Ausgabe 
28.10.1935
 
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Nr. 252 Erster vlatt 185. Jahrgang

Montag, 28. »Höbet 1935

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uns gehört, und daß wir deshalb zusammen an die­sem Staat und an dieser Partei, was das Gleiche ist, zu arbeiten haben. Wer aber im Staatsapparat und wer in der Partei den vom Führer befohlenen Gleichschritt nicht mitmacht, muß aus g e - merzt werden. Das Tempo gibt allein der Füh­rer an. Es wird deshalb auch jetzt, dem Willen des Führers gemäß, absolut ernst gemacht gegen diejeni­gen, die da glauben, Einzelaktionen aus R a d a u l u st oder auch nur aus gut gemeintem Uebereifer zu vollziehen und damit disziplin­los werden.

Gehorchen allein aber, Volksgenossen, das wissen wir alle, genügt nicht und genügt vor allem uns Nationalsozialisten nicht. Wer vom Führer berufen ist, durch sein Vertrauen ausgezeichnet, irgendwo als Führer an kleiner oder großer Stelle in Partei oder Staat zu stehen, muß durch sein leben­diges Beispiel, durch seine Handlungen sich immer wieder aufs neue bewähren und den ande­ren Gefolgsleuten dieses Beispiel sein.

Glaubt mir, Parteigenossen: Selbstverständlich sind immer noch Leute am Werke, die so eine Art Provokateure darstellen oder solche, die zu uns gekommen sind, weil sie sich unter Nationalsozialismus etwas ganz anderes vorstellen als Nationalsozialismus ist, die ir­gendwelche phantastischen und verworrenen Pläne haben, die in mißverstandener Auffas­sung des nationalsozialistischen Rassegedankens und des Bekenntnisses zu Blut und Boden das lleberfpihen und in ihre romantischen Wunsch­träume von Wotan und Thor und ähnliches einschliehen.

Wir sind auch nicht dafür, daß andere Par­teien in gewissen Organisationen und oft sogar getarnt durch das Braunhemd wieder tätig werden. Wir wünschen es gar nicht, daß z. B. die Wirtschafts Partei in gewissen Or­ganisationen mit Braunhemd wieder fröhliche Urständ feiert, sondern wir ken­nen noch zu genau, daß bei jener Partei Hunde­steuer und Wasserzins weltanschauliche Programm- punkte gewesen waren, daß es damals immer um Interessenvertretung ging. Und da

nun eben auszufcheiden. Die nationalsoziali­stische Bewegung erfaßt heute alle Volksgenos­sen. 3n ihrer Hand liegt der Rundfunk, die Presse, der Film, liegen alle die Dinge, die not­wendig sind, um ein Volk zu erfassen, auf­zuklären und zu erziehen. Fast alle leitenden Beamten, Parteigenossen, sind aus der Bewe­gung gestellt worden. Wenn aber der Führer Männer beruft, die nicht aus der Partei her­vorgegangen sind, dann müssen wir National­sozialisten so viel Einsehen haben, daß der Füh­rer dafür seine Gründe Hal. Wenn er diese Männer seines Vertrauens für würdig hält, dann haben wir ihnen auch unser Vertrauen zu geben, denn der Führer hat die bessere Men­schenkenntnis als wir alle zusammen.

Aber das Wichtigste, Parteigenossen, müssen Sie erkennen: Daß wir ja nur d i e erste Genera­tiv n sind, die Generation, die begonnen hat, zum Teil erst im reifen Alter, das Ideengut des Natio­nalsozialismus zu erfassen. Jeder von uns ist in das Leben hineingetreten, reichlich bepackt mit Bagage aus früheren Zeiten. Jeder hat viel von sich e r st a b w e r f e n müssen. Jeder von euch wie auch ich waren belastet mit falscher Erziehung, ganz gleich, ob der deutsche Arbeiter seine Erziehung vom marxistischen Klas­senstandpunkt erhalten hat oder wir vielleicht vom Staatsdünkel aus. Es ist ausgeschlossen, daß die heutige Generation lOOprozentig nationalsozialistisch denkt und fühlen kann. Was heute Pimpf ist, das wird Gott sei dank einmal Nationalsozialist sein. Das zu erzielen, das ist aber unsere eigene Aufgabe. Dieses Erziehungswerk ist das Wichtigste, was wir überhaupt zu vollenden haben.

Dieser Erziehung müssen wir uns ganz beson­ders widmen und müssen dafür sorgen, daß aus die­ser Generation dann die Vollendung langsam heran­reift. Und darum ist es notwendig, daß gerade oie, die an den verschiedensten Stellen der Partei als Leiter berufen worden sind, sich darüber klar sind, daß wir niemals einen Gegensatz zwi­schen Partei und Staat aufzeigen dürfen, sondern daß dieser Staat unser Fleisch ist, der

Ruhiger Verlauf der Schweizer Nationalratswahlen.

Bern, 27. Okt. (DNB.) Die Neuwahlen füt den Nationalrat wurden in der ganzen Schweiz in völliger Ruhe durchgeführt. In einer Reihe von Kantonen haben auch Erneuerungswah­len in den St ä n de r a t stattgefunden. Der bis­herige Besitzstand wird hier voraussichtlich keine großen Veränderungen erfahren. In den Kantonen Schwyz, Waadt, Genf und Uri ergibt sich das gleichst Kräfteverhältnis wie bisher. In Genf ist das so­zialdemokratische Regierungsmitglied Naine in detz Minderheit geblieben. Die Nationalratswahl iti den Kantonen Zug und Schwyz ergab parteien­mäßig auch keine Veränderung. In Schaffhausen zieht der von den Kommunisten abgefallene Links­sozialdemokrat Bringolf wieder in den Nationalrat ein, während der Vertreter der Bauernpartei durch einen Freisinnigen ersetzt wird.

LPD. Limburg (Lahn), 27. Okt. In Limburg fand am Sonntagmittag ein Kreisparteitag der NSDAP, statt, zu dem sich trotz strömenden Regens Zehntau^ende von Volksgenossen eingefun­den hatten.

Gauleiter Sprenger

betonte, daß diese große Kundgebungswelle, die mit dem heutigen Tage in diesem Abschnitt des Gaues beendet ist, ganz bewußt im Lahn- und Westerwald­gebiet durchgeführt worden sei, um das national­sozialistische Gedankengut tatsächlich auch hier bis in die letzte Hütte hineinzutragen. Noch sei der Auf­bau nicht ganz beendet, und darum müßten die Partei, ihre Gliederungen, ja das ganze Volk i m - mer wieder zusammengeholt werden, um es so mit dem notwendigen Rüstzeug zu versehen. Gewisse Kreise glaubten, von die­sem Werk durch eigenmächtiges Vorgehen ablenken zu können. Es handle sich nur um einzelne Draht­zieher, die übrigen seien verführte Mitläufer. Wenn aber andere glaubten, die Aufbauarbeit des Führers durch ihre Ünterminierarbeit in den Kirchen stören zu können, so müsse man ihnen die Worte des Führers noch einmal wiederholen, der ausdrück­lich betont habe, daß der Staat jederzeit bereit sei, das Christentum zu unterstützen, daß er aber auf der anderen Seite erwarte, daß sich die Kirche in den Dienst des Staates und des Volkes stelle. Damit sei eine klape Linie gegeben. Alle andern Einschränkun­gen kirchlicher Kreise seien Absagen an das Führer- prinzip und damit an den Nationalsozialismus. Es ist nicht wahr, daß wir gewisse kirchliche Kreise her­ausfordern; wir sind vielmehr von diesen herausge­fordert worden. In meinem Gau ist noch keiner seines Bekenntnisses wegen verfolgt worden. Aber ich dulde auch nicht, daß von der Kanzel herunter Partei und Staat angegriffen werden. Ein Aus­druck dieser Warnung sind die Kundgebungen, da­mit durch die Kraft der Bewegung jeder sehen möge, wie stark und unerschütterlich die Armee Adolf Hitlers steht.

Reichsminister für kirchliche Angelegen­heiten Kerrl,

ging davon aus, daß seit 15 Jahren die NSDAP. Tag für Tag die Botschaft A d o l f H i t l e r s verkündet: Bevor wir nicht zueinander finden, kann der neue Mensch nicht werden. Ein Wunder muß geschehen, aber Wunder geschehen nicht von selbst, sondern müssen erkämpft werden. Neue Menschen mußten wir werden und jenes Programm befolgen, das von Gott in das Blut jedes einzelnen gelegt ist- Wir sind nicht Individualisten, sondern So­zialisten, organisch gebunden an unser Blut und an unser Volk."

Wir haben in unserm Programm den Arttkel 24, das Bekenntnis zum positiven Chri­stentum. Das hat nichts mit Dogmen zu tun, fon-

Kirche, Partei und Staat.

Gauleiter Sprenger und Reichsminister Kerrl sprechen in Limburg

dem ist unbändiger Glaube und istriede Liebe, die praktische Tat ist, die uns selbst befähigt zu sagen:Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun." Das Wesen des Nationalsozialismus ist Glaube, seine Tat ist Liebe. Das ist National­sozialismus, positives Christentum, die Liebe zum Nächsten. Und dein Nächster ist nicht in erster Linie der Hottentotte, der Zulukaffer, sondern der Deutsche, der Volksgenosse aus deinem Blut. Beweise erst ihm gegenüber deine Liebe, dann glau­ben wir dir später, daß sich deine Liebe auch wei­ter über andere entfalten kann. Beweist du dies aber gerade deinem Volksgenossen nicht, dann sagen wir dir: Du bist ein tönend Erz, eine Klingelschelle.

Sollten die Vertreter der christlichen Konfessionen es nicht begrüßen müssen, daß eine Bewegung den Staat übernommen hat, die das praktische Handeln aus Nächstenliebe von ihren Angehörigen fordert? Mit deren Machtübernahme erst die Stunde ge­kommen ist, in der wahres Christentum wirksam werden kann? Wir würden uns freuen, wenn ihr so handelt; denn so kann die Na­tion nur Gutes erleben und zwischen uns schweigt der Streit für immer. Nichts weiter wollen wir von. euch. Wir führen unser Programm durch bis zum letzten Punkt. Wir haben die Kirche gestützt. Es gibt keinen Staat in Europa, auch keinen katho­lischen, der beispielsweise solche Betrüge an die Kirchen gibt wie wir. Wir haben euch nicht die geringsten Schwierigkeiten in der Glaubensaus­übung gemacht. Wir haben niemals in die Glau­bensdinge eingegriffen. Wir denken nicht daran. Wir wollen hier die völlige Freiheit, denn auch wir sind geworden von innen heraus und nicht durch ein Gesetz, das uns von außen ge­geben wurde. Wir werden euch nicht in der Glau­bensverkündung behindern, wir lassen euch jede Freiheit, wenn ihr eurePflicht so tut, wie jeder Volksgenosse in diesem deutschen Volk. Wenn ihr mit dem Staat marschiert, dann war­ten wir auf den Augenblick, in dem in euren Kir­chen das Leben sich wieder ausbreitet, in dem neuer Glaube sich entflammt, so wie er uns entflammt hat.

Der Nationalsozialismus muß von jedem Partei­genossen verlangen, daß er religiös ist, denn nur der kann sein Leben hinwerfen für ewige Ziele, der das ewig Göttliche in sich spürt. Wir kümmern uns von Staats und Partei wegen nicht darum, wie der einzelne sich seine Gottvorstellung gestaltet. Wir kümmern uns deshalb nicht darum, welcher christ­lichen Konfession er zugehörig sein will, oder ob er das nicht will. Seine persönliche Glaubens- und Gewissensfreiheit ist uns heilig. Seine praktische Tat soll uns zeigen, ob er wahrhaft positiv christ­lich ist. Wir müssen dagegen von jedem National­sozialisten Zuchtund Ordnung verlangen, daß er, der religiös ist, niemals verhöhnt und verspottet, was Volksgenossen heilig ist.

Staat und Bewegung sind eins.

Ministerpräsident Göring spricht in der Breslauer Fahrhunderthalle

sprechen wir ganz offen aus: An sich ist uns über* Haupt nicht so sehr wohl bei gewissen allzu tarken Aufspaltungen und Gliede* ungen. Wir sehen am liebsten immer nur d i i Partei a l s Ganzes, die Nationalsozialistisch- Deutsche Arbeiterpartei. Die Partei ist das Einzige. So wenig wir glauben, daß ehemalige prominent- Gewerkschaftssekretäre heute die geeigneten Leute wären, um in der Deutschen Arbeitsfront führend tätig zu sein, so bieten uns auch d i e ehemali­gen Vorstände der Wirtschaftspartei nicht die Gewähr, ihre Jnteressentenvertretungen ge­nügend vergessen zu haben. Wenn ich heute immer wieder sehe, wie man unser Rassenpro­gramm ausspielt, um dabei ein besseres Geschäft zu machen, dann möchte ich sagen:Du gehörst in die Wirtschaftspartei! Zieh das Braun­hemd aus, du hast dich geirrt." (Stürmischer Bei» all.) Wenn in einer Straße Berlins sechs jüdische Kleidergeschäfte sind und nur ein deutsches, und wenn acht Tage später, nachdem nicht mehr beim Juden eingekauft wird, die Anzüge und Kleider bei dem Deutschen um das Doppelte steigen, bann gehört er mit zu den sechs Juden. Das ist fürwahr das Unnationalsozialistischste, was es gibt, unsere geheiligten Grundsätze auszuspielen zu gemeinem eigenem Profit. Wir werden in Zu­kunft hierauf das schärfste Auge richten, und ich werde rücksichtslos solche Geschäfte ausmerzen, di­derartige Dinge betreiben.

Dasselbe gilt auch für jene, die aus irgend­einer Zwangslage oder Notlage heraus durch Preistreiberei glauben, sich selbst ver­bessern zu können. Auf dasselbe Gebiet gehören auch diejenigen Angsthasen von Hamsterern, die Sorge haben, sich ihren Bauch nicht mehr genug füllen zu können, wenn irgendwo von einer Knappheit die Rede ist. Ulan nehme sich hier ein Beispiel bei anderen Völkern. Sie sehen ihre Söhne, ihr Blut ein, um ihren Le­bensraum zu erkämpfen, und wir wollen nicht einmal weniger Butter essen. Damit ist es nicht getan, über die Haustür das TransparentGe­meinnutz geht vor Eigennutz" zu hängen und durch die Hintertür mit der Hamsterware her­einzukommen. Sondern wir verlangen, daß durch das Vorbild dieser Grundsatz ge- ' währleistet wird. Es ist die Aufgabe von euch allen, Parteigenossen, die ihr irgendwo führt, an dieser Volkserziehung mltzuarbeiten. Ihr, die nationalsozialistischen Leiter, seid ja, wie der Führer bestimmt hat, die Garanten, das Volk hinaufzuführen *zu unserer hohen Idee, ihr dürft niemals ermüden in der ewigen Für­sorge für euer Volk, nicht nur im Winterhilfs­werk, sondern überall.

Ich wünsche, daß ein besonderes Augenmerk auf die Betriebe gelenkt wird, und auf das Wohl­ergehen der Arbeiterschaft. Ich habe wie­derholt Meldungen bekommen, daß auch hier noch bei weitem nicht die Dinge so in Ordnung sind, wie sie sein müssen. So wie der Arbeiter darauf Rück­sicht nimmt, daß in dieser schweren Zeit Deutsch­lands sein Lohn nicht höher sein kann, so nehm- auch der Unternehmer Rücksicht darauf, daß der Ar­beiter manchmal in einer furchtbaren Lage ist. Jener echteZusammenhalt,der zwischen Be­triebsführer und Gefolgschaft sein muß, wird bet Maßstab sein, nach welcher Richtung wir den Un­ternehmer beurteilen. ;

Das sind Dinge, die ihr zu besorgen habt: Di- Aufklärung und Erziehung der Betriebsführer einer­seits und der Arbeiterschaft anderseits und die Auf­klärung eurer im Staatsdienst stehenden Parieige- noffen, damit sie eingreifen können, wo die Er­ziehung nicht mehr nützt.

Ihr habt den Kampf um Deutschlands Zukunft vor dem ganzen und für das ganze Volk zu füh­ren, und ich bin überzeugt, so, wie Sie das bisher getan haben, werden Sie das in Zukunft tun. Wenn einer den Nationalsozialismus nicht versteht, . kann er heute nicht an führender Stelle sein. Wenn er aber beweist, daß er das Gedankengut in sich ausgenommen hat, dann wird nicht immer der Zeit­punkt seines Eintrittes in die Partei allein entschei­dend sein, sondern was er für d i e Bewegung und sein Volk lei st et.

Volksgenossen, schwere Zeiten stehen uns noch be­vor. Darüber müssen wir uns alle im klaren sein. Wenn ihr jemals schwankend und schwach werdet, dann setzt euch ab davon, dann seht aus den Führer allein, sehG seine leuchtende Gestalt, seht seinen Edelsinn, und ihr werdet stark werden; die Kraft wird sich euch mitteilen, und ihr werdet richtig handeln.

Breslau, 28. Okt. (DNB.) Ministerpräsident General Göring sprach am Samstagabend auf der Führertagung der NSDAP, des Gaues Schle­sien in der Jahrhunderthalle.

Der Ministerpräsident knüpfte an den ehrenden Nachruf des Gauleiters für den am Samstag zu Grabe getragenen Reichsstatthalters Gauleiter Löper an. Das Leben und der Kampf des Ver­storbenen seien ein Vorbild zu dem Thema Partei und Staat gewesen, ein Vorbild für jene einzige große und so notwendige Zusam­menarbeit dieser beiden gewaltigen Faktoren des heutigen Deutschland. An dem scheinbaren Ge­gensatz von Partei und Staat orakelten draußen die Schristgelehrten und prophezeiten den Zusammen­bruch des jungen Deutschland. Wir aber wissen, so fuhr der Ministerpräsident fort, daß von einem Ge­gensatz von Partei und Staat darum nicht die Rede fein kann, weil ja dieder Staat durch die Partei er st geschaffen worden ist, weil wir vordem keinen Staat gehabt haben, und weil un- . fer Staat erfüllt ist von der Idee und von dem : Geistesgut des Führers unserer Bewegung und weil es in der Hauptsache die Männer der Bewegung sind, die diesen Staat zu erfüllen und zu führen haben. Wenn unter einem Geist von Scheide- und Stresemännern Deutschland nicht stark und tapfer fein konnte, unter dem Geist von Adolf Hitler muß es stolz und tapfer sein. (Tosender Beifall.) In einem Augenblick, wo die Menschen verzweifelten in ihrer Auffassung an Deutschland, stellte der Führer jenes Fanal auf, dem erst wenige und dann schließ­lich im Gleichschritt das ganze deutsche V o l k folgte, abgesehen von jenen ewig Gestrigen und Ab- seitsstehenden, die selbstverständlich ein 70-Millio- nen Volk als Abschaum immer haben wird.

Der Führer Hal die Revolution für be­endet erklärt. Er hat eindringlich auf die Gefahren hingewiefen, die darin bestehen, wenn einige Phantasten glauben, die Revolution um der Revolution selbst willen forltreiben zu kön­nen. Er hat diese Revolution für beendet er­klärt ich bitte Sie das zu beachten in dem gleichen Augenblick, als er die Einheit von Partei und Staat proklamieren konnte. In dem Augenblick, in dem er feinen Staat fo weit durchdrungen fiihUe von natio- 1 nalfozialiftischem Ideengut und beseht mit na- tionalfozialistifchen Führern konnte er diese Einheit proklamieren. Damit entfiel aber auch die Fortsetzung der Revolution. Wenn heule Partei und Staat als ein Ganzes besteht, fo muß selbstverständlich hier nun Eingliederung eintrelen, die notwendig ist, um die Aufgaben zwischen Partei und Staat richtig zu verteilen. Die Jahrtausend alte Sehnsucht des deutschen Volkes hat nun Gestalt gefunden, wir sind nun endlich ein Volk und ein Reichgeworden. Was allen nicht möglich war, was selbst ein Bis­marck nicht erreichen konnte, was die Sozialdemo­kraten nicht fertigbrachten, die doch angaben, alles im Handumdrehen machen zu können, das gelang bem Führer und seiner Bewegung, weil sie das Vertrauen des Volkes hatten. Wenn man früher sagte:Es ist ja das Volk selbst, das diese Einigkeit nicht wollte" so ist das nicht richtig, nein, das deutsche Volk hat diese Ewigkeit immer gewollt, aber seine Herren wollten sie nicht. (Beifall.) Ich bin stolz darüber, daß der Führer, als er mich zum Ministerpräsidenten des größten deutschen Landes machte, mir ganz klar erklärte.

Ich stelle Sie dorthin nicht, damit Sie der Kon­servator des Alten, sondern der Liquidator dieser alten Zustände werden". Die Arbeit Preußens, seine Entstehung und Geschichte bildeten die Voraus­setzung, daß dabei die Einigkeit des Reiches ent­stehen konnte. ... , .

Ich könnte hier stundenlang reden, konnte spre­chen vom Arbeitsrecht, Strafrecht und all dem, was auf dem Rechtsgebiet geschaffen worden ist; von der Durchführung der Arbeitsschlacht, der land­wirtschaftlichen Erzeugungsschlacht. Die Nürn­berger Gesetze Flaggengesetz, enge setz

und Reichsbürgergesetz sind fundamentale Mark­steine im Aufbau unseres Volkes. Ich hatte damals die Ehre, das F l a g g e n g e s e tz zu begründen, und Sie alle wissen, daß ich das mit innerer lieber» zeugung und Achtung vor der alten ruhmreichen schwarzweißroten Fahne getan habe, die einst über den Schlachtfeldern wehte, daß aber ebenso sicher mar, daß jeder Staat und jedes Reich und jede Zeit das Symbol braucht, das ihr richtunggebend ist. So ist das auch mit unserer Fahne. Und es können ja nur Farbenblinde sein, die nicht erken­nen, daß das Reichssymbol schwarz-weiß-rot in seinen Farben ist. Daß über Deutschland das Siegeszeichen wehen muß, unter dem wir 12 Jahre gekämpft und geopfert und gesiegt haben, das ist selbstverständlich. Sie selbst kennen alle die anderen Gesetze, die noch in Nürnberg eingeführt worden sind und die notwendig waren, um auch jenen un­erhört wichtigen Punkt durchzuführen: die Rein­haltung unserer Rasse und damit die Wiedergeburt des deutschen Volkes zu sichern.

So sehen Sie auf allen diesen Gebieten, daß nichts vergessen worden ist. Es kann nicht immer alles im gleichen Tempo geschehen. Das Tempo des Marsches bestimmt Gottseidank der Führer und nie­mand anders. Wer das nicht will, der hat