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Englische Klagen über italienische Propaganda

Selbstauslösung der evang. Veamtenverbande

Moskau weist Amerikas Protest zurück.

Vie Sowjets leugnen die Gemeinschaft mit der KommunistischenZnternationale

Berlin, 28. Aug. (DNB.) DerVölkische Beobachter" meldet: Der Reichsobmann des Ver­bandes Deutscher Evangelischer Be- amtenvereine, Lic. von der Heydt, hat dem Reichsinnenminister die Selbstauslösung des Verbandes und der ange-schlossenen Vereine gemel­det. Der Begründung, die Reichsobmann von der Heydt diesem Entschluß gegeben hat, entnehmen wir folgende Sätze:

Mit dem Tage der Machtergreifung mar unsere politische Aufgabe been­det. Es blieb uns die Hauptaufgabe, den evan-

der Meinung, daß die Ablehnung dieser Verant­wortung durch den stellvertretenden Außenkom- missar dem Staatsdepartement kaum einen anderen Ausweg lasse, als die diplomatischen Bcn Ziehungen abzubrechen.

Die Zeitung bringt ferner eine Unterredung mit dem in Europa weilenden ehemaligen republikau nischen Senator von Indiana Arthur Robinson, der soeben von einer längeren Reise durch bie Sowjetunion zurückgekehrt ist. Auf Grund feinet Reifeeindrücke bezeichnet Senator Robinson eint Zusammenarbeit zwischen den Ver­einigten Staaten und Sowjetrußland als völlig ausgeschlossen. Allerdings würde nach seiner Meinung der Abbruch der di­plomatischen Beziehungen auf die Sowjetregierung kaum einen Eindruck machen, nachdem sie a l l e Vorteile der Anerkennung durch btt Vereinigten Staaten ausgenüht habe. Es fei außerbem zu befürchten, baß bie Komintern im Falle eines Abbruches ber Beziehungen ihre Pro- paganbatätigkeit in ben Vereinigten Staaten nut noch mehr verstärken würben.

10 Verschüttete in Berlin aufgefunden.

Acht von ihnen geborgen.

Berlin, 28.Aug. (DRB. Funkspruch.) An der lln glü ck s stell e in der Hermann - Göring- Straße hat man kurz nach Mitternacht ben neunten Verschütteten in ber nörblichen Verlängerung bes Mitlelschachtes aufgefunben unb gegen gegen 4 Uhr geborgen. Gegen 8 Uhr stießen bie Rettungsmann­schaften auf bet anberen Seite ber Verlängerung bes Mitlelschachtes auf einen weiteren verschütteten, an besten Bergung noch gearbeitet wirb. Man hat mithin zehn Verschüttete aufgefunben, von denen bisher acht geborgen werden konnten.

Noch am gestrigen späten Abend hat man mit dem Parallelstollen auf der Tiergartenseite be­gonnen und ihn bereits einige Meter tief hinunter- gesührl. 3m ersten Parallelschacht wird man im Laufe des Vormittags an einigen Stellen bereits die alte Tunnelsohle erreichen. Es ist nicht aus­geschlossen, daß man dabei auf weitere Verschüttete stößt. Der Mittelstollen ist nach beiden Seiten bis zu ben Tmmelmünbungen durchgeführt. Das Ab-

, urücken, die eine kommunistische Agitation in lmerika befürworteten.

Wilde kommunistische Streiks in Holland.

A m st erb am, 27. Aug. (DNB.) Eine wegen einer Lohnkürzung bei ber Textilarbeiter- chaft in Tilburg entstandene Unzufriedenheit wurde von den Kommunisten zur Inszenierung

Starke Verstimmung in Amerika.

Merkliche Abkühlung der Beziehungen.""-Abbau bei der Botschaft in Moskau.

Die presse der Deutschen Arbeitsfront

Grundlegende Neuordnung.

Moskau, 27. Aug. (DNB.) Auf die von dem amerikanischen Boifchaster Bullitt im Zufam- menhang mit ber Arbeit des 7. Kominternkongresses überreichte Note, in der bie amerikanische Regierung dagegen protestlert, baß bte Sowjetregierung ihre Verpflichtung ber Nichtein­mischung in bie inneren Angelegenheiten Amerikas verletzt habe, antwortete am Dienstag Kre­stinski mit einer Note, in ber u. a. erklärt wirb:

3ch halte es für notwendig, mit aller Entschie­denheit zu betonen, daß sich die Regierung der Sowjetunion stets allen von ihr übernommenen VerpfUchtungen gegenüber mit der größten Loyalität verhielt und verhält, selbstverständlich auch gegenüber der gegenseitigen Verpflichtung der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten, die im Rotenwechsel vom 16. Rovember 1933 vorgesehen und in Verhandlungen zwischen Roosevelt und Litwinow ausführlich behandelt wurden.

Ihre Rote vom 25. August enthält keinerlei Tatsachen, die eine Verletzung der Verpflichtun­gen seitens der Sowjetunion darstellen. Ande­rerseits ist es für die Regierung der Vereinigten Staaten unzweifelhaft nicht neu, daß die Re­gierung der Sowjetunion keiner­lei Verpflichtungen in bezug auf die kommunistische Internationale auf sich nehmen kann und auch nicht auf sich nahm.

Aus diesem Grunde läßt sich die Behauptung über eine Verletzung der in der Rote vom 16. Rovember 1933 enthaltenen Verpflichtungen durch die Regierung der Sowjetunion aus den von den Verhandlungspartnern eingegangenen Verpflichtungen nicht folgern. Ich kann deshalb Ihren Protest nicht annehmen und ich bin genötigt, ihn z n r ü ck z u w e i f e n.

Die Regierung der Sowjetunion, die bie Meinung der amerikanischen Regierung aufrichtig teilt, daß streng gegenseitige Nichteinmischung m innere An- gelegenheiten eine wesentliche Voraussetzung für bte Aufrechterhaltung freundschaftlicher Se3teljunflen zwischen unseren Ländern ist und die diese Politik In ber Praxis unentwegt durchführt, erklärt, daß

Aus aller Wett.

2. Die Fachpresse. Hier handelt es sich um die erwähnten 73 fachlichen Schulungsblättev, bie monatlich erscheinen und jedem Mitglied bet DAF. grundsätzlich kostenlos zustehen. Das Mit­glied bestellt sein Fachblatt bei seinem Postamt bzw. Briefträger bzw. Zeitschriftefthändler und ent­richtet an diesen einschließlich Zustellgebühr einen Betrag von vierteljährlich 30 Pf. gegen Quittung, der ihm bei der nächsten Beitragszahlung angerech­net wird.

3. Die Mitteilungsblätter. Neben der Fachpresse gibt jede Reichsbetriebsgemeinschaft halbmonatlich noch ein Mitteilungsblatt heraus, das nur ber Unterrichtung ber DAF.-Walter ein­schließlich der Vertrauensräte dient. Ihre Vertei­lung geschieht durch Postzeitungsgut-Versand an bte Kreis- bzw. Ortsbetriebsgemeinschaften, bie für Weiterverteilung an bie DAF.-Walter sorgen.

4. Die Werkszeitungen. Sie bilden einen wesentlichen Bestandteil ber Presse ber DAF. Werkszeitungen sind nach Möglichkeit in allen Werken mit mehr als 500 Gefolgschaftsangehörigen zu schaffen. Sie werden kostenlos an die Gefolg­schaftsangehörigen abgegeben und stehen unter ein­heitlicher Leitung.

Die Mitteilungs- und Fachblätter ber DAK haben eine gemeinsame Auflage von rund 13 Mil­lionen Stück.

teufen bis zur alten Tunnelsohle gestaltet sich nach wie vor schwierig, da man bei der Ausschachtung immer wieder auf Trümmer stößt, die erst mühselig stückweise herausgeschnitten werden müssen.

Neue Zuständigkeit für Versorgungs­berechtigte der Wehrmacht.

Berlin, 27. Aiwust (DNB.) Im Einvernehmen mit dem Herrn Reichskriegsminister und Ober­befehlshaber der Wehrmacht und dem Herrn Reichs­minister der Finanzen gehen vom 1. Otkober 1935 ab die Versorgungs-Angelegenheiten der Angehörigen der Wehrmacht (Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe) und ihrer Hinter­bliebenen von den Derforgungsbehörden auf bte hierfür bestimmten Dienststellen der Wehr­macht (Wehrbezirkskommandos, Derforgungsabtei» hing) unb bie Zivilverwaltung, Versorgungsabtei­lung, in ber entmilitarisierten Zone über.

Das Heft 24 desReichsarbeitsblattes" vom 25. August 1935 enthält eine Uebersicht über dis Wehrbezirkskommandos Dersorgungsabteilungen mit ihren Bezirken, die vom 1. Oktober 1935 ab für Ruhegehalts- usw. -Empfänger der Wehrmacht (Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe) zuständig finfk Daran anschließend wird eine Uebersicht gegeben über die Wehrbezirkskommandos unb die Zivil» Verwaltungsbehörden Bersorgungsabtellungen

Berlin, 26. Aug. (DNB.) Die Presse ber Deutschen Arbeitsfront hat auf Anord­nung vom Reichsleiter Dr. Ley eine grundlegende Neuordnung erfahren. Ab 1. Oktober gibt die DAF. 73 verschiedene fachliche Schu­lungsblätter heraus. Jedes Einzelmitglied der DAF. hat unter diesen 73 Fachzeitungen, die in Zukunft kostenlos einmal monatlich durch die Post ben Empfängern zugestellt werben, die freie Wahl. Niemand ist gezwungen, ein bestimmtes Blatt zu wählen, vielmehr kann jeder Volksge­nosse das Blatt wählen, das in seinen Beruf schlägt und das ihn interessiert. Die Bestellungen zum 1. Oktober müssen bis spätestens 22. Septem­ber bei dem zuständigen Briefträger erfolgen. Die DAF. verteilt an ihre Mitglieder ein Verzeichnis aller 73 Zeitschriften mit beigefügtem Bestellschein.

Der Reichsleiter der DAF. Pg. Dr. Ley hat im Zuge ber Neuorbnung der DAF.-Prefse Anord­nungen getroffen, aus denen u. a. die zukünftige Einteilung ber DAF.-Presse hervorgeht. Danach wird es bei der DAF. in Zukunft vier Gruppen von Presseerzeugnissen geben:

1. Die politisch - weltanschauliche Presse. Sie umfaßt die beiden halbmonatlich erscheinenden ZeitschriftenArbeitertum" unbAuf­bau", die zum Preise von 10 Pf. pro Stück an die Mitglieder der Betriebsgemeinschaften 116 bzw. 17 und 18 über besondere Vertriebs- unb Auslie­ferungsstellen vertrieben werden.

eines wilden Streiks ausgenutzt, der am Dienstag ausbrach unb an dem 1100 Arbeiter teil- nehmen. Dom Streik werden neun Wollstoff* f a b r i t e n betroffen, während in 32 anderen noch gearbeitet wird. Die Streikenden erhalten weder von der Gemeinde, noch von ihren Fachorganisa« tionen Unterstützungen. Zu Störungen ist es bis, her nicht gekommen.

ßonbon, 28. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der diplomatische Mitarbeiter desDaily Telegraph" schreibt. Eben werbe in den nächsten Tagen ben Bericht über bie fehlgeschlagene Pariser Dreimächte.Konferenz ausarbetten, ben er dem Völkerbunbsrat vorzulegen habe. Ein wichtiger Teil bes Berichtes sei ber Inhalt ber von M u s so- I i n i verworfenen englisch-französischen Vorschläge. Leute, bie neuerbings mit Mus­solini in Fühlung gewesen seien, erklärten, daß er keinZeichen von Erbitterung gegen E n g l a n b zeige. Wenn bies auch zutreffen sollte, so verfolge boch ber Propaganbaapparat seiner Re­gierung einen anbereh Kurs.

Der große Runbfunksender Bari verbreite jeden Abend englandseindliche Propaganda- Nachrichten in großer Zahl, unb zwar in einem halben Dutzenb von Sprachen, um so Hörer in allen Cänbem bes südlichen Mitteleuropa zu er» reichen.

Der diplomatische Korrespondent des »Sterns Lhronicle" führt diebedauerliche Reizung" der europäischen presse, von einem englisch-ita- Nenischen Streit zu reden, darauf zurück, daß sehr viele Leute hofften, auf diese Weise die Tatsache zu verheimlichen, daß ihre vertragliche Verpflichtung, einen italienischen Angriff zu verhin­dern, ebenso unbedingt sei, wie die Groß­britanniens. Diese Hoffnung finde sich sogar unter Politikern der französischen Lin­ken. Vis zu einem gewissen Grad sei diese schiefe Auffassung von den britischen Beweg­gründen vielleicht das Ergebnis italieni­scher Propaganda, z. B. der von Bari. Auch scheine es unzweifelhaft zu sein, daß italienisches Geld in großzügiger Weise zur Beeinflussung der Entwicklung der inneren Politik benutzt werde.

Der Korrespondent glaubt, daß eine energische Verteidigung der Dölkerbundsfatzungen durch Eng­land allgemein eine kräftige Unterstützung finden würbe. Er nennt die skandinavischen Länder und bie Kleine Entente unb sagt, im äußersten Falle würbe auch Frankreich sich für ben Völker- b unb, statt für Italien entscheiben. Die asiatischen und südamerikanischen Staaten seien einem Angriff einer großen europäischen Macht auf eine schwache nichteuropäische Macht nicht wohlgesinnt. Sogar die nicht zum Völkerbund gehörenden ©taten wür­ben lieber einen Erfolg bes Völkerbundes, als Italiens sehen. Diese Erwägungen deuteten darauf hin, daß der britischen Regierung bei jeder Initia­tive zur Verhinderung eines gefährlichen Krieges kräftig geholfen würde.

DerTimes"-Verlreter in Alexandria spricht in einer Meldung von italienischer Propaganda in Aegypten, glaubt aber, der Durchschnitts- Aegypter habe kein Verständnis für den Ge­danken, sich unter italienischem Protektorat zu sehen, statt unter britischem. Die faschistischen Ergüsse eines in Alexandria erscheinenden Blattes seien verpufft.

Neuerdings hätten bie Italiener eine geschicktere Form der Propaganda gewählt. Unter dem Deck­mantel eines ägyptischen Nachrichtenbüros veröffent­lichten sie jetzt in französischer Sprache Nachrichten aus Europa, die Italien günstig seien, und ent- hiellen england-feindliche Presseäuherungen. Die ses Material werde den Zeitungen unentgeltlich zugestellt. Seine große Verbreitung verursache einiges Unbehagen über die Haltung Aegyptens zum italienisch-abessinischen Streit.

Mintsterbefprechung in London.

London, 27. Aug. (DNB.) Außenminister Hoare und Völkerbundsminister Eden sind am Dienstag von ihrem Wochenendaufenthalt von dem Lande nach London zurückgekehrt. Am Nachmittag fanden mehrere Besprechungen mit ben lei­tenden Beamten des Foreign Office statt.

laßt haben, habe ich mit Dank entgegengenommen. Ich begrüße Ihre Feststellung, baß es für bie re­ligiöse Betreuung ber Beamten die nicht ge­schmälert werden soll besonderer kon­fessioneller Beamtenvereinigungen n i ch t b ed a r f. Es ist mir bekannt, daß die evan­gelischen Beamtenvereine unter ber das Beamten­tum zersetzenden Herrschaft des vergangenen Sy­stems wertvolle Arbeit vor allem in berufs­ethischer Hinsicht unb nach der Machtübernahme dem nationalsozialistischen Staat treue Gefolgschaft geleistet haben. Einen Beweis dieser Gefolgschaftstreue sehe ick auch in dem nunmehr gefaßten Beschluß der Selb ft auf* lösung, der aus ber Einsicht erwachsen ist, daß eine organisatorische S ch eio un a bei ilsoziali-

rückhaltloser Treue zu Staat unb

Führer verpflichtet ist."

Reichsinnenminister Dr. Frick hat an den Reichsobmann von ber Heydt folgendes Antwort­schreiben gerichtet:

,^Ihre Mitteilung, daß Sie als Reichsobmann des Verbandes Deutscher Evangelischer Beamten­vereine bie Selbstauflösung dieser Vereine veran-

Friedensappell des Erzbischofs von Canterbury.

London, 28. Aug. (DNB. Funkspruch.) In einem Brief an dieTimes" sagt ber Erzbischof von Canterbury u. a., er erwäge seit einiger Zeit, ob die jetzige, unsagbar ernste Weltlage nicht eine besondere unb feierlichst neue Bekräfti­gung der christlichen Grundsätze durch die verantwortlichen Führer aller christli­chen Gemeinwesen ber ganzen Welt erfor­dere. Er hole bereits Ratschläge ein wegen der Frage, ob und wieweit eine solche gemeinsame und womöglich gleichzeitige Kmckgebung zustande ge- bracht werden könnte.

Man stehe jetzt vor einer Krisis unb ber Augen­blick bränge. In einer Welt, in ber bas christ­liche Gesetz ber Liebe offenbar nicht aufgestellt sei, werben organisierte Akttonen vielleicht boch Eitelkeit unb Habgier baran verhinbern, Un­recht zu tun unb bie Schrecknisse eines Krieges über Menschen zu bringen. Deshalb scheine es ihm bie unmittelbare Pflicht ber christlichen Bürger zu fein, ihren Anteil zur Aufrechterhal­tung internationaler Gerechtigkeit unb Deh­nung beizutragen. Zu biefem Zweck fei ber

Völkerbunb gegrünbet worben.

Deshalb fei es im vorliegenden Falle sicher bie Pflicht christlicher Bürger Englands und anderer Länder, ihre Regierungen bei einer solchen Aktion zu unterstützen, die der Pölkerbundssatzung Wirk­samkeit geben werde.

Der Erzbisch o s von Canterbury und der Leiter des Verbandes der englischen Freikirchen Pastor Berry erließen einen Aufruf zur Ab­haltung von Gebeten im Zusammenhang mit der italienisch-abessinischen Krise. Die beiden hohen Geistlichen drückten die Hoftnung aus, daß alle christlichen Bürger besonders am Sonntag, 1. September, beten werden, der Geist Gottes möge den Mitgliedern des Völkerbundsrates Weisheit und Mut verleihen, damit sie durch ihre Beschlüsse womöglich noch einen Krieg ab wenden, aber auf jeden Fall die Sache der Gerechtigkeit und die Achtung von Verträgen schützen möchten.

Oer Prinz von Wales ans einem italienischen Kriegsschiff. London, 28. August (DNB. Funkspruch). Aus Cannes wird berichtet: Der Prinz von Wales, der hier auf Ferien ist, stattete gestern einem britischen, einem französischen und einem italienischen Kriegsschiff Besuche ab. Auf bem italienischen ZerstörerBianchi" blieb er 40 Minuten. Bevor er von Bord ging, nahm er in der Schiffsmesse mit ben italienischen Offizieren ein Getränk zu sich.

Unterbrechung der Arbeiten im italie­nisch > abessinischen Schiedsausschuß.

Paris, 28. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der italienisch-abessinische Schlichtung s- unb Schiebsausschuß, ber am Dienstag erst­malig roieber in Paris zusammengetreten war, hat seine Arbeiten für kurze Zeit unterbrochen. Nach ber Vernehmung der verschiedenen Zeugen, die in Bern durchgeführt wurde, sind die beiden Parteien nach Ansicht desJournal" damit beschäf- tigt, ihren Bericht auszuarbeiten, der auf einer demnäch st ftattfinbenben gemeinsamen Sitzung beraten werden soll.

Abessinische Regierung protestiert in Athen.

Athen, 27. Aug. (DNB.) Die abessinische Regierung protestierte in Athen gegen die von der griechischen Regierung gegebene Durch­flug e r l au b ni s für italienische Bom­benflugzeuge. Die griechische Regierung ant­wortete, daß sie, solange' der Krieg nicht erklärt sei, diese Erlaubnis nicht verweigern könne.

sie die weitere Entwicklung freund­schaftlicher Zusammenarbeit zwischen der Sowjetunion unb ben Vereinigten Staaten an« strebt, die ben Interessen ber Völker der Sowjet­union und Amerikas entspricht und die für den an­gemeinen Frieden so große Bedeutung hat.

Wettere Proteste in Moskau.

London, 27. Aug. (DNB.) Wie erst jetzt be­kannt wird, hat vor einigen Tagen auch der bri­tische Botschafter in Moskau mündliche Vorstellungen gegenüber den Machenschaften der Komintern erhoben. Der britische Protest ist jedoch, wie Reuter heute aus Moskau meldet, von der Sowjetregierung z u r ü ck g e w i e s e n worden. Die Sowjetregierung, so bemerkt Reuter hierzu, lehne offenbar die Prüfung des Protestes ab, weil sie sich auf den Standpunkt stelle, daß die Komintern nichts mit ihr zu tun habe. Im übrigen wird hier berichtet, daß außer Amerika auch Ita­lien unb Lettland Protestschritte wegen der internationalen Wühlereien der Komintern unter­nommen haben. Bemerkenswert ist, daß die einzel­nen Mächte völlig unabhängig vonein­ander protestiert haben und auch zwischen Washington und London kein vorheriger Meinungs­austausch stattgefunden hat.

Abfuhr für einen Eowjetbotsckaster.

Washington, 27. August (DNB.) Wie schon kurz gemeldet, hat der s o w j e t r u s s i s ck e Bot- s ch a f t e r ohne viel Rücksichtnahme auf das Gebot ber Zurückhaltung, das ihm seine Stellung auferlegt, die amerikanische Protestnote mit dem Gleichnis vom Balken im eigenen Auge beantwortet; er wollte damit andeuten, daß man in Amerika viel stärker gegen die Sowjets propa­giere als in Rußland gegen Amerika.

In amtlichen Kreisen wird dieses Argument als vollkommen schief zurückgewiesen. Denn erstens mische sich Amerika nicht in Sowjetrußlands innere Anaelegen- heiten, sondern ergreife lediglich Abwehr­mahnahmen gegen bie Versuche die amerika­nische Arbeiterschaft mit kommunistischer Agitation au verhetzen. Zweitens wäre es, so betont man, Pflicht der Sowjetregierung gewesen, unverzüglich und mit aller Deutlichkeit von den­jenigen Redner ans dem Kominternkongreh ab-

gelischen Glauben unter unseren Mitgliedern zu pflegen und dadurch an dem sitttichen Wiederauf­bau unseres Standes mitzuwirken. Für diese rein religiöse Aufgabe, die eine Funktion der Kirche an den evangelischen Beamten barstellt, bedarf es nicht mehr einer besonderen evangelischen Beamtenorga­nisation. Eine solche ist vielmehr notwendigen Mißdeutungen ausgesetzt. Schon der Verdacht po­litischer Zielsetzung, oer bei einigen Volksgenossen aufkommen könnte, ist uns unerträglich. Es gehört ja gerade zur protestantischen Staats­auffassung, baß ber (Staat @ottesorb- nun g ist, daß der evangelische Beamte um seines.Beamten nach Konfessionen im nationale Glaubens willen und um seines Eides willen zu I stifchen Staat nicht mehr am Platze ist.'

Reuyork, 28. Aug. (DRB. Funkspruch.) In großer Aufmachung bringen die Worgenblätter die Antwort der Sowjetregierung auf die amerikanische Zrotestnote gegen die Propagandatätigkeit der Komintern. Sie heben den äußerst verstim- menden Eindruck hervor, den die Antwort in Washington hervorrief.

Rach Berichten aus w a f h i n g l o n ist als nächste Folge mit einer merklichen Abküh­lung der Beziehungen zwischen den Ver­einigten Staaten und der Sowjetregierung zu rech­nen. Sie werde zwar nicht sofort zum A b - bruch der diplomatischen Beziehungen ober der Abberufung des amerikanischen Botschaf­ters in Moskau führen, wie es die Senfationspresse vermutet, wohl aber sei mit einer erheblichen Verminderung des Stabes der ame­rikanischen Botschaft in Moskau zu rechnen.

In einem Leitartikel betontRew park Times", daß die Sowjetregierung im 4. Absatz des Litwi- nows-Briefes vorn 16. 11. 1933 die Verantwortung ür die Tätigkeit der Komintern übernommen habe, die sie jetzt ablehut. Gerald Tribüne" ist