fo I fnöene Weiyeansprache unter Dem tyeieitroori: fahJSJ J&ebt den Toten ein Heimrecht". Während die bitt rsammluna sich erhob und die Musik das Lied Leit CI viin guten Kameraden spielte, wurden die Namen Bo e Ht4l^r 75 Gefallenen der Stadt Schotten verlesen, e ff i einem Chorgesang des Männerchors unter
hn. RÄiJI ßihing des Dirigenten Nagelfchmidt sprach
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oberste Ausgabe
Kameradschaft des Kreises Gießen.
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ausstrecken durfte. Jetzt kam auch noch die dazu, Gretel liebte Dr. Diendorf.
Er ließ Großchen Jutta zu Ende spielen,
Vornan von Anny von panhnys lHeberrechtsschutz Auswärts-Verlag G. m. b. H.,
Fort. Düsseldorf — SV. Waldhof SpVgd- Fürth — Freiburger FC. Polizei Chemnitz — 1. FC. Nürnberg 1. FC. Hanau 93 — Berolina LSC. Berlin Minerva Berlin — Eintr. Braunschweig Sportfreunde Dresden — Masovia Lyck Hannover 96 — Schalke 04
schen Augen bestehen könne, sei eines jeden einzelnen.
3nd) einem Schülerchor unter Leitung von Lehrer lZm r i ch hielt Dekan Widmann eine tief empfinde ne Weiheansprache unter dem Geleitwort:
i »en sie über eine noch so große Regelkenntnis irsrjügten, verschwinden, den sie seien der Krebs- sihaen der Bewegung. Zweifellos genüge die i.rorilische Eignung nicht, sondern der Schiedsrich- nr irrüsse, wenn er sich auf einen hohen Leistungs- jpait bringen wolle, an sich selbst arbeiten und W immer neuen Besuch der Arbeitsabende das jtarbnbene Wissen und Können vertiefen und durch ^il Beispiel für die anderen Kameraden richtung-
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rief er etwas zu laut: „Heute gibt's natürlich extra guten Wein — ach, ich habe ja solchen Durst." Er trank sehr viel beim Nachtessen und als er sich
ständig ein Schatten neben ihm her, machte ihm alles schwer. Wally Walbs Tod, an dem er sich schuldig fühlte, war wie ein Hemmschuh, der ihn
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nicht mehr sroh werden ließ. Dazu gesellte sich der Gedanke an Bettina, nach der er nie die
3m Vormittagsgottesdienst hatte Dekan Witz, mann in feiner Predigt der Gefallenen bereits in packenden Worten gedacht.
dann oben m feinem Zimmer befand, die Damen waren zur Ruhe gegangen, öffnete er weit das Fenster und blickte zum sternenüberstreuten Himmel auf. Die kalte Nachtluft strömte herein und kühlte ihm die heiße Stirn. Unwirklich fast schien ihm das Erlebnis mit Wally Walb, das ihm so viel Qual gebracht.
Er versuchte sich vorzustellen, Wally wäre noch am Leben und träte plötzlich hier zur Tür herein.
Er zog fröstelnd die Schultern hoch und wußte, wenn das Wunder geschähe, würde er doch nicht glücklich ein können. Er wußte es jetzt mit großer bedrücken- )er Sicherheit, er liebte Bettina. Es gab keinen Zwei- el, er liebte sie.
Er flüsterte ihren Namen und das tat ihm gut, flüsterte immer wieder ihren sanften, weichklingenden Namen.
29. Kapitel.
Gräfin Jutta übernimmt eine Mission.
Am ersten Weihnachtsfeiertage fiel Schnee. Zart schwebten die himmlischen Federchen nieder seit dem frühen Morgen. Schon ganz hoch lag der Schnee und Gretel meinte bedauernd: „Durch den hohen Schnee kann Bettina schlecht durchkommen mit dem Rad," als es aber gegen Mittag noch immer ununaufhörlich weiter schneite, klingelte das Telephon und weil Hans Syden sich gerade in der Nähe des Telephons befand, nahm er den Hörer zur Hand.
Bettina entschuldigte sich, aber es sei ihr bei dem Wetter unmöglich, heute zu kommen. Hans dachte flüchtig, eigentlich wäre es gut, wenn er Bettina heute nicht wiedersähe, aber dann wurde er schwach und antwortete: „Am ersten Weihnachtsfeiertage dürfen Sie nicht im Waldschlößchen fehlen. Ich werde Sie ^bholen, in meinem Auto sitzen Sie warm und sicher. Mein neuer ,Grauer' nimmt es mit jedem Wetter auf."
Bettina zögerte etwas mit der Antwort, aber dann nahm sie an. Sie wußte ja, wie sehr sie von der Freundin erwartet wurde und die beiden Groß- chen würden auch unzufrieden sein, wenn sie heute nicht käme. Zum ersten Male seit zehn Jahren.
Ihre Eltern galten auch stets als eingeladen, aber sie waren der Einladung noch nie gefolgt. Sie sahen an Feiertagen gern daheim und ruhten aus.
Fußball-Meisterschaftsspiele der Gauliga Nordheffen.
Alle Spiele im Gau Nordhessen hatten am Sonntag unter den schlechten Witterungsoerhält- nissen zu leiden und einige überraschende Ergebnisse sind wohl auf die schlechten Bodenverhältnisse zurückzuführen. So konnte der Altmeister Borussia Fulda gegen den bisherigen Tabellenletzten, Spiel- verein Kassel, nur ein Unentschieden von 2:2 in Kassel erreichen und VfB. Friedberg kam auf dem Platz des Neulings Kurhessen Marburg zu einem unverdienten 3:2-Sieg. Germania Fulda, die zu Hause den SV Bad-Nauheim mit 4:0 abfertigte, konnte ihren zweiten Tabellenplatz weiter festigen und liegt jetzt nur noch einen Punkt hinter dem Tabellenführer Hessen Hersseld, hat allerdings auch ein Spiel mehr. Der Gauliga-Neuling SV. Bad- Nauheim ist durch die neue Niederlage auf den letzten Platz zurückgefallen.
Aus anderen Gauen.
Gau Südwest: Phönix Ludwigshafen — Eintracht Frankfurt 4:2; Union Niederrad — FSV. Frankfurt 1:1; FV.Saarbrücken — Kickers Offenbach 3:2; Bor. Neunkirchen — Wormatia Worms 2:1; Opel Rüsselsheim — FK. Pirmasens 3:4.
Gau Bayern: ASV. Nürnberg — Wacker München 4:1.
Es erfülle ihn mit besonderer Genugtuung, daß gerade die Schiedsrichter des Kreises Gießen den Vergleich mit größeren Kreisen aushalten können und die Tatsache, daß mehrere Schiedsrichter in der obersten Klasse, der Gauliga, Verwendung finden, zeige am deutlichsten, daß hier planvoll im richtigen Sinne gearbeitet werde. Nach einer kurzen Schlußansprache wurde ine Arbeitstagung in üblicher Weise geschlossen.
3. Fuhball-Vereinspokal-Haupttunde.
VfR. Mannheim — VfL. Benrath ausgefallen,
Unfall am ungeschützten Bahnübergang
<> Mücke, 28. Okt. Am Samstag kurz nach 18 Uhr ereignete sich hier an dem Bahnübergang der Bahn Hungen — La ubach — Mücke ein Zusammenstoß der Bahn mit d e m Postauto, das um diese Zeit von Ulrichstein her hier eintrifft. Nur durck die Geistesgegenwart des Autolenkers verlief Der Zusammenstoß ohne ernstliche Folgen. Das Auto, das 18.12 Uhr hier eintrifft, kreuzte wie immer in langsamer Fahrt den Uebergang der Bahn, der leider immer noch nicht durch eine Schranke geschützt ist. Zu gleicher Zeit fuhr der schon 18.38 Uhr fällige Personenzug vorüber, faßte den Kühler des Autos und zertrümmerte ihn. Der hintere Teil des Autos wurde - seitwärts geschleudert und kam fast in die Richtung des Bahngleises zu stehen. Die Fahrgäste sowohl als auch der Lenker des Autos kamen mit dem Schrecken davon. Wäre das Auto 1 bis 2 Meter weiter gewesen, wären die Folgen des Unglücks nicht abzusehen gewesen. Der neuerliche Unglücksfall dürfte eine ernste Mahnung sein, für einen genügenden Schutz an diesem Uebergang zu sorgen.
Lcict Wohltuendes.
Dl spielte:
Es ist ein Ros' entsprungen, aus einer Wurzel zart.
s litts Syden sann: Wie schön müßte Bettinas Sfimie das alte Lied fingen!
Uil dann wieder dachte er, was ging ihn Bettina «rt, es war wohl doch nur Einbildung, die ihn jeraft oft bei dem Gedanken landen ließ, er liebte BWru. Siebte schon lange und liebte sie mehr und art-bir. als die schöne Wally Walb.
$ «grübelte, er mar auf dem besten Weg ein <5ii)i)irling zu werden. Er mußte sich frei machen, mit afier Gewalt frei machen von so vielem, was ihikinjtzt den Kopf beschwerte.
A.'l7 das ging nicht so einfach.
K war zwar von Natur ein energischer, lebens® de.tzaMder Mensch — jetzt aber war es, als liefe
| -i ^er Verlauf der Arbeitstagung der Schieds- dlfter-Kameradschast des Kreises Gießen gestaltete [id zu einer eindrucksvollen Kundgebung für das 8ö?edsrichterwesen. Pünktlich eröffnete der Kreis- [ul'er Hugo Henkel (Gießen) die Tagung. Er We im Laufe einer kurzen Eingangsansprache «fi daß die Schiedsrichterbewegung zahlenmäßig aiider ihren alten Stand von 86 Schiedsrichtern irrscht habe. Besonders gab er seiner Freude dar- ifii" Ausdruck, daß auch viele Schiedsrichter aus tii eren Jahren den Weg zur Schiedsrichter- kaneradschaft zurückgefunden haben, um hier wie- )ei erneut in Treue den hohen Zielen der Sport- ieiaegung zu dienen.
,, - - Umschließend erteilte er nach herzlichen Worten 8 ScWieii i )er Begrüßung dem Gau-Schiedsrichter-Referenten Dmaenfeld (Fulda) das Wort. Bevor dieser ^Üührungen zu dem Thema „Das Schiedsrichter- II vU/Vlll »e n" machte, umriß er in großen Zügen den rf6r m.... . M astigen Neuaufbau des Reichsbundes für >n k » ■ • **' esübungen.
istnhÄ dem Hauptthema des Tages führte er etwa nona01 :^rn$e5 aus: Die wahre Eignung zum Schieds-
2 r 1^£ßr werde diesem nicht in der Kameradschaft an- ©aai öer in? «^gen, sondern die Voraussetzungen müsse jeder iiit Diner Person mitbringen. Erste Voraussetzung Id in lauterer und unanfechtbarer Charakter, der iml irrt aller Anfeindungen den graden und ihn Ion einer sinngemäßen Auslegung der Regel ge- is-iesnen Weg gehe. Alle die Schiedsrichter, die LÜcs Voraussetzungen nicht erfüllten, müßten, selbst
sein. Der Sinn der Kameradschaft bedeute Ech hier restlosen Einsatz für die Idee und weit- Whende Unterstützung der Kameraden unterein- Er banfteo Wenn man fo die Schiedsrichter-Kamerad- Hrenmal ml W auffasse, so könne der Erfolg nicht ausbleiben, n hat, und [' Mi erinnerte in diesem Zusammenhang an die önhei't des? 98ore des Führers: „Wie die Saat, so die Ernte". ,5 Denkmal h »* diese Ernte so ausfalle, daß. sie vor den kriti-
ßihing des Dirigenten Nagelschmidt sprach Steigleiter Kromm, der auf die Schönheiten des Dmkmals hinwies und zum Schlüsse des Führers ritt begeistert aufgenommenen Sieg-Heil-Rufen ge- dcchte. Der gemeinsame Gesang der ersten Verse de. Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes be° trßete die Feier in der Turnhalle.
In geschlossenem Zuge marschierte man sodann zumDenkmalaufderWarte,wo nach zwei M sikalischen Darbietungen Dekan Widmann 9elerni hat imciner kurzen Weiheansprache das Denkmal seiner s Mimmung übergab. Zahlreiche Kränze wurden niiiergelegt. Eine Abteilung des Kriegervereins feierte eine Ehrensalve ab. Ortsgruppenleiter Z schky sprach das Schlußwort und gedachte da- beQ*f. bs der Gefallenen des Weltkrieges und der Ge- ?! falenen der Bewegung.
träge,, - 3a5 vorgesehene Opferfeuer wurde wegen
?m !, $ bi1: starken Nebels auf einen späteren Zeitpunkt lich'er N' »s choben. Bei Einbruch der Dämmerung fand ® oefengeläut zum Gedächtnis der Gefalle- «er statt.
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6quA von J 1 galten, [ä ] 9en etwa 1 ? den Clubh^ mn. Arbeitstagung der Schiedsrichter-
^dlM darch ^CrI5 Syden begriff jetzt, er dachte daran, daß ar' 7*le ifirn Bettina anvertraut: I ch glaube, Gretel ^"'p'L l Ub t Dr. Diend 0 rf.
! von MV AI2te[ beneidete die Schwester, die Assistentin des len selvsu ( M-ziis. Es gab da nichts weiter nachzudenken. Es lnd oortm , ic^'in |0 jegr schlimm um das Jungmädchenherz 'den können. - - ^hen. In zorniger Aufwallung Dachte er an ttijt Diim i nqlüdfeligen Zufall, der Gretel in Dr. Dien- ne M* ite Näh- geführt
schlusses >" 3rennten die Kerzen am Weihnachtsbaum nicht et®fl/J11..’mtattif, hatte der Silberbehang der Tannenzweige nso viel uilck seinen Schimmer verloren?
he. Tine P- tzrvßchen Jutta lachte vergnügt: „Mein liebes teressen der , MD, gur Krankenpflegerin, zur Schwester von der .iamwenE 2ßrl roje Dr. Diendorfs Assistentin, paßt nicht eine der WH je«. Du bestimmt nicht."
-oerschluvl^ ,^)a könntest dich irren," antwortete Gretel und Belegt0'1- in? ii^en Augen lag ein schwämerischer Ausdruck, He insgesa^ wohl nur ihr Bruder richtig deutete.
ri KeschäE 9r: ßmutter Leonore legte die Hand auf Gräfin haft ist * TAa- Arm.
tlid) dürW. „Gieiele, bitte, noch etwas, ich höre die dünnen 1OOO Äläncie des Spinetts so gern, sie passen zu den , Ziffer (^fersrungen an Längstentschwundenes, die einem ns der an» [clchem Tage wie heute kommen."
Automat 3ica Syden erhob sich mit der ihr eigenen a xtpi tun95,c jm;m ilichen Lebhaftigkeit und nahm wieder vor dem EUE Platz. Ihre Hände griffen ein paar Akkorde, 1Ie- betolnn hatte etwas Wehmütiges, Verschollenes und
Ergebnisse der Bezirksklasse, Gruppe Gießen-Oi>l.
VfB.-R. — 1900 1:1 (1:1).
Spv. 05 Wetzlar — Niedergirmes 1:0. Bissenberg — Watzenborn-Steinberg 7:3. Frohnhausen — Dillenburg 3:1.
Sinn — Naunheim 2:5.
Der Lokalkampf auf dem Waldsportplatz des DsB.-Reichsbahn stand trotz des Unentschieden im Zeichen der Platzbesitzer. Nur dem ganz überragenden Spiel von Zeiler und Lippert war es zu verdanken, daß die 1900er einen Punkt erringen konnten. In Wetzlar siegten die Platzbesitzer gegen Niedergirmes nach einem bis zur letzten Minute spannenden Kampfe. Ein Elfmeter in der ersten Halbzeit sollte den Spielverlust für die Gäste bedeuten. Trotz heftigen Widerstandes mußten sich die Steinberger von den Bissenbergern hoch geschlagen bekennen. Die Gastgeber werden von Spiel zu Spiel besser und sollten bei diesen Leistungen ihren Platz in der Spitzengruppe behaupten. — Das Lokalspiel Frohnhausen hat den Eindruck des Vorjahres
bestimmt verwischt. In einem sehr fairen Spiel siegten die Frohnhäuser auf Grund besserer Leistungen.
In Sinn konnte der Tabellenführer durch einen eindeutigen Sieg seine Position halten.
Oie Ergebnisse
der Handball-pokalrunde.
Mannheim: Baden — Brandenburg ausgefallen, Göppingen: Württemberg — Südwest 5:7 (3:4) Krefeld: Niederrhein — Bayern 7:3 (4:2)
Stettin: Pommern — Schlesien 8:12(3:5)
Gera: Mitte — Nordhessen 11:5 (5:4)
Braunschweig: Niedersachsen-Mittelch. 15:5 (8:3)
Werdau: Sachsen — Ostpreußen 9:4 (4:2)
Minden: Westfalen — Nordmark 11:4 (6:1)
Handball-Gauligaspiele Nordhessen ausgefallen.
Die beiden im Gau Nordhessen angesetzten Treffen zwischen Tuspo Bettenhausen und 86/09 Kassel sowie zwischen Eschwege und Spieloerein Kassel wurden ebenfalls abgesagt, so daß die Gauliga im Handballgau Nordhessen vollkommen spielfrei war.
Lokalkamps M.-R.-190Ü 1:1 (1:1).
Es war von vornherein klar, daß, nachdem anhaltender Regen dem Spielfeld auf dem Waldsportplatz heftig zugesetzt hatte und es in einen 'Morast verwandelt hatte, mit einem hochwertigen Kampfe nicht zu rechnen war. Die Zuschauer stellten sich denn auch entsprechend ein und schraubten die Erwartungen nicht zu hoch. Daß trotz alledem eine leise Enttäuschung übrig blieb, muß den Mannschaften zur Last gelegt werden. Man sah wirklich keine außerordentlichen Leistungen. Den unmöglichen Bodenverhältnissen darf dabei gar nicht alle Schuld zugemessen werden. Auch der Schiedsrichter war nicht schuld. Daß das Publikum nicht in jeder Entscheidung mit ihm einverstanden war, hat nichts zu bedeuten und liegt in der Natur eines Lokalkampfes. Von beiden Mannschaften hätte man erwarten dürfen, daß sie sich etwas mehr anstrengten. Selbstverständlich zugegeben, daß der Boden höchste Anforderungen stellte.
Die Spielvereinigung 1900 ging etwas benachteiligt in den Kampf, da sie in letzter Minute drei Mann Ersatz einstellen mußte. Der Ersatz, Schalch, Schäfer und Jung, alle drei aus der dritten Mannschaft, ließen sich aber sehr brauchbar an. Sie taten vollauf ihre Pflicht. Bei den Grünweißen fehlte Lehrmund. An seine Stelle trat Hauptfeld.
Die Gegner traten in folgenden Aufstellungen an: VfB.-R.: Haas
Leutheuser I. Leutheuser II.
Heß Knauß Hauptfeld
Ranft Fehling Wlodarek Erben Szponik
Dörr Jäger Schmelz Koch Jung Schäfer Heilmann Schalch
Lippert Zeiler
19 0 0 : Fischer
Flotter Kampf der ersten Halbzeit.
Der Spielverlauf brachte zunächst das übliche Tasten nach den schwachen Punkten. Es wurde bald offenbar, daß der schwächere Sturm bei der Spieloereinigung stand, dafür aber 1900 die stärkere Verteidigung stellte. Es entwickelte sich zunächst ein flotter Kampf. Der Sturm der Grünweißen war bei seinen raschen Angriffen durchweg gefährlicher als der der Gegner, obwohl er sich vor dem Tore durchaus nicht klar durchzusetzen verstand. So wurden schon kurz nach Beginn zwei klare Chancen oergeben, die unter allen Umständen hätten ausgenützt werden müssen. Dem Gästetorwart gelang die Abwehr jeweils nur mit viel Glück. Dem Rechtsaußen Ranft geschah es einmal, daß er fast mit dem Ball in das gegnerische Tor fiel. Fischer konnte das Leder erst im letzten Bruchteil einer Sekunde greifen und so den Erfolg verhindern.
So war es für die Platzbefitzer eine heftige Ueberraschung, als nicht sie es waren, die das Führungstor schossen. Bei einem raschen Durchbruch der Gäste, nach einem Geplänkel vor dem Tor der
Grünweißen kam der Ball dem Linksaußen Dörr gut vor den Fuß, der entschlossen und gut placiert einsenden konnte. Haas, ziemlich verdutzt, konnte den (Erfolg kaum verhindern. So lautete das Ergebnis also 0:1 für die Spielvereinigung.
Der Kampf gewann in der Folge an (Elan. Auf beiden Seiten wurden mächtige Anstrengungen gemacht. Der Sturm der Blauweißen konnte sich aber nicht überzeugend durchsetzen. Dagegen schufen die Platzbesitzer kurz hintereinander noch einige gefährliche Situationen vor dem Gästetor. (Eine Flanke von rechts gab Szponik eine glänzende Chance. (Er jagte den Ball aber hoch über das Gehäuse. Die Enttäuschung der Anhänger des Platzvereins war sichtlich sehr groß. Erst in der 30. Minute gelang der Ausgleich. Ein scharfer Schuß von links wurde von Fischer in das Feld abgewehrt, Ranft kam in den Besitz des Leders und konnte verwandeln. Nun stand der Kampf 1:1! Weitere Angriffe der Grün- weißen wurden von der Gästeverteidigung Zeiler und Lippert energisch und sicher abgewehrt. Da sich der Sturm der Blauweißen zu keiner besonderen Leistung aufraffen konnte, blieben die Grünweißen meist überlegen und brachten dies zumindestens in vielen Ecken zum Ausdruck.
Torlos nach der Pause.
-Nach kurzer Pause ging der Kampf weiter. Es enstand in der Folge ein hartes Ringen Mann gegen Mann, so daß der Schiedsrichter öfter eingreifen mußte. Mit zunehmender Härte verlor aber das Spiel an Niveau. Der Kampf gestaltete sich ausgeglichener. Beide Mannschaften rieben sich im Mittelfeldspiel, im schwersten Morast auf. Der Boden war immer weicher geworden. Der Ball war kaum mehr zu dirigieren. Von einer exakten Ballabgabe konnte keine Rede mehr sein. So fiel auch eine geschlossene Mannschaftsleistung fort. (Ein Strafstoß, vom Hauptfeld verursacht, brachte den Blauweißen nichts ein, Denn Haas hielt sicher, auf Der anDeren Seite vermochten aber auch Die VfB er ihre vielen Ecken nicht auszunützen. Zeiler focht in Der VerteiDigung, trotzdem er einige Male hart angegangen wurde, wie ein Löwe. Lippert rettete einige Male sicher und elegant, so daß auch Den Platzbesitzern (Erfolge versagt blieben. Gegen Ende des Kampfes gingen beide Mannschaften noch einmal sehr aus sich heraus, Der Kampf wurde unter Den heftigen Anfeuerungen des Publikums etwas dramatischer, aber alle Anstrengungen blieben vergeblich. Als Fehling herausgestellt wurde, zogen die 1900er noch einmal mächtig los, Der Sturm konnte sich aber auch jetzt nicht Durchsetzen. So blieb es beim 1:1 und man teilte sich frieDlich in Die^ Punkte.
Das Ergebnis wäre nicht ungerecht zu nennen gewesen, wenn Die Mannschaft Des VfB.-Reichs- bahn knapp gewonnen hätte. In Der Kritik Der
Es wurde Bettina schwer, Hans Syden wiederzusehen und sie sehnte sich doch genau so danach, wie er sich danach sehnte, sie wiederzusehen.
Noch immer glaubte sie ihn sagen zu hören: Bettina, mir erscheint jetzt manches gana anders als früher. Ich fange allmählich an, zu begreifen, ich bin wie ein Narr an dem vorbeigegangen, was wohl das große Glück für mich geworben wäre!
Ihr Herz tat weh und war doch zugleich so froh bewegt, daß ihr zumute war, als müsse sie jubeln und meinen zu gleicher Zeit.
Sie machte sich Dann zurecht unD wählte ein neues Kleid, Das sie sich in Berlin gekauft. Es war ein schwarzes, hochgeschlossenes Abendkleid aus Georgette mit schmalen Pelzstreifen. Sehr schön und vornehm sah sie darin aus. Sie wußte es genau und konnte nicht anders als es anziehen. Sie wollte Hans Syden gefallen, das Verlangen war da und fofberte Erfüllung.
Hans Syden kam und begrüßte Bettinas (Eltern, er unterhielt sich ein wenig mit ihnen, und weil er ihnen eine Freude bereiten wollte, sagte er: „Sie haben eine berühmte Tochter, sie hat sich mit Wilderlings Liedern viel Beifall geholt."
Johannes Hochwald nickte eifrig. „Wenn sie wollte, könnte sie vielleicht sehr berühmt werden. Die kurze Konzertreise wird bald vergessen werden, was davon bleibt, ist Die Verbreitung Der schönen Lieder, und das war ja auch Sinn und Zweck Der Konzertreise. Aber Bettina erhielt Danach schon eine Menge Angebote, in Konzerten mitzuwirken. Aber Das Mädel mag nicht."
Frau Hochwald zuckte leicht Die Achseln.
„Es ist immerhin möglich, Bettina besinnt sich noch. Sie sagte heute zu mir, manchmal hätte sie Lust, die Angebote anzunehmen."
Bettina befand sich noch in ihrem Zimmer. Sie wußte aber, Hans Syden wartete schon unten auf sie.
Vor Dem Spiegel setzte sie Das kleine schwarze Samtbarett auf, Das fast kokett aussah, und Dann schlüpfte sie in den Tuchmantel mit dem breiten Skunkskragen. Alles, was sie trug, hatte sie unterwegs auf der Konzertreise gekauft, und als sie Hans SyDen vor sich sah, durchzuckte es ihn, wenn Bet- tina das kleine Städtchen verließe, um sich mit ihrer herrlichen Stimme neue Erfolge zu holen, dann würden sich unterwegs viele in sie verliebten und ihr Herz und Hand anbieten. Darunter wohl Leute, gegen Die er mit seinem hübschen Einkommen und seinem klingenden Namen nur ein Nichts war.
Wie Eifersucht glomm es in ihm hoch und er dachte, ergrimmt auf sich selbst, wo hatte er nur früher feine Augen gehabt.
(Er hatte Bettina mit festem Händedruck begrüßt, daß Dabei in feinen Augen Bewunderung zu lesen
war, wußte er nicht, und Bettina bemerkte es nicht, Die Mutter nahm sie in Anspruch mit einer Frage. Dann saßen sie beide in dem Prachtauto, das nun schnell dahinfuhr durch die schneedurchstöberte Landschaft. Hoch oben vom anderen Ufer grüßte die Burg im Wintergewande.
Hans Syden begann nach einem Weilchen: „Ich habe jetzt den Beweis, daß Gretel Dr. Diendorf liebt. Sie schwärmt nämlich davon, Krankenschwester zu werden. Es ist in ihrem Fall wirklich nur Schwärmerei, Denn ich hörte klar heraus, sie be- neiDet Die Helferin Dr. DienDorfs und, wenn auch vielleicht noch etwas unklar, arbeitet in ihr Der Gedanke, sie könnte sich irgendwie in seiner Nühtz als Schwester betätigen."
Bettina antwortete: „Ich werde ja an Dr. Dien- Dorf schreiben, vielleicht schon morgen, aber es kommt mir fast vor, als wollte ich schmutzige Arbeit tun."
Er erwiderte hart: „Es geht doch nicht anders, Bettina, Dr. Diendorf muß ausgeschaltet werden aus Gretels Herzen."
Bettina schwieg geraume Zeit, bann sagte sie: „Gretel erfuhr doch von Diendorfs Mutter, er wäre mit seiner Pflegeschwester verlobt gewesen, hätte dicht vor Der Hochzeit gestanden und betraure sie sehr. Weiter scheint also auch Die Mutter nichts zu wissen, sonst spräche sie wohl kaum zu jemand von Der Sache. Gretel fühlt großes MitleiD mit Dr. DienDorf."
Er murmelte: „Und im Grunde trage ich Die SchulD an allem, überall ergeben sich nun Gewissenskonflikte, aber Damals, als ich Wally Walb zur Flucht überredete, schien alles so einfach." Er warf Den Kopf zurück. „Sie tun wirklich keine schmutzige Arbeit, Bettina, wenn Sie an Dr. Dien- Dorf schreiben. Sie zerstören ja nichts — Dr. Diendorf liebt Die Tote, Gretel Dürfte Doch nicht auf Gegenliebe hoffen. Sie Denkt ja auch nicht Daran, sie weiß ja von feiner Mutter, Daß er um feine Braut trauert — Doch nach allem, was vorgefallen, muß zwischen Den SyDens und Den DienDorfs ein Hindernis aufgerichtet werden, eine Scheidewand^
Ihm kam ein Gedanke und er sprach ihn aus.
„Bettina, ich glaube, es ist einfacher und richtiger, ich selbst würde Den Brief an Dr. DienDorf schreiben. Ganz kurz, ganz offen, nicht etwa feindselig. Nein, in keiner Weise, Denn ich muß bekennen, ich empftnDe keine Feindschaft gegen ihn, nur ein bitterböses Schuldgefühl, trotzdem wir sozusagen quitt sind. Ja, gegen ihn bedrückt mich schwere Schuld, gegen ihn und gegen Die Tote."
Bettina erwiDerte nach kurzem Nachdenken: „Sie mögen recht haben, es ist besser, wenn Sie ihm selbst schreiben."
(Fortsetzung folgt I)


