Mannschaften — sofern sie notwendig erscheint — bleibt nicht viel zu sagen. Es gäbe keine überdurchschnittliche Leistung. Einzelne Spieler auf beiden Seiten setzten sich stark ein. Zu ihnen zählen Zei- ler und Heilmann (1900), sowie Leutheuser I, Knauß, Szponik und Ranft bei VfB.-Reichsbahn. Bei 1900 ließen einige Spieler die mangelnde Konzentration und den nötigen Einsatz vermissen, während sich die übrigen bemühten, ihre Pflicht zu tun.
Der Schiedsrichter W i n g e n f e l d (Fulda) hatte das Spiel jederzeit in der Hand. Seine Entscheidungen waren ernsthaft nicht anzugreifen. Die Zuschauer waren manchmal weniger um Objektivität bemüht. Aber auch das gehört zu einem Lokalkampf!
Das Felsberg-Rennen abgebrochen.
Da beim diesjährigen Felsberg-Rennen infolge des schlechten Wetters zahlreiche Stürze in den ersten Läufen vorkamen, sah sich der Führer des deutschen Kraftfahrsports, Korpsführer Hühnlein, gezwungen, das Rennen abbrechen zu lassen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte von den gestarteten Fahrern Toni B a b l (Miesbach) mit seinem
Douglas-Gespann mit 107,9 Stundenkilometer den besten Tagesdurchschnitt herausgefahren. Bei den Solomaschinen kam Fleischmann auf RSU. auf 106,6 Stundenkilometer und sein Markengefährte Steinbach auf 105,5 Stundenkilometer. Unter den Gestürzten war auch der deutsche Seitenwagenmeister Hans Schumann (Nürnberg). Erfreulicherweise verlief aber sein Sturz glimpflicher, als es zuerst den Anschein hatte.
Korpsführer Hühnlein ehrt die deutschen Meister.
Nach dem vorzeitigen Abbruch des Felsbergrennens nahm der Führer des deutschen Kraftfahrsportwesens Korpsfuhrer Hühnlein am Sonntagabend in Saarlouis die Ehrung der deutschen Motorsportmeister vor. In einer Ansprache hob Hühnlein die prächtigen Leistungen der deutschen Motorsportler hervor. Dann verlieh er die von der ONS. im Vorjahr geschaffene Meisternadel an A. Geiß (DKW.), O. Steinbach (NSU.), K. Braun (Horex) und H. Stuck (Auto-Union). Hans Winkler übernahm die Nadel seines Kameraden Schuhmann, die er ihm ins Krankenhaus mit den besten Wünschen für seine baldige Genesung überbringen wird.
Brüder Aeidel-Sieger im Gauivaldiaus.
Großer Erfolg der beiden Heuchelheimer Turner. — Kasseler Leichtathleten im Hintertreffen. — Um die Kreis-Waldlaufmeisterschast.
Dem Fachamt Leichtathletik im Kreise Gießen war für den gestrigen Sonntag die Durchführung des Waldlaufes um die Gaumeisterschaft übertragen worden. Unter der bewährten Leitung des Kreisfachamtsleiters Gg. R i ch t b e r g nahm der Wettbewerb einen glatten Verlauf. Als Starter fungierte der Trainer W. Schmidt. Für die Kontrollen auf der Strecke stellten sich uneigennützige Helfer zur Verfügung.
Am Gauwaldlauf, der gleichzeitig auch durch eine Anzahl Teilnehmer unserer engeren Heimat als Waldlauf um die Kreismeisterschaft bestritten wurde, beteiligten sich 30 Läufer, von denen 27 das Ziel passieren konnten und die 10 Kilometer lange Strecke hinter sich brachten. Kassel war stark vertreten, insbesondere CT. Kassel und Hessen-Preußen Kassel hatten ihre aussichtsreichsten Bewerber entsandt. Die SA.-Brigade 47 Kassel war auch durch vier Läufer vertreten, für die Standarte 116 Gießen starteten Rieb, Grölz, Lang und Röhl. Die Spieloereinigung 1900 lag mit vier Mann im Rennen (K o ch G., Richter, H. Peters, Linsemann). Der Turnverein Heuchelheim hatte die drei Brüder N e i d e l (Hans, Franz und Erwin) gemeldet. Ferner waren noch Läufer aus Marburg, Fulda, Mainzlar usw. am Start. Start und Ziel war der Waldsportplatz des VfB.- 'Reichsbahn Gießen.
Die 10 Kilometer lange Strecke führte die Läufer ständig durch Wald. Sämtliche Teilnehmer wurden geschlossen gestartet. Zunächst war eine halbe Runde' aus dem Sportplatz zurückzulegen, dann wurden die Läufer sofort auf die erste Schneise entlassen.
Auf der Straße nach Reiskirchen führte die Strecke bis zur 7. Schneise, an der die Läufer rechts abzubiegen und in gerader Linie dem Anneröder Weg zuzustreben hatten. Auf dem „Butterweg" war wieder bis zur ersten Schneise zurückzulaufen. Nach einer Runde auf dem Waldsportplatz mußten die Läufer den 5 Kilometer langen Weg ein zweites Mal hinter sich bringen. Den Abschluß des Laufes bildete dann eine weitere Runde auf dem Zielplatz.
Nach dem Startschuß zog. sich das Feld verhältnismäßig rasch auseinander. Bereits beim Einbiegen auf die Grünberger Straße lagen die beiden Heuchelheimer Hans und Franz N e i d e l an der Spitze, ihnen direkt angeschlossen die beiden Kasseler Walpert und Schachtler. Das übrige Feld folgte in geschlossener Gruppe in wenigen Metern Abstand, der sich aber in der Folge rasch vergrößerte.
Die beiden heimischen Turner legten anfänglich ein scharfes Tempo vor und distanzierten sich bereits in der 7. Schneise mit einigen Meter Vorsprung von Walpert. Schachtler war bereits etwa 15- Meter zurückgefallen. Mehr und mehr fiel dann auch Walpert zurück, und als die beiden Heuchelheimer den Waldfportplah zum zweiten Male verließen, betrug der Abstand bereits nahezu 200 Meter. Dabei blieb es fast während der ganzen zweiten Runde.
Erst gegen Schluß holte Walpert wieder etwas auf, den großen Vorsprung der beiden vor ihm konnte er aber nicht mehr kassieren. Im Ziel lag er etwa 150 Meter zurück.
Dor dem Start: Die Teilnehmer des Gauwaldlaufes erhalten von Trainer W. Schmidt den Verlauf der Strecke erklärt. — (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.)
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Unangefochten passierten Hans als Erster und Franz Neide! als Zweiter mit 2/io Sekunden Unterschied unangefochten das Ziel. Zeit: 35:37,6 Minuten und 35:37,8 Minuten. Der Kasseler folgte als Dritter in 36:08,8 Minuten.
Da der Turnverein Heuchelheim auch den drillen Reidel (Erwin), die drei Brüder also als Mannschaft gemeldet hatte, und Erwin sich
Die Sieger des Gauwaldlaufes: die Brüder Hans (links), Franz (rechts) und Erwin N e i d e l (Mitte), die für den Turnverein Heuchelheim starteten.
ebenfalls günstig placieren konnte, fiel auch der Mannschaftssieg an den Turnverein
Heuchelheim.
Die drei Turner haben mit diesem Sieg einen ganz großen Erfolg errungen, der um so verdienter ist, als ihnen kaum ausreichende Trainingsmöglichkeit zur Verfügung steht und sie ihre Leistung nur unter äußerstem Einsatz, bei strengster Selbstdisziplin und durch ungeheure Energie erreichen konnten.
Das übrige Feld hatte sich im Verlaufe des Wettbewerbs weit auseinander gezogen. Zwar gab es unterwegs manchen Positionskampf, an die Leistungen der Spitzengruppe reichte aber keiner heran.
Besonders erfreulich ist, daß sich die Läufer de» SA.-Standarte 116 (Grölz, Rieb und Lang hinter den routinierten Läufern der Kasseler Turn> gemeinde und der Heffen-Pr'eußen Kassel, in bei Mannschaftswertung an vierter Stelle behaupten konnten.
Die Spieloereinigung 1900 schnitt diesmal nidj so gut ab. Sie mußte sich in der Mannschaftswe^ tung des Gauwaldlaufes mit dem sechsten Platz be. gnugen, in der Bewertung für den Kreiswaldlaui mit einem fünften und sechsten Platz (Einzelwer- ' tung) und mit dem zweiten Platz in der Mannschaftswertung.
Oie Ergebnisse.
Gaumeisterschaft.
! Einzelwertung: Arbeitsdienstmann Hans j Neide! 1/222 (TV. Heuchelheim) 35:37,6 Min.; 2 i Franz Neide! (TV. Heuchelheim) 35:37,8 Min.; z \ Walpert (Hessen-Preußen Kassel) 36:08,8 Min.; \ § Schachtler (Kasseler Tgmde.) 36:51 Min.: 5. Raob (Tgmde. Fulda) 37:13,6 Min.; 6. Scheyhing (Hxi, sen-Preußen Kassel) 37:25,6 Min.; 7. Welker (gj, gerstand. 11 Marburg) 37:39,6 Min.; 8. Ries (ta, ter Tgmde.) 37:43,6 Min.; 9. Grölz (SA.-Standari- 116 Gießen) 37:44,6 Min.; 10. Bihn (Kassie Tgmde.) 37:44,6 Min.
Mannschaften: 1. TV. Heuchelheim Punkte (H. Reidel, F. Reidel, E. Reidel); 2. Kasse, ler Tgmde. 18 Punkte (Schachtler, Ries,' Bihn); z Hessen-Preußen Kassel 20 Punkte (Walpert, Schey hing, Batz); 4. SA.-Standarte 116 Gießen ft Punkte (Grölz, Rieb, Lang); 5. SA.-Standarte 83 Kassel 44 Punkte, ^Roßbach, Werner, Wenck); & Spielvgg. 1900 Gießen 45 Punkte (Gust. Koch, Px. ters, Richter).
kreismeisterfchaft.
Einzelwertung: 1. H. Reidel (TV. H^ chelheim) 35:37,6 Mm.; 2. F. Reidel (TV. Jjey. chelheim) 35:37,8 Min.; 3. Gust. Koch, (Gieha 1900) 38:13,6 Min.; 4. E. Reidel (TV. Heuchelheim 39:14,6 Min.; 5. Peters (Gießen 1900) 40:25/ Min.; 6. Richter (Gießen 1900) 41:01,6 Min.
Mannschaften: 1. TD. Heuchelheim 1 Punkte; 2. Spielvgg. 1900 Gießen 14 Punkte.
Abturnen des Turnvereins von 1846.
Wenn die Unbilden der Witterung die turnerische Kleinarbeit im Freien erschweren, dann bringt das Abturnen für alle diejenigen, die während der Hauptkampfzeit zu keinen sichtbaren Erfolgen kommen konnten, eine letzte Gelegenheit zur Auszeichnung. So herrschte gestern frisches frohes Leben in der Turnhalle am Oswaldsgarten.
Die Wettkämpfe am Vormittag.
Oberturnwart Erb rief die 140 Teilnehmer der Turnerjugend, die Schüler und Schülerinnen zu ehrlichem Wollen und friedlichem Wettkampf im Sinne Vater Jahns auf.
Mit Hilfe von 40 Kampfrichtern und Riegenführern fetzten dann die Siebenkämpfe der elf Riegen ein, die sich bis in die Mittagsstunde hinzogen. Die Kleinen waren eifrig bei der Sache und erreichten beachtliche Punktwertungen. Die Sieger wurden durch Ehrendiplome ausgezeichnet.
Schauturnen am Rachmittag.
Am Nachmittag vereinte das Schauturnen, das zusammengedrängt auf die Hebungen der aktiven Turner eine möglichst konzentrierte Uebersicht über die vielfältige Ausbildung im Verein geben sollte, zahlreiche Turner und Turnfreunde mit den Familienangehörigen in der Turnhalle. Schülerinnen eröffneten mit Barren und Ballübungen die Veranstaltung, in deren Mittelpunkt die Austragung des anläßlich des 75jährigen Stiftungsfestes von Turnerfreunden gestifteten Turnklubschildes stand. Turnbruder Gauschwirnrnwart Fr. Sauer ließ seine Jugendlichen beifällig aufgenommenes Bodenturnen und einen von der Ziehharmonika begleiteten Volkstanz aufführen. Aus je einer Pflicht- und einer Kürübung an Barren, Reck und Pferd und einer Pflichtfreiübung bestand der Wettkampf der zehn Besten um den Vereinssiegerpreis. Mit den jungen Anwärtern stritten die bisherigen Sieger im freien Wettbewerb und erreichten weit höhere Punktbewertungen. Die Fechtriegen unter Leitung von Fechtwart Hergenröther fanden mit ihren Hebungen besondere Aufmerksamkeit und großen Beifall. Die Jugendturner erprobten am Stützreck ihre Kunst.
Vereinsführer Andreas R e i n i n g wies in feiner Schlußansprache darauf hin, daß ein Schauturnen selbstverständlich nicht alle Hebungen bringen kann,
die in großer Zahl im Verein gepflegt werden. T- konnte aber doch ein von den Schülerturnern bis zu den auf technisch hoher Stufe stehenden Aktiven | ein abwechslungsreicher Ausschnitt geboten roerben, der nicht nur ein Beweis intensiver Turnerarbeii im Verein fei, sondern die Jugend begeistere und ansporne zu gleichem Tun. Turnerische Betätigung sei schon beim alten Heer eine Vorschule für bcn Soldaten und sie habe darum auch jetzt dank bet dem Volke durch den Führer wiedergeschenkten Wehrfreiheit neue Bedeutuna gefunden. Turnen arbeit fei Volkstumsarbeit! Hnd zu diesem Dienst an Volk und Vaterland im Sinne Vater Jahn- rief der Redner besonders die Jugend auf. Ober- turnwart Erb nahm dann die
Siegerehrung
vor. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Führet! und Volk und die deutsche Turnsache und mif dem Turnerlied „O Deutschland hoch in Ehren' schloß die Veranstaltung.
Oie Ergebnisse:
Hm den Turnklubschild: 1. Hermann Gutbub 158,5 Punkte. 2. Hans Vogt 157,5, 3. Will! j Ellermeier 150,5, 4. Georg Bingel 148, 5. S)eUmutiA\ Fleischmann 129, 6. Karl Schemel 107 Punkte. —| Frühere Sieger außer Wettbewerb: 1. Karl Schiit 194 P., 2. Heinrich Herbert 191, 3. Ludwig Herber! 189,5, 4. Max Hardt 171,5 Punkte.
Schüler - Hnterstufe: 1. Friedel Müllet 92 P., 2. Karl Hch. Vollmüller, Wolfgang Sauer, Martin Rogaller, je 86, 3. Kurt Seim, 83 Punkte.
Schüler-Ober st ufe : 1. Kurt Fuchs 117 P, 2. Kurt Neuser 113, 3. Gottfried Winterhoff uni Hermann Jöst, je 109 Punkte.
Jugendturnerinnen: 1. Anneliese Georg 121 P., 2. Margoth Küthe und Annemarie Ziegler, je 113, 3. Erna Habermehl und Christel Herbert, jt 112 Punkte.
Schülerinnen - Unter ft ufe: 1. Gertnü Kuhl 92 P., 2. Edith Küthe 81, 3. Edith Schlüter und Marianne Wagner, je 79 Punkte.
Schülerinnen - Ober st ufe: 1. Ursel Röhr 111 P., 2. Lotti Röhm 105/3. Trudi Philip? 104 Punkte.
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