Ausgabe 
29.3.1935
 
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Lange vor der Ankunft des Führer waren Ränge

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l^hörlichem Jubel in die Stadt. Die Straßen

ö hnen von den Heilrufen. Ueberall

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Nürnberg, 29. März. (DNB.) Am Donners-

National-

zum ersten Male eine ein-

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v*' m t>crrz immer von neuem hlnzuwelsen au U eilblichen Einflüsse der Rassenmischuna

* unentums, und ich glaube, wir sind se

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sind seiner Ziel-

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Kellen, was rechtens ist und was nicht rechtens

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luig aus den Zügen leuchtet, empfangen. Inb nun fährt der Führer, umtost

R e i ch s r e g i e r u n g noch einmal wie m Juli 1933 zu diesen Dingen Stellung nehme, um autoritativ festzu-

ch-mg doch schon nahe gekommen.

Gewiß gebe es auch noch unerfreuliche Dinge. Zu einem der unerfreulichsten Kapitel rechne t den leidigen Strelt in der evangeli- ch e n Kirche, der um den rein äußerlichen.

jhcjenbe Gesichter ben Festtagen Nürnbergs ent- ken. Die getragene Musik des Zapfenstreiches iiigt auf. Dor dem Hotel des Führers stehen, nur mühselig von den Absperrungsmannschaften zurück» iie. rängt, Tausende und aber Tausende, rufend, jirgenb, winkend. Am Fenster erscheint der Führer,

io durch deren Straßen ununterbrochen schon die «llonnen marschieren. Das erst verschwommene $i b ber Menschenmassen wirb klarer, im Gleit- Ihg schwebt ber riesige Vogel endlich über dem Hligplatz, von Tausenden, denen freudige Begeiste-

fcoener Rechten begrüßt. Dann verdunkelte sich Vs Theater und das Musikorchester der SS.-Leib-

ozialist werde, eine Erziehungsaufgabe, die >ig)t von heute auf morgen erfüllt werden könne, ics Geheimnis der Politik Adolf Hitlers fei, daß slfeine ganze Politik mit dem Volke, durch cs Volk und für das Volk mache. Der

möchte, fuhr der Minister fort, der großen ^irdienste unseres Pg. Julius Streicher ge- e ken, der seit über einem Jahrzehnt unermüdlich immer von neuem hinzuweisen auf die ver-

Reichsinnenminister Dr. Krick spricht in Nürnberg.

Zukunft MU 1 jeden ist: N'

Sortrag, de« en Arbeit b die 3bei >e Fortfühl r Gedanke«!

pflicht und! haben, uni dereinst die . Cchulpfl! als notwen!

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(et Volk lr PlCt) Parkett besetzt. Kurz vor 20.30 Uhr erschien .eaeninh, Führer, begleitet von Reichsminister Heß, ;T- Goebbels und Stabschef Lutze mit seinem Ä jutanten, von dem überfüllten Haus mit er-

Keine Parlamentsferien in Frankreich.

Oer Wunsch der Regiermg wird nicht erfüllt. Franklin-Bouillon hetzt gegen Deutschland.

Uraufführung des Reichsparteitagfilms Triumph des Wittens".

Das Dokument der nationalsozialistischen Bewegung. - Lubelstürme um den Führer.

und sich der eigentlichen Aufgabe der Kirche zuzuwenden, nämlich der inneren Erbauung.

Auf den Neubau des Reiches übergehend, bemerkte Dr. Frick: Gewiß ist dieser Neubau noch nicht vollendet, aber der Grund st ein ist ge­legt in einer Weise, daß dieses Werk nicht mehr in Frage gestellt werden kann. Am 1. April kommt wieder ein ganz gewaltiges Stück Reichsreform durch das U e b e r g e h en der I u st i z von den Ländern auf das Reich. Mit der Gemeinde-

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) WW5 jn? einem erneuten Jubelsturm begrüßt, in den, d ciitj diesmal ntztgerissen von der wundervol- roerk W j

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ftrbarte Adolf Hitler spielte unter Leitung des Musikmeisters Müller-John die Kreuzritter- fc fareHie guet Brandenburg allewege" und *:er stürmischem Beifall den Badenweiler Marsch, tk auch zu dem gewaltigen Bildwerk überleitete, nun mehr als zwei Stunden die Menschen in feiern Banne hielt.

In Anwesenheit des F ü h r e r s, des gesamten R ichskabinetts, aller Reichsleiter, der metften Gau- lctter, der Spitzen aller Parteigliederungen, des dramatischen Korps, aller Reichs- und Staats- bgörben, vieler hoher Offiziere der Wehrmacht und br Landespolizei, der Vertreter der Kommunal- bgörben, ber Wissenschaft, Kultur und Kunst, der In und ausländischen Presse wurde im Ufa-Palast cn Zoo in Berlin der Reichsparteitag- F lm der NSDAP.,Triumph des Wil- lins ", gestaltet von Leni R i e f e n st a h l, ge- jebffen von 120 Mitarbeitern, uraufgeführt.

Der Film, der in der Tat das geworden ist, avas er werden sollte, nämlich ein Dokument der nationalsozialistischen Bewe­gung, fesselte das bis auf den letzten Platz besetzte Haus von der ersten bis zur letzten Minute. Er wurde mit einem unbeschreiblichen Beifalls st urm, der in einer gewaltigen Huldigung für den anwesenden Führer ausklang, ausgenommen. Der Füh­rer selbst überreichte Leni R i e s e n st a h l ein prachtvolles Blumengebinde, einen großen Strauß weißen Flieder mit einer hakenkreuz- jchleife, und sprach ihr seinen Dank für dieses deutsche Meisterwerk aus.

len Stimmung dieses Bildes, das ganze Theater einstimmt. Ein Vorgang, der sich nun während der ganzen Aufführung wiederholt, einer­lei, ob es den Künstlern an der Kamera gelungen ist, besonders wirkungsvollss Ausschnitte von dem vielfältigen Geschehen dieser herrlichen Tage, be­sonders markante Köpfe der Führung des deut- schen Volkes, besonders reizvolle Idylle, an denen ja auch die Tage von Nürnbera überreich waren, einzufangen. So werden alle, die die Tage von Nürnberg miterlebt haben, schon nach den ersten Bildern mitgerissen, als ob sie erneut Zeugen des grandiosen Schauspieles würden.

In hervorragenden Ausschnitten rollen die Tage vorüber; die Eröffnung in der Kongreßhalle, der Aufmarsch und das Fest­spiel des Arbeitsdienstes, das kultische Weihe- spiel im Stadion, der Tracht en zug der Bauern und Bäuerinnen, die ergreifende Hul­digung der 65000 Jugendlichen vor ihrem Führer, die gewaltigen Aufmärsche der Amtswalter, der SA. und SS., die Heldenehrung im Luitpoldhain, die Weihe der Standarten, das schneidige militä­rische Schauspiel der Reichswehr und als krönender Abschluß des Ganzen endlich der Vorbeimarsch der Hundertausende vor dem Führer. Der Film schließt mit dem Höhe­punkt des Parteitages, der Schluhanfprache des Führers am letzten Tage des Kongresses. Als der Führer feine Getreuen noch einmal zum Gelöbnis für das ewige Deulfchland ver­pflichtet und die Musik leise den Freiheilssang horst Wessels intoniert, da steht wie ein Mann das ganze Haus von den Plätzen auf, reckt den Arm und singt, während auf der Leinwand das V>ie Kongreßhalle beherrschende Hakenkreuz mit dem Lorbeerkranz größer und größer wird und die gefallenen Freiheitskämpfer der Bewegung wie ein Geisterzug durch den Lorbeer schreiten, das Lied horst Wessels mit.

Der Film vom Parteitag 1933Der Sieg des Glaubens" war an diesem gewaltigen Filmwerk gemessen, nur ein bescheidener Anfang. Der Triumph des Willens" ist die Dollen- düng, als Bildwerk nicht nur in der Art der Komposition, mehr noch in der Ausnützung aller technischen Möglichkeiten und ganz besonders aber durch die Wiedergabe des geistigen Gehalts etwas absolut Einmaliges. Leni R i e f e n st a h l hat die ihr vom Führer gestellten Aufgaben in vorbildlicher Weise gelöst. Hier ist nicht eine Wochenschau und auch kein Bildbericht erstanden, hier ist die n a - tionalsozialistische Bewegung leben­dig geworden. Die Besucher, die mehr als be­geistert, erschüttert und ergriffen waren, hatten intuitiv die Empfindung, daß hier ein neues Gesetz der künstlerischen Gestaltung für den Film aufgestellt worden ist. Das ist neben der Arbeitsge- meinschaft der Kameraleute dem Organisator des Parteitages, Schmeer, dann aber auch allen zu danken, die an diesem Dokument teilgehabt haben.

Aeue Bestimmungen für die Ermäßigung von Rundfunkgebühren.

Berlin, 28. März. (DNB.) Am 1. April 1935 treten neue Bestimmungen über die Ermäßigung und Befreiung von Rundfunkgebühren in Kraft. Don Rundfunkgebühren können auf Antrag bei der Bezirksfürsorgestelle befreit werden: bedürftige Bolksgenossen, die aus öffentlichen Mitteln lausend unterstützt werden, und solche, deren Einkommen den Richtsatz der öffentlichen Fürsorge nicht über­steigt, sofern sie nicht in Wohnungsgemeinschaft mit Personen leben, die zur Zahlung von Rundfunk­gebühren imstande sind. Nichtarier erhalten keinen Rundfunkgebührenerlaß. Volksgenossen, die aus der Dr.- Goebbels-Geburtstagsspende Rundfunkempfangsgeräte erhalten ha-

Choleste- rin- und lecithln* haltig b7

heitliche gesetzliche Grundlage für die gesamten deut­schen Gemeinden geschaffen worden. Es wird in Kürze auch ein einheitliches Beamtenge- s e tz erscheinen, das die verschiedenen Beamten­rechte, wie sie jetzt noch in den Ländern bestehen, in einer einheitlichen Reichsregelung zusammen­faßt.

Der zweite große Erfolg der nationalsozialisti­schen Regierung ist die W i e d e r e r st a r k u n g Deutschlands. Wir sind aus einem leidenden Teilnehmer internationaler Konferenzen wieder zu einem aktiven Machtfaktor im Rate der Völker ge­worden. Wir wollen alle den Frieden; der Führer will den Frieden, und das Volk will L»en Frieden. (Großer Beifall.) Aber wir verlangen für uns, daß man unsere Ehre respektiert, daß man uns unsere Freiheit läßt. Wir verlangen Gleichberechtigung nicht nur auf dem Papier, sondern in Wirklichkeit. Wir werden den Kampf siegreich bestehen und als völlig gleichberech­tigt in dem Rate der Völker mitbestimmen, wenn wir einig und geschlossen nach außen zusammmen- stehen. Deshalb wollen wir in dieser Stunde un­seren Führer geloben, einig und treu hinter i h m zu stehen.

s p r e ch u n g ab, worauf er im Kraftwagen feine Reise fortfetzte. Es wurden die Standorte O h l a u und Brieg besucht und in Begleitung des Befehls- Habers des Wehrkreises, Generalleutnant von Kleist, und des Kommandanten von Oppeln, Oberst von Kortzfleisch, eine Fahrt durch die Städte des Industriegebietes angetreten, in deren Verlauf Beuthen und Hindenburg berührt wurden. Ueberall, wo der Minister weilte und auf seiner Fahrt erkannt wurde, fanden sich zahlreiche Volksgenossen ein und begrüßten ihn aufs herzlichste.

Der Führer besichtigt das Jagdgeschwader Richthofen.

Staatssekretär Milch zum Generalleutnant ernannt.

Berlin, 28.Wärz. (DRV.) Zum ersten Wale feit Bestehen der Reichsluftwaffe stattete heute der FührerundReichskanzlerin feiner Eigen­schaft als oberster Befehlshaber der Wehrmacht einem Verband der jungen deutschen Luftstreitkräfte seinen Besuch ab. In Be­gleitung des Reichsministers der Luftfahrt General der Flieger Göring und des bei diefer Gelegen- heit zum Generalleutnant ernannten Staatssekretär der Luftfahrt W l l ch besichtigte der Führer am Rachmittag die in Döberih liegende Gruppe des Jagdgeschwaders Richt­hofen.

In sinnfälligster Form betonte damit auch der Führer die Bedeutung der Tradition, die mit dem Ramen Richthofen das neue Jagd­geschwader an die ruhmreiche Vergangenheit der alten deutschen Fliegertruppe bindet. General G Ö - ring als letzter Kommandeur des alten und als oberster Ehef des neuen Richthofen-Geschwaders stellte dem Führer zunächst die angetretenen Offi­ziere, Unteroffiziere und Wannfchaften der Döbe- riher Fliegergruppe vor. Rach dem Abschreiten der Front starteten die Jagdstaffeln und zeig­ten Verbandsexerzieren in der Luft. Da­nach fand eine Besichtigung der Boden­anlagen auf dem Flugplatz und eine kurze Schluhbesprechung statt, bei der sich der Führer in Worten vollster Anerkennung über die gezeigten Leistungen äußerte.

nnerkirchlichen Zwist zu wahren, nicht auf- -echterhalten werden können. Dr. Frick schloß ni< ^nem Appell an die streitenden Parteien, nW®, öiif ndlich Schluß zu machen mit diesem Streit »-.1-----

ben, müssen der Bezirksfürsorgestelle eine Beschei­nigung der zuständigen Gauleitung der NSDAP, vorlegen. Die Anträge sind bis 10. April 1935 zu

Kunst und Wissenschaft.

Abschluß des Wiesbadener Aerztekongrefses.

Klima, Blut und Boden das waren die Themen, mit denen sich der 47. K o ng re ß d e r Deutschen Gesellschaft für innere Medizin in Wiesbaden am letzten Tag gemein­sam mit der Deutschen Gesellschaft für Bäder- und Klimakunde und der Deutschen Gesellschaft für Rheumabekämpfung ausführlich beschäftigte. Der bekannte Münchener Kliniker S ch i t t e n h e l m gab eine Einführung in die Bioklimatologie. Pro­fessor Linke (Frankfurt a. M.) gab die physika­lisch-meteorologischen Grundlagen ber medizinischen Klimatologie. Professor Schwenkenbecher (Marburg) berichtete über Jndikationsstellu.ng für Klimakuren, insbesondere in Deutschland. Es gibt Aerzte von großer Bedeutung, die weniger dem Klima selbst als vielmehr dem Klimawechsel die überwiegende Bedeutung für ein günstiges Ergeb­nis klimatischer Kuren beimessen. Von außerordent­licher Wichtigkeit ist jedoch, daß an dem betreffen­den Kurort auch alle sonstigen notwendigen Ein­richtungen vorhanden sind, die der betreffende Kranke zu seiner Behandlung braucht. Eine wert­volle Ergänzung bildete der Bericht von Dr. P f l e i d e r e r Kiel) über die Meteorophysiologie des Wärmehaushalts. Ein weiterer Vortrag über ben Einfluß der Jahreszeiten auf den Verlauf einiger Infektionskrankheiten wurde auf der Grund­lage von dänischem Material von Dr. Madsen (Kopenhagen) gehalten, lieber die klimatologischen Einflüsse des Hochgebirges, des Mittelgebirges und der See sprachen Professor M ö r i k o f e r (Davos), Professor Bachmeister (St. Blasien) und Dr. Haeberlin aus Wyk auf Föhr.

Professor Wax Trapp

erhält den staatlichen Beethoven-Preis.

Der 1927 vom Preußischen Staatsministerium begründete staatliche Beethoven-Preis ist für dieses Jahr dem Komponisten Professor Max Trapp verliehen worden. Max Trapp ist ge­borener Berliner und steht heute im 48. Lebens­jahre; er schrieb mehrere Symhonien, Konzerte für Violine und Klavier, eine Reihe von weiteren Orchesterwerken, Kammermusik und Lieder. Pro­fessor Trapp, der zu Beginn seiner Laufbahn vor allem als Pianist bekannt wurde, ist längere Zeit als Lehrer an der Berliner Hochschule für Musik tätig gewesen. Seit 1929 gehört er der Preußischen Akademie der Künste an, die ihm im vorigen Jahre die Leitung einer Meisterklasse für Komposition übertragen hat.

Aus alter Wett.

Starke Schneefälle in Schlesien.

Seit drei Tagen herrscht bei Frost und Neuschnee­fällen wieder echtes Winterwetter in den schlesischen Bergen. Noch immer liegt auf den Kämmen durschnittlich mehr als ein Meter Schnee. Die Sportverhältnisse sind bei Pulverschnee auf alter fester Schneedecke in Höhen­lagen über 900 Meter für Ski und Rodel ausge­zeichnet.

Explosion in einer Italienischen Sprengstosfabrik. Zwei Tote, zahlreiche verletzte.

In einer Sprengstosfabrik in der Nähe von Sul- mona (Abruzzen) wurden durch die Explosion eines Chlorbehälters etwa 30 Arbeiter verletzt. Zwei Personen wurden getötet. Von den Ver­letzten mußten 25, die außer Brandwunden schwere Gasvergiftungen erlitten hatten, ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Oer Reichswehrminister in Oberschiefien.

Oppeln, 28. März. (DNB.) Am Donnerstag­vormittag traf Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg in Oppeln ein. Dor den Toren der Kaserne hatte sich eine große Menschenmenge versammelt, die den Reichswehrminister begeistert begrüßte. Auf dem Kasernenhof hatten die Truppen des Standortes Oppeln Aufstellung genommen. Der

Eine stürmische Aachtsltzung.

Paris, 29. März. (DNB.-Funkfpruch.) Kam­mer und Senat gehen nicht, wie die Regierung es gern gesehen hätte, in d i e Ferien, sondern verlängern ihre Tagung bis auf weiteres auf Grund einer außenpolitischen Rede des Abgeordneten Franklin Bouillon. Die Kammer hat ebenso wie der Senat in Nachtsitzungen eine ganze Anzahl anhängiger Gesetzentwürfe erledigt. Im Senat wurde u. a. das Flottenbauprogramm für 1935 einftimmig angenommen, nachdem Marineminister PiÄvi erklärt hatte, Frankreich habe sich für den Bau von zwei 35000- Tonnen - Linienschiffe entschieden, weil eine befreundete Macht damit angefangen habe.

Es entspann sich zwischen 1 und 3 Uhr nachts eine Geschäftsordnungsaussprache.

Abgeordneter Franklin Bouillon bekämpfte einen Antrag, wonach das Parlament bis zum 28. Mai in die Ferien gehen soll, und beschwor die Abgeordneten, unter Hinweis auf die angeblich von Deutschland drohende Gefahr, nicht in die Ferien zu gehen. Deutschland habe Europa den Krieg erklärt. Das Parlament müsse für die Sicherheit des Landes sorgen. Die Gesetzesvorschläge zum Ausbau der Luftfahrt feien von den Ausschüssen für eine Aus­sprache im Plenum vorbereitet. Man wolle das Parlament nur in die Ferien schicken, um sich seiner zu entziehen. Schon allein wegen der außenpoliti­schen Schwierigkeiten müßten die Parlamentsferien verschoben werden. Mit welchem Recht könne die Kammer in die Ferien gehen, so fragte der Redner, ba sie boch wisse, in welchem Zustande sich die Lan­desverteidigung Frankreichs befinde. (Beifall rechts, Zwischenrufe links.) Die Lage fei ähnlich wie 1914. Es bestehe dieselbe Kriegsgefahr. Wer sich der Gefahr nicht bewußt sei, sei sich seiner Pflicht nicht bewußt. Man möge doch bedenken, daß 1915 die parlamentarischen Ausschüsse eine rege Tätigkeit zum Wohle des Landes entfaltet hätten. Sie hätten die Landesverteidigung durchgeführt. Sie hätten damals gegen die Bürokratie den Ausbau und die Verstärkung der Artilleriewaffe durchgesetzt. Gegenwärtig seien neue Kredite notwendig. Wolle man sie erst nachträglich bewilligen? Eine an­dauernde Tätigkeit der parlamentarischen Ausschüsse und des Parlaments sei notwendig. Es wäre unver­antwortlich, wenn bas Parlament in die Ferien ginge, ohne zuvor einen Meinungaustausch

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bis iri l« tfjsinnenminifter erinnerte bann an die (Erfolge ir bevölkerungspolitischem Gebiet.

hwirt*' i i "Ellen, was rechtens ift und was nicht rechtens m joll entW-, || ^ch weih sehr wohl, sagte der Reichsinnen- nov knister, daß auch in der Bekenntnls- id)i3Uront lehr wertvolle volksgenos- . dein «t en sich befinden, Insbesondere auch alte n 0 LSet ® Parteigenossen ^ott Ebenso wahr jr freiunfl es aber auch, daß unter jener kirchlichen Die Lgeff1'" flagge sich viele Elemente zusammensinden, eize" "ie glauben, dort ihre dunklen politischen )Ole\,nn er N' Geschäfte ruhig betreiben zu können. Und en, für ier wird der Grundsatz der Neutralität, den - eS| ^r Staat bisher bemüht war gegenüber diesem irr t.wier t mnerkirchlichen Zwist zu wahren, nicht auf-

J Öbcht Wl Nürnberg, 29. März. (DNB.) Am Donners- Kabinett wl- aiabenb fanden in drei Nürnberger Sälen Massen- % fierst Umgebungen statt, in denen Reichsinnenminister r verbleit i >r Frick sprach. Die Ausgabe ber Partei ® kitiott 6lod* !i es, die Elite der Nation zu bilden und nMjschen8t ui)in zu wirken, baß auch ber letzte Volks- ? n <ßrä(iben|1:' «nojse ein Überzeugter National- rrL/n-L« Il or i a 1 i ft werde, eine Erziehunasaufaabe, die

1 Sin riesiger Aar reckt feine Flügel über gigan- Einrichtunp .Litze Wolkenberge, ein Flugzeua schwebt über deutsches Land, das sonnenglanzüberschüttet unten Iiigt. Dann taucht, einem Juwel gleich, die alte Mchsstadt Nürnbera auf. In großen Kreisen zieht Flugzeug über Der Stadt, Die fahnenübersät ist

Standortälteste, Generalrnaior Höring, begrüßte ben Reichswehrminister. Unter den Klängen des Präsentiermarsches schritt der Minister die Fronten -....-v» i* u-

ber Truppen ab und hielt eine kurze Ansprache, stellen, Auskünfte erteilen die Postämter und die

I Nach der Begrüßung hielt der Minister eine B e I Bezirksfürsorgestellen.

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tfolge bßf das I nein organisatorischen Aufbau der deutschen d:, evangelischen Kirche entbrannt sei. Um auch 6Mb,Hier einmal wieder Ordnung zu schaffen, werde

Werden i wof)( gar nichts übrig bleiben, als daß die "her& -

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über die Berliner Verhandlungen vor­genommen zu haben.

Ministerpräsident Flandin

erklärte, er würde es normal finden, wenn das Parlament jetzt in die Ferien ginge. An sich stehe ber Kammer bie souveräne Entscheibuny darüber zu, ob sie in die Ferien gehen ober weiter tagen wolle. Er müsse jedoch die in der Aussprache vor- gebrad)ten Bemerkungen beantworten. Er stehe ben inanziellen unb sonstigen parlamentarischen Ans­chüssen stets zur Serfüaung. Man müsse ich fraaen, ob Ereignisse im Auslanbe einen ent» prechenben Grunb bafür bilbeten, baß bas fran­zösische Parlament ftänbig tage. Das wäre höchstens zu bebenten, wenn das Parlament in ber Ver­gangenheit nicht feine Pflicht getan hätte ober wenn es biefe in Zukunft nicht tun würbe. Das Parlament habe aber große Arbeit geleistet. An­gesichts der gegenwärtigen Lage lege die Regierung im Gegenteil Wert darauf, daß die Abgeordneten und Senatoren sich in ihre Wahlkreise be­gäben und dort zur Ruhe und Beson­nenheit mahnten. Wenn die Verhältnisse einen ernsteren Charakter annehmen würden und die Zusammenberufung des Parlaments not­wendig werde, werde die Regierung nicht ver­fehlen, ihre Pflicht zu tun. Wenn die Parlamen­tarier aber jetzt in die Provinz reiften und dort Ruhe und Kaltblütigkeit predigten, dann fei das der beste Ausdruck der Kraft, denn wenn Frankreich auch eine militärische Kraft brauche, so brauche es ebenso notwendig eine moralische Kraft und die finde man eher im Schweigen der Einigkeit ohne leiden­schaftliche, trennende Auseinandersetzungen.

Der Antrag auf Parlamenlsferien bis zum 28. Wal wurde nach dieser bewegten, teilweise sogar stürmisch verlaufenen Aussprache mit 382 gegen 238 Stimmen abgelehnt. Lin zwei­ter Vorschlag, wenigstens bis zum 21. Wal in die Ferien zu gehen, wurde mit 300 gegen 266 Stimmen abgelehnt und beschlossen, die nächste Sitzung auf Samstagnach­mittag anzuberaumen, alfo die Tagung des Parlaments nicht zu unterbrechen. Bei bei­den Abstimmungen hatte die Regierung der Kammer das Urteil von vornherein überlaffen und davon Abstand genommen, dieV er- -trauensfrage zu stellen.