Camburg
»igungs«
Aus aller Welt
Der Generaldirektor der österreichischen Bundes- bahnen, Schöpfer, hat an den Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn Dr. Dorpmüller nachstehendes Telegramm gerichtet:
„Anläßlich des schweren Eisenbahnunglücks in Thüringen bitte ich namens unserer Verwaltung sowie im eigenen Namen die Versicherung aufrichtiger Anteilnahme und wärmsten Mitempfindens entgegenzunehmen."
lieber 200 Todesopfer des strengen Minters in USA.
Die Schnee st ürme und die Kälte, die namentlich im amerikanischen Mittelwesten sowie in Teilen der Südstaaten herrschen, haben bisher 210 Todesopfer gefordert. Zahlreiche Ortschaften sind durch riesige Schneewehen von der Außenwelt abgeschnitten, Auf den mit Schnee und Eis bedeckten Landstraßen ereigneten sich viele Verkehrs- Unfälle. In Cincinnati wurden über 20 Grad Celsius Kälte verzeichnet.
Große Ueberschreemmungen in England.
Krater zu verstopfen oder der Lava einen neuen Abfluß zu schaffen. Der Erfolg dieser Maß- nahmen wird erst später festgestellt werden können. Es handelt sich um den ersten Versuch, einen Vulkanausbruch durch Menschenhand einzudämmen.
Sühne für den Hausfriedensbruch in der tschechoslowakischen Gesandtschaft.
Wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung verurteilte die Große Strafkammer des Landgerichts Berlin den 30jährigen Erwin Trunczik zu sechs Monaten Gefängnis und den 25jährigen Emil Wilczek sowie den 21jährigen Josef Globo- d n i a zu je drei Monaten Gefängnis. Die drei Angeklagten sind tschechoslowakischeStaats- angehörige. Am 21. Oktober 1935 drangen sie in die Räume der tschechoslowakischen Gesandtschaft in Berlin ein und zerschlugen im Warte- und Vorzimmer Stühle, Fenster und andere Gegenstände.
Devisenschmuggter in Mailand festgenommen.
uch.) „Daily b'nett zu Le. ibunoen über ’ Armee, reffen werde. >9 des Ka> eines für die en Welt, werde habt meldet „Dail 'eitungen fu rirbi^e: tte in der Ile etwa eine m Stahlton' t Rohrleitq
Eine furchtbare Bluttat ereignete sich im Armenhaus Waldenburg-Altwasser (Schlesien). Die Armenhäusler Winge, Geisler, Reckzie- g e l und Hamann gerieten in der Nacht in Streit. Hamann erschlug Reckziegel mit einer chweren Eisenstange. Die Schlägerei spielte sich so lautlos ab, daß andere Armenhausinsassen nichts von ihr wahrnahmen. Am nächsten Tage stürzte ich Hamann auf Geisler. Auch Geisler st a r b an )en erlittenen Verletzungen. Hamann wurde auf der Kohlenhalde am Bahnschacht verhaftet. Er gestand die Tat ein, deren Motive noch unbekannt ind. Der vierte Insasse des Zimmers, der 29jährige Winge, ist unter dem Verdacht der Mittäterschaft verhaftet worden. Winge behauptet, aus Furcht vor Hamann über die Taten geschwiegen zu haben.
Oer Derwaltungsrat der Reichsbahn.
Freiherr von E l tz - R ü b e n a ch hat an den Generaldirektor der Deutschen Reichsbahngesellschaft folgendes Schreiben gerichtet:
„Die Nachricht von dem Eisenbahnunglück bet Groß-Heringen, das zum Weihnachtsfeste viele glückliche Menschen in große Trauer versetzte, hat mich auf das Tiefste erschüttert. Ich bitte, den Verletzten und den Hinterbliebenen der Getöteten meine wärmste Teilnahme zu übermitteln."
Wessel-Schule, in der Reichsstatthalter Gauleiter S a u ck e l den Zug erwartete, bildeten Fahnen- abordnungen Spalier.
Beileidskundgebungen
Der französische Minister für öffentliche Arbeiten, Laurent-Eynac, sandte aus Anlaß des Eisenbahnunglücks bei Groß-Heringen an den Reichsverkehrsminister folgendes Telegramm:
„Tief bewegt von der Nachricht über das Unglück von Groß-Heringen bitte ich Sie, meine aufrichtige Teilnahme im Namen des Ministeriums für öffent- lche Arbeiten und der französischen Eisenbahnen entgegenzunehmen."
hierauf antwortete der Reichs- und Preußische Verkehrsminister, Freiherr von Eltz-Rübenach, folgendermaßen:
„Für Ihre Teilnahme an dem schweren Unglück, das die Deutsche Reichsbahn und das deutsche Volk am heiligen Abend betroffen hat, sage ich Ihnen meinen aufrichtigen Dank."
Karte zu dem Eisenbahnunglück in Thüringen. (Scherl-M.)
herbeigerufen. Der Rundfunk trägt bie traurige 'Nachricht in jedes deutsche Haus; millionenfach 'steigt Mitgefühl mit den Opfern auf, dringt als :Kräft zu den Helfern. Die aber bergen Opfer .auf Opfer, tragen sie auf Bahren, Brettern, .Leitern den Aerzten zu, sorgen für den Abtransport der Verwundeten, schaffen die Toten tn Oie Kleine Friedhofshalle von Groß-Heringen.
Infolge des Tauwetters und andauernder Regenfälle werben Teile Süd- und Mittelenalands von großen Ueberschwemmungen heimgesucht. In Porkfhire ist der Fluß Derwent innerhalb 24 Stunden um 2 Meter gestiegen. In Leicestershire sind die beiden Städte Ashby und Barrow durch weite Überschwemmungsgebiete vollständig von der Umwelt abgeschlossen. In den Grafschaften Warwick- shire und Wiltshire stehen mehrere Ortschaften teilweise unter Wasser, lieber den Kanal wüteten schwere Stürme, die eine starke Behinderung der gesamten Schiffahrt mit sich brachten.
Der deutsche Schlepper „Seefalke" rettet einen englischen Dampfer.
W-
irbeüs'Mw iv", bet 3eil Mujohrsbol' spricht er zullen Pionien für bie ge- gemeinen m abgelach ch gleichzeilig er mit Freude teljahr ihre» Haden. Dan" den Aus« lit sich bringt i und Mittel für bas kom> in. Das neue itwilklung der cheibend fern- . Die weibliche MW % der jur 3» enarbeitsbienlj Breitling und ft raue na1' ärtig n°>h h-»d- und °«
mit d't ,erden. M-1 lienll I#' uf di-I--. 3^ den 8*' m d-- m*; ,n 8r«u«« «tM» Ä beit und viel M di- «•
^5
*» b“l.
gliche, sL >ü(t.
Le.
des „Daily legypten und Herflug, '.chi mehr 'n Sorin oßnahme |(j chwieriykeiteil l >n Italien
schwarzer Fleck. . , ;
In Großheringen hängt aus fast ledern Haus die Fahne auf h a l b m a lt oder mit dem schwarzen Flor als Zeichen des Mitempfindens mi den vom Unglück Betroffenen. Sie stammen fall alle aus der näheren oder weiteren Umgebung. Der verunglückte Zug war ihr hundert- und tausendmal benutzter Bringer zur Arbeitsstätte und zur Fahrt nach Hause. Die ganze Gegend steht unter dem Eindruck der Katastrovhe.
Ja" sagt mir ein Hotelier in Kölen, „wenn man f0 'jn der Zeituna lieft von einem Eisenbahnunglück ober sonst einer Katastrophe, so liest man bas ohne große Erregung. Es ist meist well weg, unb kommt ja immer wieder einmal vor Aber wenn man es so ganz in der Räbe erlebt- Er kann kaum weiter sprechen in Erinnerung an die Um glücksnacht. Das Unglück ift allenthalben das einzige Gesprächsthema. Und immer wieder ist jemand da, der einem sagt: „Es ist sonst der Zug, mit dem ich auch immer abends von Der Arbeit nach Hause fahre. Aber .Heiligabend kam ich schon einen Zug früher. Sonst — Sie schaudern bei diesem sonst und können es noch nicht ganz fassen, daß sie e i n e m V e r h ä n g n i s entgangen sind. *
gilbet und Nacht senken sich wieder über die Un- olncksllätte, als mich der Zug, der mich noch House bringen soll, noch einmal daran üorüberfnhrt. Alle sind erorisfen. Im Nebenabteil steht ein Mann mit einer Frau. Fast noch wie im Traum saat er zu ihr: .Wenn ich am Heiligabend nicht noch die Windschuhscheibe für bas Auto hätte holen müssen, wäre ich auch in dem Zuge gewesen •
Das 30 Opfer feffgesteXt
Wie bie Reichsbahndirektion Erfurt mitteilt, konnte jetzt eines der drei bisher noch unbekannten Opfer des Eisenbahnunglückes von Groß-Heringen festgestellt werden. Es handelt sich um eine Frau Rosa Schmalz aus Groß-Welsbach im Kreise Langensalza, deren Mann sich ebenfalls unter den Toten befindet. Don den bisher ermittelten 32 tödlich Verunglückten (nicht 33, wie es ursprünglich hieß) sind damit 30 namentlich festgestellt. Noch unbekannt sind bie Leichen zweier Frauen im Alter von 40 bzw. 65 Jahren.
ei.
fQmer !"? uni ineöens nÄ Die ifICn>* ln einer fle, °'en, ab e.
Meek r deinen
Wenige Stunben nach dem Bekanntwerden des Unglücks fahre ich der Katastrophenstatte entgegen. Halle, Naumburg ziehen vorüber. Dann ist die Ünal ü ck s st ä 11 e erreicht. Ganz langsam gleitet per Zug vorbei — man starrt hinaus. Dicht am Bahndamm Trümmer, die sich im Dunkel der Nacht verlieren, ein paar Arbeiter im Schein von Fackeln ■ bei Aufräumungsarbeiten; bas leichte hanbgelander der schmalen Brücke ist zerrissen; mitten auf der Brücke brennt ein Feuer, von zmei Beamten be- wacht. Dort unten arbeiten wohl die P i o n i ere a u s R i e s a. Ein schmales, dunkles Band, krümmt sich die Saale in der Tiefe. Vorüber geht es an em paar zerstoßenen Wagen, am schwersten getroffen .ein Wagen zweiter Klasse, z u f a m m e n g e bir u cf t w i e eine Harmonika. Die Unglucksstatte ist in weiten Bogen ab gesperrt SS. und Polizei bilden den Kordon, der den Rettern und Helfern die nötige Bewegungsfreiheit für ihre Arbeit Jidjern soll Aber er ist kaum nötig. Man hort mehr den ßärmber Mrbeit, denn daß man 'hren Fortgang sehen kann. Gegen Morgen kommt Ablösung Für Die Pioniere. .
Noch immer brennt das Feuer auf der Brücke. Aber seine leuchtende Kraft wird schwacher gegen den aufdämmernden Morgen. Es dauert wohl eine Stunde, bevor man das Bild ganz erfassen kann.
*
Wie ein großes S krümmt sich die Saale schmal aber mit starker Strömung tn die Landschaft. Heber den oberen Bogen dieses S geht die schmale steinerne Brücke, auf der das Unglück ge» chah. Vier Pontons sind in den Fluß gebracht Mit ihrer Hilfe suchen die Pioniere die Saale nach den letzten Opfern ab, bergen sie bie letzten Trümmer ber abgestürzten Wagen. Auf bem Bahndamm links von ber Brücke liegen bie zusammen- aetragenen Trümmer ber nerungluctten und zer- störten Wagen. F a h r g e st e l l e, S i tz e, T u r e n Wandteile — alles zusammen em großer
kohlenoxybgasvergistungen In einer französischen Kirche.
Einen tragischen Verlauf nahm, wie erst jetzt bekannt wird, eine Mitternachtsmesse am heiligen Abend in der Kirche in Salins-les-Bains in der Nähe von Lyon. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, als plötzlich einer der Chorknaben, bie vor bem Altar ftanben, z u f a m m e n b r a ch. Wenige Sekunben später fiel auch ber Geistliche bewußtlos zu Boden. Während einige beherzte Männer den beiden zu Hilfe eilten, entstand unter den Kirchenbesuchern große Aufregung, die sich bis zur Panik steigerte, als auch von den Zuhörern zahlreiche Männer, Frauen und Kinder in Ohnmacht fielen. Man stellte fest, daß dem Ofen K o h - lenoxydgas entwichen war. Die Kirche wurde daraufhin sofort geräumt. Neben dem Geistlichen, der am schwersten vergiftet ist, leiden etwa zehn Kinder und Frauen an mehr oder weniger schweren Vergiftungserscheinungen.
Vier Menschen beim Skilaufen tödlich verunglückt.
Wie aus Chur gemeldet wird, verschüttete auf der Flix an der Julierstraße ein Schneerutsch drei 16- bis 18jährige Züricher Gymnasiasten, die mit anderen Kameraden Ski fuhren. Die drei Leichen wurden geborgen. — Bei Davos gerieten zwei 15- und 18jährige Brüder aus Schaffhausen beim Skifahren während eines starken Sturmes in eine Lawine, wobei der jüngere Bruder getötet wurde.
Zwei Knaben im Schnee verschüttet.
Eine bemerkenswerte Bergungsfahrt ist, wie aus ; Belfast gemeldet wird, während der Weihnachts- j feiertage von dem deutschen Schlepper „See- । falte" vollbracht worden. Im Hafen von Queens- , toron fing der Schlepper am 18. Dezember die SOS-Rufe des Londoner Frachtdampfers , „Tower Ensign“, ber mitten auf bem Norbatlantik < feine Schraube verloren hatte unb bei schwerer See hilflos trieb. „Seefalke" eilte bem Eng- länber sofort zu Hilfe unb konnte ihn nach vier Tagen, 750 Meilen von ber irischen Küste entfernt, unter den größten Schwierigkeiten in Schlepp nehmen. Nach mehrtägiger Fahrt, währenb ber bie Bergungsfahrt häufig durch schwere Stürme gefährdet war, gelang es bem beutschen Schlepper, den Dampfer in den Hafen von Belfast einzuschleppen.
Dreißig Personen bei einem Dacheinsturz verletzt.
Im Orte Cardazzo bei Stradello (Oberitalien) stürzte bei einem Tanzvergnügen plötzlich das Dach des Tanzsaales ein. Die Gebälktrümmer und Schneemassen stürzten auf die Tanzenden herab. Etwa 30 Personen erlitten Verletzungen. Einige Schwerverletz te mußten sofort ins Krankenhaus gebracht werden. Die Schneemassen, die sich auf dem Dach angehäuft hatten, und die Regengüsse scheinen den Einsturz verursacht zu haben, zumal das Gebäude schon seit längerer Zeit baufällig gewesen war.
Massenvergiftungen mit geschmuggeltem Whisky.
Berlin, 27. Dez. (DNB.) Die Reichsregierung hat die am 31. Dezember 1935 infolge Ablaufes ihrer Amtszeit aus dem Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahngesellschaft ausscheidenden Mitglieder, und zwar die Herren Georg Körner, Leiter der Reichsbetriebsgemeinschaft „Verkehr und öffentliche Betriebe", Albert P i e tz s ch, Präsident der Industrie- und Handelskammer München, Oberbürgermeister Karl Renninaer, Kurt Freiherr von Schröder, Präsident der Jndustrie- und Handelskammer Köln, Herbert Stenger, Stabsleiter des Verbindungsstabes der NSDAP., Dr.-Ing. Fritz Todt, Generalinspekteur für das deutsche Stratzenwesen, für die am 1. Januar 1936 beginnende dreijährige Amtsperiode zu Mitgliedern des Verwaltungsrates wieder ernannt. Die Neuwahl eines Vertreters der Dorzugsaktionäre im Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahngesellschaft für den verstorbenen Staats- sekretär a. D. Bergmann findet demnächst start.
M fpri*1 ibfutrf- h-w»' »
Uhr bi« 19j'
„Der Zug, mit dem ich sonst auch immer fahre
Bericht von der Großheringer Llnglücksstätte.
In Winterberg (Sauerland) ereignete sich ein : Unglücksfall, dem ein junges Menschenleben zum Opfer fiel. Die beiden etwa 12 Jahre alten Schüler Robert Schö11ler und Fritz Abel aus Winterberg übten an einem Schneeabhang das sogenannte Lawinenspringen. Die mächtige Schneewehe geriet plötzlich ins Rutschen, zog die beiden Knaben in die Tiefe und verschüttete sie. Der eine der beiden Jungen hatte noch die Kraft, sich an die Oberfläche zu arbeiten, wo er völlig erschöpft liegen blieb, während Schöttler von den Schneemassen begraben wurde. Vorüberkommende Wintersportler entdeckten den bereits bewußtlosen Abel. Sie benachrichtigten die Sanitätsstation, die den Jungen bergen konnte. Erst gegen Abend bemerkte man bas Fehlen bes zweiten Knaben. Man begab sich sofort auf bie Suche, boch konnte er aus den Schneemassen nur als Leiche geborgen werden.
Föhnreetter in den Bergen.
Aus den bayerischen und Allgäuer Bergen wird gemeldet, daß der. F ö h n während der Weihnachtsfeiertage dem Schnee arg zugesetzt hat. Mit der ersten Stunde bes ersten Weihnachtsfeiertages setzte ber Südwinb so heftig ein, baß sich in vielen Talorten am zweiten Feiertag bereits bas verblaßte Grün ber Wiesen zeigte und mancher, der mit den Brettern gekommen war, seine Hoffnungen buchstäblich verrinnen sah. Ja, es hat sogar Leute gegeben, die statt der Skitour nur mit den Stöcken allein zu einer Bergwanderung aufbrachen. Auch in Innsbruck und Umgebung herrschte während der Weihnachtsfeiertage ein ausgesprochenes Föhnwetter. Die Temperaturen erreichten 15 Grad Celsius.
Schweres Unreeller in Spanien fordert
18 Todesopfer.
Aus Nord- und Westspanien werden orkanartige Stürme und starke Regenfälle gemeldet. Die Flüsse Guadiana und Tromes sind um drei Meter gestiegen und überschwemmen das Land bei Badajoz und Salamanca. Brücken- e i n ft ü r g e und Unterspülungen von Häusern haben bisher 14 Todesopfer gefordert. Der Sachschaden ist außerordentlich groß. Teilweise wurden auch Friedhöfe von der Flut aufgewühlt, so daß die Leichen im Wasser schwammen. Der । Schnellzug Madrid—Badajoz entgleiste infolge , Erdrutsches. Mehrere Personen wurden leicht ver- ; letzt. In der Provinz Caceres stürzte eine Brücke , über den Fluß Tiertar ein, als gerade ein mit vier t Personen besetzter Kraftwagen darüberfuhr. Die Jn- . fassen ertranken. Auch in der Meerenge von i Gibraltar herrscht heftiger Sturm, der die Postver- . binbung nach Ceuta laymlegt.
Ein Schlafwagenschaffner schweizerischer Staatsangehörigkeit uno zwei österreichische Staatsbürger wurden in Mailand wegen Devisenschmuggels verhaftet. Der Schaffner hatte einen Betrag von 200 000 Lire in Banknoten im Schlafwagen versteckt und über die Grenze zu schmuggeln versucht. Bei einem der beiden Mittäter fand man über 100 000 Lire in Banknoten und 200 Stück Wertpapiere. Die Täter wurden zu Geldstrafen in höhe der beschlagnahmten Summen verurteilt und des Landes verwiesen. Einer der drei Devisenschmuggler hat sich außerdem wegen des Besitzes eines falschen Passes zu verantworten.
35 000 Mark veruntreut.
Ein Angestellter bei der Kreissparkasse in Koblenz hatte es dieser Tage durch äußerst geschickte Machenschaften verstanden, sich 35 000 Mark anzueignen. Durch die ständig durchgeführten schar- fen Kontrollmaßnahmen wurden die Verfehlungen aber bereits wenig später festgestellt. Der Kriminalpolizei gelang es, nach wenigen Stunden den Täter zu ermitteln und festzunehmen. Nach stundenlangem Kreuzverhör mußte er schließlich unter dem Druck des Beweismaterials sein hartnäckiges Leugnen aufgeben. Er hat bann ein volles Gestänbnis abgelegt. Die bereits nach verschiebenen Richtungen verschobenen 35 000 Mark sind restlos wieder herbeigeschafft.
Schwere Zusammenstöße zwischen Hindus und Mohammedanern in Kalkutta.
In Kalkutta kam es im Defchabandu-Park zu schweren religiösen Zusammenstößen zwischen Hindus und Mohamedanern. Zwei Personen wurden getötet und 15 schwer verletzt. Die Gegner benutzten Stöcke und schwere Steine als Waffen. Ein großes Polizeiaufgebot mußte eingesetzt werden, um die Ordnung wieder herzustellen.
Doppelmord im Armenhaus.
Groß-Heringen, im Dezember.
Als am Weihnachtsabend in ber 3e'*
19 unb 20 Uhr in Kösen, Bab Sulza, Großheringen unb allen Orten ber Umgebung bie Sirenen Alarm brüllten, bie Feuerhorner erklangen, gab es keinen Branb burch einen Weihnachtsbaum. Don Iben Sammelplätzen aus sprang em Gerücht durch •bie schneevermummten,. winkligen unb bergigen Straßen ber Orte: Eisenbahnunglück an iber Saale brü cf e in Groß-Heringen. Da ist es mit ber Weihnachtsstimmung vorbei, jetzt gilt es, httfe bringen, Menschenpflicht erfüllen, helfen, ret- ten, so viel möglich ist. .
Die Hilfszuge ber Eisenbahn eilen herbei, aus Naumburg unb Weißenfels, aus Weimar und Erfurt. Militär roirt) mobilisiert, ber Arbeitsbienst
«4 offen.
.out IVj
>r AS '# in'Kj ««' ■r i6;V n,s% «’J Inn« # gilt
In Aliquippa (Pennsylvanien) erkrankten zahlreiche Personen nach bem Genuß von soaenann- tem „Mondschein-Whisky", den sie bei Weihnachtsfeiern zu sich genommen hatten. Bisher sind sechs Personen gestorben. Das Befinden von mehreren weiteren Erkrankten ist sehr ernst.
Amerikanische Flugzeuge bekämpfen einen Lavastrom.
Zwölf amerikanische heeresflugzeuge haben den Auftrag erhalten, auf den von dem Vulkan Mauna Loa herabfließenden Lavastrom, der nur noch sechs Kilometer vom Wasserwerk der Stadt hilo (hawai) entfernt ist, Bomben abzuwerfen, um dadurch den Lavamassen eine andere Richtung zu geben. Falls der Bombenabwurf erfolglos fein sollte, werden 50 heeresingenieure versuchen, den Laoastrom durch Dynamitsprengungen in Richtung auf das Meer abzulenken. Die Lava, den seit einigen Tagen in ständigem Vordringen begriffen ist, hat bereits große Gebiete von Weideland und Waldungen vernichtet. Nach einer ergänzenden Meldung hat eines der Flugzeuge zehn 600-Pfund- Bomben auf die Spitze des Lavastromes abgewor- fen, dessen zischende und tosende Feuerzunge in einer Breite von etwa 70 Meter auf das Wasserwerk der Stadt hilo vordringt. Die anderen Flug- zeuge bombardierten inzwischen aus großer höhe den Krater des Mauna Loa, der seit dem 21. No- oomber fortgesetzt große Lavamassen ausstößt. Man will versuchen, durch die Bombenabwürfe den
Von unserem Sonderberichterstatter.
Wie die Reichsbahnbirektion werter mitteilt, werben nach bei ber Kriminalpolizei in Groß-Heringen eingegangenen Mitteilungen noch sieben Per- onen von ihren Angehörigen vermißt.
Aufopfernde Tätigkeit der Pioniere.
Entgegen ben zuerst auftauchenben Vermutungen stellte sich halb heraus, daß kein W a gen bes Personenzuges in bie Saale gestürzt war, aber erhebliche Wagenteile, bie auch Menschen mit in ben Fluß hineinrissen. Durch ben Zusammenstoß hatten sich die Oberteile der Wagen auf der Brücke xum Teil gelöst, die Türen waren aufgesprungen, so daß Menschen und Oberteile von Wagen in den Fluß geschleudert wurden. Binnen kurzem gelang es ber aufopfernben Arbeit bex Pioniere, aus ber etwa brei Meter tiefen eiskalten Saale mehrere Leichen zu bergen. Diese Arbeiten wurden mit allen technischen Hilfsmitteln, z. B. auch durch das Ziehen von Netzen, vorgenommen. Dank des Einsatzes der Pioniere ist es gelungen, daß gerade an dieser so besonders schwierigen Unglücksstätte die Leichen sehr schnell aus den Fluten der Saale geborgen werden konnten.
Ueberführung der Opfer nach Apolda.
In dem stillen Kirchlein in Unter-Neusulza, vor dem ein Doppelposten der SS. die Ehrenwache für die dort aufgebahrten Opfer des Eisenbahnunglücks hält, standen 15 Särge, jeder mit dem Namen des barin Ruhenben versehen und mit einem Kranz geschmückt. Am Freitagabend hielten große Lastwagen, mit schwarzem Tuch verhängt, vor ber Kirche unb vor bem Leichenhaus bes Frieb- hofs, wo weitere 13 Tote aufgebahrt waren, um bie sterblichen Ueberrefte ber Opfer nach Apolba zu bringen. Die Bevölkerung ber Ortschaften, burch bie sich ber Trauerzug bewegte, bilbete mit Fackeln Spalier. So fuhren bie zehn Wagen ' bis an bie Stabtgrenze von Apolba, wo bie Trauer- 1 feier ftattfinbet. Ueberall sink bie Flaggen auf ' halbmast gesetzt. Vor bem Eingang zur horst-
Wetterbericht
des Relchsreetterbienstes. Ausgabeort Frankfurt
Die Großwetterlage befindet sich in einer neuerlichen Umgestaltung. Der bisher bei Irland liegende Tiefdruckwirbel hat -sich ostwärts in Bewegung ge- setzt und damit noch einmal die Zufuhr feucht-warmer Meeresluft auf das Festland verstärkt. Don seiner Rückseite her bringt aber jetzt etwas kühlere Meeresluft nach, so baß vor allem roieber in ber höhe mit Abkühlung zu rechnen ist. Die Unbestän- digkeit ber Witterung bleibt jeboch vorerst noch erhalten, ebenso werben bie Temperaturen noch über bem jahreszeitlichen Durchschnitt liegen.
Aussichten für Sonntag: Veränderliche Bewölkung mit wieberholt teilweise schauerartigen Nieberschlägen (auch im Gebirge zunächst noch Regen) bei lebhafteren von West brehenben Winben Abkühlung, doch für die Jahreszeit noch immer zu
Lufttemperaturen am 27. Dezember: mittags 6,8 Grad Celsius, abends 6 Grad: am 28. Dezember: morgens 1 Grad. Maximum 7,2 Grad, Minimum — 0.2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. Dezember: abends 0,1 Grad; am 28. Dezember: morgens 0 Grad Celsius.. — Sonnenscheindauer 2,2 Stunden.
Wintersportnachrichten.
Rhön : Wasserkuppe: Bewölkt, + 3 Orab, 15 cm Gesamtschneehöhe, Pappschnee, Ski unb Röbel stellenweise möglich.
Hauptschriftleiter: Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friebrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. 2).21. XI. 35: 11030. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Stein- bruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf* mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom L Juni 1935 gültig


