Nr. 123 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag. 28. Mai 1935
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Bilder aus dem Lagerleben beim Korsthaus Finsterloh.
Blick aus das Zeltlager.
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Im Freien schmeckt es prächtig.
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Antreten zum Essenempfang.
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Die Eßgeschirre werden gespült. — (Aufnahmen: Photo-Pfaff.)
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Aus der Provinzialhauptstadt.
Bürgersteuer bei Hausangestellten
(DAF.) Auch Hausangestellte unterliegen der Bürgersteuer. Es sind aber auch hier Fälle möglich, nach denen sie von der Bürgersteuer befreit sind. So ist eine Befreiung dann gegeben, wenn die zur Steuerleistung herangezogene Hausgehilfin am 10. Oktober 1934 das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hatte. Eine Befreiung von der Bürgersteuer kann dann erfolgen, wenn die Bezüge der Hausangestellten über eine bestimmte Grenze nicht hinausgehen. Im Bürgersteuergesetz ist bekanntlich eine Befreiung von der Bürgersteuer dann vorgesehen, wenn das Arbeitsentgelt 130 v. H. des Betrages übersteigt, den der Steuerpflichtige nach seinem Familienstand im Falle der Hilfsbedürftigkeit von dem zuständigen Fürsorgeverband nach den Richtsätzen der allgemeinen Fürsorge als Wohlfahrtsunterstützung in einem Jahre erhalten würde. Bei Hausgehilfinnen kann es nun vorkommen, daß der Wert der Sachbezüge (volle freie Station) zuzüglich der Barbezüge diese Grenze nicht erreicht. Dann ist die Hausgehilfin von der Bürgersteuer befreit. Der Wert der Sachbezüge beträgt nach einem Runderlaß des Reichsfinanzministers bei einer weiblichen Hausgehilfin 25 Mark monatlich (Normalsatz für freie Station). Dieser Wert kann für die Bezirke der einzelnen Landesfinanzämter um 20 v H. nach oben, oder nach unten abgerundet werden. Uebernimmt der Arbeitgeber die Sozialversicherungsarbeitnehmeranteile der Hausgehilfin, so sind diese den Barbezügen hinzuzurechnen Gesetzt der Fall, eine ledige kinderlose Hausgehilfin erhält außer der freien Station eine Barentschadi- gung von monatlich 15 Mark und der Wert der Sachbezüge soll dem Normalsatz von 25 Mark monatlich entsprechen. Beträgt der monatliche Nichtsatz für Wohlfahrtsunterstützung für Ledige 33 Mark monatlich, so ist die Freigrenze bei der Burgersteuer 130 o. H. = 42,90 Mark. Da die Bezüge der Hausgehilfin (25 Mark plus 15 Mark) unter dieser Freigrenze bleiben, so unterliegt die Hausgehilfin nicht der Bürgersteuer.
Feriensonderzüge im Mein-Main-Gebiet.
Die bei den Ferienreisenden beliebten Feriensonderzüge werden in diesem Jahre mit besonderen Dorteilen ausgestattet. Die Ermäßigung wird bis 500 Kilometer 33Vs v. H., ab 501 Kilometer 40 v. H., im Verkehr von und nach Ostpreußen 50 und 60 v. H. betragen. Die Feriensonderzug-Rückfahrkarten werden somit nicht unerheblich billiger sein, als die im Preis ermäßigten Urlaubskarten. Da die Feriensonderzüge' unterwegs kaum halten, auch auf kürzesten Wegen durchgeführt werden, haben sie meist kürzere Fahrdauer als die Schnellzüge, ohne daß Eil- und Schnellzugzuschläge erhoben werden. Die An- und Abfahrtzetten sind günstig gewählt. In fast allen Fällen wird das Umsteigen vermieden, da die Züge bis zu den Zielgebieten durchgeführt
werden. Als besonders angenehm wird der Ferienreisende empfinden, daß er sich einen Sitzplatz je nach Wahl in einem Nichtraucher- oder Raucherabteil sichern kann, ohne daß hierfür eine Gebühr zu entrichten ist. Zur weiteren Bequemlichkeit ist dafür Sorge getragen, daß die Abteile im allgemeinen nur mit 6 Personen besetzt und ganze Abteile schon für Gesellschaften von 6 Personen ab bereitgehalten werden. Zusammenfahrende Familien und Gesellschaften können auf Wunsch in einem bestimmten Abteil befördert werden. Wie in früheren Jahren, kommen auch in diesem Jahr wieder die beliebten Sammelkarten zur Ausgabe, wodurch dem Reisenden die Möglichkeit gegeben ist, die Rückfahrt an einem von mehreren Bahnhöfen anzutreten. So kann mit einer Feriensonderzugkarte nach Berchtesgaden die Rückreise auch in Kiefersfelden, Mittenwald, Oberstdorf, Lindau, Friedsrichshafen, Kon- stanz, Schaffhausen oder Basel Reichsbahnhof ange- treten werden. r ,
Für das Rhein-Main-Gebiet kommen folgende Feriensonderzüge in Frage:
am 6./7. Juli zwei Züge nach München Hbf.
am 6./7. Juli ein Zug nach Beuthen (LHerschle- sien) Hbf.
am 7. Juli zwei Züge nach München Hbf.
am 7. Juli zwei Züge nach Bafel—Konstanz
am 7./8. Juli ein Zug nach Berlin Anhalter-Bhf.
am 8./9. Juli ein Zug nach Hamburg Hbf., Bremen Hbf. ,
am 18./19. Juki ein Zug nach Hamburg Hbf., Bre- am 18^/19^ Juli ein Zug nach Berlin Anhalter-Bhf. am 18./19. Juli ein Zug nach Breslau Hbf.
Bon welchen Bahnhöfen aus diese Zuge benutzt werden können, kann bei den Fahrkartenausgaben und den Stellen des Mitteleuropäischen Reisebüros erfragt werden. Ein Heft, das alles Wissenswerte über'den diesjährigen Feriensonderzugverkehr ent- hält, ist bei diesen Stellen erhältlich.
Es empfiehlt sich, die Feriensonderzugkarten möglichst rechtzeitig zu bestellen, da lebhafte Inanspruchnahme der Feriensonderzüge erwartet werden kann.
Deutsche Arbeitsfront.
Ortsgruppe Giehen-Ost.
Am 29. Mai 1935 findet abends 8 Uhr in der Gastwirtschaft „Germania" der Amtswalter-Appell statt Alle DAF.-Walter haben zu erscheinen. Die Blockkassierungsbücher sind unbedingt mttzubrmgen.
NSLB., Kreis Gießen.
Fachschaft: körperliche Erziehung. Bezirk Gießen.
Tagung der Pflichtarbeitsgemeinschaft am Mittwoch, 29. Mai, in der Turnhalle der neuen Pesta- lozzischule, 15.30 bis 16.30 Uhr Knabenturnen, 16.30 bis 17.15 Uhr Leistungsturnen, 17.15 bis 18.15 Uhr Mädchenturnen.
Die Leiter der Wettspiele in den Kreisgebieten sind dazu eingeladen. Es wird noch einmal darauf hingewiesen, daß laut Verfügung des Stadt- und Kreisschulamtes alle Lehrkräfte, die Turnen ertellen,
an der Arbeitsgemeinschaft teilnehmen müssen. Turnkleidung ist mitzubringen.
Da diesmal Vorbereitungen für die Kreiskonferenz am 5. Juni 1935 getroffen werden; muh alles da sein.
LandschastSbundVolkstum undHeimat
Ottering Gießen.
Am Himmelfahrtstag Abmarsch um 7 Uhr an der Universitäts-Bibliothek zum Frühgottesdienst auf dem Schiffenberg (Fahrgelegenheit mit Autobus um 8 Uhr ab Ludwigsplatz). Vom Schiffenberg wandern wir weiter nach Garbenteich—Pfahlgraben (Führung Dr. Mittermaier) —Kloster Arnsburg (Führung Prof. Dr. Rauch). Unser Volkstanzkreis geht mit Rückfahrt mit der Bahn ab Lich 17.01 oder 19.17 Uhr. Mitglieder und Gäste aus Stadt und Land sind willkommen.
Meldung von Freiwilligen
bei den Wehrbezirkskommandos.
Wie uns von dem Wehrbezirks-Kommando Gießen I mitgeteilt wird, sind nach einer Auskunft des Reichswehrministeriums die Listen der sich für den Dienst im Reichsheere meldenden Freiwilligen, auch der Jahrgänge 1914 und 1915, am 31. Mai d. I. bei den Wehrbezirks - Kommandos abzuschließen. Spätere Meldungen zum freiwilligen Eintritt in das Reichsheer können daher nach dem 31. Mai nicht mehr berücksichtigt werden. Das Musterungsgeschäft für die Jahrgänge 1914 und 1915 wird hierdurch nicht berührt.
Oer Maffenchor in Heuchelheim.
Zu unserem gestrigen Bericht über das Kreiswertungssingen der Gruppe I des Sängerkreises Gießen in Heuchelheim wird uns mitgeteilt, daß der Massenchor nicht von dem Bauerschen Gesangverein Gießen allein, sondern von sämtlichen an dem Wertungssingen beteiligten Vereinen, die zu einem Massen-Sängerchor zusammenaefaßt waren, unter Leitung des Gauchormeisters Prof. Dr. T e m e s - vary gesungen wurde.
Gießener Wochenmarktpreise.
* G i e ß e n, 28. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40 bis 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 8 bis 9, Wirsing, das Pfund (gelb) 18 bis 20, (grün) 20 bis 22, Weißkraut 15 bis 20, Gelbe Rüben (alte) 15 bis 18, (neue), das Bündel 20 dis 25, Rote Rüben, das Pfund 10 bis 15, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 15 bis 20, Bohnen (grün) 50, Spargel 40, 50 und 55, Erbsen 30 bis 35, Mischgemüse 15 bis 20, Tomaten 70 Pf. bis 1,— Mark, Zwiebeln 20 Pf., Meerrettich 50 bis 70, Schwarz- wurzeln 30 bis 45, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln (alte) 4, der Zentner 3,50 bis 4 Mark, (neue), das Pfund 24 Pf., Aepfel 35 bis 65, Kirschen 70, Zwet- schenhonig 40 bis 45, ältere Hähne 80, Tauben, das Stück 60, Nüsse, das Pfund 45, Blumenkohl, das Stück 50 bis 80, Salat 15 bis 20, Salatgurken 40 bis 60, Oberkohlrabi 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 50, Rettich, das Bündel 20 Pf., das
Stück 10 bis 15, Radieschen, das Bündel 7 bis 10 Pf.
Vornotizen.
— Tageskalender für Dienstag L NSG. „Kraft durch Freude": 19 bis 20.30 Uhr Spielnachmittag auf dem Universitätssportplatz. — Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr „Der Hochtourist". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Sie und die Drei!" — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 16 bis 17 Uhr Ausstellung Christian Rohlfs- Hagen.
— Stadttheater Gießen: Heute 20 Uhr außer Abonnement und zum ersten Mal in dieser Spielzeit der Schwank: „Der Hochtourist" von Kraatz und Neal; Spielleitung dieser humorgefüll- ten Angelegenheit hat Kurt L ü p k e, die Rolle des Direktors Mylius spielt Heinrich Hub, Frau Schubert-Jüngling dessen Ehefrau. Diese Vorstellung ist die vorletzte Gelegenheit, etwa noch nicht benutzte Umtauschscheine zur Einlösung zu bringen. Dauer bis 22,15 Uhr.
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** Der Himmelfahrts-Frühgottss- dienst auf dem Schiffenberg. Nachdem die Frühgottesdienste auf dem Schiffenberg am Himmelfahrtstag immer größeren Anklang gefunden haben, soll auch in diesem Jahre in der alten Klosterkirche auf dem Schiffenberg ein Frühgottesdienst gehalten werden. Der Gottesdienst beginnt um 8.30 Uhr. Es wirken mit der Frauenchor Haufen und der Posaunenchor Watzenborn. Für Gießener Teilnehmer fährt ein Autobus auf den Schiffenberg: Bahnhof ab 8 Uhr, Horst-Wessel- Wall 8.02, Ludwigsplatz 8,05 Uhr.
** Volksdeutsches Fest für Alle. Zu unserem gestrigen Bericht über das Volksdeutsche Fest für Alle wird uns mitgeteilt, daß bei der Darstellung lebender Bilder in dem Bild der großen Landgräfin an Stelle der plötzlich verhinderten Frau Vogt freundlicherweise Frau G m e l i n die Darstellung der Landgräfin übernommen hatte.
** Vereinigung für koloniale Wiedergewinnung. Man berichtet uns: Am Samstag sprach der Vereinsführer der hiesigen Vereinigung für Koloniale Wiedergewinnung, Karl Tetzner, in Marburg vor dem dortigen Verein Deutscher Studenten über die deutsche Kolonialforderung. Seine Ausführungen wurden am Schlüsse durch lebhaften Beifall belohnt. In einer anschließenden Besprechung erklärte der Bundesführer des Vereins Deutscher Studenten Marburg unter einmütiger Zustimmung der anwesenden Bundesbrüder den korporativen Anschluß seines Bundes an die Vereinigung für koloniale Wiedergewinnung Gießen. Unsere hiesige Kolonialbewegung, die mit zu einer der rührigsten in Deutschland zählt, hat hierdurch einen weiteren Aufschwung erfahren, hat doch auch erst vvr kurzer Zeit der Verein Deutscher Studenten Gießen sich der hiesigen Bereinigung für koloniale Wiedergewinnung angeschlossen. Es ist besonders zu begrüßen, daß nunmehr auch dis Studentenschaft unserer Stadt und darüber hinaus der so lebensnotwendigen deutschen Forderung nach


