Ausgabe 
28.12.1935
 
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Camburg

»igungs«

Aus aller Welt

Der Generaldirektor der österreichischen Bundes- bahnen, Schöpfer, hat an den Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn Dr. Dorpmüller nachstehendes Telegramm gerichtet:

Anläßlich des schweren Eisenbahnunglücks in Thüringen bitte ich namens unserer Verwaltung sowie im eigenen Namen die Versicherung aufrich­tiger Anteilnahme und wärmsten Mitempfindens entgegenzunehmen."

lieber 200 Todesopfer des strengen Minters in USA.

Die Schnee st ürme und die Kälte, die na­mentlich im amerikanischen Mittelwesten sowie in Teilen der Südstaaten herrschen, haben bisher 210 Todesopfer gefordert. Zahlreiche Ortschaften sind durch riesige Schneewehen von der Außenwelt abgeschnitten, Auf den mit Schnee und Eis bedeck­ten Landstraßen ereigneten sich viele Verkehrs- Unfälle. In Cincinnati wurden über 20 Grad Celsius Kälte verzeichnet.

Große Ueberschreemmungen in England.

Krater zu verstopfen oder der Lava einen neuen Abfluß zu schaffen. Der Erfolg dieser Maß- nahmen wird erst später festgestellt werden können. Es handelt sich um den ersten Versuch, einen Vul­kanausbruch durch Menschenhand einzudämmen.

Sühne für den Hausfriedensbruch in der tschechoslowakischen Gesandtschaft.

Wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung verurteilte die Große Strafkammer des Landgerichts Berlin den 30jährigen Erwin Trunczik zu sechs Monaten Gefängnis und den 25jährigen Emil Wilczek sowie den 21jährigen Josef Globo- d n i a zu je drei Monaten Gefängnis. Die drei An­geklagten sind tschechoslowakischeStaats- angehörige. Am 21. Oktober 1935 drangen sie in die Räume der tschechoslowakischen Gesandtschaft in Berlin ein und zerschlugen im Warte- und Vor­zimmer Stühle, Fenster und andere Gegenstände.

Devisenschmuggter in Mailand festgenommen.

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Eine furchtbare Bluttat ereignete sich im Armenhaus Waldenburg-Altwasser (Schlesien). Die Armenhäusler Winge, Geisler, Reckzie- g e l und Hamann gerieten in der Nacht in Streit. Hamann erschlug Reckziegel mit einer chweren Eisenstange. Die Schlägerei spielte sich so lautlos ab, daß andere Armenhausinsassen nichts von ihr wahrnahmen. Am nächsten Tage stürzte ich Hamann auf Geisler. Auch Geisler st a r b an )en erlittenen Verletzungen. Hamann wurde auf der Kohlenhalde am Bahnschacht verhaftet. Er gestand die Tat ein, deren Motive noch unbekannt ind. Der vierte Insasse des Zimmers, der 29jährige Winge, ist unter dem Verdacht der Mittäterschaft verhaftet worden. Winge behauptet, aus Furcht vor Hamann über die Taten geschwiegen zu haben.

Oer Derwaltungsrat der Reichsbahn.

Freiherr von E l tz - R ü b e n a ch hat an den Generaldirektor der Deutschen Reichsbahngesellschaft folgendes Schreiben gerichtet:

Die Nachricht von dem Eisenbahnunglück bet Groß-Heringen, das zum Weihnachtsfeste viele glückliche Menschen in große Trauer versetzte, hat mich auf das Tiefste erschüttert. Ich bitte, den Ver­letzten und den Hinterbliebenen der Getöteten meine wärmste Teilnahme zu übermitteln."

Wessel-Schule, in der Reichsstatthalter Gauleiter S a u ck e l den Zug erwartete, bildeten Fahnen- abordnungen Spalier.

Beileidskundgebungen

Der französische Minister für öffentliche Arbei­ten, Laurent-Eynac, sandte aus Anlaß des Eisenbahnunglücks bei Groß-Heringen an den Reichsverkehrsminister folgendes Telegramm:

Tief bewegt von der Nachricht über das Unglück von Groß-Heringen bitte ich Sie, meine aufrichtige Teilnahme im Namen des Ministeriums für öffent- lche Arbeiten und der französischen Eisenbahnen entgegenzunehmen."

hierauf antwortete der Reichs- und Preußische Verkehrsminister, Freiherr von Eltz-Rübenach, folgendermaßen:

Für Ihre Teilnahme an dem schweren Unglück, das die Deutsche Reichsbahn und das deutsche Volk am heiligen Abend betroffen hat, sage ich Ihnen meinen aufrichtigen Dank."

Karte zu dem Eisenbahnunglück in Thüringen. (Scherl-M.)

herbeigerufen. Der Rundfunk trägt bie traurige 'Nachricht in jedes deutsche Haus; millionenfach 'steigt Mitgefühl mit den Opfern auf, dringt als :Kräft zu den Helfern. Die aber bergen Opfer .auf Opfer, tragen sie auf Bahren, Brettern, .Leitern den Aerzten zu, sorgen für den Abtrans­port der Verwundeten, schaffen die Toten tn Oie Kleine Friedhofshalle von Groß-Heringen.

Infolge des Tauwetters und andauernder Regen­fälle werben Teile Süd- und Mittelenalands von großen Ueberschwemmungen heimgesucht. In Porkfhire ist der Fluß Derwent innerhalb 24 Stunden um 2 Meter gestiegen. In Leicestershire sind die beiden Städte Ashby und Barrow durch weite Überschwemmungsgebiete vollständig von der Umwelt abgeschlossen. In den Grafschaften Warwick- shire und Wiltshire stehen mehrere Ortschaften teil­weise unter Wasser, lieber den Kanal wüteten schwere Stürme, die eine starke Behinderung der gesamten Schiffahrt mit sich brachten.

Der deutsche SchlepperSeefalke" rettet einen englischen Dampfer.

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In Großheringen hängt aus fast ledern Haus die Fahne auf h a l b m a lt oder mit dem schwarzen Flor als Zeichen des Mitempfindens mi den vom Unglück Betroffenen. Sie stammen fall alle aus der näheren oder weiteren Umgebung. Der verunglückte Zug war ihr hundert- und tausendmal benutzter Bringer zur Arbeitsstätte und zur Fahrt nach Hause. Die ganze Gegend steht unter dem Eindruck der Katastrovhe.

Ja" sagt mir ein Hotelier in Kölen,wenn man f0 'jn der Zeituna lieft von einem Eisenbahnunglück ober sonst einer Katastrophe, so liest man bas ohne große Erregung. Es ist meist well weg, unb kommt ja immer wieder einmal vor Aber wenn man es so ganz in der Räbe erlebt- Er kann kaum weiter sprechen in Erinnerung an die Um glücksnacht. Das Unglück ift allenthalben das ein­zige Gesprächsthema. Und immer wieder ist jemand da, der einem sagt:Es ist sonst der Zug, mit dem ich auch immer abends von Der Arbeit nach Hause fahre. Aber .Heiligabend kam ich schon einen Zug früher. Sonst Sie schaudern bei diesem sonst und können es noch nicht ganz fassen, daß sie e i n e m V e r h ä n g n i s ent­gangen sind. *

gilbet und Nacht senken sich wieder über die Un- olncksllätte, als mich der Zug, der mich noch House bringen soll, noch einmal daran üorüberfnhrt. Alle sind erorisfen. Im Nebenabteil steht ein Mann mit einer Frau. Fast noch wie im Traum saat er zu ihr: .Wenn ich am Heiligabend nicht noch die Windschuhscheibe für bas Auto hätte holen müssen, wäre ich auch in dem Zuge gewesen

Das 30 Opfer feffgesteXt

Wie bie Reichsbahndirektion Erfurt mitteilt, konnte jetzt eines der drei bisher noch unbe­kannten Opfer des Eisenbahnunglückes von Groß-Heringen festgestellt werden. Es handelt sich um eine Frau Rosa Schmalz aus Groß-Wels­bach im Kreise Langensalza, deren Mann sich eben­falls unter den Toten befindet. Don den bisher er­mittelten 32 tödlich Verunglückten (nicht 33, wie es ursprünglich hieß) sind damit 30 nament­lich festgestellt. Noch unbekannt sind bie Leichen zweier Frauen im Alter von 40 bzw. 65 Jahren.

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Wenige Stunben nach dem Bekanntwerden des Unglücks fahre ich der Katastrophenstatte entgegen. Halle, Naumburg ziehen vorüber. Dann ist die Ün­al ü ck s st ä 11 e erreicht. Ganz langsam gleitet per Zug vorbei man starrt hinaus. Dicht am Bahn­damm Trümmer, die sich im Dunkel der Nacht ver­lieren, ein paar Arbeiter im Schein von Fackeln bei Aufräumungsarbeiten; bas leichte hanbgelander der schmalen Brücke ist zerrissen; mitten auf der Brücke brennt ein Feuer, von zmei Beamten be- wacht. Dort unten arbeiten wohl die P i o n i ere a u s R i e s a. Ein schmales, dunkles Band, krümmt sich die Saale in der Tiefe. Vorüber geht es an em paar zerstoßenen Wagen, am schwersten getroffen .ein Wagen zweiter Klasse, z u f a m m e n g e bir u cf t w i e eine Harmonika. Die Unglucksstatte ist in weiten Bogen ab gesperrt SS. und Polizei bilden den Kordon, der den Rettern und Helfern die nötige Bewegungsfreiheit für ihre Arbeit Jidjern soll Aber er ist kaum nötig. Man hort mehr den ßärmber Mrbeit, denn daß man 'hren Fort­gang sehen kann. Gegen Morgen kommt Ablösung Für Die Pioniere. .

Noch immer brennt das Feuer auf der Brücke. Aber seine leuchtende Kraft wird schwacher gegen den aufdämmernden Morgen. Es dauert wohl eine Stunde, bevor man das Bild ganz erfassen kann.

*

Wie ein großes S krümmt sich die Saale schmal aber mit starker Strömung tn die Landschaft. Heber den oberen Bogen dieses S geht die schmale steinerne Brücke, auf der das Unglück ge» chah. Vier Pontons sind in den Fluß gebracht Mit ihrer Hilfe suchen die Pioniere die Saale nach den letzten Opfern ab, bergen sie bie letzten Trümmer ber abgestürzten Wagen. Auf bem Bahn­damm links von ber Brücke liegen bie zusammen- aetragenen Trümmer ber nerungluctten und zer- störten Wagen. F a h r g e st e l l e, S i tz e, T u r e n Wandteile alles zusammen em großer

kohlenoxybgasvergistungen In einer französischen Kirche.

Einen tragischen Verlauf nahm, wie erst jetzt be­kannt wird, eine Mitternachtsmesse am heiligen Abend in der Kirche in Salins-les-Bains in der Nähe von Lyon. Die Kirche war bis auf den letz­ten Platz gefüllt, als plötzlich einer der Chorknaben, bie vor bem Altar ftanben, z u f a m m e n b r a ch. Wenige Sekunben später fiel auch ber Geistliche bewußtlos zu Boden. Während einige beherzte Männer den beiden zu Hilfe eilten, entstand unter den Kirchenbesuchern große Aufregung, die sich bis zur Panik steigerte, als auch von den Zuhörern zahlreiche Männer, Frauen und Kinder in Ohn­macht fielen. Man stellte fest, daß dem Ofen K o h - lenoxydgas entwichen war. Die Kirche wurde daraufhin sofort geräumt. Neben dem Geistlichen, der am schwersten vergiftet ist, leiden etwa zehn Kinder und Frauen an mehr oder weniger schweren Vergiftungserscheinungen.

Vier Menschen beim Skilaufen tödlich verunglückt.

Wie aus Chur gemeldet wird, verschüttete auf der Flix an der Julierstraße ein Schneerutsch drei 16- bis 18jährige Züricher Gymnasiasten, die mit anderen Kameraden Ski fuhren. Die drei Leichen wurden geborgen. Bei Davos ge­rieten zwei 15- und 18jährige Brüder aus Schaff­hausen beim Skifahren während eines starken Sturmes in eine Lawine, wobei der jüngere Bruder getötet wurde.

Zwei Knaben im Schnee verschüttet.

Eine bemerkenswerte Bergungsfahrt ist, wie aus ; Belfast gemeldet wird, während der Weihnachts- j feiertage von dem deutschen SchlepperSee- falte" vollbracht worden. Im Hafen von Queens- , toron fing der Schlepper am 18. Dezember die SOS-Rufe des Londoner Frachtdampfers , Tower Ensign, ber mitten auf bem Norbatlantik < feine Schraube verloren hatte unb bei schwerer See hilflos trieb.Seefalke" eilte bem Eng- länber sofort zu Hilfe unb konnte ihn nach vier Tagen, 750 Meilen von ber irischen Küste entfernt, unter den größten Schwierigkeiten in Schlepp neh­men. Nach mehrtägiger Fahrt, währenb ber bie Bergungsfahrt häufig durch schwere Stürme ge­fährdet war, gelang es bem beutschen Schlepper, den Dampfer in den Hafen von Belfast einzu­schleppen.

Dreißig Personen bei einem Dacheinsturz verletzt.

Im Orte Cardazzo bei Stradello (Oberitalien) stürzte bei einem Tanzvergnügen plötzlich das Dach des Tanzsaales ein. Die Gebälktrümmer und Schnee­massen stürzten auf die Tanzenden herab. Etwa 30 Personen erlitten Verletzungen. Einige Schwerverletz te mußten sofort ins Kranken­haus gebracht werden. Die Schneemassen, die sich auf dem Dach angehäuft hatten, und die Regengüsse scheinen den Einsturz verursacht zu haben, zumal das Gebäude schon seit längerer Zeit baufällig ge­wesen war.

Massenvergiftungen mit geschmuggeltem Whisky.

Berlin, 27. Dez. (DNB.) Die Reichsregierung hat die am 31. Dezember 1935 infolge Ablaufes ihrer Amtszeit aus dem Verwaltungsrat der Deut­schen Reichsbahngesellschaft ausscheidenden Mit­glieder, und zwar die Herren Georg Körner, Leiter der ReichsbetriebsgemeinschaftVerkehr und öffentliche Betriebe", Albert P i e tz s ch, Präsident der Industrie- und Handelskammer München, Ober­bürgermeister Karl Renninaer, Kurt Frei­herr von Schröder, Präsident der Jndustrie- und Handelskammer Köln, Herbert Sten­ger, Stabsleiter des Verbindungsstabes der NSDAP., Dr.-Ing. Fritz Todt, Generalinspekteur für das deutsche Stratzenwesen, für die am 1. Ja­nuar 1936 beginnende dreijährige Amtsperiode zu Mitgliedern des Verwaltungsrates wieder er­nannt. Die Neuwahl eines Vertreters der Dor­zugsaktionäre im Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahngesellschaft für den verstorbenen Staats- sekretär a. D. Bergmann findet demnächst start.

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Der Zug, mit dem ich sonst auch immer fahre

Bericht von der Großheringer Llnglücksstätte.

In Winterberg (Sauerland) ereignete sich ein : Unglücksfall, dem ein junges Menschenleben zum Opfer fiel. Die beiden etwa 12 Jahre alten Schüler Robert Schö11ler und Fritz Abel aus Winterberg übten an einem Schneeabhang das so­genannte Lawinenspringen. Die mächtige Schnee­wehe geriet plötzlich ins Rutschen, zog die beiden Knaben in die Tiefe und verschüttete sie. Der eine der beiden Jungen hatte noch die Kraft, sich an die Oberfläche zu arbeiten, wo er völlig erschöpft liegen blieb, während Schöttler von den Schnee­massen begraben wurde. Vorüberkommende Wintersportler entdeckten den bereits bewußtlosen Abel. Sie benachrichtigten die Sanitätsstation, die den Jungen bergen konnte. Erst gegen Abend be­merkte man bas Fehlen bes zweiten Knaben. Man begab sich sofort auf bie Suche, boch konnte er aus den Schneemassen nur als Leiche geborgen werden.

Föhnreetter in den Bergen.

Aus den bayerischen und Allgäuer Bergen wird gemeldet, daß der. F ö h n während der Weihnachts­feiertage dem Schnee arg zugesetzt hat. Mit der ersten Stunde bes ersten Weihnachtsfeiertages setzte ber Südwinb so heftig ein, baß sich in vielen Tal­orten am zweiten Feiertag bereits bas verblaßte Grün ber Wiesen zeigte und mancher, der mit den Brettern gekommen war, seine Hoffnungen buch­stäblich verrinnen sah. Ja, es hat sogar Leute ge­geben, die statt der Skitour nur mit den Stöcken allein zu einer Bergwanderung aufbrachen. Auch in Innsbruck und Umgebung herrschte während der Weihnachtsfeiertage ein ausgesprochenes Föhnwetter. Die Temperaturen erreichten 15 Grad Celsius.

Schweres Unreeller in Spanien fordert

18 Todesopfer.

Aus Nord- und Westspanien werden orkan­artige Stürme und starke Regenfälle gemeldet. Die Flüsse Guadiana und Tromes sind um drei Meter gestiegen und überschwemmen das Land bei Badajoz und Salamanca. Brücken- e i n ft ü r g e und Unterspülungen von Häusern haben bisher 14 Todesopfer gefordert. Der Sachschaden ist außerordentlich groß. Teilweise wurden auch Friedhöfe von der Flut aufgewühlt, so daß die Leichen im Wasser schwammen. Der Schnellzug MadridBadajoz entgleiste infolge , Erdrutsches. Mehrere Personen wurden leicht ver- ; letzt. In der Provinz Caceres stürzte eine Brücke , über den Fluß Tiertar ein, als gerade ein mit vier t Personen besetzter Kraftwagen darüberfuhr. Die Jn- . fassen ertranken. Auch in der Meerenge von i Gibraltar herrscht heftiger Sturm, der die Postver- . binbung nach Ceuta laymlegt.

Ein Schlafwagenschaffner schweizerischer Staats­angehörigkeit uno zwei österreichische Staatsbürger wurden in Mailand wegen Devisenschmug­gels verhaftet. Der Schaffner hatte einen Betrag von 200 000 Lire in Banknoten im Schlafwagen versteckt und über die Grenze zu schmuggeln ver­sucht. Bei einem der beiden Mittäter fand man über 100 000 Lire in Banknoten und 200 Stück Wertpapiere. Die Täter wurden zu Geldstrafen in höhe der beschlagnahmten Summen verurteilt und des Landes verwiesen. Einer der drei Devisen­schmuggler hat sich außerdem wegen des Besitzes eines falschen Passes zu verantworten.

35 000 Mark veruntreut.

Ein Angestellter bei der Kreissparkasse in Koblenz hatte es dieser Tage durch äußerst geschickte Machen­schaften verstanden, sich 35 000 Mark anzu­eignen. Durch die ständig durchgeführten schar- fen Kontrollmaßnahmen wurden die Verfehlungen aber bereits wenig später festgestellt. Der Kriminal­polizei gelang es, nach wenigen Stunden den Tä­ter zu ermitteln und festzunehmen. Nach stunden­langem Kreuzverhör mußte er schließlich unter dem Druck des Beweismaterials sein hartnäckiges Leug­nen aufgeben. Er hat bann ein volles Gestänbnis abgelegt. Die bereits nach verschiebenen Richtungen verschobenen 35 000 Mark sind restlos wieder herbeigeschafft.

Schwere Zusammenstöße zwischen Hindus und Mohammedanern in Kalkutta.

In Kalkutta kam es im Defchabandu-Park zu schweren religiösen Zusammenstößen zwischen Hindus und Mohamedanern. Zwei Personen wurden getötet und 15 schwer verletzt. Die Gegner benutzten Stöcke und schwere Steine als Waffen. Ein großes Polizeiaufgebot mußte eingesetzt werden, um die Ordnung wieder herzustellen.

Doppelmord im Armenhaus.

Groß-Heringen, im Dezember.

Als am Weihnachtsabend in ber 3e'*

19 unb 20 Uhr in Kösen, Bab Sulza, Großheringen unb allen Orten ber Umgebung bie Sirenen Alarm brüllten, bie Feuerhorner erklangen, gab es keinen Branb burch einen Weihnachtsbaum. Don Iben Sammelplätzen aus sprang em Gerücht durch bie schneevermummten,. winkligen unb bergigen Straßen ber Orte: Eisenbahnunglück an iber Saale brü cf e in Groß-Heringen. Da ist es mit ber Weihnachtsstimmung vorbei, jetzt gilt es, httfe bringen, Menschenpflicht erfüllen, helfen, ret- ten, so viel möglich ist. .

Die Hilfszuge ber Eisenbahn eilen herbei, aus Naumburg unb Weißenfels, aus Weimar und Erfurt. Militär roirt) mobilisiert, ber Arbeitsbienst

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In Aliquippa (Pennsylvanien) erkrankten zahlreiche Personen nach bem Genuß von soaenann- temMondschein-Whisky", den sie bei Weihnachts­feiern zu sich genommen hatten. Bisher sind sechs Personen gestorben. Das Befinden von mehre­ren weiteren Erkrankten ist sehr ernst.

Amerikanische Flugzeuge bekämpfen einen Lavastrom.

Zwölf amerikanische heeresflugzeuge haben den Auftrag erhalten, auf den von dem Vulkan Mauna Loa herabfließenden Lavastrom, der nur noch sechs Kilometer vom Wasserwerk der Stadt hilo (hawai) entfernt ist, Bomben abzuwerfen, um da­durch den Lavamassen eine andere Richtung zu geben. Falls der Bombenabwurf erfolglos fein sollte, werden 50 heeresingenieure versuchen, den Laoastrom durch Dynamitsprengungen in Richtung auf das Meer abzulenken. Die Lava, den seit eini­gen Tagen in ständigem Vordringen begriffen ist, hat bereits große Gebiete von Weideland und Wal­dungen vernichtet. Nach einer ergänzenden Mel­dung hat eines der Flugzeuge zehn 600-Pfund- Bomben auf die Spitze des Lavastromes abgewor- fen, dessen zischende und tosende Feuerzunge in einer Breite von etwa 70 Meter auf das Wasser­werk der Stadt hilo vordringt. Die anderen Flug- zeuge bombardierten inzwischen aus großer höhe den Krater des Mauna Loa, der seit dem 21. No- oomber fortgesetzt große Lavamassen ausstößt. Man will versuchen, durch die Bombenabwürfe den

Von unserem Sonderberichterstatter.

Wie die Reichsbahnbirektion werter mitteilt, wer­ben nach bei ber Kriminalpolizei in Groß-Heringen eingegangenen Mitteilungen noch sieben Per- onen von ihren Angehörigen vermißt.

Aufopfernde Tätigkeit der Pioniere.

Entgegen ben zuerst auftauchenben Vermutungen stellte sich halb heraus, daß kein W a gen bes Personenzuges in bie Saale gestürzt war, aber erhebliche Wagenteile, bie auch Menschen mit in ben Fluß hineinrissen. Durch ben Zusammenstoß hatten sich die Oberteile der Wagen auf der Brücke xum Teil gelöst, die Türen waren aufgesprungen, so daß Menschen und Oberteile von Wagen in den Fluß geschleudert wurden. Binnen kurzem gelang es ber aufopfernben Arbeit bex Pio­niere, aus ber etwa brei Meter tiefen eiskalten Saale mehrere Leichen zu bergen. Diese Ar­beiten wurden mit allen technischen Hilfsmitteln, z. B. auch durch das Ziehen von Netzen, vorgenom­men. Dank des Einsatzes der Pioniere ist es ge­lungen, daß gerade an dieser so besonders schwie­rigen Unglücksstätte die Leichen sehr schnell aus den Fluten der Saale geborgen werden konnten.

Ueberführung der Opfer nach Apolda.

In dem stillen Kirchlein in Unter-Neusulza, vor dem ein Doppelposten der SS. die Ehrenwache für die dort aufgebahrten Opfer des Eisenbahn­unglücks hält, standen 15 Särge, jeder mit dem Namen des barin Ruhenben versehen und mit einem Kranz geschmückt. Am Freitagabend hielten große Lastwagen, mit schwarzem Tuch verhängt, vor ber Kirche unb vor bem Leichenhaus bes Frieb- hofs, wo weitere 13 Tote aufgebahrt waren, um bie sterblichen Ueberrefte ber Opfer nach Apolba zu bringen. Die Bevölkerung ber Ortschaf­ten, burch bie sich ber Trauerzug bewegte, bilbete mit Fackeln Spalier. So fuhren bie zehn Wagen ' bis an bie Stabtgrenze von Apolba, wo bie Trauer- 1 feier ftattfinbet. Ueberall sink bie Flaggen auf ' halbmast gesetzt. Vor bem Eingang zur horst-

Wetterbericht

des Relchsreetterbienstes. Ausgabeort Frankfurt

Die Großwetterlage befindet sich in einer neuer­lichen Umgestaltung. Der bisher bei Irland liegende Tiefdruckwirbel hat -sich ostwärts in Bewegung ge- setzt und damit noch einmal die Zufuhr feucht-war­mer Meeresluft auf das Festland verstärkt. Don seiner Rückseite her bringt aber jetzt etwas kühlere Meeresluft nach, so baß vor allem roieber in ber höhe mit Abkühlung zu rechnen ist. Die Unbestän- digkeit ber Witterung bleibt jeboch vorerst noch er­halten, ebenso werben bie Temperaturen noch über bem jahreszeitlichen Durchschnitt liegen.

Aussichten für Sonntag: Veränderliche Bewölkung mit wieberholt teilweise schauerartigen Nieberschlägen (auch im Gebirge zunächst noch Re­gen) bei lebhafteren von West brehenben Winben Abkühlung, doch für die Jahreszeit noch immer zu

Lufttemperaturen am 27. Dezember: mittags 6,8 Grad Celsius, abends 6 Grad: am 28. Dezember: morgens 1 Grad. Maximum 7,2 Grad, Minimum 0.2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. Dezember: abends 0,1 Grad; am 28. Dezember: morgens 0 Grad Celsius.. Sonnenscheindauer 2,2 Stunden.

Wintersportnachrichten.

Rhön : Wasserkuppe: Bewölkt, + 3 Orab, 15 cm Gesamtschneehöhe, Pappschnee, Ski unb Röbel stel­lenweise möglich.

Hauptschriftleiter: Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friebrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber An­zeigen: Theobor Kümmel. 2).21. XI. 35: 11030. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Stein- bruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf* mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom L Juni 1935 gültig