Aus der Provinzialhauptstadt.
Berufung der Semeinderäte
Am Dienstag, 29. Oktober, nachmittags 3 Uhr, findet in der Aula der Landesunioersität in einer gemeinsamen Sitzung sämtlicher Bürgermeister und Gemeinderäte die feierliche Überreichung der Be- rufungsurkunden an sämtliche neu berufenen Gemeinderäte des Kreises durch den Kreisleiter Pg. Klo st ermann statt.
Dornotizen.
Tageskalender für Montag.
DAF., Fachgruppe Gaststättengewerbe: 15 Uhr Großkundgebung im Cafe Leib. — NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Bo- sambo".
LandschastSbund Volkstum und Heimat
Ortsring Gießen.
Am Dienstag, 29. Oktober, um 20.15 Uhr, findet im Katholischen Vereinshaus die feierliche Eröffnung unserer Winterarbeit statt. Redner: Landschaftsleiter Min.-Rat Ringshausen.
Es.wirken u. a. mit: Heimatdichter Georg Heß, der Äauersche Gesangverein, To. 1846 (Volkstanzgruppe), Singgruppe der Goetheschule und Sprechchor der Pestalozzischule. Freier Eintritt für unsere Mitglieder und die Mitglieder der angeschlossenen Verbände und des Goethe-Bundes, samt Angehörigen. Nichtmitglieder zahlen 20 Pfennig Eintritt. Achtung! Baltikum-Ireikorpskämpfer!
Kameraden, die bis zum 31. Oktober Antragsformulare. für den Ausweis „Einsatz für Deutschland", bei der unterzeichneten Abwicklungsstelle angefordert haben, werden bei der Verteilung der Ausweise noch berücksichtigt. Es ist erforderlich, daß die Anträge mit größter Beschleunigung und mit den angeforderten Unterlagen ebenfalls an die unterzeichnete Stelle zurückgesandt werden. Sollte eine Verzögerung bei der Ausstellung der Leumundszeugnisse eintreten, so sind die Antragsfor- mulare sofort ohne Unterlagen hierher einzusenden, damit der Termin, 31. Oktober, gewahrt wird. Die Unterlagen können nachträglich geschickt werden. Auf Grund verschiedener Anfragen geben wir bekannt, daß Nichtarier den Ausweis („Einsatz für Deutschland") nicht erhalten.
Abwickelungsstelle des Reichsbundes der Baltikum- und Freikorpskämpfer
Gießen, Hammstraße 4.
Wildspende der deutschen Zäqerschast
Der Herr Reichsjägermeister hat die Deutsche Jägerschaft wiederum aufgerufen, wie im Vorjahre durch Spenden von Wild zum Gelingen des Winterhilfswerkes beizutragen. Ich habe mit der Durchführung aller notwendigen Maßnahmen den Hegeringleiter Oberforstmeister Lipp in Gießen beauftragt. Nach Festlegung der technischen Einzelheiten mit der Kreisamtsleitung der NSV. hat dieser allen Jagdausübungsberechtigten nähere Weisungen Sukommen lassen. Ich gebe nunmehr meinerseits er Hoffnung Ausdruck, daß die Jägerschaft meines Kreises, wie im Vorjahre, ihre Pflicht tun wird, und rufe sie auf, mit allen Kräften zum Gelingen des großen Werkes auch ihrerseits beizutragen.
Nicolaus, k. Kreisjägermeister.
Auf der 2Reife vom Tode ereilt.
Auf eine tragische Weise schied am gestrigen Sonntag der Reichsbahnzugführer Wilhelm Jünger von hier, Klinikstraße 8, aus dem Leben. Er weilte zusammen mit seiner Frau bei seiner in Betzdorf verheirateten Tochter zu Besuch. Als beide den Zug bestiegen hatten, der Zug zur Abfahrt bereit war und die Abschiednehmenden noch einmal aus dem Abteilfenster ihrer Tochter die Hand drücken wollten, sank plötzlich der bedauernswerte Mann um. Reichsbahnzugführer Jünger hatte einen Herzschlag erlitten. Der Tod trat auf der Stelle ein.
Ein Kohlen wird zugeritten.
Von Angela v. Brihen.
Es ist zu merken, daß Karl Rappstroh aus einer Rasse stammt, die schon so ungefähr in der Wiege damit angefangen hat, einen Pferderücken zu meistern. So was vererbt sich. Sitzt Karl nicht dort auf dem Fuchs, als wäre er eine Wäscheklammer auf der Leine? Nichts kann ihn herunterbringen, obgleich der Fuchs gewaltige Anstrengungen macht.
Der ist überhaupt recht ordentlich. Die kleinen Bengel, die auf der Mauer zum Fohlenhof rittlings sitzen und zusehen, wissen alle ganz genau, was für ein Fohlen das ist — von der schwarzen Stute und dem Belgierhengst. Von der Mutter hat es so viel Weiß im Auge, und das bedeutet immer ein heftiges Gemüt. Auch hat es viel weitere Nüstern als die anderen, die ziemlich gleichgültig von der Koppel hereingekommen find, und es bläst durch diese Nüstern immer so gefährlich und schimmert dann rot darin.
Es ist noch nicht lange her, daß man auch Karl Rappstroh von der Koppel holte. Da war er nicht anders als die Jungen, die hier auf der Fohlenmauer sitzen, und hatte ein miserables Gewissen, weil seine Schularbeiten noch auf ihn lauerten. Aber nun ist er, seit er eingesegnet wurde, ein ganzer Kerl und die Hauptperson von dem schönsten Fest, das es für ein paar handfeste Bengel geben kann: das Fohlenzureiten! Das verdankt er aber auch der Art, wie er gewachsen ist! Als hätte man ihn zu weit aufgeschlitzt, so sieht es aus. Der ganze Kerl besteht nur aus Beinen, und oben daran pickt ein ganz kleiner Oberkörper. Aber der hat es in sich — Sehnen und nichts als Sehnen, die wohl knirschen, aber nicht nachgeben.
Dabei hat er eine ganz ruhige Art, sich zu geben. Vorsichtig geht er an das Fohlen heran, das schon etwas naß ist, weil Hermann Rappstroh, sein Vater, es erst mal eine Viertelstunde an der Longe rund gejagt hat. Karl klopft nun also den Hals des Tieres, das mißtrauisch die Ohren nach hinten spitzt, sagt sanftmütige Worte, „o lala, so ist schön, Husching" und dergleichen, und plötzlich hat er seinem Vater zugezwinkert, und es gibt einen kleinen Ruck: da sitzt er dem Fuchs auf dem Rücken.
Den Jungen auf der Fohlenmauer bleibt die Luft weg. Sie schreien nicht einmal, ganz sttll verhalten sie sich. Was wird passieren?
Vorerst noch gar nichts. Auch das Fohlen verhält sich ganz still. Es steht und zittert leise und scheint nicht zu wissen, was los ist. Die Ohren stehen steil und spielen nicht, das beweist, daß es nichts Gutes hn Schilde führen kann.
Gportami »Kraft durch Freude".
Montag folgende Kurse:
Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen): Von 19.45 bis 20.45 Uhr Großen- Buseck, Schule.
Reiten: Von 21 bis 22 Uhr Reitschule Schömbs.
Für neu beginnende Reitkurse, Kurse für Hallentennis und auch Ski-Trocken, können noch Anmeldungen auf dem Sportamt, Schanzenstrahe 18, abgegeben werden.
** 40 Jahre im Dienste der Reichsbahn. Gestern konnte der Reichsbahn-Zugführer Ludwig Schmidt von hier, Posener Straße 5, das Jubiläum einer 40jährigen Dienstzeit bei der Reichsbahn begehen. Aus diesem Anlaß wurden ihm von dem Vorstand des Reichsbahn-Bettiebs- amtes Gießen, Oberbaurat Wilke, Dank- und Glückwunschschreiben des Führers und Reichskanzlers sowie der Reichsbahn überreicht. Für die große Ehrung dankte der Jubilar in bewegten Worten.
Deutsche Arbeitsfront.
Kreiswaltung Gießen.
An die Betriebsführer des Kreises Gießen.
Bett.: Winlerhilfswerk 1935/36.
In diesem Jahre werden für das Winterhilfs- werk 10 v. H. der Lohnsteuer, jedoch als Mindestbeitrag 25 pf. pro Monat in jedem Falle, also auch bei lohnsleuerfreien Arbeilskameraden, abgezogen. Die Türplaketlen werden bei der kreiswal - lung der DAF.» Gießen. Schanzen- straße 18 (Vorderhaus), nach Abführung der Beträge verausgabt.
Mir bitten Sie, die Abzüge entsprechend der Anordnung in Ihrem Betriebe ab 1. Oktober 1935 vorzunehmen.
Die Einzahlung erfolgt auf das Konto 3tr. 2938 bei der Deutschen Bank und Diskontogesellschaft Gießen oder auf Postscheckkonto 3lr. 161145 Frankfurt a. M., WHW. 1935/36.
Die Sammlung der Opfergaben und die Ausgabe der Türplaketten für das WHW. bei den DAF.- Mitgliedern. die nicht in den Betrieben erfaßt wer
den, geschieht durch den zuständigen Blockwalter der DAF. Die Mitgliedschaft zur RSV. schließt jedoch nicht den Erwerb der Türplaketten aus. Mir hoffen, daß die Arbeitskameraden der DAF. sich genau so wie im vorigen Jahre für das MHD. einsehen und die ehrenamtliche Tätigkeit unserer DAF.-Dalter unterstützen.
Rur durch gemeinsame Opfer können wir die Rot des Winters bannen.
hierfür einzustehen ist wahrer Sozialismus!
Die Deutsche Arbeitsfront, Kreiswaltung Gießen.
Aufforderung.
Hiermit fordern wir letzmalig sämtliche Mitglieder der DAF. auf, sofern sie im Besitze einer Mitgliedskarte des ehemaligen Deutschen Landarbeiter- Verbandes sind, diese bis zum 15. November 1935 zur Umschreibung an die zuständige Ortsgruppe abzugeben.
Die Deutsche Arbeitsfront, Verwaltungsstelle 19 Gießen.
Oer Hausbau auf dem Hoherodskopf.
Der Vogelsberger Höhen - Club hielt am Samstagnachmittag im Hotel Hopfeld zu Gießen eine außerordentliche Hauptversammlung ab, die von den Vertretern der Zweigvereine sehr stark besucht war. Hauptgegenstand der Tagung war die Beratung über die baulichen Veränderungen auf dem Hoherodskopf. Es ist zur Genüge bekannt, daß die Unterkunftsverhättniffe in den jetzigen Clubhäusern auf dem Hoherodskopf dringend einer Verbesserung und Erweiterung bedürfen, wenn den Erfordernissen des gesteigerten Fremdenverkehrs genügt werden soll.
Der Führer des Gesamtvereins, Dr. Bruch« Häuser (Ulrichstein), machte in seinen einleitenden Worten auf die Wichtigkeit dieser Hausbaufrage eindringlich aufmerksam und betonte, daß überall Klarheit über das Wollen und die Ziele des Führerrats bei der Werbung für das Projekt der Verbesserung notwendig sei.
Es folgte bann ein sehr gründlicher Meinungsaustausch, bei dem zutage trat, daß nun auch
die Zweigvereine, die früher dem Hausprojekt ablehnend gegenüber standen, mittlerweile anderen Sinnes geworden und nunmehr bereit sind, für eine von dem Führerrat ins Auge gefaßte Regelung auf etwas anderer Grundlage als früher einzutreten.
Nach diesem neuen Plan sollen die jetzigen Clubhäuser bis auf weiteres bestehen bleiben, man will aber vermeiden, daß noch große Geldmittel für ihre Unterhaltung aufgewandt werden. Es soll in allen Zweigvereinen eine rege Aufklärung und Werbung einsetzen, um auf diesem Wege die zu einem neuen Hausbau er« forderlichen Geldmittel zu beschaffen. Dann soll nach Maßgabe der zusammengetraqenen Summen ein neues Clubhaus auf dem dem Verein
gehörigen Jägerschen Grundstück errichtet werden. Dabei will man aber so verfahren, daß
der Bau zunächst den verfügbaren Geldmitteln angepaht wird, jedoch für die Folgezeit die Möglichkeit von An- und Ausbauten gegeben ist.
Es ist auch nicht daran gedacht, das Angebot eines Interessenten, der die gegenwärtigen Klubhäuser jetzt kaufen möchte, anzunehmen. Dieses Kauf- Angebot wurde vielmehr von der Versammlung durch einstimmigen Beschluß ausdrücklich abgelehnt, weil man sich bewußt ist, daß im Falle eines Verkaufes der VHC. sich selbst nicht nur vom Hoherodskopf ausschließen, sondern auch seine eigene Existenz aufgeben würde. Dazu besteht aber keinerlei Veranlassung, und man hat auch nicht die Lust dazu, die für unsere Heimat wertvolle Arbeit des VHC. einzustellen.
In Erkenntnis der Wichtigkeit dieser Sache sind! von zahlreichen Zweigvereinen bereits ansehnliche Baukostenbeiträge gezeichnet worden, u. a. von dem Zweigverein Orün berg bisher rund 1200 Mark. Bis jetzt liegen Zeichnungen im Gesamtbettage von rund 7200 Mark vor.
Ls wird erwartet, daß nunmehr bei der regen Werbung in den Zweigvereinen überall der echte VhL.-Geist zutage tritt und sich in Vau- fpendenzelchnungen äußert, mit denen die große Gemeinschaftsaufgabe der Errichtung eines zeitgemäßen Klubhauses nach den vorerwähnten Richtlinien erfüllt werden kann. Dabei geht der Führerat des VhE. von der Ansicht aus, daß es sich bei diesem zu schaffenden Werk nicht etwa um eine Sache handelt, die nur den VHC. angeht, sondern daß es schlechthin eine Sache der ganzen Provinz Oberhessen ist, auf
Plötzlich macht es einen Satz mit allen vier Beinen in die Luft, aber es nützt nichts. Als es wieder auf der Erde steht, ist auch das ekelhafte Gewicht auf feinem Rücken noch da. Jetzt hebt es den Kopf, und es scheint, als lausche es in eine schöne, freie Ferne. Ganz edel sieht es aus und gar nicht bösartig. Es wiehert hell und ein bißchen scharf, so, als schrie ein kleines Kind verzweifelt auf. Aber Karl Rappstroh bleibt ruhig sitzen, und Hermann Rappstroh läßt die Longe etwas länger.
Dreimal heftig im Kreise, ein ungezügelter, wilder Galopp mit leidenschaftlichem Schütteln der Mähne und Kauen an der Trense! Dann steht es wieder an derselben Stelle, als hätte es die liebgewonnen — und etwas anderes scheint auch nicht da zu sein für dies verlassene Pferd.
Aber es gibt sich noch nicht. Es steigt. Immer steiler, immer besinnungsloser richtet es sich auf mit diesem klebenden Etwas an seinem Rücken. Es rast innerlich, es ist ihm ganz gleichgültig, was geschehen wird. Auf der Koppel, wenn es mit anderen Fohlen spielte, da gab es immer ein Maß, stets einen Zeitpunkt, da sie merkten; dies lohnt eigentlich nicht der Mühe, sich hier unvernünftig in Gefahr zu begeben, fressen wir lieber von dem schönen, saftigen Gras. Und alles war vergessen!
Aber hier ist kein Maß mehr, nur noch Blindheit. Wenn er könnte, würde er einfach gegen die Steinmauer rennen und sich zertrümmern, der Fuchs, aber da ist die Leine, die man ihm unter dem Kinn festgemacht hat, und die zieht ihn in dem empfindlichen Maul immer wieder in den Kreis zurück, wo er auf seinem eigenen Hufschlag laufen muß.
Der Fuchs hält sich unglaublich lange in der Balance. Er schlägt mit den Vorderfüßen wild in der Luft, macht zwei, drei klatschende Schritte rück- märte auf den zwei Beinen, die diese Pyramide fragen und bann — nein, noch einmal wiegt er sich ein wenig nach vorn. Kippt er oder kippt er nicht? Fällt er endlich wieder auf seine Vorderbeine und gibt sich? Aber nein, ein heftiges Hintenüberwerfen mit dem Kopf, die Mähne fliegt, und knallend fallen Roß und Reiter nach rückwärts.
Schweigen und Abwarten. Die Benyel auf der Mauer haben vor Schreck die Finger im Mund, aber sagen tun sie nichts. Hermann Rappstroh wird nun wohl als besorgter Vater jammernd zu seinem verunglückten Sohn hinjagen und seine Knochen unter dem verrückten Gaul herausklauben?
I Gott bewahre, er steht gelassen in der Fohlenbucht und verkürzt die Longe wieder ein bißchen.
Der Fuchs lag erst eine Weile betäubt und still. Hoffte er in seinem unbewußten Sinn vielleicht, er würde nach diesem finsteren Rausch wieder auf freier Koppel aufwachen oder in sonst eine Freiheit hineingefallen sein, gleichgülttg, welcher Art sie sei?
Aber er befindet sich immer noch in der Bucht. Rasch nimmt er die Vorderbeine unter sich und stemmt sich hoch. Aber noch, als die Hinterbeine in der Kniebeuge sind, sitzt schon wieder diese Wäsche» klammer auf seinem Rücken, nicht abzuschütteln, unabänderlich.
Ja, unabänderlich. Er muß es lernen, die anderen haben es auch getan. Die Zeit der freien Koppel ist vorbei, ledernes Riemzeug und Arbeit und Peitsche kommen daran. Armer Fuchs, er hatte so viel Weiß im Auge und ein so leidenschaftliches Herz.
Auf der Fohlenmauer sitzt Fritzing, der Jüngste aus dem Geschlecht der Rappstroh. Hermann, der Alte, legt seine Longe bedächtig in Kringel zusammen und sagt, daß man den Fuchs nun in den Stall führen und den Braunen holen soll. Dann ruft er zu der Mauer herüber: „Fritzing?", und diese Frage bedeutet genug. Sie bedeutet Mahnung und Schularbeiten und Stubenhocken.
Fritzing schleicht sich bedripst davon. Oh, wann beginnt die schöne Zeit, da diese Schularbeiten aufhören und man einen Pferderücken zwingen kann? Er möchte so rasch wie möglich aus der Koppel seiner Jugend heraus. Aber vorerst geht er gehorsam nach Hause, und zur gleichen Zeit wird der zitternde Fuchs in den Stall geführt, der von nun an sein Zuhause sein wird.
50 Jahre Reißverschluß.
3m Jahre 1883 wurde ein deutsches Reichspatent auf eine Schuhbindung erteilt, durch die das lästige Schnüren und Knöpfen durch ein wesentlich einfacheres Verfahren ersetzt werden sollte. Darin dürfen wir den Ausgangspunkt für die Erfindung des Reißverschlusses sehen. Dreißig Jahre später ging, wie (3.21. Langen in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" ausführt, die Entwicklung durch die Erteilung des Schweizer Patentes Kuhn-Moos in der gleichen Richtung weiter. Es folgten bann bald darauf so viele Patentanmeldungen, daß heute schwer festzustellen ist, wer der „wirkliche" Erfinder des Reißverschlusses gewesen ist. Man hat rund hundert Patente und Gebrauchsmuster auf diesem Gebiet zählt. Die deutschen und die Schweizer Erfinder, sowie die zahlreichen anderen Arbeiter an der Vervollkommnung und Nutzbarmachung dieses Gedankens sind nicht gerade vom Glück begünstigt gewesen, jedenfalls konnte keiner von ihnen einen nennenswerten wirtschaftlichen Erfolg erzielen. Wie so häufig auf dem Gebiete der Ausnutzung von Erfindungen machten die Amerikaner auch diesmal das Rennen. Der erste gebrauchsfähige Reißverschluß kam 1915 in den Vereinigten Staaten auf den Mrrkt, von dort ist er im Verlauf weiterer zehn
zu tragen. Diese Einmütigkeit läßt eine
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Sage keiner, die Sammlerei des WHW. ist lästig: wer den hunger kennengelernt hat, der weiß, wie lästig erst der hunger ist.
Lösung der dringlichen Aufgabe und sie wurde allgemein lebhaft
deihliche warten.
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förderlich zu sein. Weiterhin ist zu beachten, dH befreundete Organisationen, z. B. der Ski-Club @ie. ßen, gerne bereit sind, Baukostenbeiträge zu gebet und damit das gute Werk zu fördern, zum Tei! solche Spenden auch schon in ansehnlicher Höhe zui Verfügung gestellt haben. Angeregt wurde weiter, hin, sich auk an die obersten Stellen der Organj. sationen zu wenden, die Bestrebungen dienen, ntü denen das Wirken des VHC. auf einer Linie lieg! und nahe verwandt ist; man hofft auch, von boct her Beiträge zu ben Baukosten zu erhalten, jedoch wird nicht daran gedacht, deswegen etwa bcs Selbstbestimmungsrecht des VHC. in den Clubhäu- fern und auf dem Hoherodskopf aufzugeben.
Von ben Vertretern aller Zweigvereine hörte man einhellig den Entschluß, nunmehr in den Vereinen mit allem Rachdruck für den plan des Führerrats einzutreten, um damit den Rot- Wendigkeiten auf dem hoherodskopf Rechnung
Weihe desShrenmals in Schotten
* Schotten, 28. Okt. Unter starker Beteiligung der Bevölkerung fand am gestrigen Sonntag die Weihe des Ehrenmals der Stadt Schotten statt. Wegen des starken Regens mußte bei Hauptteil der Weihefeier in den Saal der Turin- Halle verlegt werden.
Gegen 13.30 Uhr marschierte die Bevölkerung ir geschlossenem Zuge unter Vorantritt der Gliederungen der Partei, der Kriegsopfer, der alten SoS- daten und aller Vereine von dem Hause der Kreisleitung aus nach der Turnhalle. Hier leite! t der Musikverein die Feier mit dem Spiel des Niei- derländischen Dankgebetes ein. Der Männerchoi brachte darauf das Chorwerk „Sanctus" von Schill- bert zu Gehör. Ein Schüler und eine (Spulerin trugen Gedichte von Walter Flex vor. Äauraßt Gilbert übergab hierauf mit Worten des Dan>. kes an alle Mitarbeiter das Ehrenmal an die Stabt: Bürgermeister Menge! nahm das Denkmal mhl einer längeren, zu Herzen gehenden Ansprache im städtische Obhut, dankte allen Mitarbeitern unö Spendern und erinnerte besonders an den verstorbenen Staatsrat Dr. Weber, auf dessen Vorschlag das Denkmal zurückzuführen ist. Er dankte auch । Fräulein Pröscher, die das Ehrenmal in bis 1 Weber-Pröscher-Stiftung einbezogen hat, und sprach 1 dann von dem Sinn und der Schönheit des Wall- fahrtsortes auf der Warte, wo das Denkmal steh!.
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stufet.
wurde u. a. beschlossen, die Stern-
dem von allen Volksgenossen gern besuchten hoherodskopf ausreichende und zeitgemäße Unterkommensmüglichkeiten zu schaffen.
Man hat daher die Absicht, auch die Provinz, bi» Kreise und die Gemeinden *im Beihilfen für oiefes • der Allgemeinheit dienende Werk zu bitten. Voi allem ist dabei ermutigend, daß der Leiter unserer - oberhessischen Provinzialverwaltung, Pg. Klostermann, bisher schon immer für die Erschließung des Vogelsberges größtes und dankbar begrüßte; Verständnis an den Tag gelegt hat, auch den guten Ausbau der Oberwaldstraße verwirklichte und ai5 echter Freund der oberhessischen Heimat alles tut, um der Provinz Oberhessen und ihrem Vogelsberg
Ms. Es Ei" L'S Junten M leinen
M wie D, tot. Du b töm ? Jwen j M tooy , #06mut Was
Zeitschriften.
— Als der Dichter Börries von Münchhausen p erst seine Stimme erhob urtb die deutsche Ballak» zu neuer Geltung führte, da klang es den Zeit" genossen wie ein fremder und doch irgendwie ort-; trauter Ton aus versunkener Welt. Diese Welt aber’ die sich hier neu erschloß, ist in Wirklichkeit notf1 gar nicht vergangen, denn der Dichter, der sie be" singt, findet mit feinen Liedern tausendfältigen lebendigen Wiederhall. Groß ist die Zahl seine1 Freunde. Sie alle werden es freudig begrüßen, da?! Münchhausen in der neuesten Nummer der,Zllu-> strirten Zeitung Leipzig" als Dichter uni' Mensch eingehende Würdigung findet. Der chm widmete, reich bebilderte Artikel von Karl BW, gibt dem Hefte das Gepräge, doch wird der darüber hinaus von einer Fülle interessanter Bei" ttäge und schöner Naturaufnahmen gefesselt.
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Zahre nach Deutschland gelangt. Warum bedurft: es eines so langen Weges, ehe der Reißverschluf von seinen ersten Anfängen zu einem vielseift brauchbaren Gegenstand wurde, der in großer Mengen abzusetzen war? Ursprünglich mußten aus einem Metallstreifen geeignete Lamellen ausgeftaaji: werden, die bann mühsam einzeln auf das Stoff" band auf gedrückt wurden. Beim Ausstanzen bi!" bete sich nun damals ein Grat, ber ben Verschluss rauh machte, ein Mangel, ber allerbings burch $0" lieren ber Lamellen abzustellen war, bessen Beseiti-- gung aber viel Mühe unb Zeit beanspruchte. (Erf: allmählich gelang bie Herstellung von Maschinen,, mit.benen bie Reißverschlußlamellen selbsttätig g?1 setzt, auf bas Stofsband sortiert unb bort mit ben. nötigen Abstand festgebrückt werben können. Dii mobernste biefer Maschinen bewältigt heute in bet' Herstellung enbloser Bänber eine Leistung von dreißig Meter fertigen Reißverschlusses in bet Stunbe. In Deutschland gibt es etwa ein halb« Dutzenb leistungsfähige unb ebenso viel kleinen Firmen ber Reißverschluß-Branche. Eine Patent' treuhanbgesellschaft wahrt bie Interessen ber deut' scheu Fabrikanten, bie sich zusammen geschlossen haben; das ist die Mehrzahl. In der Welt gibt ti schätzungsweise 100 bis 150 Reißverschlußfabrikan- fen. Bei einer durchschnittlichen Belegschaftsziffer von 100 bis 150 je Fabrik dürfte insgesamt mit einer Zahl von 10 000 bis 15 000 Beschäftigten zu rechnen sein. — Das Ausfuhrgeschäft ist Verhältnis' mäßig recht bedeutend. Monatlich dürften aus Deutschland etwa 100 000 bis 150 000 Meter Reiß' Verschluß exportiert werden. Diese Ziffer war erfr Zu erreichen, nachdem das Monopol der Amerikaner' und Engländer auf dem Gebiete automatischer M schinen durch den Bau eigener hochleistungsfähiger Maschinen gebrochen werden konnte.
Wanderungen am Himmelfahrtstage nächster Jahres für das südliche Oberhessen nach Butzbach, für bas nördliche und westlich! Oberhessen nach Alsfeld zu führen.
Mit dreimaligem Sieg-Heil auf Führer, Volk uni Heimat wurde die fruchtbare Tagung geschlossen.
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