H
Mittwoch. 28. AugufNW
Nr. 200 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheßen)
8rab gens 12,5 am
norden.
Aus dem Reiche der Krau
wieder auf. Der klermel ist diesmal aber lang
und
Fünfzig Jahre find es her. seitdem in einem einen Werk in Besan^on der erste Kunstseiden-
gesteppter, rehbrauner Haarsilz.
H.
eng. Die drei Knöpfe sind mit Stoff bespannt, die Taschen eingeschnitten. Der mittelgroße, gleichfarbige Hut ist aus weichem Haarfilz. Halstuch, Handtasche, Handschuhe und Schuhe sind dunkelbraun.
Das lange Cape mit den Armschlitzen ist ebenfalls wie die Jacke in Raglanbahnen geschnitten, der eckige Kragen ist wieder aus dem Stoff des Kleides. Der Hut mit der neuen viereckigen Randform ist
Kunstseide erobert den Kleiderfchrank
Hering in vielerlei Gestatt.
Der Hering wird ungewässert von Haut und Gräten befreit, dann gewaschen und in süße Milch gelegt. So wird er sehr zart und schmeckt ausgezeichnet auch als Brotbelag.
♦
Heringe 24 Stunden wässern, dann häuten, entgräten, waschen, jede Seite mit Senf bestreichen, saure Gurke und Speck einwickeln und mit einer Gewürznelke zustecken. Milch, reichlich Zwiebelscheiben, auf 12 Heringe etwa 3 Löffel Mehl, Senfkörner, Senf quirlen und aufkochen, über die Röllchen gießen und erkalten lassen. Man kann auch saure Sahne mit geriebener Zwiebel, etwas Zitronensaft und etwas Del vermischt und etwas Pfeffer über die Heringe gießen.
♦
Heringsbutter Ein Matjeshering wird gewaschen und kurz gewässert, dann enthäutet und entgrätet, mit Zwiebel, etwas Senf und einigen Speckscheiben durch den Fleischwolf gedreht .und schließlich mit etwas Zitronensaft und Del gewürgt. Alles wird sehr gut verrührt und mit Weißb>"otscheiben angerichtet. — Einen billigen Brotaufstrich erhält man, wenn man die fertige Masse unter M bis 1 Pfund Kochbutter gibt und bann schaumig rührt.
♦ V
Grüne Heringe. Gut säubern, ausnehmen, ost waschen. Mit Wasser, Zwiebelscheiben, Mig, Salz, Lorbeerblatt, Gewürz und Pfefferkörnern aufs Feuer setzen, bis ans Kochen kommen laufen, hierauf an heißer Stelle einige Minuten ziehen lassen. Die Heringe mit breitem Schöpfer heraus^nehmen und in die Schüssel legen. Die Brühe wird durchgegossen. Auf 1 Liter löst man 12 bis 14 Blatt weiße, gut abgewaschene Gelatine in der heißen Brühe gut auf (nicht kochen) und gießt diese ' über die Heringe. In etwa 4 bis 6 Stunden ist', die Masse erstarrt. Ein sättigendes Gericht zu Bratkartoffeln. Auch Senfsoße und Pellkartoffeln zu .den zarten gekochten Heringen ist zu empfehlen. V
* '
Schuster-Pastete. Eine Auflaufform mit Butter' ausstreichen, in Scheiben geschnittene gekochte Kartoffeln einschichten, darauf in Würfel geschnittenen
M i t Cape und Jacke als Ergänzung ist das leichte Wollkleid in einfacher Linienführung für d i e Uebergangstage besonders geeignet.
Das Material für Kleid und Jacke ist weiche, rehbraune Wolle, während das Cape aus dunkelbraunem Samt ist. Das Kleid ist in vier Bahnen mit leicht glockigem Rock geschnitten. Die Aermel bestehen aus drei Teilen, ihre Weite ergibt je eine springende Falte in Ellenbogenhöhe. Der breite Gürtel in Ornamenten ist aus Kordel gearbeitet, die mit dem Material des Kleides bezogen ist.
Die Jacke nimmt die Schnittlinien des Kleides
-Eas [ollen wir tragen Y
PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS
Ein beachtlicher Einwand gegen Kunstseide war deren Neigung zum Knittern. Alle Gewebe aus Pflanzenfasern, nämlich Baumwolle, Seinen, auch Kunstseide, haben an sich die Neigung zum Knittern. Die Kunstseidenstoffe von heute haben diesen Hauptfehler kaum noch. Durch die Verbindung mit Kreppgarn ist eine größere Geschmeidigkeit vorhanden, die das Knittern verhindert. Man hat sogar Kunstseidengewebe hergestellt, die durch Garne und Bindung so verarbeitet sind, daß sie überhaupt keine Knitterbildung mehr aufweisen. Und wir stehen mitten in der industriellen Durchführung einer neuen großen Erfindung, die das Knittern von Geweben aus Pflanzenfasern überhaupt verhindert.
Heute wäre es töricht, wenn man den Kunstseidencharakter einer Ware irgendwie bei Ankündigung verheimlichen wollte. Kunstseide braucht man nicht mehr zu verstecken. Ihre Tragbarkeit und Anwendung ist unerschöpflich für Kleider-, Wäsche- und Futterstoffe, für Trikotagen und Gardinen, für Möbel- und Dekorationsstoffe. Die billigere Kunst-
Das interessiert die Hausfrau.
Wir schlagen einen Nagel ein.
Wie man einen Nagel richtig und sauber in eine Wand einschlägt, ist ein anderes Kapitel. Heute haben wir es mit dem Einschlagen eines Nagels in ein Stück Holz zu tun. Sei es eine Kiste, die wir zunageln, ein Regal, das wir uns eigenhändig bauen, ein Rahmen oder irgendein anderer Gegenstand aus Holz — das spielt keine Rolle. Immer muh der Stift gut sitzen und seinen Zweck erfüllen. Soll die Befestigung besonders gut halten, dann schlägt man die Nägel in einer Reihe nicht alle senkrecht ein, sondern stellt sie schief und führt sie abwechselnd rechts und links gerichtet in das Holz ein. Wo Nägel dicht nebeneinander eingeschlagen werden müssen, sollte man sie lieber nicht m gerader Reihe, wie die Holzfasern laufen, einnageln, sondern versetzt, damit das Holz nicht splittert. Bei dünnem Holz, z. B. bei Tannenholz, empfiehlt es sich, die Löcher mit dem Spitzbohrer vorzubohren. Dieses Verjähren eignet sich auch dann, wenn es gilt, die Nägel dicht an der Kante einzuschlagen. Allerdings muß mit dem Bohrer ebenfalls vorsichtig umgegangen werden. Wo es auf saubere Arbeit ankommt, wird man die Nägel nach dem Einschlagen versenken. Diese Methode hat den Vorteil, daß der Nagel auch besser hält, da der Kopf nicht rosten kann. Man schlägt den Nagel, sobald er mit dem Kopf glatt auf dem Holz anliegt, mit Hilfe eines größeren Nagels, dessen Spitze man stumpf gefeilt hat, unter die Oberfläche des Holzes und füllt die entstandene Lücke mit Wachs oder Kitt aus, worauf man die Stoffe dem Holz entsprechend einfärbt. Ab und zu kommt es natürlich vor, daß ein falsch eingeschlage-
Ersatzstoff. ,..
Inzwischen hat die Kunstseide eine unerhörte Vervollkommnung erfahren. Don einem bloßen Ersatzstoff kann längst nicht mehr die Rede sein. Kunstseide ist heute ein allgemein anerkannter und völlig selbständiger Textilstoff. Sie ist ein Erzeugnis der Technik und darum ständigen Veränderungen und Verbesserungen zugänglich. So war man ursprünglich beispielsweise der Ansicht, daß Kunstseide nicht sehr hygienisch sei, denn sie war damals nicht kochfest in der Wäsche. Nun aber hat sich dieser Nachteil der Kunstseide, die mangelnde Wasche- beftänöiqfeit, so grundlegend verändert, daß man heute sagen kann, der ideale Stoff für Wäsche ist Kunstseide. Zum Waschen der leichten, feinen kunstseidenen Wäschestücke braucht kein umständlicher Waschtag mehr angesetzt zu werden. Die Reißfestigkeit im nassen und trockenen Zustande ist bei Kunstseide unzweifelhaft eine größere, als sie die Naturseide aufzuweisen hat. Zuerst hatte die Kunstseide auch einen dem modisch geschulten Auge oft unangenehmen Hochglanz. Einen ganz großen Erfolg hat man letzt mit den mattierten Kunstseiden zu verzeichnen. Seitdem es möglich geworden ist, die Kunstseide schon im Spinnprozeß matt zu gestalten und sie damit von dem früher dauernd beanstandeten Hochglanz zu befreien, hat man mit ihrer Verarbeitung außerordentliche Er- ^Durch^Derbindung mit anderen Webstoffen hat man außerdem Mischgewebe erzeugt die an Schönheit und Eigenart alle bisher bekannten Erzeugmsie übertreffen
Besuch und Kind.
Ein Kapitel der häuslichen Erziehung.
Bon Dr. Mally Behler
An vielerlei Einzelheiten wird es nicht schwer, zu erkennen, ob die Eltern die richtige Linie in der Erziehung ihrer Kinder einhalten. Ein ziemlich sicherer Beweis für oder gegen sie ist das Verhalten der Kinder, wenn Besuch kommt.
Da gibt es Mütter, die nicht zufrieden sind, wenn Eischen nicht immer mit dabei ist, wenn Fritzchen nicht neben dem lieben Onkel sitzen darf. Undiszipliniert fliegt das Geplapper der Kinder über den Tisch. Ihr unaufhörliches „Mutti" macht den Beuch zuletzt nervös.
Am schlimmsten ist es, wenn in Mutti das Eitel- keitsteufelchen hochsteigt ... Jetzt wird große Parade gespielt. Fritzchen muß das letzte Gedicht auf- aqen, was er in der Schule gelernt hat. Wie ge- vohnlich will er nicht, bockt, fagts dann heruntergeleiert auf, bis zu der Stelle, wo er immer stecken bleibt. Jetzt geht das eigentliche Drama los. Fritzchen fängt an zu heulen, Mutti gerät in Wut, Fritzchen heult gesteigert. Onkel ist die Sache längst peinlich und ärgerlich, Fritzchen ist fein Patenkind.
Eischen beugt sich jetzt schadenfroh vor, um sich den Fritz, der so schön heult und die Mutti, die so böse aussieht, sensationslüstern anzusehen. Wuppdich, da gießt sie der Tante die Tasse voll Kaffee auf das gute Kleid. Die ganze Familie ist in Hellem Aufruhr.
Fritzchen muß ins Schlafzimmer, bis er sich ausgebrüllt hat, was meistens zum Aerger der Nachbarn eine ziemliche Zeit in Anspruch nimmt. Eischen kommt in die Küche, setzt daraufhin auch kräftig ein, denn ihr standen für den Kaffeefleck auch ein paar schnell verdiente, beweinenswerte Kläppse zu ... Onkel und Tante sehen sich gequält an ...
Jetzt ist Grete aus der Klavierstunde gekommen. „Spiel' du uns was vor!" kommandiert Mutti, die ihre Ehre mit Gretes klavieristischem Können retten will. Onkel denkt: „Ausgerechnet darauf hab' ich noch gewartet". Tante macht ein sauersüßes Gesicht. Sie ist absolut unmusikalisch und tut sich furchtbar leid ...
Grete hat heute ihren schlechten Tag gehabt. Das Zittern ist ihr noch in den Händen. In Besuchsfällen spielt sie nun schon seit Wochen den „Fröhlichen Landmann" ... ganz gleich, wie ihr zu Mut ist. Heute hackt sie ihn ziemlich nervös herunter. Onkel und Tante seufzen auf, wenn der „Fröhliche Landmann" sein Feld am Klavier wieder verlassen hat. ,
Hier ist so ein typischer Fall, wo es nicht heißt: „Besuch und Kind", sondern „Kind und Besuch". Ganz abgesehen davon, daß die Stimmung in der Familie peinlich für alle Teile wird, führt diese falsche mütterliche Eitelkeit zu verhängnisvollen Fehlern in der Erziehung, die später als Trieb zur Geltung, als willensmäßige Undiszipliniertheit schwer auszumerzen sind.
Wie anders kann Besuch unterhalten werden, wenn eine vernünftige Mutter das Heft in den Händen behält. Bei ihr kommen die Kinder ganz selbstverständlich nicht mit an den Besuchstisch ober nur dann, wenn ein artiges Benehmen erfahrungsgemäß sichergestellt ist. Meistens wollen die Kinder auch nicht. Ein Stück Kuchen in die Hand und dann wieder auf die Straße zu ihresgleichen ist ihnen viel lieber ... Vor allen Dingen werden keine Dor- führftückchen von ihnen verlangt. Diese Kinder sind auch gar nicht daran gewöhnt, Wünsche zu äußern. Sie riskieren im Höchstfall einen heimlich bettelnden Blick zur Mutter hin, die ihn je nach der Situationen verstehen will oder nicht.
„Was sind das für prächtige Kinder!", sagt der Besuch ehrlich erfreut. Voll Stolz hört die Mutter das Lob und voll Stolz berichtet sie es am Abend dem Vater. Die Stimmung in der Familie ist voller Harmonie.
Auf diese Weise, die jeden zu seinem Recht kommen läßt, kann sich Besuch wohler fühlen in einer Familie mit vielen Kindern, die qut erzogen sind, । als in einer anderen, wo ein oder zwei Kinder das • ganze Haus in Kriegszustand versetzen, vor allem , aber den Eltern, besonders der Mutter, ein sehr schlechtes Erzieherzeugnis ausstellen.
kleinen Werk in Besan^on der erste Kunstseiden- faden für die Textilindustrie gesponnen wurde. Niemand wäre damals auf den Gedanken gekommen, daß dieses harte und strohige Erzeugnis, das da hergestellt wurde, einmal den Hauptbestandteil in d e r Bekleidung der gesamten zivilisierten Welt darstellen würde. Die ersten Kunstseidefäden verwendete man für Schnüre und Litzen. Bald erweiterte sich das Verwendungsgebiet, und Häkelgarne aus Kunstseide bildeten ein Ereignis. Auf Grund dieser ermutigenden Erfahrung und auf Anregung der Abnehmer wurde in den Versuchsstätten fieberhaft gearbeitet. Man erkannte schnell, daß die Absatzgebiete sich noch geroaltia steigern könnten. In den 90er Jahren schätzte man die Kunst- feibenergeugung bereits auf 14 000 Kitt 3ramm im Jahr. Immer noch aber war bie Kunstseibe ein
allgemeinen billig verlangt unb beshalb oft nicht bebenft, baß burch Schunbware die Güte leidet und damit die Kunstseide in Mißkredit gebracht wird. Um irgendwelchen Mißverständnissen bei den Verbrauchern ovrzubeugen, darf nur Naturseide als Seide bezeichnet werden. Das ist aber keineswegs ein Werturteil gegen die Kunstseide.
Alle Vorzüge eines Rohstoffes müssen heute aber noch unter einem besonderen Gesichtspunkt betrachtet werden. Die Kunstseide ist das mustergültige Beispiel für ein Deredelungserzeuanis. Wenn wir den Grundstoff Holz gegen das Fertigfabrikat Kunstseide stellen, welch ein Werdegang — ein Werdegang, an dem Tausende von Händen gearbeitet haben, Tausende von Menschen ihr Brot gefunden haben. Wenn wir bedenken, daß der Wollanfall aus deutscher Rohwolle bis jetzt kaum mehr als 9 v. H. beträgt, daß wir in Deutschland Baumwolle überhaupt nicht haben, daß deutsche Naturseide niemals eine nennenswerte Bedeutung erreichen kann, daß wir auch von der Deckung des eigenen Bedarfs in Flachs noch weit entfernt sind, so erscheint es füx jede deutsche Frau geboten, die Kunstseide, das Erzeugnis aus der uns vertrauten deutschen Fichte, weitgehend zu berücksichtigen. Sie I gibt damit deutschen Arbeitern Brot.
MIT CAPE UND3ACKG...
u
ner Nagel wieder herausgezogen werden muß. Die Zange macht c r häßliche Schrammen auf der Holzoberfläche. Da helfen wir uns, indem wir ein Stückchen Pappdeckel oder auch ein dünnes Holzplättchen unter den Kopf des Nagels schieben ober wenigstens bicht on den Nagel heran, so daß die Zange dadurch eine Unterlage bekommt, bie etwaige Kratzer vertragen kann.
Strümpfe waschen.
Seidenstrümpfe werden, bevor man sie zum erstenmal benutzt, ganz kurz in lauem Wasser geweicht. Durch diese Prozedur werden die Fäden weich und elastisch und leisten später größeren Widerstand. Außerdem erspart man sich Den Aerger, daß die Strümpfe beim ersten Regen fleckig werden. Es tut den Strümpfen niemals gut, wenn man sie sehr schmutzig werden läßt, ehe man sie wäscht. Besonders im Sommer sollten sie täglich nach dem Tragen rasch einmal durchgewaschen werden. Das geschieht nur in lauwarmem Wasser, in dem man Seife oder Seifenflocken aufgelöst hat. Das Spülwasser darf sich in der Temperatur nicht zu sehr von dem Seifenwasser unterscheiden. Es ist auch nicht gut, wenn man bie Strümpfe lange im Wasser liegen läßt. So wie man bie Strümpfe beim Waschen nicht strapaziert, kann man sie nach bem Spülen auch nicht auswringen. Hat man bas Spülwasser vorsichtig herausgebrückt, bann hängt man bie Strümpfe an ben Fußspitzen auf, so können sie sich nicht verziehen.
Ein letzter Kniff: Man zieht feine Seibenstrümpfe stets von links nach rechts an, wobei man zunächst in den eingeschlagenen Fußteil schlüpft und bann den oberen Strumpfrand darüberstülpt. Auf diese Weise wird der Strumpf nicht gezerrt.
MferWimg.
Von Otto Berndt, Berlin.
Don der ganzen Tiefe des Nattonalsozialismus und der Gründlichkeit, mit der er sein Ziel verfolgt, zeugt es, daß er sich nicht damit begnügt hat, sich nur die Heranwachsende Jugend zu sichern und sie um fein Banner zu scharen, sondern daß er sich darüber hinaus bie Aufgabe gestellt hat, jeden einzelnen Angehörigen der deutschen Volksgemeinschaft, gleich welchen Alters, zu gewinnen. Erst wenn auch der letzte Deutsche gewonnen ist für die großen Gedanken des Nationalsozialismus, ist feine innenpolitische Aufgabe gelöst.
Bei dieser Auffassung kann der Nationalsozialismus unmöglich die Scharen derer ausnehmen, die von den bisher üblichen Einwirkungen der Staatsgewalt früher nie gam erfaßt worden sind: die deutschen Frauen. Und doch ist es eine Lebensnotwendigkeit für den Nationalsozialismus, auch ihnen zu zeigen, wo ihr Platz ist, zwar nicht gleichartig dem Manne, wohl aber ihm gleichwertig: Trägerin aller geistigen unb seelischen Güter, Unterpfanb für bie Unsterblichkeit unseres Volkes zu sein. Diese gewaltige Ausgabe hat sich bie Mütterschulung gestellt. Getragen von bem Willen zur Volksgemeinschaft, will sie vor allem körperlich unb damit auch seelisch tüchtige Mütter heranbilden, die durchdrungen sind von dem Gefühl der heiligen Pflichten, die ihrer als Frau und Mutter warten. Diesem Gedanken soll eine allgemeine Schulung bienen, bie ber Frau hauptsächlich nationalsozialistische Weltanschauung unb richtige Einstellung zum Leben näherbringen soll. Unentbehrlich sinb hierbei bie Grundzüge der Rassenkunde und deutschen Geschichte. Werden den Frauen auf diesem Wege überwiegend theoretische Kenntnisse vermittelt, so werden sie durch die anderweitige Schulung mit ber Praxis völlig vertraut gemacht; benn was hülfe es ihnen, wenn sie wohl m ber Gebankenwelt des Nattonalsozialismus sich auskennen, dem wirklichen Leben gegenüber aber versagen. Dor allem werden ihnen die Grundsätze nationalsozialistischer Haushaltsführung nahegebracht, nämlich gesund, artgemäß, bodenständig unb sparsam zu fein. Das so oft verkannte unb boch für den zermürbenden Kampf mit bem Alltag so unentbehrliche Werkzeug liefern Kurse über Haushaltsführung; hier lernen die Frauen alles, was sie wissen müssen, angefan« aen von ber so schweren Kunst, mit dem Wirtschaftsgeld „auszukommen", und all jenen „Kniffen , die nun einmal erforderlich sind, soll alles im Haushalt seine Drdnung haben, bis zur Buchführung und den „höheren Künsten". Wird hierdurch ben Frauen bie Möglichkeit gegeben, ihre rein hauswirtschaftlichen Aufgaben zu bewältigen, so soll die britte Reihe von Kursen ber Mü11erschu - luna sie in bie Familien- unb Gesundheitspflege einführen. Nichts Leichtes ist es, was es hierbei zu lernen gilt. Soll sich doch den Frauen das ganze Wunder ihres eigenen unb des menschlichen Lebens überhaupt erschließen! Säuglingspflege unb Kinber- erziehung sind bie nächsten Fragen, bie gelöst werben wollen; wer selbst Vater oder Mutter ist, weiß am besten, wie schwer bas eine kleine Wort „Erziehung" lastet! Dabei muß bie Frau auch eines können, will sie ihren Platz wirklich recht ausfüllen: mit den Kindern spielen; das ist gar nicht so einfach, wie es vielleicht klingt. Weiter muß die Frau kleine häusliche Feste veranstalten können, soll ihr Haus ein rechtes Heim werden, in dem man sich wohl fühlt. Zum Abschluß werden Körperpflege und -schulung gelehrt; auch muß die Frau erste Hilfe bei Unglücksfällen und Krankheiten in der Familie leisten können.
Durchgeführt wird diese umfassende Schulung in geschlossenen Mütterschulen oder in Einzelkursen.
seide setzt sich besonders da durch, wo es sich um die Herstellung preiswerter Massenbedarfsartikel handelt. Der Nachteil der , z _ , . Kunstseidenwaren ist häufig der, daß man diese im * gibt damit deutschen


