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Oie76.Reserve-Division im"

XX

eltkrieg.

Zur Wiedersehensfeier

am 28. und 29. September 4935 in Gießen.

Zu den ersten Reserve-Divisionen, die nach Ab­schluß des Bewegungskrieges Ende 1914 aufgestellt wurden, gehört die 76. Reserve-Division. Hervor­gegangen aus den aktiven Regimentern des 18. und 11. Armeekorps, wurde die Division im Dezember 1914 auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf in Thü­ringen zusammengestellt. Die Division setzt sich zu­sammen aus den Infanterie-Regimentern RJR. 252, 253, 254; den Feldartillerie-Regimentern RFA. 56 und 58, der Res.-Pionier-Kompanie 76 und 77, der Res.-Radfahrer-Komp. 76, der Res.-Kav.-Abteilung 76, der Fernsprech-Abteilung 76, dem Res.-Divisions- Brückentrain 76, dem Res.-Scheinwerferzug 38 und der Res.-Sanitäts-Kompanie 56. Außerdem gehörte zur Division noch ein Feld- und ein Pferde-Lazarett. Schwere Artillerie wurde der Division für die je­weiligen Kampfhandlungen aus den verschiedenen bestehenden Formationen zugeteilt. In den Reihen dieser Regimenter haben in erster Linie die Söhne des Hessen- und Nassauer-Landes, von Thüringen und Westfalen gestanden. Mit lebhafter Freude dürf­ten deshalb die Angehörigen dieser Division in Gie­ßen begrüßt werden, der Stadt, die viele nach Kriegs­ende zum ersten Male wiedersehen. Der noch lebende erste Divisionskommandeur, Generalleutnant El­fte rmann von Elster, hat im Jahre 1914 die aus dem Füsilier-Regiment 80 und dem Jnf.-Regt. 81 bestehende 42. Jnf.-Brigade der 21. Jnf.-Division ge­führt. Ihm folgte als zweiter Führer Generalleut­nant Freiherr von Quadt, der 1930 der Kame­radschaftlichen Vereinigung der Division durch den Tod entrissen wurde.

Das Schicksal hat es gefügt, daß die Division auf fast allen Kriegsschauplätzen des Weltkrieges ge­kämpft hat. Im Winter des Jahres 1914/15 nahm sie im Verbände der 10. Armee an entscheidender Stelle an der Winterschlacht in Masuren teil, die Ostpreußen endgültig vom russischen Joch befreite. Auf der Verfolgung über SuwalkiAugustow schloß sie zuletzt in der Schlacht am Wolkusch den eisernen

Ring um die 10. russische Armee. Sie hatte das Glück, die Stäbe des Generalissimus und mehrere Korps- und Divisionsführer gefangen zu nehmen, sowie über 10 000 Russen mit zahlreicher Artillerie zu Gefangenen zu machen. Nach den schweren Kämpfen am Bobr, bei Praßnysz, Krasnopol und den Stellungskämpfen bei Suwalki stand die Divi­sion anfangs August 1915 in erster Reihe bei der Erstürmung der Festung Kowno und nahm teil an der stürmischen Verfolgung, die die Russen über Wilna bis nach Smorgon zurückwarf. Die Kampfe um Kowno, August 1915, werden in einem Vortrag des damaligen Führers der Division, Generalleut­nant Elstermann von Elster, Sonntag, 29. Septem­ber, in der Aula der Landesuniversität eingehend behandelt werden. Im November des Jahres 1915 wurde die Division in Kurland eingesetzt und stand in dem weiten Abschnitt der Düna-Front südlich Riga in schweren Abwehrkämpfen an der Aa, bei Kekkau, am Brückenkopf von Uexküll und bei Lenne- waden.

Nach langwierigen Stellungskämpfen im Früh­jahr und Sommer des Jahres 1916 in diesem Ab­schnitt erfolgte im August 1916 der Abtransport nach Siebenbürgen, wo die Division mit nur wenig deutschen Divisionen die Offensive der an Zahl weit überlegenen rumänischen Kräfte auffing und nach den Schlachten bei Hermannstadt, am Geisterwald und bei Kronstadt den Feind ins Gebirge zurück warf. Die Gebirgskämpfe am Törzburger Paß ge­hören zu den glorreichsten Erinnerungen ihrer Re- aimenter. Nach dem großen Durchbruch der Gruppe Kühne am Szurduk-Paß brach die Division neben dem Alpenkorps bei Campolung über das Gebirge in die Ebene der Walachei vor und bereitete Teilen der rumänischen 2. Armee in dem Erdölgebiet von PloesiiCampina eine vernichtende Niederlage. Nach lebhaften Verfolgungskämpfen ging die Division im Januar 1917 an Putna und Sereth zwischen Foc- sani und Odobesti zum Stellungskrieg über. Bei der

Sommeroffensive 1917 gehörte fie 3U^ ftauptan« griffstruppe der 9. Armee in der erbitterten Schlacht bei Marasesti. ro

Nach Abschluß des WaffenMstandes mit Rumä­nien wurde die Division nach Frankreich berufen, wo sie in derGroßen Schlacht in Frankreich im alten Kampfgebiet der 21. Infanterie-Division bei Roye eingesetzt wurde. Unter großen Opfern hielt die Division an der Avre, bei Grivesnes und Mo- reuil den starken Gegenangriffen der Franzosen stand. Nach kurzem Einsatz bei Verdun hatte sie die schweren französischen Angriffe südlich und westlich von Soissons auszuhalten um dann zuletzt bei Grandpre gegen die große Offensive der Amerikaner eingesetzt zu werden. Nach Abschluß des Waffenstill­standes zog sie durch Belgien, die Eifel unb, das Moselgebiet zurück nach Koblenz, wo sie auf be­sonderen Befehl der Obersten Heeresleitung als Sicherheitstruppe zurückgehalten wurde. Als letzte Division hat sie an dieser Stelle im Dezember 1918 den Rhein überschritten.

Treue Kameradschaft und die Erinnerung an die große Zeit hat die Ueberlebenden bisher zusammen­gehalten und eine Gemeinschaft erstehen lassen, die sämtliche Rgimentsvereinigungen der Division er­faßt. Wenn heute nach Wiedererlangung der Wehr­hoheit, die Division zum 7. Male nach dem Welt­krieg eine Wiedersehensfeier veranstaltet, und diese gerade nach der Garnisonstodt Gießen verlegt, so gibt sie damit kund, daß es ihr darauf ankommt, den Zusammenhalt der alten Armee mit der neuen, des Dritten Reiches, Wehrmacht zu pflegen.

Die Veranstaltung des Divisionstages

sieht für den heutigen Samstag Sitzungen der einzelnen Vereinigungen und der vereinigten Vor­stände vor, ferner eine Besprechung der Offiziere. Der Abend vereinigt die Kameraden zur Begrü­ßung. Für Sonntagvormittag (9 Uhr) ist eine Ge- fallenen-Ehrung am Ehrenmal der 116er vorge­sehen. (Siehe heutige Anzeige.) Von 10 bis 11.45 Uhr wird Generalleutnant Elstermann von E l st e r in der Aula der Universität einen Vortrag über Kowno" halten. Um 15 Uhr findet die Wieder­sehensfeier der Divisionskameraden mit Vorführun­gen der Reichswehr statt.

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0 Laubach, 26. Sept. Heute um 13.54 Uhr verließen uns unsere Danziger Gälte wieder, nachdem sie drei Wochen zur Erholung bet uns ge* weilt hatten. Am letzten Abend hatte die N«D. die Scheidenden zu einer Abschiedsfeier in dieTraube geladen, bei der mancherlei Unterhaltung geboten wurde. Das Jungmädellager fang einige Lieder, die Schülerinnen der Steinerfchen Schule boten ernste und heitere Gedicht- und Gesangvorträge ferner Volkstänze mit Ziehharmonikabegleitung. Bürger­meister Högy rief den Gästen einen dichterischen Gruß zu, und Pg. Post brachte em Potpourri Zum Schluß hielt Ortsgruppenamtsleiter Pg. Mönnig eine Ansprache über das segensreiche Wirken der NSV. mit besonderer Würdigung der Wirken der NSV. Ein dreifaches Sieg-eHil auf den Führer, sowie der Gesang des Deutschland- und des Harst-Wessel-Liedes beendeten die Feier.

und Wissenschaft.

Die Neuordnung in der Reichsfchrlfllumskammer.

Den Mitgliedern des Reichsverbandes Deutscher Schriftsteller wurden, nach einem Bericht der DAZ., dieser Tage in Berlin die Gründe bekanntgegeben, die, wie gemeldet, ^zur Ueberführung des Verbann des in die Reichsschrifttumskammer unter Auf- löfung der bisherigen Organisation geführt haben. Keinesfalls ist wie von einigen voreiligen Ge­rüchtemachern bereits geraunt wurde die Auf­lösung wegenpolitischer Unzuverlässigkeit" erfolgt. Sowohl der bisherige Verbandsleiter, Intendant Götz Otto Stoffregen, wie der Geschäftsführer der Reichskulturkammer Hans H i n k e l stellten dies mit aller Betonung fest. Diesen Gerüchten wird im übrigen durch die Berufung Stoffregens in den Präsidialrat der Reichsschrifttumskammer durch Reichsminister Dr. Goebbels am nachdrücklich- ften begegnet. Die Neuordnung erwies sich vielmehr im Zuge der mit dieser Maßregel abgeschlossenen, von langer Hand vorbereiteten Aktion zur Sie­bung und Sichtung des Bestandes der Reichskulturkammer als notwendig und erfolgte im vollen Einvernehmen mit allen betroffenen Stellen planmäßig nach den Weisungen des Präsidenten.

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