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hin kreuzten wir in der Nähe von Pernambuco. Wir hatten ständige Funkverbindung mit Pernambuco. Die Nachrichten, die wir von dort erhielten, ließen deutlich erkennen, daß sich die Unruhen und die Kämpfe hauptsächlich in her Nähe d e s Luftschis splatz es abspielten und spätestens bis Ende der Woche in sich zusammen­brechen würden. Solange hatten wir Zeit, vor allem schon deshalb, weil das Wetter fort­dauernd ausgezeichnet war.

Neuer Rekord:

419 Stunden in der Lust.

Auf feiner 500. Fahrt stellte das LuftschiffGraf Zeppelin" unfreiwillig einen neuen Dauerrekord für das Luftschiff auf. Infolge der Unruhen in Brasilien mußte das Luftschiff von Montag früh bis Mittwoch nachmittag vor der brasilianischen Küste kreuzen. Am Mittwoch um 17 Uhr Rio-Zeit (21 Uhr MEZ.) wird es endlich in Pernambuco landen können. Es wird damit etwa 119 Stunden in der Luft geblie­ben fein. Damit ist der bisherige Dauer- r e k o r d des Luftschiffes, den es auf feiner ersten Fahrt nach Nordamerika vom 11. bis 15. Oktober 1928 mit 111 Stunden 44 Minuten aufstellte, um rund 7 Stunden überboten worden. Auch die Fshrtdauer auf der bisher längsten Strecke des Graf Zeppelin" nach Tokio aufseinerWelt- reise wurde um rund 17 Stunden ge­schlagen. Damals brauchte das Luftschiff für diese 11 300 Kilometer lange Strecke nur 101 Stun­den 49 Minuten.

Schwierigkeiten in Griechenland.

Um die Begnadigung der Führer der Revolution.

A t h e n, 27. Nov. (DNB.) Der K ö n i g hat zwei Erlasse unterzeichnet, mit denen aus politischen Gründen verurteilten Personen eine allge­meine Begnadigung bewilligt wird. Durch den zweiten Erlaß wird eine Begnadigung für Angehörige des Heeres ausgesprochen. Die beschlagnahmten Vermögen sollen nicht zu­rückerstattet werden. Nach den Bestimmungen des Erlasses dürfte auch für Veniselos und General P l a st i r a s die Möglichkeit bestehen, nach Griechenland zurückzukehren. Nach der Ent­scheidung des Königs über die politische Amnestie versammelte sich der Ministerrat, um die politische Lage zu prüfen. Der I u st i z m l n l st e r verließ während der Besprechung die Sitzung, was dahin ausgelegt wird, daß er sich mit dem Kabinett nicht in Ueberein st im­mun g befinde. Die Führer der republikanischen Partei Sophulis und Kaphandaris, die vom König eingeladen worden waren, ihm ihre Meinung über die politische Lage auseinanderzu­setzen, haben ihr Erscheinen verweigert.

Da sich in der Ministerratssitzung Meinungs­verschiedenheiten über die vom König ge­wünschte Amnestie ergaben, namentlich soweit diese sich auch auf die Führer der Revolution erstrecken sollte, hat sich Ministerpräsident Kon- dylis erneut zum König begeben. Da die Regierung bereits ihren Rücktritt emgereicht hatte, will sie die Verantwortung für eine allge­meine Amnestie nicht übernehmen, sondern dies einer neu z u bildenden Regierung überlassen.

Eine Unterredung mit dem König hatte der ehemalige Ministerpräsident Tsaldaris; sie dauerte nahezu zwei Stunden. Beim Verlassen des Schlosses erklärte Tsaldaris, daß er dem König seine Auffassung von der politischen Lage ausein­andergesetzt habe. Er habe ihm nahegelegt, die neue Regierung aus den Mehrheitsparteien der Nationalversammlung zu bilden. Er habe ferner dem König abgeraten, die Na­tionalversammlung auf^ulösen, die die Aufgabe habe, die Verfassung aus dem Jahre 1911 einer Revision zu unterziehen. Er habe dem König erklärt, es würde ihm zur Ehre gereichen, wenn er mit der Regierungsbil­dung betraut werden würde. Er würde feine Auf­gabe in einem Ausgleich der politischen Strömungen des Landes sehen. König Georg II. überreichte Tsaldaris die Insignien des Groh- kreuzes des Erlöser-Ordens.

Amnestie in Danzia

Danzig, 27. Nov. (DNB.) Nach dreimonatiger Pause trat der Danziger Volkstag zusam­men. Auf der Tagesordnung stand ein Gesetzent- entwurf über Gewährung von Straffrei­heit, der mit den Stimmen der NSDAP., der KPD. und der Polen angenommen wurde. Nach dem Gesetz werden noch nicht vollstreckte Geld­strafen bis zu 600 Gulden und Freiheitsstrafen bis zu 4 Monaten erlassen. Anhängige Verfahren wer­den eingestellt, wenn keine höhere Strafe zu er­warten ift. Disziplinarverfahren werden eingestellt, wenn sie wegen politischer Verfehlungen eingeleitet sind.

Senatspräsident Greiser hob hervor, daß die Oppositionsparteien seiner Aufforderung zur Mitarbeit nicht Folge geleistet haben. Ich muß es also, so fuhr Greiser fort, wohl ober übel aufgeben, meine Bitte um sachliche Kritik und Mitarbeit zu wiederholen. Bevor ich den Bruch ganz dann aber in jeder Folgerichtigkeit rück­sichtslos vollziehe, will ich noch einmal die Möglichkeit einer Annäherung versuchen. Die Platt­form dafür hat die Amnestie abgegeben. Der Senat hat damit seinen Willen bekundet, das poli­tische Leben Danzigs einer Befriedung entgegen« zuführen. Diese Geste ist aber der Ausdruck innerer Stärke, welche alle aufbauwilligen Elemente an den Staat heran- und in das Volk zurückführen will.

Der Senatsprasident erwähnte dann, daß von rund 5800 Pensionären bis jetzt entfpre^ chend der Aufforderung des Senats ein Drittel ihren Wohnsitz nach Deutschland ver­legt haben. Don den Arbeitern hätten heute bereits mehrere Tausend in Deutschland Arbeit und Brot gefunden. Die Danziger Landespolizei habe im Rahmen des Spar­samkeitsprogramms aufgelöst werden müssen. Die vorhandenen Beamten und Angestellten seien anderweitig untergebracht.

Der Senatspräsident kam dann auf das Urteil des Danziger Obergerichts zu sprechen, das die Dolkstagswahl vom April d. I. für gültig erklärt hat. Ich weiß, daß man versucht, den Völkerbund gegen dieses Urteil einzuspannen. Par­teiführer, die so etwas fertigbekommen, stellen sich außerhalb der deutschen Volksgemeinschaft. Mir ist berichtet worden, daß der Vertreter des Völkerbun­des in Danzig von sich aus diese Wünsche der un­deutschen Opposition sich zu eigen gemacht hätte, um den Völkerbund entsprechend zu beein­flussen und zu einer Beschlußfassung zu bringen.

Die Ursache der Abtrennung Danzigs vom Mutter­lande, der neu geschaffenen Republik Polen einen reien Zugang zum Meere zu gewähr­leisten, wird heute vom deutschen Volke und auch von der Freien Stadt Danzig aus freien Stücken als politisches Gesetz geachtet. Damit ist die Erörterung über den Bestand und die Entwicklung dieses abgetrennten Gebietes nicht mehr allein das Vorrecht der Genfer Einrichtungen, und wenn es so wäre, hätte das Wort von der Selbstbestimmung der Völker kein Recht. Das einmal für kurze Zeit ge­

trübte freundschaftliche Verhältnis zwi­schen Danzig und Polen ist zur Befriedigung des Senats wiederhergestellt. Wir freuen uns auch besonders, daß unser Mutterland, Deutsch­land, mit unserem Nachbarstaat Polen seine Be­ziehungen auf der gleichen freundschaftlichen Grund­lage unterhält. Die wirtschaftliche und völkische Auf­wärtsentwicklung in unserem Mutterlande gibt uns den seelischen Halt, um unser hartes Schicksal hier zu meistern.

König Georgs Ankunst in Athen.

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Erste Originalaufnahme von der Ankunft König Georgs II. von Griechenland in Athen. Frauen und Mädchen winken ihm mit Palmenzweigen entgegen. Rechts: Der König im Auto während der Fahrt durch Athen. (Presse-Illustration Hoffmann. Scherl-Bilderdienst-M.)

Abessinien meldet Rückzug der Italiener und Wiederbesehung Makalles.

Addis Abeba, 27. Nov. (DNB.) Die an der Südfront erneut einsetzende starke italienische Flie­gertätigkeit und Vorstöße der Flieger bis Jagabur mit vielen Bombenabwürfen werden hier als Tar - nungsmanöoer für den Rückzug der Italiener bezeichnet. Man erklärt, daß in Ge- ralta und Ternbien die italienischen Truppen u n - ter starkem abessinischem Druck zu­rückgingen. Auch aus Makalle sei in der vergangenen Nacht die italienische Be­satzung von 1200 Mann abgezogen und schlage sich nun in dauernden Gefechten auf die Rückzugsstraße in Richtung Adigrat durch. Ebenso sollen auch andere italienische Posten, die bis zur gleichen Höhe vorgeschoben gewesen seien, sich zum Rückzug bereitmachen.

Wie die hier ausgegebenen Berichte weiter be­sagen, drückten die abessinischen Truppen dem zu­rückgehenden Gegner hart nach. In den Morgen­stunden des Mittwoch sei Makalle wieder besetzt worden. Man behauptet hier, daß im italienischen Generalstab Verwirrung herrsche. Ein gefangener Offizier habe ausgesagt, daß in militä­rischen Kreisen in Erythräa die Taktik, durch Einzelvorstöße Prestigegewinne zu machen, verurteilt werde, da diese nur unter schwe­ren Opfern erkauft würden. Die Zahl der Ueberläufer aus den Reihen der Italiener an der Nordfront soll sich wieder häufen. Ein Sam- baschi-Offizier von einer Eingeborenen-Abteilung der Italiener habe sich mit seinem ganzen Zuge und zwei Maschinengewehren bei der Armee des Ras Seyoums gemeldet. Ebenso berichteten andere abessinische Armeeführer von ständig eintreffenden bewaffneten lleberläufern.

Rom dementiert.

Rom, 27. Nov. (DNB.) Die von Addis Abeba aus verbreiteten Meldungen über erfolgreiche Kämpfe der abessinischen Truppen und die Wieder­besetzung von Gorrahai, Ual-Ual und Makalle wer­den von amtlicher italienischer Seite als g e g e n = st a n d s l o s e Erfindungen dementiert. Das Propagandaministerium gibt Mittwochnachmit­tag folgendes Telegramm Marschall de Bo­nos bekannt.An der Front des 1. Armee­korps haben unsere von Dolo aufgebrochenen Abtei­lungen Dörfer des Amentilla und Se­ch et besetzt und damit die äußerste Grenze der Hochebene von Galla Uttgerat erreicht. Das Ery - t h r ä a - A r m e e k o r p s hat die für die Einnahme des T e m b i e n notwendigen Operationen fortge­setzt. Die Flugwaffe unternahm zahlreiche Er­kundungsflüge in der Nähe des Afchiangi-Sees."

Die vor acht Tagen angekündigte Beurlau­bung von 100000 Mann ist einstweilen wieder aufgehoben worden. Zur Begrün- bung dieser Maßnahme wird auf die allge­meine politische Lage und auf die Unruhe verwiesen, die durch die Möglichkeit einer weite­ren Verschärfung der Sanktionsmaß­nahmen, vor allem durch Verhängung der Pe­troleumssperre, überall zu beobachten fei. Diese internationale Lage habe die italienische Regierung auch veranlaßt, einige nicht näher umschriebene Truppenbewegungen vornehmen zu lassen. Auch die freundschaftlichen Erklärungen Lavals haben an der Beurteilung der Lage keine wesentliche Aenderung Hervorrufen können.

Wie wird Italien ans eine Oelsperre reagieren?

Englisches Rätselraten über die in Rom angekündigtenTruppenbewßgungen"

London, 28. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die Nachrichten aus Rom, daßg e w i s s e T r u p p e n- beroegungen" angeorbnet worben finb, unb baß ber dreimonatige Urlaub aufgehoben worden ist, werden in der Londoner Presse a l s warnender Hinweis Italiens an die Welt betrachtet, daß die vorgeschlagene Sperre gegen Benzin- unb sonstige Rohstofflieferungen sehr e r n ft beurteilt werben würbe. Ob bei dem Hinweis auf die Truppenbewegungen an die ägyptische Grenze Libyens ober an bie Norbgrenze Italiens gebacht worben ist, wirb als unklar bezeichnet. In einer Melbung ber M o r n i n g P o st" aus Rom ist von ber Möglich­keit bie Rebe, baß bie von ber französisch- italienischenGrenze zurückgezogenen italienischen Truppen wieber börthin ge- s a n b t werben würben.

Der Berichterstatter berTime s" in Rom sagt, ber Durchschnittsitaliener erblicke in einer Benzin­sperre eine feinbfeiige Hanblung mili­tärischer Art, bie Italien zu militärischen Vergeltungsmaßnahmen berechtigen würbe. Er sei entrüstet über bie in Aussicht stehenbe neue Sühnemaßnahme, bie zu einem vorzeitigen Abbrechen bes militärischen Vorgehens in Abes­sinien zwingen könnte. Man höre immer häufiger Aeußerungen wie bie folgenbe:Wenn wir fallen müssen, bann wollen wir wenigstens anbere mit uns reiße n".

Reuter melbet aus Rom- Man glaubt, baß bie italienische Regierung bie Frage ber Entsen­dung weiterer Truppen nach Libyen geprüft habe. Es ist von zwei Divisionen in einer Stärke von 34 000 Mann die Rede gewesen. Es wird aber angenommen, daß die Besserung der Lage, die auf den Aufschub ber Zusammenkunft bes Achtzehner-Ausschusses bes Völkerbunbes zurückzu­führen fei, ber italienischen Regierung Veranlassung gegeben habe, biefen Schritt zurückzustellen. Eine amtliche Bestätigung liegt nicht vor.

In einem Brief an dieTimes" unterstützt Lord Cecil den Vorschlag einer Ausdehnung der

Sühnemaßnahmen auf Oellieferun- g e n an Italien. Anknüpfend an die Rundfunk­rede Lavals erklärt er, auch er fei der Meinung, daß Zusammenarbeit zwischen Eng­land und Frankreich von größter Wichtig­keit für den Frieden sei. Indessen finde er es schwierig, die französische Politik zu verstehen. Frankreich habe während der letzten Monate in England zweifellos ungeheuer an Boden verloren. Wenn man oorgebe, den Völkerbund zu unter ft üt^en unb gleichzeitig ber italienischen Regierung versichere, baß Frankreich bas Wirksam­werben bes Druckes bes Völkerbunbes verhin - b e r n werbe, so sei bies bie Art vonüberschlauer" Politik, bie gewöhnlich mit einer nicht wieber gut zu rnachenben Katastrophe enbe.

Englische Rückfrage in Paris.

Der Beistand im Mittelmeer.

P a r i s, 28. Nov. (DNB. Funkspruch.) Eine U n - terrebung Lavals mit b e m britischen Botschafter in Paris hat sich nach Ansicht ber großen Nachrichtenblätter auf zwei Fragen be­zogen: Einmal auf bas Ausfuhrverbot von Erböl für Italien bzw. bie Festlegung eines Zeitpunktes für b e n Zusammentritt bes Achtzehner - Ausschusses unb zweitens auf bie Frage ber französischen Unter st ützung der britischen Flotte im Mittelmeer. Oeuvre" schreibt: Das Foreign Office scheine ben italienischen Drohungen Rechnung zu tragen, unb wünsche von Frankreich eine klare Stellungnahme in ber Frage bes Beistanbes für bie englische Flotte im Mittelmeer, falls biefe an­gegriffen werben sollte. Die englische Negierung rechne bestimmt bamit, baß Laval eine 3 u ft i m » menbe Antwort erteile, zumal Frankreich ge- rabe in ber Petroleumfrage keine eigenen 3n» t e r e ff e n habe, ba es roeber Petroleum ausführe noch erzeuge. In Lonbon verfolge man sehr auf­merksam bie letzten Ereignisse in Abessinien, bie auf gewisse Schwierigkeiten ber italieni­

schen Truppen schließen ließen. Die britische Regie- runa habe beshald auch ihren Sachverstanbigen Peterson, ber sich seit einigen Tagen in Paris aufhält, um mit den zuständigen französischen Stellen eine Derhandlungsgrundlage für die friedliche Bei­legung des italienisch-abessinischen Streitfalles zu suchen, Anweisung gegeben, s i ch nicht zu über­eilen, weil die Aufstellung dieses Programms we­sentlich von dem Erfolg oderMiß erfolg der beiden kriegsührenden Länder ckbhänge.

Amerika drangt aus Oelsperre.

London, 28. Nov. (DNB. Funkspr.)Mor- ning Post" schreibt, es verlaute, daß die Sitzung des Achtzehner-Ausschusses wahrscheinlich näch - st e Woche stattfinden werde und daß gute Aus­sicht auf eine Oelsperre bestehe. Diese plötz­liche Aenderung des Programms scheine auf das (Eingreifen ber Vereinigten Staaten zurückzuführen zu sein. Die amerikanische Regie­rung habe bereits Schritte zur Mitarbeit bei ber Oelsperre getan. Die Nachricht von bem Aufschub ber Maßnahme habe in Amerika großen Aerger verursacht. Anscheinenb habe ber amerikanische Ge­schäftsträger am Montag bem britischen Außenmi­nister Hoare gegenüber diese Mißstimmung zum Ausbruck gebracht.

Die Krisis in China.

Rücktrittsgesuche führender Mitglieder der Nanking-Regierung.

Nanking, 27. Nov. (DNB.) Der Leiter bt Reichsoollzugsamtes Wangtschingwei, bu Leiter des Reichsprüfungsamtes T a o s ch i t a o und der Leiter des Reichsjustizamtes haben ihre Rücktrittsgesuche eingereicht. Die Entschei­dung hängt von den Beschlüssen der Regierung unb bes am 1. Dezember zusammentretenden neuen Vollzugsausschusses bes Kuomintang ab. Hierbei bürste auch bie Frage eines Eintritts von Vertretern Sübchinas (Kantons) in bie Regierung eine Rolle spielen.

Die japanischen Truppen haben bie ge famte Bahn st recke Schanhaikwan Tiensin Peiping besetzt. Der Bahnver­kehr auf ber Strecke Tientsin-Pukau ist unterbro­chen. Zwischen Tientsin unb Tsinanfu haben bie Japaner einen Pendelverkehr zugelassen, ganz so wie auf ber Strecke PeipingHankau. Der Gou­verneur ber Provinz Hopei Schangchen hat Yinyukeng entlassen unb seine Verhaf­tung angeorbnet. Das bisher in Tungschau sta­tionierte Regiment 29 ist zurückgezogen wor­den. Des weiteren hat bie Auflösung bes Peipinger Militärrates begonnen.

Regelung der Arbeitszeit zu Weihnachten.

Berlin, 27. Nov. Der Reichs-,unb Preußische Arbeitsminister unb ber Reichs- unb Preu- ßische Wirtschaftsmini st er teilen mit:

Die Lage ber Weihnachtsfeiertage unb des Jah­resendes bringt es mit sich, daß viele Betriebe die Arbeit in der Weihnachtswoche ganz oder teil­weise ausfallen lassen. Um dem dadurch ent­stehenden Verdien st ausfall der Beschäf­tigten zu begegnen, hat ber Reichs- unb Preu­ßische Arbeitsminister für bas Land Preußen unb für bas ©aarlanb genehmigt, baß bie in ber Zeit vom 23. bis 31. Dezember b. I. etwa ausfallenben werktäglichen A r - beitsftunben unb ein weiterer Arbeitstag als Ersatz für ben burch bie Weihnachtsfeiertage ein- tretenben Verbienstausfall in den Monaten Dezem­ber 1935 und Januar 1936 vorgearbeitet ober na d) geholt werden dürfen. Der Reichs- unb Preußische Wirtschaftsminister hat bie gleiche Regelung für bie gesamte Faserstoffin- b u ft r i e genehmigt. Voraussetzung ist, baß nicht in anderer Weise für Ersatz bes entstehenden Verbienstausfalles gesorgt ist. Unter ber gleichen Voraussetzung barf bei einer regelmäßigen wöchent­lichen Arbeitszeit von nur 30 Stunden ober weni­ger ein weiterer Slrbeitstag vor- ober nachgearbeitet werben. Eine gesetzliche Ver- p f i d) t u n g zur Zahlung eines Mehrarbeits­zuschlages für bie burch bie Ausnahmeregelung herbeigeführte Verschiebung der Arbeitszeit besteht nicht. Die übrigen Landesregierun­gen sind ersucht worben, für ihr Gebiet d i e gleiche Regelung zu treffen.

Tagung des Verwaltungsrates der Reichsbahn.

Der Verwaltungsrat ber Reichsbahn beriet die Finanzlage ber Reichsbahn. Die Einnahmen aus bem Personen- unb Gepäckverkehr entsprechen ben Schätzungen, bie Einnahmen aus bem Güterverkehr finb hinter ben Erwartun­gen zurückgeblieben. Die Reichsbahn-Hauptverwal­tung würbe ermächtigt, bie am 2. Januar 1936 fäl­lige Abschlagszahlung auf bie Vorzugsbivibenbe von 3,5 v. H. zu leisten. Der Derwaltungsrat erhielt Aufschluß über ben Geschäftsabschluß ber Hausbank ber Reichsbahn, ber Deutschen Verkehrs- krebitbank, unb nahm mit Interesse von bem Stanb ber Arbeiten zur Verwaltungsver­einfachung Kenntnis, bie ber Finanzlage Rech­nung zu tragen haben.

Der Reichskriegsminister in Dortmund.

Der Reichskriegsminister Generaloberst v. Blom­berg traf mit ber großen Junkersmaschine ber LufthansaGeneral Göring" auf bem Dortmunber Flughafen ein. Nach kurzer Begrüßung burch ben Kommanbierenben General bes Wehrkreises West, Generalleutnant Kluge, ben Befehlshaber im Luftkreis IV, General ber Flieger Halm, bem Gtanbortälteften ber Wehrmacht, Generalmajor Kühne, unb anberer Offiziere traf ber Reichs­kriegsminister im Kraftwagen bie Fahrt nach Iserlohn unb Lübenscheid zur Besichtigung ber bortigen Stanborte an. Am Donnerstag besich­tigt ber Reichskriegsminister bie Stanborte Hamm, Soest unb Arnsberg. Der Besuch bes Stand­ortes Dortmund erfolgt am Freitag.

Der 60. Geburtstag des Reichsschahmeisters.

Wie bie NSK. melbet, fanb auf Einlabung des Fügers in seiner Wohnung in der Reichskanzlei eine schlichte Geburtstagsfeier für Reichs- schatzmeister Schwarz statt, an ber außer ber Familie des Reichsschatzmeisters auch zahlreiche Parteigenossen mit ihren Frauen teilnahmen. Reichsschatzmeister Schwarz, ber währenb seines Geburtstages in ber Reichshauptstabt weilte, erhielt zahlreiche Geburtstagsgrüße unb -glückwünsche von führenben Persönlichkeiten ber Bewegung unb bes Staates. Der F ührer überfanbte fein Bild mit eigenhändiger SBibmung. Auch von zahlreichen Ortsgruppen unb Stabtgemeinben waren Glückwünsche eingegangen.