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Aus aller Wett.

Schwere Unwelker im Rheingau.

Ein schweres Gewitter mit Hagelschlag ent­lud sich dieser Tage über dem Wispertal bei Lorch. Große Wassermassen stürzten von den Bergen her­ab und richteten in den Weinbergen und auf den Aeckern großen Schaden an. Ein weiteres schweres Gewitter ist über den oberen Rheingau niedergegangen, das besonders den Weinort Erbach heimsuchte. Die Straße zwischen Hattenheim und Erbach wurde teilweise von den aus den Wein­bergen abgeschwemmten Erdmassen überschüttet. Die Wassermassen stürzten in die tiefer gelegenen Gärten und Aecker, wo sie die Sämereien und Kartoffeln freilegten. Der Schaden, den das Un­wetter angerichtet hat, ist sehr groß, da nicht allein die Erdmassen fortgeschwemmt, sondern auch die bepflanzten Gärten und Aecker strichweise vernich­tet sind.

Zwel Bergsteiger tödlich verunglückt.

Beim Aufstieg auf den Mitteralmturm in Steier­mark stürzten der Grazer Apotheker Apurni und der Privatbeamte M e r k l 50 Meter tief ab. Spurni war sofort tot, während Merk! mit schweren Verletzungen zu Tal gebracht werden konnte. Ein anderer Bergsteiger, der Zahntechniker S ch r e m p f aus Schladming, stürzte am Silberkar über eine 60 Meter hohe Steilwand ab und blieb mit zerschmetterten Gliedern t o t liegen.

Reichstagung der deutschen Uhrmacher in Nürnberg.

In Nürnberg hält der Zentralverband der deutschen Uhrmacher, die neue Reichs­innungsorganisation des deutschen Uhrmacherhand­werks, ihre diesjährige Reichstagung ab. Den Auf­takt bildete der Begrüßungsabend. Der Obermeister für Nürnberg und Mittelfranken, Hermann, konnte dabei Uhrmacher aus allen deutschen Gauen begrüßen. Die deutschen Uhrmacher führten heute, so sagte er u. a., einen schweren Kampf Es gehe um die Existenz von 15 000 Uhrmachern, gegen die in Massen hergestellte und in Warenhäusern und Basaren verkaufte Schunduhr. Auf der Reichstaguna begrüßte Reichsinnungsmeister Flügel (Leipzig) vor allem den Landeshandwerksmeister R o o s (München), die Führer der Fachverbände und die Vertreter aus Oesterreich und Italien. Er verabschie­dete mit Dankesworten den bisherigen Vorstand und verpflichtete die neubestellten Bezirksinnungsmeister des ganzen Reiches. Die Grüße des Reichshand­werksmeisters überbrachte Landeshandwerksmeister Roos (München), der auf den Niedergang des deutschen Handwerks in der Nachkriegszeit eingisg und unterstrich, daß heute das deutsche Handwerk wieder zu dem großen Begriff geworden sei, den das deutsche Kunsthandwerk im Mittelalter dar­stellte. Die wichtigste Aufgabe liege in der Heran­bildung eines vortrefflichen Handwerkernachwuchses. Im Kampf für die Arbeitsbeschaffung komme auch dem deutschen Handwerk ein erheblicher Anteil zu. Nur mit diesem restlosen Einsatz werde sich das deutsche Handwerk die alten Lebensrechte wieder zu­rückerobern können.

Seine Geliebte ermordet und im Walde vergraben.

Seit Anfang April d. I. wurde in Hergisdorf im Mansfelder Gebirgskreis die Haushälterin Anna

Bräuer vermißt, die feit mehreren Jahren mit dem Herigsdorfer Einwohner Z i e r v o g e l zufam- menlebte. Wie sich nun herausstellte, hat Ziervogel die Frau getötet, nachdem er sie in letzter Zeit oft brutal mißhandelt hatte. In der Nacht zum 4. April hat er die Leiche auf einem Handwagen in den Wald bei Hergisdorf gefahren, wo er sie an einer unbekannten Stelle vergrub. Mit Ziervogel wurde auch eine verheiratete Frau namens Anna G r o s ch e aus Hergisdorf verhaftet, da er mit ihr ebenfalls in Verkehr stand. Zieroogel beschuldigt die Grosche, Anna Bräuer beseitigt zu haben, da sie ihr im Wege gewesen fei. Die Grosche dagegen gibt an. daß Ziervogel die Bräuer nach einem Streit um- gebracht habe.

Hinrichtung in Halle.

Am 27. Mai. 1935 ist in Halle der am 20. Mai 1902 geborene Franz Jlgenstein hingerichtet worden, der vom Sondergericht in Halle wegen Mordes an einem Bahnwärter, der auch bahn- polizeiliche Befugnisse zu erfüllen hatte, zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden war. Da Die Tat einen feigen und hinterlistigen, aus nichtigem Grunde verübten Ueberfall auf einen 62jährigen. in langjähriger Dienstzeit bewährten Beamten dar­stellt, hat der Führer und Reichskanzler keinen An­laß gefunden, von seinem Begnadigungsrecht Ge­brauch äu machen und die wohlverdiente ©träfe im Gnadenwege zu mildern.

Großfeuer zerstört ein polmscyes Dorf.

In einem Dorf in der Nähe von Tornaffow im Lubliner Bezirk griff ein in einem Bauernhaus ausgebrochenes Feuer infolge des Windes derart rasch um sich, daß das ganze, aus 30 Wirtschaften bestehende Dorf niederbrannte

ttuntt und Wiffenschaft.

Warum Neichsfestspiele in Heidelberg?

Auch im Jahre 1935 hat Reichsminister Dr. Goebbels, der Schirmherr der Reichsfest - spiele, Heidelberg zu deren Stätte bestimmt. Das beweist schon, wie sehr man von der Richtig­keit und Glücklichkeit der Ortslösung nach den vor­jährigen Heidelberger Reichsfestspielen überzeugt worden ist. In dreierlei Hinsicht erfüllt Heidelberg die Voraussetzungen für die Veranstaltung von Reichsfestspielen, die als repräsentative Kulturbe­strebung des Dritten Reiches zu gelten haben. Ein­mal ist Heidelberg eine bevorzugte Fremdenstadt. Zum andern hat sie eine alte kulturelle Tradition. Schließlich ist die Lage Heidelbergs, ihr Zusammen­klang von Bergland, Flußtal und Ebene, die ideale Umgebung der Reichsfestspiele, für die Stätten von romantischem Zauber und romantischer Kraft, von edler Raumgestaltung und von strenger monumen­taler Gewalt gegeben sind. Seelisch erfüllt, roman­tisch durchwoben und großartig ausgestaltet werden sich die Bilder vonKatchen von Heilbronn" ergeben Träumerisch und reizvoll, zugleich aber aber auch in der kräftigen Freude derber Späße wirkt hierWas Ihr wollt" Zu voller Kraft und lei­denschaftlicher Bewegtheit ersteht an der gleichen Stätte derG ö tz" In dem glanzvollen Königs­saal aber findet ,,M inna von Barnhelm"

den bezaubernden Rahmen. Auf der Thingstatte des Heiligen Berges an dieser Weihestätte des neuen Deutschlands, erleben viele Tausende die Botschaft vomWeg ins Reich". Heidel- berg wird Begeisterte aus allen Gauen des Reichs anziehen, es wird darüber hinaus die große Er­wartung derjenigen erfüllen, die von jenseits der Grenzen gekommen sind, um neuen deutschen Kul­turwillen kennen zu lernen.

Oie Flaggen der Nationen auf N->uisck'ands Weltiugendherberge.

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Der Stellvertreter des Führers weihte die Jugend­herberge Burg Altena bei Hagen ein, die als Weltjugendherberge den Iugendwanderern aller Nationen offensteht. Jungvolk hißte symbolisch die Flaggen der verschiedensten Nationen.

Hessischer Dragonertag

LPD. Darmstadt, 26. Mai Tausende ehe­maliger Dragoner der Dragoner-Regimenter 23 und 24 trafen sich am Samstag und Sonntag in Darm­stadt. Am Samstag fand in der Festhalle ein B e - grüßungsadend statt, der verbunden war mit der Gründungsfeier des Regiments 23 Unter den Gästen bemerkte man als Vertreter des Herrn Reichsstatthalters den stellv. Gauleiter, Regierungs­rat Reiner, den Oberbürgermeister und Kreis- leiter Wamboldt, den früheren Schirmherrn

des Leibdragoner-Regkmenkes, den ehemaligen Großherzog von Hessen den Präsidenten des Kyffhäuserbundes, Generalleutnant von O i b t man u. a. m. Nach musikalischen Darbietungen hielt Rittmeister W ä t j e n die Begrüßungs- und Fest- ansprache. Er schloß seine Ausführungen nach Sol- batenart mit einem dreifachen Hurra auf Vaterland und Führer Oberbürgermeister Kreisleiter Warn- b o l d t begrüßte die Angehörigen der ehemaligen Dragoner-Regimenter in ihrer alten Garnisonstadt Darmstadt herzlich. Nach turnerischen Vorführungen usw. wurden an besonders verdiente Mitglieder des Leibdragoner-Regiments 24 Ehrendiplome verteilt.

Am Sonntagvormittag fand ein Festzug durch die Straßen Darmstadts statt, an dem sich auch die befreundeten Regimentsvereine, der NSDFB. (Stahl­helm) und der Kyffhäuserbund beteiligten. An dem Dragoner-Ehrenmal wurde eine Totengedenk­feier abgehalten, bei der General von Bran­denstein, der letzte Kommandeur des Dragoner- Regiments 23, die Gedenkrede hielt Während des Liedes vom guten Kameraden wurden Kränze nieder­gelegt. Am Nachmittag vereinigten sich die ehe­maligen Dragoner wieder in der Festhalle zu einer großen Wiedersehensfeier. Hier begrüßte die Kameraden Oberst Freiherr von Wester- weller, der auf die furchtbaren Jahre nach dem Kriege hinwier und dann der großen Tat unseres Führers gedachte, der den deutschen Soldaten mit der Wiedereinführung der Wehrpflicht die Ehre roiebergab. Seine Rebe klang aus in ein breifaches Sieg-Heil!" auf Volk, Vaterland und Führer Bei musikalischen Darbietungen nahm die Wiedersehens­feier einen kameradschaftlichen Verlauf EinManö- oerball" beschloß den Tag der Dragoner.

Wetterbericht

des Reichswelterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

lieber dem Atlantik und dem hohen Norden ist wieder lebhafte Wirbeltätigkeit aufgenommen, die eine allgemeine Umgestaltung der Großwetterlage herbeiführen wird. Dabei wird durch das Zu- sammenprallen verschiedenartiger Luftmassen über dem Festland die Störungstätigkeit zunächst wieder zunehmen.

Aussichten für Mittwoch: Meist wolkig und schwüles Wetter, Neigung zu einzelnen, teilweise gewittrigen Niederschlägen, Windrichtung wechselnd.

Aussichten für Donnerstag: Fortdauer der im ganzen freundlichen, aber zu gewittrigen Niederschlägen neigenden Witterung.

Lufttemperaturen am 27. Mai: mittags 21,3 Grad Celsius, abends 15 Grad: am 28. Mai: morgens 13,1 Grad. Maximum 21,9 Grad, Minimum 9,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. Mai: abends 17,1 Grad: am 28. Mai: morgens 13,3 Grad. Sonnenscheindauer 4 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange., Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 35: 10688. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei

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DANKSAGUNG

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hin­scheiden unseres lieben Entschlafenen und die überaus zahlreichen Kranzspenden sagen wir herzlichen Dank. Wir danken besonders Herrn Pfarrer Döll für seine trost­reichen Worte, dem Gesangverein Eintracht sowie seinen ehemaligen Berufskameraden und allen, die ihm das letzte Geleit gaben.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Becker, geb. Hahn

Steinbach, Albach. Gießen, den 24. Mai 1935,

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