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auch für die schöne Gegend zu interessieren, schloß der Redner seine Ansprache.

Der Direktor des Pathologischen Instituts der Universität Gießen,

Prof. 0r. Georg Herzog,

der wie schon erwähnt die Vorarbeiten für die Tagung übernommen hatte, aab zunächst seiner Freude über den zahlreichen Besuch Ausdruck und übermittelte dann den ihm vom Vorsitzenden der Gesellschaft ausgesprochenen Dank für die Vor­arbeiten an das Personal des Instituts, das sich in der Sorge um das Wohl der Gäste gegenseitig übertroffen habe. Er freue sich insbesondere, daß neben den älteren Mitgliedern der Gesellschaft auch die jüngeren erschienen seien und niemand den weiten Weg nach Gießen gescheut habe. Die Deut­sche Pathologische Gesellschaft sei ein Hort wissen­schaftlichen Geistes und der Kameradschaft, ein Hort für das Gemeinwohl. Als Hort des Gemein­wohls wolle die Gesellschaft dem neuen Deutsch­land dienen, dem unsere Herzen gehörten. Der Geist, der in der Gesellschaft lebendig sei, habe uns viele Freunde auch im Auslande gebracht. Daß zu dieser Tagung auch viele Fachgenossen aus dem Ausland erschienen seien, bezeuge die Achtung, die die deutsche Wissenschaft in der Welt genieße.

In seinen weiteren Ausführungen vermittelte der Redner dann einen anregenden Ueberblick über die Geschichte der allgemeinen Pathologie und die pathologische Anatomie an der Universität Gießen und ihre Entwicklung im Laufe der 328 Jahre des Bestehens. Mit den Darstellungen der jüngeren Ge­schichte konnte der Redner auch auf persönliche Be­ziehungen einiger Teilnehmer der Tagung zur Ge­schichte der Entwicklung der pathologischen Wissen­schaft in Gießen aufmerksam machen. Gießen als Tagungsort sei nicht zuletzt deshalb gewählt wor­den, weil man in den kleineren und mittleren Uni­versitätsstädten um den engen Konnex der Univer­

sität mit Blut und Boden, zwischen Lehrern und Schülern, zwischen Aerzten und Patienten wisse. Die Wissenschaft müsse sehr svarsam zu arbeiten wissen und sich in der Einfachheit als Meister zei­gen. Die Universität Gießen habe nie über luxuriöse Geldmittel verfügt; in weitschauendem Geiste seien aber doch viele vorbildliche Institute entstanden.

Die Tagung der Gesellschaft solle nicht nur dazu da sein, um wissenschaftliche Vorträge und Demon­strationen $u hören. Die Tagung solle dazu beitra­gen, daß sich die Kollegen auch menschlich kennen­lernen. Deshalb sollten die Teilnehmer in einem außerwissenschaftlichen Teil die Landschaft um Gie­ßen kennenlernen, die Goethe eine angenehme nannte und Liebig keinem Rufe nach Holland, Pe­tersburg usw. habe folgen lassen. Roentgen habe in seinem Testament bestimmt, daß er hier begra­ben fein möchte.

Die Tagung habe von feiten des Staates und der Behörden alle Förderung erfahren. Besonderer Dank sei der Firma L e i tz in Wetzlar zu sagen, die das Projekttonsgerät neuester Konstruktion zur Verfügung gestellt habe. Mit dem Wunsche, daß den Teilnehmern der Tagung hier schöne Stunden be- schieden sein möchten, verband der Redner den Dank an jene, die die Tagung rüsten halfen.

In der eigentlichen Eröffnungsrede sprach der Vorsitzende der Deutschen Pathologischen Ge­sellschaft

Pros. Dr. Dietrich-Tübingen

in einem Fachvortrag über die Zielsetzung der theo­retischen und praktischen allgemeinen pathologischen Wissenschaft und der pathologischen Anatomie. Er wies dabei u. a. auf die praktische Bedeutung der pathologischen Wissenschaft für die Volksgesundheit, aber auch für den Arzt hin.

Rach kurzen geschäftlichen Mitteilungen des Schriftführers der Gesellschaft trat man in den wissenschaftlichen Teil der Tagung ein.

Aus Oer Provinzialhauptstadt.

Preisabbau des Elektrizitätswerkes.

Die Direktion der städtischen Betriebe gibt in un­serem heutigen Anzeigenteil bekannt, daß der Fi­nanzzuschlag der Stadt in Höhe von vier Pfennig für die Kilowattstunde Strom bei dem Einheits­strompreis vom 1. April ab in Fortfall kommt. Der Einheitsstrompreis beträgt ab 1. April für Licht­strom 43 Pfennig pro Kilowattstunde, statt seither 47 Pfennig. Der Finanzzuschlag auf den Elektrizi­tätspreis wurde seit dem Jahre 1929 erhoben. Er war von dem früheren Stadtrat zur Aufbesserung der städtischen Finanzen beschlossen worden. Es ist zu begrüßen, daß die Stadtverwaltung diesen Fi­nanzzuschlag nunmehr- zwecks Erleichterung der Lebenshaltungskosten der Bevölkerung wenigstens für den Lichtstrom wieder beseitigt, obwohl der Einnahmeausfall für die städtische Finanzwirtschaft immerhin von ansehnlicher Bedeutung sein wird. Der Finanzzuschlag wird einstweilen noch weiter erhoben für den Kraftstrom mit zwei Pfennig pro Kilowattstunde und für die Zählermiete mit 10 Pfennig pro Monat.

In der gleichen Bekanntmachung wird eine Neu­festsetzung der Lichtspitzenzeiten für den Doppel» und Dreifachtarif bei Privathaushaltungen für die Monate Mai, Juni und Juli angekündigt. Ferner werden die Dienststunden der Kasse der Städtischen Betriebe angezeigt.

Deutsche Arbeitsfront.

Erste Gehilfen-Pflichtprüfung für Rechtsanwalts- unb Notarialslehrlinge im April.

Die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung des Amtes für Berufserziehung, Gau Hessen-Nassau, Sitz beim Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstag, hat zufolge der zwischen der Reichsrechtsanwaltskammer und der Deutschen Arbeitsfront geschloffenen Ver­einbarung im Rhein - Mainischen Wirtschaftsgebiet 9 Örtliche Prüfungsausschüsse für die Gehilfen-Prü- fung der Rechtsanwalts- und Notariatslehrlinge gebildet. Die örtlichen Prüfungsausschüsse unter­stehen dem ständigen Prüfungsausschuß der Abtei­lung des Amtes für Berufserziehung, Gau Hessen- Nassau.

Nach der Prüfungsordnung haben im gesamten Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebiet alle arischen männlichen und weiblichen Rechtsanwalts- und Notariatslehrlinge, die in der Zeit vom 1. Juli 1934 bis 30. Juni 1935 die Lehre beendet haben oder noch beenden, die Prüfung abzulegen.

Zweck der Prüfung ist, wie es in der Prüfungs­ordnung heißt,die Feststellung der in der Lehre erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten sowie der Nachweis einer auf die Volksgemeinschaft ausgerich­teten Allgemeinbildung, die den Lehrling befähigt, als Gehilfe eines Rechtsanwaltes und Notars tätig äu sein." Es ist nicht der Sinn dieser Prüfung, eine Auslese der Besten und Begabtesten vorzunehmen. Die Prüfung soll den Beruf vielmehr vor völlig ungeeignetem Nachwuchs bewahren und daher eine Feststellung des' Mindestwissens und der Mindest- letftung ermöglichen.

Der Bezirk des örtlichen Prüfungsausschusses Gießen umfaßt die Amtsgerichtsbezirke: Alsfeld, Altenstadt, Bad-Nauheim, Büdingen, Butzbach, Friedberg, Gießen, Grünberg, Herbstein, Homberg, Laubach, Lauterbach, Nidda, Ortenberg, Schliß Schotten und Ulrichstein.

Alle auslernenden Lehrlinge bei Notaren und Rechtsanwälten, die bei diesen Amtsgerichten zuge- lassen sind, müssen dem örtlichen Prüfungsausschuß Gießen gemeldet werden. Die Anmeldungen sind in Der Zeit vom 28. März bis 4. April an da - Amt für B-rufs-rzi-hung in der B V Lonystraße 18, zu richten.

Die Vordrucke für die Anmeldung und die Be­scheinigung über den Ausbildungsgang können dort angefordert werden. Mit der Anmeldung ist die Prüfungsgebühr von 3,00 RM. einzuzahlen.

NS.-GemeinfchaftKraft durch Freude". Voranmeldungen fürSraft-durch-Freude".

Ferienfahrten schon jetzt abgeben.

Wir machen immer wieder darauf aufmerksam daß die Voranmeldungen für eine Ferienfahrt mit "Kraft durch Freude" schon jetzt gemacht werden. Einzelne Züge (z. B. nach Berchtesgaden) sind jetzt schon durch Voranmeldungen vollbesetzt, und es werden keine Anmeldungen mehr hierfür entgegen« genommen. Wer sich jetzt anmeldet, hat auch die Gewähr, daß er bei den betreffenden Zügen nicht zurücksteht.

Also nochmals:

Ferien einteilen und voranmelden!

*

SParikurseKraft durch Freude"! Bis jetzt vier Kurse!

Steigende Beliebtheit der Sportkurse vonÄraft durch Freude!" Der KursusFröhliche Gymnastik für Frauen" mußte wegen zu starker Beteiligung schon geteilt werden. Der KursusAllgemeine Kör­perschulung" Freitags abends bleibt bestehen. Ein neuer Kursus wurde im Betrieb der Landes-Heil- und Pflegeanstalt gestern abend eröffnet. Weitere Betriebe folgen in aller Kürze.

Bt>M

Dienstag, den 2. April, 20 Uhr, im Caf6 Leib, Sport werbeabend der Gießener Mädel und Jungmädel. Die Bevölkerung ist dazu herzlich ein­geladen.

Strenge viehseuchenpolizeiliche Anordnung.

Der Reichsstatthalter in Hessen Landesregie­rung erläßt eine ausführliche viehseuchenpolizei- licfje Anordnung zum Schutz gegen das feuchenhafte Verkalben (Bang-Infektion) des Rindes, die am 1. Mai d. I. in Kraft tritt und gegen deren Zuwider­handlung die strengen Strafen des Viehseuchen­gesetzes in Anwendung gelangen. Danach wird u. a. bestimmt, daß beim Austrieb von Rindern auf Weiden, die nicht ausschließlich mit wirtschaftseige­nen Tieren besetzt werden, alle über ein Jahr alten weiblichen Tiere und Bullen, soweit sie mit weib­lichen Tieren geweidet werden, der Blutuntersuchung zu unterwerfen sind. Der gemeinsame Weidegang von bang-positiven und bang-negativen Tieren ist verboten. Rinder, die Erkrankungen der Geburts­wege aufweisen, sind vom Auftrieb auszuschließen. Zu Zuchtvieh - Versteigerungen (Zuchtviehmärkten) dürfen nur solche Tiere zugelassen werden, bei denen eine vorherige Blutuntersuchung in einer amtlich anerkannten Anstalt negativ ausgefallen ist. Personen, die in verseuchten Beständen mit der Wege und Wartung der Tiere beschäftigt sind, dürfen sich in Ställen anderer Besitzer nicht be­tätigen.

Ostpreußen rüsty

Vom Bund der Schlesier und Ostdeutschen wird uns geschrieben: In das Ordensland' Preußen, das auf eine 700jährige Geschichte zurückblicken kann, die Heimat großer deutscher Männer ist und in landschaftlicher Hinsicht außerordentlich viel Sehens­wertes zeigt, führt der FilmOstpreußen ruft!", der heute abend im Cafe Leh zu sehen sein wird. Neben Land und Leuten sehen wir in diesem Film die unsinnige Grenzziehung, die das Versailler Friedensdiktat heraufbeschworen hat. Hier werden ausgesuchte, lebende Bilder von der Ostmark ge­boten, wie man sie schöner und lehrreicher nicht wieder finden wird. Man erlebt die Not der Grenz­landbevölkerung, den Stolz des Abstimmungsergeb­nisses, das Treuebekenntnis zum Tannenbergdenk­mal, man fährt zu Lande und zu Wasser, aber auch auf dem Luftweg in das Land im Osten, man lernt bie ostpreußische Landschaft mit ihren mannigfachen Reizen kennen und sieht die alten Ordensburgen: die Marienburg und die alte Hansestadt Danzig. Der Weg führt durch das Land der 3000 Seen, durch die Gebiete zur Forderung des Bernsteins und zur Papierfabrikation. Es wird der Storch auf den Dächern und der Elch auf der Ku rischen Nehrung belauscht, und wenn der Reichsbund der Deutschen Beamten und der Bund der Schlesier und Ostdeutschen zum Besuch dieses Abends auf­rufen, so tun sie es gleichzeitig, um jener ostpreußi­schen Brüder jenseits der Memel zu gedenken, die ein hartes Schicksal unter das Fremdjoch der Litauer gebracht hat, gegen deren Willkür und Un- gerechttgkeit das ganze deutsche Volk sich erhebt in einmütigem Protest: Was deutsch ist, muß deutsch bleiben! (Siehe gestrige Anzeige.)

Mittlere Reifeprüfung

an der Vogtschen Handelsschule.

Von den Vogtschen Handelsschulen wird uns ge­schrieben:

®runb Per vor 10 Tagen stattgefundenen ^christlichen Prüfung wurden gestern die Schüler Der zweijährigen Handelsklasse zur mündlichen Prü- sung zugelaßen. Sechs Schüler bzw. Schülerinnen hatten schon besondere Leistungen im Schriftlichen !^6ewiesen und konnten deshalb von der münd­lichen Prüfung befreit werden.

m Prüfungskommission wurde geleitet von dem Vorsitzenden, Dipl. Hdl. H e y d e r, der mit der Ver-

R°?-°run« b-auftraüt war. Neben dem Vorsitzenden und dem Lehrerkollegium gehörten der Prüfungskommission die Herren Fritz S ch u ch a r d, N^haber der Firma W. & G. Schuchard, und Karl Muller an, die im Auftrage der Deutschen Arbeitsfront erschienen waren.

Man konnte bei der Prüfung wieder einmal den ismörud gewinnen, wie eng die Lehrer mit der

Praxis verwachsen sind. Es war eine Prüfung, die den ins Leben tretenden Schülern zeigte, welche Anforderungen die Praxis an sie stellen wird.

Nach 4V2ftünbiger Prüfung konnte allen Schülern das Zeugnis der mittleren Reise erteilt werden.

Kameradschastsabend der Zachschast Reichsfinanzverwattung des ROB, Stehen.

Man berichtet uns: Am Dienstag hielt die Fach­schaft Reichsfinanzverwaltung Gießen im Hotel Hopfeld einen Kameradschaftsabend ab. Fachschafts­leiter Pg. Kimmel eröffnete die Versammlung und erteilte nach kurzer Ansprache dem Beruss- fameraben Pfeifer das Wort zu feinem Vortrag: Erlebnisse in französischer Kriegsgefangenschaft". Pfeifer, der in der Marneschlacht 1914 bei Vitry- le-Franxois durch zwei Schüsse in das rechte Bein verwundet wurde, kam bei dem Rückzug mit dem gesamten Feldlazerett Maison en Champagne in Kriegsgefangenschaft. Der Redner schilderte die Be­handlung der Verwundeten in der Holle der fran­zösischen Lazarette St. Prieux. Im März 1915 kam er, noch nicht geheilt, nach Biskra (Algerien). Es folgte ein anschaulicher Bericht von der dortigen Landschaft, den Sandstürmen, Heuschreckenschwärmen und ber Hungerzeit im Gefangenenlager, den kör­perlichen und seelischen Entbehrungen und Leiden der Gefangenen und den unmenschlichen Strafen, welche die Franzosen über die Deutschen verhängten. Als die Hitze ihren Hohevunkt (56 Grad Celsius im Schatten) erreichte Anfangs August 1915 wurden die Gefangenen nach Sstif im Atlasgebirge gebracht. Auch dort war die Behandlung unmensch­lich und die Ernährung sehr schlecht und ungenügend. Im März 1916 schickte die Schweizer Aerztekommis- sion den größten Teil des Lagerbestandes rangen Krankheit und Unterernährung nach Frankreich und in die Schweiz. Hier brach der Redner seinen mehr als einstündigen Vortrag, der aufmerksame Zuhörer fand und mit Beifall ausgenommen wurde, ab. An einem der nächsten Kameradschaftsabende wird Pfei­fer über seine weiteren Erlebnisse während der letzten Zeit seiner Gefangenschaft, aus der er erst am 28. Januar 1920 in die Heimat zurückkehrte, be­richten.

Nach einigen Ausführungen des stellv. Leiters des Amtes für Beamte, Pg. Gustav Ulrich, in orga­nisatorischer Beziehung, schloß Fachschaftsleiter Pg. Kimmel in üblicher Weise den anregenden Ka­meradschaftsabend.

vor, aus dem hervorgeht, welche Werte die Geräts, Ausrüstungs- und Bekleidungsgegenstände, dis Eigentum der Freiwilligen Gailschen Feuerwehr sind, haben.

Der PunktVerschiedenes" brachte eine sehr rege und freie Aussprache. U. a. wurde folgender Antrag eingebracht: der volle Unterstützung fand:In den Städten sollten doch endlich die Feuerwehrleute in Uniform, freie Fahrt auf den Straßenbahnwagen erhalten, wenn Alarm besteht."

Kamerad Albin Klein regte anschließend noch wichtige Erneuerungen an, die großen Anklang fanden.

Das Netz der Ringleitung zur Alarmierung der Feuerwehrleute wird z. Z. erweitert und bei roei­teren Kameraden der Wehr angebracht. Möge die Freiwillige Gailsche Feuerwehr Gießen recht bald wieder ein zeitgemäßes Gerätehaus in besserer Lage der Stadt erhalten. Die Bürgermeisterei selbst dürfte im allgemeinen Interesse diese Angelegenheit nicht hintenanstellen.

Elternabend der Schillerschule.

Um die innige Verbundenheit zwischen Eltern­haus und Schule zum Ausdruck zu bringen und zu fördern, veranstaltete am gestrigen Donnerstag­abend die Schillerschule im überfüllten Saale des Cafö Leib einen Elternabend, der in allen Teilen als wohlgelungen betrachtet werden kann. Der Ver­lauf des Abends zeigte einen Ausschnitt aus dem Leben und Wirken von Schülern und Lehrerschaft in der heutigen Zeit; er zeigte, mit weich' großer Liebe sich beide Teile Lehrer und Schüler gegenüberstehen, wie neben der Arbeit in der Schule der Sinn für Gottes schöne Natur, für Wandern, Sport und das deutsche Volkslied, für Elternhaus, Volk und Heimat wachgerufen und gefördert wird.

3m BdM. wollen wir unsere Mädel heran­bilden zu stolzen, aufrechten, gesunden Menschen, die fähig sind, Deutschland über ihr Leben zu stellen.

Stolz, aufrecht, gesund an Körper und Geist sollen unsere Mädel und Iungmädel fein dann werden sie das Ziel erreichen, das ihnen gestellt ist:

Trägerin der nationalsozialistischen 3dee zu werden!"

KreiwilligeGailscheFeuerwehr Gießen.

Von der Freiwilligen Gailschen Feuerwehr wird uns geschrieben:

Die Freiwillige Gailsche Feuerwehr Gießen, gegr. 1855, hielt am vergangenen Samstagabend im GasthausZum Schipkapaß" ihre Jahreshaupt­versammlung ab.

Der Wehrführer, Oberbrandmeister Münch, be- arüßte die zahlreich erschienenen Kameraden. Hierauf brachte der Schriftführer, Adjutant Otto Wahl, seinen sehr umfangreichen und interessanten Jahres­bericht über das Geschäftsjahr 1934 zur Verlesung, der erkennen läßt, daß die Wehr arbeitsreiche und mühevolle Monate hinter sich hat, aber mit zäher Ausdauer und Pflichterfüllung ihre Aufgaben er­füllte. Außer sechs Hauptübungen wurden noch mehrere Einzelübungen, besonders für den Fuß­dienst, aus^eführt. In 7 Vorstandssitzungen wurden viele wichtige Angelegenheiten besprochen. Die Ge­samtmitgliederzahl ist fast dieselbe geblieben. Die Hebungen waren stets gut besucht. Die Wehr be­teiligte sich auch stark bei der Feuerschutzwoche, am Feldgottesdienst und der Waldbrandübung. Am Tage der Nationalen Arbeit (1. Mai), am Rot-Kreuz-Tag (9. Juni), bei der Reichs-Schwimmwoche (16. Juni), bei dem 116er-Trefsen (22. Juli), bei der Saar» abftimmungsfeier (15. Januar 1935) und bei der Saar-Rückgliederungsfeier (1. März 1935) war die Wehr ebenfalls in großer Zahl von Kameraden ver­treten. Große Enttäuschung wurde den Kameraden bereitet durch den unerwarteten Verkauf des Spritzenhauses, selbst der Vorstand hatte vorher davon keine Kenntnis erhalten. Am 22. Dezember 1934 ist die Freiwillige Gailsche Feuerwehr zum letzten Male auf dem Neustädter Spritzenhof an­getreten und hat nach kurzem Gedenken an die dort verlebten schonen, arbeitsfreubigen Stunden im Dienste für die Allgemeinheit ihre Geräte in das neue Heim, in die ehemalige Oberhessische Werkstätte, verbracht. Zum ersten Male seit ihrem nahezu 80jährigen Bestehen hat die Freiwillige Gailsche Feuerwehr von der Brandversicherungskammer einen Zuschuß für Neuanschaffungen von Schlauch­material und dergleichen beantragen müssen. Es wird wohl in ganz Deutschland dieser Fall einzig dastehen, daß eine Freiwillige Feuerwehr, die, wie alle anderen freiwilligen Wehren, sich auch sofort und stets bei Feuers- und Wassergefahr für des Nächsten Hilfe eingesetzt hat, acht Jahrzehnte lang aus öffentlichen Mitteln nichts verlangt hat. Dem Hause Gail (Gießen) sei auch an Dieser Stelle Dank gesagt. Die Bürgermeisterei Gießen hat an der Erhaltung der Freiwilligen Gailschen Feuer­wehr Interesse und weitgehendste Unterstützung zu­gesagt. Die gegenwärtigen Unterkunftsräume liegen ungünstig und abseits, also bei großer Feuersgefahr kann infolge des zu späten Eintreffens der Wehr evtl, großer Schaden entstehen. Beim Brand der Seifenfabrik Mobs war die Freiwillige Gailsche Feuerwehr mit 42 Mann schnell zur Stelle, weil die Geräte sich noch im alten Spritzenhaus befanden. Würde ein gleicher Brand in demselben Stadtteil ausbrechen, so wäre es der Gailschen Wehr unmög­lich, so zahlreich und so schnell das Feuer mithelfen 3U bekämpfen, weil die neuen Unterkunftsräume ast außerhalb der Stadt in entgegengesetzter Rich­tung sich befinden. Der Jahresbericht schloß mit dem Gelöbnis, daß die Freiwillige Gailsche Feuer­wehr auch fernerhin die von Not und Gefahr be­drohten Volksgenossen mitschützen und unserem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler die Treue halten wird.

Mit einer schönen Ansprache des Wehrführers Münch wurden für 1935 geehrt die Mitglieder- Jean Arnold für 55 aftioe Dien st jähre Philipp Hof, Karl Lindenstruth und Karl Reuter für 30 Dienstjahre, Karl Balser und Sebastian Müller für 25 Dienstjahre, Georg ß a u b für 15 Dienstjahre, Otto Alt, Karl Fied­ler, Ludwig Fißler, Karl Lehr, Hermann Schmück und Michael Schuh für 10, und Her­mann Becker für 5 aktive Dienstjahre. Der Wehr- führer Arthur Münch selbst hat nunmehr 35 aktive Dienstjahre hinter sich, von denen er zum größten Teile dem Kommando angehört.

Hierauf aab der Rechner, Kamerad Schmück, den Kassenbericht über das Geschäftsjahr 1934 be­kannt, der beweist, daß trotz Neuanschaffungen spar- sam und gut gewirtschaftet wurde. Dem Rechner wurde von der Versammlung Entlastung erteilt.

Der Verwalter des Inventars, Zeugwart W a ck, legte der Versammlung ein interessantes Verzeichnis

Trude Mohr, Reichsreferenttn des BdM.

Dabei sei insbesondere des Schulleiters Rektor Stroh gedacht, der in unermüdlicher Arbeit, mit feinem Sinn für Kunst und Volkstümlichkeit, die­sen schonen Abend gestaltete, eifrig unterstützt vom gesamten Lehrerkollegium der Schillerschule.

Mit einem finnigen Vorspruch, getragen von einer Schülerin, wurde der Abend eingeleitet. Dem Vor- sprach folgte als eine vorzügliche Dirigentenarbeit des Lehrers Klein der ChorWach auf!" aus Richard WagnersMeistersinger". Die Hellen, kla­ren Stimmen der Mädchen und die feine dynamische Gestaltung ches Werkes riefen bei den Zuhörern einen wahren Beifallssturm hervor. Dann hielt der Schulleiter,, Rektor Stroh, eine kurze Ansprache, in der er Schüler und Eltern und die Freunde der Schule aufs herzlichste willkommen hieß. Während früher Schule und Elternhaus oft nebeneinander gegangen seien und verschiedene Ziele verfolgt hät­ten, sei im neuen Deutschland der Weg vorgezeigt, der dahin führe, den Gedanken der Zusammenge­hörigkeit und der Verbundenheit aller zu fördern, damit alle bas gleiche Ziel haben und ihm zustreb­ten. Zwischen Schule und Elternhaus könne es kein Nebeneinander, sondern nur ein Miteinander geben. Es gelte, in Liebe und unverdrossener Arbeit sich dafür einzüsetzen, junge Menschen zu erziehen und zu formen, es gelte ein Geschlecht heranzuziehen, bas in heiligster Begeisterung erglühe für alles Schöne, Wahre und Edle.

Unter dem LeitgedankenJahreszeit und Schul­arbeit" folgten dann die einzelnen Darstellungen von Frühling, Sommer, Herbst und Winter, wir­kungsvoll gefaßt in eine Rahmendichtung von dem Schulleiter Stroh. Eingeleitet von einer Spre­cherin stellten vier Schülerinnen die Jahreszeiten dar, die anmutig ihre Vorzüge und Eigenschaften schilderten, während vier andere Mädchen nach jedem Vorspruch die Nutzanwendung für Schule und Elternhaus, Volk und Heimat zum Vortrag brachten. Die einzelnen Abschnitte wurden enspre- chend belebt und untermalt von Darbietungen an­derer Schülerinnen, die sich den Jahreszeiten an­paßten. So zeigte der Frühling lustige Kindersze­nen, dargestellt von Schülerinnen der Unterstufe, die Gedichte und Gesänge vortrugen, Spiele und Reigen aufführten. Der Sommer zeigte eine Wan- derszene mit dem Volkslied von Sollet in der Be» arbeitung von H. Stroh. Im Rohmen dieser Hand­lung wurden auch die Schönheiten der heimatlichen Umgebung, wie Gleiberg, Dünsberg, Biebertal usw. geschildert. Dann folgten Volkstänze der Oberstufe. Eine andere Gruppe zeigte exakte und rhythmisch beschwingte gymnastische Uebungen, zu deren gutem Gelingen besonders die Lehrerinnen Messinger und Weber beigetragen haben. Am Klavier be­gleitete Lehrer Simon. Der Herbst brachte je einen Spruch von Hebbel und Goethe und von Her­derDer gerettete Jüngling". Zwei Volkslieder, einstudiert und dirigiert von Rektor Stroh, be­schlossen diesen Teil des Abends. Zwei wirkungs­voll zum Vortrag gebrachte Weihnachtsgedichte lei­teten zum Winter über. Dann folgte als Glanzstück der ChorAltes Weihnachtslied" mit Orchesterbe-

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