hause vorzudringen, wurden von der Polizei leicht zerstreut, wobei nur eine Verhaftung vorgenommen werden mußte.
In der Versammlung sprach zunächst der zur Sudetendeutschen Heimatfront übergegangene ehemalige Abgeordnete des Bundes der Landwirte Dr. H o d i n a , der den Willen der deutschen Minderheit zur Mitarbeit am tschechoslowakischen Staat betonte. Der erste Versuch in dieser Richtung sei leider ohne praktisches Ergebnis geblieben. Aber im Jahre 1933 entstand nach der Auflösung der Nationalen sudetendeutschen Partei das sudetendeutsche Wunder, als Henlein zum Kampf um das Recht der Sudetendeutschen rief. Die beste Sicherheit des tschechoslowakischen Staates erblickte der Redner in einer befriedigten Minderheit, besonders wenn sie 25 v. H. der Bevölkerung ausmache.
Henlein wies in seiner Ansprache darauf hin, daß die SHF. in der schlimmsten Zeit der Sudetendeutschen ihre Fahne hochzog. Was er versuche, sei nichts anderes als was Hunderttausende im Herzen fühlen. Die sudetendeutsche politische Geschichte 3eige, daß auch 3,5 Millionen Menschen solange ein Spielball bleiben, solange sie nicht erkennen, daß vor allem die Einigkeit nötig ist. Diese Einigkeit der Sudetendeutschen unter allen Umständen durchzusetzen, fei das Ziel feiner Bewegung.
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Bei einer Wahlversammlung der Sudetendeutschen Heimatfront kam es am Samstag in Znaim in Südmähren zu wüsten marxistischen Ausschreitungen. Schon in den frühen Morgenstunden war durch Flugzettel der Marxisten offen zu Gewalttätigkeiten aufgefordert worden. Kurz darauf wurde ein Werbekraftwagen der Sudetendeutschen Heimatfront mit Steinen beworfen. Das „Deutsche Haus^ in Znaim versuchten etwa 600 Marxisten zu stürmen, was aber nicht gelang. Bei Der Abwehr wurden viele Ordner Der Sudetendeutschen Heimatfront durch Steinwürfe und Knüppelschläge verletzt. Sämtliche Fenster des „Deutschen Hauses" wurden eingeschlagen. Auch der Kraftwagen Henleins wurde durch Steinwürfe beschädigt. Wiederholt mußte die Polizei mit aller
Kraft eingreifen, um die Abhaltung der Versammlung überhaupt zu ermöglichen. Dabei wurde auch ein Polizeibeamter verletzt. Henlein wurde bei feinem Eintreffen mit einem orkanartigen Begrüßungssturm empfangen. Nach der Versammlung setzten deutsche und tschechische Sozialdemokraten sowie tschechische Nationalisten die (Störungen vor dem „Deutschen Haus" fort. Gegen 22 Uhr konnte die Polizei den Platz vor dem „Deutschen Haus" räumen, wobei zahlreiche Marxisten festgenommen werden mußten.
Auf der Fahrt von Znaim nach Nikolsburg wurden die Kraftwagen Henleins und seiner Begleitung aus einem Hinterhalt, offenbar von Marxisten, überfallen und mit Steinwürfen überschüttet. Die Angreifer verschwanden im Dunkel Der Nacht. Da zahlreiche schußähnliche Laute hörbar waren, ließ Henlein seinen Kraftwagen bei seiner Ankunft in Brünn amtlich photographieren. Dabei stellte sich heraus, daß die Einschläge in den Wagenwänden von Revolverkugeln herrührten.
Die Hetze geht weiter.
Tschechische Ausschreitungen bei einem Prager Fußballspiel.
Prag, 29. April. (DNB. Funkspruch.) Das „Prager Montagsblatt" berichtet über unglaubliche tschechische Ausschreitungen, die sich am Sonntag nach d e m Ligaspiel des Deutschen Pra- ger Fußb allklubs DSC. gegen den tschechischen Verein „B o h e m i a n s" ereignet haben. Nach dem ohne jeden Zwischenfall verlaufenen Spiele wurde ein DSC.-Spieler von einem mit Armbinde versehenen Ordner des gaftgebenben tschechischen Vereins an gefallen und am Halse gewürgt. Dies bildete das Signal für die im Publikum befindlichen Raufbolde, um auf den Platz zu stürmen und die DSC.- Spieler mit Tritten und Ohrfeigen zu mißhandeln. Die anwesenden Amtswalter des Klubs „Bohemians" fanden es nicht der Mühe wert einzugreifen und die Ordnung wiederherzustellen. Erst die Polizei konnte Den Platz von der Menschenmenge säubern.
In der Provinz nehmen die täglichen blutigen Auseinandersetzungen beim Wahlkampf ihren Fortgang. Am Sonntag sollte in Neuern im Böhmerwold eine Wähleroersammlung der Sudetendeutschen Heimatfront stattfinden, bei der das ehemalige Mitglieo des Bundes der Landwirte Pfrogner zu seinen Wählern sprechen sollte. Unter den Teilnehmern befand sich aber eine große Anzahl politischer ©egnef, die Pfrogner nicht.zu Worte kommen lassen wollten. Es kam zu einem blutigen Handgemenge, bei dem sechs Personen erheblich verletzt wurden.
Wie sieht es in der Wirtschaft aus?
Auf den Zusammenhang, der zwischen den Währungsabwertungen und den (Störungen des internationalen Handelsaustausches bestehen, hat der bekannte französische Währungspolitiker Professor Charles Rist kürzlich in einer Veröffentlichung der Internationalen - Handelskammer hingewiesen. Zwar wird die Währungsabwertung in der Regel zu dem Zweck vorgenommen, den Export des abwertenden Landes zu erhöh e n, also auch um den internationalen Handel zu fordern. Aber tatsächlich tritt bie entgegengesetzte Wirkung ein. Denn bie Länber, bie am Golbstanbarb festhalten — so führte Professor Rist aus —, haben nur bie Wahl zwischen zwei Möglichkeiten. Sie müssen entroeber ihre Währung ebenfalls abwerten ober, wenn sie bas nicht wollen, sich burch Beschränkung ber Einfuhr gegen bas Währungsbumping zu schützen versuchen. Das Ergebnis ist bann natürlich eine Verminberung bes internationalen Warenaustausches. Frankreich hat in fteigenbem Maße biefen Weg bes Abschlusses gegen den internationalen Hanbel beschritten. Vielleicht ist aus biefer wachsenben Neigung Frankreichs zur Abschließung gegen ben Welthanbel auch bas soeben erlassene französische Ausfuhrverbot für Bauxit u n b Aluminium zu erklären. Teilweise haben aber wohl auch rüstungspolitische unb beutschfeinb- liche Bestrebungen biefe Maßnahmen veranlaßt. Denn Deutschlanb ist ber größte Abnehmer ber französischen Bauxite. Aber bie beutsche Aluminiuminbustrie ist zur Deckung ihres Bauxit- bebarfs glücklicherweise nicht auf ben französischen Import angewiesen. Sie kann in Ungarn unb Jugoslawien genügenb Bauxit beziehen, um ihre Rohstoffversorgung zu sichern. Im Gegensatz zu ber zunehmenben Abschließung Frankreichs vom internationalen Handelsaustausch vertritt bie beutscke Hanbelspolitik ben Grunbsatz ber Zusammenarbeit, weil nur biefe bas Allgemeinwohl fordern kann. Der Präsident der deutschen Gruppe der Internationalen Handelskammer, Abr. F r o w e i n, hat erneut eine Mahnung an die Gläubigerländer gerichtet, ihre Währungspolitik so zu gestalten, daß der Außenhandel der Schuldnerländer wieder in Gang kommt. Denn nur hierdurch kann dem Niedergang des internationalen Handels ein Ende gemacht werden.
Wie ungeheure Erfolge der in Deutschland aufgenommene Kampf geaen die Arbeitslosigkeit gezeitigt hat, geht aus Der Feststellung des Wirtschaftspolitischen Dienstes der NSK. hervor, daß
zur Zeit bereits wieder 72,3 v. H. aller in den Betrieben vorhandenen Arbeitsplätze für technische und kaufmännische Angestellte besetzt sind. In ber Zeit ber Krise hatten nur 58 v. H. ber Plätze besetzt werben können. In ber Bauwirtschaft z. B. waren bamals' zwei Drittel aller Arbeitsplätze unbesetzt, währenb jetzt bereits roieber auf 62,6 v.H. aller Plätze beschäftigte Angestellte entfallen. In ber Fayrzeuginbü- ft r i e beträgt biefer Prozentsatz sogar 83 v. H., in ber Elektrotechnik 75,5 v. H., in ben M e • ta11hü11en unb Walzwerken 82,8 v. H. Aus ber fortschreitenben Besserung ber Beschäftigungslage für Angestellte seit dem Jahre 1933 zieht ber Wirtschaftspolitische Dienst ber NSK. bie Folgerung, baß ber Zeitpunkt, in bem es in Deutschland überhaupt keine arbeitslosen Angestellten mehr gibt, nicht mehr sehr fern fei. Denn die Belebung der Binnenmarktkonjunktur, die mit ber Machtergrei- fung bes Nationalsozialismus eingesetzt hat, hat offenbar noch keineswegs ihren Höhepunkt erreicht. Der Maschinenbau z. B. berichtet soeben roieber über eine Zunahme ber Anfragetätigkeit ber Jnlanb» kunbschaft unb bes Eingangs von Jnlanbaufträgen. In ben meisten Zweigen ber Maschineninbustrie konnten baher roieber neue Arbeitskräfte eingestellt werben. Trotzbem beträgt ber Beschäftigungsgrad im deutschen Maschinenbau erst 69 v. H. der Normalbeschäftigung. Hier sind also noch bedeutende Möglichkeiten für eine Mehrbeschäftigung von Arbeitern und Angestellten, also für eine weitere Verminderung der Arbeitslosigkeit vorhanden. Der Roheisenverband teilte ebenfalls mit, daß sich die Nachfrage im letzten Monat noch etwas gebessert habe. Die Gießereien verfügten fast alle über einen guten Auftragsbestand, der ihnen auch für die Zukunft dauernde Beschäftigung ge» wäyrleistet. Die Nachfrage aus bem Aus - l a n b e wirb ebenfalls als rege bezeichnet, obwohl bie Entwertung ber belgischen Valuta einen neuen Preisbruck auf ben Weltmärkten hervorgerufen hat.
Nachbem die Zinskonversion durchaeführt ist unb bie Kurse ber 4,5prozentigen Pfandbriefs sich dem Paristand erheblich angenähert haben, ohne daß ein Rückschlag eintrat, ist die Frage ber Neuausgabe von Pfandbriefen spruchreif geworben. Man will allerbings sehr Dorfid)tig vorgehen, um ben Rentenmarkt nicht zu überlasten. Zunächst ist bie Emissionssperre nur insofern gelockert worben, als ber Reichswirtschaftsminister ben Realkrebitinstituten bie Genehmigung erteilt hat, Pfandbriefe aus früheren Emissionen, die noch


